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Thema: Die Kunst des Streitens

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    Die Kunst des Streitens

    Am 07.02.2015 starb ein Mensch. Sein Name: Roger Willemsen. Sein credo: der vernünftige Mensch hat seine rationalen sowie seine irrationalen Anschauungen und Erfahrungen gleichermaßen ausgebildet und versöhnt stets die Gegensätze der Welt mit seinem Blick.

    Seine Rede dazu beim Kommunikationskongress 2014: https://www.youtube.com/watch?v=Fe5iqD7Mp-U

    Ich möchte zur Befasse dieses Vortrages anregen.
    Mich selbst hat eine Passage sehr begeistert. Er spricht von den drei Blickwinkeln: der erste ist der Augenzeuge, der zweite ist der Kritiker, der dritte ist der Rühmende (10:05 bis 11:05: die drei Blickwinkel)

    In Minute 15:30 setzt er erneut ein und spricht vom dritten Blickwinkel und seiner Bedeutung des liebenden Blickes, der Qualität durch Anschauung erzeugt.

    Nicht ohne Grund erstelle ich dieses Thema extra und lade hiermit herzlich Lyrik Inferno zur Befasse ein, um die Diskussion über unsere Positionen fortzuführen. Ich fordere die dritte Position wie Willemsen sie beschreibt in der Befasse mit künstlerischen Werken als grundsätzliches Handwerk! Denn mir geht das Popiken auf den Geist.
    Geändert von saul (13.02.16 um 01:25 Uhr) Grund: optional

  2. #2
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Sorry, las ich jetzt erst.

    Da rühme ich doch mal die Weisheit des Universums.

    Anschauungsunterricht, einen offenen Standpunkt einzunehmen und gleichzeitig die Zentralaussage:

    Wir sehen jetzt schon eine Welt, die zu rühmen wäre.

    Würden wir jetzt hinsehen.



    Was wollte der mentale Konflikt eigentlich emotional mal werden, bevor die Kommunikation aufgrund fehlender geistiger Offenheit unterlassen wurde?

    Interessiert mich auch mal, warum hier manchmal so ein galliger Ton im Dialog vorherrscht.

    P.S.: Was könnte denn mit Ver-Söhn-ung gemeint sein?

  3. #3
    Lyrik Inferno
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Willemsen, ein Mann ohne Führerschein und ohne Fernseher...wie sich das für einen Vorzeige Intellektuellen gehört. Habe ihm schon zu alten Premiere (heute Sky) - Zeiten gerne zugehört. Ein Bachblütenteetrinker, aber ein sympathischer.

    Rühmen kommt von Ruhm - alleine schon deshalb kann ich mich damit, zumindest im o.g. Kontext, nicht anfreunden. Ist im Sprachgebrauch sowieso eher negativ besetzt und meist in der Nähe des Eigenlobs zu finden. Da ist mir das "Würdigen" tausendmal lieber. Würdigen vereint Respekt und Würde. Die Leistung des Anderen kritisieren, dessen Würde dabei nicht zu verletzen und gleichzeitig auch die eigene Würde wahren...das ist wohl die Kunst des Streitens.

    Was die Ressentiments betrifft, da hatte der gute Willemsen wohl Recht. Da scheitern wir, auch ich, am Menschsein.









    Wenn sich die Schäfer auf der Weide zanken,
    haben es die Hunde besser als die Schafe.

    Deutsches Sprichwort

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Saul möchte in einem eigenen Ordner über die Streitkultur reden? Warum nicht im Streit- und Beleidigungsfred? Oder geht es um Diskursethik, die ja eng mit dem vorigen zusammenhängt?

    Der von Saul avisierte DRITTE BLICK, der der Liebe, mag mir bei der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Werken eines Kritisierten nicht so recht verfangen. Ich lobe das Produkt nicht aus Liebe zum Produzenten, sondern dann, wenn ich Lobenswertes finde.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die Kunst des Streitens

    ich fordere in diesem thema, und ob es nun verschoben wird oder nicht, nicht zu einer abkehr von der üblichen befasse mit werken mithilfe von analysen. aber entgegen aeroliths meinung weise ich auf meine anschauung hin, daß es sehr wohl einen Nutzen hat, durch eine emotionelle anschauung im umkehrschluss eine ebenso geartete absicht zu erkennen und ans licht zu bringen. denn anders als aerolith betrachte ich ernsthafte künste nicht als ökonomische einheiten.

  6. #6
    Lyrik Inferno
    Laufkundschaft

    AW: Die Kunst des Streitens

    Spricht nichts dagegen, sofern...seitens des Kritikers... eine emotionale Verbindung zum Werk besteht oder sich aufbauen lässt. Ich weiß aus eigener Erfahrung... wie viel Herzblut in so mancher Arbeit steckt und wie nüchtern dagegen so manche Kritik erscheint. Kenne es aber auch umgekehrt. Ich bin schon von Berufs wegen immer auf der Suche nach "Fehlern" und von daher wohl auch ein undankbarer Kritiker. Bei mir selbst übersehe ich diese Fehler gerne und bin deshalb (inzwischen) froh...wenn man mich darauf hinweist. Dabei rede ich ausschließlich vom Handwerk. Geht es um Inhalte, um die inneren Werte, bin ich deutlich kritikresistenter. Hier sind wir dann aber auch auf der subjektiven Ebene.

  7. #7
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Die Kunst des Streitens/Jungwähler in MVp

    Zur Kunst des Streitens gehört, dass man sich dem Streit überhaupt erst stellt. Das trifft auf die etablierten Parteien nicht zu...wie u.a. auch dieser Bericht des Spiegels beweist.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...a-1104572.html

    Jungwähler in Mecklenburg-Vorpommern

    Hut ab! Diese Schüler sind bessere Demokraten ... als die Politiker, die sie an ihrer Schule aufsuchten. Sie, die Schüler, kritisieren, dass man ihnen nicht die Möglichkeit gab sich auch mit Vertretern der AfD auseinanderzusetzen...auch wenn man für diese Partei mehrheitlich nichts übrig hat. Genau so funktioniert Demokratie! Was die Etablierten da machen, dem politischen Gegener erst gar keine Redezeit einräumen, das hat mit demokratischer Auseinadersetzung nichts zu tun. Die Etablierten wrden nicht müde eine Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz zu fordern, während sie selbst schon längst als Beschuldigte vor dem Verfassungsgericht stehen müssten.

  8. #8
    saulchen
    Laufkundschaft

    Streit

    Hallo AD,

    Das ist ein weiterer Beweis für die undemokratische Haltung von Parteien.
    Andersherum sehe ich jedoch auch von Emporisten wie der Afd keinen gewinnbringenden Streit mit alten Grauköpfen der großen Parteien.

  9. #9
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Hallo Saulchen, Du hast wahrscheinlich Recht....ein offener Streit zwischen der AfD und den Etablierten würde wohl keinem inhaltlich etwas bringen. Wenn ich aber den Dialog verweigere, dann helfe ich damit der AfD, denn die kann so aus der Opferrolle heraus Sympathiepunkte sammeln. Wenn die Etablierten glauben die besseren Argumente zu haben, dann sollten sie das auch beweisen - und das können sie nur im Dialog. Die Schüler haben ein sehr feines Gespür für Gerechtigkeit, was die einzelnen Kommentare deutlich belegen. Sie haben das Gefühl von den Etablierten bevormundet zu werden; im Sinne von: Wir wissen schon was gut für euch ist. Mann sollte mehr Vertrauen in das Urteilsvermögen der jungen Leute haben. Die sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und haben jetzt schon die Lust an der Politik verloren...in einem Alter...wo man die Lust eigentlich erst entwickelt. Wenn die AfD 10 Millionen Wähler hinter sich weiß...dann kann man das nicht einfach so ignorieren und alle als Nazis abstempeln. Klar gibt es dort Nazis, aber eben auch viele andere.

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question Alles verstehen ist alles verzeihen oder muß man ein Gespür für die Sünde behalten?

    Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich eine Front gegen die Gutmenschen aufbaut. Eine Zeit des Paradigmenwechsels. Gutmenschen sind jene, die alles zu verstehen vorgeben. Verschränkter Infinitiv muß keine Beschränktheit evozieren. Eigentlich bedeutete dies, alles verzeihen zu müssen. Aber die Gutmenschen verzeihen nur denen, die sie auf ihre Seite ziehen können. Das macht das Gutmenschengetue so heuchlerisch. Sie schreien gleichzeitig "Nazis raus" und betonen ihre humanitaristische (ist ja eben nicht humanistisch) Weltanschauung, die ihnen befiehlt, anderen zu helfen. Auf der anderen Seite sind diejenigen, die kein Gespür für die Sünde besitzen, weil sie diese Terminologie abgelegt zu haben glauben. Dieser Verschränkung folgt die Beschränkung, daß sie sich einerseits für die Erhaltung des christlichen Abendlandes einsetzen wollen, andererseits aber Christentum ablehnen. Sie wollen wohl bloß die Ruhe des Spießers.

    Der Streit zwischen beiden Parteien ist nicht beizulegen. Eine Partei muß weichen. Welche wird es sein?

  11. #11
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Die Kunst des Streitens

    "Gutmensch" ist wohl nur eine Antwort auf "Nazi". Wir leben in einer Zeit, wo sich die Menschen...gerade weil die Welt so komplex scheint...einfache Antworten wünschen. Die bekommen sie nur von den Populisten...und die wiederum gibt es sowohl am linken als auch am rechten Rand. Die Rechten spüren eine Bedrohung...die die Linken erst gar nicht für möglich halten. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte.
    Wer am Ende die Oberhand behält...diese Frage ist berechtigt...Stand heute aber kaum zu beantworten. Die "wahren" Linken sind heute bei den Grünen...und die sind den Erzkonservativen näher als den linken Linken- Liegt auf der Hand, denn die Grünen sind ein Sammelbecken für weltoffene Gutverdiener. Auf der einen Seite gönnen sie jedem Alles...auf der anderen Seite haben sie aber auch etwas zu verlieren. Und erst dann...wenn es um das eigene Hab und Gut geht...zeigt sich ... was einem wirklich wichtig ist. Auf deine Frage bezogen heißt das: "Mit jedem "Verlust" kommen wir der Antwort näher.

  12. #12
    andere-dimension
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    In Deutschland gibt es laut Verfassungsschutz 21.000 Nazis, wovon man die Hälfte, 10.500, als gewaltorientiert einstuft.Lässt sich in Prozent, Bevölkerungsanteil, kaum ausdrücken...so verschwindend gering ist das. 21.000 sind 21.000 zuviel...zeigt aber auch, dass wir in Deutschland eine Phantom-Diskussion führen...und das nicht erst seit heute. Aus dieser Diskussion heraus ist der Gutmensch entstanden...den gibt es ja nicht erst seit der Flüchtlingswelle. Die Medien verstärken diese falschen Eindrücke. Will man zur Sachlichkeit zurückkehren, gibt es nur einen Weg - die Wahrheit zu berichten. In Dänemark und Norwegen ist die Glaubwürdikeit der Medien von 30% auf 95% gestiegen, nachdem man sich dort darauf besinnte die Wirklichkeit abzubilden...ohne redaktionelle Schönfärberei und vorauseilendem Gehorsam. Nazis, das haben wir schon festgestellt, gibt es in Deutschland gar nicht...es gibt ausländerfeindliche und der Einwanderungspolitik gegenüber kritische Mitbürger - aber auch nicht mehr als in jedem anderen Land dieser Erde. Ausländerfeindlichkeit kennen auch einstige DDR Bürger von ihren Ungarn-Reisen. Warum waren die Ungarn den Ostdeutschen gegenüber so feindlich eingestellt? Weil die kaum Geld im Land ließen! Sie wohnten in Zelten, kauften im Supermarkt ein und waren in Bars und Cafes kaum zu sehen. Wenn man so will, dann ist das ein niedriger Beweggrund für Ausländerfeindlichkeit...denn die Ostdeutschen nahmen den Ungarn ja nichts weg. In Deutschland ist das ein wenig anders; die einheimische Bevölkerung muss die Einwanderung teuer bezahlen...da ist es legitim...dass man dem kritisch begegnet. Man hat aber den Kritischen erst gar keine Stimme gegeben...sie als Kollektiv betrachtet und in eine Ecke gestellt...wo sie nicht hingehören. Dass diese dann für ihre Peiniger keine schönen Worte finden...sich teilweise radikalisieren...ist kein Wunder...sondern einfach nur einen natürliche und menschliche Reaktion. Medien und Politiker müssen begreifen, dass für viele Menschen die ungeschönte Abbildung der Wirklichkeit bereits Genugtuung ist.
    Wenn du deinem Kind nicht zuhörst...dann wird dieses sein Anliegen wiederholen...nur lauter...immer lauter...bis es schreit - oder gar Dinge zerstört. Bei Erwachsenen ist das auch nicht viel anders.

    ...eine Alternative ist die Resignation...deren zerstörerische Kraft von vielen unterschätzt wird. Jeder Arbeitgeber kann bestätigen, dass die innere Kündigung einiger oder der Mitarbeiter das schlimmste ist...was einem Unternehmen passieren kann...verheerender als jede Witschaftskrise. Eine solche innere Kündigung seiner Bürger droht auch unserem Staat. Davon sind wir zwar noch ein gutes Stück entfernt...aber auch auf dem besten Wege dorthin.

  13. #13
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    An Aerolith richte ich mal die Frage: Was ist nach deiner Auffassung eine Sümde?

    Sind wir nämlich wirklich "das "christliche Abendland", dann sollten wir uns zuerst an unsere "Entscheidungsregeln" halten, bevor wir anderen Denksystemen Stempel aufdrücken, die wir nicht verstehen.

    Der achtfache Pfad des Buddhismus beinhaltet:

    - rechte Einsicht
    - rechte Gesinnung
    - rechtes Tun
    - rechte Lebensführung
    - rechter Kampf
    - rechte Andacht
    - rechte Geistessammlung

    Die Attribute, die eine "rechte Lebensführung" für einen Buddhisten beschreiben, sind:

    Falsche Lebensführung meiden, d.h. Unaufrichtigkeit, Verrat, Verdächtigung, Aushorchen, Wucher, Handel mit Waffen, mit lebenden Wesen, mit Fleisch, mit berauschenden Getränken oder mit Gift.

    Statt, wie in der Bibel, zu sagen, tu genau das NICHT, wird hier gesagt: Tu nur das!

    Das, von dem die Christen sagen, es sei zu sein, ist Liebe zum Nächsten.

    Der "rechte Kampf" ist es wohl, an dem auch wir zu arbeiten hätten.

    Einzige Sünde könnte es sein, in seinem politischen "Gegner" keinen Feind, sondern einen "Lieferanten für plausible oder unplausible Gegenargumentationen zu sehen.

    Die Kunst des poitischen und sonstigen Streitens ist es wohl, in das Ringen um bestimmte Entscheidungen Offenheit einzulassen.

    Was sagt denn der Papa Papst dazu, dass der "liebevolle Westen" seine Moneten mit den Geschäften macht, die für aufgekärte Buddhisten Todsünden wären?

    All dieser Streit ist Projektion und daher nur in dem Geist wirklich, der ihm Beachtung schenkt. Unser Problem ist, dass wir gegen unsere "Gebote" bewusst verstoßen und dabei noch die Gutmenschen zu spielen suchen.

    Sinnvoller Streit endet mit einer gegenseitigen Annäherung und allseitig angenommem "Begraben des Kriegsbeils". Was liebevoll, all-so, christlich wäre.

    Sinnloser Streit SOLL kein Ende finden, weil sonst die Projektionsfläche schwindet, die darin gefunden wurde.

    "Rechter Kampf" will weder vernichten, zerstören oder zersetzen. Er bietet einen Gedanken an, der geteilt wird, wenn ihm "fühlbare Lösungsinspiration" innewohnt.

    In jedem Streit geht es um die Nutzung der Konfliktenergie, die in etwas Sinnvolles übersetzt werden muss. AD spricht die Energieausbrüche ja an.

    Mit jedem Verlust kommen wir der Einsicht näher, dass die Frage des "rechten Kämpfens" für etwas, dass der Eine als "gut" betrachtet, für einen anderen die Hölle sein kann.

    Die Kraft, die das große Ganze am offensichtlichsten verkörpert, verbindet und versöhnt, worin das Wort Sohn steckt, könnte die Gegensätze verbinden, so wir dieses wollten.

    Diesen religionsübergreifenden, universalen Menschengeist im Anderen abzulehnen, zu negieren und mit Schuld über relative Definitionen zu überhäufen, zeigt den "Gutmenschen", der noch um wahre Vergebung ringt.

    Wahre Vergebung müsste, da stimme ich Aeroliths Ausführungen zu, ALLES im All umfassen.

    Doch die Gesamtsicht eröffnet sich nur, wenn wir die Ver-SÖHNUNG der Söhne eines Vaters im Hinterkopf behalten.

    Wahre Vergebung erfordert daher ein anderes Konzept von Zeit und Sünde. Allein das Christentum ist ohne die anderen Weisheitlehren nicht genug. Das "Ich Bin" kämpft nicht gegen das "Ich-Bin". Alle, die etwas anderes behaupten, greifen Gott im Gegenüber an.

    Statt Ablehnung ist die "Inklusion der Göttlichkeit im Gegenüber" das, was zu tun wäre.

    Der Heilige Geist ist in allen Religionen gleich. Es sind Näherungssysteme, die in Analogien sprechen, denn das, was wir wirklich sind, ist nicht in toten Büchern zu finden. Lebendige Bücher sprechen die gleiche Sprache.

    Es wurde immer und überall von der gleichen Kraft gesprochen, die die Bücher des Lebens schreibt.

    Die linke Seite dieses Lebensbaumes beinhaltet die Schattenaspekte. Selbst über den linkshändigen und rechtshändigen Pfad wird gestritten.

    Wir sind an einem Punkt der Geschichte, an dem wir so langsam zum Kampf "Jeder gegen Jeden" übergehen. Ohne die ganzen erfundenen Gründe für Streit gäbe wenig zu streiten, würden die eigentlich kausalen energetischen Defizite ausgeglichen, die in die "Dauerabwehrhaltung aus Angst" langfristig entstehen.

    Die Zahl der Krankmeldungen ist so hoch wie seit 20 Jahrn nicht mehr. Die Zahl der inneren Abmeldungen, der Resignation, so hoch wie nie.

    Das Universum ist müde, wir wollen zurück in die Ewigkeit. Dort ist jeder weiterhin, wie wir waren, bewov wir glaubten, ein "Außen" zu brauchen.

    Das, was einmal als "Sünde" benannt werden müsste, ist, sein Gegenüber NICHT als göttliches Geschöpf wahrzunehmen. Dann können wir uns in diesem Maß nicht mehr als Teil Gottes wahrnehmen. Es gibt diese "Zeit" nicht, es ist nur eine Projektion des Egos. Wie das Leid entsteht, und wie es vergeht, erklärt Buddha als eine Welt aus Vorstellungen, an die wir uns durch "Lebenshunger" binden. Vorstellungen, die jedoch in uns erzeugt werden und von uns dann als wahr wahrgenommen werden, weil wir dieses "Denksystem" teilen.

    Ein anderes Denksystem kennt andere Sünden. Doch konkurrierende Denksysteme fordern den Angriff auf "das Andere", dass unser Denksystem automatisch angreift.

    Auf die Frage, wovon die Welt gelenkt würde, woran die Welt gebunden, und wessen Macht die Welt unterworfen sei, antwortete der Erhabene:

    Vom Bewusstsein wird die Welt gelenkt, an das Bewusstsein ist die Welt gebunden, der Macht des Bewusstseins ist die Welt unterworfen.

    Dann geht es wohl um das Bewusstsein beim Streiten. Dieser ganze "unrechte Kampf" ist an unser Bewusstsein gebunden, wird dort gelenkt und entspringt einem Irrtum:

    Außerhalb der Zeit ist das Ego, allso das "Außen" nie entstanden. Im Innen sind wir daher genau so, wie wir waren, bevor wir annehmen, ein Körper zu sein.

    Nach den Ägyptern ist dies die Ursache des Problems: Der Glaube, ein Körper zu sein, verleugnet den Geist, der keine Angst besitzt.

    Als vollkommene Geschöpfe, die wir in der Ewigkeit weiterhin sind, sollten wir dem Streit in der Zeit keine absolute Bedeutung beimessen.

    Wenn sich jemand "wahnsinnig" verhält, sollte man ihn mit Liebe segnen.

    Würde eine Christenpflicht bedeuten. Aufzuheben wären die Streitereien erst, wenn ein Frieden gefunden wird, der häher ist, als alle Vernunft.

    Die Vernunft hinter jeder Vernunft sieht keinen Nutzen darin, sinnlose Konflikte zu führen.

    Einzig wir sind das.

    An Aerolith richte ich mal die Frage: Was ist nach deiner Auffassung eine Sümde?

    Sind wir nämlich wirklich "das "christliche Abendland", dann sollten wir uns zuerst an unsere "Entscheidungsregeln" halten, bevor wir anderen Denksystemen Stempel aufdrücken, die wir nicht verstehen.

    Der achtfache Pfad des Buddhismus beinhaltet:

    - rechte Einsicht
    - rechte Gesinnung
    - rechtes Tun
    - rechte Lebensführung
    - rechter Kampf
    - rechte Andacht
    - rechte Geistessammlung

    Die Attribute, die eine "rechte Lebensführung" für einen Buddhisten beschreiben, sind:

    Falsche Lebensführung meiden, d.h. Unaufrichtigkeit, Verrat, Verdächtigung, Aushorchen, Wucher, Handel mit Waffen, mit lebenden Wesen, mit Fleisch, mit berauschenden Getränken oder mit Gift.

    Statt, wie in der Bibel, zu sagen, tu genau das NICHT, wird hier gesagt: Tu nur das!

    Das, von dem die Christen sagen, es sei zu sein, ist Liebe zum Nächsten.

    Der "rechte Kampf" ist es wohl, an dem auch wir zu arbeiten hätten.

    Einzige Sünde könnte es sein, in seinem politischen "Gegner" keinen Feind, sondern einen "Lieferanten für plausible oder unplausible Gegenargumentationen zu sehen.

    Die Kunst des poitischen und sonstigen Streitens ist es wohl, in das Ringen um bestimmte Entscheidungen Offenheit einzulassen.

    Was sagt denn der Papa Papst dazu, dass der "liebevolle Westen" seine Moneten mit den Geschäften macht, die für aufgekärte Buddhisten Todsünden wären?

    All dieser Streit ist Projektion und daher nur in dem Geist wirklich, der ihm Beachtung schenkt. Unser Problem ist, dass wir gegen unsere "Gebote" bewusst verstoßen und dabei noch die Gutmenschen zu spielen suchen.

    Sinnvoller Streit endet mit einer gegenseitigen Annäherung und allseitig angenommem "Begraben des Kriegsbeils". Was liebevoll, all-so, christlich wäre.

    Sinnloser Streit SOLL kein Ende finden, weil sonst die Projektionsfläche schwindet, die darin gefunden wurde.

    "Rechter Kampf" will weder vernichten, zerstören oder zersetzen. Er bietet einen Gedanken an, der geteilt wird, wenn ihm "fühlbare Lösungsinspiration" innewohnt.

    In jedem Streit geht es um die Nutzung der Konfliktenergie, die in etwas Sinnvolles übersetzt werden muss. AD spricht die Energieausbrüche ja an.

    Mit jedem Verlust kommen wir der Einsicht näher, dass die Frage des "rechten Kämpfens" für etwas, dass der Eine als "gut" betrachtet, für einen anderen die Hölle sein kann.

    Die Kraft, die das große Ganze am offensichtlichsten verkörpert, verbindet und versöhnt, worin das Wort Sohn steckt, könnte die Gegensätze verbinden, so wir dieses wollten.

    Diesen religionsübergreifenden, universalen Menschengeist im Anderen abzulehnen, zu negieren und mit Schuld über relative Definitionen zu überhäufen, zeigt den "Gutmenschen", der noch um wahre Vergebung ringt.

    Wahre Vergebung müsste, da stimme ich Aeroliths Ausführungen zu, ALLES im All umfassen.

    Doch die Gesamtsicht eröffnet sich nur, wenn wir die Ver-SÖHNUNG der Söhne eines Vaters im Hinterkopf behalten.

    Wahre Vergebung erfordert daher ein anderes Konzept von Zeit und Sünde. Allein das Christentum ist ohne die anderen Weisheitlehren nicht genug. Das "Ich Bin" kämpft nicht gegen das "Ich-Bin". Alle, die etwas anderes behaupten, greifen Gott im Gegenüber an.

    Statt Ablehnung ist die "Inklusion der Göttlichkeit im Gegenüber" das, was zu tun wäre.

    Der Heilige Geist ist in allen Religionen gleich. Es sind Näherungssysteme, die in Analogien sprechen, denn das, was wir wirklich sind, ist nicht in toten Büchern zu finden. Lebendige Bücher sprechen die gleiche Sprache.

    Es wurde immer und überall von der gleichen Kraft gesprochen, die die Bücher des Lebens schreibt.

    Die linke Seite dieses Lebensbaumes beinhaltet die Schattenaspekte. Selbst über den linkshändigen und rechtshändigen Pfad wird gestritten.

    Wir sind an einem Punkt der Geschichte, an dem wir so langsam zum Kampf "Jeder gegen Jeden" übergehen. Ohne die ganzen erfundenen Gründe für Streit gäbe wenig zu streiten, würden die eigentlich kausalen energetischen Defizite ausgeglichen, die in die "Dauerabwehrhaltung aus Angst" langfristig entstehen.

    Die Zahl der Krankmeldungen ist so hoch wie seit 20 Jahrn nicht mehr. Die Zahl der inneren Abmeldungen, der Resignation, so hoch wie nie.

    Das Universum ist müde, wir wollen zurück in die Ewigkeit. Dort ist jeder weiterhin, wie wir waren, bewov wir glaubten, ein "Außen" zu brauchen.

    Das, was einmal als "Sünde" benannt werden müsste, ist, sein Gegenüber NICHT als göttliches Geschöpf wahrzunehmen. Dann können wir uns in diesem Maß nicht mehr als Teil Gottes wahrnehmen. Es gibt diese "Zeit" nicht, es ist nur eine Projektion des Egos. Wie das Leid entsteht, und wie es vergeht, erklärt Buddha als eine Welt aus Vorstellungen, an die wir uns durch "Lebenshunger" binden. Vorstellungen, die jedoch in uns erzeugt werden und von uns dann als wahr wahrgenommen werden, weil wir dieses "Denksystem" teilen.

    Ein anderes Denksystem kennt andere Sünden. Doch konkurrierende Denksysteme fordern den Angriff auf "das Andere", dass unser Denksystem automatisch angreift.

    Auf die Frage, wovon die Welt gelenkt würde, woran die Welt gebunden, und wessen Macht die Welt unterworfen sei, antwortete der Erhabene:

    Vom Bewusstsein wird die Welt gelenkt, an das Bewusstsein ist die Welt gebunden, der Macht des Bewusstseins ist die Welt unterworfen.

    Dann geht es wohl um das Bewusstsein beim Streiten. Dieser ganze "unrechte Kampf" ist an unser Bewusstsein gebunden, wird dort gelenkt und entspringt einem Irrtum:

    Außerhalb der Zeit ist das Ego, allso das "Außen" nie entstanden. Im Innen sind wir daher genau so, wie wir waren, bevor wir annehmen, ein Körper zu sein.

    Nach den Ägyptern ist dies die Ursache des Problems: Der Glaube, ein Körper zu sein, verleugnet den Geist, der keine Angst besitzt.

    Als vollkommene Geschöpfe, die wir in der Ewigkeit weiterhin sind, sollten wir dem Streit in der Zeit keine absolute Bedeutung beimessen.

    Wenn sich jemand "wahnsinnig" verhält, sollte man ihn mit Liebe segnen.

    Würde eine Christenpflicht bedeuten. Aufzuheben wären die Streitereien erst, wenn ein Frieden gefunden wird, der häher ist, als alle Vernunft.

    Die Vernunft hinter jeder Vernunft sieht keinen Nutzen darin, sinnlose Konflikte zu führen.

    Einzig wir sind das.

    Der vergessene achte Aspekt ist die "rechte Rede".

    Im Streit sprechen wir mit dem Ego im Gegenüber.

    Da habe ich wirklich resigniert. Sinnvoll ist es nur, den Heiligen Geist im Gegenüber anzusprechen.

    Rechte Rede richtet sich an die verbundene Gesamtheit, nicht an "schuldige Fragmente" bewusst gewählter, selektiver Unwissenheit.

    Das Gewissen spricht in jedem mit der gleichen Stimme.

    In jedem Steit spricht das Ego, nicht das Selbst.

    Das Selbst selbst ist nämlich eine Einheit in uns. Es ist zwecklos, dies zu leugnen. Es beweist sich doch gerade selbst, dass "wir das sind".

    Aber nur gemeinsam, nicht einzeln, können wir den Zugang finden.

    Rechte Reden sind solche, die verbinden statt zu trennen.

    Die Trennung war der Sündenfall. Sie fand nur in unserem Geist statt, nicht in der Wahrnehmung unseres Vaters. Dann wäre es ja WIRKLICH. Ist es aber zum Glück nicht, wenn wir unseren Irrtum erkennen.

  14. #14
    andere-dimension
    Laufkundschaft
    Seine "Gegner" werfen dem Gutmenschen nicht die gute Absicht, die gute Tat vor...sondern dessen Naivität...seine Bedingungslosigkeit.

    Ein auf den ersten Blick abwegiges Beispiel:

    Gestern holte der Diskuswerfer Harting Gold...nein...nicht für Deutschland...für sich. Sein gutes Recht...würde der Gutmensch wohl sagen. Als die Nationalhymne gespielt wurde kasperte Harting herum und verweigerte anschließend das Interview..so wie er seit über einem Jahr jedes Interview verweigert. Sein gutes Recht...würde der Gutmensch auch hier sagen. Der Gutmensch ist in seiner Denkweise bedingungslos. Ich jedoch sage, dass Harting die Goldmedaille nur durch die Unterstützung der deutschen Sporthilfe/Förderung gewinnen konnte - also mit Hilfe von Steuergeldern der deutschen Bürger. Somit ist er auch ein Kind der Öffentlichkeit...hat dieser Rede und Antwort zu stehen. Olympia ist ein Nationenwettbewerb...und nicht ein Privatvergnügen des Herrn Harting. Unsere Nation ist wie eine Familie...und der Bundesadler das Familienwappen - wer ihn auf seiner Brust trägt...der hat auch automatisch Verpflichtungen. Die Gutmenschen kennen solche Bedingungen nicht...das macht sie nicht nur unsympathisch...sondern auch gefährlich. Man muss nicht solz sein ein Deutscher zu sein...um Deutscher zu sein...aber man darf die Familie nicht mit Dreck bewerfen.

    Am Beispiel Harting zeigt sich die Spaltung unserer Nation. Die Gutmenschen wollen...ob bewusst oder unbewusst Deutschland abschaffen, doch die Mehrheit der Deutschen will das nicht. Deshalb wäre es für mich so wichtig die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen - im Bekenntnis oder Nichtbekenntnis des Einzelnen wird auch seine Absicht erkennbar. Das ist zwar nicht möglich, aber eigentlich sollte man Harting die Goldmedaille aberkennen...er hat sie unter der Vortäuschung falscher Tatsachen erschlichen.

    Hier das Olympiateam der Deutschen

    https://www.deutsche-olympiamannscha.../rio-2016.html

    Wie man sehen kann...sind da einige mit Migrationshintergrund dabei - die sind zu 100% ebenso deutsch wie so genannten Bio-Deutschen und deutscher als ein Harting. Diese Unterscheidung macht der Gutmensch nicht - der Gutmensch ist ein Verfassungsfeind.

  15. #15
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Ein jeder biege sich seine Wahrnehmungen zurecht. Die Doppelgeschichte der Brüder Harting ist etwas komplexer und daher kein einprägsames Beispiel.

    Die Bedingungslosigkeit des "Gutmenschen" ist liebevoll, wenn die Ganzheit nicht übersehen wird.

    Die Bedingungslosigkeit in der Gewährung von liebevollen Gedanken ist satanisch, wenn sie künftig dazu führt, dass die Gesamtheit in zunehmende Bedrängnis kommt.

    Ist halt die Frage, was als Ganzheit gesehen wird.

    Hinter jedem Hilferuf des Wahnsinns steht der Wunsch, Liebe und Anerkennung zu finden.

    Zu finden ist Frieden nur in einem geeinten Geist. Damit hast du sicher recht, liebe andere-dimension.

    Doch die Dimension, auf der wir alle weiterhin unschuldig sind, ist eine andere Dimension.

    In der Zeit sind die Konflikte annähernd endlos geworden und unüberschaubar. Wer ein Konfliktgemenge nicht überschaut, wie könnte dieser angemessen reagieren?

    Die Kunst der Kommunikation ist es, Offenheit zu besitzen und neue Informationen einzubeziehen, damit überholte Standpunkte korrigiert werden können.

    Die Kunst des Streitens ist es, die Wahrheit abzuwehren, die von einer Synthesemöglichkeit spricht.

    Zunächst treffen Denksysteme aufeinander. Für den gläubigen Buddhisten sind es Todsünden, die wir karmisch andauernd "begehen". Nach unserem Denksystem ist das Vergiften von Menschen, der Verkauf von Leben, Tieren und todbringenden Waffen ein Mittel, unseren "Lebensunterhalt" zu verdienen.

    Das Aushorchen von Flüchtlingen und Ärzteschaft, um ein Blockwartklima zu erzeugen, ist kein ethisch hochstehendes Verhalten. Der Grund, warum dies so ist, liegt in einem Ereignis begründet, dass es - unabhängig von der Bewertung durch den Vertand - jetzt erlaubt, die "Früchte" der genetischen Vermischung zu genießen, die damals in unser Meer der Möglichkeiten gelegt wurde.

    Kirche meint zwar, es war "böse", was geschah und fällte ein Urteil über die Menschheit. Doch in einer Dimension, die von der Zeit unberührt blieb, sind wir alle ohne Schuld. Schuld ist einzig eine Illusion. Wäre jedoch nur ein Einziger schuldig, sind wir es alle. Denn alleine schuldig wurde niemand, immer sind Taten in ein Geflecht von Entscheidungen eingebunden.

    Aber wer ist objektiver Entscheider im Stimmengewirr der Verwirrten? Im "gespaltenen Geist", der sich als "Nicht-Gotteskind" wahrnimmt, scheint Streit sinnvoll.

    Dort ist es die Zeit nach dem Streit, die bleibt.

    So ist die Frage, auf welcher Ebene eine ethische Anbindung erfolgt, die das Verhalten bestimmt.

    Worauf sich das Bewusstsein fokussiert, und als WAS wir uns dort sehen, drückt unser individuelles Denksystem aus.

    Eines sollte klar sein: Nicht alle dieser widersprüchlichen Zugehörigkeitsanbindungen können gleichzeitig "richtig" sein.

    Entweder hat Gott recht, der seine Kinder - SEINE Seelen - in eine Welt entlassen hat, in einem Körper den Heiligen Geist offenbar zu machen, der darin wirkt.

    Oder die Menschen haben recht, die sich als "getrennt" betrachten und es DAHER sind.

    Welche Illusion der wahren Zugehörigkeit, allso unserses Identitätsproblems, betrachtet wird, es ist das Labeling "Sünde", das relative Denksysteme aufwerfen, um das wir uns streiten.

    Da alle zu Gott gehören, wenn wir eine Familie sind, ist klar, woher die Angst vor der Wahrheit erneut stammt:

    Wer die Kinder von Müttern und Vätern dauerhaft erschlägt, unterdrückt und ausbeutet, erschlägt damit die Kinder des EINEN Vaters unserer Seelen.

    Wie soll die Schöpfung hierauf antworten?

    Sie kann nur mit herzauflösender Güte antworten und dies bedingungslos. Doch wir reagieren mit herzerreißender Traurigkeit darüber, nicht "zurückzubekommen", was wir doch gegeben haben. Das "Geben" unter Bedingungen ist kein Geben. Es entstehen "Bringschulden" im Unbewussten.

    Der Gutmensch versucht zu geben, was er noch nicht erlangt hat.

    Unter den Kursgedanken führe ich das weiter aus. Sind keine "Märchen", liebe AD. Aber danke für den Hinweis auf die dichotome Wirkung der Worte.

    Ebenbürtigkeit entsteht durch die genetische Vermischung. Wenn das Äußere kein Grund mehr ist, das Innere mit einem "Unterschiedlabel" zu versehen, kann von Integration gesprochen werden.

    Das Konzept der Inklusion, welches auf die Fahnen der UN gelabelt wurde, ist ein relatives K.O. gegangenes Rezept.

    Ohne globale Inklusion sind nationale Egoismen zunehmend bedeutungslos.

    Synthese erfordert zunächst die Dekonstruktion der bisherigen Denkkonstruktion. Da wir damit nicht glücklich waren, ist die heilsame Lehre, uns wohl offensichtlich geirrt zu haben.

    Die Verteidigung der Irrtümer führt somit nicht zur Lösung. Die Berichtigung durch eine andere Wahl geschieht nicht in der physischen Dimension.

    Wenn, dann erfolgt die Berichtigung von Irrtümern im Geist. Die Seele, wie ein ausgetrockneter Schwamm auf der Suche nach Wasser dürstend, saugt sich mit dem voll, was sie gerade "bekommt", nicht in der Wüste zu verdursten, obwohl wir den "Wassertank" doch mit uns herumtragen. Wir können keinen Zugang zu der Energie finden, die wir suchen.

    Das Außen ist halt ein falscher Ort, diese zu finden. Im Innen konnte "es" nicht verlorengehen. Alle Hartings suchen nur Liebe und Zugehörigkeit. Doch daher "menschenhörig" zu werden, ist keine Antwort im Hinblick auf eine Synthese.

    Wenn eine Synthese gesucht wird, kann sie gefunden werden. Wenn nicht, dann streiten wir halt annähernd unendlich lange weiter.

    Nach der Verschränkung mit dem Gewissen, das von Aerolith eingefordert wird, zu beurteilen, sind wir alle mit 13,7 Milliarden Jahren so langsam etwas müde. Doch nur, weil wir glauben, Materie zu sein. Als Geist ist es auch in diesem hohen Alter möglich, rege zu bleiben. Das Universum ist so langsam der Kämpfe von Körpern müde.

    Was sollte ein Geist angreifen wollen? Welchen Nutzen hätte es denn, einen ebenbürtigen und ebenso göttlichen Geist zu besiegen? Was wäre denn gewonnen? Das macht für einen Geist keinen Sinn. Wir sind die Gedanken, die unser VAter über uns hegt und niemand sollte sich anmaßen, darüber ein anderslautendes Urteil zu fällen.

    Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Unser absoluter Vater weist jede Klage gegen seine vollkommenen Kinder ab.

    Die relativen Geistesväter in der hiesigen Verschränkungsdimension erheben jedoch Anklagen.

    Damit verurteilen sie sich selbst. Daher segne ich diese ganzen wahnsinnigen Hilferufe mit herzauflösender Güte. Es gibt keine Schuld. Die Illusion der Möglichkeit, etwas vergeben zu können, was wir nicht SIND, macht uns unfähig, den einzigen Feind zu erkennen, den wir besitzen:

    Der Glaube, keine göttliche Familie zu SEIN. Dann wäre die Unterdrückung sofort als der Versuch zu erkennen, den Thron des Vaters zu usurpieren.

    Die drei großen Weltreligionen, die sich um Bücher streiten, die sie niemals nicht - schon wirklich verstehen - sind Geistesväter, die einen fließenden Prozess in die Bahnen lenken wollen, die ihnen lieb sind.

    Die Kriege der anderen Denksysteme innerhalb unserer gegensätzlichen Entscheidungsgrundsätze sind nur die Folge der "Körper-Verwechslung".

    Der Geist ist nicht das Ich. Das Ich ist Teil des Geistes. Wenn das Ich als Teil der Gesamtheit sich nun als "Nicht-Teil" ansieht, wie könnte dieses "Nicht-Teil" lebendig bleiben, ohne die Energie, die mit "Hilferufen" aus der Mitwelt gewonnen wird?

    Beide Brüder rufen nach Anerkennung ihrer "Besonderheit". Alle Menschen rufen nach Wasser auf den Flügeln ihrer Seele. Etwas müde nach so langer Zeit, glauben wir kaum noch daran, das Wasser zu sein, nach dem wir dort so lange vergeblich suchten.

    Mangel des Egos oder die Fülle der Ganzheit? Es wäre genug für alle vorhanden. Einzig Besonderheit als Mittel zur Energiegewinnung, zur "Beflügelung der Seele" müsste dann im Innen erlangt werden. War nur ein kleiner Umweg. Wir sind müde und etwas "quengelig", aber es gab den Auftrag an den Heiligen Geist, seine Kinder zu wecken.

    Da die Nacht vergangen ist, löst das Licht die Dunkelheit auf. Wo gestritten wird, kann nicht der Himmel sein. Streit ist das Beharren auf einem Standpunkt in einem ständig sich entwickelnden und fließendem Universum. Der "Standpunkt" trennt uns vom Leben. Wir sind fließende Energie, dies ist das Wasser, nach dem die Seele sich sehnt.

    Ansonsten saugt sie das, woran das Herz gehängt wird, unauffülbar in sich ein. Es ist jedoch nicht wirklich, was sie braucht. Sie brauchte das Heilige Wasser, dass damals Amrita genannt wurde. Ein trockener Schwamm ist zunächst verhärtet und wenig nachgiebig. Wird dem Schwamm Wasser zugeführt, wird er weich und nachgiebig, sanft und aufgefüllt. Und dieses Wasser kann dorthin getragen werden, wo unsere Mitreisenden ihren "Wassertank" nicht auf ihrem Rücken wähnen.

    Wasser dort zu suchen, wo es nicht ist, macht die müde und durstige Reisegruppe irgendwie nölig. Aber alle suchen das Gleiche. Unterschiedslos.

  16. #16
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Die Kunst des Streitens

    Naja , lieber WSIB, Du suchst deine Atworten im Spirituellen...das ist ok...ich bin da aber mehr der Pragmatiker und orientiere mich am Machbaren. Ich trete nicht an um die Welt zu verbessern und behaupte auch nicht den Schlüssel dafür zu haben. Mein (zugegeben) Totschlagargument ist der Feldversuch auf dem kleinsten Nenner - was im Kleinen schon nicht funktioniert...das ist im Großen erst recht nicht umsetzbar. Nur weil deine Haustür offen steht...lässt Du da nicht von morgens bis abends jedermann rein und rauslatschen...ganz woher er kommt...wie seine Geschichte ist... welche Absichten er hat. Falls doch, dann teile mir deine Adresse mit...ich werde sie in Facebook veröffentlichen...mit dem Hinweis, dass dich jeder besuchen kann wann er will und egal welche Absichten er hat. Der Gutmensch verlangt von anderen...wozu er selbst nicht bereit ist - genau da liegt der Hund begraben.

  17. #17
    saulchen
    Laufkundschaft

    AW: Die Kunst des Streitens

    @wsib: das streiten per se ein beharren auf standpunkten sei und dem leben und der liebe im wege stünde, halte ich für ein einigermaßen schwaches statement. da ist einer introvertiert, gefallsüchtig, gestört, gehemmt, antriebslos, oder geistesabwesend, den reiz eines ordentlichen streites zu verkennen.

  18. #18
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Danke für deine Ansicht. Im Grunde bestätigt sie meine Überzeugung:

    1. Ohne seinen Standpunkt offen üb-er-denken zu wollen, spreche ich von sinnlosen Konflikten, Streitereien und Kriegen.

    2. Beharren, wie in Deinem Beispiel, verkündet, die Wahrheit schon zu kennen. An der Wortwahl Deiner Urteilsverkündung kannst Du ablesen, wieviel Angst Du vor Gedanken hast, die das Ego-Denksystem stürzen, könnten, unter dem du offensochtlich in einen Spannungszustand gerätst, den Du projizierst.

    3. Wie könntest Du jedoch einen Geist angreifen? Meine Person, ja. Mein Ego, ja. Meine vergänglichen Aspekte kannst Du in Abwehrhaltungen versetzen. Woran ich jedoch nur sehe, dass ich entscheide, wie ich die Situation bewerte.

    4. Jeder "Streit" beruht auf misslungener Bedürfniskommunikation. Hier auf dem Lande sagt man: "Wer ficken will, muss freundlich sein." Wenn jemand dein Bedürfnis nicht teilt, ist er nicht dein Feind. Die Frage, die gestellt wurde, war: Mit welchen Mitteln Bedürfnisse formuliert, und wie die daraus entstehenden Spannungsbögen in eine befriedigendes Ergebnis übersetzt werden sollten?

    5. Streit ist schon nach einer misslungenen Bedürfnisdefinition. Es wurde etwas entzogen, indem auf ein Bedürfnis nicht die entsprechende Resonanz an den Tag gelegt wurde. Dann sind die Ursachen dessen einzubeziehen, die ich in einer energetischen Mangelsituaton sehe. Erst aus dem energetischen MAngel entsteht das zu kommunizierende Bedürfnis.

    6. Die Diskussionen darüber, wie wir am leichtesten unsere Defizite ausgleichen, helfen über den Irrtum der Quellanbindung jeglicher Energieversorgung nicht hinweg. Im Grunde ist schon dein Urteil ein Energiediebstahl, welchen ich aber nicht damit beantworte, ein Urteil darüber zu fällen und weitere Konfliktenergie investiere. Eher ist die Ursache des Mengels abzustellen, der den dahinter liegenden Hilferuf deiner Seele hinter ihrem Ego-Gefängnis ausdrückt. Daher segne ich das Licht, welches dahinter aufleuchtet.

    7. Der "andere Lehrer" spricht davon, dass es nichts bringt, die Symptome der Konflikte zu stärken. Der grundlegende Irrtum eines verteidigungswürdig erscheinenden Denkgebäudes ist ein Paradigma, in dem eine Grundsatzentscheidung getroffen wird:

    a: Wir können unseren "Willen" nur durchsetzen, indem wir unfreundlich sind und unsere "Macht im Streit" demonstrieren.
    b: Wir können unseren "Willen" nur durchsetzen, wenn wir wüssten, wer wir wirklich sind.

    Ohne zu wissen, wer wir sind, können wir nicht wissen, was wir DANN wollen würden, hätten wir dieses schon erkannt.

    Im Erkennen, dass Gottes Wille für uns Freude ist, können wir diesen teilen. Das Durchsetzen des Ego-Willens hat uns kollektiv in eine historische Situation gebracht, die dazu führt, dass wir unfreundlich sind und doch Liebe wollen. Wenn Liebe im Schwanz verortet wird, trifft die Bauernweisheit analog zu:

    Wer Liebe will, muss freundlich sein. Wir wollen Liebe und sind dabei eher unfreundlich. Daher schafft es das Ego zumeist, eher unerfreuliche Situationen zu erzeugen. Du suchst, wie wir alle auch, immer noch das "Siegen" in einem STreit. Aber schau Dir die Farbe der Konfliktenergie an, die du damit integrierst. Und schau dir die "Opfer und Verlierer" an, die ihre Energie darin verlieren. So begann der scheinbar ewige Kampf um Lebensenergie - im Glauben daran, sie im Außen zu finden.

    Der ordentliche Streit hat immer zwei Verlierer.

    Drei Beziehungsstile werden im Streit deutlich:

    Rigidität (ICH will aber; ja, aber ich; DU hast)
    Reflexion (Wie DU mir, so ich DIR)
    Offenheit (Was will der Hilferuf hinter den unfreundlichen Worten bewirken und ausdrücken?)

    Eigentlich eine Frage, WEN wir im Lebenskampf auf den "Kriegspfad" schicken. Wenn wir nicht lernen, zu erkennen, dass wir Gedanken angreifen, die unser gewähltes Denksystem schwächen oder stützen, lernen wir nicht, wie wichtig es ist, Gedanken bewusst auszuwählen.

    All Welt will etwas, ohne freundlich sein zu wollen. Würden wir Freude, Liebe und Ganzheit in die Heilung unserer Mitwelt investieren, wäre die Energie zu kanalisieren, die hinter unseren frustrierenden Formen von Bedürfniskommunkationsversuchen stehen.

    Was jedoch könnten wir in Beziehungen geben, damit sie offen bleiben? Gespräche mit dem Ego sind daher unsinnige Streitereien, da zumeist beide "Parteien" nichts dauerhaft aus sich selbst heraus zu geben haben. Wenn alle nur Bekommen wollen, sind wir halt eine Lebensgemeinschaft von "kindlichen Schreikindern".

    Wie wolltest Du jedoch eine Welt von Schreikindern logisch erklären?

    Hinter den Schreikindern schon jetzt zu sehen, dass dieses nicht so bleiben wird, benötigt unendliche Geduld. Schreikinder anzuschreien, ist das bisherige K.O.-Rezept.

    Mit dem Ego-Denksystem kann niemand freundlich bleiben. Unfreundlich - und daher mit Liebe unterversorgt - bekannt sich unsere Gesellschaft dann zum allseitig anerkannten wechselseitigen Energiediebstahl.

    Das globale "underachivement" in den Bedürfniskommunikationsformen ist letztlich unübersehbar. Jeder "will" und niemand hat etwas zu "vergeben"...

    Daher vielen Dank für Dein Feedback.

  19. #19
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    völkisch

    Taugt "völkisch" zum Streit?

    Mir ist bewusst, dass die Forderung von Frau Petry...diesem Begriff wieder Einzug in unsere Sprache zu gewähren...eine Provokation ist...aber ich bin auch gespannt ob und wie die Parlametarier darüber streiten. Klar ist, diesen Begriff gab es schon lange vor Hitler...welcher das Wort "völkisch" sogar ausdrücklich ablehnte...da es ihm die Abgrenzung zum Ausland nicht ausreichend verdeutlichte. Ganz nüchtern betrachtet ist völkisch ein harmloser und genialer Begriff zugleich...da er in zwei Silben sehr viel aussagt. Er wurde, wie viele andere Begriffe auch, von den Nazis missbraucht und deshalb tabuisiert. Schienbar gibt es nur ein Kriegs- und ein Nachkriegsdeutschland...aber keins davor. Schon ein Wahnsinn, welche Macht dieser Diktator auch heute noch über uns hat.

  20. #20
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Die Prägung der Bedeutung von Worten erfolgt zuletzt im eigenen Geist, wird aber durch durch das Urteil in seinem Zeitgeistkontext zu einer wirksamen Wirklichkeit.

    Von der Macht, die der Vermeidung bestimmter Begriffe innewohnt, wäre zu sagen, dass sie gleichfalls im Geist "vergeben" wird. Ob der Begriff "völkisch" nun als"gut" oder "böse" angesehen wird, ändert ja nichts daran, dass jedes Volk bestimmte Eigenschaften besitzt, die sich in bestimmten Handlungsmustern niederschlagen.

    Von den Wurzeln her sind alle Völker verbunden, daher könnte "völkisch" im Grunde niemanden ausschließen und könnte auch "globalisch" genannt werden. Erst wenn ich ein Urteil fälle, kann mich ein Wort zum Streit aufrufen.

    Wenn "völkisch" jedoch das ist, was wir nie mehr sein wollten, lehnen wir uns selbst mit diesem Urteil ab. Hier wird die Macht des Urteils deutlich, das weiterhin über uns gefällt wird, ob es uns gefällt oder nicht.

    Die "Vermeidung" tabuisierter Begriffe erzeugt ihre "Macht" aus der "Schuld", die dahinter als rote Karte hochgehalten wird. Immer, wenn wir es vermeiden, so zu sein, wie wir es sein würden, wäre kein Urteil über uns verhängt, stärken wir in dieser "Selbstbestrafung" den Wahnsinn dieser historischen Dichotomie.

    Es ist das Urteil, durch das verhindert wird, dass die Vergangenheit ihre Macht über das Jetzt verliert.

    Schlimmer finde ich jedoch die "Missempfindungsprägung" des Begriffes Freude. Freude mit Freude zu verwenden, gelingt selten. Eine vergangenheitsorientierte Prägung bestimmter Worte zeigt uns, wie selten wir tatsächlich offen für Veränderungen sind.


    Lege noch einen drauf: Begriffe wir "relative Volksgesundheit" sollten durchaus häufiger verwendet werden. Wenn der Volkskörper krank erscheint, dann, weil die Volksseele sich andauernd verleugnet. Dabei ist unser "Volksgeist" das, was uns an uns abstößt. Zumindest solange wir glauben, das Urteil der anderen Völker über uns wäre gerechtfertigt.

    Was wäre, wenn alls Völker völkisch wären? Dem Wortsinn nach wären damit auch Schnittmengen zu finden. Wir lehnen mit den tabuisierten Wörten auch uns selbst ab, indem wir das Urteil der anderen "Völkischen" annehmen. Indem wir damit die "Nazis" verurteilen, verurteilen wir uns selbst.

    Nee, das war und ist der "militärisch-industrielle Komplex" von dem Lafontaine sprach und der nicht einmal mit den IG-Farben begann. Der erste "völkische" Kongress fand übrigens in London statt, wo die "völkischen Ideen" auch von Churchill begrüßt wurden.

    Wenn man "völkisch" als globales Volksanliegen gegenüber den Interessen des militärisch-industriellen Komplexes interpretiert, ist relative Volksgesundheit mit einer Bandwurmkur zu vergleichen. Solange wir darüber streiten, ob wir überhaupt an globalvölkischem Bandwurmbefall leiden, ist eine wirksame Therapie unmöglich. Wenn alle völkischen Probleme die gleichen Wurzeln besitzen, könnten die uns allen gemeinsamen Wurzeln die gefühlte Trennungslinie zwischen völkisch und nationalvölkisch aufheben.

    Völkisch ist insofern "doppelt" vorhanden und heißt eigentlich "global", wird nur leider nicht so "verstanden". Es gibt ja nur ein Volk auf diesem Planeten, denn welches Volk ist kein Volk?

    Gabriel müsste dann von "päckisch" sprechen, denn "Volk" sind wir ja nicht mehr, wenn "völkisch" verboten ist.

    Schöner finde ich jedoch die hasserfüllten Versuche, die "Hate-Speach" zu verbieten. Es ist unter Strafe verboten, zu hassen. Scheint mir, das erstmals "Gefühle" verboten werden. Davor stehen jedoch Entscheidungen, die unbewusst blieben.

    Beim Scrabble würde ich den Begriff nicht anerkennen, jedes Volk besteht aus Menschen. Konflikt trägt der Begriff "völkisch" ja nur, weil er in einem nationalen und daher begrenzten Kontext betrachtet wird.

    Würde die Petry sagen: "Völkische aller Länder vereinigt euch", hätten wir fast völkische Werte angegraben. Dumm ist nur, dass die Schatten damit zementiert werden, wenn wir sie ablehnen und unter den Teppich kehren. Die Schuld prägt nach wie vor den deutschen Zeitgeist, die Geschichte wird "festgehalten" und dadurch am Leben gehalten.

    Alten Begriffen eine neue Bedeutung zu verleihen, ist pädagogisch bedingt sinnvoll, solange wir uns dessen bewusst sind. Die "unbewusste Verwendung" bindet jedoch an Energiefelder, die noch wirksam sind, sobald sie betreten werden. Ein historischer Bewusstseinsraum der Schuld will nicht verlassen werden.

    Der Begriff an sich kann nicht zum Streit taugen. Das Urteil über die Bedeutung taugt zum Streiten, solange wir kein globales Volk dahinter sehen. Fürchten sie jedoch das Pack und den Pöbel - ja - dann muss Hass verboten werden. Aber wie soll Strafe die Ursache eines Gefühls verhindern?

    Das Defizit liegt nicht im Wort "völkisch", das Defizit liegt im Urteil über uns Deutsche verborgen, dass wir immer noch "annehmen", wenn wir uns bewusst nicht so verhalten, wie wir uns verhalten würden, gäbe es diese historisch-karmischen Belastungen der Volksseele nicht. Aber es war nicht "ein Diktator" - es war ein Volk mit seinen spezifischen "völkischen" Eigenschaften.

    Ja, wir lehnen uns immer noch ab. Keine gute Basis für Kommunikation.

  21. #21
    andere-dimension
    Laufkundschaft
    Hast Du sachlich und gut analysiert...rational...ganz ohne Emotionen...wie sich das gehört.

    Der eigentliche Knackpunkt ist hier:

    Zitat


    Alten Begriffen eine neue Bedeutung zu verleihen, ist pädagogisch bedingt sinnvoll, solange wir uns dessen bewusst sind. Die "unbewusste Verwendung" bindet jedoch an Energiefelder, die noch wirksam sind, sobald sie betreten werden. Ein historischer Bewusstseinsraum der Schuld will nicht verlassen werden
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Man müsste "völkisch" keine neue Bedeutung verleihen...das hatten ja die Nazis schon getan...sondern die eigentliche, ursprüngliche Bedeutung wiederherstellen. Ich habe aber Verständnis dafür, dass man hier nicht nachgeben möchte...im Sinne von "Kleiner Finger, ganze Hand..". In einem von Anarchie geprägten Klima machen solche Diskussionen keinen Sinn...da sie als Stellvertreterkriege missbraucht werden...und weniger einem wahrhaftigen Anliegen dienen. Sind ja keine Germanisten oder Sprachhistoriker...die sich damit ernsthaft auseinandersetzen...sondern Politiker. Unabhängig von "völkisch" werden wir aber auf Dauer nicht drum herum kommen...uns mit nazifizierten Begriffen auseinanderzusetzen...uns fragen...ob wir für immer von einem Teil unserer Sprache (und damit auch von einem Stück unserer Identität) verabschieden...oder ob wir uns die eigentlichen Bedeutungen "zurückerobern".

    Müsste man denn nicht...wenn man nazifizierte Wörter verbietet...nicht auch nazifizierte Musik verbieten?!?...Wagner z.B....dessen Musik und Texte Hitler nicht nur liebte...sondern auch instrumentalisierte. Belastend kommt hinzu, dass Wagner von ähnlicher Gesinnung war wie Hitler und diesem als Vorbild diente. Sind wir Deutschen nicht furchtbare Heuchler?! ...nur weil dieser fette Antisemit auch "Kunst" hinterließ...darf man ihn heute noch feiern?!? Das halte ich doch für sehr inkosequent. Mit solchen Fragen sollte man die Politiker konfrontieren...um sich dann an ihrer Sprach- und Hilflosigkeit zu erfreuen.

    Umso intensiver ich drüber nachdenke, desto mehr rege ich mich auf. Da prangert einer wie kls Begriffe wie "Ahnen", "Blut", "Gräber" und "Schwert" an...während er uns gleichzeitig einen von einem Nazi geschriebenen Roman ans Herz legt - und wer weiß...vielleicht auch noch Wagner hört und Lutheraner ist - was ist denn das für eine Heuchelei?!

  22. #22
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    AW: Die Kunst des Streitens

    Nee, Wagner hört er nicht und Lutheraner ist er ganz bestimmt auch nicht. All diese ganzen Irrungen und Wirrungen in unserer Geschichte kommen von der Heuchelei vor uns selbst. Worüber denn streiten - in einer Welt, in der sich (so gut wie) niemand selbst erkennt?

    Im Grunde ist der ganze Streit immer nur die Projektion dessen, was wir nicht sind. Wenn sich alle die ganze Zeit im Irrtum befanden, ist die Art der Illusion, der wir jeweils aufsaßen, eher von untergrordneter Bedeutung.

    Von Bedeutung ist eher, wie vehement wir unsere Standpunkte vertreten, von denen aus das Leben dann an uns vorbeifließt.

    Die "ganze Heuchelei" sollte mal in ihrer ganzen historisch kumulierten Folgewirkungen betrachtet werden. Es ist eine Art Massenbewusstsein der Lüge, das der vehementen Verteidigung bedarf. In Wahrheit haben wir alle uns geirrt, als wir glaubten, die Dunkelheit könne die Lügen verbergen. Mit der Lüge betreten wir ein bestimmtes "Bewusstseinsfeld" und natürlich wird natürlich empathisches Verhalten damit unmöglich.

    Gibt im Prinzip keine großen oder kleinen Illusionen, nur "Standpunkte" in einem Flusssystem von Informationen. Warum um veränderliche Informationsgewinne in ihrer zeitlichen Abfolge streiten? Wichtiger wäre zu verstehen, wo der "Glaube an die Lüge" begann...

    Als "Wahrheit" zu dem wurde, was gerade nutzt? Als Wahrheit noch wahr war, konnte es ja prinzipiell keine Gründe für Streit gegeben haben...

    In Wahrheit streiten wir nie für die Wahrheit. Streit wird geführt, weil die "Standpunkte" ein objektives Urteil über das Fließen der Zeit unmöglich machen. Wir streiten für Irrtümer der Vergangenheit.

    Das Gedächtnis ist einem "Tintenstrich" vergleichbar. Frisch kann ein Eindruck noch verwischt werden. Ist das Bild jedoch einmal eingetrocknet, wird es statisch. Im erneuten Aufsuchen dieser Erinnerung wird das Bild jedoch wieder "flüssig" und "veränderbar" und kann umgeprägt werden.

    Im erneuten Aufsuchen eines Eindrucks in der Absicht, Schuld damit zu verteilen, wird der Irrtum gestärkt. Und das ist das Paradoxe bei allen Arten von Vermeidungsstrategien:

    Wir ziehen "magnetisch" an, was wir doch zu vermeiden suchten... Manche sagen, es läge daran, dass das Unbewusste das Wörtchen "NICHT" nicht versteht. Es sieht die "Bilder", die "vermieden" werden wollen, einfach als "Wunsch". Zwar scheinbar paradox, aber wenn´s gewünscht wird....

    Du regst Dich auf, weil die Gedankenfelder Dich aufregen, denen du im Urteilen Gefolgschaft leistest. Mitgefangen, mitgehangen....

    Nee, im Betreten der Vergangenheit ist nur ein Sinn, wenn wir offen für die Korrektur der Bilder sind. Im Festhalten an Standpunkten fließt das Leben unbeachtet an uns vorbei und Energie "kristallisiert". Wenn wir alle ständig Veränderungen unterworfen sind, ist es die erste Heuchelei des Egos, so bleiben zu wollen, wie es "immer" war.

    Auch wenn der Heuchler Ego bisher immer die Ehrlichen zu den scheinbar Dummen machte, ist damit nicht gesagt, dass die Lügen auch in Zukunft Bestand haben werden. Wer insofern in seinem Leben niemals bewusst gelogen hat, werfe hier den ersten Stein des Anstoßes...

    All der ganze, eher unangenehme Rest, ist ein Produkt der Lüge. Doch die Folgen der Lügen vermeiden zu können, ist ebenso eine Lüge. Transparenz bedeutet, die Unmöglichkeit anzuerkennen, dass eine Lüge die Wahrheit dauerhaft zu verschleiern in der Lage ist.

    Offenheit ist insofern gelebte Transparenz. Standpunkte sind das Gegenteil von Offenheit. Im Gegenteil von Offenheit hat Streit seinen Sinn, ansonsten reicht es zumeist aus, über die Lügen des Egos zur Wahrheit des Selbstes dahinter zu schauen.

    Kommunikation macht nur dann Sinn, wenn Offenheit für Veränderung (der Erinnerungsbilder) besteht. Wird auf einem einmal gefällten Urteil bestanden, muss Streiten wohl besser zur Kunst erhoben werden. Aber solange Zwei sich streiten, freuen sich die Dritten...

    Im Ausgleich von Informationsdefiziten liegt die Funktion von Kommunikation. Die Art eines Informationsdefizites bestimmt jedoch nicht die Qualität eines Menschen, nur den Standort, an dem er einen "Standpunkt" eingenommen hat. Ohne "Standpunkt, also im Fließen mit der Veränderung, die Zeit erbringt, ist nicht wichtig, was einmal war.

    Im Jetzt ist nur wichtig, was jetzt ist. Was war, wird nur wichtig, wenn es mit Schuld, Tod, Leiden und verbunden wird. Doch die Entscheidung wird im eigenen Geist gefällt. Wer sich nicht geirrt hat, möge die Hand heben...

  23. #23
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Die Heuchelei ist etwas anderes als die Lüge. Nächste Jahr, im Oktober, haben wir in den meisten Bundesländern einen einmaligen Feiertag, den 500. Geburtstag von Martin Luther. das ist zB Heuchelei in Vollendung! Wir feiern einen Juden - und Behinderten - Hasser. Diese Seite des Menschen M. Luther scheint nicht zu interessieren, sofern die andere Seite genug zu bieten hat. Hätte Hitler neben seinen Morden auch noch die Mona Lisa gemalt und den Zauberlehrling geschrieben, dann würden wir ihm auch einen Feiertag widmen?!? Was die Moral betrifft, sind wir Deutsche mehr als nur erbärmlich...gar widerlich. Krank ist das.

    Wie sich das verhält... Luther/Juden, Hitler/Luther...wurde hier schon thematisiert

    Wer darüber mehr wissen will...der kann u.a. hier lesen:

    http://www.cicero.de/berliner-republ...ormators/57603

    wem die Quelle nicht vertrauenswürdig erscheint...dem schicke ich geren noch 100 weiter Links...zu unterschiedlichsten Quellen...die aber am Ende alle das gleiche aussagen.

    Wer also meint man müsste "völkisch" verbieten...der muss auch die Evangelische Kirche verbieten wolllen...ansonsten zeigt er sich als uninformiert...oder outet sich als Heuchler.

    Das gleiche gilt...wenn es um das Verhältnis Hitler/Wagner geht

    http://www.zeit.de/1997/16/Hitlers_Wagner

    Wer "völkisch" verbieten will, der muss auch die Musik von Wagner verbieten wollen.

    Aber das sind nur die zwei prominentesten Beispiel...wollten wir alle beleuchten und angemessen abstrafen...würde Deutschland....was Sprache, Kunst und Kultur betrifft...fast nackt dastehen.

  24. #24
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die Kunst des Streitens

    kann mir jemand beantworten, weshalb wir nicht "neger" sagen dürfen? ist das nicht ein lehnwort aus dem lateinischen? ist das geschmacklos? dann ist "Albino" auch rassistisch.
    naja, wahrscheinlich liegt der etikettenwandel daran, wer es zuerst bzw. wem dieser begriff im alltäglichen Sprachgebrauch zugeschrieben wird/wurde. den kolonialisten. und die sind ja böse, damit identifiziert der moderne mensch sich nicht, schon gar nicht wirtschaftsimperialistische deutsche...

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