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Thema: Arthur de Gobineau, Richard Wagner und die Nazis

  1. #1
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    Arthur de Gobineau, Richard Wagner und die Nazis

    Ich suchte nach dem Bindeglied zwichen Wagner und den Nazis...stieß dabei auf Arthur de Gobineau...von dem ich ... im Zusammenhang mit Nietzsche ... schon hörte...aber über den ich nichts wusste.

    Arthur de Gobineau war ein französischer Schriftsteller und der Begründer der modernen Rassentheorie. Sein Werk „Essai sur l’inégalité des races humaines“ erschein in vier Bänden. Seine Anhänger nannte man Gobinisten. Wagner war einer dieser Gobinisten. Gobineau sprach von der weißen Herrenrasse und den Ariern. Zwar hatten für ihn alle Menschen den gleichen Ursprung...was heute nicht mehr Theorie sondern Wissen ist...entwickelten sich aber unterschiedlich...was ja irgendwo auch logisch ist.

    Aber jetzt kommt der entscheidende Punkt:

    Ludwig Schemann, ein Mitglied des Bayreuther Kreises um Cosima und Richard Wagner, übersetze die Theorien Gobineus ins Deutsche und ergänzte sich durch einen verschärften Antisemitismus.
    Für Gobineau waren die Juden Teil der weißen Rasse, während Schemann sie von der weißen Rasse ausschloss. Schemann machte aus Gobineaus Theorie einen „Rassenkampf“ zwischen „Ariern“ und „Semiten“.
    Wagner selbst war nicht in allen Punkten mit Gobineau einer Meinung...aber in den entscheidenden schon. Wagner war vor allem von der "Arierdämmerung" in Gobineaus Schriften fasziniert.

    Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Luther, Wagner, Nietzsche und die katholische Kirche die Säulen der Nazis waren. Auf alle vier hatten sich die Nazis auch immer wieder berufen.

    Die Deutsche Bahn hat gestern einen ICE nach Luther benannt...nächstes Jahr haben wir zu Ehren Luthers einen Nationalfeiertag. Nietzsche ist heute noch an jeder Schule...Uni...ein fester Bestandteil. Die Bayreuther Festspiele gibt es heute noch...werden von den gesellschaftlichen und politischen Eliten besucht und hofiert. Zur katholischen Kirche muss man nicht viel sagen. Das ist für mich alles andere als eine konsequente Aufarbeitung und Verarbeitung unserer Geschichte. Das macht die 20.000 Glatzköpfe ins Springerstiefeln zu einem Alibi für all die anderen "echten Nazis". Da muss ich WSIB sogar Recht geben, dass das Nazitum nach wie vor ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist.

  2. #2
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Man sollte sich folgendes bewusst machen: Die "Menschen", die in Springerstiefeln und glatzköpfig durch die Gassen ziehen...Flüchtlinsgunterkünfte anzünden und Ausländer anfeinden...die nennen wir zwar Nazis...aber das sind keine Nazis...das sind Hohlblöcke, Dummköpfe, Ausländerfeinde..."Menschen"...die Fremde zu Sündenböcke für ihr eigenes Scheitern machen. Hätte es die Nazis niemals gegeben...diese Idioten wären dennoch da...würden halt andere Symbole zur Schau tragen und andere Parolen rufen. Nazi ist etwas ganz anderes...da steckt auch eine intellektuelle Boshaftigkeit dahinter...das ist viel unterschwelliger...subtiler. Deshalb ist....wenn man so will...die AfD viel gefährlicher als zB eine NPD. Bei der AfD versammeln sich verdammt kluge Köpfe...sie haben Argumente...die sie evolutions-biologisch auch untermauern können. Man kommt ihnen viel schwerer bei...sie wissen bis wohin sie gehen können...wissen was nicht von der Hand zu weisen ist. Man kommt ihnen einfach nicht so schnell bei. Die Nazis hatten ja nicht gesagt die Juden sind unsere Feinde, darum töten wir sie jetzt...sondern sie vergifteten das Volk ganz langsam...jedoch kontinuierlich...erst als die Dosis auch beim Letzten wirkte schlugen sie zu. Dehalb halte ich es auch für so wichtig, dass man bei den oben zitierten deutschen "Größen" nichts verharmlost...denn das ist schon die nächste Injektion. Geschichte lügt nicht - was geschehen ist, ist geschehen.

    Würde ich die Anhänger eines Luther oder Wagners als Nazis beschimpfen...wäre das rein sachlich gesehen abolut gerechtfertigt. Das mache ich aber deshalb nicht...weil ich weiß, dass sie sich ihrer "Schuld" gar nicht bewusst sind. Dieses Bewusstsein...die Absicht...wäre für mich jedoch die Grundveraussetzung...die eine Anklage rechtfertigen würde. Die meisten machen sich einfach keine Gedanken...sie kamen als Protestanten auf die Welt...also sind sie Protestanten. Andere hören halt gerne die Musik von Wagner....ohne sich mit der Person als solche zu befassen. Bei Wagner fällt es mir schon schwerer die Anhänger zu entschuldigen...dessen rassistische Haltung gehört zur Allgemeinbildun...was man bei Luther nicht sagen kann. bei Luther wird stets nur von dessen Verdiensten gesprochen. Es gibt 2,4 Milliarden Christen...knapp die Hälfte davon sind Protestanten. Kritik wäre also eine Art Nestbeschmutzung....niemand wagt es sich mit Protestanten und Katholiken anzulegen. Luther machte etwas sehr böses ein bisschen weniger böse...das ist für mich kein Verdienst...sondern eine Überlebensstrategie. Die katholische Kirche stand damals sehr in der Kritik und auf der Kippe - viele Menschen verloren ihren Glauben. Die Reform war also keine gute Tat...sondern trug dazu bei das Böse zu erhalten. Niemand sägt sich selbst den Ast ab...auf dem er sitzt...weshalb wir wohl noch lange mit diesen Umständen leben müssen. Es bräuchte einen neuen Reformator...einen...der am Bösen nicht herumbastelt...sondern es abschafft. Da reicht es aber nicht ein paar Nlätter an die Tür zu nageln.

    Bis zu Wagner waren Rassentheorie und Antisemitismus zwei getrennte Sachen...erst Wagner und dessen Umfeld führten beides zusammen und sind somit die Gründer des Nazitums. So unpopulär das auch klingen mag...aber es entspricht einfach nur der Wahrheit...zumal die Nazis selbst auch nichts anderes sagten - und wer könnte das besser wissen als diese selbst? Die Frage ist nun; was macht man daraus...wie geht man damit um...will man überhaupt damit umgehen? Ich vermute "nein". Da komme ich auf aeroliths Pippi Langstrumpf zurück:" Ich male mir die Welt, so wie sie mir gefällt".

    aerolith ist Lehrer für Geschichte?!? Ich man das mal gelesen zu haben. Nun frage ich mich...ob der die dunklen Seiten dieser Persönlichkeiten auch beleuchtet...und wie er das tut...ober das ebenso gründlich...intensiv und gewissenhaft macht...wie wenn er die Verdienste herausstellt? Ich weiß es nicht, das weiß er selbst am besten.

    Ich kann von mir sagen, dass ich in der Schule darüber nicht aufgeklärt wurde. Und ich denke das trifft auf die meisten Schüler so oder ähnlich zu. Wir reden von Bildungsauftrag - lautet denn der Auftrag diese Dinge zu verschweigen?!? Wie groß ist der Einfluss des Ministerium? Welchen Spielraum hat der Lehrer? Wem darf ich meine Bildungslücke zum Vorwurf machen?

    Link zu welt.de

    Hier habe ich einen Artikel gefunden...der den besagten Gobineau zumindest erwähnt. Bei den meisten Berichten...die sich angeblich kritisch mit Wagner befassen...fehlt diese Verbindung...wird diese...so behaupte ich...wissentlich unterschlagen.

    https://www.welt.de/kultur/buehne-ko...ntisemit.html#

    Von Wagner kam...das wurde mir durch diesen Artikel überhaupt erst bewusst...der Begriff der „Verjudung“

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    da geht aber einiges durcheinander. ich werde das wohl der reihe nach auftroddeln müssen. wird aber dauern.
    zum selbstverständnis der nazis nur so viel: luther hat bei ihnen nie eine rolle gespielt.

    Der vielgescholtene Wagner konnte den Nazis auch nicht als weltanschauliche Grundlage dienen, denn in einem wesentlichen Punkt ließ sich Wagner schlichtweg nicht verwenden. Wagner befürwortete die Rassenvermischung.
    Schemann dagegen war schon ein merkwürdiger Knilch. Einerseits mußm der mann sehr umtriebig gewesen sein, also trat für die Verbindung des Verschiedenen ein, andererseits lehnte er die Verbindung des Verschiedenen ab und bezeichnete sie als Form der Deszendenz.

  4. #4
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Arthur de Gobineau, Richard Wagner und die Nazis

    80 % der lutherischen Pfarrer traten der NSDAP bei - die evangelische Kirche unterstützte die NSDAP auf ihrem Weg an die Macht und bekämpfte gleichzeitig die Weimarer Republik. Hitlers Wunsch war...dass sich evang. und kath. Kirche im Kampf gegen die Juden vereinen. Schon 1928 wirbt er für ein ökumenisches Christentum. Auch Hitlers Vorbild und geistiger Vater, Schönerer, stand unter dem Einfluss Martin Luthers. Bevor sich Hitler mit den Ideologien von Schönerer auseinandersetze...war er sogar ein Freund der Juden. Will man wissen wie es zum Nazitum kam...muss man sich zwangsläufig mit Schönerer befassen. Dieser hat die Bombe Hitler überhaupt erst scharf gemacht. Davor beschäftigte Hitler sich sogar sehr intensiv mit Marx und fand dessen Ideen anfangs gar gut. Schönerer (und dessen geistige Nähe zu Luther...was seinen Judenhass betraf) und der Versailler Vertrag in Kombinaton...haben den Diktator Hitler erschaffen...und somit auch das Nazitum. Ich bin sogar der Meinung...dass zu jener Zeit mehrere Hitler möglich gewesen wären. Dass es Adolf Hitler wurde...lag sicherlich auch an seinen rhetorischen Fähigkeiten...seinen Platz hätten aber viele andere auch einnehmen können. Der Soldat des 1. Weltkriegs war sozusagen der Arsch...er alleine wurde für den Krieg verantwortlich gemacht....wurde zur Kapitulation gezwungen...und als er wieder in der Heimat war...fand er auch bei den kriegsmüden Bürgern kein Ansehen mehr. Die Soldaten irrten nutzlos umher...wussten nicht wo ihr Platz ist und hatten gefühlt noch eine Rechnung offen. Der zweite Weltkrieg war schon unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg bei vielen Soldaten ein Thema....weshalb ich Hitlers Verbrechen gar nichtmal im zweiten Weltkrieg sehe....sondern hauptsächlich in der Vernichtung der Juden. Dass er den Krieg wie ein Irrer führte...das ist eine andere Sache...der Krieg selbst jedoch ist nachvollziehbar. Die Alliierten werden das niemals zugeben...aber sie sind sich ihrer Mitschuld wohl bewusst. Wenn ich mich recht erinnere...leisteten wir noch bis in die 90er Reparationszahlungen für den 1. Weltkrieg. Diese Ausbeutung...und auch die spätere Besetzung des Ruhrgebietes durch die Franzosen...musste fast zwangsläufig zu einem weiteren Krieg führen. So gesehen hatte Hitler es recht einfach bei der Bevölkerung Zustimmung zu finden - dass da gute Rhetoriker am Werk waren...machte es nur noch einfacher...war aber m.E. nicht ausschlaggebend.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Arthur de Gobineau, Richard Wagner und die Nazis

    wirre argumente, AD2. ebensogut kannst Du behaupten, daß 94% der atheisten die politik hitlers unterstützten.
    der nationalsozialismus ist keine folgeerscheinung irgendeiner religiösen bewegung, schon gar nicht des christentums, denn ihm fehlt das grundlegende des christentums, die nächstenliebe. nationalsozialismus ist das gegenteil von christentum, nämlich aus erwähltheitsdünkel resultierende hochnäsigkeit. wenn es einen geistigen ursprung des nationalsozialismus gibt, dann den liberalismus. beide setzen auf partitivität, exklusivität und die gewalt, die das sich selbst bestimmende individuum sich selbst udn seinen nächsten antun darf. die nazis klammerten dieses rasseindividuum nur in einem führerstaat ein, substantiell aber ist ns nichts anderes als eine form des liberalismus.
    protestantische pfarrer waren staatsbedienstete, aufgrund des RDHS von 1803 vom staat bezahlte, in einer kirchlichen organisation beschäftigte und dem gemeinwohl dienende. als solchen war es ihnen anbefohlen, sich aufgrund der gleichschaltung von partei und staat 1933 in die nsdap zu begeben. das betraf nicht nur protestantische pfarrer, sondern auch nichtreligiöse staatsbeamte. ich schätze den anteil der NSDAP-beamten auf über 90%. nicht die 80% in der protestantischen kirche sind hier zu nennen, sondern die 20%, die es nicht taten. denn diese 20% waren potentielle und tatsächliche gegner hitlers. aber lassen wir das. das ordnerthema betrifft gobineau.

    du schreibst oben ganz richtig, daß gobineau KEIN antisemit war. gobineau trieb etwas anderes um, nämlich das problem der entartung. der begriff wurde um seine zeit und in nutzanwendung mit darwins auffassungen zu einem träger einer ganzen gedankenwelt. gobineau wollte die rassenvermischung verhindern oder zumindest aufhalten. für jede rasse. insofern war sein ansatz schon wieder (beinahe) ethisch. beinahe deshalb, weil es nicht das ziel der menschheit sein kann, in abgeschlossenen zirkeln zu leben. verbindung und mischung ist notwendig, nicht zu verhindern und politisch oder emotional eine sehr problematische forderung.
    ich sehe hier eine verbindung zu herder, der siebzig jahre vor gobineau von der idee sprach, die jede nation mit sich führe und die es zu entwickeln gelte. allerdings hätte herder nie von rassen gesprochen, dafür war sein ansatz zu abgehoben. am ende ist es doch eine willensentscheidung, wer man sein will, blutsgruppe und rassenmerkmale hin oder her. oder etwa nicht?

    Bei der psychologischen Grundierung Hitlers wird zudem oft der Fehler gemacht, ihn als Irren oder in irgend einer Weise zu pathologisieren. Ich halte es nach wie vor für einen Fehler jedes humanistisch denkenden Menschen, Hitler mit dem Stempel eines Irren oder pathologisch Paranoiden etc. pp zu versehen, seine Ambitionen gar auf frühkindheitliche Traumata zu reduzieren oder gar zu verteufeln, auch eine Verhohnepieplung oder dergleiche sarkastische Reduktion sind nicht mein Fall. Damit baut man letztlich nur einen Popanz auf, der aber vielleicht gerade intentioniert ist. Wer weiß schon, wer hier welches Süppchen kocht, sagt jetzt der kleine Paranoiker in mir?

  6. #6
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Arthur de Gobineau, Richard Wagner und die Nazis

    Du sagst es; es ist eine Willensentscheidung - nur sollte dieser Wille auch deutlich erkennbar sein - und es beim Willen alleine nicht bleiben. Der Wille alleine, einen deutschen Pass zu besitzen, ist nicht genug. Ein Naldo, der seit Jahren in Deutschland lebt...sich um Sprache und Kultur bemüht...soll ohne "wenn und aber" auch einen deutschen Pass bekommen. Dazu soll er kein Fußball spielen müssen...und die Hautfarbe darf sowieso keine Rolle spielen.

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