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Thema: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an..."?

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an..."?

    Quo Vadis, 1.FC Magdeburg? Wohin geht Deine Reise? (kann Spuren von Ironie enthalten)
    Kalle der I..jpg

    Keine 2 Jahre ist es her, da feierten wir noch in der 2.Liga. Endlich, nach fast 3 Jahrzehnten, steigen wir wie Phoenix aus Asche auf und tauchten wieder auf der Fußballkarte Europas auf - wenn auch nur als Zweitligist! Aber mal wieder den Kopf über dem Wasser zu haben tat ganz Magdeburg gut. Nein, nicht nur ganz Magdeburg, sondern ganz Sachsen-Anhalt, der Fußball-Ostzone und sogar ganz Fußballdeutschland! Naja zumindest der 2.Liga.


    Aber was passierte dann? Wie konnte man innerhalb von nicht einmal 2 Jahren so tief sinken, daß es um ein Haar in der Bedeutungslosigkeit der Regionalliga geendet hätte? Zuviel Vertrauen in den Aufstiegskader? Zu viel Angst bei den Neuverpflichtungen? Zu enge Taschen bei Kalle Sparfuchs, dem (Ex-)Zahlendreher und Fremdgeldverwalter der AOK? Eines hatten die letzten beiden Jahre jedenfalls gemein: bis auf Bülter floppten praktisch alle Transfers! Aber anstatt sich in der Verwaltungsriege (von Führungsriege kann ich in unserem Verein schon lange nicht mehr reden, da dort niemand führt. Es gibt einen, der dikt… äääh regiert und der Rest kuscht) mal selber zu hinterfragen, spielt man lieber Schwarzer Peter bei der Schuldzuweisungsfrage. Der Dumme war Dummerweise der Einzige, der Ahnung vom Fußballsport hätte, nämlich der Trainer und Aufstiegsheld Jens Härtel, der wohl beste und v.a. erfolgreichste Trainer, den wir seit der Wende hatten! Die Suche nach dem Schuldigen - sowas wie die Reise nach Jerusalem in der modernen Betriebswirtschaftsleere (Freud’scher Verschreiber) - ist übrigens typische Verlierermentalität, Gewinner suchen keinen Schuldigen, sondern zuerst suchen sie die Probleme und dann suchen sie Lösungen für diese. Kann man aber keinem Ökonom vorwerfen, das lernen die schließlich heute nicht mehr. Dafür aber das Dreschen toller Phrasen, so in der Art wie „Wir wollen die 2.Liga rocken!“ - leider rockte die 2.Liga dann uns das röckchen :-(


    Egal, weiter im Text. Offenbar sah sich unser Sparfuchs Kalle (wer erinnert sich da nicht an unser Maskottchen von vor zwei Jahrzehnten?) dann wohl doch mal genötigt, die Hosentaschen etwas weiter zu öffnen und ein paar Taler für Verstärkungen locker zu machen und holte den Bundesliga-und Premier League-Erfahrenen Jan Tilman Kirchhoff und den georgischen Nationaltorhüter Giorgi Loria und schon konnte man sehen, welche Sicherheit ein souveräner Torhüter der Mannschaft bringt und v.a. welche Struktur und Qualität ein Denker und Lenker wie Kirchhoff einer Durchschnittsmannschaft geben kann! Leier ging es trotzdem nicht wirklich aufwärts, weil man mit Perthel und Lewerenz auch zwei Flops holte und v.a. einen Trainer als Ersatz für Härtel präsentierte, der auf den Namen Michael Oenning hörte! Ich erinnere mich noch an meinen ersten Gedanken, als ich den Namen hörte bzw. las: „Was...? Oenning...???“ Das hörte mich für mich so an, als ob die Chicago Bulls 1998 voller Stolz MICH als Nachfolger von Michael Jordan verpflichtet hätten! Der Name klang für mich wie Bielefeld…

    strip_0251.jpg


    Nun ja, er bescherte uns jedenfalls tolle Spiele, wo wir (fast) immer die Besseren waren! Aber gewinnen taten meist die anderen. Trotzdem. Bis auf dieses eine Spiel, dieses grandiose 2:1 im Volksparkstadion beim HSV, der seit ähnlich langer Zeit ein ähnliches Spiel spielt wie wir und das auch mit ähnlichem Erfolg - nur halt auf Grund des höheren Budgets eben 1-2 Klassen über uns!


    Dieser legendäre 2:1-Auswärtssieg im Volksparkstadion wird uns allen jedenfalls ewig im Gedächtnis bleiben und mit ihm der Name des Vaters dieses Husarenstreiches:

    MICHAEL OENNING FUSSBALLGOTT!!! Der Feldherr des glorreichen Elbestreitzuges!



    Es kam, wie es kommen mußte: ein Schiff ohne Kapitän muss früher oder später kentern, wenn es auf ein Riff läuft. Und so kam auch folgerichtig der Rückfall in die 3.Liga. Das ist jetzt nichts Schlimmes, das haben schon andere erlebt. Im Jahr davor bspw. Braunschweig, die kurz davor sogar noch erstklassig waren. Und im Jahr davor den 1.FC Kaiserslautern - 1991 und 1998 noch Deutscher Meister (1998 noch als Aufsteiger unter Otto Rehakles Fußballgott), heute insolvent.Und was taten die Braunschweiger vor uns? Sie tauschten (großteils zwangsläufig) quasi die gesamte Mannschaft aus und wollten mit zahlreichen Talenten eine neue Mannschaft aufbauen und entgingen damit nur ganz, ganz knapp (um ein einziges Törchen!) dem erneuten Abstieg in die Regionalliga. Und was taten davor die Teufel? Sie tauschten (großteils zwangsläufig) quasi die gesamte Mannschaft aus und wollten mit zahlreichen Talenten eine neue Mannschaft aufbauen und entgingen damit nur ganz, ganz knapp dem erneuten Abstieg in die Regionalliga. Heute sind sie insolvent und nur coronabedingt noch drittklassig.

    Und was taten wir nach unserem Abstieg? Wir tauschten (großteils zwangsläufig) quasi die gesamte Mannschaft aus und wollten mit zahlreichen Talenten eine neue Mannschaft aufbauen und entgingen damit nur ganz, ganz knapp (am vorletzten Spieltag) dem erneuten Abstieg in die Regionalliga.

    Ist Euch aufgefallen, daß ich mich gerade dreimal wiederholt habe? Nein, keine Sorge, Kalle auch nicht! Der hat das gleiche versucht wie vorher die Eintracht und die Teufel und hat - stellt Euch das vor - auch das gleiche Ergebnis erzielt! Herzlichen Glückwunsch dazu, Kalle, Du wirst das nächste Denkmal hier in MD bekommen!

    Wie sagte Albert Einstein mal so schön?

    „Wahnsinn ist, immer wieder das gleiche zu versuchen und andere Ergebnisse zu erwarten.“
    Muß ich nicht weiter kommentieren, oder?

    Naja, vielleicht doch, denn was tat Kalle Sparfuchs, nachdem das mit den Trainerwechseln in den letzten 10 Jahren so gut funktioniert hatte? Richtig, er wechselte den Trainer! Ganze 3 mal (in Worten: DREI MAL!!!) in der letzten Saison. Ergebnis bekannt. Aber gut, Kalle ist auch Zahlenschieber und kein Pädagoge, sonst wüßte er, daß man eine junge und unerfahrene Mannschaft mit Spaß formt und nicht mit Drill. Dann wüßte er auch, daß Erfolg nicht durch Druck entsteht, sondern durch Sog! Härtel wußte das, darum konnte er das Team auch mitreißen und es ist ihm bedingungslos gefolgt. Härtel war wie ein Feldherr, der ein Heer in die Freiheit führte und kein Tyrann, der es ins Verderben jagte. Darum wären sie Härtel auch in den Tod gefolgt und Wolle nicht mal rüber zu Aldi.

    Aber die Geschichte von Kalle Sparfuchs, dem Merkel von Magdeburg, ist noch nicht zu Ende. Denn weil immer noch nichts besser wurde, ließ er (wohl zurecht) auch noch Iron Maik gehen, der Schuld an den miesen Transfers sein sollte und übernahm die Aufgabe selber! Hätte er stattdessen mal lieber selber die Verantwortung übernommen…

    Dresden war da offensichtlich pfiffiger in diesem Sommer, die scheinen aus den Fehlern ihrer Vorgänger gelernt zu haben. Die haben nämlich quasi die creme de la creme der 3.Liga geholt: Mai, Hosiner, Vlachodimos, Sohm, Diawusie usw. Mal schauen, wie die sich diese Saison entwickeln…


    Und wie ging es bei uns weiter in der zugegebenermaßen recht kurzen Corona-Pause?


    Andere Mannschaften verstärkten sich, wir schwächten uns! Nachdem in der letzten Saison in unserer Offensive NICHTS zusammenging, aber unsere Defensive die Zweitbeste der Liga war, entlassen wir das komplette Mittelfeld und verpflichten erstmal 3 defensive Mittelfeldspieler, aber nur einen Offensiven! Und weil das Spiel gegen Darmstadt gezeigt hat, daß unsere Offensive dadurch nicht wirklich besser geworden ist machen wir was? Genau, wir holen noch einen Defensiven Mittelfeldspieler! (wobei ich hier weniger die Verpflichtung von Jacobsen monieren will, sondern daß wir davor schon 3 DM geholt hatten) Will Kallnik jetzt auf Teufel komm raus das "Merkel von Magdeburg" werden, der Totengräber vom FCM? Oder spielen wir ab sofort im 8-1-1-System?

    Jedenfalls sehe ich jedes Jahr die gleiche Strategie bei unseren Transfers: wir schicken unsere eigenen Talente weg, nur um sie mit Talenten anderer Vereine zu ersetzen. Wir geben Jahr für Jahr knapp 10 Spieler ab, um andere Durchschnittsspieler zu holen. Und dann hoffen wir, daß 2 oder 3 davon einschlagen - der Rest wird im nächsten Jahr (oder wenn der Vertrag endet) wieder davon gejagt und durch neue Wundertüten ersetzt. So verstärkt man aber keine Mannschaft - so schwächt man den Verein! Denn wer billig kauft, kauft immer doppelt. Und das wird dann am Ende teurer als die Billigschiene. Das wußte schon meine Oma und die war kein Betriebswirt und hat auch bei keinem Großkonzern gelernt, die war einfach nur Schneiderin.

    Wir haben im Sommer 150 Spiele Drittliga-Erfahrung verpflichtet -verteilt auf 3 Absteiger! Der Rest hat noch nie - nicht EIN SPIEL!!! - dritte Liga gespielt. Die kann keiner einschätzen, weder die Fans, die Presse, die Verantwortlichem im Verein und - am wichtigsten - sie selber auch nicht! Und wie/ob sich die 2.Schweizer oder Polnische Liga mit der 3. in DE vergleichen lassen weiß auch keiner. Der einzige Neuzugang mit höherklassiger Erfahrtung ist unser Ersatztorwart Timon Weiner. Ich bezweifle allerdings, daß wir mit 2 Torhütern auflaufen werden/wollen.

    Fazit: wenn das nicht von Anfang an funktioniert (wonach es nach den ersten beiden Saisonspielen stark ausschaut), fängt da JEDER an, an sich selbst zu zweifeln! Und dann gilt "Angst machen Beine lahm" und ich befürchte, dieses Jahr werden wir es nicht schaffen!

    Dazu gönnen wir uns seit über 10 Jahren als vermutlich der einzige professionelle Traditionsverein den Luxus, ohne Manager zu arbeiten! Dafür hör ich dann aber ständig das Gejammer, daß hierfür und dafür kein Geld da sei und wir sparen müssen! Aber die Sponsoren warten regelmäßig, daß sich mal jemand um sie kümmert und sei es nur, um einen Vertrag zu verlängern! Und ein von mir vor 5 Jahren gewonnener Partner wurde nach Kurzem wieder vergrault. Und wenn der Name des dafür Zuständigen fällt erntet man regelmäßig nur kollektives Augenrollen.

    Aber für einen Manager ist ja kein Geld da! Und das, wo sich ein guter Manager selber finanziert und wir Millionen auf dem Festgeldkonto haben!

    Fazit: beim „Premium-Produkt“ 1.FC Magdeburg e.V. wird halt nur noch an der Qualität gespart und es so zur Billigmarke umfunktioniert. Vermutlich, weil irgendein Betriebswirt in irgendeiner zweifelhaften Statistik irgendeinen Zahlenwert gefunden hat, der das gutheißt.

    Wer konsumiert, wird arm, wer spart, bleibt arm, aber wer investiert, wird reich!


    Herr Kallnik, hier mal ein kleiner Gedanke von mir: Apple ist eine Marke, Google ist eine Marke, Coca-Cola und Mc Donalds ebenfalls. Der 1.FC Magdeburg e.V. ist KEINE Marke, sondern ein Verein. Und ein Verein bezeichnet laut Wikipedia


    ...eine freiwillige und auf Dauer angelegte Vereinigung von natürlichen und/oder juristischen Personen zur Verfolgung eines bestimmten Zwecks, die in ihrem Bestand vom Wechsel ihrer Mitglieder unabhängig ist.
    Ich finde übrigens gerade den letzten Nebensatz interessant, da Mario Kallnik ja hier quasi als „alternativlos“ angesehen wird! (wer auch hier Parallelen zu unserer Bundeskanzlerin sieht, darf sie behalten)


    Ich halte das allerdings für ein Gerücht! Denn die Arbeit, die hier in den letzten beiden Jahren abgeliefert wurde, ist sicher nicht alternativlos. Ich werde jedenfalls mal meine Mittel als Mitglied prüfen, inwiefern ich von Herrn Kallnik zur nächsten MG-Versammlung eine Stellungnahme zur Politik der letzten beiden Jahre und den damit verbundenen Mehrkosten fordern kann.


    Über die sportlichen Defizite unseres Vereins und unserer Mannschaft möchte ich mich dagegen lieber ein andermal auslassen.

    BWG Wirbel

    Mal noch ein Gedanke zum Thema Transferpolitik:

    Liverpool holt für 30 Mio. den Thiago (29) von Bayern. Chelski holt für 133 Mio. den Havertz (21) und den Werner (24).

    Thiago bringt in der ersten Hälfte mehr Pässe an den Mann (75) als alle Chelsea-Spieler im ganzen Spiel.

    Liverpool gewinnt 2:0 bei Chelski und kann sich sogar noch den Luxus leisten, durch Thiago einen Elfer zu verursachen
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  2. #2
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Den "passenden" Trainer zu verpflichten...das ist wohl der einfachste und günstigste Weg zum Erfolg. Den J. Härtel zu entlassen...das war ein Fehler - das wussten wohl alle...bis auf die Magdeburger. Einen ähnlichen Fehler hat nun auch der Waldhof mit B. Trares gemacht - da ging es um die Laufzeit. Und bei Kaiserslautern, weil Du den Verein erwähnst, war es einst ein Fehler Stefan Kuntz vom Hof zu jagen...unter dessen Regie man noch im Vorhof der Bundesliga spielte. Alle drei Trainer haben zu ihren Vereinen gepasst...wie die Faust aufs Auge. Ein weiteres Beispiel ist Hansi Flick - gleiche Mannschaft, aber erfolgreich. Taktik und dergleichen wird total überschätzt. Trainer müssen in erster Linie Menschenfänger sein und auch das soziale Umfeld der Spieler im Auge haben. Ein unzufriedener Spieler wird nirgendwo seine Leistung bringen.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Danke, Wirbel. Ich möchte eine Fundamentalkritik anschließen und ad widersprechen: Es ist in den letzten Jahren systematisch am Niedergang des FCM gearbeitet worden. Der Fokus liegt nicht auf dem sportlichen Erfolg, sondern auf finanzieller Gesundung. Der Nebenfokus liegt auf der Schaffung einer Wohlfühloase - um es mit einer Textzeile aus Torfrocks "Rollo" zu sagen: "Ziehn hier bloß noch Frauen durch?" -, auf Unterwerfung an die Vorschriften des Profifußballs, an Einbindung in das Beratersystem desselben und an einer Nachordnung dessen, was den FCM ausmachte, wovon er aber zehrt, nämlich den Alleinstellungsmerkmalen im deutschen Fußball.
    Im Ergebnis sieht man eine charakterlos spielende Mannschaft, die Jahr für Jahr zu 50% aufgelöst wird, ersetzt durch Ersatzspieler von den Bänken von Ersatzmannschaften oder durch Spieler von irgendwoher, die kein Mensch kennt, die aber zugleich als Segensbringer verkauft werden.
    Mein Widerwort gegen ad bezieht sich darauf, daß die Entfernung von Härtel nur Akzidenz dieses Ablösungsprozesses von den Wurzeln des FCMs war, nicht die Ursache des Niedergangs. Härtel bildete so etwas wie ein retardierendes Moment dieses Niedergangs.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Ja aber wie lange kann man einen Verein "gesundsparen"? Mit rund die 4 Mio. Eigenkapital sollte man als Drittligist längst gesundet sein, kann man gesünder als gesund sein? Kann man toter sein als tot? Kann man "gesund" steigern, Robert? Das erinnert mich so ein wenig an Eltern, die ihre Kinder am liebsten in Frischhaltefolie wickeln und bloß nicht aus dem Haus lassen wollen, damit es sich ja nicht mal einen Schnupfen einfangen. Daß sie darüber das Leben vergessen, realisieren die dann gar nicht.

    Anyway...

    Nächste Anekdote in Kalles "ich mach meinen Club kaputt"-Spielchen: nachdem sich unser Abwehrchef jetzt schwer verletzt hat sucht man also nach Ersatz. Natürlich wird weider billig verpflichtet, weil das erste Saisonspiel bei ihm ja offenbar Zungeschnalzen verursacht hat. Also wird wieder auf der Resterampe was weggeramscht. Und natürlich wieder auf der der Mainzelmännchen, die mit unserer Mentalität ungefähr so viel gemein haben wie Friesen mit Bayern. Aber unseren Ur-Magdeburger Tim Siersleben (für die Außenstehenden: das ist der Sohn unseres früheren Helden Frank Siersleben), der quasi die gleiche Erfahrung besitzt wie das Mainzelmännchen, wollte man offenbar nicht haben. Der könnte ja sowas wie Identität bringen! Stallgeruch. "Machteborjer DNA". Okay, die Entscheidung könnte ich vll. noch nachvollziehen, aber die Art und Weise, wie man dem wohl wieder abgesagt hat (letzten beiden Absätze), spricht mal wieder Bände! Da muß ich doch gleich wieder an die Aussagen von Butzen und Handke denken, die hier wohl recht unrühmlich davongejagt worden sind! Stattdessen haben wir jetzt ne Mädchentruppe

    Dazu hat man es mMn vor der Zweitliga-Saison verpaßt, Florian Krüger nach MD zurückzuholen - der schießt seine Buden jetzt in Aue (!). Und im Frühjahr hätte man Dirk Schuster als Trainer für die kommende Saison holen müssen - der hat dann stattdessen Aue in die obere Tabellenhälfte der 2.Liga geführt. Der hätte im Saisonschlußspurt auch Oenning (der sich spätestens im April abgenutzt hatte) ablösen können, um evtl. die 2.Liga noch zu retten. Hätte, hätte Fahrradkette... :-/

    Kallnik wird noch unser Totengräber! So langsam erhärte(l)t sich bei mir immer mehr der Eindruck, daß die Meriten, die man Kallnik mit den beiden Aufstiegen angedichtet hat, gar nicht viel mit ihm zu tun haben, sondern eher mit Petersens und Härtels Trainer-und Transferleistungen. Quasi zweimal Glück gehabt mit Trainerverpflichtungen reicht für 8 Jahre Ruhm *lol

    Jedenfalls lernt Kalle nichts aus seinen Fehlern, weil er (wie jede Tussi) natürlich keine Fehler macht! Nach seinem Gusto zumindest. Aber wenn man die Schuld fürs eigene Versagen stets anderen in die Schuhe schiebt, kann man aus diesen Fehlern natürlich nichts lernen! Das ist simple Logik.

    Ich gehe mal davon aus, daß Kalle hier spätestens zur Winterpause Geschichte ist, es sei denn, hier ändert sich was Gravierendes! Aber mir fehlt jeglicher Glaube, daß das geschehen wird. Den Kvesic hätte man halten müssen! Und den Schröter dazuholen für den rechten Flügel. Ja, der hätte Ablöse gekostet. Aber sicher nicht viel. Vll. hätte man sogar den Conteh dafür hingeben können. Und Perthel und/oder Koglin abgeben und dafür den Siersleben holen. Und so lange an Seguin rumbaggern, bis der auch kommt. Machen die Bayern auch so, wenn die einen Spieler unbedingt haben wollen! So haben sie den Goretzka für lau gekriegt. Und den Sané für lächerliche 45 Mille! Ein Jahr vorher wollte City noch über 100 Mio. für den haben!

    Aber wenn man nur Verwalten gelernt hat und nur von 12 bis Mittag denkt fehlt einem natürlich die nötige Weitsicht für mittel-und langfristige Planung. Vor allem, wenn man sich daneben ein Team von praktisch völlig unerfahrenen und ebenso unkritischen Ja-Sagern aufbaut.

    Und darum verspüre ich irgendwie aktuell auch NULL BOCK, mir das Trauerspiel auch im Maskenwahn im Stadion anzutun.

    Also Robert: Samstach Fußball-Nachmittag vorm TV?

    Diesmal ohne technische Probleme

    Das wäre ja so eine Wunschmannschaft "mit Gesicht" für mich (ist nur ein Test).
    Die vakanten Stellen Bell Bell (Schmelzer ^^), Gjasula und evtl. Sliskovic qualitativ hochwertiger ersetzen und Butzen als RV und schon zieht der "Stallgeruch" durch ganz Ostfalen


  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Grauenhaft. Das 1:1 bei schwachen 1860ern war ein sportlicher Offenbarungseid. Nach der glücklichen Führung, die aus einem Mittelfeldgestocher hervorging, taten wir das, was Verlierer tun: Rückzug und Verteidigung des glücklichen Vorsprungs. Da gab es keine Ordnung im MF, keine Spielidee als die, das Spiel des Gegners zu zerstören, da gab es keine Doppelpässe, keinen geordneten Spielaufbau von hinten oder im MF oder dann wenigstens Zusammenspiel in der Strafraumnähe (des Gegners). Gestolper, schwache Ballannahme, unglaublich behäbiges Gegurke, Kopfballpassagen ohne Sinn und Verstand. Ich würde gern jemanden loben oder etwas Positives schreiben, aber dieses Gegurke vergrault mich.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ja ich hab das auch so gesehen. Hab mir noch gedacht "Wenn Robert nicht hätte arbeiten müssen, hätten wir 2h über die Entstehung der Menschheit, die Dressur von Kellerasseln oder das Studium von Amöben dummlabern können", also all diese viel, viel wichtigeren Dinge.

    Hoßmang hat es sogar geschafft, den gegen Darmstadt überragenden und gegen Halle noch Einäugigen unter den Blinden Obermair völlig aus dem Spiel zu nehmen, in dem er ihn auf die verkehrte Seite gestellt hat. Da konnte auch sein Stolpertor nicht drüber hinwegtäuschen (wahrscheinlich hatte der Torwart sich schon beim Anlaufen innerlich totgelacht und hatte damit gerechnet, daß er sich eher die Beine bricht als mit dem schwachen linken Fuß den Ball irgendwie aufs Tor zu bringen). Das war allerdings - neben dem Flankenlauf und der Musterflanke des sonst wie üblich unnützen Steininger und unserem Zerberus im Tor sowie mit Abstrichen Jacobsen - der einzige Lichtblick in dem Spiel, der einzige Überraschungseffekt (solche führen im Fußball häufig zu Toren, schade, daß wir in der Hinsicht ansonsten völlig unfähig sind) und ein zugegebenermaßen ebenso überragendes Auge wie auch Paß von #panzerfahrerklausseinbrüderjürgen

    Ich weiß nicht, aber wenn ich unsere Gurkentruppe in den letzten anderthalb Jahren auf dem Platz gesehen habe beschleicht mich immer das Gefühl, daß da einer elf Außerirdische auf den Acker geschickt hat, die noch nie zuvor einen Fußball gesehen, geschweige denn gegen einen getreten haben! Absolut NULL Spielverständnis! Such Dir elf Tussis und stell die da hin und das sieht mehr nach Fußball aus! Absolut beschämend.

    Ich dachte immer, die zocken alle FIFA aufer Playstation? Wenigstens DA sollte man doch so ein ganz klein wenig Gespür entwickeln können, wie ein Fußballspiel funktioniert, wie man Angriffe aufbaut, wie man Mitspieler in gefährliche Situationen schickt, wie man Torgefahr entwickelt.

    Aber nein, absolut null! Das sieht aus, als ob jeder Spieler beim "Probetraining" bei uns einen IQ-Test machen muß und wer da mehr Punkt bringt als eine Scheibe Knäckebrot wird direkt wieder weggeschickt. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man dermaßen blind sein kann! Schon vom Gesetz des Zufalls her müßte da doch ab und zu mal was Konstruktives bei rausspringen, aber... haste ja selber gesehen.
    Ich rätsel übrigens immer noch über die gestrige Aufstellung, das muß das System 1-2-3-Hühnerhaufen gewesen sein! Ich weiß nur folgendes: Burger und Koglin spielten IV, Rechtsfuß Obermair kam über links, Steininger wurschtelte rechts und Beck war vorne. Ach ja, Sliskovic hab ich auch überwiegend links gesehen. Der Rest war irgendwie überall und nirgends.
    So, jetzt versuch das mal in ein Schema zu pressen :D

    Ich mutmaße fast mal, daß das das Modell "Wayne-Rooney-Mysterium" war. Der sagte auch mal: "Ich baller den Ball beim Elfer einfach aufs Tor. Wenn ICH nicht weiß, wohin ich schieße, kann es der Torwort auch nicht wissen" - macht nach Hoßmang-Taktik "Ich schicke einfach 11 Mann aufs Feld und laß die sich selbst sortieren. Wenn ICH nicht weiß, wie ich aufstelle, kann es der Gegner auch nicht"

    Nun ja, offenbar war der Gegner davon selber so verwirrt und überrascht, daß wir ihm mit viel Glück einen Punkt klauen konnten! Also noch 44 mal "Würfeltaktik" und wir haben die 45 Punkte!


    PS: das einzig unterhaltsame am Spiel war der Kommentator und Benny Kirsten. Letzterer vermittelte mir den Eindruck, mehr Fußballsachverstand zu haben als unsere ganze sportliche Verantwortlichkeit! Also bevor wir untergehen, sollten wir vll. lieber einen Dynamo zum Präsi machen!

    (PPS: wer Ironie, Sarkasmus oder ähnliche Anflüge erahnt, darf sie behalten. Humor entsteht bekanntlich aus Schmerz und davon hat jeder Clubfan mehr erdulden müssen als jeder andere Mensch!)

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  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    FCM vs. Viktoria Köln 0:2

    Diese Niederlage ist nicht auf Pech zurückzuführen, nicht auf die schwache Schiedsrichterleistung, nicht auf den Einsatz zweier Jungspieler in unseren Reihen, nicht auf die schwache Tagesform einzelner Spieler, sie ist Zwischenergebnis eines seit dem Weggang Härtels offenkundigen Niedergangs, der zudem aufgrund einer Strukturschwäche beim Verein verstärkt wird. Die seit Härtel im Amt befindlichen Trainer sind keine schlechten Trainer, sie sind eben das, was man für durchschnittliches Geld bekommt. Sie machen das, was sie in Köln auf der Einheitstrainerschule gelernt haben, lassen so spielen wie die anderen Trainer auch. Am Ende ist das in der Liga ein Nullsummenspiel. Es steigen die Mannschaften ab, die in diesem System zwei Fehler machen:
    1. sie investieren nicht oder aber (auch)
    2. sie spielen ihr eigenes System.

    Ein Traditionsverein, als solche bezeichne ich die Vereine, die auf der Basis eigener Stärke mehrere Meisterschaften und Pokaltriumphe einheimsten, hat die Möglichkeit, die erworbenen Meriten auf der Basis eigener Kompetenz im weiteren Wettkampf zu bestätigen, wenigstens ab und an. Bei uns verzichtet man mit dem Hinweis darauf, daß sich das Spiel verändert habe, die einst geltenden Regeln und Leistungen mit heutigen nicht vergleichbar wären und überhaupt, auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingunegn und die Menschen seien andere und das Rekrutierungssystem und überhaupt, es sei alles viel schwieriger... Bla bla.

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Will da jetzt auch schon ein paar Tage was zu sagen, aber bisher hab ich noch nicht die nötigen Seelenruhe dafür gefunden :(

    Kath und Franzke sind für mich jetzt auch wieder nicht die Führungsspieler, die wir brauchen. Aber zumindest bei Kath könnte es so sein, daß er uns "sofort weiterhilft" (wird das jetzt die neue "Wir schaffen das"-Todschlagphrase? :-/ )

    Bei den Dynamos dann bitte so, von Anfang an! Auf LV würde ich mir noch ne Alternative wünschen, aber mangels Alternativen... Aber gut, daß wir noch einen RV verpflichten wollen :D Aber wenn Bell Bell wieder fit ist, könnte das auch so klappen.



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  9. #9
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Die Problematik im Aufbauspiel des @1_FCM:

    Mehr muß man dazu eigentlich nicht sagen.

    Was ich übrigens auch bemerkenswert finde: bei den Majas standen Samstag gleich 8 Inhämische im Kader!

    Und bei uns? ...ganze null. NULL! Wie soll da Derby-Atmosphäre aufkommen?

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  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das Problem, mein lieber Wirbel, liegt nicht in einer fehlerhaften Taktik - so was passiert -, sondern darin, daß offenbar niemand im Trainerstab aus Fehlern lernt, denn die Spielweise gegen Gülle kam keinem sich die Augen reibenden FCM-Fan unbekannt vor. So spielen Verlierer! 80' ohne jede Chance, darauf bedacht, die Null zu halten. Und wenn wir dann mal die Molle hatten, wurde entweder auf einen zugedeckten Angreifer geflankt oder der Ball im Aufbauspiel verstolpert, was aber letztlich eine Folge fehlerhafter Einkaufspolitik ist, denn wir haben niemanden, der auf den Ball treten kann, Ruhe besitzt, schaut, die Leute positioniert und selber abgeschirmt wird, damit sich Aufbauspiel überhaupt entfalten könnte. Da die Zeit für Neuverpflichtungen vorbei ist und offenbar niemand bei den Verantwortlichen erkennt, welcher Spielertypus hätte verpflichtet werden müssen, sehe ich schwarz für die Saison.

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Was war das? Der Ostfale rieb sich gestern erstaunt und erfreut die Augen. Wir spielten Fußball! Es gab Doppelpässe zu sehen, es gab Dreieck-Spiel, es gab systematischen Spielaufbau. Der kleine A. Müller (ein junger Mann aus einer zweiten Mannschaft eines Regionalligisten) verteilte die Bälle, schoß selber ein schönes Tor von halblinks mit seinem stärkeren Rechten und leistete auch im Defensiven gute Arbeit. Aber nicht nur er konnte in Halbzeit I sein Potential abrufen, auch Steininger und Franzke spielten gut mit, hinten hielt T. Müller den Laden zusammen. Und ruckzuck war da auch Stimmung im Stadion, Krach wie seit Monaten nicht mehr. Wir Ostfalen sind leicht zufriedenzustellen. Wir wollen keinen Verliererfußball sehen, bei dem es erst einmal darum geht, die Null zu halten und dann vielleicht mal ab Minute 80 den Kopf aus der Brühe zu stecken, um zu gucken, ob vielleicht was geht. So was wollen wir nicht. Lieber gehen wir 0:5 unter, aber wenn gekämpft wurde, dann verzeihen wir auch ein 0:5. Nun, gestern gab es einen 2:0-Sieg gegen diesen von den meisten als "unsympathisch" wahrgenommenen Verein, der sich gestern auch nicht beliebter machte, zu nicklig traten seine Angestellten auf.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Nun, das Wochenspiel ernüchterte. Eine kleine Hoffnung hat man ja immer, aber gegen die Übermannschaft vom SC Verl war einfach nichts zu machen. 1:3 verloren.
    Ich hatte vor Jahren bereits Lösungsmöglichkeiten für unsere strukturelle Schwäche angezeigt und fühle mich zwar in meiner einstigen Analyse mit folgendem Lösungsansatz bestätigt, aber lieb ist mir das nicht, ich will schließlich nicht rechtbehalten, sondern Spaß und Lebensfreude durch den Fußball erhalten.
    Unser Strukturproblem besteht in der fehlenden Verbindung von unten nach oben. Der Ostfale neigt zu klarer Kante, aber genau deswegen darf sich das nicht in einem Führersystem widerspiegeln, einer klaren Hierarchie mit sich zuspitzender Entscheidungsbefugnis, wie sich das bei uns zeigt. Bei uns hat der Präsident wenig zu sagen; bei uns entmachtet sich der AR selber, bei uns kommt der Mittelbau zu keiner beratenden Kompetenz und bei uns hat die Basis sich derart eingeschissen (Stichwort "Insolvenzverfahren 2001"), daß sie nicht zu mucksen wagt, es könnte ja gegebenenfalls etwas schiefgehen, schiefer jedenfalls als bisher. Meuselwitz in den Herzen. Der FCM ist ein Abziehbild der BRD-Politik: einfallslos, führerbeflissen, alternativlos denkend und vorauseilend gehorsam. Es kann bei diesen Verhältnissen nur zu einer Revolte von oben kommen; vielleicht findet sich ja im AR jemand, der das Schiff auf Kurs bringt, so jedenfalls, wie sich das anschaut und anfühlt, kann und darf es nicht weitergehen. Das ist der Weg in die Bedeutungslosigkeit.
    Die wichtigsten rezuorganisierenden Dinge:

    1. Herauslösung des NLZ aus dem DFB-Fördertopf. Statt dessen Aufbau eines vereinseigenen Fördersystems. Da muß man Geld in die Hand nehmen, ein, zwei Millionen p.a. und in ganz Ostfalen ein System organisieren, das dem FCM Spieler zuführt. Das System "Internat" wird abgeschafft. Kinder sollen sich frei entwickeln, nicht in einer Herdenimmunität vergammeln. Sie brauchen Erlebnisse in ihren Familien, für die der Verein sorgen muß in dem Sinne, als daß er die Partner dazu bringt, den Eltern bei der Jobsuche zu helfen, um so die Basis für Familienleben zu schaffen. In jeder Anfangsformation einer FCM-Mannschaft müssen wenigstens 6 Spieler stehen, die in Ostfalen wenigstens drei Jahre lang ausgebildet worden sind.
    2. Schaffung einer Siedlung für FCM-Spieler und Eltern. Das Gelände Cracauer Anger eignet sich vorzüglich zum Bau von wenigstens 50 Einfamilienhäusern, die für Spieler und Eltern zur Miete bereitstehen müssen.
    3. Der Präsident wird fortan von den Mitgliedern zu wählen sein und erhält eine Richtlinienkompetenz, dazu den Vorsitz über und Stimmrecht in den Gremien, derer es drei geben sollte:


    • das Gremium "Sport", in dem verdiente Spieler und Trainer des Vereins sitzen, maximal zwölf, die über Spielerver- und -käufe beratschlagen und diese dem Geschäftsführer vorlegen, der das umzusetzen hat.
    • das Gremium "Wirtschaft" übernimmt die wirtschaftliche und finanzielle Ausrichtung des Vereins und
    • das Gremium "Tradition" berät und beschließt alle Fragen, die historische und künftiges Auftreten, Vereinszugehörigkeit und Satzungsfragen betrifft.


    4. Der AR wird zugunsten dieser Gremien aufgelöst. Die Zusammensetzung der Gremien wird von den Mitgliedern in den Mitgliederversammlungen durch Einzelwahl bestimmt.
    5. Jeder bei uns arbeitende Trainer muß sich der Spielphilosophie des Vereins unterordnen. Taktische Erwägungen sind davon nicht betroffen. Grundsätzlich gilt für das Spiel in jeder FCM-Mannschaft das geordnete Spiel aus einem stabilen Deckungsverbund, Flügelspiel mit schnellen Außen und präzises Flankenspiel auf einen zentral operierenden Angreifer. Es wird weder Ballbesitzfußball noch kick'n'rush-Fußball gespielt.

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Danke für die Zusammenfassung
    Wobei ich bei Punkt 1 eine differenzierte Meinung habe: aus dem Fördertopf des DFB würde ich nur ungerne rauswollen. Wir müssen nur schauen, wie wir unsere Philosophie im Rahmen derer Vorgaben umsetzen können. Auf das Geld will ich nicht verzichten. Ich bin auch der Meinung, daß unser Kernproblem nicht die Ausbildung von Talenten ist, sondern vielmehr deren Sichtung, also das Scouting.

    Zum aktuellen Geschehen unseres Vereins kann ich mich derzeit nicht äußern, dafür bin ich noch zu pralle! Beispiel: beim Lesen dieses Artikels war mein erster Gedanke: wieso auf dem Domplatz? Das war doch im Stadion...

    Mal nur noch so ein Gedanke, weil ja ständig gejammert wird "Mimimi, wir sind wirtschaftlich so schwach" und "Mimimi, die Großen kaufen uns immer die Spieler weg" usw.:

    - wir haben seit rund 10 Jahren keinen Manager mehr
    - wir haben keinen Sportdirektor, der dieser Berufsbezeichnung gerecht wird (hatten wir so einen überhaupt schon mal?)
    - wir haben dafür aber eine Medienabteilung, die es vom Umfang her mit der des Bundestages aufnehmen könnte (über die Grunde dafür sollte man mal nachdenken - Vertuschung vll.?)
    - wir haben dafür aber immer mindestens 2 Trainer (zzgl. Co's) auf der Gehaltsliste und wenn Krämer nicht schnell wieder in Uerdingen einen Job gefunden hätte wären es jetzt vermutlich sogar 3 (in Worten: DREI)
    - wir unterstützen jedes Jahr das Finanz"amt" mit einem hohen 6-7stelligen Betrag (ich würde gerne mal eine Liste mit den größten Steuerzahlern im Land sehen)

    Und dann stellt sich "Ich blick (kall)NIX" hin und klopft sich wegen seinem "Festgeldkonto" auf die Schultern???
    Der hat hier in seinen 8 Amtsjahren im Grunde nur zwei Erfolge gefeiert: er hatte mit den Trainerverpflichtungen vom "Schubser" und Jens Härtel Glück gehabt, ansonsten sehe ich nur Gründe, die gegen ihn sprechen!
    Die "Arbeit", die der hier leistet, könnte jeder dritte Ostfale nicht schlechter machen!

    PS: wie heißt es doch so schön? "Wer alles selber macht, macht nix richtig"

    q.e.d.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Die BLÖD hat es jetzt mal auf den Punkt gebracht, was ich/wir schon lange propagiere/n.
    Ich gehe schwer davon aus, daß der Verfasser dieses Artikels in absehbarer Zeit in unser Medienteam aufgenommen wird

  15. #15
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das ist das Los vieler Traditionsclubs, dass das Umfeld dort oft mehr erwartet...als das...das realistisch machbar ist. Auf diesen "Druck" reagieren die Verantwortlichen dann nicht selten mit Aktionismus - und so kommt man dann in eine Abwärtsspirale. Als Positivbeispiel muss stets der SC Freiburg herhalten...dabei könnte man ebenso den SV Sandhausen nennen. Den FCM kenne ich nicht so gut, dafür den 1. FCK umso besser - auch dort ist der Druck des Umfeldes ein enormer. Gewinnt man drei Spiele hintereinander in der 3. Liga (was selten vorkommt), dann träumen die Fans nicht von der 2. Liga, auch nicht von der Bundesliga...sondern von der Champions League. Und das ist nicht nur so dahin gesagt....das ist tatsächlich so.

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Jein, da stimme ich Dir (nicht) zu ;-)
    Daß bei Traditionsclubs wie Lautern und Magdeburg wesentlich mehr "realistisch machbar" ist, als in der 3.Liga gegen den Abstieg zu kämpfen, sollte zumindest plausibel sein, wenn man allein mal eienen Blick auf die ganzen Dorfklubs in der 2.Liga und tlw. gar Bundesliga wirft. Das Problem solcher Clubs liegt - wie ich glaube - eher daran, daß dort wesentlich mehr Medien-Publicity herrscht, womit so ein Verein auch zu einer Art Politikum für Selbstdarsteller wird, die in ihrer Ahnungslosigkeit dann die Vereine herunterwirtschaften.

    Bei Traktor Kleinsiehstmichnich aus Hinterniemandsland, für den sich kein Schwein interessiert, herrscht nicht dieser Hype, weshalb die Leute dort ein Ruhe arbeiten können und ihnen nicht permanent Leute auf die Finger schauen und ihnen reinreden, was dann mittelfristig zu guten Ergebnissen führen kann.

    Aber das 2.Bundesliga sowohl für Magdeburg als auch für Lautern nicht unrealistisch sind sollte eigentlich außer Frage stehen!

    ×

  17. #17
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das ist ja der Knackpunkt. Klar ist mehr machbar..muss mehr machbar sein...fragt sich nur in welchem Zeitfenster. Heute wurde vermeldet, dass die Gläubiger des 1. FCK auf ihre Forderungen verzichten - so den Weg für die neuen Sponsoren frei machen. Und schon träumen die Fans wieder von Barcelona +Co. Ganz nebenbei: das mit den Gläubigern ist schön für den 1 FCK und seine Fans, aber mE auch moralisch zu verurteilen.

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Mmmmhhhh, wenn jemand (also hier: Gläubiger) freiwillig auf Geld verzichtet wüßte ich nicht, was daran unmoralisch wäre (auch wenn er das Geld eh nicht mehr bekommen würde). Das ist mMn sogar sehr moralisch! Immerhin geht es hier ums "große Ganze", um einen Verein mit tauenden Fans, vielen Arbeitsplätzen usw. Wer da zu Gunsten eines größeren Gemeinschaftsziels auf sein (persönliches) Vorrecht verzichtet, verdient meinen Respekt.

    Robert, hab grad Deinen Beitrag im Fanforum gelesen. Ich finde, Dein Vergleich mit Dagobert Duck hinkt ein wenig. Wenn Kalle so mit Geld umgehen würde wie DD, wären wir sowas wie der FC Bayern München. Der Hoeneß hat so investiert wie die reichste Ente der Welt: ausgesprochen klug und profitabel. DD hat nie Geld ausgegeben ohne einen ROI (return on invest). Was man der Ente vll. etwas ankreiden muß ist, daß das Emotionale dabei meist ein wenig zu kurz gekommen ist, daß sie dabei den Vorteil der Gesellschaft immer ein wenig aus den Augen verloren hat. Ein emotionaler ROI ist auch ein ROI, auch wenn man den in keiner Bilanz oder Statistik darstellen kann. Aber DD hat immer weitsichtig investiert, Kalle "investiert" sehr kurzfristig. Er hat im Sommer 2018 nicht gesehen, daß uns die 2 Mio., die er "gespart" hat, in der folgenden Saison mind. 5 Mio. fehlender Einnahmen gekostet hat. Er hat nicht gesehen, daß uns das gesparte Geld letzte Saison ein Jahr Entwicklung gekostet hat (weil es eine verlorene Saison war und wir diese Saison deshalb nochmal eine "neue Mannschaft" aufbauen müssen) und er sieht nicht, daß uns die eine Million, die er jetzt NICHT in Qualität investiert hat, nächste Saison 5 Millionen Verlust kosten könnte! Er macht den gleichen Fehler im 3. Jahr in Folge - das ist merkbefreit! So spart man sich zu Tode.

    Kalle wird ja oft für seine "wirtschaftliche Qualität" gelobt, ich sehe das allerdings völlig anders! Auch Sparen will gelernt sein. Sparen heißt WEDER, auf seiner Kohle klucken wie eine Henne auf dem Ei, NOCH per Harakiri alles auf eine Karte setzen, Sparen heißt (klug) Investieren, Chance gegen Risiko abzuwägen, die Chancen zu optimieren und Risiken zu minimieren und nicht "Geld horten", das sich auf dem "Festgeldkonto" durch Steuern und Inflation stetig selbst entwertet. Das kann jemand, der bisher nur in einer halbbehördlichen Institution wie der AOK gearbeitet und dort fremdes Geld verwaltet hat, allerdings nicht wissen, weil er es a) nie gelernt hat und b) keine persönliche Verantwortung zu tragen hatte. Ein Geschäftsführer ist halt nur ein Verwalter und kein Gestalter wie ein Gründer bzw. Gesellschafter. Ein Gesellschafter ist ein Visionär (wie Steve Jobs bspw.), der aus einer Idee, einer Vision ein profitables Unternehmen kreiert und dieses so weit perfektioniert und simplifiziert, daß es jeder Dulli verwalten kann (s. Mc Donalds). Dafür stellt er dann einen Geschäftsführer an, um die Zeit und die finanziellen Mittel zu haben, sich zur Ruhe setzen, das Leben genießen oder ein neues Unternehmen gründen zu können.

    Aber so einen Visionär haben wir beim FCM leider nicht. Stattdessen verwaltet ein Halb-Beamter einen drittklassigen Verein und darum wird der FCM - bis auf einige Ausreißer nach oben und bald auch nach unten - auch ein drittklassiger Verein bleiben. So wie die letzten 30 Jahre halt

  19. #19
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Waldhof - FCM 2:5

    Bitte Bezugstexte unter Angabe der genauen Quelle ins Forum kopieren, sonst verliert man irgendwann den Bezug völlig.

    Zum Spiel in Mannheim: Katastrophe. Wir haben dort zurecht 2:5 verloren. Es gab Fehler in allen Mannschaftsteilen, die auf Unfähigkeit, falsche taktische Ausrichtung und strukturelle Probleme zurückzuführen sind, also die Folgen derer sind. Ich spare mir Einzelkritik, weil wir erst einmal Grund in unsere Mannschaft bringen müssen, bevor Einzelkritik überhaupt auf fruchtbaren Boden fallen könnte.

    Die Einzelspieler spielen das, was sie spielen sollen und können. Sie haben auch in Mannheim gekämpft, sind als Mannschaft aufgetreten, sind gelaufen und haben gegrätscht, waren bissig und zeigten das, was man Einsatz nennt. Soweit i.O., das wird von unserer Mannschaft auch erwartet und soll hier nicht gelobt werden. Die Kritik muß an anderer Stelle ansetzen, aber ich will einen Bogen schlagen, indem ich an einem Beispiel deutlich mache, was zu ändern ist: Es gab da eine Spielsituation, da kam unser Spielführer mal wieder nicht zum Zuge. Der Ball war weg und der Gegner baute einen seiner systematisch vorgetragenen Angriffe auf. Beck seppelte hinterher, störte, rannte von Gegner zu ballführendem Gegner, jedesmal knapp zu spät, aber er gab nicht auf. Schließlich hatte einer unserer Spieler den Ball, Beck war nun total erschöpft an unserem Strafraum und fehlte vorn, trabte langsam nach vorn, aber da war der Ball auch schon wieder beim Gegner. Der Reporter lobte Becks Einsatz, aber der Mann scheint mir keine Ahnung vom Fußball zu haben, denn was ist an einem erschöpften Beck an unserem eigenen Strafraum Positives zu loben? Sein Einsatz? Sein "Zeichensetzen"? Welches Zeichen? Daß es sich nicht lohnt, die Arbeit des MF zu machen? Dieses Beispiel macht das strukturelle Problem unseres Spiels deutlich. Ziehharmonikafußball paßt nicht zu uns, dieses "jeder macht alles", "der erste Verteidiger ist der Stürmer" und "der erste Angreifer ist der ballführende Verteidiger" ist fruchtloser Fußball, wenn es im MF keinen Anspielpartner gibt, der als Fixpunkt das Verteidigungs- resp. Angriffsgeschehen koordiniert. Bei uns fehlt der nämlich, was zu einem sinnbefreiten Hoch- und Niedergerenne führt, wobei durch individuelle Fehler (meist bei der Annahme) die Bälle schnell wieder beim Gegner sind.
    Wir haben leider niemanden, der die Bälle festmachen könnte, unserem Spiel Tempo oder Verschleppung verschreibt und auch mal laut wird, wenn jemand einen Fehler macht. Solche Spieler gibt es, da muß man nicht mal in der ersten Liga suchen. Aber die Verpflichtung eines solchen Spielers ist immer auch ein Risiko: Launen, Verletzungen, Unzufriedenheit und Mitspracheforderungen sind nur einige der Allüren, womit man es dann als Verantwortlicher zu tun haben könnte. Genau dazu sind unsere Vorstände nicht bereit. Sie gehen seit Jahren den anderen Weg, tauschen Jahr für Jahr die halbe Mannschaft aus, indem sie mittelmäßige durch andere durch und durch mittelmäßige Spieler austauschen. Sie suchen eben nicht den Impulsgeber, der unsere eigenen Jungen antreiben könnte, zumal aus unserer Jugend auch nur genau die gleichen Spielertypen kommen, die verpflichtet werden - Ausnahmen werden weggeschickt. Und diese Politik liegt wiederum an der Vereinsstruktur. Die Gremien sind zahnlos, das Präsidium hat keine demokratische Legitimation, die ausgegliederte Profiabteilung führt ein Eigenleben, kaum behelligt vom AR, in dem Papiertiger die schwarze Null vor Augen haben - und keine Vision. (Wirbel hat es oben schon erklärt)

    Wenn sich nichts ändert - und damit meine ich nicht personelle Wechsel -, werden wir absteigen.

  20. #20
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ich glaube nicht, daß die Neuanstellung eines Sportdirektors bei uns von Erfolg gekrönt sein wird. Das wäre ein Glücksfall. Unsere Strukturen lassen einem Sportdirektor nur dann Luft zum atmen, wenn er für wenig Geld sehr gute Leute in der Mannschaft implementieren kann, die dann auch noch sofort erfolgreich spielen müssen. Das ist das, was beinahe alle Vereine versuchen - mit meist weniger Erfolg. Da wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, dürfte das ein beinahe unmögliches Ansinnen sein, zumal bei uns oligarchische Strukturen diesem Sportdirektor ein freies Arbeiten nahezu unmöglich machen. Der Chef der GmbH wird Neuverpflichtungen nur genehmigen, wenn sie nichts kosten, der Trainer wird eigene Vorstellungen besitzen, die mit denen seines neuen Vorgesetzten nicht immer kompatibel sein werden, die Fans wollen schnelle Erfolge sehen, das Präsidium fühlt sich übergangen, der AR möchte auch gern mehr mitreden und sucht nach einem Plan, sich verstärkt einzubringen. Keine gute Situation.

    Der homo neanderthalensis ostfalicus, der vorherrschende Menschenschlag in meiner Heimat, ist ein Typus, der glaubt, wenn er NICHT meckert, habe er genug gelobt. Er will geführt werden, doch darf sich ein Führer nicht zu erkennen geben; er möchte mitreden, läßt aber lieber machen, er will Erfolg, aber nicht um jeden Preis und er will mitbestimmen, ohne verantwortlich gemacht werden zu können. Es ist ein schwer regierbarer, aber nun mal der Menschenschlag meiner Heimat, also muß man ein System entwickeln, in dem die Vorzüge und Nachteile bestmöglich kanalisiert werden. Ein Organigramm für den FCM:

    organigramm_FCM_2020.jpg

    P.S. Nachtrag am 8.11.: Nun ist der ehemalige SD von Sandhausen verpflichtet worden. Bis zum Ende der Saison soll er den Klassenerhalt sichern, dann wird er quasi festangestellt. Bis dahin hat er sozusagen nicht viel zu sagen, wie ich oben schon erläuterte. Der arme Mann, warum tut er sich das an? Das kann nichts werden. Die Beifallsbekundungen etliche FCM-Anhänger kann ich zwar nachvollziehen (in Sandhausen leistete Schork gute Arbeit), aber bei uns gibt es andere Strukturen, keine flache Hierarchie wie in Sandhausen, wo ein Vorstand letztlich in einer Art Altmännerklub alles entscheidet, bei uns gibt es miteinander konkurrierende Gremien, was grundsätzlich für uns Ostfalen richtig ist - denn wir brauchen in jeder Lebenssituation den Wettbewerb -, doch wir brauchen auch eine grundlegende Ordnung, die bei uns nicht gegeben ist.

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das Spiel in Lautern offenbarte dem vorurteilsfreien FCM-Anhänger eine sportliche Indolenz. Das Trainerteam um Hoßmang ist nicht in der Lage, eine Spielidee zu entwickeln, die den GDW zupaß käme. Es wurde wieder nur abgewartet, langathmig in die Breite der Ball gehalten, die Null wurde angestrebt - vorn wie hinten -, es wurde Ziehharmonikafußball zelebriert und letztlich nur passiviert. Erbärmlich. Auch der Beck-Ersatz Brünker hing in der Luft, die Abwehrreihe strahlte alles andere als Sicherheit aus und im MF war/ist da keiner, der den Ball behaupten, der Ruhe und Ordnung ins Spiel bringen könnte, was per se schon ein kleines Wunder wäre, denn darauf scheint es der sportlichen Leitung ja nicht anzukommen, andernfalls wäre da in den letzten Jahren mit anderen Spielern unter anderen Trainern ja längst mal etwas passiert. Und so war es nur einem Geniestreich des jungen Müller und der lauterner Schwäche zu verdanken, daß wir wenigstens einen Punkt mit nach Hause nehmen konnten.

  22. #22
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das Spiel in Ingolstadt endete 0:1. Als ich die Aufstellung sah, dachte ich, es würde etwas passieren. Aber außer hektischem Draufgehen und ungenauem und kompliziertem Aufbauspiel sah ich das gleiche Gegurke, das so gut wie keine Torchance generiert. Gjasula auf der 6 einzusetzen, ist falsch. Der Mann ist zu langsam und spielt gern das, was wir früher "Knochenbrecherpässe" nannten. Manchmal erreichten sie unseren Spieler sogar, bevor der Gegner das Bein dranhatte. Gjasula selber geht auch so ins Spiel, zuerst den Mann, dann den Ball. Das ging zwei Mal schief. Kein Lerneffekt - und das bei der Fußballerlaufbahn. Ich hoffe, ich sah ihn zum letzten Mal in unserem Trikot. Aber auch nach der Gelbroten änderte sich unser Spiel so gut wie nicht. Wir haben eben keinen anderen Plan als den, vorn draufzugehen und dann mal zu sehen, was passiert. Das ist nicht das, was man Konzept oder Spielplan nennen könnte. Ich bezweifle langsam, daß die vielen Tüftler auf unserer Trainerbank über das individuelle Fehlverhalten unserer Spieler hinaus an das Ganze denken, also langsam mal das entwickeln, was dann überhaupt entwickelt, will heißen praktikabel für Liga 3 gemacht werden könnte. Ist denn das so schwer? Da werden Linksfüße auf rechts eingesetzt, Rechtsfüße auf links, da stellt sich ein eingewechselter Außenstürmer auf den Rechtsverteidigerposten, rennt dann bei einer unserer wenigen Kontermöglichkeiten auch prompt nach vorne, natürlich völlig falsch in den mittleren Raum, wo der Gegner massiv steht - statt in den freien Raum außen -, was dazu führt, daß der Ball abgefangen wird und der RV nun hinten fehlt. Prompt wird über diese Seite der Angriff des Gegners initiiert, Flanke, Tor. Klar. Das sind alles Fehler, die von überforderten Spielern begangen werden, wobei mir nicht klar ist, ob die Überforderung daher rührt, daß diese Spieler es per se sind oder daher, daß sie schlichtweg falsch instruiert wurden. So oder so, es muß sich grundsätzlich etwas ändern, das steht fest.

  23. #23
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Das Spiel in Ingolstadt endete 0:1. Als ich die Aufstellung sah, dachte ich, es würde etwas passieren. Aber außer hektischem Draufgehen und ungenauem und kompliziertem Aufbauspiel sah ich das gleiche Gegurke, das so gut wie keine Torchance generiert. Gjasula auf der 6 einzusetzen, ist falsch. Der Mann ist zu langsam und spielt gern das, was wir früher "Knochenbrecherpässe" nannten. Manchmal erreichten sie unseren Spieler sogar, bevor der Gegner das Bein dranhatte. Gjasula selber geht auch so ins Spiel, zuerst den Mann, dann den Ball. Das ging zwei Mal schief. Kein Lerneffekt - und das bei der Fußballerlaufbahn. Ich hoffe, ich sah ihn zum letzten Mal in unserem Trikot. Aber auch nach der Gelbroten änderte sich unser Spiel so gut wie nicht. Wir haben eben keinen anderen Plan als den, vorn draufzugehen und dann mal zu sehen, was passiert. Das ist nicht das, was man Konzept oder Spielplan nennen könnte.

    Das ist die typische Spielweise eines Underdog gegen einen übermächtigen Gegner: wenn ich schon nicht weiß, wie ich gewinnen soll, dann versuche ich wenigstens, den Gegner am Siegen zu hindern. Sprich: ich zerstöre sein Spiel, weil ich kein Eigenes habe (typische Taktik gegen die Bayern in der BL)! Das kann sogar gelegentlich bis öfters funktionieren, wenn ich ein super Konterspiel beherrsche, aber auch das können wir ja leider schon lange nicht mehr...

    Zu Gjasula: seh ich ähnlich. Ich sag ja schon lange, ich würde ihn lieber als Koglin als IV neben Müller sehen, da bringt er mit seiner Scheißegal-Mentalität sogar noch Ruhe in hektische Situationen, aber v.a. könnte er mit seinen Direktpässen nach vorne unseren Spielaufbau erheblich fördern. Jedenfalls mehr als das ständige Quergeschiebe unserer sonstigen Abwehrspieler. Außerdem sind dort die Wege nicht so lang wie im DM, so daß seine Geschwindigkeitsdefizite weniger ins Gewicht fallen.

    Ich finde es zwar ähnlich toll wie Hoßmang, daß wir uns jetzt nach einem Viertel der Saison langsam von 5 auf 10% Leistungsfähigkeit gesteigert haben ("Hurra, Entwicklung!!!" #schampusknallenlass), aber wenn ich das auf die Saison hochrechne wird das nicht reichen, sprich: die "Entwicklung" geht zu langsam von statten! Die Saison hat halt nur 38 Spieltage und keine 88.

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Mit Gurkenfußball gegen eine Gurkenmannschaft gewonnen. Hurra! Ein Geniestreich des jungen Müller - schon wieder! - verschaffte uns eine Führung, die wir glücklicherweise nicht wieder hergaben. Das Spiel in Zwickau war ein Abziehbild der bisherigen Spiele, diesmal aber gewannen wir. Ich vermisse immer noch die Spielidee, aus der sich Entwicklung generieren ließe.

  25. #25
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Nun ja, wir spielen nicht mehr ganz so chancenlos wie noch zum Beginn der Saison. Das liegt aber glaub ich weniger daran, daß wir jetzt besser spielen, wir haben nur offenbar Mittel und Wege gefunden, unsere Gegner auf unser spielerisches Niveau herunterzuziehen und da sind wir ihnen scheinbar überlegen! Gegen die Audis hatten wir etwas Pech dabei, darum hat's da mit Zählbarem leider noch nicht geklappt, aber gegen Rostock lief das schon besser. Tja und jetzt am WE war uns dann ach Fortuna mal hold und wir haben und das Glück eines Sonntagsschusses mal erarbeitet gehabt!

    Herzlichen Glückwunsch!

    Daß gerade die meistunterschätzte und -belächelte "Wundertüte" Andreas Müller hier jetzt immer mehr zum Leistungsträger mutiert ist wohl weniger dem tollen Scouting oder dessen Qualitäten - die ich ihm definitiv nicht absprechen will! - geschuldet als vielmehr dem Umstand, daß der Rest des Teams im Grunde keine oder nur selten Drittligatauglichkeit nachweisen! Selbst der anfänglich sehr starke Obermair (der hat in den ersten beiden Spielen Bombenflanken von rechts geschlagen!) paßt sich so langsam dem Teamdurchschnitt an, was aber mehr daran liegt, daß er seitdem die Bück-Inge spielen muß, das Mädchen für alles, die Quotenhure, die überall mal aushelfen muß, weil die Kaderplanung versagt hat!

    Ist schon clever, so kurz vor Ende der Transferfrist noch einen RV zu holen, wo man schon einen (Obermair) hat und der zweite (Ernst) gerade wieder fit geworden ist. Ganz besonders clever ist das vor allem deswegen, weil unsere beiden LV (BB und der schon etwas altersschwache Perthel) seit Saisonbeginn/Wochen ausfallen und das offenbar noch länger! Man hätte natürlich statt Bittroff einen LV holen können, aber das wäre ja "Fußballmanager-Romantik", sowas funktioniert nur in Fußballsimulationen auf dem PC - im realen Leben muß man natürlich noch einen RV holen!

    Meine Meinung dazu: Geniestreich, Kalle!


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