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Thema: Zeit - und alles danach

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Question Zeit - und alles danach

    WiE SPÄT iST ES, UND ÜBERHAUPT:
    WAS iST DAS, ZEiT?

  2. #2
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    Mr. Jones: WAS iST DAS, ZEiT?


    Dann gehört dieser wortgewaltige Eingangstext aber nach Philosophiea.


    "Die Zeit ist ein tückisches Pony" S.King


    "Die Zeit ist eine Illusion" alle indischen Philosophen


    "Die Zeit ist reif für ein Bier." Kurt der Kneipier.


    "Warum bekommt die Jugend ihr Alter zu einer Zeit, wo sie es nicht zu schätzen weiss?" Kant?


    "Die Zeit befindet sich immer in ihrem optimalen Agregatzustand. Nämlich: Jetzt. Opa Pscht.


    Hihi...kls...

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    ..empfehle den Zauberberg zu lesen. Dort wird an der Zeit ordentlich herumgerupft, oder Einleitung zum Joseph, der Höllensturz.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    danke für opa pschts objektive weltanschauung sowie die literaturtipps... aber die frage bleibt und ist innerhalb dieses ordners, denk ich, noch lange nicht beantwortet:


    was ist das, zeit?


    denn ich wills wissen, wills wissen, wills wissen.


    Mr. Jones

  5. #5
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    O.K.


    B.Russels "Kleine Philosophie der Relativitätstheorie"


    Da findest Du die Antwort!

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Zeit - und alles danach

    Die Zeit ist ein Lineal, an dem man entlang rutscht.
    Und wenn es zu Ende ist, verliert man den Halt.
    Außer, man hat beizeiten gelernt loszulassen.
    Dann...

  7. #7
    Bauer Hans
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    Zeit ist unwichtig,
    Erleben bringt mehr.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    zeit ist unwichtig? nun, nicht in jedem, nämlich nicht in diesem falle... ich muss ne arbeit drüber schreiben, du verstehst...


    danke euch für die kommentare, ihr guten, allerdings bin ich immer noch hungrig...


    dear greetings,
    Mr. Jones


    ps. das ergebnis meiner müh stell ich ende jahr, so nix dazwischenkommt, natürlich und gern hier ein...

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Zeit - und alles danach

    Stell dich nicht so an.
    Zeit ist Ortsveränderung.


    ...und schmeckt lecker mit einer Gorgonzola-Sahne-Sauce.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    wenn es etwas zu stehlen gibt, dann stehle ich es. auch zeit.

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    Robert schrieb anderswo:


    Die Stadt, in der Du lebst, steht beizeiten auf und geht auch zeitig schlafen.


    Die Zeit floß im Rhythmus und ließ Spielräume; die Menschen jedoch behaupteten häufig, sie hätten keine Zeit. Derweil meinten die Einheimischen damit das Nichtvorhandensein einer wesend-gegenwärtigenden Zukunft und verwechselten das vulgäre Nacheinander herkömmlichen Zeitempfindens mit dem ihnen innewohnenden nichtvulgären Vertrautsein in dem ewigen Fließen alles Gewesen-Gewordenen. Es ist wohl einfacher zu sagen, man hätte keine Zeit. Das ist zeitgemäß!

    Darin strudelst Du so herum, denke ich.

  12. #12
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    AW: Zeit - und alles danach

    zeit.
    zeit haben. zeit haben nur untüchtige. ich habe keine zeit. wir haben keine zeit. zeitlebens.
    zeit lassen. lass dir zeit. zeit, die du nicht hast. nimm dir zeit. zeit, die dir fehlt. beizeiten. bevor es zu spät ist.
    zeit vergeht. mit der zeit. kommt und geht. ich gehe. mit der zeit. und vergehe. mit ihr.
    wo ist vergangene zeit? woher kommt zukünftige zeit? zeit geht. kommt und geht. mit der zeit.
    zeit und raum. zeit räumt ein. von ort zu ort. mit der zeit. stillstand ohne zeit. bewegt mit der zeit.
    zeit öffnet raum. raum braucht zeit. zeit braucht raum.
    zeit denken. denken der zeit. denken in der zeit. zeit denkt. zeitgeist.
    zeit anhalten. zeit steht. steht still.
    zeitumkehr. zeit läuft zurück. an ihren ursprung. beginn der zeit. und weiter.
    zeitlos. los der zeit. los von der zeit. über die zeit hinaus. vor der zeit. ohne zeit.

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Zeit - und alles danach

    Das Wesentliche, der Kern der Dinge, artikuliert sich in Raum und Zeit. Diese sind Kraftfelder und Bilder, erzeugt aus dem Willen, in der Welt zu sein, sich zu verwirklichen. Raum und Zeit verlieren ihr Gesetztsein, sie sind Bildungen und Wirkungen, keine REALEN Existenzen (klassische Mechanik) oder transzendentale Anschauungsformen (Ding an sich-Transfigurationen Kants u.a.). Raum und Zeit sind Ergebnisse des Dranges, des Bildungswillens idealer Konstrukte. Andernfalls wären sie auch nicht wahrnehmbar, und mit nur denkbaren und niemals realiter seienden Dingen wollen wir uns hier nicht beschäftigen.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    hagen schrieb:


    Aus der Erkenntnis heraus, daß die Vernunft notwendigerweise dem statisch-logischen Prinzip unterliegt und daß das empirische Sein als solches, dem dialektischen Entwicklungsprinzip gehorcht, folgt daraus, daß die Richtlinien zum Handeln (Ethik) in der Empirie nur in der Vernunft zu finden sein können und nicht selbst in der materiellen Basis, da es der Vernunft immanent ist, einer Nichtbewegung, oder besser, der Zeitlosigkeit unterworfen zu sein und daher sich der Anspruch auf Allgemeingültigkeit der in der Vernunft ursprünglich dunkel wohnenden Kräfte ableitet. Das Lichtwerden dieser Regeln erreicht man durch einen Bewußtwerdungsprozeß.
    darüber denke ich nach

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zeit - und alles danach

    aus dem drama "der blinde" deines bevorzugten dramatikers...


    ...
    suppe: gibt es besondere arten von narren?
    palamedes: zwei sorten: mein vater ist ein narr, weil er an gott glaubt, und ich denke mir einen gott, weil ich ein narr bin.
    suppe: der unterschied?
    palamedes: dass ich noch unglücklicher bin als mein vater: er ist unglücklich in der zeit, und ich unglücklich in der ewigkeit.
    ...


    so mein lieber, das ist doch zumindest bedenkeswert: dass nämlich die zeit an den glauben gebunden ist. und mit diesem erst auftrat, vor zeiten.


    amicalement b.

  16. #16
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    AW: Zeit - und alles danach

    lieber Robert,


    deine sicht von raum und zeit ist gewagt. raum&zeit sind wissenschaftlich weder kraftfelder noch bilder, weder ergebnisse des bildungswillens irgendeines dranges noch sonst eines willens. das ist nicht wissenschaftlich. aber es ist legitim, solche grundsätze einem dogmatischen system voranzustellen, solang sie sich gegenseitig nicht widersprechen. selbst das wäre noch legitim; man könnte ja den widerspruch als beweis der richtigkeit einer these festlegen. warum nicht. aber (natur-)wissenschaftlich ist das nicht,


    gruss eule.

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zeit - und alles danach

    Zeit ist die Linie, die senkrecht zu allen drei Raumkoordinaten steht und sich (für uns dreidimensionale Deppen) somit nicht denken läßt. Nach meinem alten Kumpel Gurdjieff ist aber auch die Zeit nicht nur ein Linie, sondern (wie der Raum) ebenfalls ein dreidimensionales Gebilde, und da hört es mit der Denkbarkeit dann völlig auf. Was wir als Zeit erleben, ist die erste Koordinate (bzw. erste Dimension) dieses Zeit-Raums (nicht zu verwechseln mit der Einsteinschen Raum-Zeit). Senkrecht zu dieser Linie steht die Ewigkeit des Augenblicks, also eine nicht lineare, nach vorn und hinten unendliche, Ewigkeit, sondern eine durch Hinzufügung einer Dimension bedingte. Auf der ersten Linie reiht sich nahtlos Augenblick an Augenblick; auf der zweiten setzt sich jeder Augenblick unendlich fort. Erfahrbar ist das dank unserer beschränkten Natur nicht, aber laut Gurdjieff lassen sich Zustände des "Sich-seiner-selbst-Erinnerns" erreichen, in denen es zumindest fühlbar oder erahnbar wird.
    Senkrecht zur zweiten Zeitdimension steht jene dritte Koordinate, in der alles, was im Universum überhaupt jemals hätte passieren können passiert - auch, wenn es auf unserer speziellen Zeitlinie nicht passiert. In diesem sechsdimesionalen Raum-Zeit-Gefüge gibt es demnach einen Jesus, der nicht ans Kreuz genagelt wurde, einen Hitler, der den Krieg gewonnen- und (noch gravierender) eine allererste Zellteilung, die vor 2 Milliarden Jahre nicht stattgefunden hat.
    Tja, Deine Frage wird das auch nicht beantworten, aber es klingt doch irgendwie spannend, oder?

    "... denn gerade in einem technischen Zeitalter wie dem unsrigen, in dem fast alles machbar und manipulierbar ist, verstört uns dieses sperrige Ding namens Zeit bis ins Extrem, weil es sich allen Beeinflussungsversuchen widersetzt. Die Zeit läßt sich nicht abbauen, ernten, lagern, kaufen, vermieten, vermehren, ja nicht einmal - als obligatorische letzte Lösung - zerstören. Sie ist einfach da und kümmert sich einen Dreck um uns."


    Mark

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zeit - und alles danach

    Habe ich diesen Ordner zu spät entdeckt?
    Schade, denn die Zeit interessiert mich auch; - dieses kosmische Drama, von dessen oberflächlichster Oberfläche wir kaum die Oberfläche erahnen, während wir sie gleichzeitig viel zu ernst nehmen.
    Muß ich mich bei Mr. Jones entschuldigen, weil ich ihm bei Boardy aus einer Laune heraus 'ne miserable Note verpaßt habe (für die er sich längst revanchiert hat)?
    Ich entschuldige mich!

    Okay, ich entschuldige mich nicht!
    Die Eingangsfrage ließ auch nicht unbedingt auf jemanden schließen, der verzweifelt nach einer Antwort sucht. Klang eher nach der üblichen intellektuellen Eitelkeit (ich wills wissen, wills wissen, wills wissen...)
    Was weißt Du denn so???

  19. #19
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    lieber till, wer will dir denn sagen, wissenschaft sei etwas anderes als austausch von meinungen? komm mir jetzt nicht mit dem vermeintlichen totschlagargument: aber die fakten? welche fakten? die durch wahrnehmung angenommenen bzw. ermessenen? die durch logische abstraktion bzw. folgerung ermittelten?
    meine definition hat mindestens soviel für sich wie die Kants, Newtons oder Einsteins; meine ist eher ethisch-ästhetisch, nicht unbedingt axiomatisch-naturwissenschaftlich. Aber ein begriff wie Zeit läßt eben auch meine annäherung zu, die nicht falscher als die der vorgenannten sein muß.


    lieber mark, es freut mich, daß du diesen ordner fandest. findest du auch wieder hinaus?


    bern., glaube ist wohl selten an zeit gebunden, ewigkeit ist keine zeit, ist zeittot. vor zeiten (einigen wir uns auf EINST?) trifft mich an. zeit trägt mich nicht, aber bitte: stellen wir eine gradation der zeiten auf, der elemente der zeit vom augenblick bis zur ewigkeit. bekommst du das hin?

  20. #20
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zeit - und alles danach

    Original erstellt von Robert:
    zeit trägt mich nicht, aber bitte: stellen wir eine gradation der zeiten auf, der elemente der zeit vom augenblick bis zur ewigkeit. bekommst du das hin?

    au ja, das wäre spannend...


    kurz zu etwas ganz gleichem und total anderem, pseudo-wissenschaftlich, gedankenspielerisch:




    Was ist die Konsistenz der Zeit, oder anders ausgedrückt: Was ist ein Quantensprung?


    Im Kino, wenn wir einen Film schauen, so ist die Bewegung, die diesen Film ausmacht und von der Fotografie unterscheidet, eine Illusion. In Wahrheit sehen wir nämlich einzelne, starre Bilder, Fotografien, recht eigentlich. Was wir hingegen nicht wahrnehmen, ist der Wechsel dieser Bilder, die Lücke zwischen ihnen. Unser Gehirn macht aus den Bildern eine Bewegung. Ein Kinofilm funktioniert also nach dem Prinzip des Daumenkinos.


    Einstein hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich. Dementsprechend lässt sich vermuten, dass sein Denken dem meinen verwandt ist, zumal was den Einfluss der Sterne auf die Gedanken anbelangt. So oder so, Einstein verknüpfte Zeit und Raum, das war seine denkerische Tat. Er ging dabei vom Licht aus. Ein Ableger seiner Relativitäts E=mc im Quadrat. Energie ist Masse mal beschleunigte Lichtgeschwindigkeit.


    Das Licht stellt die Wissenschaft vor ein bis anhin unlösbares Problem, und zwar ist es nicht möglich, gleichzeitig etwas auszusagen über die Teilchennatur des Lichts und über dessen Bewegung. Anders ausgedrückt: Wenn wir ein Lichtteilchen, ein Quantenpaket, betrachten, lässt sich weder seine Geschwindigkeit noch seine Bewegungsrichtung ermitteln. Dafür ist seine Natur ein Teilchen, Materie mit einer Masse. Umgekehrt, wenn wir das Licht als Welle, als Bewegung auffassen, verliert es die Konsistenz der Teilchennatur. Licht ist dann pure Energie, ohne Masse.


    Das eigentliche Problem ist aber dies: Wir müssen uns in jedem Augenblick entscheiden. Ist die Wirklichkeit wie ein Kinofilm aufgebaut, ist sie demnach eine Serie von hintereinandergeschalteten Bildern, die das Gehirn nicht als solche, sondern als fliessendes Ganzes wahrnimmt. Oder fliessen die Bilder tatsächlich lückenlos ineinander. Am Beispiel des Lichts: Ist seine wahre Beschaffenheit Materie, dann ist die Welle eine Illusion wie die Bewegung des Kinofilms. Ist aber die Welle die Wirklichkeit, dann fliesst die Zeit und es gibt keinen Quantensprung. Nämlich ist der Quantensprung - nach mir - der Wechsel, der Sprung vom einen Bild zum anderen.


    By the way: Verfolgen wir die Zeit als Kinofilm, dann ist jedes einzelne Quantenpaket ein eigenes Bild, und alle Bilder zusammen ergeben ein grosses Bild, die Wirklichkeit, die wir sehen. Evident, dass wir die Veränderung dieser Wirklichkeit, die Sprünge der einzelnen Quanten, nicht wahrnehmen, zumal sie nicht als gesamtes Bild wechseln, sondern jedes Quantenpaket, jedes Mikrobild für sich.


    Die Zeit ist ein Rätsel, in der Tat, und obig Formuliertes scheint mir die Essenz dieses Rätsels. Fliesst die Zeit, oder springt sie von Augenblick zu Augenblick.

  21. #21
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    AW: Zeit - und alles danach

    hallo, Mr. Jones, die frage nach der granularität bzw. kontinuierlichkeit von zeit (und raum) ist tatsächlich höchst interessant. so viel ich weiss, werden raum und zeit als kontinuen aufgefasst. die quantentheorie allerdings lässt hier zweifel aufkommen. ebenso die kosmisch konstante lichtgeschwindigkeit. ich bin zwar kein physiker, will es aber trotzdem mal versuchen:
    wenn c die höchstmögliche geschwindigkeit im kosmos ist, dann wäre eine elementarlänge jene, die das licht in der elementarzeit durchmisst, oder umgekehrt, die elementarzeit jene, die das licht braucht, eine elementarlänge zu durchmessen. und irgendwie legen quantentheorie und c=const nahe, dass es diese elementarzeit und -länge geben muss. mir ist aber nicht bekannt, dass es theoretische oder experimentelle nachweise dafür gäbe.


    elementarlänge/zeit werfen allerdings weitere interessante fragen auf: was ist zwischen den elementarteilchen? was an der grenze? wie erfolgt der übergang? aus wievielen teilchen besteht der kosmos ....


    gruss eule.

  22. #22
    Tochter aus gutem Hause
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    Post AW: Zeit - und alles danach

    eulenspiegel schrieb: ballade von raum und zeit
    ________________________




    einst lief die zeit
    auf grund
    kam auf den hund
    und weit und breit
    kein platz
    wo es sich lohnte
    auszuruh'n


    so schied sie aus dem raum
    den sie erfüllte
    in dessen falten
    sie sich hüllte
    verliess ihn
    und war fort
    aus überall
    aus aller ort


    da lag der raum
    ganz leer
    und ausgeräumt
    die dinge weg
    kein da sein mehr


    so kam er schliesslich
    auf den punkt
    verhielt sich da
    eher diskjunkt
    zur zeit
    die an ihr ende kam
    und nichts mit sich
    ins nichts mitnahm
    zeit?


    zeit ist der blick auf ein - bild.


    zeit ermöglicht es uns, dieses bild aus verschiedenen perspektiven zu betrachten. zwingt uns standpunkte auf.


    gleichzeitig und in wahrheit ist es immer nur ein einziger blick, den wir auf dieses bild werfen: es gibt nur gleichzeitigkeit. so stell ich mir das vor. aus der perspektive gottes gesehen, mag der blick auf dies bild durchaus ein allumfassender blick sein. weil gott sieht bekanntlich alles und demzufolge das ganze bild.


    ich bin aber nicht gott. ich sehe heute dies, morgen das. ich bin innerhalb der zeit. vieles habe ich schon gesehen. vieles noch nicht. das bild als ganzes, vielleicht habe ich eine ahnung davon. mehr ist dem menschen nicht möglich. er kennt immer nur ausschnitte des ganzen. er vermag bibliotheken zu füllen mit der beschreibung dieser ausschnitte.


    stimmt schon, er strebt nach der weltformel, der mensch. nach dem blick gottes.


    ich bin aber in der zeit. zeit ermöglicht es mir, uns, das bild zu betrachten. aber zeit lässt uns nur einen teil davon sehen. ohne pessimistisch sein zu wollen betreffend der wissenschaftlichen suche nach der weltformel:


    zeit macht uns zu menschen.

  23. #23
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    Ich habe da einen ähnlichen Ansatz, Jonathan. Zeit ist aus der Bewegung entstanden, erstanden vielleicht. Novalis nennt Zeit ein factum (est möchte man ergänzen), den Raum dagegen (antithetisch zu verstehen) als Ausdruck (Aspekt?) der Stoffung.

    Das ist auch meine Einstellung zu diesem Problem. Wirkt ein wenig bizarr, denn ist eigentlich nicht erst die Zeit jenes, was Stoffung schafft, Bewegung dagegen nur im Raum denkbar? Denkste! Es ist eben umgekehrt, was uns Zeit und Raum so verwirrend impulsiv betrachten läßt. Ich denke dann auch an dieses alles in allem zu sein, was lebt. Da ist die Zeit im Raum das geworden, was Zeit nur sein kann: Ausdruck eines Wirkens.

  24. #24
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    Die Zeit schläft in der Dauer, sagen die Metaphysiker. Wer die Dauer bewegt, wenn sie sich bewegt, entweicht ihr die Zeit und organisiert sich um Bewußtseinszustände, Illusionen.
    Oberflächlichere Naturen meinen darum, Zeit sei an Erlebtes gebunden oder diesem unterzuordnen, denn Zeit hat wohl jeder, aber Erlebnisse, derweil ist es umgekehrt. Erlebnisse sind Schatten in der Zeit, aber aus einer Illusion heraus zu erzeugen. Das hält viele am Leben, daß sie eben das glauben, sie glauben, sie könnten ihre Zeit teilen in Arbeits-, Erlebnis- und Ruhezeit. Derweil ist das die große Illusion. Nichts bleibt ohne Veränderung, auch die Erinnerung nicht, auch nicht das Erleben, das Nacherleben einer Illusion und dergleichen.

  25. #25
    Chrisch
    Status: ungeklärt

    AW: Zeit - und alles danach

    ...Ihr habt ja Themen drauf...


    Kurzes Gedankenspiel:
    "Materie" in jeder Form ist vergänglich. Diese Vergänglichkeit ist ein Ausdruck der Zeit, nehme ich die Zeit weg (was natürlich lediglich theoretisch denkbar wäre), so würde die Materie ihre Vergänglichkeit verlieren.
    Alles, was nicht von der Zeit abhängig ist (z.B. geistiges Bewusstsein (und in gewisser Weise auch Kants "Ding an sich", so man es einen "immateriellen Gegenstand" sein lässt)) wäre damit unvergänglich und Zeit wäre in dieser Dimension absolut nichtssagend.
    Das würde heissen, "Zeit" ist keine absolute Grösse, die immer und überall Bedeutung hat...


    Grüsse


    Chris

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