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Thema: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an..."?

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Am Tag der Erinnerung einer - wir erlebten mehrere; böse Zungen behaupten, es habe drei Zerstörungen gegeben: 1. die von 1631 durch Tilly, 2. die durch die Briten im letzten Weltkrieg und 3. die durch sozialistische Städteplaner nach 1945 - Zerstörung Magdeburgs gab es einen soliden 2:0-Sieg in Unterhaching. Unsere Abwehr stand gut, ließ kaum etwas zu, im Mittelfeld wurde gut gearbeitet und vorn gab es Dreieckspiel und Chancen im Siebenminutentakt. Eine nutzte Sane, eine andere Bertram. Haching gewann nach unserer Führung zwar Übergewicht, konnte dieses aber nicht in glasklare Chancen umsetzen, blieb letztlich harmlos, wenn man einmal zehn Minuten zum Ende der ersten Halbzeit außer Acht läßt, als wir in altbekannter Manier um den Ausgleich bettelten.
    Was hat sich geändert? Zwei Dinge sind es, die ich als positive Entwicklungsindizien bezeichnen möchte:

    1. mit Sane haben wir vorn einen Spieler gewonnen, der die Bälle gut verarbeiten kann, nicht nur hinsichtlich seines Abschlußverhaltens, sondern v.a. in Hinsicht auf Annahme, Weitergabe und Erkennung von freien Räumen;
    2. mit A. Müller haben wir einen Spieler (ich hoffe, nicht zufällig) nach Magdeburg lotsen könne, der im MF einen Ball auch mal festhalten kann, der drauftritt, wie ich es nenne, und den freien Mann sucht und auch findet.

    Ja, es gibt etliche Schwächen abzustellen (zu oft wird mit dem Kopf durch die Wand gespielt, A. Müller muß seine Schnelligkeit verbessern, Granatowski sollte fünf Pfunde weniger mit sich rumschleppen, das Schußverhalten aus der zweiten Reihe ist schlecht, unsere Standards sind eine Katastrophe...), aber so wie in Haching geht es auch mit allen anderen Mannschaften in dieser Liga, Bayern II ausgenommen, denen man die Spielfreude nehmen muß. Aber unser Spiel gefiel mir. Wir waren souverän, spielten so, wie ich es von meiner Lieblingsmannschaft erwarte. Aufstieg!

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Es rumort an der Basis. Gute Auftritte wie in Haching wechseln mit desolaten wie bei der jüngsten 0:3-Pleite gegen 1860. Die allgemeine Wahrnehmung lautet "Niedergang". Erfolge werden als ephemere Glückstreffer empfunden, Niederlagen als systemimmanente Folgen. Eine aoMV (außerordentliche Mitgliederversammlung) soll Wut kanalisieren. Präsenzparteitag. In Grippe-Zeiten unterbindet die Regierung dergleichen. Aber auch für den unwahrscheinlichen Fall, daß eine Ausnahmegenehmigung einen aoMV genehmigen würde - was sollte Konstruktives dabei herauskommen? Die Mehrheitsmitglieder sperren sich gegen notwendige Reformen (ich hatte dieselben in den vergangenen Jahren schon mehrfach in den entsprechenden Ordnern vorgestellt), die Arrivierten sitzen aufgrund apostrophierter Alternativlosigkeit fest in ihren Sätteln. Die Angst vor dem Rückzug von Sponsoren ist groß. Man will keine (finanzielle) Unruhe udn damit verbundene Planungsunsicherheit. Der Erste Fußballclub Magdeburg ist ein Abbild der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Eben. Und darum wird sich nichts ändern. Der Leidensdruck ist schlichtweg nicht hoch genug.

  3. #28
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ich habe derzeit gar keinen Bock, mich zur aktuellen Situation zu äußern und vll. ist das auch besser so!

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Angry FCM vs. Verl 0:4

    Das erste Spiel des neuen Trainers im eigenen Stadion endete mit 0:4. Der neue Trainer soll Ballbesitzfußball spielen. Er besitzt eine Affinität zum mitspielenden Torwart, technischem Fußball und Standards. Er paßt zum FCM wie ein Kropf. Wir spielen hier nicht so und die meisten Ostfalen wollen so nicht spielen sehen. Grundsätzlich nicht. Wir bevorzugen Kampffußball, Konterfußball und athletischen Fußball. Bei uns hat jeder seine Funktion, nicht jeder jede. Bei uns wird Wert auf Flügelspiel gelegt, auf schnellen Fußball, schnörkellosen Geradeausfußball, der dem Gegner die Luft nimmt, der ihm auf den Füßen steht. Haben wir den Ball, erwarten die Zuschauer, daß mirnichts, dirnichts nach vorn gespielt wird, daß da keine Pirouetten gedreht werden oder Trallala stattfindet. Wir wollen Ordnung in der Mannschaft sehen, Hierarchien, Verantwortlichkeiten. Die Mannschaft setzt sich aus Individuen zusammen, aber jeder muß sich in den Dienst des Ganzen stellen, abrechenbar, nicht versteckt, indem er sich hinter dem Mann verpißt oder nicht dort steht, wo sein Platz ist.

    All das spielt beim FCM keine Rolle mehr. Wir aufmerksamen und treuen Fans betrachten das mit großer Sorge. Wir beobachten die Abkehr von den Prinzipien, die unseren Verein großmachten. Aus dem FCM wird eine graue Mauß gemodelt, sein Spiel dem miesen Durchschnittsfußball der Liga angepaßt, seine Mannschaft enthierarchisiert, sein Spiel ausrechenbar und alleweltsaffin - meist nicht einmal das. Die letzten Trainer hatten keine eigene Ideen und paßten sich dem Gegner an, sie brachen die Spieler auf ein Niveau - böse Zungen nennen das magdeburgisieren -, so daß einst überdurchschnittlich gute Spieler der Liga plötzlich nicht einmal mehr Durchschnittsleistungen erbringen. Nur Idioten erwarten, daß bei immer gleichen Entscheidungsträgern plötzlich bessere Ergebnisse erzielt werden. Die Entscheidungsträger besitzen keinen Lerneffekt, sie moddern im eigenen Saft, unfähig dazu, Fehler zu analysieren und dann abzustellen. Sie haben sich eingerichtet, ein System durchgesetzt, das es unmöglich macht, sie aus dem Amt zu hieven, es sei denn, die Mitglieder erfassen plötzlich ihre Macht und handeln, bringen die schlimmen Strukturen zu Fall und setzen demokratische durch. (Ich habe dazu konkrete Vorschläge gemacht.) So lange das nicht geschieht, brauchen wir ein Wunder, um auch in diesem Jahr die Klasse zu halten, geschweige denn aufzusteigen.

    Bleiben wir bei der letzten 0:4-Klatsche und betrachten die einzelnen Mannschaftsteile: Im Tor war Behrens hoffnungslos mit seiner neuen Rolle überfordert. Der Mann ist KEIN mitspielender Torwart. Das kann man von ihm nicht verlangen. Er bringt den Ball nur zu 50% zum eigenen Mann, wenn er frei zum Schuß kömmt (was auch daran liegt, daß wir immer mit elf Mann im eigenen Strafraum stehen und keine Konteraufstellung besitzen); fabriziert etwa drei bis vier "Kerzen" pro Spiel und ist unter Druck bei einer Fehlpaßquote von 80%, grob geschätzt. Seine Stärken liegen auf der Linie und bei Reflexen. Ein guter Drittligatorwart, aber keiner, der einen Libero mimen könnte. Das ist taktisch auch überhaupt nicht schlimm, aber dann darf man so nicht spielen lassen.
    Die Verteidigung leidet. Müller ist seit seinem Aufstieg zu Kapitän, Koordinator der IV und letztlich auch zum Spielgestalter von hinten heraus hoffnungslos überfordert und leistet sich zahlreiche Fehler, auch einfache, in allen Aufgabenbereichen. Koglin machte immer schon viele Stellungsfehler, läuft oft falsch (beispielsweise vor dem 0:1, als er statt den langen Pfosten zu decken zur Mitte lief, wo schon zwei unserer Verteidiger aktiv waren), was bei ihm oft auftritt, weil seine Stärken im Spiel gegen den Mann liegen, nicht aber in der Organisation des Raumes. Unsere Außenverteidiger spielen schon seit geraumer Zeit grottenschlecht, was aber auch an der unsinnigen Aufstellung liegt: Linksfüße rechts und Rechtsfüße links, dazu alternierend, was die Verteidiger verunsichern muß, aber wieder diesem unsinnigen Jedermußalleskönnen entspricht.
    Im Mittelfeld wurde der langsame und fehlpaßaffine Gjasula reaktiviert, der weder einen guten Stand in der Mannschaft oder bei den Fans besitzt noch zur Stadt (bloß schnell weg nach dem Training). Eine Fehlentscheidung, denn Gjasula ist nicht in der Lage, ein Spiel zu lesen und spielt stur das herunter, was er von Anfang an tut, da gibt es keinen Rhythmuswechsel, keine Umstellung, keine Ansage an junge Spieler, wenn sie falsch stehen, keine Kommunikation auf dem Spielgfeld, was ja auch kein Wunder ist, weil der Mann, wie gesagt, gar nicht den Stand hat, um auf junge Spieler entsprechend einwirken zu können. Und wenn das intern anders aussehen sollte, so teilt sich das im Spiel NICHT mit. Da müssen die Fetzen auf dem Platz fliegen, wenn wir zurückliegen und uns eine Mannschaft aus der Provinz auf der Nase herumtanzt und nicht stille Einergiebigkeit mit den Tatsachen. Jacobsen hat seine Momente, spielt aber selten den sicheren Paß und verrennt sich zu oft. Das muß dem Mann auch mal gesagt werden; sein Spiel verbessert sich nicht. Im Mittelfeld wird nichts erzeugt, da ist keiner, der das Spiel lesen kann, der die Leute umstellt, v.a., wenn es nicht läuft, der auf den Ball tritt (A. Müller ist vom Typ her so ein Spieler, aber zu jung und zu langsam, um für uns von Nutzen zu sein) und die Räume neu definiert.
    Im Angriffsdrittel sollten unsere Stürmer stehen, aber die haben zu oft Abwehraufgaben zu erfüllen, was an sich unsinnig ist. Wenn der Sane in unserem Strafraum steht, hat man immer den Eindruck, der weiß gar nicht, was er machen soll: den Ball erobern, dann nach vorn schlagen und schnell hinterher? Er kann im Unterschied zu Beck den Ball auch festmachen, wenn er halbhoch auf ihn kömmt und verteilt ihn auch besser, aber die Gegner haben sich inzwischen auf ihn eingestellt und lassen sein Spiel verpuffen, er ist eben der typische Wanderer, der in vielen Vereinen schnelle Erfolge feiern konnte, dann aber nur noch verkauft werden konnte. Das ewige Talent Sirlord ist ein Konterspieler, der aber nicht als Konterspieler eingesetzt wird, also wirkungslos bleiben muß. Beck wird dann wieder erfolgreich sein, wenn a) das Spiel auf ihn als MS zugeschnitten wird und b) er seine traumatische Jochbeinverletzung innerlich überwunden hat und wieder richtig in die Zweikämpfe geht. Da beides nicht passieren wird, brauchen wir Ersatz.

    Ich habe hier nicht alle unsere Baustellen genannt, nur die wichtigsten. Mit Bange sehe ich dem nächsten Spiel entgegen, hoffe, daß wenigstens das Gesetz des Wechsels uns mal wieder einen Torerfolg schenkt und wir den Platz als Sieger verlassen, andererseits wäre eine neue Packung vielleicht dazu angeraten, endlich einmal umzudenken. Wir werden sehen, vielleicht geschieht ja ein Wunder und der neue Trainer hat sich das bloß mal zwei Spiele angeschaut und überrascht uns alle mit einer verändert spielenden Mannschaft?

  5. #30
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Der Zustand unser aller Lieblingsvereins läßt sich mit dem Kartoffelacker vergleichen, den sie Spielfeld im HKS nennen. So wie auf die Pflege dieses Rasens achtgegeben wird, so auf die Entwicklung unseres Spiels. Ein trauriger Abgesang folgt. Das letzte Spiel? Ach so, schon wieder verloren, weil aus den Fehlern einfach nicht gelernt werden will.

  6. #31
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Hoppla, vier Tore in einem Spiel, die auf der richtigen Seite einschlagen? Sieg in Köln! Ich reibe meine Augen und hoffe, das war kein Ausrutscher.

  7. #32
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    pusemuckeln statt Fußball spielen (FCM vs. Mannheim 1:1)

    Unser Trainer hat den Weg übernommen, der seit dem Weggang Härtels bei uns mehr oder weniger ausgeprägt gegangen werden soll. Ich möchte ihn in Anlehnung an eine Spielerbeschreibung meines Kumpels Wirbel "pusemuckeln" nennen. Damit ist folgendes gemeint:

    • Überzahl schaffen;
    • auf engstem Raum Kleinklein;
    • Ziehharmonika-Fußball (alle vor, alle zurück);
    • Ball in den Rücken des Mitspielers (kein Zug zum Tor);
    • auf den Außen werden die Spieler alleingelassen, im MF aber wird alles zugestellt;
    • herausholen von Standards;
    • anspielen eines zugedeckten MS.


    Das ist eine Spielweise, wie sie die meisten Vereine im deutschen Profifußball pflegen. Sie ist gut für Vereine ohne eigenes Profil, Mannschaften ohne Stars und klamme Vereine. Sie macht Spieler jederzeit austauschbar und ist damit billig. Es fehlt dieser Auffassung vom Fußball Esprit und der Wille, eigene Wege zu gehen. Für die Vereine ist das keine schlechte Lösung, zumal sie Berechenbarkeit und Planungssicherheit verschafft, da die meisten Vereine so spielen und sich gegenseitig nivellieren, zumal das deutsche Ligasystem mit seiner geringen Zahl an Mannschaften, die auf- und absteigen können, diese Spielweise befördert. Diese Spielweise wird den Freunden des Vereins als Professionalisierung verkauft, was sie gewissermaßén aich ist: der FCM; wird zu einem Teilbetrieb mit geringen Aufstiegschancen im deutschen Profizirkus gemodelt und im Verein fehlt es an Reformwillen, weil die gute finanzielle Lage Sand in die Augen streut.

  8. #33
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das ist nur eine Übergangsphase. An den Strukturmängeln wird nicht gearbeitet. Der Ostfale ist zwar Pragmatiker, aber er will nicht so sterben, sondern tot vom Stuhl fallen. Es geht nicht (nur) um den Sieg, vielmehr um das Wie.

  9. #34
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    FCM vs. Ingolstadt 2:0

    Das vorweg, ich bin kein Freund von Ballbesitzfußball, aber unser Spiel ist ansehnlicher geworden. Da war nicht klar, wer der Aufstiegskandidat und wer der Abstiegskandidat sein sollte. Im Gegenteil. Wir spielten die Bayern an die Wand, ließen in der ersten Halbzeit nichts zu und hielten den Ball in den eigenen Reihen, allerdings nicht zum Selbstzweck oder aus Angst davor, daß der Gegner kein Tor schießen könne, wenn wir den Ball selber haben. Nein, da wurde immer der freie Mann gesucht, der näher zum gegnerischen Tor stand. Das sah nicht nur gut aus, sondern funktionierte auch. Bauchschmerzenattacken allerdings bekomme ich jedesmal, wenn unser Torwart den Libero mimt. Das sollten wir lassen. ich lasse auch kein Argument gelten, daß da lautet: mit einem mitspielenden Torwart haben wir quasi einen Mann mehr auf dem Platz und unsere letzten Siege sind diesem Umstand zu verdanken. Das ist nämlich ein Fehlschluß, der weder verifiziert noch falsifiziert werden kann, weil man ja nicht weiß, ob die letzten Spiele anders ausgegangen wären, wenn wir auf das Liberospiel des Tormanns verzichtet hätten.
    Etliches klappte gut: Dreieckspiel im Mittelfeld, Inszenierung von MS-Spiel (das zweite Tor war wunderbar), Ablaufen im MF, Vorträge über die Außen. Schwächen bei den Standards und bei der Spieleröffnung von hinten. Das Prinzip "Zufall" will mir hier nicht behagen. Unsere größte Schwäche bleibt das Umkehrspiel. Da brauchen wir viel zu lange, haben keine Positionen, die von den Mitspielern quasi blind angespielt werden könnten. Aber gut, wir marschieren gut. Schade, daß eine falsche Politik den Besuch im Stadion untersagt; es wäre zur Zeit sehr schön dort.

  10. #35
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Hansa vs. FCM 0:2

    Gut begonnen, dann unnötigerweise den Gegner stark gemacht, zum Ende hin Glück gehabt, aber trotzdem insgesamt verdient gewonnen. Die Ostfalen freut's. Der ganz normale Wahnsinn in Magdeburg nach einem Auswärtssieg: Empfang der Mannschaft spätabends am Stadion: (Ich glaube, die Ordnungskräfte feierten mit.)

    Zum Spiel: Das Spiel fand, unnötigerweise, beinahe unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt, hätte aber die Hütte in Rostock locker gefüllt. Es besteht ein riesiges Bedürfnis nach gemeinsamen Erlebnissen. Wir gingen anfangs gut drauf, allerdings nicht in der Härtleschen Manier, sondern dezidiert zehn bis zwanzig Meter tiefer, ließen Rostock also gut anlaufen, um ihnen dann die Laufwege in unserer Hälfte zuzustellen, bei Ballgewinn selber Kreisel zu organisieren und immer den freien Mann zu suchen, der weiter vorn stehen mußte, um die Chance aufs Anspiel zu haben. Daß sich unsere Spieler nicht verpißten, sondern den Ballkontakt vom Mitspieler forderten, ist der entscheidende Schritt hin zu einem erfolgreichen Angriffsspiel. Das ist ein Verdienst des Trainers. Ich möchte Atik und Müller ausdrücklich loben, die das gut organisierten. Auch Jakobsen wirkte anfangs verbessert, hat einen schnelleren Fuß als zu Saisonbeginn, eben das Quentchen mehr Biß und Durchsetzungsvermögen, das ihm kürzlich noch abging. Schade, daß er seine Leistung nicht mit einem Tor belohnte. Vorn passierte wenig, Brünker fand kaum ins Spiel, obgleich er manchen Ball festmachte, kam er doch zu keiner einzigen Torchance, was aber auch daran lag, daß wir nach unserer Führung nicht mehr zielstrebig nach vorn spielten, sondern eher Ballbesitz distingierten. Die Einwechslung von Conteh bewirkte weniger Qualität. Da scheint es doch erhebliche Kommunikationsprobleme zu geben, jedenfalls stimmten die Laufwege nicht mehr und es fehlte auch an Paßgenauigkeit, was sich dann schnell auf andere Mannschaftsteile überträgt. Aber hinten hielten A. Müller und Bittroff den Laden zusammen. Die Einwechslung von Bertram bewirkte dann noch einmal Dynamik. Bertram ist ein Spielertyp, der das Spiel kraftvoll auf sich zieht, zuweilen da auch eigensinnig erscheint, aber gestern war sein Spiel genau der richtige Impuls in einer Spielsituation, als wir nachließen und eben auch kaum Gegenspiel initiieren konnten. Dann hatten wir zwei Mal Glück. das eine Mal war der Hansa-Stürmer knapp im Abseits, bevor er einnetzte, das andere Mal gab uns der Schiedsrichter, der sonst gut pfiff, einen Strafstoß nach einem Eindreher unseres Rechtsverteidigers im Hansa-Strafraum. Das Glück der Tüchtigen. Bertram versenkte. Sieg!

  11. #36
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Im letzten Spiel gegen die Trabantstädter war zu erkennen, daß sich die Konkurrenz langsam auf die Spielweise unseres neuen Trainers einstellt. Sie nahmen Atik aus dem Spiel, indem sie ihm einen nickligen Spieler auf die Füße stellten, verengten die Räume in ihrem eigenen defensiven MF und ließen drei Spieler vorn, die das Aufbauspiel über unseren Torwart unterbanden. Die Konsequenz folgte gleich: wir kamen nicht ins Spiel. Nachdem Bittroff wegen zweier Lappalien vom Platz mußte, erst recht nicht, weil nun auch das Spiel von hinten kaum inauguriert werden konnte. Das klandestine Spiel unseres Spielgestalters hing in der Luft, der sprichwörtlichen bei seinem kopfhöheren Gegenspieler. Er reagierte mit zunehmender Gereiztheit, seine Fallsucht, sein Indenmanndrehen und andere heimliche, dem Schiedsrichter meist verborgen bleibende, Attacken kamen nicht zur Wirkung. Der Hybris folgte aber nicht der Fall, der Trainer nahm ihn kurz vor der roten Karte vom Feld. Zwickau tat das, was es seit jeher (ich sehe diese Mannschaft seit vierzig Jahren bei uns aufschlagen) tut: Es zerstört das Spiel des Gegners und versucht dann über schnelle Außen nach vorn zu kommen, wo ein trickreicher MS lauert. Nun, der schnelle Spieler bei den Gästen wußte sich schon zu inszenieren (diesen Mann sollten wir im Sommer verpflichten), aber unsere IV stand gut und ließ trotz Unterzahl wenig zu. Also eine Nullnummer.

  12. #37
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Meppen vs. Magdeburg 1:2

    Der Trainer stellte angesichts mangelnden Vertrauens in die Verteidigungs- und Aufbaukünste Koglins um, beorderte Malachowski in die IV und gab Kath im OM eine Chance. Keine gute Entscheidung. Unser MF-Spiel wird durch drei Faktoren konfiguriert, das uns, sollte diese Zusammensetzung und damit einhergehende Aufgabenteilung sich weiter entwickeln, noch viel Freude machen dürfte. Im DM-Bereich spielen der unauffällige Malachowski und der auffälligere Müller II, technisch beschlagene und paßgenaue Spieler; im ZM-Bereich agiert mit dem dynamischen Jacobsen ein Spieler, der den Ball auch treiben kann und vorn wartet Atik auf den tödlichen Paß, um ihn entweder auf Brünker weiterzuleiten oder selber zu verwerten. Das Zurückziehen Malachowskis - die damit verbundene Idee, das Spiel von weiter hinten aufzuziehen, kann ich nachvollziehen -zerstörte aber nicht nur unsere Paßgenauigkeit im DM-Bereich, sondern kam den aggressiv auftretenden Ostfriesen gerade recht. Ihr Spiel ist durch Einsatzwillen, schnelles Umkehrspiel und Draufgehen gekennzeichnet: gute Eigenschaften für ein Spiel in der 3. Liga. (ich hoffe, Meppen bleibt drin, ich mag solche Mannschaften mehr als zweite Mannschaften oder Selbstverwicklichungsinstrumente wie 1860, Krefeld oder Türkgücü) Jedenfalls passierte in Halbzeit I von unserer Seite aus wenig, zu oft waren wir reagierend, nicht agierend. Das Halbzeitinterview mit unserem Assistenztrainer Kilian zeigte an, daß bei uns ein Mentalitätswechsel vor sich ging: kein Tiefstapeln oder Abwiegeln, sondern klare Kante. Die Orientierung heißt "Sieg!" So ist es richtig. Wir sollten jedes Spiel gewinnen wollen und das auch nach außen so kommunizieren, anders gesagt: Wo wir sind, ist vorn. Liga egal. Gegner egal. WsdGdW. Also wurde Kath herausgenommen. Sein Spiel paßt nicht mehr in diese Mannschaft; er ist zwar flink und dynamisch, paßt aber ungenau und hat zu selten den Blick für den Mitspieler. Für ihn kam Koglin, ein Abwehrspieler. Der stand nun hinten neben Müller I und fabrizierte auch wiedere eine seiner berühmten Kerzen, wie um zu demonstrieren, warum er nicht mehr erste Wahl für die IV ist. Das bedeutete, Malachowski ging ins DM, Atik spielte zehn Meter weiter vorn. Und nun setzte unser präziseres Dreieckspiel wieder ein, das die Ostfriesen überforderte. Das erste Tor war wunderschön herausgespielt, ich jubelte schon vor der Flanke von Atik auf die Birne von Bertram, denn genau so mußte man das spielen. Das Ausgleichstor verwirrte unsere Mannen nur kurz, im Gegenzug konnte Atik eine Kopfballverlängerung von Brünker verwerten und schoß in altbewährter Manier den Ball ins Tor. Sieg! Zwei Freunde des runden Leders grölten im oder am Stadion in Meppen WsdGdW. Besser is.

  13. #38
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Also ich bin ja immer noch der Meinung, dass Meppen gar nicht in Friesland liegt sondern im Emsland

  14. #39
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Das ist so, als ob man Halle nach Sachsen verlegte. Manche behaupten, es läge dort. Siehste! Klicken Sie auf die Grafik für eine größere Ansicht 

Name:	hall in sachsen.jpg 
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    Zur Sache! Sieben Spiele ohne Niederlage, 17 Punkte. Mit dieser Quote werden wir nächstes Jahr Meister. Der Sieg gegen nicht schwache Randostfalen - hoffe, sie bleiben drin -, war verdient. Denke ich. Ich sah nur Ausschnitte, in denen von uns die beßren Chancen zu sehen waren. Deshalb möchte ich nichts über das Spiel schreiben, nur über ein paar Personalien.

    Die auslaufenden Verträge: (fett hervorgehobene Spieler möchte ich auch nächstes Jahr für uns spielen sehen)

    Morten Behrens (behalten), Tom Schlitter (behalten), Dustin Bomheuer (behalten), Brian Koglin (ziehen lassen), Timo Perthel (ziehen lassen), Dominik Ernst (behalten), Alexander Bittroff (behalten), Thore Jacobsen (behalten), Jürgen Gjasula (ziehen lassen), Baris Atik (behalten), Florian Kath (ziehen lassen), Sören Bertram (behalten), Maximilian Franzke (behalten), Daniel Steininger (ziehen lassen), Sirlord Conteh (ziehen lassen), Saliou Sané (ziehen lassen), Christian Beck (behalten und für spätere Zeiten an den Verein binden)

    zu den Einzelbegründungen:
    Behrens: guter Rückhalt mit Potential; hat auch als Fußballer hinzugelernt
    Schlitter: Rohdiamant
    Bomheuer: Verletzungspech bremste ihn aus
    Koglin: zu viele Fehler (Kerzen), zu wenig Potential
    Perthel: über den Zenith hinaus und zu langsam für unser Spiel
    Ernst: Beißer und Mentalspieler; wichtig für die Mannschaft; hat auch genug Stürmerblut, um vorn "was zu reißen"
    Bittroff: genau die Art von Spieler, die leute meines Schlages sehen wollen
    Jacobsen: wird zwar teuer, hat aber die Dynamik, die wir im MF brauchen; muß noch Zielwasser trinken: empfehle ein kaltes Bad inner Elbe
    Gjasula: ziehen lassen (Begründungen stehen oben)
    Atik: wenn er seine Betmätzchen läßt, behalten; andernfalls ziehen lassen
    Kath: zu schwach für uns; will das Spiel auf sich lenken, hat aber nicht die Körner, um das auch verlangen zu dürfen
    Bertram: könnte bei uns seine Karriere ausklingen lassen und uns noch zwei, drei Jahre dienen
    Franzke: was ich vor seiner Verletzung sah, gefiel mir: dribbelstark und spielorientiert
    Steininger: zu langsam und zu wenig ballsicher
    Conteh: Chancentod
    Sane: Zielspielertyp ohne Charisma
    Beck: bleibt

  15. #40
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Was etwas unterging...bzw. nur als Randnotiz geführt wurde: als diese Tage die Super-League hitzig diskutiert wurde, sprang Boris Johnson den SL-Gegnern ganz unkonventionell zur Seite. Klingt unspektakulär...aber Spontanität und Wortwahl waren für einen Staatschef alles andere als normal. Ich finde diesen Typ irgendwie gut...eben weil er ein Typ ist.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  16. #41
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post FCM vs. Duisburg 3:2

    Die Siegesserie wird langsam unheimlich - für die Konkurrenz. Es gab den neunten Sieg im eilften Spiel. Duisburg kam zum Ende zwar noch mal auf - unsere Mannen wirkten wegen einer durchrauschten Siegesnacht nach dem sicheren Klassenerhalt wohl etwas abgeschlafft -, konnten aber nicht mehr als einen Anschlußtreffer bewirken. Brünker, Ernst und Atik hatten zuvor drei sehenswerte Treffer herausgespielt, ja, herausgespielt und den Westfalen gezeigt, wer Herr im Hause ist. Bei den Duisburgern liegen die Nerven blank. Ein Wortgefecht zwischen Bittroff und B. endete laut BILD-Zeitungsfrage bei der Pressekonferenz nach dem Spiel mit einer Todesdrohung durch den Duisburger. Daß B. für diese Mitteilung nur die gelbe Karte sah, lag wohl an seinem ausländischen Hintergrund. Der darf dann so was im Zorn schon mal sagen. Es wundert mich angesichts des Kuschelkurses gegenüber Fremden, daß unser Verteidiger nicht Rot sah, schließlich muß der den Duisburger ja provoziert haben. Da kann das dann schon mal passieren, daß dem die Sicherungen durchbrennen und er seinen Gegenspieler nach dem Spiel töten will.
    In aller Munde ist diese Episode nicht, weil sie auch weitgehend unter den Teppich gekehrt wurde. Ich sehe das weniger unkritisch, würde den Duisburger, sofern er sich diesbezüglich äußerte, für eine ganze Weile sperren, damit der seine Grundeinstellung zum Sport mal überdenkt.
    Die meisten Klubfans spekulieren über die Liste der Auszusondernden. Das ist hier Volkssport, zumal die Vereinsoberen auch viel Anlaß dazu geben, denn die Liste der Auszutauschenden wird auch in diesem Jahr wieder lang sein. Ich habe oben schon mal mit einer Kurzbewertung angefangen. Einen Namen müssen wir nun sogar schon als Abgang melden: Behrens. Es ist sehr bedauerlich, daß er lieber als Ersatztorwart in Darmstadt anheuert, als hier bei uns die Nr. 1 zu bleiben. Ich glaube, er wurde schlecht beraten.

  17. #42
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Abschied von Christian Beck

    Die Behandlung verdienstvoller Spieler ist für Vereinsverantwortliche eine schwierige Angelegenheit. Sie erfordert Fingerspitzengefühl. Die Verantwortlichen müssen Jahr für Jahr eine schlagkräftige Truppe aufstellen, die Potential besitzt und die wachsenden Wünsche der Anhängerschaft nach sportlichen Erfolgen erfüllen kann. Da spielen sportliche und gruppendynamische Erwägungen die tragende Rolle. Rationalismus, Pragmatismus, Kalkül. Aber das tun alle Vereine, dafür benötigt man nur eine gute Software, in die man die Ergebnisse medizinischer und anderer Tests empirischer Messungen eingibt: Blutwerte, Geschwindigkeit, Ausdauer, Verletzungen, Rehabilitationszeiten, bisherige Meriten... Beim FCM will man weg vom kick'n'rush vergangener Jahrzehnte, hin zu einem ballbesitzorientierten Kleinklein, das zahlreiche Torchancen generiert. Trainer Titz drückt sich hinsichtlich der Personalentscheidung "Beck" so aus:
    erstellt von MDR
    Der 33-Jährige habe "Großartiges für den Verein geleistet", betonte Magdeburgs Trainer Christian Titz auf der Pressekonferenz am Freitag. Dennoch wolle man zukünftig neben dem in der Spitze gesetzten Kai Brünker "ein anderes Element mit mehr Geschwindigkeit und Kombinationsspiel reinbringen."
    Diese veränderte Spielphilosophie wurde von Kallnik (Geschäftsführer) bereits vor zwei Jahren verkündet, was zum falschen Rauswurf von Härtel führte und den Verein zwei Jahre zurückwarf, denn die nachfolgenden Trainer konnten diese veränderte Spielphilosophie nicht umsetzen. Mit Titz scheint itzt einer in Magdeburg aufgeschlagen zu sein, der das kann. Aber - Vorsicht! Die anderen Mannschaften haben auch Späher und Analysten. In dieser Saison konnten wir sie noch überrumpeln, allzusehr war unseren Gegnern das behäbige Spiel aus der Herbstsaison noch bewußt. Das neue Spiel kam überraschend. In der nächsten Saison werden sie darauf vorbereitet sein und an den entsprechenden Stellschrauben gedreht haben, um unserem Ballbesitzfußball angemessen begegnen zu können. Ich hoffe, der Trainer entwickelt eine Spielstrategie B. - Doch zurück zu Christian Beck.
    Aus Sicht des verdienstvollen Spielers gilt es das Problem zu lösen, daß er sich schwer von einem Lebensabschnitt wird trennen wollen, der ihm die Zuneigung vieler Tausender brachte. Zudem steht für ihn meist auch Verdienstausfall im Raum, wenn er seinen lukrativen Vertrag gegen den bei einem anderen Verein eintauschen muß, der seine Meriten weniger laudiert. Andererseits verblaßt erworbener Ruhm im Leistungssport schnell. Wer die Zeichen der Zeit und nachlassender Leistungsfähigkeit nicht erkennt, seine Fertigkeit veränderten körperlichen oder spieltaktischen Gegebenenheiten nicht anzupassen weiß, verliert das Erworbene leicht, v.a. dann, wenn es das Außergewöhnliche gewesen ist. Beim FCM gibt es derzeit nur einen Spieler, der hinsichtlich seiner beim Verein erworbenen Meriten etwas verlieren könnte: Christian Beck. Mit 33 Jahren zählt er noch nicht zu den alten Eisen. Der Schnellste war er nie, technisch brillant war er auch nie. Er wirkt fit und einsatzfreudig. Doch - halt! Da gibt es etwas, was ihn hemmt: sein Jochbeinbruch. Es gab einen Beck vor diesem Sportunfall und es gibt einen für die Zeit danach. Im Fußball klassifiziert man Spieler gern in drei Klassen: pomadig - einsatzfreudig - geht dahin, wo es weh tut. Beck war früher ein Spieler, auf den das Spiel nicht nur zugeschnitten werden mußte, sondern der auch da hinging, wo es wehtat; heute ist er nur noch ein einsatzfreudiger Mannschaftsspieler. Seine Einsatzfreude ist behindert. Das wird sich auch nicht mehr ändern, es ist eine Sache des Kopfes. Zudem wird er als Vater auch nicht mehr so unbedingt zum Erfolg streben, andere Dinge sind wichtiger geworden. Er hat seinen Teil fürs Vaterland erledigt, nun ist das Wohl seiner unmittelbaren Lieben wichtiger. Der Lauf der Welt. Die Jugend hat ihre Zeit, nicht die Ewigkeit. Das Vaterland sollte ihn jedoch würdig verabschieden, vielleicht in einem Freundschaftsspiel vor vollen Traversen.

    Plan B: Ich empfehle die Angabe eines Cornona-Falls in der Mannschaft und dann das gleiche noch einmal in zwei Wochen. In vier Wochen dürfte das Stadion wieder von Menschen besucht werden dürfen.

  18. #43
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Tut mir leid, liebe Anhänger von Fußballvereinen, aber Fußballspiele werden ab sofort nicht mehr unter Beteiligung von Zuschauern stattfinden dürfen, denn diese Veranstaltungen sind nicht klimaneutral. Im Gegenteil: Die Menschen, die zu diesen Spielen reisen und dann im Stadion essen, trinken, krächeln oder gar pieseln, sich zuweilen schlagen oder Fanartikel kaufen, die wiederum hergestellt, transportiert und ausgepreist werden müssen, sind schlichtweg nicht in der Lgae, auch bei Anreise zu Fuß, klimaneutral zu handeln. Deshalb werden Fußballspiele ab sofort nur noch unter Ausschluß anwensender Zuschauer ausgetragen werden dürfen. Ob sie vom Fernsehen/Rundfunk/anderen Medien übertragen werden dürfen, ist fraglich, wahrscheinlich jedoch nicht, denn auch diese Aktivitäten sind nicht klimaneutral.

    Bezug zu folgendem Artikel: https://www.volksstimme.de/sport/1-f...tadion-3172060

  19. #44
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ich höre da keine guten Nachrichten: Gjasula soll bleiben, einer von Schalke kommen und außerdem wurde mit dem Chancentod verlängert. Drei schlechte Nachrichten. So richtig begriffen, wie wir ticken, haben die Verantwortlichen nicht. Sie führen den Verein wie einen x-beliebigen. Plan A.

  20. #45
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Einmal hüh, einmal hott. Vor Jahren gaben wir unser U23 mit der Begründung auf, daß sie A) zu teuer sei und B) nicht das erbracht hätte, was erwartbar gewesen sei, nämlich den schwierigen Sprung vom Jugend- in den Männerbereich zu erleichtern. Nun, seit wir keine U23 mehr haben, schafften es auch nicht mehr Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Männermannschaft, im Gegenteil, die Ausbeute ist sehr mager. Ich kann mich an keinen Stammspieler erinnern, der es in den letzten Jahren aus der Jugend in den Männerbereich schaffte. Statt dessen pflegen wir uns bei den Zweitmannschaften der Bundesligavereine zu bedienen, für die deren Zweite offenbar auch wenig ergibt, denn Ablöse zahlten wir auch in diesem Jahr für keinen zu uns stoßenden Spieler. Und welcher Profiverein läßt schon Spieler ohne Ablöse ziehen, wenn er sie selber gebrauchen könnte? Kurz gesagt, ich befürchte, wir haben da nicht wirklich dazugelernt. Nun hatten wir im letzten Jahr mal Glück: Müller und Atik sind Spieler, die das Gesicht unserer Mannschaft inzwischen prägen, und bei beiden war das nicht zu erwarten. Aber das war, wie gesagt, Glück. Und auf Glück möchte ich nicht setzen. Ich habe vielmehr den Eindruck, daß unser FCM als Spielwiese für andere herhalten soll. Kernbildung und Systematik sehen anders aus. Mein Vorschlag für Systematik ist der gleiche wie jedes Jahr: Eigene Spieler einsetzen und sich zwei, drei Führungsspieler holen, die unsere eignen Jungs führen können. Und nicht jedes Jahr die Hälfte oder mindestens ein Dritteil der Truppe durch Spieler austauschen, bei denen mehrheitlich abzusehen ist, daß sie bei uns keine Zukunft haben wollen, sondern unseren Verein bestenfalls als Sprungbrett zu benutzen gedenken. Und weil die Vorgehensweise zur Entwicklung unseres Vereins, von der ich doch annehme, daß sie beabsichtigt ist, eben nicht verändert wird, haben wir keine Entwicklung, wir stehen da, wo wir vor etlichen Jahren standen. Hasi. Mit Glück wird es in diesem Jahr besser, aber ich glaube nicht, daß es besser wird, weil die anderen Vereine nun begriffen haben, wie sie gegen uns spielen müssen, wie man in den letzten Spielen schon erkennen konnte. Aber man hofft ja immer.

  21. #46
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Em 2020

    Meine Auffassung zur Nationalmannschaft hat sich im letzten Jahr nicht geändert. Ein kurzer Blick - gestern - ins halbleere Stadion von München (eine restriktive Corona-Politik greift hier voll) und ein Vergleich zu der Begeisterung, wie sie uns Schotten und Ungarn zeigten, bestätigte meine Meinung, gleichwohl die Löw-Eilf gestern ein gutes Spiel zeigte, jedenfalls in der Zeit, in der ich zuschaute. Es ist ein Trauerspiel. Der Fußball, der immer noch Millionen begeistert, wird als Transportmittel zur Darstellung gesellschaftlicher Wunschentwicklungen mißbraucht. Das ist wohl sein Los, aber es ist sehr schade, wie so nach und nach Lebensfreude bei denjenigen umgeleitet wird, die sich für ihn interessieren. Ich würde gerne meine Nationalmannschaft lieben, aber ich kann es nicht tun, denn ich kann mich nicht mit ihr identifizieren. Die Idee einer Nationalmannschaft ist eben nicht die des Klubfußballs. Da hülft auch keine Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes oder eine Neufixierung der Zulassungsbestimmungen, wer wann wo spielen darf. Ich mag solche Bestimmungen nicht, bei der manche Spieler die Wahl haben, für welches Land sie auflaufen wollen.
    Lösung: Man möge doch jeden Verband mit zwei Mannschaften antreten lassen, einmal mit Spielern, die auch tatsächlich die Nationalität besitzen (und damit meine ich nicht die Staatsbürgerschaft) und einmal eine Mannschaft mit denjenigen, die für den meldenden Verband spielberechtigt sind. Ich wette, daß die Nationalmannschaften im Gegensatz zu den Verbandsmannschaften weitaus mehr Zulauf und Interesse erhalten.

  22. #47
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    Talking ich bin unGar!

    Widerlich, diese selbstgerechte Besserwessieart der politischen Eliten in der BRD und ihrer Schleppenträger in den öffentlich-rechtlichen Medien. Sie wollen den ungarischen Fußballanhängern aber mal so richtig zeigen, was sie zu denken und zu fühlen haben und wie rückständig, ja reaktionär sie sind, wenn sie es nicht tun. Und schließlich wird so getan, als ob die Verweigerung des perpetuierten Bekenntnisses zum Regenbogen gleichbedeutend mit Schwulenhaß sei. Welch Widersinn!


    Ich bekenne heute, ich bin ein Ungar! Laßt Euch von diesen Moralaposteln nicht die Freude am Leben vergällen, bleibt standhaft.

    P.S. Danke für 1989.

    P.P.S. Danke für die wundervollen Urlaube 1977 und 1982.

  23. #48
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    AW: ich bin unGar!

    Ich sag jetzt auch mal was dazu.

    Ich finde diese selbstgerechten Pharisäer allerorten - und besonders penetrant in der BRD - zum Kotzen! Diese ganzen schrägen Minderheiten von queer bis lgbtq und was weiß ich noch wer aller, sollen von mir aus machen, was sie wollen. Aber mir mit ihren moralinsauren Meinungsdiktaten nicht andauernd auf den Sack gehen und mir sagen, ich sei ein mieses Stück Scheisse, ein Rassist, ein Frauenfeind, ein xenophober, alter Sack. Die dürfen das. Das ist dann keine Menschenverachtung und kein Rassismus, denn die sind ja die Guten!

    Eine Clique von links-grünen Jakobinern hat die Meinungshoheit über die elitären Stammtische und plärrt ihre unduldsamen Botschaften via ÖR und Q-Medien in die Gesellschaft. Und jeder, der nicht mitjohlt ist eben ein Miesmensch, ein pöhser, alter, weißer Mann, sprich Faschist.

    Böhmermann ist überall.

  24. #49
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Mist! Beinahe gewonnen. Aber beinahe ist eben nicht. Glückwunsch an die Selbstgerechten.

  25. #50
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Wirbels Fußball-Ecke... (Gedanken zum 1.FC Magdeburg oder doch eher "Gedenken an.

    Ja, bis zur 86. Minute konnte man gestern hoffen, daß die Ungarn das DFB-Team (wie es heute heißt - nicht mehr Nationalmannschaft oder "Die Mannschaft" [TM]) für ihre Intoleranz gegenüber ihrer Demokratie bestrafen! Man stelle sich mal vor, der ungarische Kapitän wäre hier in der Arroganz-Arena mit der Hakenkreuz-Binde aufgelaufen oder hätte das sogar in einem Spiel gegen Israel getan! Genau so muß es sich für die Ungarn angefühlt haben, Neuer mit der Pizzagate-Armbinde ertragen zu müssen!

    Auch wenn ich den Eindruck habe, daß die meisten User hier im Forum noch selber denken und daher wissen, worum es dabei überhaupt geht, möchte ich die Thematik dennoch mal kurz erläutern:

    Die Ungarn haben letzte (vorletzte?) Woche ein Gesetz zum Schutz der Jugend verabschiedet, das Trans-und homosexuelle Inhalte in jeglichen Medien in Bild-, Film-und Textform für Kinder und Jugendliche verbietet, weil die Ungarn der Meinung sind, daß Jugendschutz vor Schwulenrechte gehen. Dieses Gesetz wurde im ungarischen Parlament mit 157 Stimmen (bei einer Gegenstimme und 41 Enthaltungen) beschlossen - man kann bei knapp 80% also durchaus von einem eindeutigen Ergebnis reden!

    Dieses Ergebnis ist natürlichen allen Päderasten und v.a. den Anhängern der "Pizzagate Connection" ein Dorn im Auge, erschwert es ihnen schließlich die Möglichkeiten, durch Frühsexualisierung von Kindern neue Opfer zu finden! In dem verabschiedeten Gesetz ging es in keinster Weise um die Diskriminierung, Stigmatisierung oder Kriminalisierung von Schwulen, Transen, Freaks und Geisteskranken, sondern einzig und allein darum, Kinder vor Pädophilen zu schützen! Dazu muß man offenbar noch erwähnen, daß Ungarn nicht Nordkorea oder die Emirate sind, sondern ein demokratischer Staat mit einer demokratisch gewählten Regierung! Nun maßen ausgerechnet wir Deutschen, die weder in einem demokratischen Staat, noch einem Rechtsstaat leben, wo Diskriminierung und Zensur an der Tagesordnung ist (aktuell sind v.a. "Gesunde" von dieser betroffen, aber auch Senioren sind da stark betroffen) und von einer verfassungswidrig gewählten Regierung (lt. BVerfG!) regiert werden, uns an, die Ungarn in Sachen Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit zu belehren!!!

    Ausgerechnet wir Deutschen, wo bei uns bettelnde Omas (die heute nur deshalb betteln müssen, weil die verfassungswidrige Regierung ihre Rente für kriminelle Ausländer und völlig schwachsinnige Öko-und Bau-Projekte usw. veruntreut hat) und GEZ-Verweigerer inhaftiert werden, während Pädophile wie ein gewisser Christoph Metzelder auf freiem Fuß leben dürfen (letztendlich allerdings nachvollziehbar. "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" - die Gefahr, daß Metzelder im Falle einer Verhaftung "ausgepackt" hätte und zahlreiche Mittäter überführt hätte, war einfach zu groß und einen Prominenten wie CM zu "erselbstmorden" hätte auch zu viele Fragen aufgeworfen) müssen uns das anmaßen!

    Letztendlich ist es allerdings egal, was WIR darüber denken, ob Kinder mehr Schutz und Rechte verdienen oder Schwule und Transvestiten oder umgekehrt: die Ungarn haben das so beschlossen und das gilt es zu tolerieren! Seine Intoleranz gegenüber dieses ungarischen Gesetzes jetzt allerdings mit den Farben der Pädophilen darzustellen ist an Intoleranz und Respektlosigkeit überhaupt nicht zu überbieten und darum habe ich es den Ungarn gestern von ganzem Herzen gewünscht, uns aus dem Turnier zu kegeln!

    Ich habe fertig!

    BWG Wirbel

    PS: danke Ungarn für 89

    PPS: danke für zahlreiche phantastische Urlaube in den 70ern und 80ern, 91 und 97!

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