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Thema: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

  1. #1

    Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Von Wolfram Helke ist der im Oratio Verlag unter ISBN 3-7214-0715-3 erschienene Titel geeignet, die metaphysische Gewissheit näher zu beleuchten, die von Aerolith im Langzeitordner über Theologische Dispute in den Raum gestellt wird:

    Zitat von Aerolith:

    Rationalisten, Aufgeklärte, Glaubenslose, Vernunftmenschen unserer Tage konstruieren einen mutmaßlichen Gegensatz zwischen dem Glauben und dem Wissen, zwischen dem Irrationalen und Vernünftigen, dem Gefühl und dem Verstand.

    Unsinn, Genossen!

    Der glaubende Mensch ist sich gewiß, WEIß also. Er schaute die Grundlage des Glaubens, ein Reich des Übersinnlichen und eben deshalb mit der ratio nur beschreibbar, nicht aber empirisch zu fixieren. Dem gläubigen Menschen geschah ein Transzendenzerlebnis, eine Form erlebter Gewißheit (von wissen) des Übersinnlichen. Ein Ganzheitserlebnis. Auf einen Schlag wird alles klar, verständlich, logisch, schön oder auch häßlich, ungeheuerlich, fascinosum est. Der ungläubige Mensch hatte dieses Erlebnis nicht, darum konstruiert er Systeme auf dem Grund dessen, was er erlebte und diffamiert das, was er nicht erlebte, als Unsinn. Als ob das, was man nicht kennte, nicht existierte!


    Die Konstruktion des Gegensatzes könnte auf kulturgeschichtliche Aspekte in der Deutung des Kontextes von "Körper und Transzendenz" beruhen. Metaphysische Gewissheit, wie sie in allen Zeitaltern zu erlangt werden suchte, bedingt die Negation der Negation - die Annahme dessen, was "Lehrplan" genannt wird und dann das "Schicksal" als Zuchtmeister vom Heiligen Geist abgelöst wird. So könnte der Heilige Geist als Inspiration in jedem zu dem werden, was Google offensichtlich beabsichtigt zu werden.

    Schon im Untertitel "Die Personale Leibtherapie - weiterentwickelt in Theorie und Praxis von Wolfram Helke" steht, aufgrund der Großschreibung ein eigenständiger Begriff, der von Franz Anton Mesmer (1754 - 1815) geprägt wurde, dieser Begriff im Raum. Mesmer war bis 1777 Arzt In Wien und arbeite mit Heilmagnetismus. So entwickelte er auch Kollektivbehandlungen mit Magneten und magnetisiertem Wasser (weit vor Emoto). Auf vier Grundprinzipien beruht sein Heilungsssystem:

    1. Ein subtiles Fluid verbindet den Menschen mit dem Universum.
    2. Krankheiten entstehen, wenn das Fluidum im Körper ungleich verteilt ist.
    3. Das Fluidum lässt sich kanalisieren und auf andere Personen übertragen.
    4. Durch diese Technik können bei Menschen Krisen erzeugt werden und Krankheiten geheilt werden.

    Beim Google Versuch, einen persönlichen Gott für jedermann zu konstruieren, wird:

    1. Das Fluidum bei der Google-Intelligenz gesucht.
    2. Neben dem natürlichen Fluidum tritt die "Staatsbürgerkundeaura" in unser energetisches System und verursacht weitere Disharmonie.
    3. Das Google-Fluidum lässt sich in technischen Geräten kanalisieren und auf andere Personen übertragen.
    4. Durch die Google Technik können bei Menschen Krisen erzeugt werden und Google wird zum "überwachenden unheiligen Geist", mit dem allumfassenden GEDÄCHTNIS, der Akasha-Chronik.

    Als Gegengewicht zur "Schönen Neuen Welt" zurück auf Seite 15 und zum Mithras-Kult, damit Aerolith den Faden aufnehmen kann:

    "1.1. Die Anfänge der Einkörperung

    Der Weg des Menschen in seinen Körper ist der wahre Sinn seines Daseins auf Erden. So leicht sich diese Aussage verbal behaupten lässt, so unfassbar komplex bleibt vorerst ihre Umsetzung in die Realität des Lebens. (aufgrund einer gefühlten metaphysischen Unsicherheit, Anm. wsib)

    Bevor ich mich jedoch dieser Sinnfrage nähere, bevor ich die komplexe Problematik des Daseins anrühre, möchte ich eine - wenn auch nur kursorische und einzelne Bereich streifende - Betrachtung zur Geschichte des menschlichen Körper-Erlebens voranstellen.

    Als Thema ist der Weg der Einkörperung (nicht Einkerkerung, Anm. Wsib) so alt wie die Menschheit. In eigens dafür vorgesehenen Kapiteln gehe ich darauf genauer ein. Mit Einkörperung ist die Durchdringung von geistigen und seelischen Tiefen mit dem bewussten physischen Leben gemeint.

    Schon die Priester der ersten Menschheit (Fragezeichen, Anm.Wsib) suchten nichts anderes, als die Gruppe der ihnen vertrauenden und ihnen anvertrauten Menschen über die Grundbedürfniss des Nahrung-Beschaffens, des Essens und Schlafens hinaus zum Bewusstsein ihrer geistigen Existenz, zu ihrer eigenen Glaubens- und Kraftquelle zu führen.

    Im Mithras-Kult des vorderen ORients, etwa im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, deutet sich noch der KAmpf zwischen Mensch und Tier an. Hier geht es nicht allein um das Erlegen (und Ausweiden, Anm.Wsib) oder auf einer kultischen Ebene um das Bezwingen des Tieres. Es geht m.E. um das mühevolle Zügeln der eigenen Tierkräfte und der in die Natur eingebundenen Triebkräfte. Um ein Zügelns und nicht um ein kasteiendes Abtöten der Tierkörpers im Menschen. Mithras, der Lichtmensch, kniet auf dem Stier. Diese ergreifende Szene spielt in einer Erdhöhle, dessen Aufgabe es ist, die Macht des Triebes durch die eigene Kraft zu meistern.

    Die Mithras-Religion aus Persien nach Kleinasien kommend, eroberte im 2. und 3. JAhrhundert n.Chr. weite Teile des Römischen Reiches und zeigt durch ihre Verbreitung das existenzielle Bedüfnis nach Inkorporation. Auch das Paulus-Wort von Körper als Tempel des Seele zeugt von erdverbundener Transzendenz." (1)

    Dann geht der Autor auf die Herkunft des Gilgamesch Epos ein und landet beim "Wildmenschen" Enkidu.

    Wir hängen an der irdischen Macht und geraten dadurch in Ohnmacht. Ohnmacht ist "metaphysische Ungewissheit" oder "die Macht des Zweifels" hinsichtlich der metaphysischen Quellverbindung, dem göttlichen Ursprung aller Dinge. Investitionen in die Welt würde heute gesagt werden können...

    Vorerst...


    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 15/16
    Geändert von Michael (20.05.16 um 12:00 Uhr)

  2. #2
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Der Körper des Menschen hat sich im Laufe der Evolution stetig verändert...angepasst. Das lässt vermuten...dass der Körper beliebig ist...nur ein Werkzeug...mehr nicht. Sucht man also nach dem Sinn des Lebens...kann dieser nur außerhalb des Körpers gefunden werden. Da man jedoch zur Sinnfindung einen oder mehrer Sinne benötigt und es keine vom Körper losgelöste Sinne gibt...kann es auch keinen Sinn des Lebens geben. Das Leben ist ein kosmischer Unfall...ein Zufallsprodukt...mit dem niemand etwas anfangen kann und will. Jedes poplige Gas hat mehr Einfluss auf das Universum als alles Leben zusammen. Nach dem Sinn des Lebens suchen wir nur deshalb...weil wir Teil des Lebens sind - ansonsten könnten/würden wir uns nicht dafür interessieren.

  3. #3

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Der Autor schlägt hierbei folgenden Bogen:

    1.1. Die Anfänge der Einkörperung
    1.2. Tod als Anstoß zur Frage nach Transzendenz
    1.3. Ganzheit des Körpers und seelische Empfindungsfähigkeit
    1.4. Geistige Neuordnung
    1.5. Verlust der Ganzheit von Körper und Seele
    1.6. Beginn von weltlichen Revolutionen
    1.7. Aufbruch des Menschen im 20.Jahrhundert
    1.8. Aufbruch der Wissenschaft im 20. Jahrhundert
    1.9. Glaubenssuche heute
    1.10. Die Frage nach dem Sinn

    Danach, in Kapitel II, wird die Leibarbeit mit anderen Körpertherapien verglichen, die zu einem insgesamt harmonischen Zusammenspiel von Körper - Seele - Geist führen sollen. Soweit mag zunächst ausreichen, dass du schon bei 1.10 bist.

    Doch auch hier findet sich ein passendes Zitat aus 1.10.:

    Besinnung sei nötig, meint der Autor einleitend, und meint das Fühlen des Jetzt: Was rieche ich jetzt? Was fühle ich jetzt? Was schmecke ich jetzt? Was höre ich jetzt? Was sehe ich jetzt? 5 Sinnesprozessoren jeweils auf der physischen Körperebene (1), der seelischen Gefühlsebene (2), der mentalen Gedankenebene (3) und der spirituellen Welt (4). Dazu wären die genetischen, historischen, familiären, sozialen und energetischen Impressionen als Faktoren einzubeziehen.

    So fördere das "autoritäre Rütteln" an den Sinnen, mit dem Ziel eine bestimmte "Besinnung" zu erreichen, die gerade mitweltkonform ist, kein wirkliches Verständnis, sondern eher sich verschließende bis gebrochene Persönlichkeiten. So werde der Weg zu den eigenen Impulsen der Sinnfindung in seinem natürlichen Rhythmus gestört.

    "Die eigene Neugierde, das Tasten, stumpft ab. Die für die Eroberung des verheissenen Landes, der Welt so wichtigen Tentakel der Sinnsuche brechen ab oder geraten in Vergessenheit. Wenn die Gesellschaft mit pseudomoralischen Hülsen die verzweifelte Jugend aufrichten will, zieht sich der in Sinnlosigkeit erschöpfte Mensch noch weiter in seine Ausweglosigkeit zurück....


    .... Der Intellekt beherrscht den Verstand. Das kurze Vergessen der Realität wird zum Ziel. Der Ziellose sucht seine Geborgenheit im verlogenen Traum, im Pseudoideal. In dieser Sackgasse entgleitet das Gefühl für den Körperraum. Das Erleben rutscht in eine Zweidimensionalität. Die Verlogenheit lässt sich an der Abspaltung des Körpers von seinem Fühlen ablesen....

    ... Und der Sinn findet sich in der Be-Sinnung. Diese Besinnung ermöglicht die Erfahrung, welchen Sinn ich selbst dem Leben gebe. Die intellektuelle Frage nach dem Sinn ist sinnlos. Besinnung beginnt mit der simplen Klärung: was taste ich?, was rieche ich?, was schmecke ich?, was höre ich? was sehe ich eben? - bin ich jetzt da?

    So beginnt der Mensch an der Geschichte seines Körpers zu weben. Dadurch tastet er wieder Raum. Allmählich entwickelt er so sinnlich, sinnenhaft ein Gespür für seine Lebendigkeit auf dieser Erde in der Gegenwärtigkeit. Meistens verschluckt die Ausrichtung auf Zukünftiges die Gegenwart.

    Der seiner fünf Sinne Gewärtige überschreitet die Schwelle der Sinnlosigkeit, der Lähmung, der Bewegungslosigkeit, die meist im Kopf sitzt. Der Sinnenbewusste ist seines Körpers bewusst. Mit diesem Körper gerät er in Bewegung, wenn er Raum ertasten will. Bewegung bringt Entwicklung."
    (1)

    Ganz am Ende ist es der Wille, der den Körper bewegt. Sagen wir zunächst, die Aufwärtsperspektive, vom Körper, zur Seele und dann zum Geist ermöglicht auch die Spiegelung vom Geist zur Seele und zum Körper. Die Abwärtsperspektive des Geistes auf den Geist, die Seele und den Körper in der Materie führt "zu einer wohltemperierten Spannkraft des Körpers", auch Eutonus genannt.

    Nennen wir es begeisterte und begeisternde Leichtigkeit, die durch Inspiration entsteht und Entwicklung "bewegt".



    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seiten 31 / 32

  4. #4

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Zitat von andere-dimension:

    "Da man jedoch zur Sinnfindung einen oder mehrere Sinne benötigt und es keine vom Körper losgelöste Sinne gibt...kann es auch keinen Sinn des Lebens geben."

    Ob diese Sinne, nicht, wie Du oben bemerkst, nur abgestumpft sein könnten? Auf eine Entwicklung wäre daher in der Annäherung an die Sinnfrage (einer Staatsidee oder eines Lebenskonzeptes) einzugehen, die das Paradoxon (sinnlosen Lebens) mitverursacht hat: Wir sind zwar sinnlich lebend, doch Wahrnehmung benötigt Bewusstsein, um wahrgenommen zu werden. Leben wird durch Sinne möglich und somit ist sinnloses, also Leben ohne Sinne, nicht im Lebensgleichgewicht zu halten. Ist das Gleichgewicht eines Systems dauerhaft gestört, führt dies zu seinem Tod durch Energiemangel.

    Unser Sinnverarbeitungssystem, das im ZNS und dem Gehirn mit seinen Neuronen im engeren Sinn stattfindet, ist evolutionär und neuroplastisch von den Zellen eingebaut worden, um einen Überblick über mögliche Gefahren zu bekommen. Wieviel mehr hierbei feinstoffliche Informationsvorgänge eine Rolle spielen, wird klar, denken wir an die Spektren der Wahrnehmung, die Tieren zur Verfügung stehen. Andere Rezeptoren, andere Welten...


    "1.6. Beginn von weltlichen Revolutionen

    ... Die Lebensmöglichkeiten von arm und reich waren so verschieden, dass die Revolution, die 1789 in Paris begann, wie ein Überdruckventil den Anfang für eine bis heute nicht abgeschlossene Entwicklung ermöglichte. Eine kollektive Massenbewegung, von einzelnen kaum zu steuern. brachte den religiösen Boden und die gesellschaftlichen Grundsätze zur Erschütterung. Einerseits schäumten Triebkräfte über, die physisch Befreiung und Greuel schufen, andererseits sehnten sich die Seelen nach dem unbegreiflichen Numinosen. So veranlasste 1794 Robespierre, eine Staatsreligion einzuführen, in der die Existenz eines Höchsten Wesens und die Unsterblichkeit der Seele anerkannt wurden. Gleichwohl erstickten solche kollektiven Massnahmen die Suche des Einzelnen....

    ... Als Vertreter des Deutschen IDealismus fand Georg Wilhelm Friedrich Hegel eine aussergewöhnliche Wirksamkeit. In seiner Religionsphilosophie gelangte er zu dem Schluss, dass der Mensch nur von Gott weiss, insoferne Gott im Menschen von sich selbst weiss. Karl Marx übernahm die Prinzipien von Hegels Dialektik und wandelte die idealistischen Elemente in einen Materialismus um....

    ... Es entstanden Manifeste für gesellschaftliche Reorganisation. Die Frage nach der Transzendenz trat in den Hintergrund.Fast hat es den Anschein, als löste die ausschleßliche Beschäftigung mit materiell beweisbaren Tatsachen eine Abspaltung des Körpers von der Seele aus. Dieser Vorgang leitete eine Trennung des denkenden Kopfes vom sinnenhaften Körper ein, denn es fehlte die befruchtende Wechselwirkung zwischen Körper und Seele." (1)

    Der Versuch, eine Staatsreligion einzuführen, bewirkte das Gegenteil.
    Der Versuch, eine Kultur abzugrenzen, könnte daher ebenso überdenkenswert erscheinen.
    Der Versuch, einen Geist abzustumpfen, bewirkt das Gegenteil: Wir werden hellhöriger.

    Der Weg in die Hölle könnte mit guten Vorsätzen gepflastert sein.

    "Der forschende Intellekt zog aus dem Körper aus und richtete sein Interesse auf die Umwelt." (2)

    Die Leere im Inneren ist daher fast eine logische Folge dieser Exkorporation, wir nehmen uns als biologische Maschine wahr. Bewusst in einem Körper der Geist in dessen Seele zu sein, könnte eine freundliche Kooperation bei der Inkorporation ermöglichen.

    Uns wurde oft gesagt, wir sollten die Materie vergeistigen. Inkorporation im Sinne des Autors beschreibt die Verkörperung des Geistes: Wir als Körperform sind Ausdruck des Geistes, der uns zuweilen buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht und ebenso an der Haltung abzulesen ist. Bewegungsästhetik ist ein anmutiger Geist in einer Seele, die den physischen Tanz der Materie nicht verkrampft im Geist betrachtet. Gott als Geist, der des werdenden Geistes gegenwärtig ist, ist wie unser Bewusstsein, dass sich seiner Billionen Bewohner gegenwärtig ist.

    So könnte gesagt werden: Die Zellen können sich unseres Bewusstsein nur in dem Maß bewusst sein, insoferne unser Bewussstsein sich (des Bewusstseins) seiner Zellen bewusst ist. Sind wir uns Gott und unserer Zellen bewusst, könnten die Zellen den Geist ebenso verkörpern, wie wir Gott.



    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seiten 26 / 27

    (2) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 29
    Geändert von Michael (22.05.16 um 10:59 Uhr)

  5. #5

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Springe mal zum Teil V, der Seele:

    Die Seele ist nach Ansicht des Autors bewussten und unbewussten Ebenen, ihren "Schatten" (dem Ego), dem Kollektiv und der Persona zuzuordnen.

    Äußerer Kreis wäre der Körper, Innenkreis darin die vergänglichen Seele, worin der Kreis der ewigen Seele liegt. Ganz im Zentrum ist das Ewige Ich.

    Schatten und Persona reichen mit ihren Wurzeln nicht in den Raum der ewigen Seele hinein, daher "ist nichts passiert", war nur der "Ego-Schatten unserer eigentlichen Wirklichkeit", das (auf dem Kopf stehende) Spiegelbild des Ewigen Ich und der ewigen Seele.

    Wichtig war mir, das Ewige Ich und die Ewige Seele als vom Ego und zeitlich veränderlicher "Persona" abzugrenzen.

    Die anderen Verbindungslinien führen vom Körper bis an den Rand des Kreises des Ewigen ICH. Wie auch im Kurs gesagt wird, meint ebenso dieser Autor, dass "der letzte Schritt" von Gott getan wird, besser: WURDE. Als Tortendiagramm aufgeteilt, spannen folgende "Sahnestücke der Seele" ihren Ereignis(t)raum auf:

    Animus und Anima
    Kollektives Unbewusstes
    Individuelles Unbewusstes
    Archaischer Bereich, Archetypen
    Magischer Bereich
    Mentaler Bereich
    Mentaler Erlebnisraum
    Integraler Erlebnisraum

    (in Anlehnung an Abb. Seite 86, (1))


    Die Aufteilung in ewigseelische und veränderliche Bestandteile erlaubt, die Sehnsucht der Seele nach SELBST-Verkörperung und Selbstverwirklichung achtsamer zu beobachten. Unsere täglichen Stimmungen bekommen ihre Nahrung aus dem irdischen Seelenteil. Der ewigseelische Anteil ist kontinuierlich in einem Zustand der Ganzheit und keiner Veränderung unterworfen. Mehr als vorhandene Vollkommenheit kann nicht wirklich vom Ewigseelischen erwartet werden.

    Das, was in jeder Seele "ICH BIN" sagen kann, ist das, was uns alle verbindet. Den Weg der Achtsamkeit zur Bewusstwerdung beschreibt der Autor folgend:

    "Die Achtsamkeit unserer Tierseele, Triebseele, Erdseele, der vergänglichen Seele gegenüber fördert die langsaaam wachsende Unterscheidungskraft hin zur Ahnung tieferselischen Erlebens. Tieferseeleisches Erleben tritt auf, wenn die vergängliche Seele von der ewigseelischen Tiefe durchdrungen und die Energieräume von Becken, Bauch und Zwerchfell von der ganz anders gearteten Energie des HERZENS durchstrahlt werden. Wie jedes dem Hause nahe Tier domestiziert wurde, braucht auch unser Tierseele Zähmung." (2)

    Die dann folgenden Unterkapitel sind:

    10.2. Das Mittel der Zähmung heißt Willen
    10.3. Wille zur Umkehr
    10.4. Einung der Triebkräfte
    10.5. Die ewige Seele

    Unter Abschnitt VI wird dann auf den Geist eingegangen. Aus der abschließenden Zusammenfassung über den Geist:

    "Die Form des materiellen Körpers umschließt wie ein Gefäss den geistigen Organismus der Seele. Die Seele mit all ihren Seelenkräften durchdringt und umgibt den Körper. Der geistige Organismus durchstrahlt den Körper, wenn sein Zentrum im Herzen bewusst wird. Hier bildet sich das Bewusstsein zu dem der ICH bin. Wächst das Herzensbewusstsein, dann wächst auch die Wahrnehmung des geistigen Organismus. Hat sich dem Mensch in seinem Herzen erkannt, dann wirkt diese Kraft als Energie BIS IN DEN KÖRPER. So findet das Herz seinen Ausdruck im Körper. Der Körper wird zum Mittler des Geistes."


    Insgesamt ein äußerst empfehlenswertes Buch. Es muss jedoch in die Bücherei zurück, falls es nicht zu verlängern ist...

    Bis hierher zunächst also: Lesenswert!



    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 86
    (2) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 144 folgende

  6. #6

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Unter 8.4. werden die >>Phasen der Bewusstwerdung in der Verkörperung (des Geistes, Anm.Wsib) von aussen nach innen<< deutlicher mit der "Leibarbeit" in Verbindung gebracht.

    Ob nun Behandler und Behandelter, ob Liebende oder einfach Menschen, die sich im Spiegel einer offenen Beziehung erkennen möchten, die hier vom Autor aufgeführten Phasen könnten eine "üb-er-tragbare" Analogiebildung ermöglichen:

    "Die eigentliche Leibarbeit beginnt unten, und zwar bei den Füßén. Auch die Eröffnung seelischer Ebenen, die sich von der Aussenform des Körpers zu einem seelischen Innenraum ergibt, steigt von unten nach ober und entspricht so auch für den westlichen Menschen dem indischen Weg.

    Die Leibarbeit setzt anfangs unten bei den Körperwurzeln an, in der Erde im magischen Bereich (Gebser) und versucht, den zu Behandelnden auf seine Fußsohlen aufmerksam zu machen. Geborgenheit zu geben, den Atem zu harmonisieren. So taucht man in die Tiefe. Die Tiefe beginnt bei den Füßen und Beinen." (1)


    Wie könnte ein Selbst ein anderes Selbst "behandeln"?

    Jeder gibt immer sich selbst im Gegenüber das, was wir empfangen werden. Wie könnte das Selbst behandlungsbedürftig sein?

    Noch besser wäre daher zu sagen: Der in der Ewigkeit SCHON

    Wiederhergestellte (war niemals einer Behandlung bedürftig)

    und der nur daran Erinnernde

    - an die vorhandene ewige geistige Gesundheit des ICH-BIN, des ewigen Selbst -

    empfängt, was er gibt..


    Mehr ist in der Zeit nicht zu tun, als auf dieses weiter vorhandene, ewige Licht im Gegenüber zu blicken, um es selbst zu sein. Das ist der temporäre Austausch von Infrohmationen, der im Lehr- und Lernplan ale "Diffusionsgefälle" zu Spannungen zwischen Jetzt und Ewigkeit führt. Wie ein Rezeptor die Zellwand über Ionisationsvorgänge öffnet und verschließt, so wachsen Wurzeln wie von einer Seerose in "den Teich der Zelle" hinab, im Prinzip schwimmen die Rezeptoren auf einem Seerosenteich und die Wurzeln sind ihre Fühlen im Sinne von Sensoren.

    Diese Wurzeln zunächst mit der Erde zu verbinden, kann in jedem Moment geschehen: Beim Gehen, beim Stehen, Beim Sitzen und im Liegen. Einzig der gewählten Absicht filgt die Willensenergie. Erde verbindet die Elemente Feuer, Luft und Wasser miteinander und könnte als "dreipolig" aufgefasst werden.

    Feuer ist elektrisch, Wasser ist magnetisch und Luft ist sozusagen das Medium der Infrohmationsdiffusion. Ergebnis ist die Physis, die Materie, die durch das Feuer, das Wasser und die Luft geformt wird. Wir sind diese kleinen Rezeptoren auf der Zellmembran, die ihre Wurzeln bis in die Unvergänglichkeit und Ewigkeit des Zellkern wachsen lassen, um die ursprünglichen In-froh-mat-IONEN dort einzuholen, wo sie sind, wie sie immer waren: Wir haben halt nicht dort gesucht, wo alles erfahren werden kann.

    Gleiches gilt im Außen: Wir holen die Infrohmation aus dem Vergänglichen, nicht aus dem Kern aller Dinge. Das Geschehen auf dem Seerosenteich bestimmen wir durch unseren Willen, bestimmte Rezeptoren im Innen und Außen zu prägen. Hier kommt dann die "Hegelsche Komponente" auf Zellebene zum Tragen.

    Eine Üb-ER-Trag-Bahre Anna-log-nie sollte auf allen Ebenen Gültigkeit besitzen, so sie als elegant gelten möchte. Anna-log-nie ist der Muskeltonus der Unschuld, des reinen Gewissens im wahrsten Wortsinne.

    Jede Verspannung ist Folge von Lügen.

    Der Lehrer, von dem ich am Meisten gelernt habe, sagte einmal: Alle Verspannungen kommen von schlechtem oder zu seltenem Sex. In dem Sinn sind "Kopfschmerzen" bei ihm die Folgen von schlechtem Sex. Gut, im Grunde führt jede Lüge auch zu schlechterem Sex, daher könnte beides Gültigkeit bewahren.

    Wieweit die Vermischung von Energiefeldern auch beabsichtigt wird, es ist immer eine vorab zu klärende Frage. In der professioellen Leibarbeit im "Kundenmodus" wird daher der Genitalbereich sowie die Innenseiten der Oberschenkel generell ausgenommen. In der privaten Lernphase sind daher zunächst die Voraussetzungen und Erwartungen in einen gemeinsamen Willenskontext zu bringen.

    Leibarbeit in der Praxis kann leicht zu Missverständnissen führen. Eine eigene Erfahrung dazu:

    In einem Seminar über eine bestimmte Heilungsmethode ging die Leiterin des Kurses mit ihren Assistenten so vor, dass zunächst bedingungslose Liebe zu spiegeln gelernt werden sollte. Es wurden Gruppen von etwa 5 Anwendern gebildet. Immer eine Person sollte von allen Seiten mit bedingungsloser Liebe umfangen werden, der "Erinnernde" sitzt der zu "Erinnernden" gegenüber und hält die offenen Handflächen nach oben, die zu Erinnernde legt ihre Hände darauf und da die Erlaubnis vorher erteilt wurde, diesen Raum der Seele betreten zu dürfen, kann über die verbundenen Hände "Heilenergie und Liebe" fließen.

    In der Gruppe befand sich ein sympathisches Paar, bewandert in den "Russischen Heilmethoden" begann er jedoch gleich, die Spiegelung von bedingungsloser Liebe im Rücken der zu Erinnernden zu kritisieren. Dies sei so nicht wirklich mit den "Russischen-Methoden" vereinbar.

    Trotzdem konzentrierten sich alle auf das GEBEN von bedingungsloser Liebe und im ganzen Seminarraum war diese Liebe in Aktion fühlbar. Uff, und die russische Freundin des "russischen Heilers" war so schön, ich durfte gar nicht wirklich hinsehen...

    Klar war, dass ich jedoch "jede Anmache" auf allen Ebenen tunlichst zu unterlassen habe und hier war "Gedankendisziplin" gefordert. Es gelang mir, nicht abzuschweifen. Als die Kursleiterin die Übung beendete, ließ die Schönheit ihre Hände einfach liegen und sagte nur: Schön...

    Es war ja nicht "meine Liebe", sondern die Liebe unseres Freundes in Aktion...

    Dieses "Hineinreichen" in einen Seelen(t)raum ist wie die Wurzel der Seerose auf unserem Analogieteich der Zellmembran:

    Eine Membran ist die Abgrenzung, die zwei (T)Räume miteinander verbindet.

    Uff, und der russische Heiler blieb zwar freundlicher Haltung, doch war äußerst angespannt fortan. Er "nordete" sie dann in der Pause ein und wir würdigten uns fortan kaum eines offenen Blickes. Diese besitzergreifende Liebe ist ein Tyrann, der zerstört, was er zu halten sucht.

    Obwohl ich "nichts verbrochen" hatte, war das Gefühl der Gegenwärtigkeit fließender Liebe in Aktion üb-er-wältigend.

    Und doch erzeugte es den "negativen Möglichkeitshorizont" der Eifersucht. Diese Ebenen sind daher nie ohne Zustimmung des Partners einer zu Erinnernden zu betreten. Allein der Verdacht bei erwiesener Unschuld kann eine Situation nachhaltig negativ prägen.

    Danach machten der "russische Heiler" und ich eine Übung zusammen, die ihn wiederum sehr verblüffte. Zumindest sah er dann die "Unschuld der Situation".

    Der "Tonus der Unschuld" könnte meine Definition des im vorgestellten Buch angesprochenen Begriffs "Eutonus" werden. Oder Rechtgesinntheit im Kurs-Kontext, Seelenruhe nach "Apo-kryphem-EV-angel-ium", oder Christus-Bewusstsein, oder vergegenwärtigte Gegenwärtigkeit der Ewigkeit im hier zu erwähnenden Kontext.

    Es ist eine universelle Grundschwingung des Kosmos, das Hintergrundrauschen der Schöpfung, die, von Liebe umschlossen, sicher vor allem bewahrt wird, was nicht liebevolle Gedanken genannt werden könnte.

    Jeder nicht liebevolle Gedanke ist quasi ein ER-zeugnis des Egos - seine "Schöpfung", die er jedoch abgrundtief hasst.

    Jeder liebevolle Gedanke ist eine Schöpfung unseres Vaters und wird auf ewig von dieser Liebe begleitet - das ist "Liebe in Aktion".

    Wofür wir uns entscheiden, dem folgt unsere schöpferische Energie. Die Erdung beschreibe ich im weiter Folgenden.



    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 86
    Geändert von Michael (26.05.16 um 11:05 Uhr)

  7. #7

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Sorry, obiges Zitat stammt von Seite 110.

    Eine Tabelle auf Seite 112 ordnet den Körperzonen jeweils einen aktiven und einen reaktiven Ausdruck zu. Das integrierende Bewusstsein mündet in das integrierte Bewusstsein: Im ewigen ICH.

    Aufsteigend von den Füßen bis zum Beckenraum ist aktiver Ausdruck des Bewusstwerdens die archaische Ebene. Wir sind Getriebene in der Physis und die Wurzeln sind zu flach, um im ewigen Ich Verwurzelung zu finden.

    Im (2) Bauchraum betreten wir der magischen Ebene, die wir jedoch noch recht impulsiv als reaktiven Ausdruck einsetzen. Es wird die ätherische, also fenstioffliche Natur erschlossen und als Empfindungsraum erfahren. Die Magie der Gefühle reicht bis auf den Tangotanz der Rezeptoren auf unserer Zelloberfläche hinab und die Wurzeln in das ewige ICH-BIN beginnen, Nährstoffe zu sammeln.

    So wird dem (3) Zwerchfellraum im aktiven Ausdruck die mythische Ebene zugeordnet, die reaktiv emotional wirkt und somit den astralen Bereich integriet und erschließt. Vom Zwerchfellraum springen wir dann zu (4), dem Kopfraum. Aktiv denkend gewinnen wir reaktive Einsichten und erweitern den mentalen Bereich der Warhnehmungsspektren.

    (5) wird vom Autor als "Raum der Sinne" bezeichnet und im aktiven Ausdruck "besinnend", im reaktiven Ausdruck "vernünftig" und als zu integrierender Bewusstseinsraum mit der Sensibilität verknüpft, der Empfänglichkeit für die Mitweltsignale. Offenheit für "besinnende Sinnführungen" ist auch Offenheit für das ewige ICH-BIN.

    Im (6) Stimmraum erfolgt die aktive Bestimmung dessen, was zu kommunizieren ist. In der reaktiven Bewusstwerdung verbinden sich die Geister verbal und können durch die Sensibilität für die mentalen Belange des Gegenübers zu verbindenden, statt zu trennenden Elementen werden.

    Wo sich jedoch Erde und Himmel begegnen, könnte als (7) Herzraum betrachtet werden. Aktives Fühlen der Liebe führt zu Empfindungsfähigkeit und eröffnet ein integrales Bewusstseinselement, was dem ewigen ICH-BIN quasi mit dem "siebten Sinn" entgegenwächst.

    Wir ziehen also einmal Energie aus der Erde in den Herzraum, wenden uns "nach oben" und verbinden uns mit der Quelle von Allem, was ist, und wandern wiederum in den Herzraum. Auf diese Art lernen wir, nicht das Denken zu sein und gehen über die Hallen des Wissens hinaus. Dahinter eröffnen sich die Hallen der Weisheit, in denen Wissen mit Liebe zu intuitiver Weisheit heranreift.

  8. #8

    AW: Körper - Seele - Geist wahrnehmen

    Bei der Krankengymnastik für die Beweglichkeit meiner HWS-Symptom-Geschichte sagt der gute Mann auf einmal: "Ich stelle ihnen jetzt mal ihren Atlas vor"...

    Was ja eigentlich dem obigen Beitrag entspricht: Sich Regionen und damit verbundenen SEELEN-Symbolen "übersetzend" klarzuwerden.

    "Freud stellte mit der Zeit fest, dass Patienten zum einen ihre frühkindlichen Liebeserwartungen und zum anderen Aggression und Hassgefühle auf den nalysierenden Arzt üb-er-tragen.

    Diese Übertragung entsteht aus der zwischenmenschlichen Bindung.
    Übertragen werden frühkindliche Beziehungskonstellationen.

    Übertragung ist kein Abwehrvorgang." (1) (eher die Ausdehnung des [frühkindlichen] Egos im sozialen Thermostatsystem "Mitwelt", Anm. wsib)

    Freud nannte es "freischwebende Aufmerksamkeit", die es ermöglicht, "im Spiegelbild Therapeut" eine Verwandlung, all-so eine Transformation der Erinnerungen durchzuführen.

    Ob es entscheidend ist, diese frühkindliche Angst - von der Angst zu unterscheiden-, die der Projektion dazu im scheinbaren Gegensatz zugrundliegt , sei dahingestellt. In jedem Fall muss erlernt werden, sich wie ein fürsorglicher Erwachsener diesen frühkindlichen Missverständnissen (in seinen generationsübergreifenden, karmischen Anna-(be)log-(sich)nie-n zu stellen.

    "Freud unterschied von der Übertragung die Projektion, welche er als das Hinausverlegen von inneren Vorgängen nach aussen definiert. Projektion ist ein Abwehrmechanismus." (2)

    Ana(l)logien führten da nicht wirklich weiter. Jung sah es auf folgende Weise:


    "C.G. Jung sah die Entstehung von Übertragung sowohl in der Ana(l)lyse als auch in allen anderen Lebensbereichen gegeben. Er suchte nicht nur nach der Ursache, sondern auch nach Zweck, Sinn und Ziel einer Übertragung (M. Jacobys Buch stellt ein klares übersichtliches Fundament für das Thema Übertragung dar). Jung unterscheidet im Gegensatz zu Freud grundsätzlich nicht zwischen Übertragung und Projektion. Projektion ist hier nicht nur die >>Hianausverlegung eines subjektiven (EGO-, Anm, wsib) - VORGANGS in ein Objekt, nicht mehr nur ein archaischer Vorgang der Abwehr, sondern bezieht sich auf alle unbewussten Bereiche. Durch den Prozess der Bewusst-w-erdung nimmt der Erlebende seine Projektionen wieder zu sich zurück. Übertragung und PRojektion können auch aus dem kollektiven Unbewussten der ARchetypen kommen. Im Jungschen Sinne sind Übertragungen jene Projektionen, welche die Person des Analytikers betreffen (oder Gegenübers, Anm. Wsib).

    Jacoby formuliert, dass >>hinter den Inhalten, Formen und Emotionen eines Übertragungsgeschehens der Prozess der "Individuation" verborgen sein kann."
    (3)

    Geht es um die Üb-er-Windung aus der Angst, könnten alle drei Recht haben und wir unsere Ruhe.

    Aufschlussreich wäre noch dieses:

    "Nicht selten findet sich der Therapeut als irdischer Vertreter einer göttlichen Instanz, wenn die Sehnsucht nach dem Numinosen zu seelischen Krisen führt. Die Kunst des therapeutischen Bezuges liegt darin, Projektionen und Identitätsverschiebungen verwandeln zu helfen und auf das Fundament der realen Situation zu führen. [...] Heilsam an der Übertragung wirkt [...] sich nicht in der affektgeladenen Eltern-Kind-Beziehung verwickelt sieht, sondern erfahren darf, dass ein Begleiter mit väterlicher oder mütterlicher, mit freundschaftlichen Gefühlsanteilen - eine verständnisvolle, klärende Beziehung aufbaut und zu leben gewillt ist." (4)

    Ob Übertragung oder Projektion, es sind gebundene und "kristallisierte" Energien. Beide Ängste können jedoch auch das Fehlen von Liebe als Ursache der Angst beinhalten. Dann gäbe es nur Liebe oder Angst, wie im Kurs-Sinne einzufügen wäre. Selbst oder Ego. Eine Selbst-Partition, eine Ego-Partition. Beide zusammen sind nicht kompatibel.

    Ein Freund meinte letztens: "Wenn man Scheiße beschreiben will, kann es nicht reichen, es mit >Düngemittelvorprodukt< zu umschreiben." Gut, aber Düngermittelvorprodukt hätte einen "in der Scheiße" noch unerschlossenen Nutzen...

    Sind alles "Vorprodukte" der Individuation?

    (1) Wolfram Helke, Körper - Seele - Geist wahrnehmen, Oratio Verlag 2001, Seite 196
    (2) ebenda
    (3) ebenda
    (4) ebenda, Seite 197

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