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Thema: Unkepunz

  1. #1
    Tochter des Hauses
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    Post Unkepunz

    Wie ein Unkepunz sein zweites gleichlanges Bein bekam


    -Ein Geschichte zum Mitschreiben-


    Es war einmal ein Unkepunz. Unkepunz? Das hab ich doch schon mal gehört. Ja, richtig: Der Unkepunz ist eine Kreuzung zwischen einem Irrwicht & einem Troll. Vom Irrwicht hat er das kurze Bein, vom Troll das lange. Ja, und genau darunter leiden die Unkepunze. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, zwei gleichlange Beine zu haben. Das ist aber nicht alles, was einen Unkepunz ausmacht: Unkepunze haben lange grüne Haare, die vom Kopf abstehen. Das kluge Gesicht versteckt sich hinter einer zentimeterdicken Dreckschicht aus Matsch und Leinsamenbonbonresten, außerdem wirkt ihr Gesicht, als ob da noch jemand geraspelten Käse drübergestreut hätte. Unkepunze werden nicht größer als einmeterzweiundsiebzig & nicht schwerer als siebenundvierzigkilogramm.


    Unser Unkepunz - es wird Zeit, daß wir ihn einführen - bewohnte eine Höhle unter einem rosaroten Wrack. Dieses lag nahe am südöstlichen Strand des selten befahrenen Rongo-Meeres. Ach ja, Twiedel hieß er.
    Twiedel war lat & einsam, ein wenig glücklich war er auch, denn viele Ratsuchende fanden ihn. Das aber geschah selten. Und das ist kein Widerspruch! Twiedel trug immer eine Glaskugel mit sich herum, weil er glaubte, diese Kugel bringe ihm eines Tages Glück. Glück, das war das zweite gleichlange Bein, wobei Twiedel sich noch nicht entschieden hatte, ob er lieber ein gleichlanges längeres oder ein gleichkurzes kürzeres Bein haben wollte. Vielleicht hatte er deshalb zwei verschiedenlange Beine, weil er es eben nicht genau wusste, was er wollte.
    So sind Unkepunze eben. Doch anderen wusste er nicht selten Rat zu geben.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Unkepunz

    ihba! leinsamenbonbons! haben die armen unkepunze solche neurotisch-grünen eltern, dass sie nicht nur grüne haare haben sondern auch noch antiautoritär-frei-gewählt-lassende beine und der käse, der geraspelte - von lila kühen doch wohl nicht -
    ich fürchte mich vor unkepunzen. wenn sie mich sehen, werden sie mich fressen wollen, weil ich angewachsene orhläppchen habe und deshalb mir morgens im spiegel immer so ein pfannekuchengesicht "lappi!" zugrinst und dann ist die laune schon wieder futsch.
    hast Du noch mehr unkepunz-akten? bin auf fortsetzung gespannt.


    wartet
    amb

  3. #3
    Tochter des Hauses
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    AW: Unkepunz

    II.


    Unkepunz Twiedel wusste nicht, dass eines schönen Tages ein Igel namens Conradin kommen und sein ganzes Leben verändern würde.


    Conradin wanderte für sein Leben gern. Er war zwar sehr schwächlich und stieg so keine Berge oder Anhöhen hinauf. Er lief die flachen Felder und Strände entlang. Also war er eines Tages auch am südöstlichen Ufer des Rongo-Meeres. Und da es schon dunkel war, so suchte er einen Schlafplatz. Da traf er Twiedel, der gerade seinen Bauch in die Abendsonne hielt. Conradin fragte Twiedel, ob er bei ihm schlafen dürfe. Twiedel willigte ein. Conradin setzte sich auf den Rücken seines neuen Freundes und ab ging's. Sie tauchten hinab unter das Wrack. Den ganzen Abend schwatzten sie. Später erzählen wir dies.


    Am nächsten Morgen aßen sie zusammen Frühstück. Es gab Algen in Tintenfischsoße. Nicht diese großgrünen Langarme, nein von diesen kleineren mit den noch verquarzten Saugnäpfen. Ihr wisst schon, welche ich meine. Zum Nachtisch gab es natürlich Leinsamenbonbons. Dann wollte Conradin gehen. Da fiel dem Igel noch etwas ein: "Wieso hast du ein kurzes und ein langes Bein?" wollte er wissen.
    "Weil ich eine Kreuzung aus einem Irrwicht und einem Troll bin", antwortete Twiedel.
    "Tut das weh?" fragte der Igel.
    Twiedel überhörte das.
    "Diese Kugel hier", und er zeigte auf seine Glaskugel, "soll zaubern können. Meine Freundin Jasmine behauptet, dass sie meine Beine gleichlang machen könne, aber ich weiß nicht, ob zwei kurze oder zwei lange Beine haben möchte."
    "Brauchst du nicht", entgegnete Conradin, "ich habe sehr kurze Beine, aber ich hänge jeden Hasen ab. Kennst du diese Geschichte vom Wettlauf zwischen mir und dem Hasen Xaver?- Aber ich habe jetzt keine Zeit mehr. Tschüss!"
    Sprach's und stolperte den Strang entlang.


    Oder soll es anders weitergehen?

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Unkepunz

    hmmm, Leinsamenbonbons und Unkepunze mit grünen Haaren...!!!... das liebe ich!!! ich sollte einem Kind mal etwas an die Wand malen in seinem Kinderzimmer... ich fing also einfach an... und wusste noch nicht, was es werden würde... und dann auf einmal war es ein ... hmm, ja... Männlein mit grünen abstehenden Haaren... und die Kinder mochten es sehr gerne... ja, und ich dachte damals, wenn ich mal sterbe, dann komme ich einfach in ihm wieder auf die Welt... einfach da so an die Wand... und die Kinder können dann mit mir sprechen... na ja, das war so eine Gefühlssache... ich fühlte irgendwie so eine Seelenverwandtschaft... ja, das war mir bei deinem Unkepunz jetzt gerade wieder eingefallen... und ich hoffe, das stört dich jetzt nicht, dass ich das einfach in deinen Ordner geschrieben habe...


    ja, und meinen Punkt habe ich schon an die Leoparden vergeben, aber... der Unkepunz, der muss natürlich auch einen bekommen...


    liebe Grüße, Irene

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Unkepunz

    hallo, charly -
    jetzt hab ich die Fortsetzung erst entdeckt, sowas aber auch (schämschäm - wird mir der unkepunz wohl seine violette (??) zunge zeigen und mit dem finger auf die grüne Stirn tippen ... soll er, hat er recht.
    Ich liebe übrigens - neben jetzt unkepunz - auch den kleinen Häwelmann, der hat mir nämlich beigebracht "MEHR!MEHR! zu brüllen, Tag und Nacht -
    und natürlich kriegt Unkepunz meine Stimme jetzt auch!


    amb

  6. #6
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    Post AW: Unkepunz

    III.


    Und so zogen sie nun los, der Unkepunz und der Igel. Sie konnten nur am Strand entlang laufen, denn der Igel stieg keine Anhöhen hinauf. Twiedel spielte mit seiner Glaskugel, Conradin starrte auf den Sand. Nach einiger zeit kamen sie zu einer Hütte, einer riesigen Hütte. Davor saß ein Riese. Rongardolin. Er sortierte Steine, die kleineren vom Ufer, die größeren, die der letzte Sturm ans Ufer gespült hatte. Er blickte nur kurz auf, als er die beiden Freunde bemerkte. Sah auf und steckte flugs einen Bernstein in seinen Mund. Die aß er am liebsten. Und weil er die am liebsten aß, hatte er sein Haus am Strand aufgeschlagen, weit weg von den anderen Riesen. Sein Haus stand so am Ronga-Meer, und er konnte jeden Tag hoffen, einen besonders prächtigen Bernstein zu finden. Fand er keinen, so gab es Hühnergötter, die nicht weniger gut schmeckten. Twiedel versteckte seine Glaskugel. Sah sie nicht einem Bernstein zum verwechseln ähnlich?
    "Wer seid ihr denn?" wollte der Riese wissen.
    "Woher sollen wir denn das wissen, du Lulatsch", entgegnete Twiedel patzig, aber er steckte seine Glaskugel noch tiefer in die Hosentasche.
    "Kommt doch mal ein bisschen näher! Ich sitze gerade so schön."
    "Stimmt es, dass dich die anderen Riesen nicht mögen?" fragte Conradin vorsichtig.
    "Ja, sie hänseln mich. Ich bin eben nicht ganz so schrecklich riesig wie sie. Und außerdem mag ich Bernsteine und nicht den langweiligen Schieferquarz, den sie immer in sich reinstopfen."
    "Hm!", meinte Twiedel. "Einen kleinen Riesen habe ich noch nicht kennen lernen dürfen. Was kannst du denn?"
    "Woher soll ich das wissen?"
    "Kannst du uns auf diesen hohen Berg dort hinten bringen?"
    "Das ist der Engelsberg."
    "Ja, auf den Engelsberg. Bringst du uns hin?"
    "Ist wohl zu weit für euch?"
    "Wir suchen dir eine Handvoll Staub. Als Nachtisch kannst du den gut gebrauchen", schlug Conradin vor.
    "Lasst mal! Ich bring euch hin!"


    Und er stand auf, reichte seine Riesenpranke hinunter zu Twiedel und Conradin, die daraufstiegen, und stapfte zum Engelsberg.

  7. #7
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    Post AW: Unkepunz

    Angekommen. Der Riese verschwand. Ja, er lutschte an einem Feigenblatt, räusperte sich und spuckte kirschkerngroße Popelstücke aus. Das kümmerte ihn nicht, denn er tat immer so, als ob er allein auf der Welt wäre. Vielleicht mochte ihn darum keiner so richtig leiden. Und er wusste es nicht einmal. Naja, bleiben wir jetzt nicht länger bei diesem komischen Riesen.
    Unkepunz bohrte in der Nase, Conradin versuchte auf einem Bein zu stehen. So, nun waren sie also auf dem Berge.
    Kurz unter der Bergesspitze sahen sie ein Haus. Draußen lauter Blumen. Rote, gelbe und blaue Blumen. Sie sahen Narzissen, Veilchen und Rosen. Der Duft war stark und drang durch ihrer Fell. Sie trippelten hin, nur ein kleines Stück den Berg hinunter. Ja, einmal musste es dann doch bergab gehen. Ein Blumenhaus. Wer wohl darin leben mochte?
    Conradin holte sich ein Stückchen und schlug damit gegen die Eingangstür. Sie sprang auf. Vorsichtig gingen beide über die Schwelle. Niemand da!
    "Hallo!" rief Twiedel.
    Conradin betrat die Stube. Auf einem Schränkchen hockte ein Engel, der lachte sie an.
    "Hallo Twiedel! Hallo Conradin! Ich habe auf Euch gewartet."
    "Wieso denn?" fragte Conradin.
    "Ihr sollt meinen Freund finden. Er war schon lange nicht mehr zum Kaffeetrinken bei mir. Außerdem muss er seine Blumen gießen. Ich mach das nicht", sagte der Engel. Er hatte zwei kleine Flügel auf dem Rücken, also musste er ein Engel sein. Die Nase trug er hoch, die Augen waren dunkelblau, ja und die Haare waren wachsfarben, beinahe also ein echter Engel. Wie alles hier. Der Tisch stand auf drei Beinen, die Gläser waren halbvoll, die Flasche halbleer, auf der Kommode im großen Zimmer krabbelte eine kleine Spinne, immer hin und her. In einer Ecke spielte eine Ameise mit sich Ringelreihen. Ein verrücktes Haus. Und dann die vielen Blumen, hier waren sie größer und ledriger als draußen.
    "Wo sollen wir deinen Freund denn suchen?" fragte Twiedel.
    "Der findet Euch, wenn Ihr ihn sucht", entgegnete der Engel. Sprach's und verschloss seine Augen.

  8. #8
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    Post AW: Unkepunz

    Und so suchten sie den Blumenfreund. Der Engel wusste nicht wo, aber sie hatten ihm aus der Nase ziehen können, dass man solche Sachen im Immeresserland erfahren könne. Nichts leichter als das! Twiedel zog seine Glaskugel aus der Tasche und fragte sie. Die zeigte einen Stein. Naja, eben so einen Stein. Sie schauten sich an:
    "Ganz klar! Wir müssen ins Steinfresserland", sagten sie gleichzeitig.
    Sie machten sich auf den Weg, immer über Stock und Stein, wobei Twiedel Conradin über die Steine heben musste. Und dann trafen sie einen Steinfresser. Der verwechselte sie erst mit etwas Essbarem. Doch dann wurde er freundlich. Sehr freundlich aber auch nicht. Außerdem nuschelte er. Er hatte immer einen Stein im Mund, auf dem er herumkaute. Und einmal spuckte er diesen Stein auch aus, traf aber zum Glück keinen.
    "Was hat er gesagt?" fragte Twiedel.
    "Ich glaube, er sagte, wir sollen nach Süden gehen", meinte Conradin.
    "Ich habe aber Norden verstanden!" beharrte Twiedel.
    Sie beratschlagten sich, was sie tun sollten. Und da sie zu keinem Ratschluss kamen, gingen sie auseinander. Twiedel ging nach Norden, Conradin nach Süden. Irgendwo musste das Immeresserland ja sein.- Sie wollten sich nach einem Mond wieder an der Wegschneise treffen.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Unkepunz

    Das läuft so. Karl, was wo meine Tochter sein tut, schickt mir den Text. Ich geh da mal drüber, wenn sie bei mir ist, was viel zu selten der Fall ist, lese ich ihn ihr vor, sie mäkelt oder hat noch eine Idee, dann stelle ich den Text hier ins Forum. Also, die Ideen sind alle von ihr, die Sprache ist die ihre, ich mach nur ab und an einen Konjunktiv in den Text. Und siehe: Kaum benutzt der böse Ed einen Konjunktiv, schon wird's grauslig mit dem Stil.
    Ach ja, Karl ist 12, glaube ich. Aber sie ist riesig, in jeder Beziehung.

    Küßchen für Dich, Prinzeßchen.

  10. #10
    Tochter des Hauses
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    Post AW: Unkepunz

    Und hier die Fortsetzung der Geschichte, auf die Ihr schon lange gewartet habt:


    Twiedel hatte die Glaskugel, und so konnte er problemlos den Weg finden. Also ist das nicht so interessant.
    Aber Conradin hatte kurze Beine und Stacheln auf dem Rücken und außerdem konnte er nicht mal den Berg hochlaufen, da ist die Suche schon schwieriger. Conradin lief in Richtung Süden. Berg ab. Auf dem Wege, immer mit der Schnauze nach unten, fand er eine Schachtel. Er hob sie vorsichtig auf. Igel kennen ja keine Streichholzschachteln. Also, machte er sie ganz, ganz vorsichtig auf und nahm ein Streichholz raus. Aber kaum hatte er es herausgenommen, zündete es. Und Conradin bekam Angst und warf es hinunter. Da ging das Streichholz aus. Conrad staunte und hob es wieder auf, doch da ging das Streichholz wieder an. Doch diesmal warf Conradin es nicht runter, diesmal fragte er: "Was bist du?"
    Da schwebte das Streichholz zu einem Stein und schrieb mit Feuer hinein: Ludo.
    Conradin überlegte, was das bedeuten mochte, aber er sagte nichts. Und zu fragen traute er sich nicht, denn vielleicht würde es dann wieder ausgehen. Also schwieg er. Das Streichholz aber flog in seine Schachtel zurück.
    Nach einer Weile bekam Conradin Hunger. Er nahm das nächste Streichholz aus der Schachtel. Es geht an, wie von Zauberhand. Und wieder überlegte Conradin, dann fragte er: "Kannst du mir etwas zu essen geben?"
    Er forderte das Streichholz nicht auf, ihm etwas zu essen zu geben, denn bevor er solche Worte sagen konnte, da stand auch schon etwas zu essen vor ihm.


    Twiedel währenddessen geriet in einen Sturm.

  11. #11
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    AW: Unkepunz

    Als sich der Sturm gelegt hatte, setzte Twiedel sich erschöpft auf einen Stein und schaute in die Kugel. Er dachte mal wieder über sein Problem mit den Beinen nach. Da erschienen zwei Beine in der Glaskugel. Sie waren wie bei Twiedel unterschiedlich lang. Doch als Twiedel zum zweiten Mal auf die Kugel schaute, waren nur noch zwei lange Beine da.
    Twiedel schüttelte die Kugel und dachte an Conradin. Was er jetzt wohl gerade machte?
    Da erschien in der Glaskugel Conradin. Twiedel schaute gespannt auf die Kugel und sah Conradin, der gerade ein Streichholz anzündete und es bat Walzer zum Tanzen zu spielen.
    Twiedel schaute ihm lange zu. Conradin war ganz versunken in der Musik.


    Doch auf einmal sah Twiedel einen Riesen der schnurstracks auf Conradin zuwatschelte.
    Conradin bemerkte ihn natürlich nicht. Dazu war er viel zu versunken in die Musik.
    Twiedel schaute genau hin und nun bemerkte er, dass der Riese schlafwandelte. Dabei stolperte über einen Stein, krachte gegen einen Baum, stand wieder auf und rutschte kurz darauf in einer Pfütze aus. Doch das alles schien dem Riesen nichts auszumachen. Er lief weiter schnurstracks auf Conradin zu.
    Der hatte inzwischen begonnen zum Walzer zu tanzen, dabei bemerkte er natürlich nicht den Riesen. Twiedel versuchte ihn zu warnen. Doch Conradin hörte ihn nicht.
    Gerade als der Riese nur noch einen Schritt brauchte um Conradin zu zermatschen (denn Riesen sind ja wesentlich größer als kleine hilflose Igel) kehrte er um.


    Die Walzermusik hörte auf. Conradin machte die Augen auf und bemerkte den Riesen, wie der so rumwatschelte. Vor Schreck schrie er auf. Davon wachte der Riese endlich auf, denn wie man ja weiß, sind Igelschreie sehr schrill und laut.
    Der Riese sah Conradin an und sagte dann: "Oh, Entschuldigung, dass ich Sie erschreckt habe, aber ich habe seit drei Wochen nichts mehr gegessen und somit riesen Kohldampf."
    Der Igel wunderte sich: "Wie können Sie denn auch etwas finden. Sie hatten doch die ganze Zeit die Augen zu!"
    "Ach so, ich erklär Ihnen das mal: Wir Riesen essen für unser Leben gern Bernsteine. Und wenn wir Hunger haben, machen wir die Augen zu und strecken unsere Arme aus. Die Hände suchen sozusagen den Boden ab und wenn sie etwas entdeckt haben, dass wie Bernstein oder so aussieht, dann geben sie uns ein Signal. Und wir gucken dann, ob es etwas zu essen ist. Verstanden?!"
    Conradin sagte nichts. Er hatte sich auf einen Stein gesetzt und dachte nach. Dann nahm er ein Streichholz, zündete es an und sagte: "Kannst du für den Riesen ein Bernsteinessen machen?"
    Schon kurze Zeit später stand ein Tisch mit Essen auf dem Tisch. Aber Essen aus Bernstein.
    Dann wünschte sich Conradin auch etwas zu essen, und nun saßen beide am Tisch und erzählten sich Geschichten.

  12. #12
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Unkepunz

    Da isser nun, der Unkepunz:


  13. #13
    Tochter des Hauses
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    Post AW: Unkepunz

    Sie erzählten sich kurze und lange, gruslige und friedliche, einfache und komplizierte Geschichten.
    Bei den grusligen Geschichten verkroch sich Conradin unter der Decke. An manchen Stellen der Geschichte schrie er: "Hör auf! Ich habe Angst!"
    Dann hörte der Riese auf, diese eine Geschichte zu erzählen, schaute Conradin prüfend an und begann kurz darauf mit einer anderen. Doch immer wieder wurde die Geschichte, selbst wenn sie friedlich angefangen hatte, gruslig und Conradin schrie wieder: "Hör auf! Ich habe Angst!" -So ging das immer weiter.- Bis es abends war.


    Twiedel unterdessen war schon eingeschlummert. Er träumte von Blumen, von gelben, roten und blauen Blumen. Dann träumte er von einer Glaskugel. Von seiner Glaskugel. Um seine Kugel waren Puppen versammelt. Insgesamt fünf. Sie sagten alle das gleiche: "Beine, Beine!"
    Dann wachte Twiedel auf.
    Es war schon früher Morgen, die Vögel zwitscherten. Twiedel konnte zwei Vögel unterscheiden, die sich um einen Wurm stritten. Er schaute in seine Kugel. Conradin und der Riese schliefen noch. Twiedel blickte zu den Bergen. Erst jetzt bemerkte er, daß er in einem tiefen Tal war. Er schaute noch einmal in die Kugel und sah den Riesen aufstehen und verschwinden.
    Twiedel dachte: 'So ein undankbarer Riese. Erst erschreckt er Conradin und frißt sich bei ihm voll, dann verschwindet er einfach so, ohne sich zu bedanken!'
    In diesem Augenblick spürte Twiedel etwas an seinem Bein krabbeln. Er sah hinunter und sah eine Spinne.

  14. #14
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    Post AW: Unkepunz

    "Hallo!" sagte die Spinne. "Wer bist du?"
    "Ich bin ein Unkepunz", antwortete Twiedel brav, "und wer bist du?"
    "Ich bin Agatha! - Was machst du hier auf dem Stein von Nuse? Hat dir Nuse das erlaubt?" fragte die kleine Spinne schnippisch.
    "Wer ist denn Nuse, und wieso fragst du, ob sie's mir erlaubt hat?"
    "Na, der Stein gehört Nuse, meiner Freundin. Die sonnt sich hier immer. Und da das ihr Lieblingsstein ist, mußt du sie fragen, ob du drauf darfst."
    Twiedel wollte sich jetzt nicht streiten. Vor allem wollte er es nicht mit einer kleinen und dazumal dicken Spinne. Und so stand er auf und ging seiner Wege.


    Conradin war währenddessen schon aufgestanden und suchte seine Streichholzschachtel. Er suchte hier. Er suchte da. Aber er fand sie nicht. Erst jetzt bemerkte er, daß der Riese schon verschwunden war. Er suchte noch einmal hier und noch einmal da. Und dann fand er sie. Sie lag auf einem Teller.
    Er öffnete die Schachtel, nahm ein Streichholz heraus und bat es aufzuräumen.
    "NEIN! DU HAST MICH AUF DEM TELLER LIEGENLASSEN. ICH DACHTE, DU WÄREST ETWAS FREUNDLICHER ZU ANDEREN!"
    Damit verabschiedete sich das Streihholz, kehrte in seine Schachtel zurück und die Schachtel verschwand.
    "Streichhölzer werden aber schnell eingeschnappt", murmelte Conradin und begann, so gut es ging, aufzuräumen.
    Als er fertig war, betrachtete er sein Werk mit Stolz. Er war so klein, hatte kurze Stummelbeinchen und hatte es geschafft , trotzdem allein aufzuräumen. Er sah sich um. Dann machte sich Conradin wieder weiter auf den Weg.
    Er kam an riesigen Bäumen und Steinen vorbei.
    'Ich will doch ins Steinfresserland. Dann bin ich ja richtig', dachte der kleine und putzige Igel Conradin.
    Er lief schneller und schneller, so schnell er nur laufen konnte. Warum er jetzt so schnell lief, konnte er sich selber nicht erklären. Er tippelte über die kleinen Steinchen.


    Stop!!


    Abgrund! Bleib stehen, Conradin! Stop!

  15. #15
    Tochter des Hauses
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    Post AW: Unkepunz

    die Abgrund-Geschichte wird jetzt ersteinmal nicht fortgesetzt




    In dem Stall, wo der Engel Charlonchen zu Hause war, lebten auch noch zwei andere Gesellen (abgesehen von den vielen Bienen, Kakerlaken, Spinnen und Raupen). Zum Einen war da der Zwerg Mimmel und zum Anderen der Schlingel Karl. Der Schlingel Karl war eigentlich ein guter Schlingel. Er stellte Hufeisen für die Pferde her. Aber der Zwerg Mimmel war kein lustiger Geselle. Er brachte die fertigen Hufeisen an die Pferde an. Aber meistens war er nicht gut drauf. Immer wenn er grimmig war, nahm er eine Blume, reiste die Blumenblätter ab und peitschte dann mit den Stengel auf die Pferde ein. Das wusste der Engel nicht, dafür wusste er aber ein schreckliches Geheimnis, was auch der Unkepunz wusste. Mimmel hatte nämlich einmal versucht, alle Unkepunze umzubringen. Er verabscheute Unkepunze. Eigentlich verabscheute er alles. Doch Twiedel hatte ihn überlistet. Wie wusste keiner. Und zur Strafe musste er für immer in diesem Stall arbeiten.


    Doch keiner wusste, dass der Schlingel Mimmel wieder etwas Schreckliches vorhatte.. Er wollte diesmal mit Tausenden von Lügengeschichten die Welt regieren. Er hatte auch schon einen Gehilfen. Eine Wanze. Gerade redete er mit der Wanze:
    "Du musst mir heute etwas Wertvolles holen!"
    "Was?"
    "Das Zauberelixier. Twiedel hatte es in seinem Blut. Es verleiht mir die Gabe, Geschichten zu erzählen. Mach es aber so, dass dieser Unkepunz nichts merkt. Dieser Trottel weiß nicht einmal, dass er ein solches Elixier besitzt!"


    Und schon machte sich die Wanze auf den Weg.

  16. #16
    Tochter des Hauses
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    Post AW: Unkepunz

    10

    "Aufstehen! Frühstück ist angerichtet." Das Etwas rüttelte unsere beiden Freunde wach.
    "Ist doch noch so früh", brummte Twiedels Stimme aus dem Kopfkissen. Sprach's und drehte sich auf die andere Seite.
    "Och, ist das lieb von dir, Etwas. Das hättest du doch nicht machen müssen", sagte Conradin etwas verlegen. Er war schon lange wach, aber müde war er wohl nicht. 'Das kommt bestimmt von der guten Luft und dem weichen Bett', dachte er.
    "Hier! Bitte schön, ein bißchen Tee, selbstgemachtes Pflaumenmus, Eierkuchen und Leinsamenbonbons..."
    "Leinsamenbonbons? Wo? Wer hat das gesagt?" schreckte Twiedel hoch und fuchtelte mit seinem Kopf hin und her. Er liebte ja Leinsamenbonbons und mußte oft, viel zu oft, darauf verzichten.
    "Magst du sie? Ich kann sie nicht mehr leiden, habe mich, glaube ich, daran überfressen", sagte Twiedel und sperrte seine sowieso nicht kleinen Augen weit auf.
    Das Etwas holte eine große Schachtel voller Leinsamenbonbons und stellte sie Twiedel aufs Bett.Dann setzte er sich auf einen Stuhl und sah den beiden beim frühstücken zu. Als sie fertig waren, nahm er ihnen die Teller weg und fragte:
    "Du, Connie, ich würde so gern mit euch kommen. Hier ist es immer so langweilig und die Steindingsda treten mir viel zu oft auf die Füße. Darf ich nicht mitkommen?!"
    Conradin schaute fragend zu Twiedel hinüber. Doch der war immer noch damit beschäftigt, sich mit Bonbons vollzustopfen. Diese Entscheidung mußte wohl Conradin allein fällen. Und so sagte er vorsichtig:
    "Ich denke, Twiedel wird nichts dagegen haben. Und ich freu mich sowieso. Du kannst gern mitkommen."
    Das Etwas fiel Conradin um den Hals und es schien so, als ob es mit Conradin zusammen im Raum umherhüpfen wolle, doch Conradin hatte da noch etwas sehr Leckeres auf dem Tisch entdeckt, ein kleines Füßchen Rübensirup, und griff hastig danach. Twiedel mußte wohl oder übel allein herumhüpfen, was aber seiner Freude kaum Abbruch tat. "Ich geh auf Weltreise! Ich geh auf Weltreise!" rief er fröhlich und sprang im ganzen Zimmer umher.
    Und so sammelten sie viel Proviant und machten sich auf die große Reise. Wo genau sie hin mußten, wußten sie nicht wirklich. Aber der Blumenfreund, der würde es wissen, also mußten sie den finden. Der würde ihnen dann weiterhelfen.
    Als sie aus der Stadt schlenderten, bemerkten sie, wie schön die Natur war. Sie hatten den ganzen Tag auf das Steingrau der Stadt geschaut, und so fiel ihnen jetzt auf, wie schön es doch war, wenn die Blätter sich sanft im Winde wiegten, es überall raschelte und nicht kreischte, wenn man den Flügelschlag eines Vogels hören konnte, den der Straßenlärm in der Stadt eben immer überdeckte. Sie hörten den Fluß plätschern und die Vögel singen. Es war eine Lust! Conradin versank völlig in seinen Tagträumereien. Twiedel dagegen war damit beschäftigt, die Leinsamenbonbonreste aus den Zahnzwischenräumen zu puhlen. Das kleine Etwas watschelte neben den beiden her und beobachtete seine Umgebung, wie Rehe und Gazellen Gras fraßen und gemütlich und zufrieden auf einer Lichtung lagen.
    Unsere Freunde schlenderten immer weiter an einem Fluß entlang. Flußaufwärts. Vorbei an den schönen Bäumen, an denen zu ihrer Zeit Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche und Birnen hingen. Ganz sicherlich. Conradin schnalzte mit der Zunge bei der Vorstellung an eine schöne saftige Birne. Sie watschelten vorbei an Feldern mit einem letzten Rest an Rapsgeruch, an Sonnenblumenwiesen. Gelb, die Wiesen waren gelb, sie waren es früher und heute und würden es morgen sein.
    'Gelb ist eine freundliche Farbe', dachte Conradin. 'Ich werde mein Haus gelb streichen!'
    Ihnen machte das Leben Spaß und alle drei erfüllte ein ungeheures Glücksgefühl, als ob sie nichts aus der Bahn werfen könnte, als ob es immer so gewesen wäre und sie vor lauter schönen Gefühlen schier platzen müßten.

  17. #17
    Unki
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    11 Das Unkepünzchen

    Twiedel hatte die Nacht einen seltsamen Traum, er träumte von einem weiblichen Unkepunz mit der die Fünf zusammen den Blumenfreund weiter suchen würden. Die Unkepunz-Dame hatte eine Glücksperle, so etwas wie Twiedel bloß halt als Perle. Mit dieser Perle konnte man bestimmte Personen aufsuchen, Gedanken lesen und in die Zukunft schauen. Aber das Beste kommt noch:Twiedel hatte sich, seit dem ersten Augenblick er sie gesehen hatte, unsterblich in sie verliebt.


    Am nächsten Morgen kurz nachdem die Sonne aufging...
    Guten Morgen alle zusammen", schrie Twiedel. Die anderen wachten von dem Geschrei natürlich auf und fragten, was los sei. Sie waren noch ganz benommen vom Schlaf. "Wißt ihr nicht mehr, wir suchen doch unseren Freund und wir dürfen nicht trödeln."
    Ach so, stimmt ja", riefen die anderen im Chor.
    Alle frühstückten zusammen und brachen dann zusammen auf.
    Ich habe so ein Gefühl in der Nase, ich denke hier ist irgendwo einer meiner
    Artgenossen", sagte Twiedel.
    Komisch"...
    Als sie gerade um die nächste Ecke gehen wollten, um denn Weg von dem Blumenfreund aufzunehmen, sagte Twiedel: Habe ich euch schon von meinem seltsamen Traum...."
    RUMMMMMMMMSSSSSSSSS
    .....machte es auf einmal. Alle standen erschrocken da und trauten ihren Augen nicht. Twiedel, der vorne ging, trat näher heran. Ein Wesen, nicht viel größer als er und mit zwei unterschiedlich langen Beinen, bloß daß das linke Bein kürzer war und das rechte länger zusammen. Und das Erschreckende war: Dieses Wesen sah genauso aus wie Twiedel.
    Hey, paß doch auf!" kreischte Twiedel los: "Du kannst doch nicht" Dann verstummte er und schaute dem kleinen Wesen in die Augen.
    Aber", stotterte er ,ich habe von dir geträumt heute Nacht und jetzt bist du hier genau hier und..."
    Warte mal", sagte das kleine Wesen.
    Ich werde euch erzählen, warum ich heute hier bin".
    Die anderen schauten nicht schlecht, was die Kleine alles erzählte, daß sie kommen sollte, um zu helfen. Sie ist im Auftrag vom Rosenland, wo alle Einwohner bestimmte
    Aufgaben haben,die sie erledigen mußten. Aber das meiste kam von ihnen selbst denn sie tun gerne gute Dinge für die anderen. Und so erzählte sie über mehrere Stunden. Die anderen, besonders Twiedel, der sie schon mit verliebten Augen ansah, lauschten ihrer
    Geschichte.
    Ach übrigens, ich heiße Rosa und bin ein Unkepunz genauso wie du. Wie heißt ihr überhaupt?" fragte sie dann.
    Alle stellten sich ihr vor und sie war begeistert, weil alle so nett waren. "So etwas hatte sie noch nie", sagte sie traurig..
    Als sie dann fertig war, wollte Twiedel noch eines wissen: "Warum habe ich von Dir geträumt?"
    Das ist ganz einfach", antwortete sie ohne nachzudenken. "Ich habe mich in deinen Traum eingeschlichen, um deine Gedanken zu lesen. Weißt du, ich habe da so eine Glücksperle, mit der kann ich viele Sachen machen... Aber das erzähle ich euch später."
    Laßt uns aufbrechen, um den Blumenfreund zu suchen. Ich weiß auch, wo er sich befindet. Es ist gar nicht weit weg von hier. Also kommt!


    Egon, Conradin und das Etwas erzählten angeregt mit Rosa. Twiedel, der etwas im Hintergrund geblieben war, warf Rosa, immer wenn sie sich zu im umdrehte, verliebte Blicke zu. Ein Unkepunz merkt so etwas natürlich sofort, wenn jemand in ihn verliebt ist, besonders dann, wenn es auch ein Unkepunz ist, also ein Artgenosse. Aber dafür ist jetzt im Moment keine Zeit. Twiedel riß sich zusammen und führte mit Rosas Anleitung die Gruppe. Sie wanderte noch bis spät in die Nacht hinein, bis sie sich irgendwann verliefen. Es hatte nun keinen Sinn mehr weiterzulaufen, also suchten sich alle einen Unterschlupf und beschlossen am nächsten Morgen gleich in der Früh weiterzuwandern. Rosas Glücksperle funktioniert nur am Tag: "In der Nacht spinnt sie rum", sagte sie, bevor sie einschliefen....

  18. #18
    Unki
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    12 Die Begegnung mit dem kleinen pummligen Drachen


    Und dann endlich, sie sahen das unheimliche Etwas, das so einen fürchterlichen Lärm verursachte. Es war ein kleiner, nicht gerader dünner Drache, der Feuer spuckte. Er sah freundlich aus.
    Ach, vor so einem braucht man doch keine Angst zu haben, die gibt es bei mir zu Hause auch. Sie nennen sich die Fridolinis", sagte Twiedel.
    Meinst du wirklich?" fragte das Etwas.
    Aber natürlich nicht!"
    Twiedel sprang aus dem Versteck und sprach den kleinen drolligen Drachen an: "Hey, dich kenne ich doch, wie heißt du noch mal?"
    Der kleine niedliche Drache erschrak und im nächsten Moment antwortete er:
    Ich heiße Egon Fridolini, warum fragst du? - Ach, jetzt erkenne ich dich, du bist doch der Unkepunz, warte dein Name fällt mir auch gleich ein... Zwrib,..ne Zwalii,...auch nicht, ahh... warte Zwirbel, das war der Name, oder?"
    Ja, das ist mein Name. Wohin gehst du deines Weges und dazu noch so eilig?"
    Meine Eltern haben mich von Zuhause rausgeworfen, weil ich nicht auf sie gehört habe und immer frech war. Das hat ihnen gar nicht gefallen. Ich könnte heulen. Aber sie sagten auch, daß ich jederzeit zu ihnen zurückkommen könne, denn ich sei ja ihr Kind und sie hätten mich ja auch lieb. - Außerdem habe ich einen schlimmen Schnupfen, der äußert sich dadurch, daß ich immerzu niesen muß. Leider speie ich dabei auch Feuer. - Jetzt will niemand mehr was mit mir zu tun haben. Sie haben alle Angst vor mir. Meine nächste Schwäche ist, daß ich für mein Leben gerne Süßes esse. Du brauchst mir nur etwas hinzuhalten und in weniger als zwei Sekunden ist es spurlos verschwunden."
    Das kenne ich", meinte Zwirbel.
    Ein sehr großes Problem ist, daß mein bester Freund ein kleiner Igel ist. Wir verstehen uns prächtig, aber ich reagiere allergisch auf Igelhaare. Das ist einfach furchtbar. Ich kann ihn nur mit einer Nasenklemme besuchen und mit ihm sprechen."
    Oh das ist ja echt furchtbar, wie schrecklich, aber ich denke, ich kann dir helfen," erwiderte Zwirbel.
    Warte, da kann ich dir doch helfen, ich habe eine Zauberkugel, die erfüllt dir jeden Wunsch", antwortete Twiedel.
    So langsam kamen auch Conradin und das Etwas aus dem Versteck, aber sie trauten dem feuerspuckenden Drachen nicht so richtig und hatten Angst.
    Hatschuuuum," machte auf einmal Egon, irgendetwas kribbelt in meiner Nase, so fürchterlich, es ist als ob in der Nähe ein Igel hockt.
    Und kurze Zeit später entdeckte er den kleinen Conrandin, begrüßte ihn mit einer Nasenklemme. Denn Conradin war ja ein Igel. Daraufhin fragte Egon die Drei, wohin sie wanderten und was sie vorhatten.
    Nun erzählten sie die Geschichte und daß sie einen Freund suchten. Daraufhin beschloß Egon vorrübergehend mit ihnen mitzuwandern und ihn dann nach Hause zu bringen, sobald sie den Freund gefunden hätten.
    Sie verweilten noch bis zum Abend und erzählten bis in die tiefe Nacht... bis sie in einen tiefen Schlaf fielen... na dann GUTE Nacht den morgen wird ein anstrengender Tag...


    13 MISSION "Fliegebesen" und funkelnder Sonnenuntergang


    Am nächsten Morgen. Sie fragten einander, wie es jedem ginge und machten den Weg auskundig.
    Rosa und Twiedel redeten beim Wandern viel miteinander. Twiedel wußte gar nicht so richtig, daß sie noch einen Auftrag hatten, aber Rosa und die anderen erinnerten ihn daran.
    Rosa und Twiedel suchten gemeinsam den Weg mit den anderen im Schlepptau.
    Egon hatte Heimweh, also mußten sie ihn jetzt erst einmal nach Hause bringen. Rosa suchte den Weg, aber es war eine lange Strecke, welche sie wandern mußten, um ihn nach Hause zu bringen.
    Kein Problem!" sagten Rosa und Twiedel gleichzeitig. Jeder spürte, daß sie einander gegenseitig sympathisch waren. Sie erzählten den anderen, die schon neugierig waren, die fragten, wie sie vorgehen wollten.
    Dann erklärten sie, wie man mit Glücksperle und Murmel einen fliegenden Besen herbeirufen könne.
    Das ist ja toll!" schrien die anderen!
    Na dann, laßt uns anfangen!" sagte Twiedel gespannt.


    Mesen, Schesen, Thresen, komm herbei, DU FLIEGEBESEN!!!! schrien Twiedel und Rosa schon förmlich. Die Besen kamen mit zwei Anhängern im Schlepptau. Nun setzten Twiedel und Rosa Konradin, das Etwas und Egon auf die Besen, um Egon nach Hause zu fliegen zu lassen.
    Sie selbst wollten weitersuchen, und die anderen sollten später nachkommen. Alle waren einverstanden, und die wilde Fahrt auf dem Besen ging los.
    Rosa und Twiedel sahen ihnen noch lange hinterher, bis sie am Horizont verschwunden waren und wo sich langsam ein sommerlich warmer, roter, romantischer Sonnenuntergang abzeichnete.
    Twiedel und Rosa standen noch lange da, erzählten und schauten dem Sonnenuntergang zu, wie er langsam am Horizont verschwand. Schließlich erzählten sie so lange und merkten kaum, daß die Nacht eintraf. Sie suchten sich einen geschützten Platz und kuschelten noch ein wenig. Doch sie durften ihre Liebe zueinander nicht ausleben, jedenfalls nicht, solange sie noch minderjährig waren. Das ist ein Gesetz, welches genau so in dem Unkepunzgesetzbuch steht. Aber Rosa und Twiedel hielten sich nicht daran, und wollten ihre Liebe ausleben, denn NICHTS kann sie beeinflussen. Auch wenn sie beide manchmal etwas unsicher darin sind, aber dann erinnert der eine den anderen daran, und sie wussten wieder sofort, daß sie füreinander bestimmt sind...
    Kurz bevor sie umkuschelt einschliefen, fragte Twiedel die kleine doch so zerbrechliche Rosa: Hast du mich denn lieb?" Darauf sagte Rosa: "Natürlich, mein großer, starker Unkepunz. Und das wird auch so bleiben, denn ich lasse dich nie wieder los!"
    Wenig später schliefen beide glücklich und zufrieden ein. Auf ihrem Gesicht stand ein Lächeln. Sie freuten sich auf den nächsten Tag, den sie gemeinsam würden verbringen können. Und schließlich hatten sie auch eine Aufgabe zu lösen. Mit ihrer ganzen Kraft wollten sie nun endlich den schon lange verschwundenen Blumenfreund finden.

  19. #19
    Unki
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    Kapitel 14: Der Aufbruch ins Paradies




    Als sie aufwachten, hatte die Sonneschon ihren höchsten Punkt erreicht. Sie frühstückten in Ruhe undunterhielten sich über ihre Träume. Sie hatten heute nacht dasgleiche geträumt! War das eine Vision? Diese beinhaltet, daß dasEtwas und Conradin wieder zurückkehrten, um mit „Blume" zufinden, soweit kamen sie allerdings nicht, denn sie waren über eineGrenze gelangt, hinter der die Eiswelt begann. Nun wurden sie voneinem bösen, mächtigen Zauberer gefangen genommen. Dieser Zaubererwar der mächtigste der ganzen Unkepunzwelt. Dieser böse Zauberergab auch die Gesetze vor. Ja, so etwas träumten sie.


    „Na, wie hast du geschlafen?"wollte Rosa von Twiedel wissen. Dabei drückte sie ihm zärtlicheinen Kuß auf seine rechte Wange.
    „Gut", antwortete er darauf.„Und du?"
    „Ja, auch ganz gut."
    Darauf Twiedel: „Aber du weißt, wirdürfen nicht mehr so viel Zeit verschwenden, sonst ist derBlumenfreund vielleicht für immer verschwunden."
    „Ja. Es wird eine ziemlichanstrengende Reise werden. Laß uns packen! Aber zuerst frühstückenwir gemeinsam."
    Als sie mit dem Frühstücken fertigwaren, brachen sie mit Sack und Pack auf und zogen los. In kurzenAbständen schauten sie in die Kugel und Murmel. Rosa wußte schon,daß sie die Freunde befreien und den Blumenfreund finden würden.Nun begann die spannende und aufregende Reise der zwei Wanderer. Siewanderten über Berg und über Tal. Alles was sie berührten wurde zugoldenen Blumen verwandelt. Das ist so, wenn zwei Unkepunze einanderlieben.
    Es sieht zwar etwas komisch aus, wennsie so dahin wandern und viele Irrwichter, die durch das Landpilgerten, lachten sie aus. Aber das machte den beiden nichts. Siehatten einen wichtige Aufgabe zu erfüllen.
    „Wo müssen wir nun lang?“ fragteRosa schon ganz ungeduldig.
    „Ich habe Angst hier draußen, hierist es so kalt und naß und nirgendwo ein Licht."
    „Habe keine Angst, meine Liebste! Eswird alles gut, ich weiß zwar, daß du dich im Wald und im Dunklenfürchtest, aber ich bin ja bei dir. ...und das liegt daran, daß wirsoeben die Grenze zur Eiswelt überschritten haben.“
    Ach so . Du, Twiedel, irgendwie habeich soeben meine Kräfte verloren."
    Habe keine Angst, das ist so in derEiswelt. Du weißt doch, daß unsere Kräfte, dann
    einfrieren..."
    „Stimmt ja", sagte Rosaerleichtert.
    „Na gut. Hoffentlich finden wir balddie anderen", flüsterte Sie darauf...
    Plötzlich standen sie vor einem großenpinkfarbenen Schloß mit schwarzen Krönchen drauf.
    Sie wunderten sich, denn eigentlichwohnte hier der mächtigste König der Welt, und dieser hatte eindunkles gruseliges Schloß. Und nun das??"
    „Ähh, Twiedel, m.. m mmeinst duuw...w..wir sind hhier wirklich in der Eiswelt bei dem bösen König?"brachte Rosa kleinlaut und zitternd hervor...

    Plötzlich, als Twiedel ihr Antworterstatten wollte, leierte ein hagerer aussehender Soldat die beidenverdutzten Unkis an. Er war irgendeine Mischung aus Schildkröte,Hase und Frosch.
    Juten Abendd ihr baden. Was machstenihrs noch so spätle hier?" fragte der Soldat. Man merktesofort, daß er total betrunken war.
    Die beiden Unkis fanden das so witzigund amüsant, dass sie lauthals anfingen zu lachen. Als sie sichwieder beruhigt hatten, schaute der betrunkene Soldat die beidenbedröppelt an. „Was sohlten dies jötzt, sachensemall, was wollnse dann eichentlich hier?" sagte er glucksend.
    Die beiden Unkis sahen sich an undprusteten wieder los, sie hatten so eine Kreatur, die dazu auch nochfeucht babbelte niemals zuvor gesehen.
    Plötzlich ging hinter dem Soldateneine große pinkfarbene Tür auf und ein niedlich aussehender kleinerHase trat hinaus. Dieses Häschen war von oben bis unten pinkangezogen. Auf seinem Köpfchen trug das süße Häschen einKrönchen, das ebenfalls pink war. Seine Äuglein standen etwashervor und auf der Nase trug es eine viel zu große ebenfalls pinkeBrille. Zwei winzig kleine Füßchen steckten in zwei kleinenSchühchen mit einem winzigen Absatz. So stolzierte es mit erhobenemKöpfchen die steinerne Treppe hinunter. Das Häschen wies mit einerHandbewegung seiner putzigen Hand den Soldaten zurück, dieserverbeugte sich tief und schritt zurück, wobei er mit voller Wuchtgegen das Tor stieß und umfiel. Das Häschen stöhnte einmal undklatschte dabei laut in die Pfoten. Sofort kamen andere Soldaten ausdem Tor und brachten den ohnmächtigen Soldaten in das Schloß. Nunwandte sich das Häschen zu den beiden Unkis, welche überrascht jabedeppert dastanden. Mit quietschendem, quakendem Stimmchen sagte eszu den beiden Unkis: "Guten Nabend. Was führt Sie zu uns? - Wirerwarten gerne Gäste..."
    Wir suchen unsere beiden Freunde, diein der Eiswelt in dem Schloß des Königs der Unkepunzwelt sind, aberhier, wo eigentlich das dunkle große Schloß stehen sollte, stehtein kleineres, pinkes Schloß mit vielen schwarzen Krönchen drauf.Und...“, wollte Twiedel vorsetzen, doch der kleine niedlichaussehende Hase unterbrach ihn.
    „Ja, das höre ich öfter. MeinVater, der erhabende Kaiser Leopold, der große Hase von Gregoris hateinen Friedensvertrag mit ihm abgeschlossen. Zum Dank, nicht mehrböse sein zu müssen, ist der alte, einst so böse König auf dasLand irgendwo mit seinem neuen Schäfchen Margot gezogen. Ich glaube,es war 'Wolkenländle'...ja, das war es . Zuvor zauberte er nochdieses Schloß für meine Familie, Tiere, Soldaten, Personal und,und, und... Achso und natürlich auch für mich. - Ich möchtevorschlagen, daß wir erst hineingehen, hier draußen ist es viel zukalt. Wenn Ihr wollt, dann könnt Ihr hier übernachten. Ihr seht jaaus, wie zwei abgestorbene Eiszapfen."
    „Oh ja, gerne", sagten diebeiden Unkis wie auf einen Schlag.
    Das kleine Häschen bat sie herein undschloß die große, dicke, schwere Eingangstür. Rosa und Twiedelwunderten sich, was das kleine Häschen doch für Kraft hatte.Twiedel und Rosa staunten über die riesige Eingangshalle, von außensah das Schloß nie so groß aus, sie schauten hinauf. Was sie dortsahen, war unglaublich. Mindestens 100 Stockwerke übereinander.Überall war es herrlich geschmückt und es duftete toll nachfrischen Blumen, Kokosnußparfüm und Weihnachtsgebäck. Sie stauntenüber die vielen roten und goldenen Teppiche, die kleinenplätschernden Springbrunnen, welche mit flüssiger Schokoladegefüllt waren, die hoppelnden Häschen in den kleinen Ställen, dievielen Bediensteten, welche die Stockwerke auf und ab gingen undalles schmückten. Die Tauben, die in den großen vergoldetenFenstern gurrten... Es war wie im Paradies. Twiedel und Rosa hattennoch nie so etwas gesehen, sie kamen sich vor wie in einem Traum, derendlos lang anhielt.
    Das kleine Häschen bat sie, ihm zufolgen. Es ging nun um Ecken, lange geschmückte Flure, vorbei anvielen Bediensteten, gurrenden Täubchen, lachenden kleinenspielenden Häschen, die sich damit begnügten, denSchokoladenbrunnen aufzuschlürfen, was ihnen jedoch nicht gelang,endlos viele Stockwerke hinauf, bis sie endlich an eine großehellblaue Tür gelangten.
    Bitte wartet hier kurz! Ich muß kurzmit meinen Eltern sprechen."
    „Ja, wir warten", sagte Twiedelsofort.
    Das Häschen lächelte zufrieden undverschwand hinter der großen, hellblauen Tür. Kurz darauf nahmTwiedel seine Rosa in den Arm und küßte sie zärtlich auf ihrenzarten, weichen Mund. Rosa erwiderte seinen Kuß und nun küßten siesich innig und lagen noch eine Weile in ihren Armen.
    Ich liebe dich", sagte Twiedel„und das wird auch immer so bleiben."
    Rosa errötete ein wenig und flüstertein darauf in sein Ohr: "Ich dich auch, über alles in der Weltvon der Erde bis zum Himmel und unendlich mal wieder hin und zurück."
    Sie waren so vertieft, daß sie dieRückkehr des kleinen pinkfarbenen Hasen verpaßten. UmAufmerksamkeit zu erlangen räusperte er sich einmal kräftig.
    kmmrrr hmphh..."
    Die beiden Unkis erschraken über dasplötzlich so laute Geräusch und schauten ihn verlegen an. "Jaaaa,Entschuldigung", sagte er glucksend und kichernd und schautedabei Rosa verlegen an.
    Ist schon ok, die Liebe eben",murmelte es genauso glucksend, wie Twiedel es tat. Das Häschen sahRosa lächelnd an, die sofort wieder rot wurde.
    „Nun gut", sagte das Häschen,„meine Eltern wären nun bereit, euch zu empfangen, sie wollensofort einen Begrüßungsparty geben. Ist das nicht toll?"
    Ja, aber sie ..." wollte Rosaetwas mitteilen, aber das kleine süße Häschen unterbrach sie schonwieder.
    Alle Leute, die zu uns kommen, sollenes hier schön haben und sich zuhause fühlen, ihr brauch überhauptkeine Angst zu haben." Sprach's und legte den kleinen knuffigenHasenblick auf.

  20. #20
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Question AW: Unkepunz

    Mahnungsmitteilung: Suche neurotischen Adoleszenten mit Schreibwut. Biete Wortsack zum Draufschlagen.

  21. #21
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Unkepunz

    Einer meiner Lieblingsordner. Ich hatte vor Ausbruch jemanden an der Hand, der passende Bilder malen konnte. Es gab sogar "grünes Licht" von meiner Tochter. Doch nun werde ich wohl weitersuchen müssen. Aber es wird schon gelingen, denn ich denke, daß unter tausend Mädchen sicherlich eines sein wird, in dem sich künstlerische Begabung mit Fleiß und Einfühlungsvermögen in die Problematik finden lassen. Es ist also nur eine Frage der Zeit.

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