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Thema: Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

  1. #1
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Arrow Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

    erstellt von: https://www.golem.de/news/umweltstud...b-global-de-DE

    Ein Tempolimit nutzt Umwelt und Verkehrssicherheit

    "Hier hat es im Vergleich zur letzten Befragung einen spürbaren Zuwachs gegeben hin zu einer breiten und klaren Mehrheit für ein Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen. Das wäre nicht nur gut fürs Klima, sondern würde auch für mehr Sicherheit auf den Autobahnen sorgen", sagte die Ministerin.

    Schulze sieht dadurch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Zugzwang: Er solle stärker für ein Tempolimit werben. Aber nicht nur er allein: Insgesamt sollten das in der Bundesregierung "noch mehr Leute tun".

    Außerdem wünschen sich die Befragten unter anderem einen Ausbau des Radwegenetzes und eine Senkung der Preise im öffentlichen Personennahverkehr. Auch bei Vermeidung von Abfall und mehr Umweltschutz bei der Lebensmittelversorgung und -herstellung gibt es nach Ansicht der Befragten Handlungsbedarf.

    "Den Menschen in Deutschland ist sehr bewusst, dass ambitionierter Umwelt- und Klimaschutz letztlich die eigenen Lebensgrundlagen erhält", sagte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes. "Diese Dekade ist entscheidend dafür, ob es uns gelingt, die Weichen für eine nachhaltige Zukunft richtig zu stellen. Wir sollten diese einmalige Gelegenheit, die sich jetzt bietet, nicht verstreichen lassen - zumal ein sozial-ökologischer Wandel nicht nur mehr Lebensqualität schafft, sondern auch die Wirtschaft belebt."
    Die Thesen der generellen Tempolimitbefürworter lauten, knapp zusammengefaßt:
    1. es gäbe weniger Tote: diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Wir liegen mit an der Spitze in der Welt hinsichtlich der Verkehrtstoten, bedeutet: vergleichsweise wenige Verkehrstote. Bedenkt man die Verkehrsdichte, stehen eigentlich nur Japan und GB knapp vor uns, Länder mit Linksverkehr! Darüber sollte man einmal nachdenken, ob Linksverkehr eingeführt werden sollte. Die BRD ist zudem ein Transitland mit hunderttausenden LKW aus Osteuropa, die in der Statistik nicht extra erfaßt sind, aber schon in meiner Erfahrung in zahlreiche Unfälle auf der A14 verwickelt sind. Die fahren 80-100. Wenn man zusätzlich noch bedenkt, daß unser Straßennetz nur das 22beste der Welt ist, ist unser guter vorderer Platz bei den Verkehrtstoten besonders beachtlich.
    2. es wäre gut für die Umwelt... Kaum anzunehmen. Tempolimit auf Straßen bedeutet Stau, v.a. dann, wenn die Autofahrer das Limitieren nicht gewohnt sind. Stau bedeutet Anfahren und Abbremsen, bedeutet häufige Startvorgänge, die besonders sprit- resp. stromintensiv sind. Abgesehen davon verbrauchen die Motoren heute sehr viel weniger als noch vor zwanzig Jahren, so daß auch superschnelle Autos bei 200 km/h nur 3 l verbrauchen. Tendenz beim Verbrauch: weiter sinkend. Außerdem wachsen etliche Komponenten des Sprits inzwischen nach. Tendenz: ebenfalls steigend. Schließlich ist kaum anzunehmen, daß in den nächsten tausend Jahren die Rohstoffe bei gleichbleibendem Verbrauch zur Neige gehen könnten, die Materialien für Batterien dagegen schon, denn die wachsen nicht nach. Raps aber und andere pflanzliche Komponenten, aus denen Sprit gewonnen werden kann, wachsen nach. Schließlich läßt sich auch darüber nachdenken, ob man nicht Motoren auf Wasserbasis konstruieren könnte, was technisch schon seit den 1970er Jahren möglich sein soll, aber von den Ölmultis und den westlichen Regierungen unterbunden worden ist, um die Weltwirtschaft nicht aus den Angeln zu heben. Kurz gesagt, ein Tempolimit ist keineswegs mit sinkendem Kraftstoffverbrauch verbunden. Eine genauere Auflistung ergeben Verkaufszahlen mit Ländern, in denen es Tempolimits gibt. Ich vergleiche mal Österreich (Tempolimit) und die BRD (kein Tempolimit), weil mir die Zahlen für diese Länder leicht zugänglich sind. 2019 wurden in der BRD 67 Mill. t Kraftstoff an 65,8 Millionen zugelaßne Fahrzeuge verkauft, also 1018 l je Fahrzeug. In Österreich wurden an 5 Millionen zugelaßne Fahrzeuge 6,125 Millionen t verkauft, also 1225 l je Fahrzeug. qed und
    3. es wäre gut für die Wirtschaft und den Standort BRD. - Auch das ist Brack. Ein Alleinstellungsmerkmal wie eine fehlende Geschwindigkeitsbegrenzung bewirkt nicht nur technologischen Fortschritt beim Fahrzeugbau, sondern auch den Wunsch der Menschen, eben schnelle Autos zu kaufen. Nun könnte man behaupten, daß eine Umstellung auf E-Mobile und andere eher langsame Fahrzeuge, gar die Umstellung auf computergesteuerte Fahrzeuge gut für die Wirtschaft wären. Das ist schon deshalb zu bezweifeln, weil die meisten Menschen nicht auf das Lenken ihres Fahrzeuges verzichten wollen, v.a. die innovativeren jüngeren Zeitgenossen, für die ein Auto in erster Linie ein Statussysmbol und Gegenstand ihrer Strebsamkeit ist. Was auch gut ist, denn auch materielle Dinge können Kreativität und Disziplin fördern, bequemes Gewährenlassen durch Vollautomatik dagegen erzieht eher eine Horde von Schafen, die leicht durch Mächtige gelenkt werden können, was schon mittelfristig zum Verlust von Innovation führen dürfte.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

    Es ist wieder im Gespräch. Die einst konservative FAZ widmet diesem Thema einen Artikel, der von mir besprochen werden wird.

  3. #3
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

    Ich behaupte...diese Forderung hatten die Grünen vor der Wahl aufgestellt...im Wissen, dass sie diese in den Koalitionsverhandlungen opfern werden. So betrachtet sehr geschickt...eine clevere Taktik. Von jedem Verhandlungspartner wird erwartet, dass er Federn lässt...auf eine oder mehrere seiner roten Linien verzichtet. Das ist eine rote Linie der Grünen, die sie gerne opfern werden...weil auch sie wissen, dass ein Tempolimit 130 gar nichts bringt...reine Symbolpolitik wäre.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

    Mag sein, AD, daß die Forderung der GRÜNEN nach einer generellen Tempobeschränkung ein Bauer ist, der geopfert werden soll, um bei den Sondierungen Zustimmung zu wichtigeren Themen zu generieren; um die GRÜNEN oder Regierungspläne geht es hier nicht, sondern um das Für und Wider einer generellen Tempobeschränkung auf unseren Autobahnen. Das wichtigste Kontra nannte ich noch nicht: ein generelles Tempolimit gaukelt eine scheinbar höhere Sicherheit vor, gängelt aber letztlich nur das Freiheitsgefühl derjenigen, die das Tempo ihres Gefährts eigenem Ermessen verantworten wollen. Sicherlich muß es Autobahnabschnitte geben, die reglementiert werden müssen: uneinsichtige Stellen, Straßenabschnitte mit Querrinnen, Streckenabschnitte mit sehr hoher Verkehrsdichte... Da ließe sich vielerlei notieren. Doch warum sollte jemand, der nachts nach Hause will und vor dem kein Auto zu sehen ist, hinter dem kein Auto fährt, der weit sehen kann und und und, dessen Auto 200 fahren könnte, nun dazu verdammt werden, mit 110 oder 120 nach Hause zu gurken? Das ist nicht nur für die Psyche belastend, sondern auch sehr unwirtschaftlich. Ein generelles Tempolimit ist der Garant für höhere Sterbezahlen im Straßenverkehr. Beweis: schaut ins Ausland, wo es generelle Tempolimits gibt. In vergleichbaren Ländern (die Linksverkehrländer Japan und Britannien ausgenommen) liegen die Todeszahlen auf tempolimitierten Autobahnen höher, was wohl auch daran liegt, daß langes Fahren im Schuckeltempo anstrengender und damit unfallgenerierender ist als das schnelle Dahinsausen, wobei man konzentriert bleiben muß und zudem die Straße kürzere Zeit benutzt. Das ist doch eine einfache Rechnung: Im Schunkeltempo eine Stunde von Halle nach Magdeburg oder schnell in 40 Minuten? (Man rechne das auf zehntausend Fahrten pro Tag hoch und erhält eine ungefähre Vorstellung von den Kosten, die ein Tempolimit mit sich führt. Dagegen läßt sich der höhere Spritverbrauch rechnen, wovon aber wieder der Stop- und Goverbrauch abgezogen werden muß, der sich durch die höhere Unfallzahl auf einer verstopfteren Autobahn ergibt, zudem erhöht sich der Verschleiß bei den Fahrzeugen wegen der 30% längeren Nutzungszei...) Kurzum, die Vorteile einer freien Fahrt für freie Völker wiegen die Kosten auf. Gelingt es, Motoren zu konstruieren, die noch weniger Sprit benötigen, so dürfte sich die Wagschale eindeutig zugunsten der Freifahrt neigen.

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Red face AW: Generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

    Das Tempolimit kömmt nicht. Vorerst.

    Besser is.

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