Heute wird sie 100 Jahre alt. Sie lebt nicht mehr in personam, aber in ihren Büchern weiter. Ich mag sie. Ihre Romane verbinden Krimispannung mit psychologischem Sog, ein allmähliches Abgleiten des Helden in die Psychose, unaufhaltsam und fast unmerklich. Diese Pirouetten manischer Verfangenheit, dieses tragische sich immer mehr Verstricken in die Ausweglosigkeit war ihr Element.

Ich mag nicht alles von ihr. Tom Ripley find ich nicht so genial, aber immerhin überdurchschnittlich gut und interessant.

Ihre eigene Persönlichkeit mit der sie belastet war, schuf aus dieser Bedrückung heraus tolle Romane. Keine Hochliteratur, aber höchst anspruchsvolle Unterhaltung.