Bruno Gröning Revolution in der Medizin - Rehabiitation eines Verkannten - Eine ärztliche Dokumentation der Heilung auf geistigem Wege" von Matthias Kamp, ISBN 3-97276885.20.8, Grete Häusler GmbH Verlag, 1993


Persönlich war ich sehr üb-er-rasch(t), als ich durch einen Freund auf die Biografie des "Wunderheilers Bruno Gröning" aufmerksam wurde. An der Uni in Hannover wurde eine Dokumentation darüber angekündigt, die ich mir ansah. Im Netz sind einige Filmberichte, die seine Tätigkeit beweisen. Das ist nicht ungewöhnlich, der Heiler Edgar Cayce wartet mit einer ganzen Bibliothek ärztlich dokumentierter Heilungserfolge auf.

Einleitend, und im Kontext des heutigen Beitrages im "Kurs in Wundern", die Sicht des Autors auf den derzeitigen Stand der "Baum-Scheiben-Welt-Wissen-schaft, die als "Schaft" eher einen Stumpf des Baumes des Lebens abbildet. Wissen-schafft ist ein Verlaufsprozess der Aufhebung des gewählten Unwissens in einer andauernden Berichtigung von Fehlwahrnehmungen. Fehlwahrnehmungen auf einer Ebene führen zu einer Fehleinschätzung einer anderen Ebene. Wie die im Kurs angedachte Abwärtsperspektie wirkt, wird vom Autor nachfolgend im Zitat des Autors von der Ärztin Hella Emrich ausgeführt und mit der Sicht von Romano Guardini einprägsam verknüpft. Da in mir diese Fähigkeit - in diesem Ausmaß - noch entwicklungsbedürftig erscheint, eine Argumentationskette, der sich Goethe wohl angeschlossen hätte:

"Die Behauptung mancher Vertreter des exakt wissenschaftlichen Denkens, die Wunder für unmöglich halten, da sie die Naturgesetze aufheben würden, muß schlichtweg als falsch bezeichnet werden. In gleicher Weise ist die Unterscheidung zwischen "natürlichen" und "unnatürlichem" Geschehen nur eine aus der Begrenztheit des menschlichen Denkens erwachsene Fiktion. Man ist lediglich berechtigt, von Ereignissen zu sprechen, die aufgrund der heutigen Kenntnisse als "nicht erklärbar" eingestuft werden können, ebenso, wie man von von erklärbaren, verständlichen Zusammenhängen im Naturgeschehen sprechen kann.

Die Ärztin Hella Emrich erläutert diese Zusammenhänge in ihrem Buch "Geheimnisse der Wunderheilungen" aus der Sicht des italienischen Religionswissenschaftlers Romano Guardini sehr einleuchtend:

Die Schöpfungswirklichkeit ist in Stufen aufgebaut. Von der niederen Stufe her kann niemals erkannt werden, was auf der höheren ist. Die höhere Stufe ist der unteren gegenüber in ihrem Wesen souverän. Vom Mineral her kann man zum Beispiel nichts darüber ausmachen, was alles möglich wird, wenn "Leben" wirksam wird. Oder von den biologischen Prozessen im menschlichen Gehirn her kann nichts ausgemacht werden über die geistigen Vorgänge [...]. So ist das Lebendige dem bloß Stofflichen, so ist der Geist dem bloß Biologischen gegenüber in gewissem Sinne autonom. Die jeweils höhere Stufe verwirklicht ihre schöpferischen Möglichkeiten aus sich selber. Auf allen Stufen gelten wohl die gleichen allgemeinen Gesetze, aber sie werden auf den verschiedenen Seinsstufen auch verschieden in den Dienst genommen." (1)

Wenn wir erkennen, dass die Gesetzgebung auf Liebe, Ganzheit, Gesundheit und Vollkommenheit abzielt, die in feier Entscheidung zu erlangen ist, können wir die Seinsstufen zur Kooperation im Namen der Liebe auffordern, indem wir die Perspektive des verbindenden Geistes einnehmen und uns über die "Abwärtsperspektive" des allgegenwärtigen Lehrplans klarwerden. Etwas "in den Dienst" zu nehmen, benötigt eine "geteilte Absicht", eine Schnittmenge gemeinsamer Motivation.

Bruno Gröning muss dieses Schnittmenge gefunden haben, wie die (später folgende) Ansprache von Bruno Gröning am 31.8.1949 auf dem Traberhof in Rosenheim verdeutlicht.

Zuvor jedoch, die nach dem Vorwort des Autors zitierten Worte des Prof. Dr. Carl Gustav Jung:

"Ich glaube, daß Heilen auf nicht-materiellem Weg, durch geistige Methoden, eine Zukunft ungeahnter Möglichkeiten hat. Und ich glaube, daß ihr Bereich allmählich über das, was wir heute, zu Recht oder Unrecht, als "funktionell" bezeichnen, hinauswachsen und auch alles Organische umschließen wird. Ich sehe die Morgenröte einer neuen Zeit vor mir aufleuchten, in der man gewisse chirurgische Eingriffe, z.B. an innerer Gewächsen, als bloße Flickarbeit ansehen wird, voller Entsetzen, daß es überhaupt einmal ein so beschränktes Wissen um Heilmethoden gab. Dann wird kaum noch Raum bleiben für althergebrachte Arzneimittel. Es liegt mir fern, die moderne Medizin und Chirurgie irgendwie herabzusetzen, ich hege im Gegenteil große Bewunderung für beide. Aber ich habe Blicke tun dürfen in die ungeheuerlichen Energien, die der Persönlichkeit selbst innewohnen, und in solche von außerhalb liegenden Quellen, die unter gewissen Bedingungen durch sie hindurchströmen, und die ich nicht anders als göttlich bezeichnen kann. Kräfte, die nicht allein funktionelle Störungen heilen können, sondern auch organisch bedingte, die sich als bloße Begleiterscheinungen seelisch-geistiger Störungen herausstellten." (2)

Es ist wirklich blöd, dass sich Freud und Jung heillos zerstritten. So teilte sich die Baumscheibe dieser Teilwissenschaft nochmals in zwei Segmente der Wahrnehmung. Diese Schizophrenie der Psychologie ist völlig kontraproduktiv und geht auf ein bestimmtes ER-eignis zurück, vor dem Freud furchtsam "zurückschreckte". Jung sagte ihm etwas, das gleich geschehen werde. Als sich das Gesagte bewahrheitete, war es für Freud wohl etwas viel der "Wahrnehmungsberichtigung" und sein EGO zog empört von dannen. Seine Seele würde sich ob des dämlichen Streites heute noch im Grabe umdrehen, so dieses - mehr als symbolisch gemeint - möglich wäre. (Ist hier die Begründung für Grundsatz 22 im Kurs-Ordner zu finden?)

Die freudlosen Freudianer und die jüngeren und älteren Jung-Anhänger gehen dabei an ihrer Funktion vorbei, die Wissen schaffen soll, das heilt. Was krank macht, ist im Prinzip belanglos. Die Menge macht, dass ein Gift ein Gift ist. Doch nicht das, was in den "Mund hineingeht", vergiftet uns. Es ist, was aus dem "Mund herauskommt", dass die Mitwelt in Ratsch, Tratsch und übler Nachrede - wie auch uns selbst - vergiftet. Es sind Geistesgifte, die im Körper wirksam werden. Seelensymbole.

So ist Heilung ein Begriff, den C.G. Jung "als Morgenröte eines damalig kommenden Aufleuchten des Geistes" beschrieb. Schade, dass dem nicht mehr Beachtung geschenkt wurde. Ebenso ist es mehr als bezeichnend - wie, und warum - diese Morgenröte am Horizont des Krankheitswesens unter den Teppich gekehrt wurde. Später mehr dazu...

(1) Bruno Gröning Revolution in der Medizin - Rehabiitation eines Verkannten - Eine ärztliche Dokumentation der Heilung auf geistigem Wege" von Matthias Kamp, Grete Häusler Verlag, 3. Auflage 1998, Seite 197
(2) ebenda, Seite 15