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Thema: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an..."?

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Am Tag der Erinnerung einer - wir erlebten mehrere; böse Zungen behaupten, es habe drei Zerstörungen gegeben: 1. die von 1631 durch Tilly, 2. die durch die Briten im letzten Weltkrieg und 3. die durch sozialistische Städteplaner nach 1945 - Zerstörung Magdeburgs gab es einen soliden 2:0-Sieg in Unterhaching. Unsere Abwehr stand gut, ließ kaum etwas zu, im Mittelfeld wurde gut gearbeitet und vorn gab es Dreieckspiel und Chancen im Siebenminutentakt. Eine nutzte Sane, eine andere Bertram. Haching gewann nach unserer Führung zwar Übergewicht, konnte dieses aber nicht in glasklare Chancen umsetzen, blieb letztlich harmlos, wenn man einmal zehn Minuten zum Ende der ersten Halbzeit außer Acht läßt, als wir in altbekannter Manier um den Ausgleich bettelten.
    Was hat sich geändert? Zwei Dinge sind es, die ich als positive Entwicklungsindizien bezeichnen möchte:

    1. mit Sane haben wir vorn einen Spieler gewonnen, der die Bälle gut verarbeiten kann, nicht nur hinsichtlich seines Abschlußverhaltens, sondern v.a. in Hinsicht auf Annahme, Weitergabe und Erkennung von freien Räumen;
    2. mit A. Müller haben wir einen Spieler (ich hoffe, nicht zufällig) nach Magdeburg lotsen könne, der im MF einen Ball auch mal festhalten kann, der drauftritt, wie ich es nenne, und den freien Mann sucht und auch findet.

    Ja, es gibt etliche Schwächen abzustellen (zu oft wird mit dem Kopf durch die Wand gespielt, A. Müller muß seine Schnelligkeit verbessern, Granatowski sollte fünf Pfunde weniger mit sich rumschleppen, das Schußverhalten aus der zweiten Reihe ist schlecht, unsere Standards sind eine Katastrophe...), aber so wie in Haching geht es auch mit allen anderen Mannschaften in dieser Liga, Bayern II ausgenommen, denen man die Spielfreude nehmen muß. Aber unser Spiel gefiel mir. Wir waren souverän, spielten so, wie ich es von meiner Lieblingsmannschaft erwarte. Aufstieg!

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Es rumort an der Basis. Gute Auftritte wie in Haching wechseln mit desolaten wie bei der jüngsten 0:3-Pleite gegen 1860. Die allgemeine Wahrnehmung lautet "Niedergang". Erfolge werden als ephemere Glückstreffer empfunden, Niederlagen als systemimmanente Folgen. Eine aoMV (außerordentliche Mitgliederversammlung) soll Wut kanalisieren. Präsenzparteitag. In Grippe-Zeiten unterbindet die Regierung dergleichen. Aber auch für den unwahrscheinlichen Fall, daß eine Ausnahmegenehmigung einen aoMV genehmigen würde - was sollte Konstruktives dabei herauskommen? Die Mehrheitsmitglieder sperren sich gegen notwendige Reformen (ich hatte dieselben in den vergangenen Jahren schon mehrfach in den entsprechenden Ordnern vorgestellt), die Arrivierten sitzen aufgrund apostrophierter Alternativlosigkeit fest in ihren Sätteln. Die Angst vor dem Rückzug von Sponsoren ist groß. Man will keine (finanzielle) Unruhe udn damit verbundene Planungsunsicherheit. Der Erste Fußballclub Magdeburg ist ein Abbild der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Eben. Und darum wird sich nichts ändern. Der Leidensdruck ist schlichtweg nicht hoch genug.

  3. #28
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ich habe derzeit gar keinen Bock, mich zur aktuellen Situation zu äußern und vll. ist das auch besser so!

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Angry FCM vs. Verl 0:4

    Das erste Spiel des neuen Trainers im eigenen Stadion endete mit 0:4. Der neue Trainer soll Ballbesitzfußball spielen. Er besitzt eine Affinität zum mitspielenden Torwart, technischem Fußball und Standards. Er paßt zum FCM wie ein Kropf. Wir spielen hier nicht so und die meisten Ostfalen wollen so nicht spielen sehen. Grundsätzlich nicht. Wir bevorzugen Kampffußball, Konterfußball und athletischen Fußball. Bei uns hat jeder seine Funktion, nicht jeder jede. Bei uns wird Wert auf Flügelspiel gelegt, auf schnellen Fußball, schnörkellosen Geradeausfußball, der dem Gegner die Luft nimmt, der ihm auf den Füßen steht. Haben wir den Ball, erwarten die Zuschauer, daß mirnichts, dirnichts nach vorn gespielt wird, daß da keine Pirouetten gedreht werden oder Trallala stattfindet. Wir wollen Ordnung in der Mannschaft sehen, Hierarchien, Verantwortlichkeiten. Die Mannschaft setzt sich aus Individuen zusammen, aber jeder muß sich in den Dienst des Ganzen stellen, abrechenbar, nicht versteckt, indem er sich hinter dem Mann verpißt oder nicht dort steht, wo sein Platz ist.

    All das spielt beim FCM keine Rolle mehr. Wir aufmerksamen und treuen Fans betrachten das mit großer Sorge. Wir beobachten die Abkehr von den Prinzipien, die unseren Verein großmachten. Aus dem FCM wird eine graue Mauß gemodelt, sein Spiel dem miesen Durchschnittsfußball der Liga angepaßt, seine Mannschaft enthierarchisiert, sein Spiel ausrechenbar und alleweltsaffin - meist nicht einmal das. Die letzten Trainer hatten keine eigene Ideen und paßten sich dem Gegner an, sie brachen die Spieler auf ein Niveau - böse Zungen nennen das magdeburgisieren -, so daß einst überdurchschnittlich gute Spieler der Liga plötzlich nicht einmal mehr Durchschnittsleistungen erbringen. Nur Idioten erwarten, daß bei immer gleichen Entscheidungsträgern plötzlich bessere Ergebnisse erzielt werden. Die Entscheidungsträger besitzen keinen Lerneffekt, sie moddern im eigenen Saft, unfähig dazu, Fehler zu analysieren und dann abzustellen. Sie haben sich eingerichtet, ein System durchgesetzt, das es unmöglich macht, sie aus dem Amt zu hieven, es sei denn, die Mitglieder erfassen plötzlich ihre Macht und handeln, bringen die schlimmen Strukturen zu Fall und setzen demokratische durch. (Ich habe dazu konkrete Vorschläge gemacht.) So lange das nicht geschieht, brauchen wir ein Wunder, um auch in diesem Jahr die Klasse zu halten, geschweige denn aufzusteigen.

    Bleiben wir bei der letzten 0:4-Klatsche und betrachten die einzelnen Mannschaftsteile: Im Tor war Behrens hoffnungslos mit seiner neuen Rolle überfordert. Der Mann ist KEIN mitspielender Torwart. Das kann man von ihm nicht verlangen. Er bringt den Ball nur zu 50% zum eigenen Mann, wenn er frei zum Schuß kömmt (was auch daran liegt, daß wir immer mit elf Mann im eigenen Strafraum stehen und keine Konteraufstellung besitzen); fabriziert etwa drei bis vier "Kerzen" pro Spiel und ist unter Druck bei einer Fehlpaßquote von 80%, grob geschätzt. Seine Stärken liegen auf der Linie und bei Reflexen. Ein guter Drittligatorwart, aber keiner, der einen Libero mimen könnte. Das ist taktisch auch überhaupt nicht schlimm, aber dann darf man so nicht spielen lassen.
    Die Verteidigung leidet. Müller ist seit seinem Aufstieg zu Kapitän, Koordinator der IV und letztlich auch zum Spielgestalter von hinten heraus hoffnungslos überfordert und leistet sich zahlreiche Fehler, auch einfache, in allen Aufgabenbereichen. Koglin machte immer schon viele Stellungsfehler, läuft oft falsch (beispielsweise vor dem 0:1, als er statt den langen Pfosten zu decken zur Mitte lief, wo schon zwei unserer Verteidiger aktiv waren), was bei ihm oft auftritt, weil seine Stärken im Spiel gegen den Mann liegen, nicht aber in der Organisation des Raumes. Unsere Außenverteidiger spielen schon seit geraumer Zeit grottenschlecht, was aber auch an der unsinnigen Aufstellung liegt: Linksfüße rechts und Rechtsfüße links, dazu alternierend, was die Verteidiger verunsichern muß, aber wieder diesem unsinnigen Jedermußalleskönnen entspricht.
    Im Mittelfeld wurde der langsame und fehlpaßaffine Gjasula reaktiviert, der weder einen guten Stand in der Mannschaft oder bei den Fans besitzt noch zur Stadt (bloß schnell weg nach dem Training). Eine Fehlentscheidung, denn Gjasula ist nicht in der Lage, ein Spiel zu lesen und spielt stur das herunter, was er von Anfang an tut, da gibt es keinen Rhythmuswechsel, keine Umstellung, keine Ansage an junge Spieler, wenn sie falsch stehen, keine Kommunikation auf dem Spielgfeld, was ja auch kein Wunder ist, weil der Mann, wie gesagt, gar nicht den Stand hat, um auf junge Spieler entsprechend einwirken zu können. Und wenn das intern anders aussehen sollte, so teilt sich das im Spiel NICHT mit. Da müssen die Fetzen auf dem Platz fliegen, wenn wir zurückliegen und uns eine Mannschaft aus der Provinz auf der Nase herumtanzt und nicht stille Einergiebigkeit mit den Tatsachen. Jacobsen hat seine Momente, spielt aber selten den sicheren Paß und verrennt sich zu oft. Das muß dem Mann auch mal gesagt werden; sein Spiel verbessert sich nicht. Im Mittelfeld wird nichts erzeugt, da ist keiner, der das Spiel lesen kann, der die Leute umstellt, v.a., wenn es nicht läuft, der auf den Ball tritt (A. Müller ist vom Typ her so ein Spieler, aber zu jung und zu langsam, um für uns von Nutzen zu sein) und die Räume neu definiert.
    Im Angriffsdrittel sollten unsere Stürmer stehen, aber die haben zu oft Abwehraufgaben zu erfüllen, was an sich unsinnig ist. Wenn der Sane in unserem Strafraum steht, hat man immer den Eindruck, der weiß gar nicht, was er machen soll: den Ball erobern, dann nach vorn schlagen und schnell hinterher? Er kann im Unterschied zu Beck den Ball auch festmachen, wenn er halbhoch auf ihn kömmt und verteilt ihn auch besser, aber die Gegner haben sich inzwischen auf ihn eingestellt und lassen sein Spiel verpuffen, er ist eben der typische Wanderer, der in vielen Vereinen schnelle Erfolge feiern konnte, dann aber nur noch verkauft werden konnte. Das ewige Talent Sirlord ist ein Konterspieler, der aber nicht als Konterspieler eingesetzt wird, also wirkungslos bleiben muß. Beck wird dann wieder erfolgreich sein, wenn a) das Spiel auf ihn als MS zugeschnitten wird und b) er seine traumatische Jochbeinverletzung innerlich überwunden hat und wieder richtig in die Zweikämpfe geht. Da beides nicht passieren wird, brauchen wir Ersatz.

    Ich habe hier nicht alle unsere Baustellen genannt, nur die wichtigsten. Mit Bange sehe ich dem nächsten Spiel entgegen, hoffe, daß wenigstens das Gesetz des Wechsels uns mal wieder einen Torerfolg schenkt und wir den Platz als Sieger verlassen, andererseits wäre eine neue Packung vielleicht dazu angeraten, endlich einmal umzudenken. Wir werden sehen, vielleicht geschieht ja ein Wunder und der neue Trainer hat sich das bloß mal zwei Spiele angeschaut und überrascht uns alle mit einer verändert spielenden Mannschaft?

  5. #30
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Der Zustand unser aller Lieblingsvereins läßt sich mit dem Kartoffelacker vergleichen, den sie Spielfeld im HKS nennen. So wie auf die Pflege dieses Rasens achtgegeben wird, so auf die Entwicklung unseres Spiels. Ein trauriger Abgesang folgt. Das letzte Spiel? Ach so, schon wieder verloren, weil aus den Fehlern einfach nicht gelernt werden will.

  6. #31
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Hoppla, vier Tore in einem Spiel, die auf der richtigen Seite einschlagen? Sieg in Köln! Ich reibe meine Augen und hoffe, das war kein Ausrutscher.

  7. #32
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    pusemuckeln statt Fußball spielen (FCM vs. Mannheim 1:1)

    Unser Trainer hat den Weg übernommen, der seit dem Weggang Härtels bei uns mehr oder weniger ausgeprägt gegangen werden soll. Ich möchte ihn in Anlehnung an eine Spielerbeschreibung meines Kumpels Wirbel "pusemuckeln" nennen. Damit ist folgendes gemeint:

    • Überzahl schaffen;
    • auf engstem Raum Kleinklein;
    • Ziehharmonika-Fußball (alle vor, alle zurück);
    • Ball in den Rücken des Mitspielers (kein Zug zum Tor);
    • auf den Außen werden die Spieler alleingelassen, im MF aber wird alles zugestellt;
    • herausholen von Standards;
    • anspielen eines zugedeckten MS.


    Das ist eine Spielweise, wie sie die meisten Vereine im deutschen Profifußball pflegen. Sie ist gut für Vereine ohne eigenes Profil, Mannschaften ohne Stars und klamme Vereine. Sie macht Spieler jederzeit austauschbar und ist damit billig. Es fehlt dieser Auffassung vom Fußball Esprit und der Wille, eigene Wege zu gehen. Für die Vereine ist das keine schlechte Lösung, zumal sie Berechenbarkeit und Planungssicherheit verschafft, da die meisten Vereine so spielen und sich gegenseitig nivellieren, zumal das deutsche Ligasystem mit seiner geringen Zahl an Mannschaften, die auf- und absteigen können, diese Spielweise befördert. Diese Spielweise wird den Freunden des Vereins als Professionalisierung verkauft, was sie gewissermaßén aich ist: der FCM; wird zu einem Teilbetrieb mit geringen Aufstiegschancen im deutschen Profizirkus gemodelt und im Verein fehlt es an Reformwillen, weil die gute finanzielle Lage Sand in die Augen streut.

  8. #33
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das ist nur eine Übergangsphase. An den Strukturmängeln wird nicht gearbeitet. Der Ostfale ist zwar Pragmatiker, aber er will nicht so sterben, sondern tot vom Stuhl fallen. Es geht nicht (nur) um den Sieg, vielmehr um das Wie.

  9. #34
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    FCM vs. Ingolstadt 2:0

    Das vorweg, ich bin kein Freund von Ballbesitzfußball, aber unser Spiel ist ansehnlicher geworden. Da war nicht klar, wer der Aufstiegskandidat und wer der Abstiegskandidat sein sollte. Im Gegenteil. Wir spielten die Bayern an die Wand, ließen in der ersten Halbzeit nichts zu und hielten den Ball in den eigenen Reihen, allerdings nicht zum Selbstzweck oder aus Angst davor, daß der Gegner kein Tor schießen könne, wenn wir den Ball selber haben. Nein, da wurde immer der freie Mann gesucht, der näher zum gegnerischen Tor stand. Das sah nicht nur gut aus, sondern funktionierte auch. Bauchschmerzenattacken allerdings bekomme ich jedesmal, wenn unser Torwart den Libero mimt. Das sollten wir lassen. ich lasse auch kein Argument gelten, daß da lautet: mit einem mitspielenden Torwart haben wir quasi einen Mann mehr auf dem Platz und unsere letzten Siege sind diesem Umstand zu verdanken. Das ist nämlich ein Fehlschluß, der weder verifiziert noch falsifiziert werden kann, weil man ja nicht weiß, ob die letzten Spiele anders ausgegangen wären, wenn wir auf das Liberospiel des Tormanns verzichtet hätten.
    Etliches klappte gut: Dreieckspiel im Mittelfeld, Inszenierung von MS-Spiel (das zweite Tor war wunderbar), Ablaufen im MF, Vorträge über die Außen. Schwächen bei den Standards und bei der Spieleröffnung von hinten. Das Prinzip "Zufall" will mir hier nicht behagen. Unsere größte Schwäche bleibt das Umkehrspiel. Da brauchen wir viel zu lange, haben keine Positionen, die von den Mitspielern quasi blind angespielt werden könnten. Aber gut, wir marschieren gut. Schade, daß eine falsche Politik den Besuch im Stadion untersagt; es wäre zur Zeit sehr schön dort.

  10. #35
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    Post Hansa vs. FCM 0:2

    Gut begonnen, dann unnötigerweise den Gegner stark gemacht, zum Ende hin Glück gehabt, aber trotzdem insgesamt verdient gewonnen. Die Ostfalen freut's. Der ganz normale Wahnsinn in Magdeburg nach einem Auswärtssieg: Empfang der Mannschaft spätabends am Stadion: (Ich glaube, die Ordnungskräfte feierten mit.)

    Zum Spiel: Das Spiel fand, unnötigerweise, beinahe unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, hätte aber die Hütte in Rostock locker gefüllt. Es besteht ein riesiges Bedürfnis nach gemeinsamen Erlebnissen. Wir gingen anfangs gut drauf, allerdings nicht in der Härtleschen Manier, sondern dezidiert zehn bis zwanzig Meter tiefer, ließen Rostock also gut anlaufen, um ihnen dann die Laufwege in unserer Hälfte zuzustellen, bei Ballgewinn selber Kreisel zu organisieren und immer den freien Mann zu suchen, der weiter vorn stehen mußte, um die Chance aufs Anspiel zu haben. Daß sich unsere Spieler nicht verpißten, sondern den Ballkontakt vom Mitspieler forderten, ist der entscheidende Schritt hin zu einem erfolgreichen Angriffsspiel. Das ist ein Verdienst des Trainers. Ich möchte Atik und Müller ausdrücklich loben, die das gut organisierten. Auch Jakobsen wirkte anfangs verbessert, hat einen schnelleren Fuß als zu Saisonbeginn, eben das Quentchen mehr Biß und Durchsetzungsvermögen, das ihm kürzlich noch abging. Schade, daß er seine Leistung nicht mit einem Tor belohnte. Vorn passierte wenig, Brünker fand kaum ins Spiel, obgleich er manchen Ball festmachte, kam er doch zu keiner einzigen Torchance, was aber auch daran lag, daß wir nach unserer Führung nicht mehr zielstrebig nach vorn spielten, sondern eher Ballbesitz distingierten. Die Einwechslung von Conteh bewirkte weniger Qualität. Da scheint es doch erhebliche Kommunikationsprobleme zu geben, jedenfalls stimmten die Laufwege nicht mehr und es fehlte auch an Paßgenauigkeit, was sich dann schnell auf andere Mannschaftsteile überträgt. Aber hinten hielten A. Müller und Bittroff den Laden zusammen. Die Einwechslung von Bertram bewirkte dann noch einmal Dynamik. Bertram ist ein Spielertyp, der das Spiel kraftvoll auf sich zieht, zuweilen da auch eigensinnig erscheint, aber gestern war sein Spiel genau der richtige Impuls in einer Spielsituation, als wir nachließen und eben auch kaum Gegenspiel initiieren konnten. Dann hatten wir zwei Mal Glück. das eine Mal war der Hansa-Stürmer knapp im Abseits, bevor er einnetzte, das andere Mal gab uns der Schiedsrichter, der sonst gut pfiff, einen Strafstoß nach einem Eindreher unseres Rechtsverteidigers im Hansa-Strafraum. Das Glück der Tüchtigen. Bertram versenkte. Sieg!

  11. #36
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Im letzten Spiel gegen die Trabantstädter war zu erkennen, daß sich die Konkurrenz langsam auf die Spielweise unseres neuen Trainers einstellt. Sie nahmen Atik aus dem Spiel, indem sie ihm einen nickligen Spieler auf die Füße stellten, verengten die Räume in ihrem eigenen defensiven MF und ließen drei Spieler vorn, die das Aufbauspiel über unseren Torwart unterbanden. Die Konsequenz folgte gleich: wir kamen nicht ins Spiel. Nachdem Bittroff wegen zweier Lappalien vom Platz mußte, erst recht nicht, weil nun auch das Spiel von hinten kaum inauguriert werden konnte. Das klandestine Spiel unseres Spielgestalters hing in der Luft, der sprichwörtlichen bei seinem kopfhöheren Gegenspieler. Er reagierte mit zunehmender Gereiztheit, seine Fallsucht, sein Indenmanndrehen und andere heimliche, dem Schiedsrichter meist verborgen bleibende, Attacken kamen nicht zur Wirkung. Der Hybris folgte aber nicht der Fall, der Trainer nahm ihn kurz vor der roten Karte vom Feld. Zwickau tat das, was es seit jeher (ich sehe diese Mannschaft seit vierzig Jahren bei uns aufschlagen) tut: Es zerstört das Spiel des Gegners und versucht dann über schnelle Außen nach vorn zu kommen, wo ein trickreicher MS lauert. Nun, der schnelle Spieler bei den Gästen wußte sich schon zu inszenieren (diesen Mann sollten wir im Sommer verpflichten), aber unsere IV stand gut und ließ trotz Unterzahl wenig zu. Also eine Nullnummer.

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