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Thema: Notizen Dezember 2000

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Notizen Dezember 2000

    Die Schwere des Verlustes spüre ich dann am stärksten, wenn ich Musik höre. Dieses Wummern des Basses, das Hämmern der Orgel, eine Oktave höher, das Treten eines Pedals trifft mich im Kern, reißt etwas heraus und füllt damit den Raum. Ich starre hin und versuche dieses Gerißne einzusuchen, aber die Wunde muß noch bluten.


    Das ist der Ort der tausend Tode.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Du halluzinierst, aber Abhilfe ist möglich!
    http://www.teufel.de


    Dort findest Du unter Stereo die Teufel M80 in Verbindung mit dem Subwoofer M800 oder M825


    (wobei nur die M825 ernsthaft in Frage kommt. Oder besser: die M825 aktiv, klingt noch besser (kostet aber etwas mehr))


    Egal:das Stereo-Set mit 2 Frontboxen M80 und 1 Subwoofer M825 zu 495,00 DM sollte alle Wünsche erfüllen.


    Für (wesentlich) mehr Geld gibt es natürlich bessere Boxen, solltest Du Interesse haben - kein Problem! ich berate Dich gern.

  3. #3
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Herzchen, ich schicke Dir einen selbstgebackenen Weihnachtskeks. Damit Du weißt, was wirklich HART ist.

    it

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Dostojewski

    Ansätze zur Schuldfrage bei Dostojewski


    Beginne ich mit einem poetischen Zitat, setze fort über einen kurzen rechtsgeschichtlichen Aspekt und lande schließlich bei einer nur theologisch zu beantwortetenden Frage: Ist Schuld sühnbar?


    "Das Bedürfnis, viele Dinge wissen zu wollen, schlauer zu sein als andere und - tja, eben so zu sein, wie ich bin, das war es, was mir einen Teil meiner Würde wiedergegeben hat, aber das wirst du vermutlich nicht verstehen. Sie haben mir ziemlich wehgetan, ich meine, körperlich wehgetan, aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war, daß sie mir meine Würde genommen haben, wenn ich zitternd und heulend und vollkommen verängstigt vor ihnen stand und sie mich dann auch noch auslachten. Stolz und Würde in einem weiblichen Wesen - für meinen Vater bedeutete das, daß Satan in ihr wohnt, und möglicherweise war er in seinem zugeschissenen Hirn wirklich davon überzeugt, ein gutes Werk zu vollbringen. Für meine Brüder war es nur ein Riesenspaß, auch wenn sie die ehernen Wahrheiten unseres Herrn Papa über Erbsünde, Schuld und Sühne immer nachgebrabbelt haben. - Und jetzt sag mir, wen du suchst!"
    Mark starrte weiterhin den Fußboden an. Es fiel ihm immer schwerer, es nicht zu sagen. Sie kochte ihn langsam aber sicher weich.
    "An meinem fünfzehnten Geburtstag bin ich von zu Hause abgehauen", erzählte sie weiter, da Mark sich nach wie vor weigerte, ihr eine Antwort auf ihre Frage zu geben. "Kurze Zeit später habe ich meinen Freund Bechmann kennengelernt - damals noch hoffnungsvoller Jurastudent von Anfang Dreißig. Wenn ich heute so darüber nachdenke, dann war er ja schon ein kleines Ferkelchen, aber abgesehen von gelegentlichen gemeinsamen Ausflügen ins Reich der Perversionen war er nie schlecht zu mir, und im übrigen hatte er es auch mehr mit jugendlichen Geschlechtsgenossen..." (Mark Bohn)


    Hesiod dachte sich den Menschen düster, schuld- und sündenbeladen. Er fordert. Warum? Weil in ihm, einem der ersten Dichter, das Bewußtsein einer vorangetragenen Schuld vorhanden gewest. Er hatte nur eine Hoffnung, AIDOS (hat das etwas mit unserem Adel zu tun? Ja, das Edle, Gute..., es tut seine Wirkung und hindert den Menschen daran, Frevel zu begehn. Allerdings ist für Hesiod da auf der anderen Seite des Menschseins die Nemesis, d.i. hier aktiv zu begreifen: Es ist der Wunsch des Menschen, einem doch irgendwann und sei er unbewußt/willfährig/however begangenen Frevel aktiv zu sühnen. Aber - Hesiod weiß das - dieser Wunsch bleibt zeitlebens.


    Weiter: Im christlichen Kontext, und jetzt sind wir nun wirklich bei Dostojewski, greift der Mensch in die sittliche Gewalt ein. Er sühnt, vollzieht Gewalt als Ausdruck einer moralischen Handlung. Aber ist deshalb diese Handlung verstandesgemäß, ist sie nicht nur systemvollziehend, schwächt also mithin eine rechtsetzende Kraft, schwächt auch die freie Rechtsfindung.
    Wir dürfen hier nicht vergessen, daß Dostojewski das Recht in einer beinahe archaischen Weise suchte; es war ihm nicht paraphiert und veritabel in dicken Büchern, sondern einzig auffindbar in jedem Sünder. Und hier wird's mythisch: Der Mensch kann nur das Mythische, nicht aber das Göttliche erkennen; es sind die Wirkungen des Mythos, die ihm den Weg aufzeigen können, sich selbst in seiner Bestimmung zu erahnen; dann wird eine mitgetragene und mitzutragende Schuld agens, dann wird er produktiv, doch Schuld wird dadurch nicht verlorengehen. Diesen feinen Unterschied bitte ich zu bedenken.


    Und schließlich wird die Sühnung beigelegt vor des Menschen Angesicht durch einen Sühnevertrag, in dem eine Bußleistung (compositio) vereinbart wurde, wonach ein beidseitiger Friedensschwur (Urfehdeeid) geleistet wurde. Das ist veritabel, aber es ändert nichts vor Gott, auf den aber kam es D. immer an.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    Post Gurdjieff

    Einfach mal so in den Raum geworfen:


    Für Gurdjieff sind Begriffe wie Schuld und Sühne irrelevant, solange sie sich auf den "gewöhnlichen Menschen" beziehen. Ein solcher Mensch ist gekennzeichnet durch seine fehlende Einheit und dadurch, daß er viele Ichs besitzt, von denen jedes im Namen des Ganzen spricht, indem es sich ICH nennt. Er "erinnert sich nicht seiner selbst" und ist daher für seine Handlungen nur bedingt verantwortlich; alles, was er tut (ob im hergebrachten Sinne gut oder schlecht) ist nur Ausdruck seines inneren Chaos. Und deshalb kann ein solcher Mensch auch nicht wirklich sündigen, denn dazu bedürfte es Zielgerichtetheit in seinem Handeln, Fühlen und Denken und somit bereits einer gewissen Einheit. Sünde ist etwas, das Gurdjieff von einem Ziel abhängig macht, und erst der Mensch, der sich "auf den Weg" zu einer höheren Daseinsform gemacht hat, hat ein wirkliches, beständiges Ziel. Tut er etwas, das ihn vom Erreichen dieses Ziels abhält, sündigt er. Für Gurdjieff ist das "Sich-seiner-Selbst-Erinnern" ein höherer Bewußtseinszustand und wichtigstes Werkzeug auf dem Weg zur inneren Einheit. Entscheidend ist der Begriff "Bewußtseins-Zustand", denn mit Selbstreflexion oder einem über-sich-Nachdenken hat die Selbst-Erinnerung im gurdjieffschen Sinne nichts zu tun. Bewußt-Sein ist keine Funktion wie Fühlen, Denken oder Empfinden, sondern eben ein Zustand - eine durch konzentrierte Arbeit und Anstrengung erreichbare zweigeteilte Aufmerksamkeit. Der Mensch, der sich seiner selbst erinnert, nimmt sowohl das, was er tut, bewußt wahr, als auch sich selbst, während er es tut. Und zwar unmittelbar, ohne Umweg über die Reflexion.
    In diesem Zustand ist der Mensch - nach Gurdjieff - unfähig, etwas wirklich falsches zu tun, und zwar aus einer tieferen Einsicht heraus.





    [Diese Nachricht wurde von Mark am 06. Dezember 2000 editiert.]

  6. #6
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    Post Gurdjieff

    Anmerkung zum Trojanischen Krieg, zur Unmacht der Liebe und Macht des Hasses:


    THERSITES
    -der häßlichste Grieche vor Troja
    -schielte, hinkte, besaß einen spitzen Kopf, bucklichte Brust, dazu ein unverschämtes Maul
    -Intimfeind ACHILLES' und ODYSSEUS'
    -als er Achilles der Unzucht mit der getöteten PENTHESILEA zieh und dieser die Augen ausstach, tötete Achilles ihn


    Merke: Wenn ein Unhold die Wahrheit sagt, so sollte das seine Aufgabe sein. Niemals jedoch darf er einem Wahnsinnigen sagen, daß er fehlte.


    Stoff für eine Geschichte.

  7. #7
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    Gurdjieff

    Steht ja einiges drin, in diesem Ordner, am Ende sogar der Stoff für eine Geschichte. Sollte der nicht eigentlich schon als Vorbedingung des ersten Beitrags dagewesen sein?
    Nun gut, eine Idee mag vorhanden gewesen sein, allein - ich sehe noch nicht den Zusammenhang des Textes mit dem schlafraubenden Thema von Schuld und Sühne; eher schon zu den angebotenen Lautsprecherboxen. Aber warten wir ab, vielleicht liegt es ja an mir, daß der Wald voller Bäume ist, die ich nicht sehe. Gruß


    Vincent

  8. #8
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Es existierte bereits vor Kant ein kategorischer Imperativ quilibet praesumitor bonus (Setze im anderen nur das Gutgesonnene voraus) Hat sich da keiner dran gehalten? Was soll das ganze Gerede um Gleichheit, wenn es doch den Imperativ gibt? Damit ist dem Gedanken der Gleichheit Genüge getan.

  9. #9
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Schutz des Wunsches vor dem Tatsächlichen.
    Wer wünscht, der wartet, stärker noch, der erwartet und kann mithin betrogen werden. me semper fallit - der große Täuscher sitzt und grübelt, ob's denn ein Richtiges war mit dem Versuch, Menschen zueinander zu führen. Sie haben sich anvertraut - und als Zuckerli gab's das Hoffen, das Hoffen auf den ANDEREN, der nicht der Täuschung anheimbefohlen war.
    Das ist eine Dialektik des Stillstands, Rabulistik, Herzensfrost, Stummheit der Seele. Aber sie ist gegenwärtig wie der Regen auf meiner Haut, wie die Kälte um mein Herz, wie der Trugschluß in meinem Ende.


    the closer I get

  10. #10
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    AW: Notizen Dezember 2000

    1. im Fernsehen
    2. im Geschäft
    3. bei einem verrückten Spiel
    4. ganz oder aus Eitelkeit
    5. beim Geldverdienen
    6. für die Familie
    7. irgendwo in Europa
    8. beim Äpfelpflücken
    9. im Flugzeug
    10. unter einer einsamen Eiche

    Bei Dir aber, in der Stille der Nacht, weint nur der Mond. Und ich find Geborgenheit.

  11. #11
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Klirrende Kälte, doch ihr Lächeln trägt uns fort. Beißende Winde, nur so ein Gedanke, der flugs verfliegt. Abends ein Bett: eisig, bis wir uns lieben.
    Winterserenade.

  12. #12
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    AW: Notizen Dezember 2000

    1999: Hat der Herr Staatsanwalt die Ameise versteckt, die zur Überführung des Pastoren führte? - Schwierig die Überführung des Täters, wenn er aus der eigenen Verwandtschaft kömmt..


    17. Juni 1953: War er dabei, als man in Halle (Saale) Erna Dorn vors Tribunal zerrte, ihr weissagte, daß eine KZ-Vergangenheit nicht dazu taugt, nunmehr mißliebige Nichtkommunisten zu zurren!


    Was macht Vergangenheit aus? Wo sind die Grenzen der Loyalität?

  13. #13
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Dreifaches Schema, um die Welt in ihren Grundfesten zu erfragen:


    1. Herrschaft - in den Aspekten Welt und Geist, König und Herrscher, Sternendeuter und Sternensetzer
    2. Schutz - in den Aspekten äußere Erhaltung und innere Erweiterung und innere Erhaltung plus äußerer Erweiterung und
    3. Ernährung - in den Aspekten der Erhaltung des Grundes, Erhaltung des Daseyns, Bewahrung des Besitzes (hier aber Rückbindung an 1.)


    Spätestens seit dem Mittelalter ist uns diese Herrschaftspyramide, dieser Kegel des Daseins bekannt, aber galt dies nicht immer schon? Dumezil glaubte es. Überzeugend ist es, aber was ist mit den Multifunktionalen wie Apollon, Hephaistos, Thor oder Loki? Schema futsch?

  14. #14
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Jabez wurde unter Schmerzen geboren, war der Liebste, war ausbedungen, Großes zu leisten. Und ging daran zugrunde.
    Einem Kind muß man verzeihen. Ein Kind ist ungerecht, es sieht nur sich selbst in seiner Welt, immer im Jetzt. Das ist es, was es vom Erwachsensein scheidet. I me mine
    Und das Kind, es wurde geheißen ME: It's me!


    P.S. Warum entwickeln Väter diesen unbedingten Drang, einen Schneemann zu bauen?

  15. #15
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Und neben mir saß Knut, und Knut konnte es gut, wie sie mir immer wieder versicherte. Und dann lächelten ihre Münder und ein Schnee war gekommen, der ließ den eisigen Panzer ein gut Stück wachsen. Angesichtet.
    Da tröstete es mich wenig, daß meine Stadt entstand, daß die Fernen des Ersten näher rückten, daß die Wiesen bald wieder ihr saftiges Grün zur Ladung zum Liebesspiel stumm aussprechen würden. Tief "Knut" hatte den Winter gebracht, Hoch "Isa" würde ihn nicht wieder aufbrechen können.

  16. #16
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    AW: Notizen Dezember 2000

    Da war eine Wehmut im Raum, die sich nicht aussprach, aber mitteilte. Alte Menschen leben in Welten aus Glas. Alles wird gesagt. Früher oder später. Eher früher. Und bei besonders alten Menschen wird es brüchig-sanft-grantig; nur die Herzlosen schwimmen weit hinaus. Und gehen unter. Das lebenslang Verdrängte bricht sich Bahn, in Krankheiten, Hartherzigkeit, dem stillen Trotz... Kinder sind die Plage. Sie sind mißraten, beinahe alle. Und sie rächen sich für den Abdruck der Mißratenheit. Sie verschmähen; nur tun sie das, um ganz sicher zu gehen, selbst einmal verschmäht zu werden?
    Das ist eine Metapher des Traunseligen.


    Ein Dampfer fuhr über den Süßwassersee, erinnerte an die Tage ausgebaggerter Gemütlichkeit. (Nur die Oberflächlichen konnten das Sterben der Fische übersehen.) Weite. Volkstum. Abendmahl.

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Dezember 2000

    "Ich will Ihnen etwas erklären", sagst du und greifst und greifst und greifst, aber alles ist ausgefegt (du bist gründlich), weswegen du immer nur ins Nichts greifst. Der, dem du etwas erklären willst, sagt: "Aber du erklärst nichts", und du musst ihm zustimmen. Du nickst also und sagst: "Entschuldigen Sie". Der, dem du etwas erklären willst, hat aber beschlossen, auf deine Entschuldigungen zu pfeifen. Du sagst noch hundert Mal: "Entschuldigen Sie", aber er hört nicht mehr hin, was du beim hundertundeinten Mal auch mitbekommst. "Könnten Sie mir erklären, ...", fängst du an, aber da fällt dir ein, dass dir schon alles erklärt worden ist. Hundert Mal. Du schnappst fischmäulig und damit hat sich die Sache. "Ach ja!", sagst du und drehst dich im Kreis, dass deine Röcke nur so fliegen. "Ich weiß es schon wieder!", sagst du und drehst dich schneller und lachst im Kreis herum, dass es nur so eine Freude ist. "Ich bin glücklich!", sagst du (du jauchzt!). Dann gehst du mit ihm an der Kaimauer spazieren und triffst all die Freunde, die jetzt auch an der Kaimauer spazieren gehen, weil es jetzt die Zeit für das Spazieren an der Kaimauer ist (es sind die Feiertage). Du schaust heimlich ins Wasser, aber das hat sich zugemacht und dich übrig gelassen. Du hakst dich fest an dem, mit dem du an der Kaimauer spazieren gehst. "Lassen Sie mich nicht allein", sagst du leise. "Sie haben mich ins schwere Land gezogen", sagst du. Er will es nicht gewesen sein, aber er schenkt dir einen Luftballon. Du könntest dich aufhängen oder wie ein Wirbelwind unter dem Luftballon laufen und laufen und laufen von hier bis dorthinaus. Im Dorthinaus ist dann aber Schluss, da stößt du dann an (final) und die Wucht des langen Anlaufs wird dafür sorgen, dass dir der Kopf zerschellt. Lieber lässt du den Luftballon frei aufsteigen und weg ist er, während du umkehrst. Du trottest, weil du keine Eile hast.

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