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Thema: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

  1. #51
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Unbestritten. Ich wollte dem guten Herrn Schmidt auch nicht seine Kompetenz in dieser Frage absprechen...sondern nur darauf hinweisen, dass ein Philosoph sich anders ausgedrückt hätte. Der Philosoph hat eher das Große und Ganze...und weniger sich selbst im Blick. Schmidts Pessimismus bezog sich auf seine eigene Zukunft...bzw auf Menschen in seinem Alter. Und gerade alte Menschen sind doch Zeitzeugen dafür, dass die Welt von Tag zu Tag besser wird - nicht unbedingt auch immer gefühlt, aber ganz objektiv betrachtet ist es so. Und von einem intelligenten Menschen, der Schmidt nun mal war, kann man erwarten das so auch zu sehen.

  2. #52
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik/One Way Package Generation

    Nachdem bei hart aber fair mal wieder so ein Dummbatz von Umweltaktivistin zu Wort kam...deren Sprachschatz aus drei Sätzen bestand ( Wir müssen das Pariser Klimaabkommen einhalten. Die Politik tut zu wenig. Die "Alten" sündigen zu Lasten der jungen Generation)), die sie im Laufe der Sendung wiederholte....habe ich mal ein paar Beispiele zusammengetragen...warum man solche Leute, so wie auch die ganze Friday for Future Bewegung, nicht ernst nehmen kann:

    One Way Package Generation
    Fridays for Future Bewegung - Umweltsünder Nr 1



    Zitat Bayerischer Rundfunk

    Klimaschutz bleibe "ein ideologisiertes Thema", solange man in der Gesellschaft dazu "keine Ehrlichkeit" entwickle. Mit diesen Aussagen in der Münchner Runde (29. Mai 2019) versucht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Ball an die jugendlichen Kritiker seiner Klimapolitik zurückzuspielen. Diese Kritik wird zur Zeit vor allem durch die "Fridays for Future" sichtbar.


    "Der Münchner Flughafen meldet derzeit Rekord von jungen Fliegenden, also noch nie waren [es] so viele junge Menschen, die geflogen sind. Gleichzeit sagt man aber, Fliegen ist schlecht." Markus Söder, Ministerpräsident Bayer
    https://www.br.de/nachrichten/deutsc...steigt,RTws9nB


    Zitat Reset

    Umweltproblem: Mobiltelefon


    Inzwischen hat fast jeder in Deutschland ein Mobiltelefon zur Verfügung. Und die Verlockung ist groß, sich regelmäßig das neueste Modell zu besorgen, weil dies noch ein paar Funktionen mehr hat oder einfach die Optik gefällt. Aber wer macht sich bei einem Neukauf schon Gedanken darüber, aus welchen Bestandteilen sich das Gerät zusammensetzt und welche ökologischen und sozialen Probleme durch jeden Kauf verursacht werden!
    Coltan-Abbau und die Folgen für Mensch und Natur
    In jedem Handy steckt eine Vielzahl an Metallen und seltene Erden wie z.B. Tantal, Gold, Palladium, Silber, Kobalt und Kupfer. Auf 1000 Handys hochgerechnet haben die Rohstoffe einen nicht unerheblichen Wert: Bei Tantal sind das 912 Euro, bei Gold 758, 147 Euro Palladium, 122 Euro Silber, 90 Euro Kobalt und 47 Euro Kupfer. Problematisch daran ist vor allem, dass bei der Gewinnung der Rohstoffe in den seltensten Fällen Umweltstandards und Arbeiterrechte berücksichtigt werden.


    Das Beispiel Tantal macht dies deutlich: Für die Produktion von Mobiltelefonen wird unter anderem das seltene Metall Tantal verwendet, da es sich zur Herstellung leistungsfähiger Kondensatoren bestens eignet. Die Funktion dieser Bauteile besteht in der Speicherung elektrischer Ladungen. Gewonnen werden kann Tantal aus dem Erz Coltan, welches zu einem erheblichen Teil in Zentralafrika, insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo (DRC), abgebaut wird. Die Hälfte des weltweit geförderten Coltans stammt aus dem Kongo und seinen Nachbarstaaten. Das Erz aus dem Kongo ist vergleichweise günstig zu haben: die Kosten des Abbaus im Kongo leigen bei rund 20 Dollar pro Tonne, in Australien, Kanada oder den USA sind sie fünfmal so hoch.
    Die starke Nachfrage nach diesem Rohstoff ist eine der entscheidenden Ursachen für den Kongokonflikt, der auch nach dem offiziellen Kriegsende 2008 in der Region Kivu weitergeführt wird. Die Geldmittel aus dem Bergbau finanzieren die Kombattanten und deren Waffen und begünstigen so die Fortführung der kriegerischen Auseinandersetzungen, die bereits mehr als 5 Millionen Opfer gefordert haben. Zu den Kriegsfolgen kommen die inhumanen Arbeitsbedingungen, mit denen die Minenarbeiter nicht nur im Kongo konfrontiert sind: Der überwiegende Anteil der mineralischen Rohstoffe stammt aus Abbausstellen, in denen die Förderung durch bloße Handarbeit erfolgt. Der Mineralstaub belastet die Lungen der Arbeiter dabei erheblich und unzureichende Absicherungen der Minen haben immer wieder Erdrutsche mit teils tödlichem Ausgang zur Folge. Kinder sind bei diesen Bedingungen ebenfalls tätig und versuchen so, ihre Familien mit zu versorgen
    https://reset.org/knowledge/umweltproblem-mobiltelefon


    Zitat Ingenieur.de


    Sind E-Scooter tatsächlich Klimasünder?
    E-Scooter gelten als vermeintlich klimafreundliche Alternative. Doch stimmt das wirklich? Wie verhält es sich genau mit der Klimabilanz dieser Fahrzeuge? Eine Forschergruppe aus den USA kam zu dem Ergebnis: Es sind Klimasünder.


    Viel CO2 entsteht durch Material, Herstellung, Sammlung und Verteilung
    Ihre Untersuchungen beziehen sich auf die Hauptstadt des US-Bundesstaates North Carolina. Die Stadt Raleigh ist die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates mit mehr als 460.000 Einwohnern. Die Forscher sind sich sicher, dass die Ergebnisse durchaus auf eine Vielzahl von Standorten übertragen werden können. Als funktionale Einheit für die Studie wählten sie eine zurückgelegte Passagiermeile. Die ist eine gängige Maßeinheit für die Beförderungsleistung bei der Ortsveränderung von Personen, beziehungsweise Passagieren. In Deutschland würde man zum Vergleich mit dem Passagierkilometer arbeiten


    Die Forscher fanden heraus, dass für die meisten CO2-Emissionen im Lebenszyklus des elektrischen Rollers Herstellung und Material verantwortlich sind. Danach folgen die Sammlung und Verteilung sowie das Aufladen. So beträgt die durchschnittliche Auswirkung auf die globale Erwärmung 202 Gramm CO2-Äquivalent pro Passagiermeile. Das CO2-Äquivalent beschreibt das Maß für das Treibhauspotenzial einer Substanz. Davon lassen sich 50 % auf Material und Herstellung sowie 43 % auf die Auswirkung von Sammlung und Verteilung zurückführen. Der für den Roller benötigte Strom macht dagegen nur 4,7 % der Gesamtsumme aus.


    65 % mehr Emissionen durch E-Scooter
    Im Rahmen der Studie befragten die Forscher E-Scooter-Nutzer aus Raleigh. Ihr Ergebnis: Nur 34 % von ihnen hätten statt des Rollers das eigene Auto oder einen Ride-Sharing-Dienst wie Uber verwendet. 11 % hätten den Bus genommen, 7 % wären Zuhause geblieben. Die meisten allerdings wären früher zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Das bedeutet, in etwa zwei Dritteln aller Fälle verursachen die E-Scooter mehr Klimagase als die zuvor genutzten Alternativen. Die Forscher stellten fest, dass mit der Verwendung der Roller – inklusive des Lebenszyklus – 65 % mehr Emissionen entstehen. Ein Bus mit hohem Fahrgastaufkommen, ein Elektrofahrrad oder ein Fahrrad wirken sich pro zurückgelegter Passagiermeile deutlich weniger negativ auf die globale Erderwärmung aus.

    https://www.ingenieur.de/technik/fac...-klimasuender/

    Zitat Spiegel.de

    Junge Menschen sind umweltbewusst - handeln aber nicht danach
    Lieber Konsum als Umweltschutz: Junge Menschen in Deutschland sind einer Studie des Umweltbundesamts zufolge zwar an einer intakten Umwelt interessiert - dafür zu verzichten, fällt ihnen aber schwer.
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/se...a-1073895.html

    Zitat Deutschlandfunk

    Abfall im öffentlichen Raum
    Vermüllung aus Bequemlichkeit


    Früher waren es die Hundehaufen, heute verunreinigt zunehmend Verpackungsmüll die Parks und Straßen größerer Städte. Laut einer Studie lassen vor allem junge Leute zwischen 21 und 30 ihren Müll fallen, wo sie gerade gehen und stehen. Die richtige Gestaltung von Abfalleimern kann offenbar Abhilfe schaffen

    https://www.deutschlandfunk.de/abfal...icle_id=416487

    Zitat weather.com

    "Problem ist gravierend": Warum Festivals zur Umweltsünde werden

    Wenn die letzten Töne verklungen sind und die Festivalbesucher übermüdet den Heimweg antreten, bietet sich auf vielen Festivalplätzen ein schauriges Bild: Überall liegen Zelte, Klappstühle, Flaschen, Essensreste - die einst grünen Wiesen gleichen Müllhalden. Bis der letzte Zigarettenstummel weggeräumt und das Gelände wieder begehbar ist, dauert es meist mehrere Tage. Woher kommt der Müll, bleibt immer mehr liegen und was wird dagegen getan


    Zitat waz.de

    Studie


    Junge Deutsche wollen nachhaltig leben, tun aber wenig dafür
    https://www.waz.de/politik/junge-deu...213215847.html

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    Sollte zunächst mal reichen, auch wenn ich da noch so Themen hätte wie " Umweltvergiftung durch Haare färben" usw...wo diese Klimamädchen ja auch kräftig mitmischen - als Sünderinnen versteht sich...nicht im Sinne einer Aufklärung...


    Also alles Themen...wo gerade die "junge Generation" Hauptübeltäter ist.

    Sie wollen den SUV verbieten...weil sie selbst (noch) keinen fahren. Sie wollen die Mietpreisbremse...weil sie selbst (noch) kein Eigentum haben...usw.../wie schnell sich so etwas ändern kann, dafür ist Joschka Fischer immer noch ein gutes Beispiel - aber auch viele andere...und gerade GRÜNE.

  3. #53
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Schmidts Pessimismus bezog sich auf seine eigene Zukunft...bzw auf Menschen in seinem Alter. Und gerade alte Menschen sind doch Zeitzeugen dafür, dass die Welt von Tag zu Tag besser wird - nicht unbedingt auch immer gefühlt, aber ganz objektiv betrachtet ist es so. Und von einem intelligenten Menschen, der Schmidt nun mal war, kann man erwarten das so auch zu sehen.

    Schmidts Pessimismus bezog sich auf Menschen, die etwas für eine Realität halten, und dies nicht als ihre persönliche Haltung betrachten, sondern als allgemein wie gültig.

    Meiner Wahrnehmung nach, bezog sich sein Pessimismus nicht auf seine eigene Zukunft, er war alt und wußte es, da gab es keine Zukunft mehr.


    Wer kann sagen, daß die Welt besser wird? Welche Maßstäbe werden denn da wo angelegt? Wieviele Maßstäbe braucht man, um Milliarden Welten nach wie objektiv besseren Welten zu messen?

  4. #54
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik/One Way Package Generation

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Sollte zunächst mal reichen, auch wenn ich da noch so Themen hätte wie " Umweltvergiftung durch Haare färben" usw...wo diese Klimamädchen ja auch kräftig mitmischen - als Sünderinnen versteht sich...nicht im Sinne einer Aufklärung...


    Also alles Themen...wo gerade die "junge Generation" Hauptübeltäter ist.


    Sie sind Humorist. Und ein guter.

  5. #55
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Also das ist ja wieder mal Ablenkung vom Feinsten. Wie immer, wenn es darum geht, etwas zu verändern, gehen die Sandkastenspiele los.

    'Die Mimi hat mir die Schaufel weggenommen.'
    'Der Maxi hat mein Sieb geklaut.'
    'Der Bubi hat mit Sand geschmissen.'
    'Die Moni spielt nicht mit.'
    usw.

    Wie im Kindergarten.

    Fakt ist: Meine Generation - die Woodstock-68-Hippie-make love not war-flower power' Generation, hat es verbockt. Keine Generation ist mit hehreren Vorsätzen gestartet und krachender gescheitert.

    Fakt ist: Meine Generation ist für all die aufgezeigten Umweltsünden verantwortlich.

    Fakt ist: die FFF-Bewegung hat natürlich noch keine konkreten Ergebnisse aufzuweisen - wie sollte sie auch? - sie hat aber unsere Schlafmützen und Schönredner in den Parlamenten und Gemeindestuben aufgeweckt und aufgeschreckt und treibt sie vor sich her. Plötzlich geriert sich eiin Söder als Urvater aller Grünen, plötzlich überschlagen sich - unausgegorene und nicht ernstgemeinte - Vorschläge zur Klimarettung, plötzlich ist das Thema auf Platz eins der Agenda, plötzlich labern all die Dummschwätzer bei Lanz über Illner bis Maischberger und Co. übers Klima.

    Fakt ist auch, dass die 'junge Generation' - alle bis 20, 25, 30 ??? - so aufgewachsen ist, wie sie ist: kennt kein selbstgekochtes Essen, weil Mami arbeiten war, die Eltern auf Selbstverwirklichungstrip. Die Tiefkühlpizza und der Burger waren und sind deren Standard. Zu Fuß gehen oder Öffi benützen? Wieso, die Helikoptereltern fuhren sie doch mit dem SUV überall hin. Handyverzicht? Wieso, von klein auf mussten sie für Mami überall und zu jeder Zeit erreichbar sein. Heute surfen sie natürlich 23 h pro Tag im Netz, saugen sich Videos und Audioclips runter und und und. So sind sie aber aufgewachsen!

    Dass sie - ich bin Realist, meine Umwelt sagt Pessimist - genauso auf dem Bauch landen werden wie wir, weil die erdrückende Mehrheit ihrer Generation eben nicht auf Handy, SUV, Flugticket, Burger, Pizza und social media verzichten will und wird, das steht für mich fest.

    Kurz: die Jungen sind nicht besser als wir. Sie sind so wie wir: 'wir' haben unsere Alten ja auch mit Vorwürfen überschüttet - Spießer, Nazimitläufer, Kriegsverbrecher - und haben selbst in Kommunen Kinder missbraucht, Frauen vergewaltigt, Gewalt angewendet oder unterstützt - RAF und dgl. - und dabei Hippielieder gesungen. Aber diese Jungen haben ein Bewusstsein für das, was falsch läuft, sie haben ein Bewusstsein geweckt, das die Agenda bestimmt.

    Mehr ist 'realistisch' gesehen auch nicht drin.

    Eine echte Systemwende, ein ökologisches Wirtschaften, Konsumieren und Leben wird es vor der 'Katastrophe' nicht geben. Der Mensch ist dumm. Und lernt nur aus Katastrophen. Und das nur für sehr kurze Zeit.

  6. #56
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Na ich glaube nicht, dass das nur eine einzige Generation verbockte. Mir geht es nur darum darauf aufmerksam zu machen, dass wir...die Gesellschaft...eine verlogene Diskussion führen. Wenn man wirklich etwas verändern will, dann müssen auch alle Wahrheiten auf den Tisch. Und eine dieser Wahrheiten ist, dass die Anhänger der FfF Bewegung stets auf andere (Autofahrer, die ältere Generation, die Industrie, Trump, die Politiker allgemein, die Fleischesser...usw) zeigen, während sie selbst nicht dazu bereit sind auch nur im geringsten Maße auf Bequemlichkeiten, die zu Lasten der Umwelt gehen, zu verzichten. Die oben zitierten Beispiele belegen das. Will man als glaubwürdig gelten, dann sollte man erst mal bei sich selbst anfangen. In der Sache unterstütze ich die FfF - Bewegung, jedoch nicht in ihrer Argumentation und Vorgehensweise. Sie werden zum Teil von ihren grünen Eltern und Lehrern instrumentalisiert...das ist mir schon klar, aber das darf keine Entschuldigung sein.

  7. #57
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    [QUOTE=Klaus Norbert;29397]Schmidts Pessimismus bezog sich auf Menschen, die etwas für eine Realität halten, und dies nicht als ihre persönliche Haltung betrachten, sondern als allgemein wie gültig.

    Meiner Wahrnehmung nach, bezog sich sein Pessimismus nicht auf seine eigene Zukunft, er war alt und wußte es, da gab es keine Zukunft mehr.


    Wer kann sagen, daß die Welt besser wird? Welche Maßstäbe werden denn da wo angelegt? Wieviele Maßstäbe braucht man, um Milliarden Welten nach wie objektiv besseren Welten zu messen?[/QUOTE]

    Beantworte ich gerne - der Einfachheit halber über einen Link

    https://www.faz.net/aktuell/wirtscha...-15524076.html

    https://www.deutschlandfunkkultur.de...icle_id=437861


    ich könnte stattdessen auch einfach nur fragen in welchem Jahrhundert Du leben wolltest, könntest du es dir aussuchen

  8. #58
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Natürlich ist nicht eine einzige Generation an allem schuld. Meine Generation hatte aber so viele Möglichkeiten, es besser zu machen, wie noch keine vor ihr - Bildung, Aufklärung, technische Möglichkeiten, Demokratie, Meinungsfreiheit etc. - und hat eben so gut wie nichts daraus gemacht. Das muss man sich ehrlich eingestehen, bevor man auf andere (FFF, Grüne, etc.) zeigt. Obwohl ich persönlich seit 30 Jahren auf manches verzichte, was heute als klimaschädlich erkannt wird, muss ich mich auch selbst bei der Nase nehmen, weil ich doch noch viel nutze von diesem System, das ich ablehne - allein, dass ich hier poste, ist ja schon ein Sündenfall. Ja, natürlich sind die FFF-ler zum Großteil scheinheilig und selbstgerecht, natürlich ist das alles inzwischen zum Hype verkommen, der selbst schon wieder kommerziell ausgeschlachtet wird .....

    Aber immer noch besser, als nichts.

    Stell dir eine Partei vor, die folgendes Programm verträte:

    - ökologisch faire und nachhaltige Preise für Energie und Rohstoffe (incl. Kosten f. faire Löhne, ökologische Produktion und Entsorgung/Recycling)
    - hohe Zölle für den Imiport von Fleisch, Soja, Mais, Speiseöle, Textilien, Schuhe etc. - Verbote wären noch besser
    - Fleisch nur aus regionaler, tiergerechter und biologischer Produktion
    - Verbot von Tiertransporten über mehr als 50 km
    - Förderung für Bekleidungsproduktion im Inland
    - kostendeckende PKW und LKW-Maut (incl. Kosten für Errichtung und Erhaltung des Strassenetzes)
    - Hochbesteuerung von Flugreisen, Kreuzfahrten, Busreisen etc.
    usw.

    Hier brech ich mal ab. So eine Partei würde von allen Seiten als ökofaschistisch, rechts-bis-linksextrem, antidemokratisch und nach Belieben als nazistisch bis stalinistisch-marxistisch denunziert und vernichtet und würde vom Wähler nichtmal 1% der Stimme bekommen, obwohl das alles nötig wäre, wenn man wirklich was gegen die Klimakatastrophe unternehmen wollte. Das aber scheitert schon allein daran, dass solche Maßnahmen nur global wirksam würden. Solange national jeder vor sich hinwurschtelt, geht da gar nichts.

    Fazit: wenn wirklich effektiv gegen den Klimawandel vorgegangen werden müsste, ginge das nur über eine globale Diktatur. Und das ist völlig ausgeschlossen. Und deshalb werden alle Bemühungen in diese Richtung nichts ausrichten.

  9. #59
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Das kann ich mir sehr gut vorstellen - und glaube sogar, dass eine solche Partei auch jede Menge Wähler hinter sich versammeln kann...sofern sie die soziale Gerechtigkeit nicht aus dem Auge verliert. Ohne die wird es nicht gehen. Wenn man all das umsetzt, ohne auf der anderen Seite für einen sozialen Ausgleich zu sorgen, wirst du eine Spaltung der Gesellschaft erleben...wie sich das keiner wünscht. Wenn man all das umsetzt, das Du forderst, wird der grüne Professor sagen "gut gemacht"...denn an seinem Leben ändert sich nichts. Er wird weiterhin fliegen, sein Steak essen und sich in feinster Schurwolle kleiden. Bei seinen Kreuzfahrten wird er wie gewohnt eine Außenkabine mit Balkon bewohnen. Für den Professor ändert sich rein gar nichts. Aber das Leben des Geringverdieners wird sich grundlegend verändern. Der wird noch nicht mal mehr zehn Jahre auf einen Kreuzfahrt hin sparen können. Eine klimatisch gesunde Welt, die von einer vergifteten Gesellschaft bevölkert wird, die macht nicht wirklich Sinn.

    ich ergänze um ein von mir schon oft bemühtes Beispiel (wie man es nicht machen sollte)

    Seine PV-Anlage lässt sich der grüne Professor über Fördermittel und Einspeisevergütung zu 100% vom Geringverdiener finanzieren. Eine größere soziale Ungerechtigkeit gab es in der Geschichte der BRD weder davor noch danach. Man kann also mit gutem Gewissen von asozialer Politik reden. Aber nicht nur dieses Gesetz, auch der grüne Professor ist asozial, denn auf der einen Seite fordert er, dass der Einzelne mehr Verantwortung übernimmt...während er seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Er ist kein Idealist, der sich aus Überzeugung und aus seinem Verantwortungsbewusstsein heraus eine PV Anlage aufs Dach nagelt...und deshalb auch bereit ist dafür ein finanzielles Opfer zu bringen - nein, er profitiert auch noch davon - und diesen Profit bescheren ihm die, die kein eigenes Dach haben....über den Strompreis. Und alles, das Du vorschlägst, ginge in die gleiche Richtung...

    Die SPD wäre prädestiniert für ein solche Politik - wäre, weil man aktuell mehr mit sich selbst beschäftigt ist und das Feld nicht bespielt. Was aber allen Parteien fehlt, das sind innovative und mutige Ideen. Ideen, die nicht nur Sinn machen...die die Bürger auch begeistern und mitnehmen. Das ist wie mit dem Sport...den man ausübt weil man abnehmen muss. Am Anfang eine Quälerei, dann eine Selbstverständlichkeit - und bei manchem gar irgendwann eine Sucht...sodass das eigentliche Ziel erreicht wird, obwohl es gar nicht mehr im Vordergrund steht.

    ich werfe mal so eine, eben aus dem Bauch entwickelte Idee in den Raum: wie wärs mit einem Sozialfaktor, der überall gültig ist und jedes Jahr (im Zuge der Lohn-Einkommenssteuererklärung) neu berechnet wird?!? So hat zB der Geringverdiener einen Faktor 0,75 und der Gutverdiener einen von 1,25. Dieser Faktor gilt überall...ob ich nun ins Schwimmbad gehe, einen Flug buche, oder im Supermarkt einkaufe. Der Geringverdiener zahlt 75 statt die eigentlichen 100 Euro für seinen Einkauf, während der Gutverdiener 125 Euro bezahlt. So kann sich der Geringverdiener das hochwertige Fleisch (zum Wohle des Tieres) leisten. Ich tue also etwas für die Umwelt und sorge nebenbei für mehr Gerechtigkeit. Das gäbe es viele Möglichkeiten---man muss es halt angehen.

    Aktuell sind wir mit Schuldzuweisungen beschäftigt, bzw blockiert. Wer wo wann was verbrochen hat...Shit happens, damit sollten wir uns nicht länger aufhalten. Alle haben Fehler gemacht. Jetzt geht es darum nach vorne zu denken und möglichst viele Leute mit ins Boot zu nehmen. Und vor allem im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten. ich kann nicht von Land A verlangen, dass es die gleichen Maßnahmen ergreift wie Land B, wenn sich Land A (noch) auf einer ganz anderen Entwicklungsstufe befindet als Land B

    Mir ist kein Feldherr bekannt, der in einem hysterischen Aufmarsch auch nur ein Schlacht gewinnen konnte. Sie zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass sie stets Ruhe bewahrten...war die Lage auch noch so dramatisch. Eine Grundvoraussetzung...um strategische Überlegungen anstellen zu können.

    Zum SF (Sozialfaktor). Der Händler bekommt am Ende immer Faktor 1, also den ausgezeichneten Preis bezahlt. Kaufen von 100 Kunden 70 mit Faktor 0,75 ein, dann bekommt er die Differenz über die Steuer ausgeglichen. Umgekehrt natürlich auch. Für den Händler hat es den Vorteil, dass er unterm Strich höherwertigere Ware als bisher anbieten kann - ohne Angst haben zu müssen darauf sitzen zu bleiben. Er kann es sich so eher leisten auf regionale Anbieter und Erzeuger zu setzen.

    Man sollte Gerechtigkeit möglichst unmittelbar und direkt vor Ort schaffen. So nimmt man den Reichen die Möglichkeit sich über Steuertricks der Verantwortung zu entziehen. Und der "Bedürftige" bekommt eine Art "Sofortrabatt"...muss nicht erst tausend Anträge ausfüllen um zu seinem Recht zu kommen. Was übrigens auch Wege und somit Co2 einspart. Natürlich wird es auch Konsumenten geben...die durch ihren SF mehr statt höherwertig kaufen...aber solche Menschen gibt es immer, egal in welchem System. Das sollte aber nicht als Anlass dienen alle unter Generalverdacht zu stellen.

    In einem Punkt stehe ich der o.g. Aktivistin allerdings bei: Elektro-statt Diesel und Benzin-Fahrzeuge kann nicht die Lösung sein. Weniger Autos muss das Ziel sein - und das erreiche ich nur...wenn ich Alternativen zum Auto anbiete...oder bereits vorhandene Alternativen attraktiver gestalte. Einen solchen politischen Willen kann ich nicht erkennen - der Vorschlag der Koalition...höhere Tankpreise über die Pendlerpauschale zurück zu erstatten, der ist aberwitzig. Unglaublich, dass wir Leute regieren lassen...die so etwas ausarbeiten.

    Wir benötigen umweltfreundliche Nahverkehrsmittel - die von kleinerem Ausmaß sind als üblich - dafür aber in einer höheren Frequenz unterwegs sind. Besser es kommt alle 30 Minuten ein 10-Mann-Bus...als jede Stunde ein 50-Mann-Bus, der dann nur zur Hälfte besetzt wird - agil, flexibel, umweltfreundlich...das muss die Devise sein. Und bitte ausnahmslos und für alle kostenfrei. Das kostet die Kommunen noch nicht mal etwas...denn es werden Flächen frei (Parkhäuser, Parkplätze...) die man als Wohnraum nutzen oder gewerblich vermieten kann. Es entfallen Erschließungskosten und es fließen Steuereinnahmen. Auch die Instandhaltung der Straßen wird billiger und der Verwaltungsaufwand für die Tickets entfällt. Und ist "nur" der ökonomische Vorteil, der ökologische Erfolg stellt sich dabei von ganz alleine ein. Also eine Win-win Situation. Was die Koalition vorschlägt, das könnte auch aus den 70ern stammen - ist längst überholt und wenig zielführend.
    Geändert von anderedimension (19.09.19 um 14:54 Uhr)

  10. #60
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Hallo andi, wir können uns hier noch so sehr mit guten Vorschlägen überbieten, es wird nichts ändern.

    Das herrschende System - oder das System der Herrschenden - funktioniert so, dass es die großen Klimasünder belohnt, fördert, subventioniert, während es die kleinen, regionalen und schwachen Produzenten und Konsumenten schröpft. Das beginnt bei der Steuerfreiheit für billigen Treibstofffusel, geht über die aberwitzigen Agrarsubventionen für industrielle Landwirtschaft und Massenviehhaltung bis zur Benachteiligung sozial Schwacher durch das Steuersystem (Konsumsteuern auf den täglichen Lebensbedarf usw.).

    Natürlich müssten die von mir genannten Belastungen, die ja auch zu Mehreinnahmen des Staates führen würden, vollständig an die Masse der Geringverdiener weitergegeben werden. Nur fräße das einen Teil des Lenkungeffekts auf. Wie man es dreht und wendet, am Ende werden alle, die deutlich mehr als das Existenzminimum verdienen, Einbußen hinnehmen müssen. Ob finanzielll oder durch Verzicht auf Luxus (Reisen, Fernurlaube, große Autos etc.).

    Es gibt eben keine Trendwende ohne Verzicht. Gleichzeitig böte eine ökosoziale Wirtschaftsweise aber enormes Entwicklungspotential! Nur halt in anderen Branchen und Jobs als heute.

  11. #61
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Ja, aber ist es nicht gerade dann wichtig sich einen Schuss Naivität zu bewahren? Sozusagen als eine Art Botenstoff, der einen immer wieder dazu ermutigt es erneut zu versuchen. Was wäre denn die Alternative? Resignation? Die Naivität ist ja auch nichts anderes als eine Form von Autismus - und dieser hat es Greta T. überhaupt erst ermöglicht das Unmögliche zu versuchen.

    Und ja, ohne Verzicht geht das nicht - aber was heißt das schon? Im Restaurant verzichte ich auch auf den Fisch, wenn ich mich für das Fleisch entscheide. Erst in Kombination mit dem Vermissen, dem Bereuen, oder dem Gefühl etwas entbehren zu müssen...wird der Verzicht überhaupt erst zum Problem. Und genau da ist die Politik gefragt - etwas neues zu er-finden, das uns das Alte nicht vermissen lässt. Ganz ohne Verbote geht es nicht, das weiß ich...aber uns damit zu überschütten, das kann es auch nicht sein.

  12. #62
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Beantworte ich gerne - der Einfachheit halber über einen Link ...
    ich könnte stattdessen auch einfach nur fragen in welchem Jahrhundert Du leben wolltest, könntest du es dir aussuchen

    Keine Sorge, Einfachheit ist nicht nötig, schreiben Sie gerne kompliziert, ich werde es zu lesen suchen und mich damit auseinandersetzen.


    Ich wollte nicht anders leben als jetzt.
    Und Sie? Wieviele Arme hätten Sie gerne? Welche Erweiterungen Ihres Leibes wünschten Sie sich? Oder interessierte Sie eine Art von Gedanken, die Ihnen bisher nicht kam?

    Die Wundertüten sind im Sandkasten verteilt.

  13. #63
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Bei uns sind es tatsächlich noch Wundertüten, die da im Sand zu finden sind. In Berlin sind es keine Wundertüten...sondern einfach nur Tüten - und man muss auch nicht danach buddeln...die werden, wie zB im Görlitzer Park, schon am Eingang verteilt.

    Wie jetzt ist etwas anderes als im Hier und Jetzt - doch sollte dieses gemeint sein, dann wäre dies doch ein Beweis dafür, dass die Welt immer besser wird. Denn wer will schon feiwillig in schlechtere Zeiten reisen?!

  14. #64
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    "Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Himmelsmechanik und der Klimaentwicklung zu geben. [..] Treibhausgase folgen den Temperaturveränderungen nach." (Thiede) - ungefähr bei 41'
    Anders gesagt: CO2 ist nicht für Temperaturerhöhungen verantwortlich, sondern ein erhöhter CO2-Anteil ist die Folge von Temperaturerhöhungen. Peng!

    Der entscheidende Satz in diesem Vortrag. Menschengemachter Klimawandel ist Unsinn. Wir nehmen uns zu wichtig. Es wirken da viel größere Kräfte, auf die wir keinen Einfluß haben. Das bedeutet nicht, daß man sorglos mit der Schöpfung umgehen dürfte. Naturschutz ist notwendiger Teil der Zukunftssicherung.
    Auch Vulkanausbrüche haben keinen großen Einfluß auf das Klima.



  15. #65
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    ... Menschengemachter Klimawandel ist Unsinn. Wir nehmen uns zu wichtig. Es wirken da viel größere Kräfte, auf die wir keinen Einfluß haben.


    Na, gut, die Menschen waren und sind da, nur so, ohne Einfluß auf diese Erdverhältnisse hier.

    Vielleicht geht es der Sessel-Industrie bald besser, der Bedarf sollte steigen.

  16. #66
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Dass die Himmelgeometrie einen Einfluß auf unser Klima hat, bezweifelt ja niemand. Geschenkt.
    Dass eine Erwärmung einen höheren CO2-Gehalt hervorruft - durch Auftauen von Permafrostböden etwa oder erhöhte CO2-Abgabe aus den Meeren bei höherer Wassertemperatur - ist auch keine Neuigkeit.
    Weil das eine aber richtige ist, muss das andere - einem Anstieg des CO2-Gehalts folgt eine Erwärmung des Klimas - nicht falsch sein.

    Beides ist richtig! Und die Erwärmung, die seit ca. 100 Jahren gemessen wird, ist Folge eines Anstiegs des CO2-Gehalts in der Atmosphäre. Und der war bisher der menschlichen Tätigkeit des Untertanmachens des Planeten geschuldet. Das ändert sich jetzt. Die Erwärmung der Erde führt zu einem additiven Anstieg des CO2-Gehalts. Eine positive Rückkopplung - ein Teufelskreis hätte man früher gesagt.

    Aus dem wir nicht mehr rauskommen werden. Das Ganze ist ein Selbstläufer geworden. Da nützen alle Klimapakete nix mehr.

  17. #67
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Ich verstehe die ganze Diskussion sowieso nicht. Klimaerwärmung hin, Klimaerwärmung her, es macht doch auch unabhängig davon (gesundheitlicher Aspekt usw...) Sinn den Co2 Ausstoß zu reduzieren. Das Klima betreffend: alleine in Afrika sollen 950 neue Kohlekraftwerke gebaut werden, dazu noch einige in Australien, Japan.../da können wir reduzieren wie wir wollen, das Klima werden wir Deutsche nicht retten können.

    Zitat Handelsblatt 23.09.2019

    New York Entwicklungsminister Gerd Müller hat vor einem massiven Aufbau von Kohlekraftwerken in Afrika gewarnt. „Derzeit sind 950 neue Kohlekraftwerke auf dem Kontinent in Planung oder Bau“, sagte der CSU-Politiker am Sonntag auf dem Flug zum UN-Klimagipfel in New York. „Von der Konferenz muss deshalb ein Signal für die Energie- und Klimawende ausgehen.“
    Es müsse mit einem Technologietransfer und Hilfe versucht werden, die Inbetriebnahme so vieler CO2-ausstoßenden Kohlekraftwerke zu verhindern. Gelinge dies nicht, gehe es nicht mehr um eine Erderwärmung von 1,5 Grad, sondern „drei oder vier Grad“. „In Afrika entscheidet sich der Klimawandel“, sagte Müller.

    Man kann nicht gleichzeitig das Klima und alle Menschen retten wollen. Wer der Natur ins Handwerk (natürliche Selektion) pfuscht, der wird dafür einen Preis bezahlen müssen. Wer ernsthaft das Klima retten möchte, der muss für dieses Problem eine säkulare Sprache finden...

    Vielleicht hat jemand den Presseclub gesehen. Im neuen Klimaschutzprogramm taucht nicht einmal das Wort "Trasse" auf. Die benötigen wir aber, wollen wir auf erneuerbare Energien setzen. Schon alleine daran wird es scheitern. So gut wie jede Bürgerinitiative, die den Trassenausbau vor der eigenen Haustür verhindern möchte, hat mit ihrem Protest Erfolg. Und diese Initiativen werden in den allermeisten Fällen entweder von Grünen ins Leben gerufen, oder die Grünen setzen sich an die Spitze einer solchen Bewegung. Nicht Industrie und Landwirtschaft, oder die Autos sind unser Problem. Die Grünen sind es...und all die, die den Grünen blind folgen. Sie predigen Wasser und trinken Wein...sind die Vielflieger Nr. 1...usw...

    Mal angenommen das Heute wäre auch schon gestern die Ausgangssituation gewesen; mit großer Wahrscheinlichkeit hätte irgendwer das Atomkraftwerk erfunden und wäre dafür gefeiert worden. Wir haben sozusagen die Lösung schon vor dem Problem abgeschafft.

    Auch ein Beispiel dafür wie handlungsunfähig und überflüssig die EU ist: die EU hat es nicht geschafft den Stresstest flächendeckend durchzudrücken...so haben zB die Franzosen "leckt uns am Arsch" dazu gesagt. Die EU ist die Wiege vieler Probleme, die wir aktuell haben und in Zukunft noch bekommen werden.
    Geändert von anderedimension (23.09.19 um 10:46 Uhr)

  18. #68
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    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    Ich verstehe die ganze Diskussion sowieso nicht ... Wer der Natur ins Handwerk (natürliche Selektion) pfuscht, der wird dafür einen Preis bezahlen müssen.

    Klar, die ersten Rechnungen tauchen nun auf, gehen aber an die, die ohnehin fast nichts haben.

  19. #69
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Nehme ich die Argumentationskette Tills mal auf, die ungefähr so lautet: Seit der Industrialisierung stieg der menschenverursachte Ausstoß von CO2 mit der Folge, daß die Erddurchschnittstemperatur stieg. Dieser Vorgang wiederum beschleunigt das Abschmelzen der Polkappen und Dauerfrostböden, was wiederum eine Erhöhung der Wassertemperatur und steigende Wasserspiegel zur Folge hat(te). Hinzu traten Einflüsse von außerhalb der Erde, die diesen Kernzusammenhang unterstützten, was zu einem unumkehrbaren Prozeß führte, den letztlich die Industrialisierung (der Mensch) verschuldete.

    Habe ich Dich richtig verstanden?

    Dagegen habe ich folgende Einwände zu machen:
    1. Das Eis am Nord- und Südpol schmilzt nicht. Na ja, es schmilzt schon, im Sommer. Im Winter friert es wieder völlig zu, wobei zu unterscheiden ist, daß im Polarmeer keine Eisdecke lange bestehen bleibt, weil der Niederschlag aufs Meer fällt und nicht aufs Land, wo sich eine dickere Schicht bilden kann. Das Nordpolareis ist auch nur zwei bis drei Meter dick - immer schon gewesen - und schmilzt im Sommer oft völlig weg. Auch schon immer. Nicht jeden Sommer, aber beinahe jeden. - Grönland heißt so, weil es einen grünen Rand besitzt, der im Sommer zwar nicht dazu reicht, daß sich Baumsprößlinge behaupten könnten, der aber schon einen breiten Streifen Grün erkennen läßt, weshalb die Insel ja auch Grönland heißt. - Von dem Antarktisfestlandeis bricht ab und zu mal ein größeres Stück ab. Neulich glaubte die BILD-Zeitung, daß dieser Riesenberg (ungefähr die Größe Frankreichs) nun unweigerlich dazu führen müßte, also das allmähliche Abschmelzen dieses Eises im Ozean, daß sich der Wasserspiegel höbe. Ist natürlich Unsinn, denn der Eisberg mit seinen neun Zehnteln unter Wasser hat als Eis ein größeres Volumen als Wasser. Das ist der Anomalie des Wassers geschuldet. Logischer wäre also ein Absinken des weltweiten Wasserspiegels mit einhergehender Abkühlung, was aber auch nicht passiert, weil auch dieser Riesenberg so gut wie keine Bedeutung für der Wasserspiegel besitzt. Apropos: als langjähriger Badegast an der Ostsee habe ich zu melden: der Wasserspiegel ist in den letzten fünfzig Jahren nicht gestiegen. Wer's nicht glaubt, der möge sich auf den Weg zur Stubbenkammer machen und dort ein Photo schießen und das mit einem Postkartenphoto von 1900 vergleichen. Vielleicht aber merke ich Wasserstandsveränderungen nur nicht. Fakt aber ist, daß das Wasser der Ostsee sauberer geworden ist, was wohl v.a. daran liegen mag, daß die Oder sauberer geworden ist.
    2. Dieser kleine Nebensatz mit der Nachordnung erhöhter CO2-Werte nach der Temperaturerhöhung von Thiede gibt zu denken. Er teilte in seinem Vortrag noch etwas anderes mit. 1904, also zur Hochzeit der von ökologischem Denken befreiten Industriezeit, war es viel kälter auf der Erde. Auch damals schissen die chinesischen Kühe schon wild ins Feld (Methan), auch damals. Auch in der DDR erlebte ich sehr kalte Winter, die so gar nicht in das Bild der von Schloten durchsetzten Landschaft passen wollen. Denke ich hier zu kleinräumig? Ist es heute sehr viel schlimmer als damals, also in puncto Umweltschutz? Da auch Polen, Tschechien, Rußland oder auch China oder Indien damals sich nicht um Umweltfragen bekümmerten, erst recht nicht die USA, Brasilien oder Korea, will es mir nicht recht einleuchten, daß die CO2-Sünder Einfluß aufs Klima haben sollten. Oder ist das, was sie damals taten, erst heute spürbar?

    Nein, das alles überzeugt mich nicht. Wie gesagt, ich glaube, daß es aufs Erdklima einen sehr viel größeren Einfluß hat, wie viele Protuberanzen die Sonne bildet, ob sie sehr aktiv oder eher in einer Ruhephase ist. Ich denke, diesem Zusammenhang wird in der Diskussion viel zu wenig Spielraum zugewiesen. Aber das paßt ja ins Bild: die BRD will das Weltklima als eine Art Vorreiter selber retten, wobei das, was wir hier tun, nur - und das reicht als Betätigungsgrund auch völlig aus - Einfluß auf unser Wohlbefinden hat. Ich wünsche mir jedenfalls keine DDR-Zeiten zurück, als die Elbe verdreckt und die Luft an manchen Tagen kaum athembar war. Ich wünsche mir solche Zeiten auch nicht für Afrika oder Asien. Zugleich aber behaupte ich, daß auch für den Fall, daß jeder Chinese ein Auto fährt, dies keinen Einfluß aufs Weltklima hat. Oder nur einen sehr geringen. Entscheidender ist der Energieausstoß der Sonne.

  20. #70
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von Klaus Norbert Beitrag anzeigen
    Klar, die ersten Rechnungen tauchen nun auf, gehen aber an die, die ohnehin fast nichts haben.

    Ich sage nicht, dass ich das gut finde. Auch mir wohnt so etwas wie Ethik und Moral inne. Wenn sich die Philosophen in einem Punkt einig waren und sind, dann in dem...dass Antworten auf solche Fragen nur fernab vom Glauben und der Religion zu finden sind. Sobald ich die Religion mit einbeziehe, drehe ich mich im Kreis. Für den neulich verstorbenen Habermas war das ein ganz zentraler Punkt. Auch als Humanist.

    Was anderes: ich möchte mal eine Lanze für die Regierung...bzw für die Koalition brechen. Auch wenn ich nicht in allen Punkten mit dem Klimapaket einverstanden bin (Pendlerpauschale...), halte ich es dennoch für einen großen Wurf. Und ich möchte das auch begründen: ein Paket zu schnüren, so wie es zB die Grünen fordern, hätte aus der BRD eine Diktatur gemacht - denn ein Paket, bei dem die halbe Gesellschaft abgehängt wird...kann nicht aus der Feder einer Demokratie kommen. Manche meine es handle sich bereits um eine Demokratie, wenn verschiedene Parteien zur Auswahl stehen und diese frei gewählt werden können. Das trifft auch auf die Türkei zu - dort reden wir aber von einer Diktatur. Die Opposition weiß ebenso wie die Regierung auch, dass egal was wir in Deutschland machen...ob gar nichts oder 100% von dem...was machbar ist...es wird sich auf das Weltklima 0,0 Prozent auswirken. Selbst die 2%, die manche für möglich halten...bleiben eine Illusion. Es geht also bei allen Parteien, auch bei den Grünen, nur um die Gunst der Wähler. FfF...das sind Teenager...die in den kommenden Jahren das erste Mal den Gang zur Wahlurne antreten. Wer diese jungen Menschen nicht für sich gewinnen kann, der wird von der Politikbühne verschwinden.

    Die Regierung hat genau richtig gehandelt, wenn wir schon beim Klima nicht gewinnen können, dann wollen wir wenigstens unseren Wohlstand behalten. Eine Politik im Sinne der Grünen ginge komplett am Volk vorbei, denn jeder Bürger hat es in der Hand freiwillig das umzusetzen, was in den Augen der anderen nur ein Verbot bewirken kann. Und das ist für mich Demokratie...die freie Entscheidung während eines laufenden Prozesses - und nicht nur die am Anfang vieler Versprechen. Wenn die Bürger das nicht freiwillig umsetzen, dann wollen sie es auch nicht. Auch das wäre wiederum demokratisch. Auch die Demokratie hat ihren Preis.

  21. #71
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... wenn wir schon beim Klima nicht gewinnen können, dann wollen wir wenigstens unseren Wohlstand behalten.

    Nein, das möchte ich nicht, ich möchte keinen Wohlstand auf Kosten anderer Menschen. Ich finde nicht, daß mich das Leben von anderen Menschen nichts angeht.

    (Ich habe mich schon früher gewundert, mit wie wenig Aufwand ich ausreichend leben kann. Ich bin als Scheinstudent mit einer Arbeitszeit von unter 20 Stunden/Woche mit eigenem Kraftwagen der unteren Mittelklasse über die Transitgassen gefahren, dort sah ich, daß die Menschen auf der anderen Seite der Mauer sich praktisch keine Autos zulegen konnten, und die Zugelegten wirkten wie Spielzeugautos. Ich fand das sehr ungerecht. Im Osten wurde von Solidarität gesprochen, das sprach mich an. Der Barmherzige aus der Kirche spricht mich auch an. Auch Charles Bronson, der zwanzig Männer erschießt, um einer Frau ihre gestohlenen 1000 $ zurückzugeben.)



    Sie gehen davon aus, daß das Spiel Klima nicht zu gewinnen ist, möchten nun die Wahrung Ihres Wohlstandes als dringlichste Passion ausgeben. Ist das ausreichend korrekt bilanziert?

  22. #72
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Wenn wir meinen durch unseren Wohlstand ersetzen...dann ist das korrekt bilanziert. Es geht nicht um mich. Von der durchschnittlichen Lebenserwartung eines männlichen Mitteleuropäers ausgegangen, werde ich mehr die Vorzüge des Klimawandels genießen dürfen, als dass ich irgendwelche Nachteile zu befürchten hätte. Mir geht es tatsächlich um die Sache...und dabei um das Machbare. Man darf gerne ehrgeizige Ziele haben, doch sollte man dabei die persönlichen Möglichkeiten nicht ignorieren. Hält man sich daran, dann droht maximal die Gefahr geplatzter Träume. Hält man sich nicht daran, rennt man ewig einer Illusion hinterher.

    Ich sage: wenn die Afrikaner schon 950 Kohlekraftwerke bauen lassen, dann möglichst von deutschen Unternehmen. Aber auch dieser Traum wird platzen, denn die Chinesen haben sich dort schon längst positioniert.

    "Nachhaltigkeit", seit Jahren in aller Munde...setzt Bedachtheit voraus. Was die Regierung da auf die Beine brachte, das ist unpopuär - und auf den ersten Blick auch nicht genug. Mag sein, aber es wird nachhaltig sein. Andere werden sich vielleicht höhere Ziele setzen und härtere Maßnahmen ergreifen, aber in der Durchsetzung scheitern.

    Ich darf daran erinnen was die Grünen für NRW alles erreichen wollten (Bildung, Infrastruktur usw...)...und wie kläglich sie scheiterten. Alle ihre Vorschläge und Maßnahmen führten ins Verderben. Nicht nur in NRW...sondern nahezu überall...wo sie ihre Finger mit im Spiel hatten und haben. Und diese Leute wollen ein Klimapaket schnüren? Nein Danke!

  23. #73
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Liebe Mitdiskutanten und -onkeln!

    Die Diskussion verzwirbelt sich allmählich zu einem veritablen und unauflöslichen Knäuel. Ich versuch mal, ein paar Punkte herauszunehmen, die mir auffielen.

    - Ob der Klimawandel nun Tatsache ist, oder Einbildung, Erfindung einer Klimawandelverschwörung oder Spott- und Hohnmaskottchen für Klimawandelleugner, ist im Grunde einerlei. Die Gesetze der Natur werden sich dadurch nicht beeinflussen lassen. Die Physik ist nicht demokratisch. Sie ist - wenn man so will - eine Diktatur. Gegen sie kann keine Polemik und kein Glaube, keine Rabulistik und kein alternative fact anstinken. Wenn ich - wie so viele andere, die es besser wissen müssten - aus Augenschein und Erfahrung gleichwie aus den vorgelegten Meßdaten und Klimamodellen zum Schluß komme, dass ein Klimawandel gerade im Gange ist, und zwar rascher und bedrohlicher, als gemeinhin angenommen wird, dann ist das zunächst meine persönliche Meinung. Andere kommen zu anderen Schlüssen. Gleichwohl ändert das nichts daran, was sich gerade tut und entwickelt und was in naher Zukunft sein wird. Zum Glück - oder auch nicht, kommt drauf an - sind die Naturgesetze unabhängig von Meinungsumfragen und Politbarometern und auch von den Prognosen beider Lager. Man wird also sehen.

    - Die Angst um den Wohlstand, den zu verlieren wir alle uns sorgen. Ja, sie ist überall zu spüren und sie ist real. Aber auch diese Angst wird nichts an den Abläufen in der Natur ändern. Nur unsere Taten beeinflußen diese Vorgänge. Unsere Befindlichkeiten nicht. Und, mal ehrlich, ist dieser sogenannte Wohlstand nicht längst zu einer Gefahr und auch einer Last geworden? Woraus besteht dieser Wohlstand? Darin, sich ein Auto zu leisten und damit durch die Gegen zu kurven? Darin, sich Smartphone, Computer und andere Gadgets zu leisten und jedes Jahr durch bessere, schnellere, leistungsfähigere zu ersetzen? Und damit Tonnen an Elektronikschrott zu hinterlassen? Darin, pro Jahr mehrmals kreuz und quer durch die Weltgeschichte zu fliegen, für weniger Geld, als eine Jahreskarte der Bahn kostet? Darin, zu jeder Jahreszeit Früchte aus allen Winkeln der Welt im Supermarkt zu kaufen? Darin, Fetzen und Modeklunker um so billiges Geld zu kaufen, dass das Zeug nach einmaligem Tragen bereits in der Tonne landet? Darin, Fleisch aus industrieller Massentierqual so billig nachgeschmissen zu bekommen, dass mehr als die Hälfte im Abfall landet? Usw. Ein Wohlstand, der die Welt plündert, ein Wohlstand, der die Böden ruiniert, die Meere zumüllt und immer noch auf Kosten von zwei Dritteln der Weltbevölkerung geht.

    - Keine Angst, ich will nicht moralisieren. Moral ist auch keine Kategorie der Physik. Es geht inzwischen um nackte Überleben. Und da bin ich bekanntlich ohnehin pessimistisch. Kein Klimapaket der Welt wird uns vom Highway to hell abbringen, wenn es nicht einen radikalen Systemwandel, ein radikales Umdenken und ein radikales Verzichten auf vieles, was uns lieb und teuer ist, enthält. Und deshalb bin ich so skeptisch. Wie wollen wir einen Umschwung schaffen, wenn wir, die wir übersättigt sind, davon nichts abgeben wollen, und gleichzeitig denen, die unseren Wohlstand anstreben, sagen müssen: Leute, so wie wir, könnt ihr nicht leben, das hält der Planet nicht aus. Der Widerspruch ist offenkundig. Und unauflöslich. Die anderen wollen auch den gleichen Teil vom Kuchen. Doch der Kuchen reicht nicht für 8, 10 oder 12 Mrd. Menschen.

    - Und da komm ich auch schon zum Schluß. Klimawandel hin oder her - allein die Ressourcen der Erde reichen nicht aus, unseren Fußabdruck auf alle anzuwenden. Das ist Selbstmord. Da aber niemand bereit ist, freiwillig zurückzustecken - wir am allerwenigsten -, ginge ein Systemwandel zu einem nachhaltigen Wirtschaften nur über eine globale Diktatur. Und die wird es nicht geben auf friedlichem Weg. Und die Demokrati führt uns geradewegs in die Katastrophe. Weil sie vorgibt, auf die freie Entscheidung und Einsicht der Menschen zu setzen. Komisch. Die Freiheit gibt es nur für Ressourcenvergeudung, Konsumirrsinn und grenzenlose Bereicherung. Wo bleibt die Freiheit der Ausgebeuteten, der Ausgeraubten, der Missbrauchten, der Nutztiere, der Geschädigten unseres Wirtschaftens und unserer Politik? Gilt die nur für uns Privilegierte?

  24. #74
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat eulenspiegel

    wenn es nicht einen radikalen Systemwandel, ein radikales Umdenken und ein radikales Verzichten auf vieles, was uns lieb und teuer ist, enthält. Und deshalb bin ich so skeptisch
    wenn es nicht einen Systemwandel, ein Umdenken und ein Verzichten auf vieles, was uns lieb und teuer ist, enthält. Und deshalb bin ich so skeptisch


    ​Das würde ich unterschreiben. Mit einer radikalen Vorgehensweise lassen sich vielleicht schnelle...aber wohl kaum nachhaltige Erfolge erzielen. Man muss so viele Menschen wie nur möglich mit ins Boot nehmen - mit radikalen Maßnahmen erreicht man genau das Gegenteil. Da muss man nur nach Frankreich schauen. Macron musste bei fast allen Reformen zurückrudern. Das hat den großen Nachteil, dass er so schnell nichts mehr neues ausprobieren kann. So verliert man dann tatsächlich wichtige Zeit. Wie ich an anderer Stelle schon sagte: von einem gesunden Planeten, der von vergifteten Bürgern bevölkert wird, hat niemand etwas. Es ist eine Illusion zu glauben wir könnten innerhalb von wenigen Monaten das korrigieren...das wir über Jahrzehnte verbockten. Wir benötigen eine langfristig angelegte Strategie - und keinen Aktionismus.

    Zitat Wirtschaftswoche

    Viele in Brüssel und den EU-Hauptstädten hatten gehofft, dass Macron die Wirtschaft seines Landes reformieren würde. Überrascht nahmen sie zur Kenntnis, dass es ihm dafür ganz offensichtlich an einer Strategie fehlt. Schmerzhafte Einschnitte finden nur Akzeptanz, wenn die Bevölkerung das Gefühl hat, dass es gerecht zugeht
    Es begann so positiv: 2017 hielt Frankreich die Maastricht-Kriterien ein – zum ersten Mal seit zehn Jahren. Frankreich war der schärfste Kritiker der italienischen Ausgabenpolitik, als die Populisten von Cinque Stelle und der Lega sich offen gegen die Brüsseler Haushaltsregeln stellten. Doch kaum wuchs der innenpolitische Druck auf Macron durch die wochenlangen Proteste der Gelbwesten, knickte er ein und versucht nun das Land durch höhere Ausgaben zu befrieden.
    Diese Wende wird nach Einschätzung von EU-Entscheidern weite Kreise ziehen
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ein entscheidender Punkt: die ganze Welt schaut auf Deutschland...was wir in Sachen Klima machen. Funktioniert es...dann machen sie es nach. Scheitern wir, nehmen alle Abstand von Klima-Reformen. Daher macht es Sinn mit einem Programm zu starten, das sich auch umsetzen lässt.

    Eine simples Beispiel dafür, warum ein "großes Paket" schon im Ansatz scheitern würde: nahezu keine Kommune kann aktuell ihre geplanten und notwendigen Projekte realisieren, obwohl die Gelder zur Verfügung stehen. Es fehlt ganz einfach an Baufirmen, die diese Projekte ausführen können oder wollen. Nicht "können"...weil es an Fachkräften fehlt, nicht "wollen"...weil private Aufträge lukrativer sind. Da jetzt Großprojekte draufsatteln zu wollen...die dann sowieso nicht ausgeführt werden können...macht überhaupt keinen Sinn. Deshalb wiederhole ich auch gerne mein Lob: "die Regierung handelt absolut vernünftig!"



    Liste deutscher Orte und Gemeinden, die den Klimanotstand ausgerufen haben

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...sgerufen_haben

    Eine interessante Liste...weil auch berichtet wird...wer den jeweiligen Antrag stellte - und wer zustimmte.

    Und wenn man die Städte und Landkreise mal so durchgeht...wird man feststellen...dass die Grünen aktuell fast überall mitregieren...oder jüngst in Regierungsverantwortung standen. Ist eigentlich ein klassisches Eigentor, das die anderen Parteien aber nicht für sich nutzen - warum auch immer. Ist doch der beste Beweis, den die Grünen auch noch selbst liefern, dass es die Grünen nicht können. Außer Verbote aussprechen, können sie ansonsten nicht viel.

    Ich bin ja nur ein Sekundärbewunderer von Frau Merkel (bewundere die, die Frau Merkel bewundern können), aber immerhin traute sie sich gestern Klimagretel zu kritisieren. Damit legt sich Merkel mit Millionen von Zahnspangen an.
    Geändert von anderedimension (25.09.19 um 13:47 Uhr)

  25. #75
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    AW: Umwelt- und Wirtschaftspolitik

    Zitat andi: 'Ein entscheidender Punkt: die ganze Welt schaut auf Deutschland...'

    Nana, nimm euch nun mal nicht soooo wichtig. Das ist vielleicht das Gefühl, das euch die Regierung, die Grünen oder der ÖR-Funk vermittelt. Glaub mir, jenseits der dt. Grenze sieht man das viel entspannter.

    Aber davon mal abgesehen, ich halte das sog. Klimapaket für genaus das, was wir nicht brauchen. Die Reichen und Gutverdiener kaufen sich raus, spüren das kaum und die Masse der Geringverdiener kriegt Ausgleich. Niemand muß also seine Konsumgewohnheiten ändern.

    Und genau das ist es: jeder Einzelne muß seine Konsumgewohnheiten ändern! Und zwar radikal. Sonst wird das nix. Und wenn es nicht wehtut, nützt es gar nix.

    Ist aber nur meine, beschränkte, hinterwäldlerische Ansicht.

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