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Thema: Stumme Münder

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Stumme Münder

    Der junge Vogel bricht durch die Schale
    Gedanken fliehen durch alle Zeit
    Stumme Münder warten in Einsamkeit
    Bis aus Zweifel Mut und Eis zu Glut
    Und aus Allem Eins geworden sein wird
    Solang' keiner die Rechnung zahlen will
    Aber klar wir sind alle selbstbestimmt
    Entscheide selbst vor deinem Herrscher
    Ob du ein Schaf sein willst oder Wolf
    Auf Schlachthöfen wird geschlachtet
    Am Gerichtshof gerichtet
    Werd doch Schlächter oder Richter
    Oder Sänger oder Dichter
    Aber ein stummer Mensch kennt kein Lied
    Er funktioniert nur und frißt und schimpft
    Manche Gedanken fressen Zeit und ganze Welten
    Ich glaube ich habe etwas begriffen
    Wenn fressende Mäuler und schimpfende Schnauzen
    Sich verkleiden und auf die Straße gehen
    Als gäbe es keinen Frühling mehr
    Nicht spielende, tanzende,singende Geschlechter die Gassen erhellen
    Sondern Schafe schreien und Hunde bellen
    Ein Untertane zum Herren spricht
    Gib mir meine Freiheit zurück
    Tanzt er nur zum Schein, nach einem Pfiff
    Und ob er ins Gefängnis muß, interessiere ihn nicht
    Drum haben sie sie erschossen
    und verbrannt Die Schafe der Schafe
    Ganze Generationen gebrochen

  2. #2
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    AW: Stumme Münder

    Ein Aufruf. Eine Anklage. Bleibt allgemein und Stückwerk. Positiv gesprochen: ein Mosaik.
    Ich fände den Text wirkungsvoller, wenn Du am Anfang nicht von den Vögeln aus verallgemeinern würdest, sondern noch ein wenig bei den jung Geschlüpften bliebest.

  3. #3
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    AW: Stumme Münder

    Ein Sammelsurium. Da stehen starke Bilder und Ausdrücke neben hohlen Phrasen, buddhistische unio-mystica neben banalem Politsprech. Da müsste Dichter mit der Feile und Raspel ran. Dann könnte vielleicht was Rundes draus werden.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stumme Münder

    Der Text ist ein Resümee nach einiger Beschäftigung mit politischen Menschen, Aktivisten, ihrem Verhalten und was mich daran schließlich stört.
    Teile des Intros sind ironisch gemeint. Könnte sich einer aber aus dem Kontext erschließen.
    Genau das, was du unter mystisch buddhistischem Gebrabbel verbuchst, ist es, was ich kritisiere. Die Rechnung zahlt der Empfänger, möchte ich dazu bemerken.
    Die hohlen Phrasen zeige er mir!

  5. #5
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    AW: Stumme Münder

    aber bitte sehr:

    Entscheide selbst vor deinem Herrscher
    Ob du ein Schaf sein willst oder Wolf

    Aber ein stummer Mensch kennt kein Lied

    Sich verkleiden und auf die Straße gehen
    Als gäbe es keinen Frühling mehr

  6. #6
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    AW: Stumme Münder

    Was das Potential des Textes angeht, da schließe ich mich meinen Vorrednern an - der Text hat Substanz, aber die Essenz müsste noch herausgearbeitet werden.


    Der junge Vogel bricht durch die Schale
    Gedanken fliehen durch alle Zeit
    da ist jetzt nichts falsch, aber man könnte den Anfang auch anders formulieren:

    Der Jungvogel bricht durch die Schale
    wie die Gedanken durch alle Zeit

    Der Jungvogel schält sich aus der Schale
    wie die Gedanken aus aller Zeit

    Wie immer man das auch formulieren mag...ich würde es mit Hilfe von nur einem Verb ausdrücken

    Stumme Münder warten in Einsamkeit
    Bis aus Zweifel Mut und Eis zu Glut
    hinter "Mut" steht gedanklich "geworden ist", hinter "Glut" steht "wird" - wenn auch der gleiche Wortstamm...sind das am Ende dann doch zwei unterschiedliche unregelmäßige Verben. Gleich beide zu unterschlagen heißt den faden Beigeschmack einer Inversion in Kauf zu nehmen...auch wenn es sich hier nicht wirklich um eine Inversion handelt. Sprich; ich würde dieser "Problematik" aus dem Wege gehen:

    Stumme Münder. Warten in Einsamkeit.
    Aus Zweifel werde Mut, Eis zur Glut.

    "bis die..." deutet auf eine (noch unbekannte) Zeitspanne hin...während "werde" die Hoffnung ausdrückt

    später mehr...muss ein Break machen

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Stumme Münder

    Vergleiche haben oft was Gestelztes, formal ähneln sie etwas Gewolltem. Metaphern sind solide, beinahe ewig, darum auch so schwer.

  8. #8
    Saulchen
    Status: ungeklärt

    AW: Stumme Münder

    es sind diese dutschkes die mich stören, samt ihren gesamtgesellschaftlichen pseudolösungen, ihrer gewaltbereitschaft und ihrem Unvermögen schöngeistigkeit walten zu lassen.
    Eulenspiegels Kritik ist eigentlich keine, Ads Kritik hingegen hilfreich.
    Der junge Vogel ist schon das eigentliche Thema, doch vielmehr sein irrweg.
    Vielen Dank für die befasse.

  9. #9
    saulchen
    Status: ungeklärt

    AW: Stumme Münder

    scheint als wären die Metaphern hier schwer verständlich

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    Stummer Mund

    Stummer Mund


    Klassenkämpfe Friedensschwüre
    Generationenlüge
    Das Lächeln eines Kindes stimmt mich
    Wehmütig
    Opportunisten
    Nicht einmal Parodisten
    Vielmehr Gaukler
    Linke Volksvertreter
    Wandelnde Widersprüche in sich
    Ein Sichselbstvertreter
    Ein Janusgesicht

    Der Untertan spricht zum Herren
    Gib mir meine Freiheit zurück
    Aber ein freier Mensch bückt sich nicht
    Er kennt keinen Herren außer sich

    Die Gedanken sind frei im Einheitsbrei
    Studenten diskutieren sich wund
    Und sonnen sich im Wiederschein einer kalten Reflexion
    Na und was solls wen juckt das schon
    Die Mäuler sind groß sie sind voll und faul
    Na und was solls wen juckt das schon
    Na und was solls wen juckt das schon

    Der Untertan spricht zum Herren
    Gib mir meine Freiheit zurück
    Aber ein freier Mensch bückt sich nicht
    Er kennt keinen Herren außer sich

    Ein junger Vogel bricht durch die Schale
    Gedanken fliehn´ durch alle Zeit
    Stumme Münder warten in Einsamkeit
    Bis aus Zweifel Mut und Eis zu Glut
    Und aus allem Eins geworden sein wird
    Aber klar wir sind alle selbstbestimmt
    Entscheide doch selbst
    Entscheide doch selbst

    Auf Schlachthöfen wird geschlachtet
    Am Gerichtshof wird gerichtet
    Werd doch Schlächter oder Richter
    Oder Sänger oder Dichter
    Aber ein stummer Mund kennt kein Lied
    Er frißt und frißt und frißt und schimpft

    Da war hier und da einer
    Ob er ins Gefängnis muß interessiere ihn nicht
    Da haben sie ihn erschossen und verbrannt
    Ganze Generationen gebrochen
    Und ins Trauma verbannt

    Der Untertan spricht zum Herren
    Gib mir meine Freiheit zurück
    Aber ein freier Mensch bückt sich nicht
    Er kennt keinen Herren außer sich

    Der Untertan spricht zum Herren
    Gib mir meine Freiheit zurück
    Aber ein freier Mensch bückt sich nicht
    Er kennt keine Herren außer sich



    Auf Schlachthöfen wird geschlachtet
    Am Gerichtshof wird gerichtet
    Werd doch Schlächter oder Richter
    Oder Sänger oder Dichter
    Aber ein stummer Mund kennt kein Lied
    Er frißt und frißt und frißt und schimpft


    Im Wiederschein einer kalten Reflexion
    Na und was solls wen juckt das schon

    Auf Schlachthöfen wird geschlachtet
    Am Gerichtshof wird gerichtet

    Da war hier und da einer


    Im Wiederschein einer kalten Reflexion
    Na und was solls wen juckt das schon

    Auf Schlachthöfen wird geschlachtet
    Am Gerichtshof wird gerichtet

    Da war hier und da einer

    Da war hier und da einer

    Da war hier und da einer

    Da war hier und da einer

    Da war hier und da einer




    Ps: das ist jetzt ein punkrocklied 170 bpm a f d g
    Geändert von saul (05.11.20 um 20:54 Uhr) Grund: LRS

  11. #11
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Stumme Münder

    Da hat sich die Überarbeitung mal richtig gelohnt. Um den Punkrock scheint es ruhig geworden zu sein - wäre mal wieder an der Zeit...

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