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Thema: Religion als Fundament jeder Staatsidee

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  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Das Thema "Einbau der Religion in politische Prozesse" ist einen gesonderten Ordner wert.

    Karlchen meint, es dürfe nichts miteinander zu tun haben.

    Ich muß dem widersprechen. Ich bin kein Marxist, für den die Religion zum Unterbau eines Staates gehört, ich gehe noch einen Schritt weiter: das die Religion begründende numinose Lebensgefühl macht Staat erst möglich. Ich glaube, nicht nur, aber es ist eine wichtige Basis für die Entstehung eines Staates. Die Formen des Religiösen ändern sich, da der Mensch eine Entwicklungsgeschichte durchläuft, die sich regional unterscheidet. Ob sich über die Formen auch die Substanz des Religiösen verändert, kann ich heute nicht entscheiden, eines aber weiß ich: Religion erst macht eine Staatsidee erst aus. Sie ist also MEHR als bloß ein Unterbau, sondern die Substanz eines Staates - egal welchen Staates.

    Atheismus ist auch eine Religion. Nihilismus ist eine Religion. Sozialismus ist eine Religion. Nur die Gleichgültigen üben eine bewußte Verzichtsleistung, bilden aber keine Staatsidee aus. Liberalismus ist eine Religion. Pragmatismus ist eine. Vernunftglaube (sic!) ist eine Religion. Religion ist nämlich nichts anderes als die Annahme von Denk- und Handlungsvoraussetzungen, von Paradigmen. Jeder Mensch, der Denkvoraussetzungen akzeptiert, ist ein religiöser Mensch. Ich habe in meinem Leben bislang noch keinen ernsthaften Menschen kennengelernt, der auf Denk- und Handlungsvoraussetzungen verzichten konnte.

  2. #2
    Kalu
    Status: ungeklärt

    AW: Was ist Religion?

    Ich kann nicht widersprechen, wenn Religion dermaßen weit gefasst wird. Im engeren Sinn allerdings muss ich dem Widerspruch widersprechen, denn ich bin zwar gläubig und so, - nicht religiös -, und kann dennoch humanistische Gesellschaftsvisionen zeigen und auch dafür kämpfen, wenn es mir ein gutes Gefühl gibt. Scheiß Humanismus. Macht alles noch komplizierter.

    Der Mensch scheint glauben zu MÜSSEN! Ansonsten könnte er die grausame Wahrheit nicht ertragen. Laizismus hin und her, alle Herrschaftssysteme berufen sich auf irgend einen Gott, zur Not tut es auch der Pharao. Wie wäre es zur Abwechlung mal mit ohne göttliche Legitimation, nur mit Vernunft und Menschlichkeit?

    Aber dafür müsste der Mensch den Gott der Liebe in sich erkennen. Nun, mein Gott der Liebe sagt (leise): "Beklecker mich nicht mit deinen Unterstellungen! Ihr seid meiner Obhut entlassen und selber verantwortlich."

    Historische Prozesse mit eingebautem Glauben als seine eigene Bestätigung? Keine Vergleichsmöglichkeiten? Tja!

    Religion erst mache eine Staatsidee aus? Das kann und will ich nicht glauben.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Religion als Basis des Menschseins

    Religion ist eine empirisch mit Bildung, kognitiver Kompetenz und Kriminalität korrelierte Variable. (Max Weber)

    Bedeutet: Sag mir, woran du glaubst und ich sage dir, was du kannst und wie du dich in Sozialverhältnissen bewegst.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Religion als Basis des Menschseins

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Religion ist eine empirisch mit Bildung, kognitiver Kompetenz und Kriminalität korrelierte Variable. (Max Weber)

    Bedeutet: Sag mir, woran du glaubst und ich sage dir, was du kannst und wie du dich in Sozialverhältnissen bewegst.
    Die meisten Menschen glauben das, was man ihnen in ihrer Kindheit beigebracht hat. Über das Können und die Bewegung in Sozialverhältnissen, sagt der Glaube wenig aus.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    dem widerspreche ich, streusalz. ich gehe hier mit herrn weber. der glaube ist die grundlage unseres sozialen handelns und sehr oft antriebsmittel zur entwicklung oder den verzicht zur entwicklung unserer geistigen fertigkeiten.

    das läßt sich anhand zahlreicher beispiele belegen, eben deshalb sprach der soziologe weber auch von empirie.

    die kindheit ist zur ausprägung des glaubens wichtig, aber sie ist nicht entscheidend, denn früher oder später kömmt jeder mensch in die entwicklungsphase, wo er sich entscheidet, ob er in den fußstapfen seiner ahnen bekannten wegen folgen möchte oder eigene wege sich bahnen will. vom entwicklungspsychologischen her behaupte ich, daß kindheitsmuster zwar wichtig, aber doch nur zweitrangig sind. glaube läßt sich nicht erzwiungen, aber ausprägen, systematisieren. ich kann nicht sagen: so und so, ich glaube jetzt das oder das. aber ohne kenntnis von glaubenssystemen (die meist in der kindheit begründet werden) kömmt der junge mensch gar nicht dazu, sich zu entscheiden.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    In den letzten Jahren wird öfter auf die GLEICHHEIT der Religionen hingewiesen, so ganz im Sinne, daß sie alle gleich wären, das gleiche bedeuten würden, die gleichen Grundsätze usw. hätten und am Ende alle zu dem selben Gott beteten.
    Dieser Synkretismus wurde schon ind er Aufklärung entlarvt, entlarvt als religiöser Indifferentismus, also letztlich Glaubenslosigkeit. Jeder Gott hat seine Besonderheiten, zuweilen sind es sogar substantielle Unterschiede, nicht einmal nur akzidentielle.

    Nehmen wir diese letzte Befragung holländischer Passanten:
    erstellt von RT:

    Radikale Aussagen aus dem Koran? Die Auflösung sorgt für erstaunte Blicke



    Mit einer Bibel als Koran getarnt, haben zwei niederländische Youtuber sich auf die Straßen begeben und Passanten radikale Aussagen vorgelesen, die die Tötung von Frauen und Homosexuellen sowie das das Abschlagen von Händen fordern. Die Auflösung am Schluß, daß die Aussagen aus der Bibel stammen und nicht aus dem Koran, sorgte für überraschte und erstaunte Blicke bei allen Befragten. Die Initiatoren wollen mir ihrer Aktion einen Beitrag gegen Vorurteile und Islamophobie leisten.


    Was soll uns Lesern hier vermittelt werden? Richtig: es soll keine Unterschiede geben. Aber genauso tendenziell diese Pressemitteilung ist, genauso muß hier das Wesentliche vom Zufälligen, Nebensächlichen getrennt werden. Bibel bedeutet nicht automatisch Christentum. Die Bibel ist ein historisches Buch, zusätzlich aber auch eine Sammelbüchse verschiedener Texte, die Konzile festlegen. Es gibt noch etliche andere Texte, die eventuell früher oder später einmal den Weg IN die Bibel oder die aogar aus ihr gestrichen werden. Unsere itzige Bibelfassung fußt weitgehend auf den Festlegungen auf den Konzil von Nikäa von 325.
    Die Bibel besteht aus zwei wesensverschiedenen Teilen, dem Teil des Vaters und dem des Sohnes, anders gesagt, aus dem Jehova-Teil und aus dem Christus-Teil. Der Jehova-Teil deckt sich weitgehend mit der Thora, also dem Judentum. Das Entscheidende aber des Christentums sind nicht die dem Judentum zuzurechennden Vorgeschichten, sondern eben das Wort Christi, der das Heil VON den Juden nahm, ihnen gewissermaßen wegnahm und es jedem Menschen zuwies, der an ihn, also Jesus, glauben könne.
    Das Christentum vertritt nur merschenteils das Dogma, daß Altes und Neues Testamnent eine Einzheit bilden würden. Richtig für diejenigen, die an einen Gott glauben wollen, der sich entwickelt und die eine Grundthese des Christentums, nämlich die Trinitätslehre annehmen.
    Dennoch, und jetzt kömmt das große Aber, findet sich im Neuen Testament keine im RT-Text angegebene Stelle, die Händeabschlagen oder andere Bestrafungen angibt. Diese Bestrafungsformen bleiben Jehova vorbehalten, einem Gott, der seine Schäfchen durch Strenge an sich binden mußte, um sie auf den Weg zu bringen, sein erwähltes Volk.
    Der Koran nun, noch einmal sechshundert Jahre nach Christi gelebt (geschrieben erst viel später, was problematisch ist) soll das Wort des Propheten wiedergeben. Hier gibt es keine Diskussionsmöglichkeit, keine Akzentverschiebung, keine Textentnahme oder Neueinstellung. Gott kann sich nicht entwickeln; diese Möglichkeit ist von vornherein benommen.

    Das eine also mit dem anderen zu vergleichen, ist hanebüchener Unsinn. Und schlichtweg falsch ist es, nun zu behaupten, das Christentum würde die gleichen Bestrafungsregeln wie der Islam verfolgen.

  7. #7
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Ist die Sache des Volkes nicht schon verraten, wenn die Konkurrenz (im Auslegen der Bedeutung von Worten in Bücher) zu einer Situation führt, in der jede Staatsidee an unlösbaren Konflikten leidet und erkrankt?

    Eine allumfassende Erklärung spiritueller Texte ist aufgrund von Deutungshoheiten annähernd unmöglich. Eine allumfassende Erfahrung wäre nicht nur möglich, sondern nötig - dann wäre klar, dass Bestrafung kein Konzept einer entwickelten Ethik abbilden kann.

    Eine allumfassende Ethik als Fundament jeder Staatsidee wäre hilfreich und harmlos.

    Eine "allumfassende und allein existierende Religion" als Fundament von Staaten und ihren organisatorischen K.O.nglomeraten zu formulieren, schafft Konflikte. Es wäre derzeit kaum harmlos, noch hilfreich, eine identische Quellverbindung aller relativen Religionssysteme zu beweisen, auch wenn die Analogien der verwendeten Symbole es zuließen. Nur ein behinderter Gott bräuchte die Verteidigung seiner "Wahrheit".

    Unser jeweiliges nationales Ego erschafft fragmentierte Teilbilder, die in ihrer Ablehnung von allem, was nicht so ist, wie es sagt, dass andere zu sein hätten, seine "inneren UN-Werte" auf die Anderen überträgt.

    Es wird darum gestritten, mit welcher Deutung die Schuld im Außen begründet und gerechtfertigt werden kann. Schuld als Grundlage der Staatsidee in Form von regulativen äußeren Anpassungskonzepten entbehrt der inneren ethischen Haltung, dem liebevollen Gemüt. Ein Gemüt, das erkennt, in all diese Irrtümer auch einmal verstrickt gewesen zu sein.

    Suchen wir die Ursachen unserer Verstrickungen bei anderen Menschen, entstehen Konflikte als Wirkung.
    Suchen wir die Ursachen unserer nationalen Verstrickungen bei den Griechen, den Franzosen oder dem IS, entstehen dummerweise Kriege, für die unser Planet echt zu klein ist.

    Wenn sich die Staatsidee nicht an einer allumfassenden Ethik zu orientieren lernt, sind die scheinbaren Unterschiede zu groß, die jeweilige staatliche Souveränität noch zu erhalten. Für das Recht-Haben-Wollen im Streit um Worte und Symbole opfert sich die Staatsidee und verrät die Sache des Volkes.

    Statt staatlicher Druckwirkung könnte eine wirkliche Vision die Sogwirkung entfalten, die friedliche Koexistenz als Vorteil für alle erscheinen lässt und den endlosen Konflikten den Nutzen des Recht-Haben-Wollens entzieht.

    Statt Zweifel und Trennung zu zementieren, sollten wir die "verbundenen Sachen aller Völker" einmal als staatstragende Ethik akzeptieren.

    Kein Staat kann seine Elfenbeintürme noch auf isolierten Insel relativer Besonderheit aufbauen, religiöse Besonderheit ist insofern noch gefährlicher. Religiöse Besonderheit in Verbindung mit nationalen ideologischen Besonderheiten in bestimmten wirtschaftlichen Koalitionen und Konstellationen ist brandgefährlich.

    Grundfrage bleibt, ob gnadenlose Konkurrenz oder bedingungslose Kooperation die bessere Globalbewirtschaftungsvariante abbildet.

    Ein Streit um Worte ist immer die Abwehr, nicht selbst nachdenken zu wollen, sondern zu übernehmen, was von irgendwem, irgendwann in einem bestimmten Kontext über eine bestimmte Textpassage gesagt wurde. In funktionslosen Fragmenten kann kein gemeinsamer Kontext dauerhaft verfolgt werden, was die Grundfunktion des Staatskörpers, die Sache des Volkes, ausmachen sollte.

    Alle Konzepte müssen neu gedacht werden...

    Einem tobenden Irren gibt man eben recht, auch wenn er UN-Recht hat. Willst du gegenüber einem tobenden Irren mit Argumenten Recht bekommen, hast du automatisch Unrecht: Dieser IRRTUM ist derzeit seine Wahrheit aufgrund seiner Wahrnehmung. Kein Staat kann sein, was seine Bürger nicht sind. Die verbundenen Angelegenheiten eines sozialen Gefüges bedürfen einer Gesamtbetrachtung auf einem ethisch gefestigten Fundament.

    Daher: Ethik ist Fundament jeder Staatsidee.

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    Atheismus ist auch eine Religion. Nihilismus ist eine Religion. Sozialismus ist eine Religion. Nur die Gleichgültigen üben eine bewußte Verzichtsleistung, bilden aber keine Staatsidee aus. Liberalismus ist eine Religion. Pragmatismus ist eine. Vernunftglaube (sic!) ist eine Religion. Religion ist nämlich nichts anderes als die Annahme von Denk- und Handlungsvoraussetzungen, von Paradigmen. Jeder Mensch, der Denkvoraussetzungen akzeptiert, ist ein religiöser Mensch. Ich habe in meinem Leben bislang noch keinen ernsthaften Menschen kennengelernt, der auf Denk- und Handlungsvoraussetzungen verzichten konnte.
    Dem widerspreche ich. Religion ist der Glaube an Wirklichkeiten, die der wissenschaftlichen Erforschung nicht zugänglich sind. Ein Atheist ist, sofern er nicht irgendwelche transzendenten Seinssphären annimmt, kein religiöser Mensch. (Es gibt ja auch atheistische Buddhisten. Die sind religiös, weil sie an Wiedergeburt glauben.)

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Nein, Glauben basiert immer auf empirischen Erfahrungen, meist jedoch im Menschen. Wir glauben, weil wir wissen, was das Gute ist oder sein soll, weil wir Liebe erfahren haben und diese auf andere übertragen wollen. Glauben hat sehr viel mehr mit dem Willen als mit der NICHTZUGÄNGLICHKEIT, wie Du das nennst, zu tun. Der Glaube ist so alt wie die Menschheit, ich möchte behaupten, er ist älter als die Menschheit, eine ihrer Konstanten jedenfalls sicher.. Ein Atheist ist deshalb ein religiöser Mensch, weil nur die Gleichgültigkeit, nicht aber die bewußte Ablehnung, was ja den Atheisten kennzeichnet, entscheidend bei der Begriffsbildung ist. Indem der Atheist Gott ablehnt, gibt er ihn resp. seine Existenz zu. Andernfalls wäre er ein Agnostiker, also jemand, der an nichts glaubt, nicht einmal daran, daß er nichts glaubt, d.i. eine c.i.a., zugleich eine weithin gepflegte Wirklichkeitsbewältigung aller Schnurzel.

    In unseren vom Nützlichkeitsdenken geprägten politischen Zuständen täte es not, den Gedanken des Reiches zu entwickeln. Die Welt braucht ein Reich, keine Einflußgebiete oder Imperien. Das Reich ist kein Imperium, sondern ein auf Solidarität, Geborgenheit und Verantwortung basierender Gedanke, der sowohl Knechtschaft als auch Besitzergreifung als Mittel ablehnt, um zu seiner politischen Wirklichkeit zu gelangen. Ich sehe bei den gegenwärtigen Parteien keinen Impuls in diese Richtung. Sie verwalten oder kabbeln um Pfründe, sie entwickeln keinen Entwurf fürs Dasein, bleiben Mißgeburten der Not. Es fehlt ihnen an Glauben, daß es besseres geben kann als die schwarze Null am Ende des Geschäftsjahres. Es fehlt ihnen an Religiosität.

  10. #10
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Zitat von Aerolith:

    "Nein, Glauben basiert immer auf empirischen Erfahrungen, meist jedoch im Menschen. Wir glauben, weil wir wissen, was das Gute ist oder sein soll, weil wir Liebe erfahren haben und diese auf andere übertragen wollen."

    Trifft einen wunden Punkt bei mir. Erstens denke ich Zeit meines Lebens, das Wort müsse doch "Religiösität" heißen, weil es das Heuptwort von "religiös" darstellen soll. Warum es richtig sein soll, es vermutlich als adjektiviertes Substantiv (?) zu sehen, dafür fehlt mir die Schulbildung. Es bindet sich doch nicht an das Tun, sondern an das sein SEIN. Die Anbindung an das Nicht-Sein ist es daher, wenn Religion als Mangeldenken formuliert wird.

    Das "Übertragen-Wollen" von Liebe ist ihr Wesenzug, ihre Eigenschaft und damit ihre Funktion - denn Gott ist Liebe und daher sind wir es auch.

    Wir sind, was wir suchen. Wir suchten nur dort, wo wir nicht (liebevoll) sind. Liebesleer gehen wir auf die Suche und SIND dann nicht, was wir vorher schon waren.

    Daneben: Betrachten wir die Definition von Religion im Sinne obiger Ausführung und beidseitiger Abbildung, wird ein Kontrast deutlich, der den Begriff "Ebenenverwechslung" selbsterklärend erklären könnte:

    Wir sehen die absteigende und die aufsteigende Betrachtungsweise.

    Einmal sind wir Mangelkonstrukt auf physischer Ebene, das versucht, aufzusteigen, aus der Enge und Dichte der Materie, indem es "überwindet" und sucht, was er sein wird, daher jetzt nicht ist.

    Aus der absteigenden Perspektive des sein Sohn SEINS, sind ja alle schon, was wir absteigend, also von oben, in die Materie tragen und dort verkörpern.

    Es könnte durchaus sein, dass sich beide Phasen, das SEIN und das Tun, zyklisch abechseln. Frage ist, womit wir beginnen: Sein und dann Tun?

    OD-ER Tun, um zu sein, was wir nicht mehr sind, weil wir sagen, es wäre noch zu suchen?

    Sowohl, als auch, statt Ja oder Nein?

    Mein monetäres Geschäftsjahr ist zwar mies, aber ist ja kein spiritueller Ewigkeitswert. Könnten diese "Wertigkeiten" - und ihre damit entweder auf-, oder absteigenden Betrachtungsfolgen nicht allein zu wenig sein? Würden wir einen Nicht-Strafenden Vater akzeptieren können, wäre es logisch, anzunehmen, dass Sein Wille für uns Glück wäre, nicht Strafe.

    Diese relative Unlogik des Strafdenkens ist in meinen Augen ebenso das, was Aerolith weiter oben mit dem Begriff Religion verbindet:

    Eine Welt, die ist, ist sie in uns wirklich und daher wirksam.

    Oder eine Welt, in der das Chaos regiert und die daher natürlicherweise als gefährlich, grausam und tödlich (für den Geist in der Materie) fürwahr wahr-genommen wird. Aber es war unsere Entscheidung im Geist und die kann berichtigt werden. Drehen wir es genau um: Und eine Welt, die scheinbar auf dem Kopf stand, wird sich klar, dass sie ist, was sie immer war, bis wir etwas anderes für möglich hielten: Nicht mehr zu sein, wie die Gedanken, die wir mit unseren Vater teilen. Es ist die Entscheidung für die Wertvorstellungen der Vergänglichkeit, die Aerolith im Grunde im Reich sucht, was jedoch inwendig zu suchen ist.

    Wenn etwas von Wert sein könnte, dann doch der "Ewigkeitsfaktor" im Grad der RE-Organisation bestimmter Denkgebäude, die dann die "innere Religionsanbindung" in das Außen spiegelt. Alle Gedankengebäude sind Zwangsjacken, wenn wir glauben, der DENKER zu sein.

    Wir wählen bestimmte Gedanken und damit bestimmte Realitäten. Ob jede Realität eine Wirklichkeit abbildet, ist semantisch in den unscharfen Definitionen verklärt.

    Was erzeugt wahrnehmbare Realität?

    Was erzeugt wahrnehmbare Wirklichkeit?

    Ist Wirklichkeit nicht das, was wirkt?

    Und Realität das, was wahrgenommen wird?

    Ist damit nicht wahr, was wir für wahr halten?

    Könnte es bedeuten, dass Wirklichkeit das Ergebnis von Wahrnehmung ist?

    Dann könnten Lügen keine Wirklichkeiten erzeugen, weil ihnen die Wahrheit fehlt...


    Ich nenn das ja immer gerne "die Kindersicherung für das Ego".

    Es kann Realitäten erzeugen, wenn sie für wahr gehalten werden.

    Es kann jedoch die Wirklichkeit nicht beeinflussen, die außerhalb seines Wahrnehmungsbereiches liegt.

    Was Du nicht für "wahr" hälst, kannst Du ja schlecht "betreten" und "er-kunden" WOLLEN.



    Im Grunde ist es die Lüge als wahrgemachtes Fundament jeder Staats- und Religionsidee, die sich derzeit selbst entlarvt.

    Die Wahrheit ist, was sie immer war. Wie könnten die Lügen in der Zeit einen Einfluss auf unsere inneren Ewigkeitswerte besitzen? Wir sind, was wir waren. Kein Problem.

  11. #11
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Die Antwort ist so einfach wie logisch.

    Ich sehe das ähnlich wie Robert Benjamin Illing, der folgendes sagte:

    Zitat

    Als Ursachen für die Entstehung von Religion gelten für Illing demnach:

    1.Unsere Angewohnheit, gedanklich immerzu nach den Ursachen für ein Ereignis zu fragen. So ist unser Denken beschaffen, sagt Illing. Wir stellen zwischen verschiedenen Ereignissen kausale Zusammenhänge her, auch wenn es sie gar nicht gibt.

    2.Unsere Angewohnheit, zu überlegen, was unser Gegenüber wohl denke, wolle, beabsichtige. Ständig stellten wir Vermutungen darüber an. Auch dieses eine Beschaffenheit unserer Art, zu denken.

    3.unsere Angst vor dem Tod.

    Der Neurobiologe sieht es so: Als sich der Mensch seiner selbst bewusst wurde und ein Verhältnis zur Zeit entwickelte, merkte er, dass er sterblich ist. Diese Entdeckung erzeugte Angst, sagt Illing. Und zwar eine Angst, vor der man nicht weglaufen konnte, wie vor wilden Tieren etwa oder anderen Bedrohungen. Dieser Angst konnten die Menschen mit ihrem üblichen Instrumentarium nicht begegnen. Also musste der Mensch einen anderen Weg finden, ihr zu begegnen.
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  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Der christliche Gott ist Liebe. Andere Götter besitzen andere substantielle Eigenschaften. Jeder Mensch hat sein Gottesbild, sucht sich den ihm passenden Gott. Manche wechseln ihr Gottesbild und übertragen das auf den Gott, den sie glauben, anbeten zu müssen. Geld, Erfolg, Sex, Genialität, Achtungsgier...

    Der Gott der Molekularbiologen ist naturgegeben ein anderer als der der Astrophysiker und der wiederum unterscheidet sich von dem Gottesbild etlicher Freunde des grünen Waldes. Es läßt sich aber im Laufe der Jahrhunderte doch eine gewisse Konstanz beobachten: Es gibt grundsätzlich zwei Formen der Religiosität (das -ö- ist Kennzeichen des Lehnwort-Adverbs und verhindert die lautliche Angleichung zwischen g, i und o zu einem laschen jo; bei der Substantivierung kehrt die Wortbildung zur Grundform zurück, die ist nun mal religio und nicht Religiön, also Religiosität statt Religiösität; zudem schwingt hier die Ich-Einzahlform -o mit, die das Subjektive betont), die eine betont das Tremendum (die Furcht vor einem Gott), die andere setzt auf Einergebigkeit, also mehr auf den Güteaspekt. Jahwe ist ein Gott der Furcht, Allah eher der Furcht, v.a. aber der Unterordnung; Odin besitzt wieder andere Eigenschaften und Buddha ist ein Gott der Leere (meiner Empfindung nach), wenn ich Buddha als Gott definieren müßte, was ich schon mal für schwierig halte. Jesus ist ein Gott der Liebe, ganz eindeutig. Aber nicht nur. Die Substanz aber ist die Liebe und v.a. die Trinität.
    Was es nun an psychologischen, popularwissenschaftlichen oder pragmatischen Gründen gibt, einen Gottesbegriff für sich zu entwickeln, ist nebensächlich und berührt das Problem nicht, das da lautet: Religion als Fundament jedes Staatsbegriffs. Ob ich Gott jetzt erkenntnistheoretisch betrachte oder mich um Fragen seiner Beweisbarkeit kümmre, ist auch nebensächlich, denn wie will ich eine metaphysische Gewißheit physisch beweisen können? Unfuglich. Wer es versucht, muß scheitern. Der kann sich auch an der Quadratur des Kreises abarbeiten und wird scheitern. Es bleibt denjenigen, die da empirische Beweise einfordern, nur die Möglichkeit, sich als Atheisten zu bezeichnen. Aber sie verkennen darüber, daß allein die jedem Menschen gegebene Erfahrungsfähigkeit der Liebe - und damit meine ich jetzt nicht den Paarungstrieb - ein hinlänglicher Beweis für die Existenz des Guten ist und damit des christlichen Gottes. Daß Liebe allerdings sehr viel mit Unterordnung zu tun hat, spricht auch für die Existenz Allahs. Aber darüber muß ich erst noch nachdenken.

  13. #13
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Was soll das eigentlich sein, eine Staatsidee? Wurde jemals auf Basis einer Idee ein Staat gegründet?!? Die Staatsidee gibt es also gar nicht, dafür aber die Religionsidee...als Grundlage einer Staatsgründung. Ethnische Gruppen sind oft nichts anderes als Glaubensgemeinschaften. Das Gemeinschaftsgefühl basiert auf religiösen Sichtweisen...die wiederum bestimmen die eigenartigen Lebensweisen...was wir dann oft als Abgrenzung einstufen. Nichts vermag die Menschen so zu trennen wie die Religion es tut. Selbst den Hass heilt die Zeit...doch das Geschwür Religion scheint unverwüstlich zu sein. Doch das täuscht...wird benötigen noch ein zwei tausend Jahre Zeit, dann wird auch die Krankheit Glaube besiegt sein. Vom Primaten zum Modernen Menschen...dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen.

    Ein Gott macht noch lange keine Religion. Nicht Gott ist das "Problem"...sondern jene Menschen... die sich zu Stellvertretern Gottes aufspielen. Diese Despoten machen Gott erst zum Problem. Und da es so viele Ratten gibt, werden die Rattenfänger nicht aussterben. Wir suchen im Glauben etwas...das uns das Leben und den Tod erträglicher macht. Die Religionen versprechen für beides eine Antwort zu haben...befassen sich aber vor allem mit dem Tod. Das, was man der AfD vorwirft...das Spiel mit den Ängsten...haben die Religionen schon seit vielen Jahren perfektioniert.

  14. #14
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Machen wir nicht mit der Beschreibung das Gottes- oder Götzenbild?

    Alles ist es, wenn nichts entfernt wird.

    Nichts ist es, wenn alles entfernt wurde.

    Jede Beschreibung dann immer ein Bild, dem etwas fehlt?



    Aus Deiner Antwort werde ich noch nicht ganz schlau: Im Grunde geht beides, je nach Kontextbezug?

    Lehnwort-Adverb verstehe ich dabei wohl nicht.


    Und: Entsteht die Furcht vor Gott nicht im Angriff auf Ihn in der Mitwelt? Somit im Gewissen?

    Gewissen als vergegenwärtigte Gegenwärtigkeit und Furcht aus verdrängtem Angriff auf das Leben (Gottes im Gegenüber)?


    Was spräche gegen eine Definition des "Überall im All Seienden", solange nicht weniger bewiesen werden kann?


    Im Grunde könnten wir lediglich beweisen können, nichts ohne Bewusstsein beweisen zu können.

    Sprechen wir nicht von "Bewusstsein" als dem eigentlichen Fundament jeder Staatsidee?

    "Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und dem Frieden in Europa und der Welt" steht wohl in der Verfassung.

    Nicht im Bewusstsein der Wichtigkeit von Handelsverträgen und Konzerninteressen, die gegen den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen handeln, und Handel über die Maßen aller Vernunft hinweg, zum Fundament der Staatsidee erheben.

    Ohne das Bewusstsein darüber, dass es global egal ist, wo die 65- bis 700-fache Schadstoffmenge ausgestoßen wird, sind globale Standards einzig Augenwischerei: Es ist das Bewusstsein in den Konzernen, an dem es hängt, ab wann die Überschreitung der Grenzwerte als Manipulation empfunden wird. Bei einem Bankraub wird auch nicht beurteilt, wie erfolgreich er verlief und das Verfahren unterhalb einer "Beutegrenze" eingestellt.

    Die "Beutegrenze" ist nach Verfassung der Bereich, in dem die Lebensrechte anderer beginnen, wirksam zu werden. Solange iwr es bestimmte Lebensrechte ausblenden, handeln wir daher im Prinzip gegen die bestehende Verfassung und zugleich unchristlich.

    Religio gelingt nicht, wenn wir Lebensrechte selektiv abwerten. Was spräche denn dagegen, sowohl "Religion", als auch Staat, in relative und absolute Bereiche zu trennen: Etwas, das in einer Prozessentwicklung befindlich ist und sich an etwas orientiert, das weiterhin ist, was es immer war?

    Weil, wohin sonst das Re- im Sinne von "zurück"?

    Jede Definition führt zur Unterscheidbarkeit von Unterschieden innerhalb einer Gesamtheit und besitzt fragmentierenden Charakter, wirkt als der Re-Ligion entgegensätzlich. Es kann daher in meinen Augen nur die Rückkehr in die Einheit mit allem, was ist, gemeint sein...

    Daher ist jede Definition nur unzulängliches und zeitweise notwendiges Hilfswerkzeug. Das Absolute kann nicht in Bilder gepresst werden. Unsere kulturhistprische Phase der "Bilderstürmerei" scheint sich andernorts zu wiederholen. Was das Eine ist, kann das Andere nicht sein.

    Erst im Erkennen der gemeinsamen Quelle wird eine Rückanbindung möglich. Grenzen sind dann unnötig. So, wie sich eine nationale Körperzelle als Fragment empfinden kann, ist diese Illusion ebenso dem Staate möglich. Vor den Wirkungen dieses Irrtums für das Lebenssystem schützt diese "Vogel-Strauß-Taktik" jedoch nicht.

    Würden sich alle Staaaten auf ihre Einbindung in ein natürliches Lebenssystem rückbesinnen, könnte die Grenze aufgehoben werden, die für die Lügen errichtet werden mussten. So hat sich der Staat als Fundament einer "Konzernidee" lange gewehrt, die Wahrheit anzuerkennen und doch entlarvten sich der Lügen kurze Beine ziemlich absehbar und letztlich unweigerlich.

    Handels- und Wirtschaftsinteressen sind nur ein Teil des Fundaments, auf dem die Quadratur des Kreises beruht. Kultur und Politik sind zwei weitere Säulen und doch wird alles getragen vom Bewusstsein. Leben als Fundament jedes Lebenssystems ist mit der Erinnerung an das natürliche Fließgleichgewicht verbunden. Leben kann nicht selektiv in "Religion" oder "Staat" aufgeteilt werden, eher ist es ein fließendes Gesamtereignis in einer wechselwirkenden Resonanzbeziehung. Die Quadratur des Kreises ist die Aufgabe der Lüge als gewähltes Mittel zur Manipulation der Mitwelt durch empathische Transparenz und gelebte, liebevolle Offenheit.

    Was wir jetzt an anderen Fragmenten einer Ganzheit beklagen, haben wir selbst offensichtlich einmal als Entwicklungszustand ebenso durchlaufen. Einzig wiederum nur ein zeitlicher Unterschied, kein absoluter und am Ende des Rückwegs unerheblich. Der Wunsch, Unterschiede zu definieren, impliziert und initiiert die Trennung, die eine Rückkehr notwendig macht.

    Ohne Definition bestimmter Vorstellungen gibt es keinen Grund, sich darüber zu streiten. In diesem Sinne teile ich die Auffassung, die im Islam über die Auslegungsformen der "Buchreligionen" zu finden ist. Es geht nicht darum, mit relativen Erklärungsversuchen in ihrer zeitlichen Veränderung ein statisches Konzept abzubilden, sondern es geht darum, nichts aus Allem auszuschließen.

    Gesamtheiten fließend zu betrachten, könnte daher einem Fundament einen stabilen Unterbau verleihen. Für die, die die Pläne nicht kennen, macht es Sinn, sich ausgiebig mit dem Fundament zu beschäftigen, da damit das Vertrauen in die Stabilität des jeweiligen Staats- oder Gedankengebäudes entweder wächst, oder als Pfusch entlarvt wird.

    Mal schauen, was die Grundlage unserer Staatsidee ab heute sein wird...

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Das Suffix -ös ist typisch für eingedeutschte Fremdwörter, insbesondere welche aus dem lateinisch-französischen Sprachbereich: tendenziös. komatös, religiös, faszinös, malizinös... Bei der Substantivierung aus diesen Adverbien muß das -ö-gestrichen werden. Ich glaube, dieses -ös entstammt Wortbildungsprozessen aus der Frühneuzeit, als das Französische Modesprache war.

    Zur Staatsidee: Allerdings gab es das etliche Male in der Weltgeschichte, daß sich Staaten aufgrund einer Idee begründeten. Beinahe jede Nationalstaatbildung ist im Grunde so etwas, die Idee nämlich, Menschen gleicher (sprachlicher) Herkunft in einem Ganzen zu vereinen. Die andere Grundidee ist die, Menschen unter ein Grundgesetz, eine Rechtsordnung zu stellen. Eine dritte ist die unter die Formen der Religion. Wir Deutschen kennen alle diese Formen, haben sie alle durchlitten. Zur Zeit wird eine vierte Staatsidee exemplifiziert, die des Modell "Deutschland", wie es bereits 1990 von Frau Höhler beschrieben worden ist: besser, edler, freigebiger und offener zu sein als alle anderen. Die Idee des Sozialstaates für alle.
    Religion befaßt sich nicht vornehmlich mit dem Tod. Ich halte mich für einen religiösen Menschen, aber der Tod hat mit dem, was ich religiös nenne, nicht sehr viel zu tun, was wohl daran liegen mag, daß ich an das ewige Leben glaube. Der Tod verliert hier schnell seinen Schrecken. Wichtiger ist mir die Befasse mit dem moralischen Leben, ein Leben im Einklang mit meiner Natur, ein Leben in der Folge meiner Ahnen und die Weitergabe der Fackel, um es poetisch auszudrücken. Das ist für mich Religion. Schließlich halte ich mich nicht für klüger als meine Ahnen und meine Kinder, bei aller Aszendenz, die doch unverkennbar ist, für nicht klüger als mich - obgleich... It was good enough for my grandpa, it is good enough for me.


  16. #16
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Ein-Ende Fragen:

    1. Wie wäre der Versuch zu werten, Frankreich nach der Revolution zwangsweise mit einer "Staatsreligion" zu beglücken?

    Gut auf einer Frage kann kein Staatsgebäude stehen:

    2. Wieweit ist eine Trennlinie zwischen Staat, Religion und Gesellschaftsbild (als Prozessentwicklung seit 1789) überhaupt praktisch denk- und umsetzbar, und was wäre die Synthese, wenn keine wirksame Trennlinie in einem verwobenen System aus Lebenssystemen erkannt werden kann?

    Hierzu wäre dann der Verweis auf den Kurs unter Buchvorstellungen und der heutige Beitrag einzubeziehen.

    Ohne ein Leben im Einklang mit allen Systemen wird es immer Spnnungen geben, die ein "Überdruckventil" erfordern. Im Gesamtkontext des Heute wäre dann zu fragen:

    3. Was wollte der Prozess der (R)Evolution werden, bevor wir die Entwicklung (offens[t]ichtlich) wieder zu etwas "verzerrten", was wir NICHT beabsichtigten?

  17. #17
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Zitat Zitat von WirSindIchBin Beitrag anzeigen
    Ein-Ende Fragen:

    1. Wie wäre der Versuch zu werten, Frankreich nach der Revolution zwangsweise mit einer "Staatsreligion" zu beglücken?

    Gut auf einer Frage kann kein Staatsgebäude stehen:

    2. Wieweit ist eine Trennlinie zwischen Staat, Religion und Gesellschaftsbild (als Prozessentwicklung seit 1789) überhaupt praktisch denk- und umsetzbar, und was wäre die Synthese, wenn keine wirksame Trennlinie in einem verwobenen System aus Lebenssystemen erkannt werden kann?

    Hierzu wäre dann der Verweis auf den Kurs unter Buchvorstellungen und der heutige Beitrag einzubeziehen.

    Ohne ein Leben im Einklang mit allen Systemen wird es immer Spnnungen geben, die ein "Überdruckventil" erfordern. Im Gesamtkontext des Heute wäre dann zu fragen:

    3. Was wollte der Prozess der (R)Evolution werden, bevor wir die Entwicklung (offens[t]ichtlich) wieder zu etwas "verzerrten", was wir NICHT beabsichtigten?

    Zitat von Aerolith aus dem Langzeitordner "Deutscher Geist...":

    "Denkfehler! Denn wenn ich jedem Teilnehmer am politischen Entscheidungsprozeß jede die gleiche Freiheit konzediere, dann ist eine Entscheidung schlechterdings nicht mehr möglich. Dann herrscht Anarchie. Zwangsläufig. Mehrheit wird dann aus ganz anderen Gründen Unisnn.
    Die Freiheit löst sich bei der Durchführung der politischen Gleichheit auf. Sie wird sinnlos. Wenn alle gleich sind, sind entweder alle in einem Käig ihrer Abhängigkeiten, über die sie sich hinwegzusetzen wünschen oder alle besitzen das gleiche Recht, sich für frei zu erklären, also über die Beschlüsse der Gemeinschaft resp. -heit hinwegsetzen zu dürfen. So kann aber keine Gemeinschaft existieren. Also ist politische Freiheit, die auf Gleichheit basieren soll, ein Hirngespinst.

    Das wußten wir bereits im Angesicht der Entgleisungen der sittlichen Freiheit in der Französischen Revolution von 1791. Seitdem ist es den Deutschen bekannt, daß die Gleichung Freiheit = Gleichheit nicht funktioniert, nicht funktioniert für die politische Freiheit. Freiheit ist kein Zustand, kein Ziel, das erreicht werden kann. Freiheit ist immer etwas Prozeßhaftes, etwas, das im Spannungsfeld von Determination und sittlicher Entschlußkraft des Einzelwesens liegt."

    1. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ohne den Überbau oben angesprochenen "Höchsten Wesens" und einer(m) unsterbliche(n) Seele(nanteil) kappen ihre Wurzeln. Ohne geistiges Ziel mit spiritueller Anbindung konnte die Freiheit als innerer Bewusstseinszustand keine Entfaltung finden.

    2. Die unter (2) gfeforderte Trennlinie zwischen Staat und Religion zerfasert ebenso in der heutigen Debatte zwischen AfD und Muslimen, Katholiken und Protestanten. Was wir von den Türken und Moslems fordern, halten wir selbst nicht ein: Die Trennung von Kirche und Staat.

    3. Zu (3) rät Aerolith zur Sittlichen Autonomie, was bedeutet, das eigene Gewissen zu kontaktieren, statt sich darauf zu verlassen, es sei "richtig" was gerade "befohlen" wird. Sittliche Autonomie könnte heute Feldunabhängigkeit gegen die zunehmenden Aggressions- und Autoaggressionstendenzen bedeuten. Die Frage, was die Revolution werden wollte, bevor sie wieder, wie der Wind um die Panama Papers, in die Wirkungslosigkeit entschwindet, könnte ein Prozess sein, in dem die Sittliche Autonomie im Kontakt mit "der ewigen Seele und dem Höchsten Wesen" herausgeschält wird.

    Sieben Schalen (der Zwiebel) müssten herausgeschält werden (bevor der Fisch am Kopfe nicht mehr müffelt), alter Hermetikerwitz. (Fragte Aerolith einmal irgendwo...) Hatte den Spruch allzu wörtlich genommen...

    Welche Elementschalen der Revolution müssten wir aufbrechen, an des Pudels Kern zu gelangen?

    Was die Synthese betrifft, die ohne Entweder-Oder-Logik auskommt, da sie frühere Gegensätze in einem Geist vereint, wäre zu fragen, was allen Wesen nutzt.

    Eines Geistes zu werden kann und sollte nicht "verordnet" werden. Ist keine Sogwirkung vorhanden, fehlt die Freude am Prozess des Hinarbeitens auf einen attraktiven Zielzustand. Daher: Nimm dem positiven und at-trakt-iven (also magnetisch anziehenden) Zielzustand wieder hinweg und die Dinge verlaufen im Sand.

    Wie Panama. Stäuble bleibt standhaft. Auch die Unternehmensbilanzen bleiben intransparent. Doch die Motive dieser Handllungsstränge werden zunehmend offenbar. Wir lernen immer noch, wenn auch recht langsam.

    Was zum Deutschen Geist im Verhältnis zu seinen Nachbarn gesagt werden könnte:

    Nach 16 Jahren, die ich in einem Eichenwald lebte, ist mir klar, was Wald, und insbesondere Eichen bewirken: Feldunabhängigkeit!

    Die Eiche ist der Adler unter den Bäumen und die Bäume sind Mittler zwischen den Welten. Geht insgesamt immerhin um den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis. Alle Zweige, auch die jungen, führen zu den identischen Wurzeln. Einzig die Gedanken(zweige) sind frei wählbar, die den eigenen Geist bestimmen.

  18. #18
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Die vierte Gewalt ist die Transparenz. Ein möglicher Aspekt wird im "Kurs" angesprochen. Mit Querverweis auf die "Christus-Matrix" und "Ehe, Treue, Partnerschaft"

    Ach ja, eventuell sollte ich mal darauf hinweisen, dass die zeitliche Abfolge der Beiträge die Lücken zwischen den Zeilen ausfüllen könnte.

    Am Ende steht die Suche nach einem Lebenskonzept auf dem Stundenplan, dass sich im Innen und im Außen zu freudigem Erlebensräumen entfaltet.

    4. Frage daher:

    Warum beinhaltet Transparenz (,also die Aufhellung des Trüben durch zunehmende Vollkommenheit der Infrohmation,) die Möglichkeit, das globale Gewaltmonopol aufzulösen und damit Steuerungsfähigkeit zu gewinnen?

  19. #19
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Nein, Transparenz ist keine Gewalt, sondern nur eine Methode, die aufgrund der Substanz, auf der ein politisches System basiert, je nach dem Bedeutung besitzt. Die Suche nach einem Lebenskonzept dagegen ist jedem Menschen bei- und aufgegeben. Der Stundenplan hat nicht die Aufgabe, bei dieser Suche zu helfen, denn wie sollte er dies leisten können? Ein PLAN kann nur dabei helfen, eben solche Konzepte selber entwickeln zu können, er gibt aber das Konzept nicht vor. Viele Lehrer verwechseln das aber, meinen es gut, wenn sie für die ihnen Schutzbefohlenen die Lösung von Lebensfragen vorgaukeln.
    Das globale Gewaltmonopol hat nur Bedeutung für diejenigen, die sich in diesen Kanon begeben.

    Heutige Nachricht: In Bayern glaubt man, man müsse den Islam als Schulfach einrichten, um ihm so seine Virulenz zu nehmen.

    Bockmist. Wie fast alles, was aus dieser Bergregion der zänkischen Bajuwaren kömmt. Kam da jemals was Gutes her?
    Bockmist ist das insofern, als daß Religionsunterricht in Schulen immer schwierig ist. Man sollte dem nicht so viel beimessen, denn Religion sollte Privatsache sein oder in Bayern vielleicht endlich mal werden. Zum anderen dienen mehrere Fächer der Befasse mit religiösen Gründen und Exemplifikationen. Im Fach Geschichte befassen sich gute Lehrer mit den historischen Gründen der Entstehung udn Ausbreitung von Religionen. Im Fach Sozialkunde wird verstärkt auf gegenwärtige religiös motivierte politische und soziale Kämpfe und Bewegungen einzugehen sein. Im Fach Deutsch muß man sich oft genug auf die weltanschaulichen Grundierungen wichtiger Texte und Verfasser einlassen, will man diese Texte verstehen. Im Fach Ethik gibt es sogar den Zwang, sich mit jedermanns Grundierung zu befassen. Wie oberflächlich wird dieses Fach oft angegangen. Und ja, Religion ist nicht nur die Belehrung über das, was vor Ort als Religion wahrgenommen werden soll, sondern eben auch die Befasse mit anderen religiösen Urgründen.

    Kurzum, es ist völlig überflüssig, Schulkindern vertiefte Kenntnisse über den Islam mitteilen zu wollen. Aber sicherlich spricht aus mir hier der Ostfale. In meiner ganzen Dienstzeit als Lehrer hatte ich mit einem Moslem zu tun, und der wußte noch nicht mal, warum er das war. Das muß andernorts anders sein. Im Westen und Süden, nehme ich an.

  20. #20
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Die Religion gehört zur Geschichte und Kultur des Menschen, deshalb muss sie auch in der Schule abgehandelt werden...im Geschichtsunterricht...als Teil der Geschichte...und nicht in einem separaten Religionsunterricht. Deshalb ist auch der Ruf der EKD...nach mehr Islamunterricht an den Schulen....statt in den Moscheen...falsch. Zwar verstehe ich die gute Absicht dahinter...doch es wäre ein falsches Signal. Die Schule hat sowohlk einen Bildungsauftrag...als auch eine erzieherische Aufgabe - wüsste nicht, wo da die Religion ihren Platz haben sollte.

  21. #21
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Wahre Transparenz macht die Lüge unmöglich. Sichtbarkeit, die durch Transparenz erreicht wird, führt dazu, dass wir wissen, für die geistige Welt ständig transparent zu sein.

    Daher ist Transparenz die vierte Gewalt gegen die Lüge, die sowohl den Staat, als auch die Religion erstarren lässt.

    Der Tonus der Lüge führt zur Verkrustung und Erstarrung, die Wahrheit macht frei und beweglich.

    Die Wahrheit braucht nämlich keine Abwehrmechanismen. Daran ist die Lüge zu erkennen. Wir erkennen die Lügen nicht mehr, auf denen die Argumentationsketten des unverstandenen Eigennutzes beruhen.

    Mit den Schulkindern ist es ähnlich wie nach der französischen Revolution: Zwangsbeglückungen scheitern am Unbewussten.

    So will die AfD die Kirchen mit ihrer Weisheit beglücken, die Kirchen die AfD mit ihrer Weisheit und im Grunde wehren beide nur die Wahrheit dahinter ab und wollen ihre Maske, das vermeintliche Gesicht, wahren:

    Sie sind ratlos, weil die Anbindung an die ewigen Seelen(t)räume fehlt.

  22. #22
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Denkfehler, WSIB. Oft genug wird das, was Menschen für wahr halten, mit dem verwechselt, was wahr ist. Wenn Du Transparenz also zur Gewalt machst, bedeutet das keineswegs den Ausschluß der Lüge. Neben dem bewußten existiert auch anderes Lügen. Es ist ein fester Bestandteil menschlicher Wirklichkeitswahrnehmung. Wir nehmen das wahr, was wir wahrhaben wollen oder von dem wir glauben, daß es gut und richtig ist. Gerade das Verdikt unbedingter Transparenz würde eine Diktatur idealiter Weltverbesserer installieren, die letztlich Wasserstandsmeldungen als politische Wahrheit verkauften, also mehr Verunsicherung als Lebenssicherheit bewirkten.
    Die Lüge ist elementarer Bestandteil des Menschen. Sie hilft bei der Bewältigung. Nur das Prinzip des Lügens ist zu verwerfen.

    Dein Einwurf mit den Seelenträumen ist nachdenkenswert. Das werde ich heute tun.

  23. #23
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Transparenz


    Aerolith weist im obigen Zusammenhang mit Transparenz auf einen Denkfehler hin. Hab darüber nachgedacht und möchte das Thema an den Ebenen festmachen, die berührt werden:


    1. Individuell
    2. Zwischenmenschlich
    3. Gruppen, Vereine, Organisationen und Kirchen
    4. National
    5. International
    6. Global
    7. Geistig


    Wer zu sich selbst nicht ehrlich ist, wählt in diesem Maße die innere Intransparenz. „Erkenne Dich selbst, (dann erkennst Du Gott).“ Äußere Transparenz bedeutet, sich nicht in ein Netz aus Lügen zu verstricken, die immer mehr Energie erfordern, die Wahrheiten dahinter zu verschleiern. Invididuell könnte physische, emotionale, mentale, kausale, intuitive und spirituelle Transparenz unterschieden werden.


    Grundgedanke obiger Deutung des Begriffes ist eine absteigende Transparenzeinsicht, das Wissen, dass wir für die geistigen Dimensionen immer sichtbar sind. Es gibt nichts, dass wir vor der geistigen Welt verheimlichen könnten. Absteigende Transparenz lässt keine Ebene von Klarheit, wie Transparenz auch verstanden werden könnte, unbeleuchtet.


    Es gibt keine Schöpfungsdimension, die für Gott uneinsehbar wäre und so beginnt Ehrlichkeit vor sich selbst an sich damit, die Folgen des Transparenzgedankens anzunehmen. Aufsteigende Betrachtungen entbehren dieser Ebenentransparenz. Unsere Zellen kennen weder die AfD, noch die EKD persönlich. Sie fühlen nur, wie sich - weiter absteigend - andere-dimensionen erneut ärgern lassen. Was für die nächsthöhere Ebene sichtbar ist, bleibt der inhärenten Ebene verborgen...


    Jede Lüge ist sichtbar. Jede Lüge ist auf der physischen Ebene mit einer Verspannung gleichzusetzen. Auf zwischenmenschlicher Ebene ist die Lüge eine Grenze, die aufgestellt wird. Niemand bemerkt auch eine „kleine Lüge“ nicht. Es ist halt nur ein gesellschaftlicher Emotionalvertrag, darüber hinwegzusehen. Doch die offene Verbindung, die möglich wäre, schließt mit jeder Lüge mehr aus.


    Über die Selbst- und Fremdlügen von Gruppen, Vereinen, Organisationen und den Kirchen sehen wir seltener hinweg und nehmen diese zum Anlass, erbitterte Kämpfe verbündeter, doch letztlich verbitterter Egos zu führen. Ein spiritueller Sinn wurde vergeblich im Anschluss an „Gleichgesinnte“ gesucht und doch muss die Illusion der Verbundenheit aufrechterhalten werden. Dazu muss die Organisation zunächst Bestand haben und so wissen alle Beteiligten, eine Teilwahrheit zu vertreten, die sie jedoch zur Gesamtheit ihres Horizonts erklären.


    Wozu die Zusammenballung aller Gruppen, Vereine, Organisationen und Kirchen in der Projektion von „Schuld“ führt, haben Nazi- und Stasi-Deutschland eindrücklich bewiesen. Die Lobby der Lügen nimmt eine nationale Form an und verteidigt ihre Teilwahrheiten in einem erweiterten Rahmen.


    International prallen dann die Teilwahrheiten aufeinander, die global zu einer Gesamtlüge zusammengesetzt werden: Die Verneinung der geistigen Verbundenheit in einer Gesamtwahrheit. Diese, aufsteigend betrachtete, spirituelle Intransparenz durch die Mechanismen ebenenübergreifender Lügenkonstruktionen sind es, die uns vom Leben trennen und „krank“ machen.


    Es ist absteigend betrachtet, unmöglich, als Teil des Lebens - vom Geber des Lebens - getrennt zu sein. Es ist absteigend betrachtet unmöglich, sich als Nation getrennt vom globalen und geistigen und spirituellen Geschehen zu betrachten. Jede Organisation ist wiederum abhängig vom Geschehen ihrer Nation, internationalem Geschehen und globalen Entwicklungen.


    Wie wir im Forum sehen, beeinflussen all diese Geschehen zusammen natürlich die Art, den Umgang, das Vertrauen und das Verhalten im zwischenmenschlichen Bereich. Wir stellen eine zunehmende Beziehungsunfähigkeit fest, die nicht vom System der absteigenden Lebenslügen unbeeinflusst ist.


    Individuell sehen wir uns jedoch zumeist als verletzt an, wird eine Lüge offenbar und ans Licht der Wahrheit gebracht. Es wurde eine Wirklichkeit vorgespiegelt, die wie ein Kartenhaus beim leisesten Windhauch in sich zusammenfällt. Problem dabei ist wiederum das „Dramadreieck“, hier jedoch in sich überlagernden und ausdehnenden Dissonanzen. Etwas Dissonantes schägt Wellen…


    Wer „Opfer“ einer Manipulation durch Lügen wurde, was jedem Menschen schon geschehen sein wird, empfindet das Bedürfnis, sein Leid mit jemandem zu teilen. Hier kommt dann die dritte Seite des Beziehungsdreiecks hinzu: Jemand wird involviert und beurteilt die Situation von außen. Meist wird dieser „Richter“ in einem Menschen gesucht, der die Zweier-Beziehung kennt und das Geschehen somit „einordnen“ kann.

    Das Drama des einstürzenden Kartenhauses, das zunächst zwei Menschen betraf, wird nunmehr auf einen Dritten ausgedehnt. Aus „geteiltem Leid“ wird sich weiter ausdehnende Spannung.


    Die Richter, Helfer, Therapeuten, Ärzte, Anwälte, Psychologen, Ehrenamtliche, Vereinsmeier und sonstig einbezogenen Mitmenschen sind natürlich zunächst einseitig informiert worden und wollen sich ein „objektiveres“ Bild machen. Sie sprechen mit Person 1. Die merkt natürlich sofort, woher der Wind weht und weiß – unbewusst, emotional, mental, kausal, intuitiv bis bewusst - von dieser „Vorfeldindoktrination“ und meint nun, dieses – schon gefällte Urteil – (durch weitere Gegenattacken) revidieren zu müssen. Angriff erfolgt daher vor einem Richter, da dieser ja die UNSCHULD des Angreifenden bezeugen soll. Die Unschuld des Angriffs ist jedoch ein unhaltbares K.O.-Rezept.


    Die zum Richter Ernannten kommen mit ihrer URteilsfunktion in den meisten Fällen ebenso wenig „abschließend“ zurecht und tragen diese Informationen (aus unterschiedlichsten inneren und äußeren Motiven) zu Person 4. Damit ist das zweite Dramadreieck im Entstehen. Denn Person 4 spielt sich nun zum Richter über Dramadreieck 1 auf und beurteilt die Personen 1 – 3 und involviert Person 5: „Hast Du schon gehört…?“


    Transparenz über die spirituell verschachtelten Dramadreieck beginnt absteigend bei einer Grundfrage: Liebe oder Angst? Sie wäre global mit Kooperation oder Konkurrenz gleichzusetzen.


    Die Grundlüge ist halt: Weder das bisherige „Kooperationssystem“, noch das bisherige „Konkurrenzsystem“ besitzen die notwendige Konsistenz, Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Stimmigkeit, Handlungsintelligenz, Steuerungsfähigkeit, Kohärenz und Transparenz.


    Wir sind zudem in Ebenen übergreifende, aufsteigende Unwahrheiten verstrickt. Physisch führt die Lüge zu materiellem Verlust, emotional zu einer Verletzung und mental zur Tendenz, vom Opfer zum Täter zu werden, indem die „Öffentlichkeit“ das Fehlverhalten bewerten und moralisch ächten soll.


    Wie blöde dieses verschachtelte Lügensystem wirkt, wird bei Donald T. deutlich: Aus Angst vor dessen Lügen zur Ursache des Klimawandels wollen sie das Pariser-Abkommen vor der US-Wahl durchziehen.


    Die G 7 haben Angst vor der Lüge.

    Damit bekommt die Lüge, also die Illusion, Macht.

    Absteigend betrachtet ist die Macht der Lüge nicht gegeben.


    Allerdings bemerken wir ihre Angstwirkungen alleroten im All! Angst vor einer Illusion zu entwickeln ist die Folge der Intransparenz. Der langfristige Vertrauensverlust wiegt schwerer als die kurzfristige Genugtuung, das Beziehungsgeflecht wird zunehmend oberflächlich und die Seelentiefe fehlt im historischen Kontext nunmehr so gut wie allen in der Welt der Lüge Verbliebenen. Sich als „Lügner“ an Gott zu wenden, wird nicht leichter. Was ist das Gewissen?


    Wenn Gott nicht das Gewissen ist, dass uns ein schlechtes Gefühl beim Lügen beschert, was ist die Stimme dann, die uns zur Wahrheit ruft?

    Zu was die Lüge auf Zellebene führt, habe ich ja in den Buchvorstellungen angedeutet.

    Körperlich auf physischer Ebene befindet sich unsere globale Gesellschaft in einem "Muskeltonus" der Lüge. Wir sind echt ganz schön lange von der Lüge geformt worden und sehnen uns im Grunde nach dem Urteil unseres Vaters. Die "Entspannung" nach dem Kalten Krieg konnten wir nicht lange ohne neue Schuldige ertragen...

    Unser Freund ist so freundlich, jede Klage gegen eines seiner Kinder abzuweisen. Das ist die spirituelle Wahrheit. Davon kann ich abteigend eine offene Welt in meinem Geist entstehen lassen, oder ich denke von der physischen Bedrohung durch die Lügen her, und reagiere - wie die G7 - im VORFELD MIT ANGST...
    Geändert von Michael (28.05.16 um 07:08 Uhr)

  24. #24
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    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Den Zielen relativer Religionssysteme stehen die "Ziele" von Parteien und ihre Programme und Progrome gegenüber. Was die AfD zur Religion meint, habe ich mal aus dem Langzeitordner kopiert und stelle die Frage, wie sich die AfD "die Ausgrenzung" denn praktisch umgesetzt so vorstellt:

    Aus dem Parteiprogrom der AfD:

    "Ausgrenzung des Islam: Die AfD setzt auf eine Ausgrenzung des Islam. "Der Islam gehört nicht zu Deutschland", heißt es im künftigen Grundsatzprogramm. Minarette, der Muezzinruf und jegliche Vollverschleierung sollen verboten werden. Kritik am Islam und an Islamverbänden ist ausdrücklich erlaubt. Die Finanzierung von Moscheen durch ausländische Geldgeber soll unterbunden werden."

    Wie damals die "Rassentrennung" im Land der unbegrenzten Versklavungsmöglichkeiten?

    Und: Wenn die Ausgrenzung "vollzogen" ist, wie wird sich das Leben anfühlen? Ebensowenig geht es jedoch, wenn de Maiziere die "Verrohung" derer ohne Brot anprangert und sagt: Sollen die Tiere doch Kuchen fressen.... Diese Schuldfragendiskussion führt zu gar nichts außer zu bösem Blut.


    Die wahren Strippenzieher hinter der IG-FARBEN Fraktion der AfD outen sich im Trumpschen Methodismus zur Klimafrage:

    Ohne unverstrahlte Lebensgrundlagen und ohne "verlässliche Klimazonen zur Nahrungsmittelproduktion" werden auch die IG-Farben untergehen. Eine Nazi-Wirtschaftsform hält sich eine Partei... Au weia... Reine progromhafte Propaganda gegen das Leben:


    "Ja zur Atomkraft und Nein zu Klimaschutzzielen:
    Die AfD will den Atomausstieg zurücknehmen und die Akw-Laufzeiten verlängern. Die Atomforschung soll wieder aufgenommen werden. Den Effekt des CO2-Ausstoßes auf das Klima hält die AfD für Propaganda. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz und damit die Energiewende sollen zurückgenommen werden. Bioenergie soll nicht länger subventioniert, das umstrittene Fracking weiter erforscht werden."

    Wie man deutsche Wähler dazu bekommt, die amerikanischen Industrieinteressen zu vertreten, ist schon irre....

    Wie blöde sind wir eigentlich? Die Natur hat sich in Fort Mc. Money mal zu Wort gemeldet. Jetzt wollen diese Ami-Sklaventreiber ihr "Geschäft" ERNEUT mithilfe leicht zu verwirrender Wähler machen...

    Sie sind Wölfe im Schafspelz und stehen Spalier für eine Welt, die, wenn sie so ist, wie sie dann werden wird, keinem Schaf gefällt.



    Daneben sind sie wohl gleichzeitig die "Retter" der Illusionen, die es erlauben, die Lebensgrundlagen aller künftigen Erdenbewohner rücksichtslos zu verballern, um unserem Klima den Rest zu geben. 2008 starben in Paris 3000 Menschen AN EINEM EINZIGEN TAG.

    Wenn Religion also ohnehin weiterhin fett im Staatsapparat verflechtet ist, obschon eine angebliche Trennung von Staat und Religion erfolgt sein soll, dann wäre es ein universelles Religionssystem, von dem dabei ausgegangen werden sollte, keine relativen und zudem konkurrierenden Systeme. Und schon gar keine korrupten relativen Glaubens- und Politiksysteme...

    Was uns fehlt, ist eine gemeinsame Zielvorstellung. Das Ego weiß eben nur, was es NICHT will, eines will die AfD jedoch auf keinen Fall:

    Die Lebensgrundlagen der Schafe sichern....

    Wenn uns jemand die Lebensgrundlagen entziehen will, wählen wir den Bock zum Gärtner.

    Sie sollten mal eine Simulation der Welt erleben, die aus ihrem Progrom gegen die friedliche Koexistenz hervorgeht...

    Ohne die geistige Diarrhoe zu simulieren, die bestimmte Menschen fabulieren, hilft es nur den Hass zu stimulieren.


    Einen deutschen Geist kann ich in der AfD nicht erkennen. Eher ein sich selbst unbewusstes Ego in seinem Kampfmodus.

    Ein Fundament soll Einsturgefahren mindern, festen Halt bieten und den Unwägbarkeiten späterer Zeiten unbeweglich trotzen.

    Am Fundament zu rütteln, ohne einen neuen "Bauplan" zu besitzen, könnte mit einem Vergleich erfasst werden:

    Es sitzen fast 8 Milliarden Menschen auf einem Planeten fest, dessen Fundamente wir stark erschüttern. Wir spüren die Erschütterungen in unseren Füßen und suchen einen Ausgang. Niemand kennt jedoch den Fluchtweg. Die Abrissbirne kommt unserem Planet-Mensch-Mitwelt-System immer näher und die AfD ist wie ein Schleuser, der eine Überfahrt in Aussicht stellt, die kein Ziel kennt.


    Gab da mal eine allseits beliebte Kröte an einem See. Immer hilfsbereit wurde sie eines Tages von einem Skorpion gebeten, ihn auf ihrem Rücken über das Wasser auf "die Insel" (der AfD-Glückseligen) zu tragen.

    Sagte die Kröte: "Lieber Skorpion, wenn ich dich auf diese "abgegrenzte" Insel bringe, wer sagt mir denn, dass du mich mit deinem Stachel nicht stichst?"

    "Na, liebe Kröte, denk mal nach. Ich würde doch auch sterben und untergehen. Ich bring mich doch nicht selbst um mein Leben, indem ich ertrinken möchte!"

    "Ja, das klingt logisch", sagte die Kröte und willigte ein.

    Mitten auf dem Gewässer spürt die Kröte einen Stich im Rücken, ihr dämmert, was passiert ist und sagt: "Jetzt sterben wir doch beide, warum nur?"

    Der Skorpion antwortet: "Ich weiß, aber es ist nun einmal meine Natur..."



    Aus diesem Parteiprogrom spricht die Natur der IG-Farben. Wer es nicht hört, schluckt damit eine fette Kröte voller todlichem Gift.


    Sie werden keinen finden, der diesen Schwachsinn folgerichtig in eine Argumentationskette verpacken kann. Aber der Einäugige ist der König unter den Blinden. Hat der Kaiser neue Kleider an?

  25. #25
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Religion als Fundament jeder Staatsidee

    Zitat WSIB

    Wie damals die "Rassentrennung" im Land der unbegrenzten Versklavungsmöglichkeiten?
    -----------------------------------------------------------------------

    Der Islam ist keine Rasse

    Die Menschen machen es kompliziert, dabei ist es im Prinzip sehr einfach:

    Juden, Christen und Muslime glauben an den gleichen Gott - an jenen, dem Abraham vor 4000 Jahren folgte. Die Geschichte Abrahams ist für alle drei Religionen ein Fakt und der Ausgangspunkt aller weiteren Geschichten. Auch an der Geschichte Jesus haben die Muslime nicht die geringsten Zweifel - Maria, den Erzengel Gabriel... und alle anderen Protagonisten... gibt es auch im Islam. Der einzige Unterschied: Für die Muslime war Jesus ein Prophet und nicht der Sohn Gottes. Auch bei den Christen stand es lange 50:50, wer Jesus denn wirklich war....bis sich die Geschichte vom Sohn Gottes durchsetzte. Aber nicht einfach so...es ging dem ein Dogma aus Byzanz voraus. Aber auch das war nicht wirklich ein Problem zwischen Christen und Muslime.

    Bevor Mohammed im 6. Jahrhundert die Weltbühne betrat...gab es in Arabien und Persien noch die Vielgötterei. Mekka war schon vor Mohammed eine bedeutende Pilgertstätte für alle möglichen Glaubensrichtungen. Mekka ist übrigens ein Beweis von vielen, dass der Glaube ein Produkt der Unwissenheit ist, denn diese Stadt wurde nur deshalb zur Pilgerstätte...weil dort ein Komet einschlug. Ein Phänomen...welches man sich zu jener Zeit nicht erklären konnte. Über diesem Krater errichtete man dann einen Schrein. Die Pilgerer brachten viel Geld in die Gegend...schon damals florierte das Geschäft mit den Souveniers.

    Rein historisch gesehen, ist Mohammed der bedeutenste Mensch aller Zeiten. Kein Mensch hat die Weltgeschichte so nachhaltig verändert wie er. Als ihm der Erzengel Gabriel erschien und den Koran diktierte...passierte erst mal nicht viel...außer der Tatsache...dass man Mohammed aus Mekka vertrieb...weil er das einträgliche Geschäft mit der Vielgötterei gefährdete. Es ging also, wie fast immer, auch hier erst mal nur um Geld. Für die Muslime ist der Auszug Mohammeds aus Mekka und seine Ankunft in Medina der Beginn ihrer eigentlichen Zeitrechnung. Noch heute sehen sie sich im Kern als Opfer und Märtyrer, die als Krieger zurückkehren. Auch Mohammed war einst ein friedlicher Speditionskaufmann...bis er vertrieben wurde um dann als Feldherr seinen Siegeszug anzutreten.

    Der Koran vor 1500 Jahren und der heutige unterscheiden sich nicht...darin liegt der eigentliche "Fehler" der Muslime, denn im Kontext der damaligen Zeit gelesen...war der Koran ein sehr moderates und vernünftiges Dikat. Jene Suren...die wir heute kritisieren...hätten damals auch prima ins Abendland gepasst...sie entsprachen den Werten aller Menschen...nicht nur denen im arabischen Raum. Der Koran war also lange Zeit eine sehr vernünftiger Leitfaden und die Wiege vieler Verdienste des Morgendlandes...Medizin, Literatur, Mathematik, Astronomie...dem stand der Koran zumindest nicht im Wege.
    Hätten die Mongolen die Araber, Perser und Byzantiner nicht ins Mittelalter gestürzt...müssten wir wohl heute nicht kritisch über den Koran reden. Gleichzeitig hatten wir das Glück, dass Friedrich II die abendlänische Bühne betrat und uns die abendländische Kultur schmackhaft machte und lehrte.

    Die AfD liegt also richtig mit ihrer Einschätzung. Ein Koran auf dem Stand von vor 1500 Jahren kann nicht in unsere Gesellschaft passen. Ebenso wenig wie jene...die auf ihn schwören. Wir würden ja auch nicht sagen der Hexenhammer gehört zu Deutschland.

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