Zitat Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Warum sollte es nicht gewagt werden, Freiheit als "ungeprägtes und hinterlegtes Nullpunktprogramm" aufzufassen?

Sozusagen Freiheit als ein Produkt der Ideenwelt, dass in seinen ungeprägten, also unverzerrten Grundbewusstseinszustand zugänglich ist.

Die Verzerrung der Freiheit begänne dann erst mit dem Personalpronomen.

[..]
In der Tat ist das die heutige Auslegung des Freiheitbegriffs, eine Art ungebeugtes Nullpunktprogramm. Schöne c.i.a. hast Du da hinterlassen. Wie soll Freiheit anders möglich sein denn als Aufgegebenes, etwas, was täglich zu erringen ist? Und wie soll sie sich verwirklichen, wenn nicht durch Personalpronomina?

Hölderlin, dessen Geburtstag sich heute zum 267. Mal jährt, wußte Freiheit auch nur als Nullpunkt zu formulieren. Spätestens dann, wenn die Liebe bindet, wird Freiheit zur Farce, Liebe ersetzt dann die Freiheit.

Trennen wollten wir uns, wähnten es gut und klug;
Da wirs taten, warum schröckt' uns, wie Mord, die Tat?
Ach! wir kennen uns wenig,
Denn es waltet ein Gott in uns.

Eben deshalb ist er KEIN Klassiker, sondern eine somnambule Randfigur, zwischen Romantik und Klassik wabernd. - Löblicheres läßt sich über ihn nicht sagen.