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Thema: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Der seit etwa einem Jahr wieder verstärkt benutzte Schlachtruf "Wir sind das Volk!" und die sich daran knüpfende heftige Diskussion um die Deutungshoheit des Begriffes "Volk" wirft die Frage auf, wer oder was "Volk" ist. Da es zu diesem Streit kömmt, muß eine Verschiedenheit bei der Begriffsbestimmung vorliegen. Jeder Begriff, jedes im Sprachgebrauch befindliche Wort durchläuft eine Begriffsgeschichte, bis das Wort keine Bedeutung mehr besitzt und stirbt. Worte werden geboren, meist aus einer konkreten Situation heraus, werden angenommen oder verstoßen, kulminieren, erweitern ihre Anwendbarkeit, werden wieder zerfasert und bleiben im Gebrauch oder werden vergessen, weil sie keine Bedeutung mehr besitzen. Das Wort "Volk" ist alt. Gefolge, folgen, Folgschaft, folgsam, völkisch (=deutsch) und ähnliche Wörter gehören zu seinem Wortfeld. Es ist ein politischer Begriff, ein Begriff, der die Mächtigen von den Beherrschten abtrennte. Diese Bedeutung blieb beim Begriff "Volk" bis zur Nazizeit. Mit der "völkischen Bewegung" (=deutschen Bewegung), wie sich die Nationalsozialisten nannten, verschmolz der Begriff des "Volkes" mit dem der Herrscher, sobald die Nazis die Macht erreicht hatten. (Es gibt also KEINE Linie vom romantischen Volksbegriff zum nationalsozialistischen!) Und diese Bedeutung hat er heute noch auch (!) für das linksliberale Weltbild behalten, nicht aber ist er so im Bewußtsein derjenigen verankert, die das Volk in alter, vornazistischer Lesart, als diejenigen verstanden, die beherrscht werden. Rufen sie also "Wir sind das Volk!", so meinen sie zweierlei:

    1. wenn das Selbstverständnis der BRD darin liegen soll, daß die Macht vom Volke ausgeht, dann muß auch das Volk die wichtigen Positionen der Politik bestimmen; das führt u.a. zu der Forderung nach Volksabstimmungen und
    2. es wird ein Gegensatz deutlich gemacht: auf der einen Seite die Herrschenden (Politik, Verbände, Linksfaschisten, Grüne, Kapitalisten...), das Establishment, das im Gegensatz zu denjenigen steht, die ausgebeutet werden, das Stimmvieh, die Wahlzettelbesitzer, die Steuerzahler, der dämliche Rest.


    Daraus rührt der Streit um den Begriff. Die Mächtigen reklamieren den Volksbegriff im nationalsozialistisch-stalinistischen Sinne für sich, behaupten die 80-Millionen-These, also die Gesdamtheit der hier Wohnenden als Volk. (bei den Nazis auf rassischer Grundlage bestimmt; bei den Kommunisten als Proletarier-These definiert; heute auf der Basis des Geltungsbereiches des Grundgesetzes -> allesamt sind in toto eine Gleichheitsallegorie, die der Volksbegriff nicht verträgt) Die Pegidisten nehmen das Establishment, die Bonzen, die Ausländer und vor allem die Muslime aus der Rechnung. Volk sind 60, vielleicht 65 Millionen. Damit sind sie an der alten Bestimmung des Begriffs "Volk", der seinerzeit eben zur Abgrenzung des Pöbels, des Packs, der Janhagels, der Ungebildeten von den anderen, den Herrschenden, Klugen, Schönen, Latein sprechenden abgegrenzt worden ist, heute ersetzt durch diejenigen, die die Macht haben, die ÜBER DIE KÖPFE des Volks hinweg Entscheidungen über dieses Volk treffen.
    Um die Verquere deutlich zu machen: Als am Sonntag bei Jauch mehrere Menschen im Studio saßen und sich als Bestandteile des Volks definierten, war nach altdeutscher Auffassung KEINER der dort Diskutierenden Volk, denn jeder war Vertreter einer Macht über dem Volk, auch der AfD-Vertreter, denn jeder besitzt eine über das Volk herausgehobene Position im parteipolitischen Gezänk um Einfluß und Macht. Das Volk aber ist in diesem Punkt anarchisch. Es hat eine Sehnsucht nach Ordnung, aber es haßt zugleich Parteiengezänk und Privilegierte, die es selbst immer wieder hervorbringt: ein circulus vitiosus. Ob sich jetzt mit Mehrheiten argumentieren ließe, darf bezweifelt werden. Der Begriff des "Volks" verträgt keine Mehrheitsbestimmung, keine Zerteilung in parteipolitische Anteile. Und weil das so ist, ist jede Sonntagsumfrage Disinformation, was das Volk denkt und es ist auch sinnfällig nebensächlich, ob nun 5, 10 oder 72,7% für oder gegen Einwanderung sind. Wer da einwandert, wird bald zu großen Teilen selber Volk sein, denn Volk verträgt keine nationale Zuweisung, eben weil es ein sozialer Begriff ist. Siehste!

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    In der gestrigen PEGIDA-Versammlung nannte Bachmann den Bundesjustizminister in einem Atemzug mit Goebbels oder Schnitzler. Der Aufschrei war groß, es wurde von einem Vergleich gesprochen.

    Das war natürlich KEIN Vergleich, sondern ein Bezug, etwa in dem Sinne SEIT Goebbels oder Schnitzler gäbe es kein größeres Schandmaul als den Bundesjustizminister. Damit werden beide Teile der Ungleichung nicht gleichgesetzt, sondern es wird nur im semantischen Freiraum mitgesagt. Das ist etwas anderes und sollte im politischen Diskurs durchaus legitim sein. Davon lebt ja der politische Streit, daß der Zuhörer weiterdenkt und zu Aha-Erkenntnissen kömmt. Ist es in der BRD aber nicht. Ich meine, wenn Bachmann gesagt hätte, Maas sei WIE Goebbels, dann könnte ich den Aufschrei verstehen, aber so ist es noch beleidigender für den Justizminister, denn Bachmann meint ja nichts anderes, als daß Goebbels und Schnitzler besser gewesen seien. Darüber hätte sich Maas aufregen sollen!

    Klarer Fall eines Patriotarden!

    Hintergrund des Streites ist der Begriff des VOLKes. Maas hatte sich seinerzeit über die Zielgruppe der PEGIDA echauffiert, zugleich aber differenziert, was aber nicht ganz klar wurde: Pack, Ratten, brauner Sumpf etc. prägen den Sprachgebrauch der SPD für die PEGIDISTEN. Sie sind also alles andere als nicht beleidigend. Zugleich aber wollen sie mit dem "einfachen Mann" reden. Wer oder was ist das? Ist Bachmann kein einfacher Mann? Er ist sogar ein sehr einfacher Mann mit einem sehr einfachen Weltbild.

    Schwierig, schwierig...

    Merke zudem: Wenn Bachmann andere Menschen als Dreckspack bezeichnet, soll das strafbar sein. Wenn ein Staatsbeamter das zu Demonstranten pauschalisierend sagt, nicht?

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    In der gestrigen PEGIDA-Versammlung nannte Bachmann den Bundesjustizminister in einem Atemzug mit Goebbels oder Schnitzler. Der Aufschrei war groß, es wurde von einem Vergleich gesprochen.
    Er kann sich auf eine gewisse Traditon berufen. Auch Brandt und Kohl griffen in die Göbbels-Kiste.

    http://www.spiegel.de/einestages/politiker-entgleisungen-a-946818.html
    Nazi-Hetzer Joseph Goebbels hat einen unrühmlichen Platz in der deutschen Geschichte - und einen festen in der Nachkriegspolitik: Der Vergleich mit ihm wurde zum übelstes Mittel im politischen Schlagabtausch. Adenauer zündete die schmutzige Bombe als Erster, Kohl gegen Gorbatschow - und einen traf es sogar mehrfach.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Ja, Streusalz, aber wer oder was ist das Volk? Hast Du darauf eine Antwort?

    Volk sind immer die, die politisch nichts zu sagen haben. Die anderen sind Establishment. Das gilt besonders für die westliche Demokratie. - Zu bunt gehört auch die Farbe "braun", um im Bilde zu bleiben. Eine bunte Republik, wie sie diejenigen haben wollen, die eifrig gegen die Braunen hetzen, muß auch die Braunen aushalten - bei aller Wehrhaftigkeit. Die "Bunten" halten die Braunen aber nicht aus. Was sagt das über sie aus? Daß die Braunen die Bunten nicht aushalten, liegt in der Natur der Sache. Die Bunten aber machen sich zu Braunen, wenn sie die Braunen kriminalisieren schlichtweg dafür, daß sie Braune sein sollen. Da liegt nämlich das Problem: in dem Augenblick, wo man jemanden als solchen definiert, soll der das dann auch sein. Ein vergifteter Diskurs ist die Folge. Am Ende reicht noch immer der Hinweis darauf, jemanden BRAUN zu nennen, um ihn mundtot zu machen. Und das ist Faschismus, nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

    Wenn man also in diesem Land die Gesprächskultur und den gesellschaftlichen Fortschritt entwickeln möchte, muß man zuerst die Einsicht finden, daß auch die Braunen zum gesellschaftlichen Diskurs gehören und gehört werden müssen. Das aber kann noch dauern, bis es soweit ist.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Das Volk ist der Empfänger. Darum wurde der Volksempfänger von den Machthabern gefördert.
    Einen Volkssender wollte m.W. noch niemand einrichten.

    Wer zum Volk gehört, fährt einen Volkswagen oder ein vergleichbares Automobil.
    Porsche- und Ferrari-Fahrer gehören nicht zum Volk.
    Ebensowenig die Autoverweigerer.

  6. #6
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Das Volk ist (sollte) vergleichbar (sein) mit dem repräsentativen Warenkorb, den man zur Ermittlung der Inflationsrate heranzieht.

    Meinung von Schüler, Arbeiter, Angestellte, Selbständige, Studenten, Professoren, Künstler, usw... = im Schnitt das Volk

    Ein Beispiel:

    Gestern gab es bei "hart aber fair" endlich mal eine Auseinandersetzung zum Thema Objektivität der Medien, Stichwort "Lügenpresse" - im Fokus die öffentlich-rechtlichen Sender.
    Der Moderator führte ins Feld, dass nach einer Umfrage über 50% der Deutschen die Wirklichkeit in den Medien nicht mehr abgebildet sehen, gar 39% von Lügenpresse reden. Hier spricht das Volk, denn der Vorwurf kommt aus allen gesellschaftlichen Schichten. Klartext redete vor allem Claus Strunz, Journalist aus dem Axel Springer Haus. Ich muss zugeben, dass auch Göring-Eckardt, obwohl ich die ansonsten gar nicht ab kann, eine gute Figur machte und nicht so linksfaschistisch argumentierte...wie sie es sonst so gerne tut. Der Typ von den Prinzen war die Idealbesetzung für die Rolle des Gutmenschen - und Gauland (AfD) einer der denkbar schlechtesten Vertreter seiner Partei. Die Stimmung war emotional aufgeladen, aber wenigstens hatte keiner wirklich versucht Parteipolitik zu machen - das darf man allen zugutehalten. Strunz hatte wohl Recht mit seiner Aussage, dass eine "Neue Partei der Mitte",
    sollte sie jemand gründen, durchstarten würde. Die Sehnsucht nach einer Partei der Mitte scheint sehr groß zu sein. Kein Wunder, schaut man sich die Politik der letzten 10-15 Jahre an.

    Für mich ein gutes Beispiel, welche Macht vom Volk ausgehen kann - sich gegen Politik und Medien durchzusetzen, das ist eine Herkulesaufgabe. Konnte "nur" durch die Ereignisse in Köln auch gelingen. Nun zwingen uns nicht mehr die Politiker ihre Politik auf, sondern wir bestimmen welche Politik zu machen haben. Ein Indikator´dafür, dass trotz aller Widrigkeiten unsere Demokratie noch zu funktionieren scheint. Die einzigen, die nicht mit im Boot waren, das sind wieder einmal unsere Studenten. Auf die zähle aber ich persönlich sowieso schon lange nicht mehr.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Wie ich gestern erfuhr, gibt es den sogenannten Majestätsbeleidigungsparagraphen auch in der BRD. Er gilt jetzt für den Bundespräsidenten. So besitzt das Volk zwar nicht das Recht, sich seinen Präsidenten zu bestimmen, es besitzt aber auch nicht das Recht, ihn zu beschimpfen.

    Bizarr für eine Staatsform, die sich Demokratie nennt.

  8. #8

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Um eine mögliche "Majestätsbeleidigung" zu begehen, müsste es "majestätische" Persönlichkeiten geben, die das Amt mit Würde füllen könnten.

    Erst ab diesem Punkt wäre eine wirkliche Majestätsbeleidigung überhaupt denkbar.

    Was stand doch auf einem Plakat bei einer Stuttgarter Wahlkampfkundgebung des Grünen Kretschmann:

    Herrenknechte...

    Das ist der Tunnelbauer, für den die Augen der Bevölkerung geopfert wurden.

    Wäre es denn eine Beleidigung, einen "Herrenknecht" einen "Herrenknecht" zu nennen?

    Die herrschende politische Klasse ist eine Beleidigung für jeden verfassungsliebenden Menschen.

    Es gibt niemanden, der den Mut besäße, diese IG-Farben Industriediktatur auch IG-Farben Industriediktatur zu nennen.


    Nach Verfassung ist jedermann verpflichtet, die Demokratie in ihrem Bestand zu schützen.

    Mit den Herrenknechten ist kein Staat zu machen.

    Das "Wir" im Volk ist bedeutungslos, solange die Herrenknechte die Politikknechte unterjochen.

    Problem: Was will die Politik denn sagen?

    Wir werden vom Unrecht beherrscht?

    Sagte Seehofer, den ich hier nur zitiere. Danke, Horst.

    Wir als Volk machen den Herrenknechten den willfährigen Horst.

    Da nutzt die Protestwahl heute wenig.

    Die von den Herrenknechten ausgelutschte und ausgemerkelte Demokratie ist lange tot.

    Nach Verfassung würde die Pflicht bestehen, einen Gummiadlerprädidenten uach Gummiadlerpräsident nennen zu dürfen.

    Wäre er einer, müsste man ihn so nennen dürfen. Es fehlt Haltung und Gemüt.

    Gemüt bedeutet hier, hinter den dunklen Wolken des Unrechts der heutigen Situation, den sonnigen Himmel schon zu entdecken,

    der entsteht, entdecken die Knechte der Bauherrenknechte endlich ihr Gewissen.

    Sie können nicht dauerhaft gegen die Verfassung regieren, Wahltag ist Zahltag.

    Auf Unterdrückung folgt Befreiung, war schon immer so.


    Das Wir im Volk ist wie das Ausbleiben der Regel.

    Man kann bis zum 40.Tag warten und weiter auf das Eintreffen eines neuen Zyklus hoffen.

    Trotz dieser Abwehr gegen die Wahrheit bahnt sich das neue Leben einen Weg.

    Da steht die schwangere Jungfrau vor dem Spiegel und kann doch nicht umhin,

    nach 9 Monden von ihrer Illusion entbunden zu werden.


    Das Schimpfen auf den Spiegel bringt wenig. WIR SIND DAS.

    Der Präsident ist wie eine schwangere Jungfrau:

    Ein Wir, das noch nicht wahrgenommen werden will.

    Wie war doch der von Tucholksy?

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    erstellt von web.de

    Zu Beginn der Einheitsfeiern fordert die Kanzlerin, sich Rechten entgegenzustellen, die "Wir sind das Volk" rufen. Gleichzeitig rüstet sich Dresden für die Feierlichkeiten zum Jahrestag.


    Zum 26. Jahrestag der deutschen Einheit warnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Geschichtsvergessenheit. Man müsse dagegen auftreten, wenn Menschen mit rechtem Hintergrund "Wir sind das Volk" riefen, sagte Merkel am Samstag in ihrem wöchentlichen Videopodcast. Dieser Ruf sei während der friedlichen Revolution in der DDR "ein sehr emanzipatorischer" gewesen. Heute seien es aber auch Menschen, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, die mit diesem Ruf auf die Straße gingen.
    Merkel lobte ausdrücklich den Umgang von Regierung und Gesellschaft in Sachsen mit solchen Strömungen. Sie hätten sehr gut reagiert, indem sie gesagt hätten: "Wer glaubt, dass er Probleme hat, die durch die Gesellschaft oder durch die Politik nicht wahrgenommen werden, der soll sich äußern, konstruktive Lösungsvorschläge machen", sagte die Kanzlerin. "Das ist gelebte Demokratie."


    Jeder habe das Recht, seine Meinung zu sagen und dafür zu demonstrieren. Deshalb könne man heute auch sagen: "Alle sind das Volk."
    In diesem Punkt irrt sie sich. Volk ist bei den Nazis ein Begriff gewesen, der sich auf die arischen Deutschen bezog und damit seine Kernidee zugunsten einer Nivellierung aufgab. Volk ist das aber nicht, sondern nur ein Teil der gesamten Bevölkerung (sic!), aller Menschen in einem Gemeinwesen. Sein Kern umfaßt diejenigen, die nicht herrschen, sondern beherrscht werden. Deutsch, ein Synonym für Volk (daher auch völkische Bewegung), stellte sich in den Gegensatz zu denjenigen, die das Sagen hatten und sich meist in Latein, Französisch oder heute Englisch unterhalten, diejenigen, die zum Establishment gehören, zur herrschenden Klasse (nach marxistischer Lesart). Die Kommunisten lösten das Problem, indem sie aus dem Volksbegriff das Proletariat modelten und so den alten deutschen Gegensatz zwischen Volk/Proletariat und Besitzenden (an Produktionsmittel) beibehielten und erst für den Tag von einer freien Gesellschaft zu sprechen können glaubten, an dem alle gleich seien.
    Davon sind wir heute weit entfernt. Es gibt immer noch das Establishment, also diejenigen, die über die Köpfe der Masse, des Volkes, des Proletariats, Entscheidungen fällen und dieses nicht direkt nach seiner Meinung befragen, sondern glauben, daß bei einer Wahlbeteiligung von 55% und anteiliger Ausschüttung an die Systemparteien von 90% der Demokratie Genüge getan worden sei.
    Dagegen regt sich Widerstand. Dieser nimmt für sich in Anspruch, dem Begriff des "Volkes" eher zu entsprechen, aber übersieht dabei, daß auch die Opponenten nur Teilganzes sind.

    Anders gesagt: beide überspannen den Begriff.

    Lösungsvorschlag: Vermehrt Elemente der Volksbefragung in die politischen Entscheidungsprozesse einbauen, dazu Wahlpflicht einführen, damit Entscheidungen gefällt werden, die dem Mehrheitswillen des Volkes und seines Establishments entsprechen.

  10. #10

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Jooh, wenn alle jetze das Volk sind, isses eh egal, ob arisch auch die arischen Inder miteinbezieht.

    Da freuen sich die Rechten bestimmt bald, wenn die ganze Arier aus Indien nach Deutschland kommen....

    Leider darf über diesen Irrtum weiterhin nicht gesprochen werden. Arier waren ursprrünglich zwar in Inndien behimatet, doch waren sie dort ebenso Ausländer, wie die anderen Flüchtlinge, denen ein ganzer Kontinent ausging...

    Wenn sich die Rechten und Anhänger dieser rassenkundlichen Fehlinterpretation nur einmal als die Nachkommen dieser Flüchtlinge sehen könnten, wäre klar was das "Wir" in "Alle" bedeutet:

    Wir alle sind Flüchtlinge und haben die Scheiße schon (mindestens) einmal gebaut, von der wir nichts wissen wollen dürfen tun sollen...

    Jooh, ganze Kontinente versenken ist uns schon einmal geglückt. Gab ne Menge Flüchtlinge damals....

    Jooh, wir alle sind die Deutsche Bank....

    Was tun wir jedoch, wenn der Mehrheitswille global umgesetzt würde? Würde es den Zukunftshorizont verkürzen (böses Waldinvestment) oder würde es den Zukunftshorizon verlängern (Aufforstung des Planeten statt Sauerstofftankstellennetzwerker)?

    Arier sind geborene Flüchtlinge. Wollte mal gesagt werden. "Alle sind das Volk" heißt wohl nur, die Deutsche Bank retten zu müssen und Kuchen essen zu dürfen...

    Aus dem derzeitigen Irrtum einer kollektiven Fehlwahrnehmung heraus, erscheint mir ein globaler Mehrheitswille bedrohlich. Wäre ein globaler "Mehrheitswille" von 7.2 Milliarden Autos beispielsweise umsetzbar, sollte dieses gewünscht werden?

    Oder sollten wir uns wünschen, nie gewünscht zu haben, was unser begrenzter Verstand nie ganz erfasst?

    Was wünschen sich alle? Und was bewirkt es in seiner Gesamtheit?

    Alle wünschen sich Arbeit. Doch was bewirken diese Rufe bei Frau Merkel, VW und der Deutschen Bank?

    Alle Frau Merkels stoßen dann auf einem begrenzten globalen Arbeitsmarkt in gleiche Horn, ein blanker Hohn.

    Was sollen "sie" denn alle arbeiten?

    Die Arbeit des Volkes wird im globalen Überangebot entwertet und der Faktor Kapital damit aufgewertet. Die Gleichung ist doch leicht zu verstehen: Ein globales Überangebot an Arbeitskraft führt zum Verfall des Wertes des Faktors Arbeit in der Wertschöpfungskette, die an den Staaten lange vorbeiläuft.

    Was auf die Staaten zuläuft, sind die Klagen, nach denen VW und DB am Stocke gehen. Wenn erst die Klagen gegen Monsanto ibei Bayer eingehen, verstehen wir das "ALLE" wiederum schon viel besser....

    Das Wir in "Wir sind das Volk" kann, alles in Allem gesehen, nur alles betreffen. Im Grunde ein lange überfälliger Paradigmenwechsel. Dumm nur, wenn alles in Allem bedeutet, die Scherben der Türme erneut auffegen zu müssen, die Besonderheit verursachte.

    Im Schaden sind wir gleich, in der Sause des Waldinvestments sind wir getrennt. Verbunden sind wir zweifelsfrei auf Gedeih oder Verderb...

    Alles Inder, diese Arier...

  11. #11
    andere-dimension
    Laufkundschaft
    Zitat WSIB

    Arier waren ursprrünglich zwar in Inndien behimatet
    -------------------------------------------------

    muss ich Dich leider korrigieren. Die Arier kommen aus dem Iran, nicht aus Indien.

    Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Ob sich jemand als Deutscher fühlt...oder andere als Deutsche akzeptiert...ist keine Frage des Passes...so eine aktuelle Umfrage. Verbundenheit in Kunst und Kultur...aber vor allem die gemeinsame Tradition /en...v/erschaffen eine deutsche Identität. In der Reihe dieser Tradition steht zB auch die Schlacht am Kahlenberg...das heißt, dass die deutsche Tradition Ausländer nicht ausschließt. Sobieski, ein Pole, würden wir mit Handkuss eindeutschen. Der Muslime, der die türkische Niederlage vor den Toren Wiens mit Sicherheit bedauert, wird niemals ein Deutscher sein...und wenn er 50 Jahre hier lebt. "Wir", die in Deutscjland mehr sehen als nur eine Flache onnerhalb ihrer Grenzen, sind das Volk. Alles anderen sind maximal nur geduldet.

  12. #12

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Nee, das ist ja die Wende nach der Wende:

    Alle sind jetzt Wir.

    All-so ist keiner nicht Wir.

    Das ist dann Inklusion statt Integragtion.

    Einzig, was es sein soll, dass das Volk "umschließt", ist noch unklar.

    Inklusion, der Einschluss des vormals "Externen" macht ALLES zum WIR.

    Waren die nicht später erst im Iran? Aber auch im Iran wären es ja Ausländer gewesen.

    Alle sind übrigens immer dort Ausländer, wo sie nicht Inländer sind. Wir sprechen uns mehr ab, als wir gewinnen könnten, das Ganze zu umfassen.

    "Alle sind das Volk" ist etwas völlig anderes als "Wiir sind das Volk".

    Wenn das "Wir" jetzt "Alles" ist, hoffe ich, dass damit eine Veränderung einhergeht.

    Ob die Volksseele sich jetzt sofort in Allem wiederfindet?

    Wenn sich jedoch jede kleine Volksseele an den Fehlern der anderen kleinen Volksseelen aufhängt, wird "Alle" weiterhin ein "Scherbenhaufen" zerbrochener Fragmente bleiben.

    Wenn sich die Menschen nun fürchten, dass "alle" hierherkommen, sei gesagt: Alles ist schon lange da. Es ist sinnlos, sich gegen "ALLES" zu wehren.

    Wenn wir allso alle Alles sind, wäre Tag der Einheit. Sonst eher Tag der Fragmente.

    Alles ist das Volk. Mehr nicht. Wo bleibt jetzt die Besonderheit? Und wer aus dem Volk soll nun schuldig sein?

    Doch wofür steht diese erneute "semantische Verklärung"?

  13. #13
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Zitat

    Alle sind übrigens immer dort Ausländer, wo sie nicht Inländer sind.
    -------------------------------------------------------

    Sagt man so, aber das ist eine Phrase.


    Du bist auf der ganzen Welt Inländer, sofern Du dich zugehörig "fühlst" - und Du fühlst dich nur dann zugehörig...wenn Du die jeweilige Kultur mit all ihrer Tradition achtest und respektierst. Wenn Du das beherzigst, gehörst Du überall auf der Welt zur Familie. Ohne gegenseitige Achtung und Respekt wirst Du selbst im Kreise deiner eigenen Familie ein Außenseiter sein.

    Zitat

    Wenn sich die Menschen nun fürchten, dass "alle" hierherkommen, sei gesagt: Alles ist schon lange da. Es ist sinnlos, sich gegen "ALLES" zu wehren.
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Falsch, es ist nicht sinnlos sich zu wehren...und wir werden uns auch wehren....mit demokratischen Mitteln...das versteht sich von selbst. Aber es stehen auch andere bereit, denen die Demokratie relativ egal ist. Und es wird...wenn sich nicht bald was ändert...nicht mehr lange dauern...bis diese Leute das Spielfeld betreten.

  14. #14

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Ob diese Leute das Spielfeld jemals verlassen hatten?

    Bin letztens Zeuge dieser "Logik" geworden. Ein völlig aufgelöst wirkender Junge kam mir auf dem Rad entgegen, bliebt stehen, drehte sich zu zwei anderen Jungs um und rief: "Ihr müsst mich schon mit Respekt behandeln, sonst gibt es auf die Fresse."

    Sagen diese Leute jetzt:

    "Ihr müsst schon Demokratie nach unserer Pfeife tanzen, sonst gibt es auf die Fresse?"

    Wir können uns nicht gegen den Lauf der Zeit wehren.

    Es wäre schön, könnte jedes Volk die Schlachtfelder endlich verlassen.

    Wann wird das so sein? Wenn niemand einen Nutzen mehr darin sieht, einen bestimmten Körper zu erschlagen, um einen unbestimmten Gedanken zu verteidigen.

    Das Problem ist, dass sie das Spielfeld nie verlassen haben. Das Drama ist, dass es für sie ein Spiel ist. Die Tragödie zeichnet die Anzahl der Wiederholungen aus, bis bemerkt wird, das Schlachtfeld nie betreten zu haben.

    Statt "ewig Gestrige" wären "gestrig Ewige" vorzuziehen, wenn es darum geht, Demokratie lebendig zu erhalten. War Demokratie denn nur ein Possenspiel derer, die erneut drohen, das "Spielfeld" zu betreten?

    Wer ist dann die Laus im Schafspelz der Wölfe? Das Gewissen???

  15. #15
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    "Ihr müsst schon Demokratie nach unserer Pfeife tanzen, sonst gibt es auf die Fresse?"
    ----------------------------------------------------------------------------------

    Ja, so ist es! Wenn es anders wäre...dann könnten wir uns die Demokratie sparen. Die , die da kommen, halten nicht viel von der Demokratie, sonst hätten sie eine gehabt. Deshalb ist es umso wichtiger nicht einen Zentimeter nachzugeben.



    Wir können uns nicht gegen den Lauf der Zeit wehren.
    -------------------------------------------------------
    Und ob wir können!


    Statt "ewig Gestrige" wären "gestrig Ewige" vorzuziehen, wenn es darum geht, Demokratie lebendig zu erhalten. War Demokratie denn nur ein Possenspiel derer, die erneut drohen, das "Spielfeld" zu betreten?
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Konservativ wird zu gerne mit ewig gestrig gleichgesetzt...was aber weder fair noch richtig ist. Es ist ein Unterschied ob ich einer Entwicklung nur folge...oder ob ich diese Entwicklung mitgestalte. Es wäre fahrlässig und unklug gute Erfahrungen nicht mit einzubringen. Was gestern gut war, muss morgen nicht schlecht sein. Die Mischung macht es.

    Du kannst mir heute verkünden, dass morgen drei Millionen Franzosen und Italiener nach Deutschland einwandern - ich werde mich freuen und sie mit offenen Armen empfangen. Sie sind vom ersten Tag an Teil der Familie...weil sie es wollen...weil wir es wollen. Ab nicht ein einziger Muslime wird jemals Teil der Familie sein. Weil er es nicht will..weil ich es nicht will.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Die Frage nach dem "Wir" assoziiert die Frage nach der Bestimmung dessen, was das Wir bildet, also nach der Identität. Streusalzwiese bestimmt das Fahren einer bestimmten Automarke als ein Kriterium. Der Mann hat recht. Galt zu Beginn unserer Geschichte das Sprechen einer Sprache, nämlich des Idioms der Unterprivilegierten, diutisk, als Indiz zur Bestimmung dessen, was Volk (die Deutschen) war, so kann heute das Fahren einer bestimmten Automarke wohlschon als Indiz dafür gelten, als was man von anderen angesehen werden möchte.

    Identität bedeutet soviel wie Selbigkeit. Das weist auf die Voraussetzung gewisser Gleichheiten hin. Natürlich sind wir mit anderen nicht identisch, aber wir können uns mit ihnen treffen, auf der Basis zu fixierender gleicher Rechte treffen und dann eine Gemeinschaft organisieren, in der jeder aufgehoben wird, sein oder Teile dieses Ichs aufhebt, nivelliert, zugleich aber dadurch Handlungsspielraum gewinnt, Sicherheit, Versorgung, Perspektive. Der geneigte Leser ahnt es schon: diese identitäre Gesellschaft dürfte niemals stillestehen.
    Der Individualist ahnt den Betrug, denn warum sollte er etwas aufgeben, was ihm kraft innewohnender Stärke durchsetzbar scheint? Der Linke dagegen fragt, ob die Bildung kleinerer gemeinsamer Nenner nicht am Ende doch nur denen etwas nützt, die den Nutzen über den Besitz von etwas (Produktionsmittel, Macht, Systemimmanenz...) definieren. Anders gesagt, solange der Kapitalist nicht das Prärogativ des Besitzes zugunsten kommunider Vergemeinschaftung anerkennen mag, sind sämtliche auf Identität/Gemeinschaft sich gründenden menschlichen Gesellschaftsformen Betrug an der Mehrheit, also der Ausgebeuteten. Und dann, so muß man hier weiters fragen, ändern sich die Dinge nicht? Muß eine Gesellschaft, die sich einmal fixierte, nicht also ständig hinterfragen, was bedeutet, die Grundfesten neu justieren, also einmal Festgelegtes neu verhandeln? Doch welche Gesellschaft tut das, erfindet sich also ständig neu? Keine. Demnach kann eine auf Identität gestützte Gesellschaft nicht existieren, anders gesagt, gibt es KEIN WIR.
    Das ist genau die Stelle, an der sich rechtes und linkes Denken unterscheidet. Der Linke kann eine identitäre Gesellschaft schon deshalb nicht goutieren, weil er die Veränderungsprozesse der Gesellschaft über die Bindungsprozesse stellt, also die Zentrifugalkräfte (Kraft, die nach außen wirkt) den Zentripetalkräften (Kraft, die zum Zentrum wirkt) präliminiert. Der Rechte dagegen glaubt an stärkere Bindungselemente, die, einmal in Beton gegossen, den Fortbestand einer Gemeinschaft sicherstellen: Familie, Glaube, Sprache, Kultur, Staatsgedanke... Beides sind Glaubensformen und Bestandteil des Wir. Das ist der Witz. Allerdings sind sie nur Teil eines Wir, solange das politische System beide Formen jeweils leben läßt, also nicht die Diktatur der Mehrheit die jeweilige Minderheit aus dem Diskurs drängt.
    Und hier liegt in der BRD der Hase im Pfeffer. In der BRD existieren nur Nischen, aber KEIN gesellschaftlicher Diskurs. Die Linken haben das Sagen und lassen das Rechte nicht zu. Die Rechten verkriechen sich, sind untereinander verzankt, weil unterwandert, zudem mit dem schlechten Odem ihres zuweilen durchprustenden dümmlichen Rassismus umwölkt, von historischen Warnbildern gar nicht erst zu sprechen.
    Dabei sollte sich eine Erkenntnis der Klassik hier endlich einmal durchsetzen: Identität ist der Schirm, der sich über der Gegensätzlichkeit aufspannt, denn Streit ist nur unter Gleichberechtigten möglich, Kampf nur zwischen Gegnern, die Regeln aufstellen, deren Bruch Gut und Böse affiziert.

  17. #17

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Wenn Identität der Schirm ist, der sich über die Gegensätzlichkeiten aufspannt, ist Streit trotzdem nur zwichen Egos möglich, die sich gerade nicht als gleichberechtigt sehen.

    Regeln aufzustellen, die uns in das Angstsystem der Gegensätzlichkeiten und Dichotomien einbinden, behindert doch das Gefühl von Selbigkeit, meinem Vernehmen nach ein Vernehmen der identischen Identität.

    Ohne inneres Selbst, dem die Selbigkeit aller unter dem Schirm Befindlichen aufgeht und einleuchtet, betrachten wir das organisatorische Ego in seinen vielfältigen Formen, dessen Inhalt jedoch Lichtjahre vom Wir entfernt scheint, dem eine Selbigkeit aufging.

    Wenn weder das Invividuum, noch das Kollektiv ihren wirklichen Willen wahrnehmen, wie könnten wir dann angemessene Entscheidungen treffen, die Gegensätze aussöhnen, indem ein gleichgerichtetes Ziel im Sinn erscheint?

    Physisch betrachtet sind wir viele "Ego-Ichs", emotional von Grundstimmungen geprägt, mental von Denksystemen eingezwängt und seelisch in der unmöglichen Lage, die Einheit - aller unter dem Schirm Befindlichen - ausblenden zu müssen, beginnen wir für die Freiheiten des Egos zu kämpfen.

    Spirituell sind wir jedoch ohne Anfang und Ende wechselseitig durch "Lebensbänder" verflochten. In der Ausblendung der seelischen Quellverbindung, unter dem geteilten Schirm unserer wirklichen Identität, macht die "Schirmherrschaft" noch Sinn und damit der Kampf des Egos. So könnten dem Ego die Zentrifugalkräfte und der Seele die Zentripetalkräfte (nicht zentripedal?) zugeordnet werden. Das Gleichgewicht zwischen der Fliehkraft des Egos vor Gott und der magnetischen Anziehungskraft der Liebe aus die Seele führt zur Seelenruhe, die alle unter dem Schirm Befindlichen mit einer Identität verbinden.

    Das erst wäre das "WIR" mit identitärer Bedeutung verknüpft, das andere ist eben das Denksystems des Egos, in dem die wechselseitigen Illusionen aufeinanderprallen und das Chaos entsteht.

    Ein Chaos, dem wir folgen, bis die Trennung der unter dem Schirm Befindlichen als unmöglich angesehen wird. Dann könnte wohlverstandener Eigennutz darin gesehen werden, dass uns nur nutzt, was allen nützt. All unsere "Bedürfniskommunikationsformen" sind letztlich daher zum Scheitern verurteilt, da sie einen Mangel projizieren und das Einzige, was uns dazu einfällt, ist, unsere Identität über die Teilhabemöglichkeit am Konsumverhalten zu messen, was keine Basis einer Verortung der Bindungsfähigkeiten der Seele offenlässt. Erst, wenn unsere Identität fälschlicher Weise im Außen gesucht wird, verfällt die Seele dem Bindungsvermögen an:

    Autos, Parteien, Denksysteme, Regeln, Anerkennung, Macht, Besitz, Dingen und jedem möglichen Kampf als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, dies unter dem getteilten Schirm ins jeweilig Trockene zu ziehen. Dass wir dabei alle kalte Füße bekommen, liegt in unserer intuitiven Seelenverbindung, die weiß, sich vorsätzlich von der Quelle getrennt zu haben, dem Schirm, unter dem wir alle uns befinden.

    Wir streiten uns halt lieber unter dem Regenschirm, statt den Schutz darunter zu genießen. Im Grunde teilen alle unter diesem Schirm einen Willen.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Ob das einzelne Ego das denkt (es sei besser) oder ob die Summe der streitenden Egos nicht am Ende dazu führt, diesen Glauben schlechterdings zu absurdieren, lasse ich mal dahingestellt sein. Regeln dagegen stärken eher die Selbigkeit, sofern sie für alle gelten. Das böse Wort der Schicksalsgemeinschaft hat darin auch seinen Funktuationspunkt. Und ja, es gibt sie, diese leisetretenden organisastischen Egos, die sich im Kontext eines Regelwerks doch nur solange bewegen, wie es ihnen nützt. Du sprichst vom liberalistischen Untermenschen. Holla, dieses Wort ist ja überbesetzt - allerdings in einem anderen Sinn. Der Untermensch sollte fortan derjenige sein, der sich an die erste Stelle setzt und darüber seine Pflicht gegenüber DEN ANDEREN (!) nachstellt, der also einmal wöchentlich eine gute Tat begeht, so als kalvinistische Kompensation für die Untaten zu 99% seiner Lebenszeit.

    Du sprichst zudem vom "wirklichen Willen". Das ist ein bißchen schwammig. Keine Gesellschaft funktioniert, wenn sie vage Bestimmungen aufstellt, die es jedem (nur) anheimstellen, sich daran zu halten - oder auch nicht. Wie dato. Doch wie ließe sich so ein "wirklicher Wille" fixieren, jenseits der Bikinilinie, jenseits dessen, was Affektionen des Willens sind? Nado, nix, nothing. (Das koreanische Wort fällt mir eben nicht ein, andernfalls stünde es hier.) Ich stimme Dir auch nicht zu, daß wir in "Denksystemen eingezwängt" sein sollen. Eben nicht. Viele sind es, aber sie WOLLEN das auch sein, denn sie wägten ab und entschlossen sich, lieber mit den Wölfen zu heulen. Willi Wamser würde mir hier zustimmen, sofern er lesen könnte. Karlchen würde mir aus Trotz widersprechen. Beide wollen (hier) nicht lesen oder schreiben, also, wenn das kein Beweis für den freien Willen ist! Ach, ich vergas die kleinen Teilchen, die ihnen das eingaben. Ich muß also bloß so ne Stellschraube finden, an der ich sie dazu zwinge, mir hier Antwort zu geben. Oda? Wer glaubt das eigentlich? Ich jedenfalls nicht. Trotz muß auch so eine Form des freien Willens sein - eine, die ziemlich weit im Bereich des Arbiträren wudelt. Aber immer noch frei. Oder umgekehrt? Eine, ziemlich weit im Bereich des Motivierten, also des Erzwungenen. Was ist Trotz?

    Der Schirm, d.s. die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die sich ein Volk setzt, worunter auch die politischen subsumiert werden müssen. Ein Schirm schützt, muß aber auch aufgespannt werden, damit er schützen kann. Und der Schutz ist nicht grenzenlos. Ein Schirm hält (sauren) Regen ab, aber keine (metallischen) Geschosse. Wir teilen keinen (gemeinsamen) Willen, sondern unter dem Schirm ist es uns möglich, Affektionen des Willens zu entwickeln. Das ist zweierlei.

  19. #19
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Mal anders gefagt: Wer oder was ist das Wir in "Wir sind Borussia Dortmund" ?, oder in "Wir sind die Schmitts"?

    Bei dem Ruf "Wir sind das Volk" geht es um eine Klarstellung/einen Protest...und nicht um Identifikation...sonst würde es "Wir sind die Deutschen" heißen.

    Bei den Schmitts hieße es "Wir sind die Kinder"...nämlich dann...wenn die Eltern über die Köpfe der Kinder hinweg z.B. über deren berufliche Zukunft entscheiden würden.
    Bei Dortmund hieße es "Wir sind die Spieler"...z.B. dann...wenn der Verein gegen den Willen der Spieler entscheidet...dass unmittelbar nach einem Terroranschlag gespielt wird

    Und es ist ein Fehler zu glauben hinter dem Ruf "Wird sind das Volk" versammeln sich nur Pegida und AfD-Anhänger. Diese Haltung hat eine breite Basis in der Bevölkerung. Unabhängig von der Flüchtlingsproblematik haben immer mehr Leute das Gefühl, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird - und es dabei nicht immer um das Wohl des Volkes geht, sondern immer öfter um machtpolitische Spielchen. Auch viele Anhänger der etablierten Parteien verstecken sich, noch stillschweigend, hinter dieser Parole.

  20. #20

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Wir sind "irgendetwas", ist immer "weniger", da es die Gesamtheit negiert, die bewusstes Erleben bestimmt.

    "Trotz", als eine Abwehrhaltung bewusten Erlebens, ist immer ein "negatives Zuwendungsspielchen", in dem der "Beschreibende" das "Beschriebene" angreift, um zu einer - aus seiner relativen Sicht - erfolgreichen Bedürfniskommunikation zu gelangen. Wenn zwischen Lautäußerung und Symbol (Baum als Bild für B-A-U-M) eine Widersprüchlichkeit besteht, spricht das Ego zwischen den Zeilen.

    Und ist nicht der geteilte Wille aller unter dem Schirm, nicht nass und frierend im Regen zu stehen? Das ist eine geteilte Absicht, die jedermanns freien Willen ausdrückt:

    Nicht im Regen zu stehen.

    Darunter in Grüppchen in verschiedenste Richtungen zu ziehen, bringt uns der Umsetzung des freien Willens, so es ihn gäbe, nicht näher.

    Zur intrinsischen Motivation von Karl-Ludwig maße ich mir mal kein Urteil an. In der Verknüpfung von Beschreibendem und dem Beschriebenen liegt nicht wirklich ein Widerspruch; es sei denn, die Trotzhaltung des Egos versucht Liebe und Zuwendung zu erhalten, indem es angreift, was es eigentlich liebt.

    Gilt für Menschen, Nationen und Planeten, wie auch für unsere geistige Dimension. Alles, was selektiv ist, kann daher nicht das Volk sein, sondern ist per Definition "weniger". Eigentlich ist auch ein Volk entweder alles oder nichts. Mag sein, dass dieser Begriff so geächtet und gefürchtet wird, weil er die Macht von "Alle" gegenüber dem selektiven Nichts des Ich in seiner Wirkung sieht.

    Die Anbindung der Seele an das, was nicht ihr wirklicher Wille ist, ist nicht "schwammig". Das Ego ist "schwammig", weil es sich nicht mit Leben im Sinne von lebendigem Wasser für die Seele füllen lässt.

    Und wir kommen nicht umhin festzustellen, dass unser wirklicher Wille nicht das sein kann, was wir derzeit erleben. Die Verzerrung und das affektive Verhalten nach der Affektion - im Sinne von Ableitung des Seelenwillens - könnte eine Ursache für das Trotzverhalten des Egos sein.

    Trotz als Reaktion auf das Erlernen von Konventionen und Emotionalverträgen, die wir nicht mehr hinterfragen.

    "Wir sind irgendetwas", ist ein solcher Emotionalvertrag, egal auf welcher Ebene der Zugehörigkeitsdimension.

    Jedes Lebenssystem besitzt eine für alle inhärenten Teile geltende, geteilte Absicht. Es kommt darauf an, was Du als "Regenschirm" definierst.

    Doch in jeder Definition steckt die Trennung von der Gesamtheit des Lebenssystems. Jedes Teil für sich betrachtet, kann die Bedeutung von "Wir sind das Leben" nicht ermessen. Was sind wir wirklich? Eventuell ist das "wer" dann als Frage geklärt. Beim "Was?" und beim "Wer?" im Unklaren zu sein, lässt keine wirklich freie Willensbildung vermuten.

    Was ist der Schirm, der alles Leben (in einem Lebenswillen) verbindet?

    Daneben bestätigt die Funktion der jetzigen Gesellschaftsform nicht wirklich die Lebensrechte und schon gar nicht den Lebenswillen eines Symbionten in einer natürlichen Mitwelt. Darin könnte die Abweichung und Widersprüchlichkeit von "Lautäußerung" und "Symbol" der Willensäußerung dahinter gesehen werden.

    Indem wir dem Kind einen Namen geben, schütten wir es mit dem Bade aus. Denn es übersieht die wechselseitige Verbindung des Beschreibenden mit dem Beschriebenen. Das "Wir" ist dann die jeweilige Anbindung der Seele in ihrem

    (veränderlichen/ unveränderlichen?)

    Zugehörigkeitsgefühl. Die Affektion im Sinne von "verbogenen", da "verborgenen" Willensäußerungen sind zwar vielfältig, doch allesamt recht einfältig, wird die geteilte Motivation zur Affektion dahinter kausal (mit dem Trotz des Egos) verbunden.

    Es ist der Trotz des Geschöpfes, seinen Schöpfer nicht erkennen zu wollen. Hätte Hildegard von Bingen an dieser Stelle gesagt. Der Mensch in seinem Trotz ist ein Rebell gegen die Schöpfung, er greift an, was er liebt, obwohl er ist, was er angreift.
    Geändert von Michael (15.05.17 um 15:14 Uhr)

  21. #21
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Ich kann (das ist kein Vorwurf an Dich) mit all dem religiösen Zeug nichts anfangen - es wirkt auf mich (auch wenn ich weiß, dass es von Dir so nicht gemeint ist) wie ein oberlehrerhaftes Totschlagargument, da Gott für dich nicht verhandelbar ist...Du ihn mir überstülpen möchtest. Ich "arbeite" ausschließlich mit Wissen und was sich von diesem Wissen ableiten lässt. Also einen gewissen Grad an Spekulation bin ich durchaus bereit zu leisten und anzunehmen. Mit Gott befasse ich mich nicht, da es ihn nicht gibt.

  22. #22

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Aber ganz objektiv betrachtet, weiß doch niemand, wie "die Kuh vom Eis zu kriegen ist".

    Wenn Wissen Macht ist, wissen wir wohl nichts, da wir machtlos zuschauen, wie sich das globale Dorf ausplündern lasst und seine Möglichkeitshorizonte täglich abschmelzen.

    Alle Formen bisheriger Entscheidungsfindungszenarien waren nicht geeignet, die kognitive Dissonanz beim "Reality-Check" zu vermeiden.

    Das Wissen um die Fähigkeiten der Seele in ihrer individuellen und kollektiven, wie in ihre vergänglichen und unvergänglichen Form ist zumindest stark ausbaufähig.

    Wittgenstein meinte: "Der Trieb zum Mystischen kommt aus der Unbefriedigtheit durch die Wissenschaft".

    Wir fühlen, dass selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unser "Problem" noch gar nicht berührt wurde. Von ihm stammt auch der Satz:

    "Die Lösung des Rätsel des Lebens in Zeit und Raum liegt außerhalb von Raum und Zeit".

    Zwei Fragen bleibt die Wissenschaft schlichtweg schuldig und diese werden ausgeblendet:

    1. Woher stammen der Bauplan und die Energie / Informationen, die den Organismus steuern?
    2. Welche Kraft ermöglicht telepathische und telekinetische Leistungen?

    In deiner obigen Frage, was Menschen an das "Wir" bindet, beschreibst du das Phänmen, sich als "WIR" empfinden zu können, egal ob dieses "Wir" Borussia, Schmitz, Kapitatlismus oder einen kartesianischen Reduktionismus als Form wählt.

    1. Woher stammen also die Informationen und Energien, die das "Wir" in "Wir sind das XXX" in der Seele des Volkskörpers steuern? (Böses Wort, glaube ich!)
    2. Welche Kraft ermöglicht die telepathische und telekinetische Leistung des Zusammenschmelzens (von Individualsseelen) zu einem Massenbewusstsein (geeinter Seelen), welches im "WIR" ja schlummert?

    Was strömt in die Volksseele ein und was strömt aus ihr heraus? Und vor allem: WARUM?

    Wo willst du denn die Trennlinie zwischen Massenbewusstsein und Individualbewusstsein ziehen?

    Daneben ist auch das, was der reine Materialist als "Liebe" bezeichnet, eine telepathische und telekinetische Anbindung durch gewisse Ein- und Ausströmungen der Seele, die ein "Wir" erlauben.

    Vom Physik-Nobelpreisträger des Jahres 1984, Carlo Rubbia, stammt der Satz:

    "Wir beobachten gewöhnlich nur die Materie, weil wir sie sehen und anfassen können. Viel wichtiger sind jedoch die Wechselwirkungsquanten, welche die Materie zusammenhalten und deren Struktur bestimmen."

    Was hält das jeweilige "Wir" zusammen und welche wechselwirkende Informations- / Energieflüsse bestimmen deren Form, Struktur und Gestalt?

    Da die Frage nach der Psyche (Seele) seit Descartes Kuhhandel mit dem Papst ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Kirche fiel, haben wir eine Wissenschaft, die menschliches Erleben in zwei getrennte und voneinander unabhängige Sphären aufteilt. Die Verbindung zwischen Psyche und Körper kann daher nicht hinterfragt werden, solange dem Begriff "psychosomatisch" jede Bedeutung durch diese willkürliche Trennung entzogen wurde.

    Das dieses vielschichtige "Wir", als Volk, jedoch vielfältig an psychosomatischen Befindlichkeitsstörungen leidet, kann insgesamt kaum ausgeblendet werden.

    Was die Bindungsfähigkeiten der Seele ausmacht, blieb unbeantwortet.

  23. #23
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Wer oder was ist das "Wir" in "Wir sind das Volk!"?

    Zitat Michael

    1. Woher stammen der Bauplan und die Energie / Informationen, die den Organismus steuern?
    2. Welche Kraft ermöglicht telepathische und telekinetische Leistungen?
    -----------------------------------------------------------------------------------------

    zu 1. woher und warum...da gibt es noch viel mehr an unbeantworteten Fragen....aber irgendwann wird man auch diese beantworten können. Gott als Synonym, als Platzhalter für fehlendes Wissen...damit kann ich mich anfreunden - aber Gott als Gesetz, als unverhandelbare Instanz...das kann ich nicht akzeptieren.

    zu 2. auch hierzu wird die Wissenschaft irgendwann eine Antwort liefern.

    vor tausend Jahren hättest Du mich gefragt welche Kraft Blitze zur Erde schickt, oder Würmchen leuchten lässt

    Zitat Michael

    1. Woher stammen also die Informationen und Energien, die das "Wir" in "Wir sind das XXX" in der Seele des Volkskörpers steuern? (Böses Wort, glaube ich!)
    2. Welche Kraft ermöglicht die telepathische und telekinetische Leistung des Zusammenschmelzens (von Individualsseelen) zu einem Massenbewusstsein (geeinter Seelen), welches im "WIR" ja schlummert?
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    zu 1., das ist keine offene Frage mehr - da kannst Du jeden Soziologen im Schlaf wecken...er wird sie Dir aus dem Stegreif beantworten. Da spielen viele Faktoren mit rein...soziale Intelligenz...Überlebensstrategie...usw...

    zu 2., siehe oben


    Zitat Michael

    Wo willst du denn die Trennlinie zwischen Massenbewusstsein und Individualbewusstsein ziehen?
    -------------------------------------------------------------------------------------------

    ich denke es gibt nur das Individualbewusstsein - was Du als Massenbewusstsein titulierst...ist wohl eher ein Massengedächtnis...die Kumulation individueller und gemeinsamer Erfahrungen...aus der eine Art kollektive Erwartungshaltung entsteht.


    Zitat Michael

    Daneben ist auch das, was der reine Materialist als "Liebe" bezeichnet, eine telepathische und telekinetische Anbindung durch gewisse Ein- und Ausströmungen der Seele, die ein "Wir" erlauben.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Das mag für den Philosophen oder für den Dichter so sein - der Wissenschaftler hat die Liebe schon längst enträtselt und kennt sie als bio-chemischen Prozess


    Zitat Michael

    Das dieses vielschichtige "Wir", als Volk, jedoch vielfältig an psychosomatischen Befindlichkeitsstörungen leidet, kann insgesamt kaum ausgeblendet werden.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ja, stimmt - das soll es aber auch sein; Ausdruck einer Befindlichkeitsstörung


    Zitat Michael

    Was die Bindungsfähigkeiten der Seele ausmacht, blieb unbeantwortet.
    --------------------------------------------------------------------

    Kann ich leider nichts zu sagen, da ich nicht an die Existenz einer Seele glaube. Ich glaube an das dynamische "Wesen" eines Menschen

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