+ Antworten
Seite 2 von 5 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 26 bis 50 von 107

Thema: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

  1. #26
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Tagesgespräch 2019

    @Vegan: halte ich persönlich für problematisch, im Falle von Kindern für kriminell. Vegetarische Ernährung ist, wenn man ein bissl auf Ausgewogenheit und ein paar Milch- oder Käseprodukte zu sich nimmt, sogar gesünder als mäßiger bis übermäßiger Fleischkonsum. Gegen ein Schnitzl die Woche wird niemand was einzuwenden haben. Wo blieben dann aber die Milliardenprofite der Tierquäler?

    Alles aber, wie schon so oft gesagt, eine Frage des Konsumenten. Solange auch linksgrüne Weltverbesserer und Klimaretter im Supermarkt zum Fleisch aus Massertierqualmast greifen, oder glauben, bei Aldi/Lidl gäbe es Bio-Fleisch aus artgerechter und tiergerechter Haltung - weil ja Bio draufsteht - solange wird sich daran nichts ändern.

    Ich ernähre mich seit nunmehr 30 Jahren vegetarisch und kann mit jedem Gleichaltirigen in puncto körperlicher Fitness mithalten. Kann also nicht so schädlich sein.

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.451
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    25

    AW: Tagesgespräch 2019

    so, till, sehe ich das auch

    das mit dem wasser"verbrauch" sehe ich aber anders. ich mußte neulich im kontext des gletscherabflusses in grönland ins reich der nullen reisen. 10000 l pro kilo! lächerlich. das bedeutet, daß die erde in der lage wäre, 277 Mill. km³ wasser 1000 mal 1000 mal 1000 mal 1000000 durch 10 kg Rindfleisch zu erzeugen, also 100 Billionen kg. nicht im laufe vom jahren, sondern im augenblick, da das wasser ja einen kreislauf bildet, also immer wieder zur verfügung steht. allerdings braucht man keine 100 Billionen kilogramm, sondern bloß ne schlappe milliarde, wenn man ein kilogramm rindfleisch pro kopf und pro woche der weltbevölkerung rechnet - was viel zu hoch gegriffen sein dürfte. (ich esse etwa ein pfund pro jahr, weil ich rindfleisch nicht besonders mag) kurz gesagt, diese unglaublich große zahl von 10000 l h2o pro kilogramm bedeutet nichts weiter als 0,00000007% von dem, was möglich wäre. wie man auf die 10000 l kömmt, ist mir allerdings schleierhaft. massentierhaltung? so ein rindviech steht auf der weide und nährt sich redlich, dann wird es zur schlachtbank geführt und geköpft, gehäutet, zerlegt und gekocht. wie komme ich da auf 10000 l wasser"verbrauch" aufs kilo fleisch?

  3. #28
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Tagesgespräch 2019

    https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelles_Wasser

    erklärt vielleicht manches.

    wobei, bei Massentierhaltung ist die Verseuchung des Grundwassers durch Gülle noch nicht berücksichtigt. Das ist wahrscheinlich auf lange Sicht die grösste Gefahr.

    Nochmal, zur Klarstellung. Ich hab gar nix gegen einen angemessenen Fleischkonsum. Voraussetzung, die Viecher werden tiergerecht und artgerecht gehalten, dürfen raus auf die Weide, kriegen natürliches Futter und nicht Sojaschrot(t) und werden nicht massenhaft quer über den Kontinent transportier, sondern am Hof oder am nächsten Schlachthof von eiinem Menschen und nicht einem Automaten ins Jenseits befördert. Dann kostete das kg Hack eben 4,00 statt 1,99 und das Schnitzl 3,00 statt 0,50. Wenn ich seh, dass ein ganzes Hendl - BIO beim Discounter! - für 3,99 verkauft wird, dann muss ich am Verstand der Käufer zweifeln, die das fressen! (das Huhn und das BIO-Pickerl).

  4. #29
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Tagesgespräch 2019

    Richtig, der Käufer...der Konsument hat es in der Hand. Der Discounter würde das Bio Hähnchen lieber für Euro 7,99 verkaufen, denn 1% Marge von 8 Euro ist eben mehr als 1% Marge von 4 Euro. Geht aber nicht nur um das Essen...auch die Getränke werden zunehmend zum Problem. Die Lösung hieße "regional und saisonal". Die Vielfalt hat ihren Preis. Wenn ich in Süddeutschland Becks trinke, dann wir das Bier gleich zweimal durch ganz Deutschland gekarrt...denn das Leergut, die Glasflasche, muss ja auch wieder zurück zum Erzeuger. Unser Einkaufsverhalten allgemein, also auch was Non-Food Produkte angeht...ist zum großen Problem geworden. Ich sehe aber nicht in Steuern und Verboten den Schlüssel zum Erfolg...sondern in der Bildung. Die Menschen müssen lernen...welche Konsequenzen ihr Konsumverhalten hat. Wenn ich mein Buch bei Amazon kaufe, dann richte ich gleich mehrfach Schaden an. Es ist nicht nur der Transport...der Verkehr...ich vernichte dadurch auch Arbeitsplätze und Steuereinnahmen...denn Amazon zahlt hier keine Steuern...aber der Buchladen um die Ecke. Unsere Bequemlichkeit ist das eigentliche Problem.

  5. #30
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.451
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    25

    AW: Tagesgespräch 2019

    Unsere Bequemlichkeit ist nicht das Problem, sondern die neoliberale Wirtschaftsauffassung, die eine vitiöse Verbindung mit Gleichschaltungsallüren und damit verbundenen Steuergeschenken für Reiche einging. Der Transport von Beck's ist zu billig, schlägt sich im Preis nicht nieder. Wer vermehrt regionale Küche (Nahrung) möchte, müßte alte Zunftgesetze wieder beleben, den Transport und die Herstellung von Nahrung verteuern, was gegen jedes wirtschaftliche Denken geht, das die Postmoderne hervorbrachte. Es müßte ein Umdenken geben. Und das gibt es nicht. Und damit hast Du vielleicht dann doch recht: die heutigen Menschen sind zu bequem, die Not ist einfach nicht groß genug, als daß sie gewendet werden wollte.

  6. #31
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Ich halte es für wichtig uns selbst...den Konsumenten...die "Schuld" zuzuweisen, denn alles andere dient nur als Alibi. Wenn wir nach billigem Fleisch verlangen...dann wird es auch immer Mittel, Wege und Leute geben...die uns diesen Wunsch erfüllen. Der Schweinezüchter, der seine Tiere nicht ordentlich behandelt, steht am Ende...nicht am Anfang der Kette. Ohne Nachfrage bleibt auch das Angebot aus - das ist ein uraltes und ewig gültige Marktgesetz. Wir selbst haben es in der Hand. Vor acht Tagen wurde eine Studie (ich meine Bertelsmann) zum Konsumverhalten der Deutschen veröffentlicht - da ging es darum was den Deutschen beim Einkauf am wichtigsten ist. Auf Platz 1 der Preis, auf Platz 2 die Schnelligkeit.

  7. #32
    Klaus Norbert.
    Laufkundschaft

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ...da ging es darum was den Deutschen beim Einkauf am wichtigsten ist. Auf Platz 1 der Preis ...


    Ja, der Preis, das höre ich oft bei den Kolleginnen, die über ihre Einkaufssachen sprechen. Und dann sagen sie beim Essen oft, das sei gesund, als ob das eine Geschmacksrichtung ist. Die Frauen sind fast alle sehr dick.
    Diese Frauen denken auch, Bio-Fleisch bei Lidel oder Knaldi sei 1a Bio-Fleisch. Kaufen sie aber nicht ... ist doch kein Unterschied, der einen höheren Preis rechfertigte.

    Da ist nichts zu machen, die gehen damit ins Grab. Na, gut, wir alle.

  8. #33
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Wir alle - richtig. Dicke, Dünne, Frauen, Männer...jeder kann sein Konsumverhalten optimieren. Dazu muss ich wissen...was ich da eigentlich mache und welche Alternativen es gibt. Ich habe eine Bekannte...die ist nebenbei als Diätassistentin tätig - verdient sich so ein paar Euro hinzu. Sie selbst ernährt sich in gesundheitlicher und ökologischer Hinsicht alles andere als vorbildlich. Als ich sie mal fragte was sie den (überwiegend älteren) Leuten in ihren Abendkursen an Inhalten vermittelt...antwortete sie mit ganz banalen Dingen...wie z.B. "Blätterteig" ist ungesund, Apfel gesund". Das weiß doch ohnehin jeder...sagte ich. Da hatte ich mich allerdings getäuscht. Und da reden wir nur vom gesundheitlichen Aspekt - was Ernährung für die Umwelt bedeutet...das wird nirgendwo gelehrt. Mit C02 Steuer und Co. lassen sich einzelne Brände löschen, aber keine neuen verhindern.

    Egal wie man sich ernährt, man bezahlt dafür einen...meist hohen..."Preis". Es geht darum möglichst sinnvolle Kompromisse zu schließen.

    Beispiel:

    Zitat stern.de

    Für vegetarischen Wurstaufschnitt sterben mehr Tiere als für das "Original"
    https://www.stern.de/genuss/essen/re...--8350418.html
    Geändert von anderedimension (27.08.19 um 14:11 Uhr)

  9. #34
    Klaus Norbert.
    Laufkundschaft

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Es geht doch nicht um eine Optimierung des Konsums, es ginge um Konsumverzicht, beziehungsweise um Konsumverbot, radikale Verzichte, sofort.

    Das passiert nicht, der menschliche Untergang geschieht.

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    2.January 2012
    Beiträge
    183
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Tagesgespräch 2019

    Bolsonaro, Bolsonaro und kein Ende. Kaum einer redet von Morales, obwohl der einiges in Sachen "Zerstörung der Regenwälder" unternimmt.

    https://www.n-tv.de/politik/politik_...e21231783.html
    Boliviens Regierungschef Evo Morales ist ein scharflinker Staatschef. Sein Dekret 3973 befördert die massenhafte Brandrodung des Urwalds. Bolivien ist seither schlimmer unterwegs als Brasilien. Das aber merkt kaum einer, weil Brasiliens Bolsonaro als neues Feindbild der Linken so prächtig taugt.

  11. #36
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.451
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    25

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Die Grundstimmung erinnert mich an die miese Stimmung im Hochmittelalter. Für 1060, 1100, 1200, 1350 und andere Jahre wurde der Weltuntergang prophezeit. Begründung: das sündhafte Verhalten der Menschheit. Ich erkenne hier ein Muster. Heute ist es die Umweltverschmutzungs- und Ausplünderungskeule, die aber in der Substanz nichts anderes ist als das Argument aus dem Mittelalter: Sünde. Die heutige Sündhaftigkeit muß dem aufgeklärten Volk mit Scheinargumenten schmackhaft gemacht werden, Scheinargumente deshalb, weil es bestenfalls Meinungen sind. Tut mir leid, Klausmauß, aber überschätzt Du den Einfluß des Menschen auf das, was die Erde betrifft, da nicht ein bißchen.

    Ein paar Fakten, die Dir meinen Standpunkt verdeutlichen: die Erde mißt etwa 12000 Kilometer im Durchmesser. Wir sind ungefähr 12 Kilometer tief in sie eingedrungen, 0,1%. Wir wissen von dem, was unsere Erde im Inneren zusammenhält nur das, was Physiker von den black boxes wissen, wir vermuten da so allerlei und nehmen wohl an, daß sie viel Eisen enthält. Wir haben von der Erde ungefähr 0,00000000000000000000001% verbraucht. Unser Lebensbereich beschränkt sich bis auf etwa 500 über der Erdoberfläche. Die Hüllen sind ungefähr 120 Kilometer stark. Schon wieder ne 12. In diesen Hüllen befinden sich 0,004% CO2, die meist im Bereich von 100 Metern über den Erdboden herumwuseln, denn CO2 ist schwerer als Stickstoff und etwas leichter als Sauerstoff, der sich eben zuhauf in unseren Lebensbereichen befindet. Wie kann man auch nur glauben, daß wir Menschen in der Lage sein könnten, indem wir CO2 produzieren, der wichtig für Pflanzen ist, irgendetwas in der Natur zu zerstören? Kann mir das jemand erklären? Kann mir jemand erklären, wie man behaupten kann, wir würden unsere Vorräte verbrauchen, wenn wir nur einen Bruchteil der Oberfläche unseres Planeten ankratzten?

  12. #37
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von Klaus Norbert. Beitrag anzeigen
    Es geht doch nicht um eine Optimierung des Konsums, es ginge um Konsumverzicht, beziehungsweise um Konsumverbot, radikale Verzichte, sofort.

    Das passiert nicht, der menschliche Untergang geschieht.

    Sehe ich ganz anders. Der zwanzigjährigen Aktivistin...die mir das Fleisch verbieten möchte, sage ich: "verzichte du doch aufs Handy, denn dort sind Metalle verbaut, für die keine Tiere...aber Menschen ausgebeutet werden".

    Also auch hier gilt; wer im Glashaus sitzt...

    Diese Dummtusse ißt Veggieburger...für die mehr Tiere sterben müssen als für das Original mit Fleisch. An anderer Stelle hatte ich bereits entsprechende Studien verlinkt.

    Wer wil hier wem etwas verbieten? Wer kann von sich sagen er wisse was gut und was schlecht...was erlaubt ist...wasverboten gehört?!?

    Bleiben wir mal bei den Tieren: Tierquälerei gibt es vor allem deshalb...weil es so viele Tierschützer gibt...die glauben dem Guten zu dienen---die aber in Wahrheit die Handlanger Satans sind.

    Da gibt es zB einen Tierschützer...der zwei Jahre in ganz Europa unterwegs war...um zu beobachten wie man in den einzelnen Ländern mit Hunden umgeht. Am schlechtesten geht es ihnen dort...wo es Tierheime und Tierschützer gibt. Er hat darüber ein Buch geschrieben.

    Ich frage dich, Klaus Norbert: wem willst Du was vebieten...und mit welchem Recht? Und was darf man dir verbieten, worauf Du nicht freiwillig verzichtest?. Ich bin nicht generell gegen das Verbot...aber es darf immer nur das letzte Mittel sein. Es gibt in Sachen Tier und Umweltschutz nur ein vernünftiges Werkzeug...und das ist die Bildung. Das ist anstrengend...das ist zäh...aber dafür auch nachhaltig.

  13. #38
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
    Registriert seit
    8.May 2012
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    33
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Tagesgespräch 2019

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Zur Erinnerung, für 1 kg Rindfleisch brauchst zu 7-10 kg Getreide/Soja und 10 000 lt. Wasser.

    Das ist ungefähr die gleiche Menge Wasser, die für die Produktion eines T-Shirts anfällt, nur um das mal ganz wertfrei ins Verhältnis zu setzen

  14. #39
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Also Leute, es wird mir hier einfach zu blöd!

    Robert jongliert mit Zahlen und physikalischen Maßen ohne jeden Bezug zu Fakten und Kausalketten.

    WFCM sophistert über Veggieburger und T-shirts einfach drauf los, ebenfalls ohne jeden Kausalbezug.

    Ich trage meine T-shirts schon 20 Jahre! Isst du dasselbe Stück Fleisch auch 20 Jahre lang?

    Sorry, aber das ist mir einfach zu blöd.

  15. #40
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    29.August 2019
    Ort
    Berlin, Deutschland.
    Beiträge
    24
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Ich frage dich, Klaus Norbert: wem willst Du was vebieten...und mit welchem Recht? Und was darf man dir verbieten, worauf Du nicht freiwillig verzichtest?. Ich bin nicht generell gegen das Verbot...aber es darf immer nur das letzte Mittel sein. Es gibt in Sachen Tier und Umweltschutz nur ein vernünftiges Werkzeug...und das ist die Bildung. Das ist anstrengend...das ist zäh...aber dafür auch nachhaltig.
    Ich verbiete niemanden etwas.

    Es fehlt das Bewußtsein, daß es grundsätzlich, so wie es läuft, auf Dauer nicht funktioniert. Ich weiß, sehr viele Menschen sehen das nicht, wieso auch immer. Wieviel Alarme sollen noch angehen?

    Klar, wir können ja nun die Erde nach innen hin verwerten, bloß auf welchem Planeten leben wir dann weiter? Und in welchen Zuständen?

  16. #41
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.451
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    25

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Meine Äquilibristik sollte nur meine Hauptthese in dieser ganzen Problematik verdeutlichen, meine zwei Hauptthesen:

    1. es gab immer schon Weltuntergangsszenarien, ein Teil der Menschheit lechzt geradezu danach und benutzt immer das gleiche Argument: der sündige Mensch hat schuld am baldigen Untergang der Welt und
    2. wir sind einfach zu winzig und unbedeutend, kosmisch kontextuiert, der Planet kann unser Tun ohne weiteres verschmerzen, da wir nur einen Bruchteil seiner Gesamtheit bevölkern - viele denken hier zweidimensional statt wenigstens dreidimensional, und ausgebeutet haben. Sogar zehn Milliarden Menschen leben letztlich in einer Welt, die riesig für sie ist, jedem stehen hunderte Milliarden Liter Wasser, Luft etc. zur Verfügung, die sich ständig erneuern.

    Ich bin gegen Kinderarbeit (Tshirts aus Bangladesh, Asien und Afrika) und gegen Massentierhaltung (Billigfleisch für den Plebs), was aber nicht bedeutet, daß ich das Ende der Welt kommen sehe. Im Gegenteil, ist es im Vergleich zu den 1980er Jahren nicht viel besser geworden?

    Die einzigen beiden Sachen, die mir angesichts unserer Umweltpolitik wirklich angst machen, sind die riesigen Plastemüllseen in den Ozeanen und die Atomwaffen/AKWs, bei denen es nur eine Frage der Zeit ist, daß da mal was passiert.

  17. #42
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    ad 1.: Ja. Wobei, das Szenario der Klima- und Umweltkatastrophe bedeutet ja nicht den Untergang der Welt, nichtmal der Menschheit, bedeutet aber gravierende Einschnitte in unser Leben und regionale/lokale Katastrophen, die durchaus dreistellige bis vierstellige Opferzahlen im Millionenbereich fordern können.

    ad 2.: Nein. Wir haben nachweislich genug technologische Möglichkeiten die Biosphäre (!) - die ist viel kleiner und verletzlicher als die von dir genannten Zahlenmonster vermuten lassen! - zu schädigen und zu zerstören! Da braucht es nichtmal die Kernkraft und Atomsprengköpfe. Und 10 Mrd. sind auf längere Sicht eindeutig zu viele für diesen Planeten. Denn die wollen schließlich allemal unseren Wohlstand erreichen. Und das geht sich bei aller Technik und Chemie nicht aus.

    Im Übrigen ist es egal, ob der gemessene (!) Klimawandel menschengemacht ist, oder nicht, oder zu welchem Grad. Es ist schlichtweg irrsinnig dumm und kurzsichtig, wenn wir unseren einzigen lebenswerten Planeten zumüllen, die Gewässer verdrecken und ersticken, die Böden versiegeln, vergüllen, das Grundwasser vergiften, die Atmosphäre mit Treibhausgasen anreichern. Das ist nicht die Welt in der ich leben will und die ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen will!

    Es ist aber sowieso alles umsonst. Die Menschheit als Gattung, der Mensch in der Masse, ist unbelehrbar, blöd, gierig und geradezu besessen selbstzerstörerisch. Die Aufklärung ist gescheitert. Der Mensch als Individuum mag in seltenen Fällen vernünftig sein und handeln, als Wesen in der Masse ist er dumm. Unendlich dumm.

    Das ist meine Meinung und ich weiß, dass ich diesmal recht habe. Mein linkes Ohrläppchen kitzelt. Das ist ein untrügliches Zeichen.

  18. #43
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von Klaus Norbert Beitrag anzeigen
    Ich verbiete niemanden etwas.

    Es fehlt das Bewußtsein, daß es grundsätzlich, so wie es läuft, auf Dauer nicht funktioniert. Ich weiß, sehr viele Menschen sehen das nicht, wieso auch immer. Wieviel Alarme sollen noch angehen?

    Klar, wir können ja nun die Erde nach innen hin verwerten, bloß auf welchem Planeten leben wir dann weiter? Und in welchen Zuständen?

    Das ist m.E. der entscheidende Punkt. Verbote ( ohne eine persönliche Einsicht dahinter), dringen nicht ins Bewusstsein.

    Beispiel Parkverbot: mitten in einer belebten Stadt, in der es an Parkplätzen mangelt, gibt es eine Zone...wo das Parken strikt verboten ist - gleichzeitig steht dort aber ein Schild...auf dem zu lesen ist: hier ist das Parken grundsätzlich verboten....damit Rettungsfahreuge im Notfall schneller die Innenstadt erreichen, aber wenn Sie dennoch hier parken...werden Sie weder abgeschleppt...noch haben Sie sonst eine Strafe zu befürchten. Was glaubst Du...wird dort geparkt? Ich sage Dir; da wird von morgens bis abend alles zugeparkt sein - von Menschen, denen die Einsicht fehlt. Ein Verbot mit angedrohten negativen Konsequenzen, sofern ich mich nicht an das Verbot halte...das kann helfen..ja, aber ich kann nicht überall Verbotsschilder aufstellen.. Habe ich einen Nachbarn, der im Rollstuhl sitzt...aber auch Auo fährt...dann parke ich nicht unbedingt vor dessen Haus...auch wnen da kein verbotsschild steht. Es geht um soziale Kompetenz. Vor dreißig Jahren war es das Baumsterben, vor zwanzig das Ozon..heute ist es CO2...und morgen wieder etwas anderes. Man kann immer, unabhängig von einem akuten Notfall, die bessere Wahl treffen.
    Das kann ich aber nur dann...wenn mir alle dazu nötigen Informationen zur Verfügung stehen. Und in den meisten Fällen stehen die uns auch zur Verfügung - meist reicht es aber schon aus den Verstand einzuschalten. Und wenn man bewusst eine für sich selbst scheinbar gute...aber für die Umwelt und Mitmenschen schlechte Wahl trifft...dann sollte man wenigstens dazu stehen. Es ist aber viel angenehmer so zu tun..als hätte man von nichts gewusst.

  19. #44
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Scheuer plant bis 2030 Diesel-und Benzin-Fahrzeuge weitgehenst durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Seine Gegener verlangen 100%, und das möglichst schon vor 2030. Für ein Elektrofahrzeug der Mittelklasse benötigt man eine Ladekapazität von minimum 22KW...und das über ca. acht Stunden. Für die Schnelladung ist eine entsprechend höhere Leistung vonnöten. Für Dauerstrom, um den es sich hier handelt, muss die Haushalt -Zähleranlage mit 16qmm verdrahtet sein-das trifft auf 99% der Zähleranlagen schon mal nicht zu. Das heißt, so gut alle Zähleranlagen müssen umgerüstet werden. Das ist aber das kleinste Problem. Das viel größere Problem, das auch innerhalb der nächsten 10 nicht bewältigt werden kann (weder theoretisch...und schon gar nicht in der Praxis) ist, dass unser Stromnetz noch nicht mal im Ansatz dafür ausgelegt. Selbst nur 10% Elektrofahrzeuge wären nicht zu managen. Wenn heute ein Wohnkomplex von 30 Wohneinheiten mit E-Ladeboxen ausgerüstet wird, muss dafür eigens eine Trafostation errichtet werden. Mit einem intelligenten Lastenmanagement kann ich vielleicht maximal 10 Wohneinheiten handeln. Es ist reiner Populismus...wenn Politiker nun so tun als wären das ernsthafte Ziele. Sie wissen ganz genau, dass das schon aus technischen Gründen nicht umsetzbar ist. Die Technik ist das eine...aber E-Fahrzeuge haben auch keine bessere Umweltbilanz als zB Benzinfahrzeuge. Der Nutzer müsste öfter und längere Strecken als heute fahren, damit das E-Fahrzeug hinsichtlich der Umwelt einen Vorteil bringt. Kann das unser Ziel sein?

    Ziel kann nur sein das Autofahren an für sich möglichst überflüssig zu machen, indem ich attraktive Alternativen anbiete. Die Holländer fahren nicht mit dem Fahrrad weil das die Umwelt schont oder günstig ist, sondern weil sie mit dem Rad deutlich schneller und sichere vorankommen.
    Das Auto ist im übertragenen Sinne ein Relikt aus der Steinzeit. Da unterstütze ich sogar die Grünen...in ihrem Bestreben die Innenstädte von Autos zu befreien. Das macht Sinn, sofern man den Menschen auch vernünftige Alternativen anbieten kann. Und das erwarte ich von der Politik...alternative Konzepte zu entwickeln...neue Wege zu gehen.

  20. #45
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Das mit den E-Autos ist eh der größte Schmäh, sprich fake! Wer den Leuten vormacht, es könne auch nur ein Großteil der heutigen Verbrennungsmaschinen durch e-Motoren ersetzt werden, ist entweder ein Ignorant oder ein Betrüger! Abgesehen davon, dass die Menge an Akkus, Ladestationen und E-Energie viel größeren Ressourcen- und Energieverbrauch bedeutet, als verfügbar, kann das e-Mobil höchstens ein Nischenprodukt sein. In vielen Bereichen ist es sinnvoll, etwa im Stadtverkehr, für Taxis, Paketzusteller etc. Im Fernverkehr, Transportwesen, als Massenverkehrsmittel ist es nicht praktikabel bzw. schlicht wegen der großen Zahl an KfZ, die niemals mit Akkus ausreichender Kapazität bestückt werden könnten, unrealistisch.

    Wenn wir wirklich weg vom fossilen Verbrennungsmotor wollen, gibt es aktuell nur Limitierung des Individualverkehrs unter gleichzeitiger Offerierung öffentlicher Alternativen wie Bahnen, Busse, Sammeltaxis etc. Aber das ist politisch nicht durchsetzbar. Da könnte man auch die Rationierung des Fleischkonsums beschließen, das würde keine Regierung überleben! ;-)))

  21. #46
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat eulenspiegel

    Wenn wir wirklich weg vom fossilen Verbrennungsmotor wollen, gibt es aktuell nur Limitierung des Individualverkehrs unter gleichzeitiger Offerierung öffentlicher Alternativen wie Bahnen, Busse, Sammeltaxis etc. Aber das ist politisch nicht durchsetzbar. Da könnte man auch die Rationierung des Fleischkonsums beschließen, das würde keine Regierung überleben! ;
    ja, das wäre der richtige Weg. Ich bin da auch gar nicht so pessimistisch...denn die heranwachsende Generation setzt ganz andere Prioritäten. Für die jungen Leute sind Geld und Statussymbole nicht mehr so wichtig. Work-Life-Balance steht bei ihnen ganz oben auf der Liste. Dadurch verändert sich die Arbeitswelt - und im Windschatten dieser auch das Bewegungsverhalten im Verkehrsraum. Die Menschen werden künftig nicht mehr innerhalb festgelegter Zeitfenster und an einem bestimmten Ort arbeiten. Sie werden viel alleine und in den eigenen vier Wänden arbeiten und sich nur noch projektbezogen zur Zusammenarbeit mit Kollegen treffen. Sie arbeiten auch nicht mehr nur für eine Firma...sondern am Projekt x für Firma A und am Projekt y für Firma B. Sie fahren Bahn und Rad, haben gar kein eigenes Auto mehr...sondern greifen bei Bedarf auf einen Fahrzeugpool zu.

    Im Prinzip sind wir schon mitten drin in diesem Prozess. Der digitale Wandel wird die Hälfte der jetzigen Arbeiter überflüssig machen - alleine deshalb fallen schon viele Berufspendler weg. Die, die dann keine Arbeit mehr haben...werden dennoch keine Abstriche machen müssen...weil die anderen so viel verdienen, dass sie denen...die das Bedingungslose Grundeinkommen beziehen, locker ein schönes Leben ermöglichen können.

    Von den BG Empfängern werden sich sehr viele sozial engagieren...schon alleine deshalb...weil sie ihrem Leben einen Sinn geben möchten und den Tag füllen müssen. Diese Dienste werden sie in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft leisten, sodass zB viele Fahrten von Sozialdiensten entfallen...um nur mal ein Beispiel zu nennen.

    Der gesellschaftliche Wandel wird also maßgeblich das Bewegungsprofil des Individuums verändern.

    Und da gibt noch etwas, das mich positiv stimmt: auch die Politiklandschaft befindet sich in einem Wandel - es wird keine Volkspartein und keine königstreuen Wähler mehr geben. Den einzelnen Parteien bleibt gar nichts anderes übrig als stets nah am Bürger und auf der Höhe der Zeit zu sein. Kein Wähler ist ihnen sicher - und der, der sie heute noch wählt...der kann morgen schon ihr erbitterster Feind sein. Sieht man teilweise heute schon...wenn zB Wähler von der Linken zur AfD...oder von der CDU zu den Grünen wandern. Es wird also wie in der Arbeitswelt projektbezogen zusammengearbeitet. Das gleiche gilt für Länder und Kommunen. Das Auto, da bin ich mir sicher, wird in 30 Jahren keine große Rolle mehr spielen. Falls es das Auto dann überhaupt noch gibt...wird man sich vermutlich rechtfertigen und diverse Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen....wenn man denn eines benutzen möchte. Es wird so ähnlich sein wie heute mit dem Rauchen. Zunächst darfst Du nicht mehr überall rauchen...sodass du dort...wo du es darfst...öffentlich zur Schau gestellt wirst. Also kein Verbot im eigentlichen Sinne..."nur" eine Stigmatisierung...die dich auf stur schalten lässt...oder dich in deinem Willen mit dem Rauchen aufzuhören beflügelt.

    So wie der heutige Verkehr einer gesellschaftlichen Entwicklung geschuldet war und ist...wird der kommende Wandel einen ganz anderen Verkehr mit sich bringen. Nicht nur einen anderen Straßenverkehr...sondern auch wie wir beruflich und gesellschaftlich miteinander verkehren. Und empirisch betrachtet wurde die Welt mit jeder Generation eine bessere (von kleinen Dellen mal abgesehen) - und so bin ich optimistisch, dass das in der Retrospektive so bleibt. Das ist nur möglich...weil jede neue Generation von der alten Generation lernt - vor allem aus den Fehlern...die diese machte. Unsere Fehler sind unübersehbar, da kann man nur draus lernen.

    Übrigens hat auch Schengen, und darüber reden Politiker natürlich nicht gerne, den Verkehr und das Klima sehr negativ beeinflusst. Durch Schengen wurde der Transport per LKW erst so richtig interessant. Deshalb mal ein Vorschlag von mir:

    Man könnte das Schengen-Abkommen dahingehend modifizieren, dass man den Grenzverkehr nur dann erleichtert, wenn die Grenzen möglichst klimaschonend übertreten werden. Also Warentransporte per Schiff und Bahn freie Fahrt, während LKW's das Prozedere der Kontrolle durchlaufen müssen. Man kann an so vielen Stellschrauben drehen...dazu muss man nicht immer gleich Verbote aussprechen - oft hilft es, den Menschen bei der Wahl ihrer Mittel die Entscheidung zu erleichtern.
    Geändert von anderedimension (15.09.19 um 00:57 Uhr)

  22. #47
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    516
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Die Richtung dürfte stimmen, doch bin ich nicht so optimistisch wie du. In den Städten werden die jungen Leute zunehmend auf Autos verzichten. Auf dem Lande sieht das noch anders aus. Dort sind die Leute auf das eigene Auto angewiesen: zum Pendeln zur Arbeit oder nächsten Bahnstation, für Besorgungen, Kindertaxi usw. Und selbst wenn viele auf das eigene Auto verzichten, der Gesamtanteil an Emissionen aus dem Individualverkehr wird kaum sinken: Autopools, LKW-Transporte, Reisen per Auto und Flugzeug, globaler Warenverkehr, mehr Autos in heutigen Entwicklungs- und Schwellenländern werden dafür sorgen, dass der Gesamtausstoß an Klimagasen aus dem Verkehr nicht weniger wird. Die e-Mobilität ist, wie gesagt, ein nichteinlösbares Versprechen.

    Auch bei der Umstellung der Arbietswelt bin ich nicht so zuversichtlich. Die vielen wegfallenden Fixanstellungen werden durch prekäre Jobs ersetzt werden. Viele werden von H4 oder BG leben müssen, nie einen eigenen Rentenanspruch erwerben und immer mehr auf Wohltätigkeit und staatliche Alimentierung angewiesen sein. Die postindustrielle Welt wird eine sein, die immer mehr Abhängigkeiten und weniger Freiheiten schaffen wird. Der Trend zur Urbaniserung wird stärker werden und diese Abhängigkeiten zusätzllich verstärken. Vom Gemüse auf dem eigenen Balkon wird niemand leben können.

    Ich bin bei dir, dass die Digitalisierung, die drohende Klimakrise, der Umbau der Gesellschaften mehr Chancen bietet, als wir heute ahnen. Wollen wir diese Herausforderungen bewältigen, müssen wir eine historisch nie dagewesene Offensive für neue, nachhaltige Technologien, Nutzung neuer Energieträger, Vermeidung unnötiger Reisen und Transporte bei gleichzeitiger Steigerung der Vernetzung usw. usw. starten! Leider scheinen Politik und große Teile der Wählerschaft wie gelähmt und schreckstarr. Wir haben nicht unendlich Zeit. Wenn wir den Umschwung nicht innert der nächsten 10-20 Jahre schaffen - und nichts spricht dafür - wird es zu spät sein für die meisten. Wenn das Klima erstmal kippt, hilft auch keine Energiewende und keine Digitalisierung mehr.

  23. #48
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    29.August 2019
    Ort
    Berlin, Deutschland.
    Beiträge
    24
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Das Problem ist, daß ja keine Zeit mehr ist. Je länger gewartet wird, desto schwerer wird es später. Ein Dilemma. Für die Jungen.

    Ich sehe, die Nachbarin empört sich über die Klimadelegierte, die im Großwagen fährt, und sie soll Rad fahren. Der Großteil der Leute hier will auf gar nichts verzichten. Sie sind nicht bereit, sie wissen ja gar nicht, wofür.

    Helmut Schmidt hörte ich gestern, im Alter kann man nur Pessimist sein.

  24. #49
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.209
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Schmidt war eben "nur" Politiker (wenn auch ein guter), kein Philosoph.

    Gerade im Alter ist man eher Optimist, denn man selbst ist doch der beste Beweis, dass man alt werden kann - trotz aller Horrorszenarien...die einem in jungen Jahren aufgetischt wurden. Was Schmidt meinte, das ist die Aussicht was die eigene Zukunft angeht. Das hat aber nichts mit Optimismus oder Pessimismus zu tun...sondern das ist einfach nur eine gesunde und realistische Einschätzung der Situation. Pessimistisch kann man nur dann sein, wenn Optimismus eine denkbare Alternative wäre.

    Und wer sagt, dass keine Zeit mehr ist? Das kling immer so...als hätten wir die ganzen Jahre in Sachen Klimaschutz nichts getan. Wir haben zu wenig getan, ohne jeden Zweifel, aber selbst wenn wir von heute auf morgen alles umsetzen würden...was technisch umsetzbar ist, würde das die Klimaentwicklung (global betrachtet) kaum bis gar nicht positiv beeinflussen. Wenn die Inder, die Chinesen, die Afrikaner nicht mitmachen...passiert gar nichts. Und die, die das Klima retten wollen, die wollen auch die Menschen retten, die heute weder eine nennenswerte Industrie noch Autos haben. Wer das Klima retten will, der muss sich darin üben Menschen sterben zu lassen, die dem Tode geweiht sind. Das wäre eine ehrliche Diskussion, aber die wird nie geführt werden - wetten?

  25. #50
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    29.August 2019
    Ort
    Berlin, Deutschland.
    Beiträge
    24
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    Schmidt war eben "nur" Politiker (wenn auch ein guter), kein Philosoph.

    Helmut Schmidt hat sich sehr mit Philosophie beschäftigt, laut Spiegel waren ihm vier "Hausapotheker", drei Philosophen und ein Soziologe, zu diversen Zeiten seines Lebens wichtig.


    https://www.spiegel.de/geschichte/he...-a-948054.html

+ Antworten

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •