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Thema: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

  1. #76
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    AW: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

    Vergiß es. Was ich mache, hat mit Mathematik nix zu tun. Ist vergleichbar mit den ersten Gehversuchen eines Kleinkinds mit dem Laufvermögen eines Marathonläufers! Mathematik beginnt erst dort, wo die meisten Menschen total aussteigen. Ich hab mir mal ein Buch über Grundlagen der Mathematik gekauft, um mir Basics anzueignen. Ich hab es nach wenigen Seiten weggelegt, weil ich den Beweisführungen und Gedankenketten nicht mehr folgen konnte. Allein in der Menge der natürlichen Zahlen (ganze, positive Zahlen) stecken so viele verborgene Abhängigkeiten, Querverbindungen, Gesetzmässigkeiten und Korrelationen, dass das Alter des Unviersums nicht ausreicht, um diese erfassen. Dabei sind die natürlichen Zahlen die denkbar einfachste Zahlenmenge. Wirklich arg wird es erst bei den anderen Zahlenmengen wie die rationalen, irrationalen, reellen, komplexen und andere.

    Nimm nur die irrationalen Zahlen. Das sind solche, die nicht durch Brüche ganzer Zahlen darstellbar sind. Irrationale Zahlen sind etwa Pi und e (Eulersche Zahl), um nur die bekanntesten zu nennen. Die meisten Wurzeln ganzer Zahlen sind irrational. Wirklich irre wird es, wenn man sich vorstellt, dass zwischen zwei BELIEBIG NAHE beeinander liegenden irrationalen Zahlen UNENDLICH viele weitere irrationale Zahlen gibt! D. h., hier findet eine Schachtelung von Unendlichkeiten statt: zwischen unendlich kleinen Intervallen befinden sich unendlich viele weiter Zahlen! Wem da nicht schwindelt, dem ist nicht zu helfen. Wie gesagt, Mathe ist nichts für Feiglinge und Schwindelanfällige!

    z. B. die Zahl Pi, beschreibt das Verhältnis zwischen Umfang und Durchmesser eines Kreises. Also eines ganz konkreten Objekts der Anschauung. Diese Zahl kommt in so vielen anderen, weit entfernten Anwendungen und Problemen vor, dass es fast scheint, als sei die ganze Welt mit Pi durchsetzt. Die Elektrotechnik, also die ganz reale Beschreibung und Anwendung der Elektrizität kommen nicht aus ohne Pi und e.

    Also, kurz gesagt, Mathematik ist unfaßbar. Wir können nur ganz am Rande der Rinde ein wenig knabbern. Die Genies dringen manchmal bis zu einer Rosine vor. Den ganzen Kuchen werden wir nie durchmessen.

  2. #77
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    AW: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

    Über-Ich, Überich oder über mich? Beim Über-Ich geht es natürlich auch über mich. Also um über mich. Aber keine Sorge, über mich werde ich keine intimen Details enthüllen, die peinlich sein könnten. Wir wahren hier schließlich die Contenance und die guten Sitten.


    Was hat es nun auf sich mit dem Über-Ich? Die Lexika sagen, der Begriff gehe zurück auf Freud. Aha, der alte Psycho-Sigi aus der Berggasse. Der das Unbewusste in den Kegel des Bewusstseins holte, der moderne Traumdeuter. Der seine Patienten auf die Couch legte und sie drauf los assoziieren ließ. Ist auch vieles aus heutiger Sicht fragwürdig und überholt und hat sich die Begeisterung über die Psychoanalyse gelegt - nicht zuletzt wegen sehr bescheidener Erfolgsraten und der Länge der Therapie, was allein schon die Kassen der Kassen leert - steckt doch in jeder freien Assoziation und jedem Traumstück ein Körnchen Wahrheit. Und um die geht es doch, oder?


    Allgemein wird das Über-Ich als die Summe der verinnerlichten, von außen eingetrichterten, eingebläuten, aufoktroyierten Gebote, Verbote, Sittengesetze, Tabus und Verhaltensregeln angesehen. Gilt es manchen gar als das, was wir Gewissen nennen. Das Über-Ich ist die Instanz der Eltern, Priester, Lehrer, Erwachsenen, die wir als Kind in uns aufbauen und verinnerlichen und als Teil unserer Persönlichkeit wahrnehmen. Und der ist bei jedem verschieden stark ausgebildet. Wer zuviel davon inhaliert, wird sich schwer tun im Leben, neigt zu Ängsten und Unsicherheiten, Minderwertigkeitskomplexen, Schuldgefühlen und anderen Selbstblockaden. Nicht selten treten bei zuviel Über-Ich im Ich Selbstbestrafung, Selbstbeschädigung und Autoaggressionen auf. Du bestrafst dich selbst mit Liebesentzug, weil du den Anforderungen der inneren Elternsinstanz nicht genügst, weil du gegen Gebote des Sittengsetzes in dir verstoßen hast. Oder auch nur vermeinst. Dieses Über-Ich hat die fatale Eigenschaft, sich ungehindert auszubreiten, dein natürliches und gesundes Luststreben als verwerflich, schlecht und böse zu denunzieren. Am Ende bleibt bei soviel Frust und so wenig Lust ein verkrüppeltes, verdorrtes und unglückliches Ichlein übrig. Das sich und anderen das Leben zur Hölle oder wenigstens zum Zuchthaus macht. Ein Blick in die Geschichte lehrt uns die Übermacht des Über-Ich nur allzu drastisch. Besonders das Christentum hat sich bei der Verteufelung der Lust einen Platz auf dem Podest verdient. Dabei, die Skrupelloseren unter uns haben es sich schon immer gerichtet: sittsam brav nach außen, hemmungslos, gewalttätig hinter verschlossenen Türen. Auf der Strecke blieb die überwältigende Mehrheit der Gutgläubigen, Naiven und Treudoofen. Sie bezahlten die Folgen der Tyrannei ihrer Über-Iche mit seelischen und körperlichen Qualen, Leiden, Schuldgefühlen und Selbstbestrafungsorgien. Während Päpste prassten, schwelgten und kreuz und quer vögelten, geisselten sich gutgläubige Idioten für ihre vermeintlichen Sünden, gingen Heere von Männern und Frauen in Klöster, leisteten unbezahlte Arbeit im Weingarten des Herrn, unterdrückten ihre sündhaften Triebe und Begierden und nicht selten ihnen anvertraute Kinder und Heranwachsende. Bis heute.


    Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Und mit dem Über-Ich. Fremd- und Selbstbestrafung aufgrund Triebstaus sind allerdings kein Monopol christlicher Lustfeindlichkeit. Du findest sie überall, wo Menschen sich organisieren, gruppieren, sozialisieren. Bei Linken wie Rechten, Gläubigen und Ungläubigen, Armen und Reichen, Analphabeten und Akademikern. Die Sache ist also komplexer, als es den Anschein hat. Kein Wunder, wir haben es ja mit dem Unbewussten zu tun. Also dem Teil in uns, den wir qua definitionem nicht kennen können. Oder nur indirekt über die verschiedenen analytischen Werkzeuge des alten Familientyranns Dr. Sigi Freud. Nomen est omen oder Freudsche Fehlleistung? Der psychoanalytische Stürmer und Dränger war wohl familiär eher ein despotischer Spießer und Kleinbürger. Doch das interessiert mich hier nicht.


    Dieses Über-Ich wird uns vom ersten Tag unseres Lebens an in homöopathischen Dosen in Hirn, Herz und Bauch versenkt, wo es instantan Wurzeln schlägt, ein unüberschaubares Myzel bildet und vollkommen mit unserem Ego, unserer wachsenden Persönlichkeit, dem sich kristallisierenden Charakter verschmilzt und zusammenwächst. Du wirst es nie wieder los. So lange du lebst, so lange dein Herz schlägt, so lange Hirnströme unter der Schädeldecke kreisen. Dieses Über-Ich ist unverlierbarer Teil des Ichs. Ununterscheidbar. Und dennoch ein Fremdes. Es bestimmt dein Denken, lenkt dein Fühlen und färbt und würzt dein Erleben. Und zugleich hast du keine Ahnung, wie sehr es dich manipuliert und regiert. Wenn du Glück hast, besitzt du ein Über-Ich, das liberal, nachsichtig, liebevoll und hilfsbereit ist. Wenn du Pech hast, bekommst du ein despotisches, unduldsames, inquisitorisches, strafendes Über-Ich. Je nachdem wer deine Eltern, Erzieher, Lehrer und Verwandten waren. Auch die Genetik dürfte eine entscheidende Rolle spielen. Nämlich wie du all diese äußeren Einflüsse aufnimmst, wahrnimmst, verdaust und verstoffwechselst. Der eine geht zu Grunde, woran der andere wächst. Die eine zerbricht, woran sich die andere aufrichtet. Die vom ersten Herzschlag anvorhandene Linse, durch die du die Welt siehst, kannst du nicht ablegen. Ihre Dioptrien bestimmen, was du siehst, welche Farben, Konturen und Schattenwürfe.


    Damit wir uns richtig verstehen. Das Über-Ich ist kein von Eltern, Tanten, Omas, Lehrern und Pfarrern böswillig in uns verpflanztes Implantat, keine toxische Infusion hinterfotziger Tyrannen um uns zu gängeln. Unser Gehirn baut sich dieses Über-Ich selbst, es kann gar nicht anders. Jeder Eindruck von außen bildet sich ab in meinem Hirn. Die vielen Eindrücke werden vernetzt, verkabelt und zu Mustern, Bildern, Mosaiken zusammengefasst. Also ich stell mir das so ähnlch vor. Irgendwie, Gott - und nicht mal der - weiß wie, drückt jede Erfahrung ihren Stempel in die weiche, graue Masse. Und im Schubladenschrank Moral, Sitte, Gewissen, Verhalten, Ethik, Beziehungen usw. wird alles abgelegt, was die Gesellschaft von uns erwartet, verlangt, fordert. Die Verwaltung dieses gigantischen Archivs aus Schubladenkästen, Laden, Kategorien, die Organisation und Ablage, das alles besorgen unsere Anlagen, die Gene. Hast du ein gut organisiertes Archiv, wird auch dein Über-Ich einigermaßen funktionieren. Ist dein Archivar ein vergesslicher, schussliger oder schlampiger Typ, wird dein Über-Ich Mätzchen machen. Aber so viel steht fest, jeder Mensch, der nicht völlig schwachsinnig oder psychotisch ist, hat so ein Über-Ich. Er kann gar nicht anders. Es kommt nur drauf an, was für eines deines ist!


    So wie du dir deine Eltern nicht aussuchen kannst, hast du auch keine Wahl, was für ein Über-Ich in deinem Schädel heranwächst. Denn zu der Zeit, wo dieses Monster wächst und wächst, fehlen dir Verstand, Erfahrung und Urteilskraft, es zu konfektionieren, korrigieren und auf deine Bedürfnisse zurechtzustutzen. Dieses Über-Ich, das dir später das Leben oft vergällt, vermiest, versaut, dieses Faktotum ist quasi Schicksal. Später, wenn du deine kindliche Unmündigkeit eventuell ablegst, kannst du dran herum feilen, schnitzen, hobeln und schleifen. Aber das ist mühsam, langwierig und ohne Erfolgsgarantie.Ein ganz neues Über-Ich wirst du nie erlangen. Also, wie man sieht, ist es doch ein rechtes Kreuz mit diesem Über-Ich.


    Und was haben wir sonst noch zu bieten? Das kann doch nicht alles sein. Nach Freud stehen dem Über-Ich diametral oder diagonal oder vielleicht gar polygonal die Triebe, Wünsche, Begierden, also der ganze Zoo unserer Gefühle, Emotionen und Triebe gegenüber. Er, also der Dr. Freud, nannte das ES. Dieses Es, das sind die Raubtiere im Zirkus unserer bewussten und unbewussten Persönlichkeit. Und das Über-Ich ist der Dompteur. Manchmal wird so ein Dompteur angefallen und totgebissen. Dann fallen die Viecher über uns her. Die Psychofritzen nennen das psychotische Störung. Die viele Gesichter haben kann. Ein Kennzeichen ist, dass wir die Kontrolle, die Steuerungsfähigkeit über unser Denken, Fühlen und Verhalten verlieren. Also hat dieses verflixte Über-Ich doch seine Berechtigung. Ohne sein Wirken wären wir noch gieriger, geiziger, skrupelloser, gewalttätiger usw.


    Und was mach ich jetzt? Mit all diesen Erklärungsversuchen für die Irrationalität in mir. Bin ich meinem Unbewussten näher gekommen, verstehe ich mehr davon? Ist das Ünbewusste bloß eine These oder real? Dass da etwas unabhängig von meinem Bewusstsein in mir schlummert, das ist für mich evident. Die unendlich vielen Körperfunktionen, von denen ich keine Ahnung habe, die trotzdem rund um die Uhr bislang problemlos vor sich hin schnurren, das Betriebssystem meines Ichs, die Logik, das Zeitgefühl, das Gedächtnis, die Datenbanken in meinem Hirn, das Erlernte, das mehr oder weniger erhalten bleibt, die Imagination, das weite Feld der Emotionen bis hin zu den Träumen. Das wird verwaltet, aufgefrischt, vergessen, wieder hervorgeholt, mit Bedeutungen versehen, die mich oft überraschen usw. Wer oder was macht das ohne mein bewusstes Zutun? Das könnte ich durchaus mein Unterbewusstsein, oder allgemeiner, das Unbewusste in mir nennen. Der tiefe, weite Ozean auf dem ein Kahn namens Ich schippert. Unter dessen Oberfläche Es und Über-Ich ständig um die Oberhand ringen. Ein Ozean, den ich nur oberflächlich und sehr begrenzt überblicken und abfahren kann. In dessen Tiefen ich nur eine kurze Angelschnur senken kann an deren Haken ab und zu ein Stück Tang, wenn ich Glück hab ein Fischlein oder anderes Getier verfängt. Das ich dann bestaune oder ratlos wieder zurück ins Wasser werfe. Manchmal sehe ich in großer Entfernung andere Kähne, Boote oder mal einen Delphin aus dem Wasser auftauchen. Und ich frage mich, ob wir alle den gleichen Ozean befahren und bewohnen. Oder jedes auf seinem abgesteckten Areal, dessen Grenze wir nicht überschreiten können.


    Viele Fragen, kaum Antworten. Eines weiß ich aber: meinem Über-Ich kann ich nicht entkommen. Ich kann mich ihm willenlos und kritiklos ergeben, kann mich ihm widersetzen und protestieren; wie auch immer, es ist untrennbar mit mir verwachsen und wird mich bis zum letzten Schnaufer nicht loslassen. Über-Ich oder Unter-Ich, was weiß ich. Je mehr du dich damit herum schlägst, umso mehr kriegst du das Gefühl, du bist nicht Herr im eigenen Haus. Glaubst es nur. Keller und Dachboden gehören ungebetenen Gästen, die immer wieder im Wohnzimmer und Schlafzimmer vorbeischauen und dich manchmal um den Schlaf oder die Seelenruhe bringen.


    Die Wissenschaft sagt, unsere Persönlichkeit wird in den ersten 1000 Lebenstagen installiert, konfiguriert und determiniert, also geprägt. Wir glauben das nicht. Fühlen uns frei, wir lernen ja täglich dazu, bilden uns, entwickeln uns. Jo eh. Und jetzt das große Aber: Aber immer auf den Gleisen, die schon in den ersten Lebensjahren gelegt wurden. Du kannst die Weichen stellen, doch von der Schiene kommst du nicht mehr runter. Das dir zugängliche Schienennetz liegt fest. Darauf kannst du herumfahren. Vorwärts, rückwärts, mal die eine Linie, mal die andere wählen. Für die restlichen 20000 oder 30000 Tage deines Lebens. Vorsicht bei der Abfahrt, wir wünschen gute Reise!


    ***

  3. #78
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    AW: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

    Und wieder Mathe. Kein Collatz und kein Collaps. Nur ein paar Gedanken zu Mathematik, Physik, Realität, Bewusstsein und wie das alles miteinander und ineinander. Ich denke ja, dass Mathematik unabhängig vom Bewusstsein existiert. Also nicht Mathematik genau genommen, sondern die mit Hilfe mathematischer Notation ausgedrückten Relationen, Korrelationen, Abhängigkeiten und Gesetze, seien sie abstrakt oder auf die Natur angewendet. Die mathematische Notation ist jedenfalls menschgemacht, könnte auch ganz anders aussehen, könnte zum Beispiel auf Zahlen verzichten und stattderen Punkte, Striche und andere Symbole verwenden. Wär halt nicht besonders anschaulich, aber genauso gültig. Schaut man sich manche Notierungen höherer Mathematik an, ist das für den mathematischen Durchschnittsbürger genauso unleserlich wie chinesisch oder Hieroglyphen. Man muß eben nur die Bedeutung der Zeichen kennen und sie regelkonform verwenden.


    Die Frage, die sich stellt, lautet: Bilden die Inhalte mathematischer Aussagen - ihre Semantik also - ein abgeschlossenes System, das nur für das Mathematik treibende Gehirn sinnvoll und gültig ist, oder gelten die mathematischen Sätze auch für die Wirklichkeit, die Physik, die Natur, das Universum? Universal und mit Wahrheitsanspruch? Ja, sind die mathematischen Regeln ident mit den Naturgesetzen, sind sie das, was die Welt im Innersten ... ? Die Gene, der Bauplan der Welt? Wir wissen es nicht. Aber wir ahnen etwas.


    Wenn wir mathematische Sätze bilden und dort, wo möglich, an der Natur testen - wie etwa Flugbahnen von Raketen, Newtons Mechanik, die Maxwellgleichungen oder gar Gravitationswellen, finden wir ausnahmslos, dass die Phänomene mathematisch beschreibbaren Funktionen (ganz allgemein gesagt) folgen und wenn nicht, dass wir die Formeln, Funktionen etc. korrigieren müssen, bis sie passen. Wir haben also zu korrigieren bis wir eine den Naturgesetzen adäquate Form gefunden haben. Das heisst aber auch, es gibt mathematisch korrekte Sätze und Formeln, die in der Natur nicht vorkommen. Wie wäre das möglich, wäre die Physik der alleinige Ereignisraum mathematischer Sätze? Offensichtlich geht die Mathematik über die Physik hinaus, gibt es eine mathematische Welt ausserhalb der Naturgesetze. Was mir zunächst mal ungeheuer stinkt. Geht das doch irgendwie in Richtung Idealismus. Also da gibt es Ideen, gedachte Gebilde, die über die Physis hinausgehen. In diesem Fall logisch abgeleitete Sätze innerhalb der Mathematik. Gefällt mir rein philosophisch gesehen gar nicht.


    Aber stimmt das auch? Gibt es Mathematik, die über die Natur hinausgeht? Mathematik basiert auf Logik. Eine kleine Anzahl ganz weniger Axiome (= selbst erklärende, offensichtlich einleuchtende Grundsätze) plus Logik und Widerspruchsfreiheit, das sind die Bausteine der Mathematik. Mehr nicht. Und die Logik, die ist nunmal menschlich. Und rational. Mensch ist ja nicht nur Ratio. Wir können aber nur logisch (richtig) denken. Alles andere führt zu nichts. Wenigstens in der Naturwissenschaft. Bei Literatur, Musik usw. ist die Logik manchmal sogar hinderlich, aber darum geht es hier nicht. Wo war ich? Ach, die Logik. Die stößt in der Mathematik häufig an Grenzen. Dort, wo es an die Grenzen geht. Kein Mensch und auch kein Mathematiker kann sich unendliche Mengen vorstellen oder das Verhältnis von Kreisumfang und Durchmesser (Pi), oder komplexe Zahlen und und und. Die sprengen die Ratio, sind aber unverzichtbare Elemente jeder Mathematik und jeder Naturwissenschaft. Die Mathematik geht also nicht nur über die Logik hinaus, die Natur ebenfalls. Denn all diese genannten Phänomene treten in der Natur überall auf! Ich brauche also keinen Idealismus, um den transzendierenden Charakter der Mathematik zu verstehen, ja die Natur selbst geht über alle Grenzen der Logik hinaus. Und mit ihr auch die Mathematik.


    Puh, das war knapp. Grad noch mal der Zwangsjacke idealistischer und spiritualistischer Spekulation entkommen. Was heisst das aber, dass die Natur über die Logik und damit die Regeln unseres Denkens hinausgeht?


    Nimm einen Kreis, den Einheitskreis. Das ist ein Kreis mit dem Radius 1 (cm, mm, Lichtjahre, egal, Länge=1). Dieser Kreis hat die Fläche Pi (Kreisfläche = r.r.Pi = 1.1.Pi = Pi). Wir wissen, dass der Kreis eine abgeschlossene, geometrische Figur ist. Heisst, es gibt keine Lücken, Löcher oder sonstwas in der Kreislinie. Sie ist geschlossen. Punkt. Die Kreisfläche ist endlich, gleichmäßig gekrümmt, liegt schön anschaulich und überschaubar vor meinem geistigen Auge. Dennoch kann man seine Fläche nicht mit einer endlichen Dezimalzahl ausdrücken. Denn Pi ist eine irrationale Zahl, heisst eine Zahl mit unendlich vielen Kommastellen (und dazu nicht periodisch). Die Natur beschert mir also ein Element, das ich logisch nicht fassen kann. Das Gleiche gilt für die Länge der Kreislinie (also den Umfang des Einheitskreises). Dieser Umfang ist 2.r.Pi = 2.1.Pi = 2.Pi, also numerisch doppelt so groß wie die Fläche. Aber ebenso unendlich, was seine Dezimalstellen hinter dem Komma anlangt. Auch der Umfang des Kreises, ebenso anschaulich, übersichtlich, simpel ist eine für rationale, d. h. rein auf den Verstand begrenzte Logik und Vorstellungskraft undenkbare Dezimalzahl. Obwohl ich die Kreislinie rund und geschlossen vor mir sehe, kann ich ihre exakte Länge nicht angeben! Irgendwie verrückt, oder?


    Was heisst das nun für meine Überlegungen bzgl. Mathe und Natur, Mathe und Logik, Logik und Natur?


    1. Einfache, anschauliche Objekte gehen hinsichtlich ihrer formalen Beschreibbarkeit über die rationale Logik hinaus.
    2. Damit geht auch die nur auf Logik und Widerspruchsfreiheit fußende Mathematik über die Grenzen der rationalen Logik hinaus.
    3. Natur und Mathematik transzendieren das rationale Denken und die Vorstellungskraft.


    Die Ratio, also die Vernunft ist offensichtlich nicht ausreichend, die Natur, ihre Gesetze und formale Beschreibung (Mathematik) zu verstehen. Stark vereinfacht gesagt: die Welt ist irrational, die Naturgesetze sind irrational. Für die Mathe kein Problem: da gibt es irrationale Zahlen, imaginäre Zahlen, komplexe Zahlen usw. Und das alles logisch und widerspruchsfrei. Zwingend.


    Was das jetzt für das Verständnis der Welt und ihrer Gesetze bedeutet? Offensichtlich reichen Mathematik und Naturgesetze viel tiefer und weiter, als unser rationales Denken. Verstand, Vernunft, Logik sind Werkzeuge des Bewusstseins, die Welt zu verstehen und sich in ihr zurecht zu finden, doch Physik, Natur und auch die mittels mathematischer Sätze formulierten Gesetze dahinter reichen viel weiter.


    Noch was. Der mathematische Otto Normalverbraucher versteht Mathematik hauptsächlich als Rechnen mit Zahlen. Die vier Grundrechenarten sind für die meisten von uns Mathe, vielleicht noch Schlußrechnung, Prozentrechnung und elementare Algebra. Damit hat es sich für uns mathematische Analphabeten. Das ist aber nicht mal der Vorhof der mathematischen Disziplin. Mich interessiert in diesem Zusammenhang aber wie die Natur den mathematischen Sätzen folgt. Wie ist es möglich, dass ein Stein immer so fliegt, wie es Gravitation, Masse, Geschwindigkeit, Luftwiderstand etc. erlauben, fordern? Der Stein rechnet nicht. Die Natur rechnet auch nicht. Dennoch folgen alle Teilchen, Wellen, Kräfte, alle messbaren Naturphänomene ausnahmslos den für sie geltenden Gesetzen. Was wir mit Hilfe der leistungsfähigsten Computer mit Aberbilliarden Rechenoperationen mühsam kalkulieren, das tut ein Stein, ein Photon, ein Elektron, ein Komet, ein Planet, ein Stern, eine Galaxie, all die schier unendlich zahlreichen Elementarteilchen - das machen die alle ohne zu rechnen, ohne zu denken, ohne zu wissen. Wie ist es möglich, dass Quantenfelder immer exakt den gleichen, für uns unlösbaren Differentialgleichungen mühelos und schlafwandlerisch sicher folgen?


    Die Natur rechnet nicht. Dennoch folgt sie stets den zugrunde liegenden Gesetzen und mathematischen Sätzen. Ausnahmslos, fehlerlos, konsequent. Schon komisch, finde ich. Komme mir jetzt aber niemand mit Gott. Der alles veranlasst, kontrolliert, steuert. Also da wäre selbst ein allmächtiger Gott heillos überfordert. Diese überall im Kosmos im Kleinsten wie auf den größten Skalen immer und überall gegebene Präsenz der Naturgesetze und ihre präzise Wirksamkeit, das macht mich doch Staunen. Fassungslos. Scheint auch in der Quantenwelt das Chaos zu herrschen, so ist es ein sehr diszipliniertes, nach ehernen Gesetzen ablaufendes Chaos. Ein strikt geordnetes Chaos. Mein einziger, hilfloser Versuch einer Erklärung: die natürlichen Phänomene haben keine Freiheitsgrade von den Naturgesetzen abzuweichen. Sie können nicht anders. Ja, netter Versuch, geb ich ja zu.


    War noch was? Ach ja, das Henne-Ei-Problem: Was war zuerst, die Mathematik nach der die Welt schnurrt oder die Naturgesetze, die wir mit Hilfe unserer menschgemachten Mathematik beschreiben? Ehrlich gesagt, ich weiß es auch nicht. Und was hätte meine Oma gesagt? Überlaß das Denken den Pferden, die haben die größeren Köpfe.


    ***

  4. #79
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    AW: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

    Was ich schon immer über Sex wissen wollte. Oder auch nicht. Ich denke, Sex wird allgemein überschätzt. Also nicht, dass ich was gegen Sex hätte. Ganz im Gegenteil. Ich frage mich nur, warum nach 50 Jahren sexueller Befreiung die Debatten, Kontroversen, Genderdiskurse und Wartelisten der Sexualtherapeuten*** ausufern und überquellen. Also ich hab keine Studien zur Hand und hab auch nicht die Absicht, mich durch diesen Wust zuackern, aber wenn ich nur die Artikel, Features, Glossen und Beiträge in den mir zugänglichen Medien durchkämme, dann bleiben da überproportional viele hängen, die sich mit dem Thema Nr. 1 beschäftigen. Is ja auch gut so. Also prinzipiell. Im Einzelnen jedoch scheint mir doch, dass beim Sex erstens meistens der Spaß aufhört und zweitens häufig die Überforderung der Beteiligten zunimmt.


    Es ist ja auch nicht so einfach im Zeitalter polysexueller Identitäten noch den Überblick zu bewahren. Schon gar nicht für einen alten, weißen, binären Cis-Mann wie ich einer bin. Selbst für Fachleut*innen* ist das zunehmend schwierig. Ich stelle mir eine* 50-jährige* Sexualtherapeut*** vor, zu de* Teens und Twens mit ihren Problemen kommen, die nicht wissen, ob sie Männlein oder Weiblein, oder beides oder nix davon, ob sie im falschen Körper oder im richtigen Körper mit dem falschen Körpergefühl und ob oder alles oder gar nix davon. Schon die Begriffsverwirrung macht das Therapiegespräch zu einer Quelle andauernder Missverständnisse. Und dann noch die Beziehungen zu den diversen anderen Geschlechtern und Geschlechtsidentitäten. Das Geschlecht kann sein körperlich eindeutig, körperlich unbestimmt, man spricht von Intersexualität, Transgender, Transsexualität und was weiß ich noch. Der Kombinationen und Identitäten sind ungezählte. Wer soll sich da noch auskennen?


    Aber bleiben wir mal bei der simplen binären Geschlechterordnung Männlein und Weiblein. So wie von Gott und der Natur vorgesehen. Allein da sind hinsichtlich der praktischen Ausübung der Sexualität alle möglichen Formen in Verwendung: heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell, asexuell, monogam, polygam, polyamorös, treu, untreu ... Es ist wahrlich ein weites Feld. Und wir haben noch kein einziges Mal das Wort Liebe erwähnt. Die würde jetzt endgültig den Rahmen sprengen. Also laß ich die Liebe mal aus dem Spiel. Es ist mit dem Sex schon kompliziert genug. Für viele gehört beides noch untrennbar zusammen, doch das sind Auslaufmodelle, wenn ich mich so umsehe.


    Sexuell und gendermäßig leben wir in einer Zeit der Unübersichtlichkeit. In anderen Bereichen auch, doch beim Sex-Gender-Komplex nimmt die Unübersichtlichkeit stärker zu, als die Entropie im Universum. So sehr, dass die Betroffenen selbst nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht. Ich hab da eine ganz liebe Nachbarin. Die ist so 60+, verheiratet mit einer Frau, hat mit ihr einen Sohn um die 30+. Wie das geht? Die Gute war früher ein Mann, hat eine Frau geheiratet - dieselbe, mit der sie noch zusammen ist -, einen Sohn gezeugt und lebte also in einer ganz 'normalen' Familie. Irgendwann kam sie drauf, dass sie wohl lieber eine Frau wäre. Wie und warum auch immer, ist einerlei, weiß ich auch nicht. Sie ließ sich vom Mann zur Frau umbauen - Details unbekannt, aber sicher ziemlich heftig - und lebt seitdem als reichlich männlich wirkende Frau mit tiefer Stimme, noch immer recht unweiblich aussehenden Gesichtszügen, Proportionen usw. Ist aber ein ganz lieber Kerl, unheimlich hilfsbereit, handwerklich und praktisch ungemein versiert - wohl eine Mitgift aus dem früheren Leben, und macht alles, was so ansteht in Haus und Garten, geht einkaufen, zum Friseur wegen Dauerwelle, kleidet sich typisch fraulich, behängt sich mit Kettchen, Ohrringen, imprägniert sich mit Parfum. Kurz, sieht aus wie eine Frau aus den 50-ern des vorigen Jahrhunderts. Muß regelmäßig Hormonpräparate nehmen, ist gesundheitlich recht instabil, aber anscheindend ganz happy mit ihrer Weiblichkeit. Ich könnte mir das alles nicht vorstellen für mich. Da fehlt mir jeder Ansatz von Fantasie. Lieber würd ich mich wohl aus dem Leben verabschieden, als solch eine Tortur über mich ergehen zu lassen, um dann als halber Mann und halbe Frau durch die Welt zu stöckeln. Naja, aber jede* wie *** mag.


    Was das alles soll? Eigentlich nur zeigen, wie Biologie und Selbstwahrnehmung, Körper und Identität, Geschlecht und Gender auseinander gehen und Menschen in existenzielle Konflikte stürzen können. Noch bis vor kurzem wurden bei uns Neugeborene mit unbestimmbarem Geschlecht als krank eingestuft. Und Mediziner machten sich umgehend daran, diese armen Hascherl zu bearbeiten - pardon therapieren, operieren, medizinieren, manchmal ohne die Einwilligung der Eltern abzuwarten. Zum Glück macht sich hier ein Gesinnungswandel breit und werden auch gesetzlich solchen medizinischen Übergriffen einige Riegel vorgeschoben. Es ist halt schon ein Dilemma oder mehrere. Wenn man so einen Eingriff nicht am Säugling vornimmt, sondern wartet, bis das Kind mündig ist, selbst zu entscheiden, ist es oft zu spät oder die nötige Behandlung schwerwiegender und riskanter, als wenn sie gleich nach der Geburt vorgenommen worden wäre. Aber das ist von Fall zu Fall zu entscheiden, weil jeder individuell und anders. Und keinesfalls ohne Zustimmung der Eltern. Tatsache bleibt, dass bisher vieles, was als natürliche Variation angesehen werden kann, als pathologisch und behandlungsbedürftig eingestuft wurde. So wie bis vor kurzem auch Homosexualität noch als Krankheit galt, Zwangsbehandlung inbegriffen. Zum Glück hat sich das - wenigstens bei uns, geändert.


    Apropos Homosexualität, konkret Schwulsein, über Lesben will ich nix sagen, davon versteh ich nun schon überhaupt nix. Abgesehen von der einen oder anderen unangenehmen Begegnung mit Schwulen, war das schon immer ein Buch mit 7 Siegeln für mich. Also ich hab das nie verstanden, wie mann einen Mann sexuell anziehend finden kann. Dieses Gen fehlt mir offenbar. Von Verkehr ganz zu schweigen. Ich gestehe - und schäme mich, ich finde das unappetitlich und es kommt mir fast der Morgenkaffee hoch, wenn ich mir das vorstellen müsste. Tu ich aber nicht. Natürlich hab ich mich jetzt wieder mal als unverbesserlicher alter, weißer - ja, ja, ich weiß, diese Wendung wird immer mehr ironisierend, die ursprüngliche Bedeutung abwertend, verwendet - Mann, der seine binäre Cisposition unreflektiert, unsensibel und andere diskriminierend auslebt. Deshalb die unbedingt nötige Versicherung: ich habe nix gegen Schwule, ich habe nix gegen Homosexuelle, aber ich versteh sie nicht. Die Homosexualität. Da fehlt mir jede Fantasie dazu. Und das ist auch gut so. Da bin ich mit mir im Reinen. Unsensibel wie ich bin. Solange mich keiner von denen belästigt, sollen sie tun, was sie wollen.


    Wobei wir bei einer wichtigen Vokabel angelangt sind: Belästigung. Sexuelle Belästigung. Wird gemeinhin verstanden als Übergriffigkeit meist weißer, (einfluß)reicher Männer gegenüber schwachen, abhängigen Frauen aller Couleur. Steigerungen der sexuellen Belästigung sind Misshandlung, Vergewaltigung bis hin zum Femizid. Keine Frage, keine Diskussion, gibt es alles, müsste viel rigider verfolgt und bestraft werden. Geschenkt! Und zwar in jeder Variation, sexuelle Gewalt gibt es ja nicht nur von Männern an Frauen, sondern kreuz und quer zwischen allen Geschlechtern, Identitäten und Altersstufen. Aber, darauf muß ich in Zeiten wie diesen noch hinweisen, sexuelle Belästigung geht meinem Empfinden nach weiter. Wenn mir bissige Kampflesben im Wochenendmagazin einer Qualitätszeitung die Beschaffenheit ihrer Vulva in Wort und Bild buchstäblich auf die Nase klatschen, dann geht Feminismus meiner Meinung nach ein bissl zu weit. Genausowenig bin ich interessiert an den Ergüssen schwuler Männer über ihre Ehen und Kinderwünsche. Musste ja nicht lesen oder gucken. Ja, eh. Aber muss man auch nicht in aller Öffentlichkeit breit treten.


    Wo war ich? Was ich noch sagen wollte. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Ein hoffnungsloser Frauenversteher und Frauenverehrer. Also idealtypisch gesehen. Ich übersehe nicht, dass es viele individuelle, reale Exemplare von Frauen gibt, um die ich einen großen Bogen mache. Die ich eher abstoßend als anziehend, eher unappetitlich als attraktiv, eher langweilig als anregend finde. Doch das Feminine an sich sehe ich als lebenslanges, unerreichbares Utopia - einen Sehnsuchtsort für das Verlangen nach Vollständigkeit. Das hab ich wohl mit Göthen gemein. Sonst nicht viel. Ich neige auch der alten Vorstellung zu, dass Mann und Frau einst eins waren, ein rundes, komplettes Wesen. Und seit ihrer Trennung in Männlein und Weiblein unablässig nach Wiedervereinigung dürsten. Als Vorstellung ganz charmant, biologisch eher unwahrscheinlich. Egal. Ich mag Frauen, also witzige, hübsche, sehr weibliche - was immer das sei, humorvolle, kokette, leidenschaftliche, kühle, selbständige, nicht von romantischer Liebe faselnde .... Frauen. Tja, bin halt ein unverbesserlicher Träumer.


    So. Ich mach jetzt mal einen Punkt. Einen G-Punkt. Wir erinnern uns. Vor 20 oder 30 Jahren geisterte dieser ominöse Punkt durch Gazetten und Journale. Bis heute hat man ihn nicht gefunden. Er liegt wohl ebenso im Fiktiven wie mein Idealtypus von Frau. Im Übrigen halte ich Sex für eine ganz natürliche Sache. Die heute ein wenig überbewertet, ideologisch überfrachtet, damit ihrer Spontaneität und Lust weitgehend beraubt, für Genderdiskurse und Geschlechterkämpfe missbraucht wird. Wie es so ist mit der Lust, wenn man sie will, flieht sie. Wenn man sie verdrängt, verfolgt sie einen. Ich behaupte, dass das Gelübde sexueller Enthaltsamkeit das Begehren und die Gier danach nur noch steigert. Nicht von ungefähr die unzähligen Übergriffe und Misshandlungen von Pfaffen an Minderjährigen und Schwächeren. Lasst die Pfaffen wenn schon nicht heiraten, so doch auf Kirchensteuerzahlers Kosten ins Puff gehen. Ganz offiziell. So wie sie auch zum Friseur oder ins Nagestudio gehen. Mir ist das sowieso egal, ich bin längst aus dieser mafiösen Organisation ausgetreten. Das war eine meiner besten Entscheidungen in diesem Leben. Aber das ist eine andere Geschichte.


    Viel hab ich nicht zu sagen gehabt zum Thema. Bin ja auch weder Sexologe, noch Genderforscher, noch Psychofritze oder Feminist. Und erst recht kein Maskulinist, oder wie sagt man dazu?


    Ach ja, eins noch. Mathe oder Sex? Ich muß sagen, beides probiert, kein Vergleich. Beides gleich erregend, doch völlig anders. Mathe ist eine verführerische Braut, immer von einem Flair des Geheimnisses, der Rätselhaftigkeit umweht und du kannst sie nie wirklich besitzen. Sie besitzt dich. Falls sie dich erwählt hat. Und das Glücksgefühl, wenn dir ein lang und erfolglos versuchter Beweis endlich glückt oder dir die Erkenntnis eines bislang unverständlichen Sachverhalts beschert wird, das sind Höhepunkte, die einem Orgasmus um nichts nachstehen.


    ***

  5. #80
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    AW: Weltumspannende Ausblicke in postcoronale Abgründe

    DIY, do it yourself, mach es selber, selbst ist der Mann. Also das ist jetzt keine Betrachtung über das Handanlegen an sich selbst - wenn es nach dem Ausflug ins Reich des Sex auch nicht allzu fernliegend erschiene -, nein, es geht um den Selbstbau eines einfachen Möbelstücks. Was viel komplizierter und zeitaufwändiger ist als die erwähnte Selbstbe-Handlung.


    Was soll es werden? Ein simples Kuchlkastl, also ein Küchenkästchen, ein Wandschränkchen zum Aufhängen und zur Aufbewahung diverser Lebensmittelvorräte. 120 cm breit, 60 cm hoch, 20 cm tief. Mit 2 Türen, Anschlag vorliegend, Topfscharnier. Ich mach mir mal eine Zeichnung, grob, nur mit Dreieck und Bleistift, Maßstab sehr ungefähr 1:25, also 4 cm in der Zeichnung entsprechen 1 m in realiter.


    Die erste Hürde: Stabilität. Welche Verbindung wähle ich, damit der Rahmen stabil wird und die Ober-, Unter- und Seitenteile fest verbunden sind? Es gibt handelsübliche Verbindungselemente, wie heissen die? Ich muß googeln, aber google mal - also in Wirklichkeit verwende ich nicht G, sondern DDg, aber das nur am Rande - also such mal nach einem Begriff, den du ja gerade suchen willst, weil du ihn nicht kennst. Die Sprache des Handwerks ist nämlich eine eigene Welt, ein Kosmos an Ausdrücken, die der normale Mitbürger mit 2 linken Händchen und einem Studium der Geisteswissenschaften oder einfach nur Matura ohne Berufsausbildung nie gehört hat. Eine Paralellwelt an Fachbegriffen, Verben und Eigenschaftswörtern, die du in keiner Enzyklopädie findest. Nach einigen Minuten hab ich herausgefunden, dass die gesuchten Bauteile Schrankverbinder, Möbelverbinder, Eckverbinder oder Korpusverbinder heissen. Allein für die simple Aneinanderfügung zweier Bretter im Winkel von 90° gibt es gefühlte 100 000 Bauelemente.
    Ich entscheide mich für Nr. 33, heisst, ich nehme gewöhnliche Hülsenmuttern mit Innengewinde M5. Mit 4 solcher Dinger kann ich 2 Bretter an einer Ecke rechtwinkelig so aneinander befestigen, dass es ausreichen sollte mein Kastl stabil genug zu kriegen, um ein paar Kilo Lebensmittel darin zu verstauen. Dazu brauch ich noch eine Leiste, innenliegend an der Ecke, über die ich eine festere Verbindung erreiche. 2 Schraubhülsen waagrecht, 2 senkrecht durch die Korpusbretter in die Leiste versenkt macht eine saubere und stabile Verbindung. Man muß nur passgenau bohren. Professionell ist das natürlich nicht. Ein Tischler würde andere Verbindungen wählen. Dafür allerdings fehlen mir die entsprechenden Werkzeuge und Maschinen. Und ich will mir nicht Werkzeugs anschaffen, dessen Wert den des Kastels um ein Vielfaches übersteigen würde.


    Die Bretter laß ich im Baumarkt zuschneiden. Eine gerade Schnittlinie und -kante ist das Um und Auf. Die Wahl der Korpusbrettln ist schnell getroffen: Buchenleimholz, 18 mm stark. Das ist fest, stabil, ohne Kunststoff und sieht passabel aus. Die Maße für den Zuschnitt aufschreiben und dann eine Bauteilliste. Die wird länger als ich dachte. Was man nicht alles braucht für so ein simples Kuchlkastl. Von den Schraubhülsen brauch ich 16 Stück, eine Fichtenleiste 2,3x2,3 cm für die Stabilität der Eckverbinder, eine ebensolche 1,3x1,3 als Anschlag für die Rückwand, 4 Topfscharniere 26 mm, einen Forstnerbohrer 26mm - heisst wirklich so, warum weißich nicht, hat den ein Herr Forstner erfunden? - für die Befestigung der Scharniere, 2 stabile Winkel plus Haken zum Aufhängen des Kastls, 2 Griffe/Knöpfe für die Türen und eine Rückwand aus Hartfaserplatte, eine Seite weiß beschichtet. Alles? Sicher nicht, aber fürs erste. Ah, einen Regalboden brauch ich auch noch, dazu 4 Auflagen für den Regalboden und einen passenden Holzbohrer für die Befestigungslöcher. Dazu noch ein paar Schrauben, etwas Holzleim, Nägel und Werkzeug. Hammer, Schraubendreher und Akkuschrauber hab ich. Den einen oder anderen Holzbohrer werd ich wohl noch benötigen, ebenso einen Bohrständer, um senkrechte, passgenaue Löcher bohren zu können. Ich bestell einen mobilen Bohrständer, den gibt's leider nur über a***n, nicht im lokalen Baumarkt. Alles in allem bin ich jetzt schon ca. bei 200,-- €. Dafür krieg ich schon gediegene Kuchlkastln mit polierten Oberflächen und einer Passgenauigkeit, die ich nie erreichen werde.


    Aber darum geht es nicht. Es ist die handwerkliche Herausforderung und auch der Spaß an der Bearbeitung von Holz. Die Besorgung der Brettln und anderen Sachen birgt die eine oder andere Überraschung. Der Mitarbeiter vom Holzzuschnitt ist auf Mittagspause. Es ist zwar schon 15:00, aber Pause ist Pause. Ich nutze die geschenkte Zeit mit der Suche nach dem Winkel zum Aufhängen des Kastls an der Wand. Dieses Vorhaben stellt mich vor eine unerwartete Herausforderung. Man sollte glauben, es sei das einfachste der Welt irgendeinen passenden Winkel zu finden. Aber, aber. Erstens hängt an diesem Winkel das gesamte Gewicht des Kastls plus Inhalt. Da kommen schon locker 35 kg, verteilt auf 2 Winkel/Haken zusammen. Also sollte der Winkel eine Mindesauflagefläche haben, dazu Befestigungslöcher nicht zu nahe am Rande des Bretts, damit er stabil sitzt und nicht ausreisst. Schließlich muß er 90° gewinkelt sein und sollte eine angemessen breite und hohe Öffnung in Richtung Wand aufweisen, wo ich einen Wandhaken mit mindestens 8 mm Durchmesser einhängen kann. Es dauert eine Weile bis ich so ein Dings gefunden hab, das zwar nicht ideal aber ausreichend sein sollte. Dazu 2 Wandhaken. Noch 2 Miniwinkel zum Anheften des Kastls auch an der Unterseite, damit es fest an der Wand sitzt und nicht schaukelt. Noch was? Ach, der Forstnerbohrer 26 mm. Die Straße für Bohrer und Zubehör ist nicht leicht zu finden, Baumarktmitarbeiter sind rar, aber nach einigen 100 Metern durch diverse Regalstraßen stehe ich vor dem Objekt der Begierde. Nicht billig so ein Ding, aber was soll's, es gibt kein Zurück mehr.


    Der Mitarbeiter vom Holzuschnitt ist wieder vorrätig, die Buchenleimhölzer nicht alle, einige müssen bestellt werden, denn der Zuschnitt aus zu großen Platten würde zu viel Abfall ergeben. Wartezeit eine Woche. Macht nix. Ich hab ja Zeit. Die Schraubhülsen mit Innengewinde M5 nicht vergessen. Ich muß 2 Packerl à 10 Stk. kaufen, weil nicht anders abgepackt vorhanden. Kauf ich halt 4 zuviel. Macht auch nix. Die Topfscharniere kauf ich noch nicht. Ich zögere, weil ich nicht weiß, wie man die montiert. Vielleicht nehme ich einfache Scharniere, die nur auf die Bretter geschraubt werden, ohne Topfbohrung. Jetzt noch zu den Holzleisten, alles vorhanden, einmal die stärkere, drei von den dünnen für die Rückwand. Zur Kassa und schwupps sind 75,-- € weg, der Rest wird nochmal das Gleiche kosten. Dann kommt mir das Kastl halt auf 150,-- €. Das ist der Spaß wert.


    Ein paar Tage später habe ich die bestellten Bretter zu Hause und gehe an die Arbeit. Die Zuschnitte sind sauber. Ich beginne die Löcher für die Regalbodenhalter zu bohren und benutze dazu den neu erworbenen Bohrständer. Etwas gewöhnungsbedürftig. Vorallem die Gleitfähigkeit des Bohrfutters nach oben und unten lässt zu wünschen übrig. 2 Tropfen Öl helfen, doch das Vieh bleibt bockig. Das ist die Crux mit den Einkäufen im Internet. Meist bist du enttäuscht, dass die Ware nicht deine Erwartungen erfüllt, doch dann biste auch wieder zu träge, den Kram zurückzuschicken. Also behälst du das Glump und denkst dir, naja, so schlecht isses auch wieder net. Ich hab mal eine Doku gesehen, wo sie über die Rücksendungen beim Riesen a***n berichteten. Über 90% der Warenrückläufe werden nicht wieder verkauft, sondern vernichtet!!! Statt sie zu verschenken, werden Waren im Wert von Milliarden $ einfach zu Müll erklärt und vernichtet. Ein Grund mehr, gar nix mehr über I-shopping zu kaufen. Oder das Glump eben zu behalten.


    So, die Löcher sind gebohrt. Jetzt geht es richtig los. Der Rahmen wird gebastelt. Die Ecke rechts oben kommt als erste dran. 2 Löcher durch das Oberteil, 2 durch das Seitenteil bohren. Die größte Schwierigkeit ist das exakte Positionieren der Bohrlöcher. 1mm falsch gemessen macht mindestens 2mm im Endeffekt. Der Bohrständer ist recht widerwillig zugang. Aber wir werden uns schon aneinander gewöhnen. Jetzt ebensolche 4 Löcher durch die Holzleiste, gleiche Abstände sind wichtig. Also Leiste mit Schraubzwinge erst an Oberteil, dann an Seitenteil geheftet und durch die bereits vorhandenen Löcher durchgebohrt. Jetzt die Schraubhülsen angesetzt und zusammengeschraubt. Die beiden Brettln sitzen fast exakt, fast. Also das Seitenteil steht ca. 1 mm vor. Warum? Keine Ahnung. Tja, das ist halt der Unterschied zwischen Profi und Bastler. Aber mit dem 1 mm kann ich leben. Die Ecken 2, 3, und 4 gelingen problemlos und noch ein bissl präziser. Der Rahmen, der Korpus steht, fix, fest, stabil. Lästig nur der dauernde Bohrerwechsel, weil ich eben ein Hobbytischler bin. Fürs Durchbohren der Ober- und Seitenteile 5-er Holzbohrer im Bohrständer, für die Eckleisten ebenfalls 5, aber am Akkuschrauber, der auch das Bohrfutter am Bohrständer treibt. also rauf und runter ....


    So, als nächstes befestige ich die Aufhängewinkel, relativ problemlos. Dafür muß auch die Rückwand ausgeschnitten werden, weil die Winkel ja an der Mauer anliegen müssen, wo die Aufhängehaken eingedübelt werden. Das ist etwas mühsam und eine ziemliche Futlerei, wie man in meinem Dialekt so feinfühlig sagt. Die Rückwand ist eine Hartfaserplatte, also säge ich mit einer Handsäge, einem Fuchsschwanz mit feinem Sägeblatt, damit die Platte möglichst wenig ausfranst. Nach einigem Fluchen und ein paar Schweissperlen ist auch diese Handarbeit absolviert. Dann muß die Rückwand noch irgendwie am Korpus befestigt werden. Ich habe mich für innenliegende Montage entschieden, sodass die Rückwand eben mit dem Korpus abschließt und nicht außen drauf geschraubt wird. Dazu muß ich aber einen Anschlag schaffen, an den die Rückwand angeschraubt werden kann. Dafür hab ich die dünnen Leisten 1,3x1,3 besorgt. Ich länge sie ab, bohre die Löcher für die Besfestigungsschrauben vor, lege die Leisten an, genau 4 mm vom äußeren Rand des Kastlrahmens, mache mir mit Bleistift eine Linie, bestreiche eine Seite der Leiste mit Holzleim, lege sie an, hefte sie mit einer Zwinge an den Rahmen und schraube sie daran fest. Dasselbe wiederholt sich für alle 4 Korpusseiten, dann ist meine Auflage für die Rückwand fertig. Die schraub ich noch nicht an, weil ich ja die Türen noch montieren muß, dabei wäre mir die Rückwand im Weg.


    Jetzt ans Eingemachte. Die Topfscharniere. Ich gucke ein Video im Netz, wo die Montage eines Topfscharniers akribisch gezeigt wird. Ich mache eine Probe an zwei Verschnittbrettln. Ich muß genauer arbeiten. Die Scharniere sind leicht schief und die zwei Brettln haben zuviel Abstand. Genauer betrachtet, erkenne ich, dass ich die falschen Scharniere gekauft habe. Solche für Mittelanschlag und nicht für Eckanschlag. Obwohl ich ins richtige Fach gegriffen hab im Baumarkt. Ich schwöre! Es ist Samstag Nachmittag. Der Markt schließt in einer halben Stunde. Ich eile zum gefühlten 98. Male in den BM. Dort bestätigt sich meine Vermutung: Die p. t. Kund:Innen wühlen und dadurch geht die Sortierung futsch. Ein Vergleich der Artikelnummer schafft Gewissheit. Ich kauf jetzt also richtigen Scharniere und prüfe jedes einzeln auf Übereinstimmung mit der Artikelnummer für Topfscharnier, aufliegend, Eckanschlag. Das werd ich mir merken, künftig bei Massenartikeln einzeln zu checken, ob im Fach auch das Gesuchte liegt und nicht ein Kuckucksei.


    Wieder zuhause eine weitere Probemontage, passt ganz gut. Jetzt an die echten Türen! Ich merke, wie mir warm wird. Die Hände leicht feucht. Wenn ich hudel oder ein Maß verpatze, dann ist die ganze Tür im Eimer, also unbrauchbar. Eine halbe Stunde später ist sie an den Korpus angeschraubt. Passt ganz gut, ein bissl kann man an den Stellschrauben ja noch justieren. Aber, Schreck laß nach: Im geschlossenen Zustand hängt die Tür einen ganzen Zentimeter nach unten, was sich in einer veritablen Schieflage zeigt. Die Scharniere können das Gewicht der Tür nicht halten, also in der Waagrechten. Shit, so eine massive Buchenholzplatte von 60x60 hat schon einiges Gewicht. Was nun? 4 Topscharniere statt 2 einbauen, also noch 2 zusätzlich? Damit die Türen dann nur einen halben Zentimeter schief hängen? Nö. Ich beschließe, den Versuch mit den Topfscharnieren zu beenden und ein simples Bandscharnier bzw. Stangenscharnier zu verwenden, wie man es seit alters her bei Schranktüren benutzt hat. Sieht zwar nicht so elegant aus, hält aber fix und ist zudem ohne Spezialwerkzeug zu montieren.


    Am folgenden Montag im Baumarkt keiner Wahl finde ich zum Glück Passendes: ein Stangenscharnier mit 600x32. Länge 600 mm passt exakt für meine Türen, Breite 16 pro Seite passt zur Wandstärke von 18. Gefunden, genommen, gekauft.


    Einschub: Ich hab ge****t, der Forstnerbohrer - auch Astlochbohrer genannt - trägt den Namen seines Erfinders, des Amerikaners Benjamin Forstner, 1886 zum Patent angemeldet.


    So, jetzt mach ich es kurz. Stangenscharnier, von wegen einfache Montage! Denkste Hobbyschreiner. Wie legst du es an? Die Tür soll gerade und passgenau sitzen. Nicht oben oder unten vorstehen oder gar schief hängen. Aber jeder Zehntelmillimeter, den das Scharnier nicht im Lot liegt, macht auf 60 cm schlappe 6 mm Schiefe. Und die sieht sogar ein Blinder mit Augenbinde. Das ist Geometrie in realiter. Also Scharnier an Korpus angelegt, Linie gezogen, an den beiden äußeren Enden erstmal fixiert, Tür anlegen, aber wie? Stehend, liegend, das Ding verrutscht permanent, alles fließt. Tür so gut es geht auch oben und unten angeheftet mit 2 Schrauben. Im Liegen klappt es halbwegs mit den Toleranzen, sitzt so halbwegs. Doch wie wird das, wenn erst das ganze Gewicht der Tür auf das Gesamtkunstwerkt wirkt?


    Die Schwerkraft ist ein Hund. Einstein behauptet ja, sie sei keine Kraft, sondern nur die Wirkung der Raumzeitkrümmung auf Massen. Wahrscheinlich hat er ja recht. Aber ich mag diese Vorstellung nicht. Sie führt zu absurden Konsequenzen. Die gesamte Relativitätstheorie, wenn sie stimmt - und es spricht alles dafür, beamt uns in eine total verrückte, absurde, unvorstellbare Wirklichkeit. Ich neige daher immer mehr zu der Annahme, dass wir tatsächlich nur Experiment einer transzendenten Intelligenz - nein, nicht der liebe Gott! - sind. Sei es Matrix oder Simulation oder Traum, woher soll ich das wissen? Der sogenannte Kosmos, die sogenannten Realität, das ist vielleicht alles nur ein Spiel mit Zahlen und ein paar Rechen- und Spielregeln. Schach auf 1024 Feldern oder Mensch ärgere dich bis der Stecker gezogen wird. Keine Ahnung. Mein Kuchlkastl hängt ziemlich windschief, aber immerhin stabil und ich weiß eines: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Und, verachtet mir das Handwerk nicht, jeder gute Schlosser, Tischler oder Installateur versteht mehr von der Welt als die meisten Uniprofessoren! Wer kein Eckventil dicht kriegt, soll nicht über den Urknall oder Dunkle Materie schwadronieren!


    ***

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