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Thema: Notizen Junius 2003

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Notizen Junius 2003

    42° zeigte das Thermometer vor der Volksbank. Ich überlegte, zehn Grad abzuheben und auf der Bank zu deponieren.
    Eigentlich sollte es eine Flasche Wein sein, die ich mit Anja B. trinken wollte. Sie hatte Texte für mich. Aber 42°... Da war doch mal was. Weltformel! Und ein schlechtes Omen. Also doch nur Wasser mit Zitronenspritzer. Sie schüttelte die Kohlensäure heraus. "Sonst muß ich rülpsen."


    Ein Nachmittag kann nicht sch?ner anfangen.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Junius 2003

    Man will es nicht glauben: Die größten Geheimnisse entpuppen sich als Langweiligkeiten. Da las ich nun ein wenig in Blavatskys sagenhaftem Buch über die Geheimlehre herum, aber außer vierhundertundzweiundsiebenzig stilistischen und logischen Fehlern auf den ersten sechsunddreißig Seiten der Einleitung durch Herrn Professor Doktor Doktor Froebe (Professorenlyrik) fand ich nur Stümmellaute, Stümmeldenken, in das alles mögliche hineingedacht werden kann, so man es eben will. Ich aber will nicht, nicht bei 42°. Ich möchte nicht behaupten, daß das eine große Enttäuschung ist, möchte jetzt, ehrlich gesagt, auch nicht siebenhundert Seiten lesen, um vielleicht einen neuen Gedanken zu finden, den ich in jedem Comic finden würde, wenn ich danach suchte.
    Eigentlich, wenn ich es mir recht überlege, ist diese Erfahrung eine gute. Dieser ganze esoterische Quark ist eben solcher. Quark, unsystematische Nabelschau, die dadurch lebt, daß sie zuweilen einem Gedanken nachgeht, der in den exoterischen Wissenschaften bestenfalls ein Mauerblümchendasein fristet, dennoch existent ist.




    Lottis Konfirmation


    Warum wollen Kinder an fließenden Gewässern feiern? Ein umschlossenes Quadrat, ein Hof vielleicht, löst in ihnen Ängste aus, Unwohlsein. Eine offene Landschaft dito; es muß ein fließendes kleines Gewässer sein, an dessen Ufer sie einem Stückchen oder einem Gedanken nachhängen können, gleichsam dem Laufe der Dinge zuschauen. In einem Hof fällt man auf sich selbst zurück.

    Ein Bild von Lottis Konfirmationsfeier: mein Bruder hinten (Scilbung), das Schwarze Pferd, Achtpanther und meinereiner:

    vierer3.jpg

  3. #3
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    AW: Notizen Junius 2003

    Jetzt könnt ihr endlich alle etwas Sinnvolles tun. Jürgen W. Möllemann konnten wir nicht mehr retten. Der letzte Vertreter politischer Grundanständigkeit ist von uns gegangen (worden? - wir wissen es noch nicht). Einer der letzten fußballerischen Vertreter dieser Kategorie, der FC St.Pauli, hat - selbstverschuldet oder nicht - grösste finanzielle Sorgen - wer hat die nicht.
    Folgendes könnt ihr tun:
    - Dauerkarten kaufen
    - Geld auf das NEUE Spendenkonto einzahlen
    - Registriert euch im digitalen Millerntor und baut mit am größten Online-Stadion der Welt
    - Saufen für St. Pauli (in 70 Kneipen pro Bier (in der Regel ASTRA) 50 EuroCents Aufschlag zahlen (leider bereits abgelaufen die Aktion, wird aber sicherlich ob des grossen Erfolges wiederholt!)
    - Astra-Kiste kaufen (pro Kiste geht 1 Euro an den FC)

    - St. Pauli Weltpokalsiegerbesieger-Retter Shirt kaufen
    - 0190er Nummer anrufen und St. Pauli retten

    --->alle weiteren wichtigen Infos gibt es auf: http://www.fcstpauli.de

  4. #4
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    AW: Notizen Junius 2003

    ...irgendwie das Gefühl ins Alter zu kommen...wann habe ich Blavatsky (und Steiner und Bagwahn und Kierkegaard..) gelesen? Jahre her, oder mich für Fußball interessiert (SC Freiburg)? Die Mitte des Lebens, danach befragt, geben nahazu alle, so sie jenseits Mitte dreißig sind, mit 18 an, egal in welchem Alter man sie antrifft, die 40ig-jährigen als auch die 90ig-jährigen. Das ist kurios. Aber sie, Blavatsky etc., nicht zu lesen, hie?e, den exoterischen die Palme zu geben, also jenen Wissneschaften, die nicht mal das Ph?nomen des Fahradfahrens hinreichend erklären können (was, zugegeben, in fehlendem Forscherfleiß seinen Grund haben könnte, soweit ich Holzkamp richtig erinnere, auch das schon ein Weilchen her). Drei Themen, die auf ein Referat warten: Fahrad fahren, gekrümmter Raum
    und Allmacht. Aber dann sage ich mir: geh lieber spazieren und schau dir schöne Gesichter an..


    [Diese Nachricht wurde von lester am 10. Juni 2003 editiert.]

  5. #5
    Mutter des Hauses
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    AW: Notizen Junius 2003

    Nun, im Zweifelsfall will das Kind gucken, ob's wirklich immer den Bach runtergeht. Oder wie das Bächlein funktioniert. Oder sichergehen, dass das Brüderchen im Wasser planscht, anstatt erwachsene junge Damen zu nerven.


    Den Hang zur unumsetzbaren Dramaturgie hat sie jedenfalls vom Vater geerbt, kein Zweifel. Samt dem tiefen historischen Bewusstsein - man muss Felle mitnehmen und sich zu beiden Ufern niederlassen. Sowas kommt raus, wenn der Vater fordert, dass das Kind durch die Kirche eins in allem zu sein hat - ungeachtet juristischer Konstrukte, Wertgrundlagen und dem Augenmaß für mögliche Konsequenzen..

    St. Pauli? Na prost.

  6. #6
    Mutter des Hauses
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    AW: Notizen Junius 2003

    Fahrrad fahren ist genial, wenn man eine Fahrradbrille mit rosa eingefärbten Gläsern trägt - Klasse! Empfehle ich unbedingt!

  7. #7
    rodbertus
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    AW: Notizen Junius 2003

    Heute ist erst der dreizehnte des Monats. Und nach den Ausgaben der letzten Wochen darf ich mit Fug und Recht behaupten, daß ich allen Grund habe anzunehmen, es sei bedenkenswert zwangsläufig, daß ich in meinem Portemonnaie nix finde. Allmählich gewöhne ich mich an diesen Zustand und lächle. Sollen sie mich doch aus meiner Wohnung werfen. Es ist Sommer!

  8. #8
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Notizen Junius 2003

    Wer erinnert sich noch? Vor einem Jahr starteten wir vom Forum einen Aufruf, die Elefanten-Dame Sheila zu befreien. Wir machten Druck, e-mail an die Behörden in einem Ort in der Nähe Magdeburgs. Wir sind zwar keine Tierschützer, doch muß man Tiere nicht quälen, bevor man sie ißt, oder? Der unten aufgeführte Artikel verkennt also die Macht des elektronisch übermittelten Worts...


    übermittelt von Eulenspiegel: Sheilas Reise in ein schöneres Leben!
    Grandioser Tierschützererfolg!!!!
    26jährige Elefantendame von bundesdeutschen Behörden beschlagnahmt trotz Aufstand, Polizeieinsatz und Drohungen seitens der Zirkusleute kommt Sheila nach Gänserndorf in Österreich



    Graz, Rudolstadt (20.06.2003):


    Es war ein langer Kampf um die Indische Elefantenkuh Sheila, die seit Januar 2001 ohne Artenschutzpapiere beim bundesdeutschen
    Zirkus Renz-Berlin untergebracht war. Das Tier wurde bereits 2001 in Österreich nach Hinweisen aus Tierschützerkreisen, die von den ungültigen Cites-Papieren erfuhren, von der österreichischen Zollfahndung beschlagnahmt.


    Circa eine Stunde nach der Amtshandlung flüchtete damals der damalige Elefantenhalter Roman Zinnecker vom Zirkus Belly-Wien mit dem Tier. ECOTERRA Intl. und FOR ANIMALS starteten damals eine europaweite Fahndung in die auch Interpol eingeschaltet war. Sheila wurde schließlich in Berlin von Tierschützern gefunden, doch die Behörden wurden nicht aktiv.


    Seit dem Auffinden der Elefantin kämpfte FOR ANIMALS um die erneute Beschlagnahme und Überstellung des Tieres nach Gänserndorf. Es war ein vergebener Kampf. Warum die Umweltbehörde Brandenburg, die mit dem Fall befaßt war, die Beschlagnahme immer wieder verzögerte, ist derzeit noch unklar, aber wir werden dieses "Geheimnis" sicher lüften.


    Am Freitag der vergangenen Woche konnte FOR ANIMALS-Geschäftsführerin Elisabeth Dravecz nun den Aufenthalt der Elefantenkuh erneut ermitteln und verständigte umgehend die
    Polizeibehörden in Saalfeld/Thüringen.


    Von diesem Augenblick an ging es weiter von Behörde zu Behörde. Wird in Österreich ein artengeschütztes Tier ohne gültige Papiere aufgegriffen, wird es umgehend von der Zollfahndung mit einem Verfügungsverbot belegt. Nach vielen, oft bangen Stunden, war es heute nachmittag so weit: Sheila wurde behördlich beschlagnahmt. Sie wartet, von der örtlichen Polizei bewacht, auf ihren Abtransport in die Wildtierauffangstation Gänserndorf/Niederösterreich.


    Wir danken den Behörden aus Thüringen: Der Polizeiinspektion Saalfeld, der Oberen Naturschutzbehörde Gera und der Oberen Naturschutzbehörde Weimar für Ihre Hilfe an Sheila. Sie haben gemeinsam das vollbracht, was einige andere Behörden, die Sheila schon längst zu einem besseren Leben verhelfen hätten können, immer wieder unerklärlicherweise vor sich hergeschoben haben.


    Die Tierrechtsorganisation FOR ANIMALS, die unter kräftiger Mithilfe des ITB Wien, die Beschlagnahme des Tieres erreichen konnte, fragt sich zurecht, warum sich keine der bundesdeutschen Organisationen so vehement für das Tier eingesetzt haben.
    Warum mußten Österreichs Tierrechtler eingreifen?


    Bundesrepublik Deutschland, wo sind Deine Tierschützer? Dies fragten wir uns bereits beim völlig unnotwendigen Tod der Elefantin Rani am 13. Jänner 2003. Sheila wird in Gänserndorf nach einer Woche in Quarantäne,- die sie ohne Fußketten verbringen wird - langsam in die dort bestehende Elefantenherde integriert.


    Die Leitung der Wildtierauffangstation, die unter anderem auch ca. 40 Schimpansen, die ehemals zu Versuchszwecken mißbraucht wurden, aufgenommen hat, sieht bei der Integration unserer Elefantendame keine Schwierigkeiten, da Sheila als äußerst gutmütiges Tier bekannt ist.


    Gutmütig? Oder vom Willen der Zirkusleute zerbrochen?
    Sie wird in Österreich liebevolle Betreuung und Zuwendung bis an ihr natürliches Lebensende erfahren.
    Sheila wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Gänserndorf eintreffen. Aufgrund dieses nächtlichen Termines wird die offizielle Begrüßung durch ihre "Befreier" erst nach Beendigung der Quarantäne erfolgen.
    Wir ersuchen Sie aufgrund der Tumulte während der Beschlagnahme zum Abtransport der Elefantenkuh ein Team + Photograf zum "Tatort" zu schicken.
    Zeit der Ankunft des Elefantentransporters: Morgen Sonnabend, 21. Juni 03, ca. 9.00-10.00

  9. #9
    rodbertus
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    AW: Notizen Junius 2003

    Alles Existierende erhält andere Existenzen. Daraus erwächst die Aufgabe des Dienens und des Opfers. Das ist eine Lebensmaxime.

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Junius 2003

    In Klagenfurt las Ina P.. Sie hat eine Konjunktiv-Schwäche, besonders bei der Verwendung von Vergleichen, und doppelt Hilfsverbkonstruktionen. Aber sie kann psychologisieren und strahlt: Aura.
    Frage ich mich, ob das schon den heutigen Literaten ausmacht?

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Notizen Junius 2003

    Manche Menschen sterben zweimal. Als ich heute vom Tode Kathryn Hepburns las, da war ich traurig. Sie prägte mein Frauenbild: Solch eine Frau wollte ich zur Partnerin fürs Leben. Mutig, entschlossen, witzig, ein bißchen zickig, verläßlich und charakterfest. Leider habe ich bislang bis auf meine Oma - gleicher Jahrgang! - keine Frau in meinem Leben kennengelernt, die Ausstrahlung mit den genannten Eigenschaften verband. Irgend etwas Grundlegendes fehlte immer.
    Und heute starb so meine Oma ein zweites Mal, der Mensch, der mich aufzog, mich zum Lachen brachte, zum Nachdenken, der mein soziales Weltbild entwickelte.
    Ich will nicht unbotmäßig traurig sein, aber ein bißchen darf ich's schon, oder?

  12. #12
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    AW: Notizen Junius 2003

    Und Stille breitet sich aus im Land. Alles wartet auf Urlaub, Sommer, Wärme und noch mehr von der Sonne. Wäre ich Römer jetzt wie damals schon einmal, ich schaute wieder nach den Vögeln am Himmel, meine Zukunft ein wenig genauer zu erkennen.

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