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Thema: Vor-Gedanken zu den Okympischen Spielen 2066

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    Vor-Gedanken zu den Olympischen Spielen 2066

    Vor-Gedanken zu den Olympischen Spielen 2066

    Da die Olympischen Spiele morgen feierlich eröffnet werden, sei es mir gestattet, einige rückblickende Anmerkungen zu machen und einen optimistischen Vorausblick zu wagen.
    Die Sportwelt wurde in den letzten Jahrzehnten von umwälzenden Neuerungen geprägt. Die älteren Sportbegeisterten können sich sicher noch erinnern, dass im Jahr 2032 erstmalig das Doping freigegeben wurde.
    Ein Schritt in die richtige Richtung, denn die Zuschauer waren es leid Tage-, Wochen-, Monate- oder auch Jahre-lang zu warten, bis der Sieger eines Wettkampfes feststand. Mitunter wurden Medaillengewinner acht Jahre später nachträglich disqualifiziert. Das war ein unhaltbarer Zustand. Der Zuschauer will nach Abschluss eines Wettkampfes wissen, wer gewonnen hat.
    Der Entscheidung zur Dopingfreigabe gingen langwierige und heftige Debatten voraus.
    Auf der einen Seite standen die Kritiker, die gesundheitliche Risiken bei den Athleten befürchteten.
    Auf der anderen Seite argumentierten die Befürworter, dass Hochleistungssport immer gesundheitsschädlich ist, und, dass das Doping-Gespenst ohnehin nicht mehr in die Flasche zurückbefördert werden könne. Der Sport müsse Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Nur so könne der Zuschauerschwund aufgehalten werden. Und schließlich wolle man die Athleten nicht entmündigen, indem man ihnen Vorschriften bezüglich der Substanzen, die sie zu sich nehmen dürfen, mache. Die Zeit sei reif für den selbstbestimmten Sportler, der selbst wisse, was seinem Körper zuzumuten sei. Damit wurden allen Athleten gleiche Chancen eingeräumt. Das Mindestalter, das zur Teilnahme berechtigt, wurde auf 18 Jahre erhöht, um Jugendschutzbedenken Rechnung zu tragen. Es wurden die ersten freien Spiele für freie Athleten.

    Der „Märtyrerwettbewerb“ wird sicher wieder die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit „Märtyrerwettbewerb“ ist natürlich die Sportart, die im offiziellen Sprachgebrauch Borrocia heißt, gemeint. Von Spöttern wurde sie infolge ihrer hohen Todeseintrittswahrscheinlichkeit für die Sportler nur als „Märtyrerwettbewerb“ bezeichnet. Diese Bezeichnung hat sich bis zum allgemeinen Sprachgebrauch hochgearbeitet und wird heute durchaus ehrerbietig angewandt.
    Die Idee zum „Märtyrerwettbewerb“ entstand zufällig beim Fallschirmkunstsprungwettbewerb, der 2048 neu eingeführt wurde. Der Sprung des französischen Teilnehmers begeisterte nicht nur die Zuschauer. Auch die Wertungsrichter waren derart beeindruckt, dass sie ihn trotz der missglückten Landung auf den ersten Platz wählten. Und so wurde ihm Gewinn zuerkannt, obwohl er beim Aufprall tödliche Verletzungen erlitt. Eine posthume Medaillenverleihung hatte es bis dato nicht gegeben. Die fünfjährige Tochter des verstorbenen Gewinners nahm die Goldmedaille entgegen. Die Medien stürzten sich auf dieses Ereignis und führten beim Publikum zu einem Olympia-Fieber. Und zu Gedanken beim Olympischen Komitee, ob man die Ausrichtung der Spiele nicht eventuell um eine dramatische Komponente erweitern könne. Radstürze alleine seien auf Dauer nicht gut genug um das Publikum bei der Stange zu halten, wurde ausgeführt. Weiter wurde argumentiert, dass man so auch die einseitige Ausrichtung auf Griechenland überwinden könne. Auch die Traditionen Roms gehörten zur Sportgeschichte im Speziellen und zum weltweiten Kultur-Erbe im Allgemeinen.
    Heftige Diskussionen folgten. Bei einer Abstimmung innerhalb des olympischen Komitees konnten sich die „Dramatiker“ nur mit hauchdünner Mehrheit durchsetzen. Und so wurde 2052 die Hochrisikosportart Borrocia, die aus den drei Disziplinen Wing-Suit-Fliegen zwischen Felswänden, Cliffdiving aus 40 Meter Höhe und Freeclimbing an schwierigen Bergen besteht, ins olympische Programm aufgenommen.
    Menschenfreunde stellten die Frage, ob denn die Zuschauer Wettbewerbe, bei denen die Wahrscheinlichkeit von Todesfällen derart hoch sei, überhaupt sehen wollen. Diese Frage wurde bei den nächsten Spielen eindrucksvoll beantwortet: Sie wollten. Die „dramatischen“ Disziplinen zeichneten sich durch ein explodierendes Zuschauerinteresse aus.

    Die Spiele stehen heute besser da als jemals zuvor. Und sind auch reichhaltiger als jemals zuvor. Hier treffen Hochtechnologie, Körperkraft, Konzentration und Geschicklichkeit zusammen. Vom Pfeil-und-Bogen- bis zum Drohnenschießen, vom Radfahren bis zur Formel 1, vom 100-Meter-Sprint bis zum Marathonlauf, von der rhythmischen Sportgymnastik bis zum Rugby wird alles geboten, was das Zuschauerherz höher schlagen lässt. Mögen die Spiele beginnen. Ich freue mich darauf!

  2. #2
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    AW: Vor-Gedanken zu den Okympischen Spielen 2066

    Schöne Geschichte zur "Leistungsshow der Pharma-Industrie" und dem dazu notwendigen "Red-Bull-Zeitgeist". Gerade das "Märtyrerspiel" könnte ein Kassenschlager werden... Die Maya hatten ebenso eine herzzerreißende Art, ihre Sieger beim Opferspiel zu feiern: Sie wurden eben geopfert, wie der Name unmerklich andeutet. Was jedoch als Ehre aufgefasst wurde....

    Daher ein kurzer Vorbericht zu den Paralympics 2070:


    Aufgrund der allgemeinen Begeisterung für die neue Strategie des IOC nach den freien Dopingspielen 2066 wurden schon 2070 die Paralympics für genveränderte und biotechnologisch optimierte Organismen vormals menschlichen Ursprungs in einer "offenen Herstellerklasse" zugänglich gemacht.

    Menschenfreunde stellten die Frage, ob diese neue Leistungsshow der Pharma-, Gentechnik- und Implantatindustrie nicht zu Nachahmungseffekten des alseitig beliebten Märtyrerspiels in breiten Teilen der Bevölkerung führen könnte.

    Für mich, als einem gentechnisch veränderten, bio-, quanten- und nanotechnologisch optimierten Nutzorganismus (als einer Patentanmeldung der Mohnsancto IG) zu den erweiterten und freien Paralympics 2070) stellt sich diese Frage nicht mehr. Diese ineffizienten Subroutinen sind gentechnisch veränderten Nutzorganismen in ihrer Softwaresteuerung des Denkens gänzlich fremd.

    Der Glaube an die Allmacht meiner Heimataktiengesellschaft ist fest in meinem neuen Softwareupdate und alles seinen biotechnologischen Bauteilen, Implantaten und Steuerungsgeräten verankert. Es ist für einen biotechnologisch optimierten Nutzorganismus eine Ehre, das Wissen seines multinationalen Heimatkonzerns physisch zu vertreten und für diesen notfalls auch bereitwillig sein Leben zu geben...

    Nach den ersten wirklich freien Paralympics wurde der natürliche Mensch bald nur noch in wenigen ausgewählten Zoos legal gehalten und ausgestellt. Es war ohnehin zu gefährlich geworden, natürliche Menschen ohne biotechnische Softwaresteuerung und Mentalupdates noch unkontrolliert vom Heimatkonzern herumirren zu lassen. Leider gab es weiterhin unbeirrbare "Menschenfreunde", die diese primitive Form von Primaten fortan illegal in privaten Gehegen hielten und so in ihrer Ursprungsform erhielten.

    Als den paralympischen Maschinenmenschen dann irgendwann der Strom für die vielen Gefriertruhen mit den ganzen toten Affen für die Werbeunterbrechungen ausging, entkamen drei dieser urzeitlichen Primaten dem Gefängnis des goldenen Käfigs der relativen Besonderheit des Heimatkonzerns. Sie wurden mythologisch zu Lilith, Eva und Adam in einem Paradies, (noch ohne Werbeunterbrechungen für die Äpfel der Schwiegermutter des Heimatkonzerns....)

    Wird wohl nicht nur beim Doping alleine bleiben....

    Dirk Bach soll zusammen mit einem Herrn Putin an zwei genetischen Kopien ihrer Selbst arbeiten, mit denen die Umsetzung der Planung der Paralumpischen Spiele 2066 gewährleistet werden soll. Frau Merkel - erst die Zweite - soll die Eröffnungsrede zur geplanten Klo(w)nolumpiade halten.

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