+ Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Was ist und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.514
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    Question Was ist und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

    Ein strittiges Terrain. Ich bin gegen Staatsbürgerschaften, aber für lokal verifizierte Bürgerrechte, also von der Nationalität unabhängige Niederlassungs-, Betriebs-, Steuer- und Mitbestimmungsrechte. Nur Steuerzahler sollen in den Genuß derselben, für die anderen sollten Aufenthaltsrechte gelten, die bei Gesetzesverstoß beendet werden und zur Ausweisung führen. Darüber hinaus ließe sich das gute Indigenat wieder einführen, allerdings nicht auf Teilgliedstaaten oder BUndesländer gemünzt, sondern kleiner, auf Landkreise oder Städte.

    In Frankreich ist der Begriff im Wandel begriffen:
    erstellt von ntv:
    Frankreich will Terroristen ausbürgern

    Am Dienstagabend votierte das Parlament dann mit 162 gegen 148 Stimmen auch für den umstrittenen zweiten Artikel, der die Ausbürgerung verurteilter Terroristen vorsieht. Damit sollen die Möglichkeiten ausgeweitet werden, Menschen nach einer Terrorismusverurteilung die französische Staatsbürgerschaft zu entziehen.

    Bislang war der Entzug der Staatsbürgerschaft nur bei Verurteilten mit doppeltem Pass möglich, die im Laufe ihres Lebens Franzosen wurden. Künftig soll die Strafmaßnahme auch bei gebürtigen Franzosen anwendbar sein. Der zweite Teil der Verfassungsreform regelt auch die Bedingungen, unter denen Rechte aberkannt werden können, die an die Staatsangehörigkeit gebunden sind, etwa das Wahlrecht.
    Besonders die geplante Verschärfung der Möglichkeiten zum Entzug der Staatsbürgerschaft hatte in den vergangenen Wochen für heftige Kritik gesorgt. In dem Streit um die Reform trat Ende Januar die französische Justizministerin Christiane Taubira zurück.
    Einer Verfassungsänderung muss der aus Nationalversammlung und Senat bestehende Kongress mit Dreifünftel-Mehrheit zustimmen. Dafür gibt es noch keinen Termin.
    Meiner Meinung nach ist es der richtige Weg, Staatsbürgerschaften nicht als Ewiges zu begreifen, sondern so wie der Staat selbst ist, dem Wandel unterzuordnen. Doppelte Staatsbürgerschaften sind aufzuheben. Jeder sollte sich entscheiden müssen. Das gehört zum Erwachsensein dazu.

    Neben diesem kleinen Bürgerrecht sollte jeder Steuerzahler einen EU-Ausweis erhalten, der Rechtssicherheit verschafft. Soziale Rechte dürfen nur örtlich geltend gemacht werden, also von Bürger (Indigenaten).

    Was spricht gegen dieses System?

  2. #2
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Was und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

    Der Begriff Staatsbürgerschaft greift zu kurz. Woran könnte die Enge des bisherigen Staatsparadigmas deutlich gemacht werden?

    Die Masse der nach den Kriegsflüchtlingen zu erwartenden Umweltflüchtlinge, an denen die Illusion von Grenzen (zwischen Geist und Geist) zwangsläufig berichtigt werden wird.

    Wenn die noch lebensfähigen Reste eines verbundenen Systems von denjenigen Teilen überrannt werden, denen kein Lebensraum mehr bleibt, wird der kurzfristige Vorteil für Wenige zum langfristigen Nachteil für alle Beteiligten im bisherigen, globalen Nullsummenspiel.

    Was wäre daher von einer globalen Staatsbürgerschaft zu halten? Warum kein bedingungsloses globales Grundeinkommen?

    Dann wäre allerdings die Frage nach einer Steuerung der Bevölkerungsentwicklung zu stellen. Die Antwort darauf: Lebensplätze.

    MIT FESTER OBERGRENZE. Karl hätte gesagt: "Sie schaffen sich selber ab, indem sie ihr eigenes Überangebot erzeugen. Je mehr Menschen, desto geringer wird ihr Wert geachtet und umso mehr Wert genießt das Investitionskapital. Durch den ruinösen Wettbewerb nationaler Arbeitsmärkte auf dem Weltmarkt stirbt in diesem System der Dinge dann nämlich auch der Staat. Die These vom Staatsversagen wurde Übrigens vom Monetariat aufgestellt.

    Erst saugen sie die Staaten bis aufs Blut aus und wenn sie "leer" sind, werden sie mit Flüchtlingen aufgefüllt, die hungrig genug sind, die bisherigen Standards zu schleifen.

    Es ist die globale Ineffizienz, die gegen dieses System von nationaler Bürgerschaft spricht. Denn es gibt Bereiche von Entscheidungen, in denen der nationale Horizont zu klein geworden ist, die Ursachen von Entwicklungen zu erfassen.

    Globale Lebensrechte für alle.

  3. #3
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Was und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

    Ist Staatsbürgerschaft nicht so etwas wie physische, emotionale, mentale und soziologische Mengenlehre?

    Sind Staatsbürgerschaften nicht immer Formen relativer Besonderheit?

    Erst durch die Zugangshürden wird der Wert definiert. Eine Staatsbürgerschaft, die jeder Globalbürger problemlos erreichen könnte, wäre nicht erstrebenswert.

    Staatskonzepte sind daher Mangelkonzepte und erzeugen Mangel.

    Fülle kann nur in Kooperation erreicht werden, nicht darin, durch künstliche Mängel künstliche Werte zu schaffen.

    Der Staat kann nur sein, was sein Bürger schon ist. Die Kritik am Staat ist daher eine Projektion zur Überdeckung innerer Defizite. Wir sind unauffüllbar gierig oder permanent zu-frieden. Jeder will den Staat ändern, doch keiner denkt daran, dass die Bürger sich ungemessen verhalten könnten und sich in bestimmten Positionen dem Fluss der Zeit anzupassen hätten.

    Staatsbürgerschaften als Besonderheitskonzepte im globalen Wettbewerb sind ein künstlicher Wert.

    Der eigentliche Wert (der Bürgerschaft) ist die allgemein zu garantierende Menschenwürde, die zu schützen ein Staat den Auftrag erhält.

    Was jedoch, wenn nunmehr kein Staat mit lauteren Mitteln diesen Auftrag erfüllen könnte?

  4. #4
    Demokrat für Deutschland
    Laufkundschaft

    AW: Was und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

    Zitat aerolith

    Was spricht gegen dieses System?


    Dagegen spricht, dass es ohne den Staatsbürger auch keinen Staat geben kann. Der Staatsbürger hat schließlich nicht nur Rechte...sondern auch Pflichten. Ohne den Staatsbürger gibt es für einen Staat keine Planungssicherheit...z.B. beim Ausbau der Infrastruktur. Ohne Staatsbürgerschaft kann ich mich aus der Verantwortung stehlen und habe mit dem Satz "Ich bin nur auf der Durchreise" ein Totschlagargument um mich jeder Verantwortung zu entziehen. Wenn es keinen Staat gibt, wem gehört dann Grund und Boden? Ich muss das bis zum kleinsten Nenner durchspielen - da scheitert das schon alleine am Erbrecht.
    Wo ich dir zustimme, das ist bei der Doppelten Staatsbürgerschaft - die gehört abgeschafft. Einer meiner Bekannten hat, nach eigener Aussage, nur deshalb die Doppelte Staatsbürgerschaft, damit er in Kroatien nicht zur Armee muss. Er pickt sich hier und dort die Rosinen heraus und lässt sich alle Optionen offen.

  5. #5
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Was ist und wozu dient "Staatsbürgerschaft"? Die Herrschaft des UN-Rechts!

    Der Horst, der haut ja immer Dinger raus,

    da geht dem Fronvogt gar ein Lichtlein auf.

    Beim Durchziehen an dem Leichenschmaus,

    da kam auch schon der Goethe drauf,

    Welch grausig Ort dies Burgdorf ist,

    doch Unrecht nimmt der Zeiten Lauf,

    drum Fronvogt - du nun göttlich bist.

    Damit du diesen Schmarrn vergisst.



    Die Herrschaft des Unrechtes ist es, die hier in Burgdorf von den Fronvögten vorgelebt wird.

    Was hält die Herrschaft der Fronvögte aufrecht?

    Es sind die Bürger, die sich ihnen beugen. Die gebückten Gestalten hier in Burgdorf konnten im Vorbeigehen auf ihre Ursachen zurückgeführt werden: Die Herrschaft des Geldes, die Herrschaft des Monetariats, die Herrschaft des Götzen Mammon in einem mittelalterlichen System, dass sich einen menschlichen Anstrich zu geben suchte, doch völlig verwest ist.

    An diesem vergifteten Stadtbrunnen ist die Herrschaft des Unrechtes abzulesen gewesen.

    Es ist die Herrschaft der relativen Besonderheit, die jedes Staatssystem zerfrisst.

    Welch grausig Ort, doch jeder Ort,
    an dem die Liebe ging hinfort.

    So zerreißen wir die dunklen Bande,
    entstanden dann im ganzen Lande.

    Lügenwerk wird es gesamt genannt,
    doch ist nicht mehr im Kreis gebannt.

    Transparenz heißt neues Zauberwort,
    nimmt´s alte Werk im Neuen fort.

  6. #6
    Lyrik Inferno
    Laufkundschaft

    AW: Was ist und wozu dient "Staatsbürgerschaft"?

    Die Herrschaft des Geldes - was ist daran so schlimm? Früher waren das Gewürze oder Muscheln. Ersetze den Begriff Geld durch Gewürze...oder noch besser...durch "Fleiß". Tausche Gold gegen Pfeffer. Was macht den Pfeffer besser als das Gold? Geld ist ein Synonym für "Wagemut", für "Fleiß" und "Schweiß". Dass es dabei nicht immer gerecht zugeht - mein Gott, wir sind Menschen. Ohne unsere Fehlbarkeit wären wir Götter. Tausende Kilometer Seidenstraße, große Hitze und Wegelagerer - ohne Garantie auf Erfolg. Nicht mehr als logisch, dass Du all die feinen Tücher ...die ich unter Schweiß erstand...während du Gras rauchend im Schatten lagst....teuer bezahlen musst.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Gottfried Benn: "Wozu Dichter in dürftiger Zeit?" (Interview, 1956)
    Von Richard im Forum Buch- und Autorenforum
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 27.07.18, 16:04
  2. Carlos Castaneda "Tensegrity" Die magischen Bewegungen der Zauberer
    Von Michael im Forum Buch- und Autorenforum
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 26.07.18, 19:52
  3. Antworten: 42
    Letzter Beitrag: 26.03.18, 18:15
  4. Zwischen den Welten - Szene "Berliner Spätlese 1988"
    Von aerolith im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 05.05.07, 09:27
  5. Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.09.01, 19:20

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •