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Thema: Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post These XCIII: Eine eindeutige Warnung an Wien hätte den Krieg verhindert.

    These XCIII: Fischer behauptet, daß Bethmann Hollweg nach seiner Erkenntnis, daß England keineswegs neutral bleiben würde, Wien hätte eindeutig warnen können, sein Ultimatum zurückzuziehen und unzweideutig zu warnen, daß das Bündnis aufgehoben sei, falls Wien auf Krieg dränge.

    Nun ist das mit Konjunktiven immer so eine Sache. In diesem Fall zeigt sich der fundamentale Grundirrtum Fischers, der das gesamte Buch durchzieht. Fischer glaubt, daß es Sache der Deutschen gewesen sei, den Krieg zu verhindern, daß also Wien und Bärlin mit einer Verweigerungshaltung und Ignoranz gegenüber dem Attentat und seinen politischen Folgen hätten leben lernen müssen, nicht aber in altkabinettspolitischer Attitüde auf Vergeltung hätten drängen dürfen. Dann wäre der Weltkrieg ausgeblieben. Anders gesagt, Bethmann Hollweg hätte das, was Fischer weiter oben ihm zum Vorwurf macht, tun sollen, nämlich dem Bündnispartner drohen müssen, ihn allein zu lassen.
    Bethmann Hollweg drohte Wien nicht im Sinne, daß das Bündnis aufgehoben sei, wenn Wien NICHT zur Tat gegen Serbien schritte (Anfang der Juli-Krise) und er drohte NICHT zum Ende der Krise, als ihm dämmerte, daß es Krieg geben und England nicht neutral bleiben würde. Er stellte anheim. Das ist etwas ganz anderes.
    Der Punkt ist, daß es sowohl St. Petersburg als auch London und Paris darum ging, die Mittelmächte an weiterem Machtzuwachs zu hindern, sie also den Krieg brauchten, um ihre verlorenen Positionen (im Welthandel, in der militärischen und politischen Macht) zurückzugewinnen. Jedes Jahr verloren diese Mächte Anteile. Bethmann konnte diesen Krieg nicht verhindern. Egal, was er getan hätte.

  2. #27
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    Post These XCIV: England sollte über eine mohammedanische Revolution besiegt werden.

    These XCIV: Wilhelm wollte Albion durch eine mohammedanische Revolution zerstören.

    Die Wut war groß, als man Ende Juli 1914 in Bärlin erkennen mußte, daß Britannien seit Jahren an der Einkreisung des Reiches gearbeitet hatte, währenddessen man in Bärlin von der Möglichkeit einer britischen Neutralität ausging.

    Die Reaktion in Bärlin war der Plan B (These XCIV), ein wenig ohnmächtig wirkt das schon.
    Über die türkische Achse Rußland im Süden angreifen und Britannien den Weg nach Indien erschweren, zugleich in Nordafrika die deutschfreundlichen Kräfte wecken.

    War das utopisch?
    Nichts in dieser Zeit ist politisch unmöglich gewesen. Aber Wilhelm schätzte das türkisch-arabische Verhältnis falsch ein. Die Briten wußten es besser und mußten keine politischen Umwälzungen an ihrer Achillesferse, Nahost, befürchten. Türken und Araber waren einander spinnefeind.

    Ein Indiz für das Versagen unserer politischen Elite: Sowohl Wilhelm als auch sein Kanzler schätzten die Kräfteverhältnisse bis Ende Juli falsch ein.

    Andererseits: Eine gekonnte Täuschung der Briten, die aber im Zeitalter des Imperialismus durchaus realite Politik war. Den Briten ging es um Weltmacht, die die Deutschen in ihren Augen bedrohten. Den Deutschen ging es um Selbstbehauptung und Wachstum. Ein unausweichlicher Konflikt, sofern das deutsche Wachstum britische Poitionen gefährdete. Seit 1900 bedrohte es es.

  3. #28
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    These XCV: Die deutsche Mobilmachung erfolgte NACH der russischen.

    stimme zu

    Ich stimme aber keineswegs Fischers beigefügten Erklärungen zu. Fischer behauptet, daß man in Bärlin, im Bewußtsein eigener Weltmachtpläne, die Russen quasi vors Loch schob und alles tat, damit Rußland als Schuldiger dastünde. Als die Mobilmachung Rußlands am 30. Juli ausgesprochen wurde, war man in Bärlin selbstredend froh, nun nicht den Schwarzen Peter zu haben.
    Allerdings aber übersieht Fischer hier eins: Hätte Rußland NICHT mobilgemacht, wäre es bei einem serbisch-österreichischen Konflikt geblieben, denn das Reich hätte dann keine Mobilmachung befehlen müssen.
    Es stellt sich die Frage, warum Rußland mobilmachte. Ganz einfach, weil es mußte und sich sicher sein konnte, mit Britannien und Frankreich zu stehen. Frankreich hatte seit Jahrzehnten in den Ausbau der russischen Westgrenzen investiert, um die russischen Heeresmasssen schnell gegen die Deutschen führen zu können. Britannien hatte mit Rußland den Ausgleich in Mittelasien angestrebt und zugleich Aussicht auf Konstantinopel gegeben. Die russische Gegenleistung lautete: Massen gegen die Deutschen, um deren Kräfte zu bündeln. 1914 wurde die Ernte eingefahren, wobei es unerheblich ist, welche taktischen Überlegungen die Deutschen da gehabt haben mögen. Mit der russischen Mobilmachung war der Krieg da.

  4. #29
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    Post These XCVI: Die Reichsregierung erfand französische Grenzverletzungen.

    These XCVI: Die Reichsregierung erfand nach Ablauf des Ultimatums an Frankreich, in dem dieses aufgefordert worden war, sich für neutral zu erklären, französische Grenzverletzungen und Bombenabwürfe auf deutsche Siedlungen, um am 3. August einen Anlaß zur Kriegserklärung zu finden.

    Möglich.
    Leider findet sich bislang dazu kein Beleg weder einer für noch einer gegen die These. Die von der SZ kolportierten Belege bleiben unbelegt und könnten ebenso anders ausgelegt werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: die in preußischen Uniformen steckenden Franzosen an der belgisch-deutschen Grenze könnten ebensogut ihre Uniformen bis zur Grenze im Gepäck verstaut haben. Fragt sich allerdings immer noch, was sie mit der Aktion zu erreichen suchten? Ebensogut läßt sich fragen, wie es denn umgekehrt hätte erfolgen können, daß sich also deutsche Soldaten im "neutralen" Belgien hätten ungeschoren aufhalten können?

    Fakt ist, daß Franbkreich der deutschen Aufforderung, sich während des schon stattfinden deutsch-russischen Konflikts neutral zu erklären, nicht nachkam. Fakt ist, daß Frankreich mit Rußland und Britannien eine Entente gebildet hatte. Fakt ist, daß Frankreich in seiner labilen innenpolitischen Situation den deutschen Angriff benötigte und keine Moral für einen Offensivschlag gegen das Reich besaß. Fakt ist, daß der Schlieffen-Plan den Angriff gegen Paris vorsah, nicht die Defensive. Fakt ist, daß man in Bärlin mit einem langsamen Aufmarsch der Russen rechnete und dennoch die westliche Front nicht vernachlässigen durfte, auch nicht warten konnte, bis Britannien seine Kräfte würde entfaltet haben. Fakt ist, daß es immer besser ist, man bekommt den Krieg erklärt und muß ihn nicht erklären.

  5. #30
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    Post These XCVII: Der Kaiser wollte den Schlieffen-Plan inhibieren.

    These XCVII: Angesichts angeblicher Neutralitätsabsichten Frankreichs und Britanniens wollte der Kaiser am Abend des 1. August 1914 den Aufmarschplan (Schlieffen-Plan) aussetzen (inhibieren), was Moltke veranlaßte, die Verantwortung für den Ausgang eines möglichen Krieges abzulehnen. Aus technischen Gründen könne der Aufmarsch nicht mehr unterbunden werden.

    Die deutsche Mobilmachung begann (offiziell) zwei Tage nach der russischen, am 1. August um 17:00 Uhr. Das bedeutete keineswegs den Erstschlag gegen Rußland, mit dem man frühestens in einigen Wochen an den deutschen Ostgrenzen rechnete. Der Schlieffen-Plan ging von einem Bedrohungsszenario durch Frankreich aus und setzte auf einen Durchmarsch durch Belgien und Luxemburg (was internationalem Recht nach statthaft war, solange damit keine Eroberungsabsicht verbunden war), um von Norden aus die französische Hauptstadt einzukesseln und zu erobern. "Technisch" bedeutet, daß dieser Aufmarschplan nicht einfach zurückgenommen werden konnte, sondern jeder Truppenteil Befehle besaß, wo er wann zu sein hatte. Das bedeutete keinen Krieg, sondern erst einmal, gefährlich genug, die Aufstellung ZUM Krieg. Ob es dann den Angriffsbefehl geben würde, war eine andere Sache, aber sobald Widerstand der Belgier (womit zu rechnen war) erfolgte...

    Der Punkt ist hier folgender: Der Kaiser rechnete offenbar mit den westeuropäischen Neutralitätsbekundungen und war nicht auf Krieg aus. Auch am 1. August, auch NACH dem Mobilmachungsbefehl, den er unterschreiben mußte, hoffte er offenbar auf eine Wendung zum Guten. Moltke sah die Sache realistischer und rein militärisch. Vom deutschen Erfolg hing Schnelligkeit ab; man mußte in Paris sein, bevor die Franzosen und Briten ihre Streitkräfte koordiniert in Stellung hätten gebracht haben können.

  6. #31
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    Post These XCVIII: England wurde ein Umschwenken auf die französische Seite möglich...

    These XCVIII: England wurde durch den Bruch der belgischen Neutralität der Kriegseintritt auf französischer Seite möglich (Parlamentsbeschluß) gemacht. (S. 82)

    Das ist Fischers (technisches) Hauptargument zur Belegung der deutschen Alleinschuld am Weltkrieg.

    Kommentar: Ich weiß nicht, welche Motive Fischer besaß, diesen Unsinn zu behaupten, aber er findet bis heute Nachahmer, deren Motive ich jetzt nicht untersuchen will. Die historische Situation läßt allerdings eine andere Interpretationen zu, zwingt sie geradezu auf.

    1. Britannien besaß gegenüber Frankreich ein Bündnisversprechen, nicht gegenüber dem Reich.
    2. Britannien lotete bereits um 1907 mit Belgien Verteidigungsmaßnahmen aus, da man den Schlieffen-Plan seit 1905 kannte und sich wappnete und
    3. Spätestens der Abzug der englischen Marine aus dem Kanal und deren Schwerpunktverlagerung zur Nordsee machte jedem klar, daß Britannien keineswegs an eine französische Bedrohung glaubte (wie jahrhundertelang zuvor), sondern im Reich den mutmaßlichen Hauptgegner sah. Die britische Blockade wurde bereits VOR dem Durchmarsch des deutschen Heeres durch Belgien vorbereitet.

    Das sind Fakten, die auf der anderen Seite (wenn man wohlwollend eine britische Neutralitätsmöglichkeit antizipieren möchte) keine dem Reich zugewandten Maßnahmen aufzuweisen hat.

    Die Hälfte des britischen Kabinetts trat mit Kriegseintritt auf französischer Seite zurück, denn die Herren Minister fühlten sich von Grey betrogen, der der Öffentlichkeit (und vielen seiner Minister) eine mögliche Neutralität vorgegaukelt hatte, insgeheim aber schon längst alles entschieden hatte, jahrelang unterstützt von seinem König Eduard, der den Krieg gegen das Reich im Sinne der britischen Imperialisten wollte.
    Insofern kann Fischers These als lediglich technische gelesen werden, daß also der Anlaß für die Briten, sich auf Entente-Seite zu stellen, durch den deutschen Vormarsch über Belgien gegeben worden war. Da aber Grey wußte, daß dieser Durchmarsch im Eventualfall eines Krieges zwischen dem Reich und Frankreich gemäß Plan erfolgen mußte, nenne ich das mal eine berechtigte Kalkulation des britischen Premiers und keinesfalls ein möglich gewordenes Umschwenken.

  7. #32
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    Post These XCIX: Das Reich ist verantwortlich für den Krieg

    These XCIX: Das Reich trägt die Verantwortung für den Ersten Weltkrieg

    Fischer gibt zuerst an, keine Schulddiskussion führen zu wollen, da dies umfänglichere Auseinandersetzung erfordere und verweist auf die Arbeiten anderer Autoren (Renouvin, Fay, Bernadotte Schmidt, von Wegener, Albertini). Esfehlt der Verweis darauf, daß im Reich um 1930 von links bis rechts weitgehend Übereinstimmung in der Kriegsschuldfrage bestand: das Reich war es nicht. (Auch die Kommunisten hatten nach dem Versailler Diktat erkannt, wo der größte Nutznießer des Krieges gesessen hatte.) Sollte das Fischer nicht zu denken gegeben haben?
    Die Argumentation Fischers, der dann doch die Schuldlüge herleitet, geht ungefähr so:
    1914 war Europa wegen der deutschen Aufrüstung ein Pulverfaß. Es reichte eine kleinere Auseinandersetzung irgendwo, um einen größeren Krieg zu entzünden, wichtig war nur, daß eine Großmacht in ihn verwickelt werden konnte. Das Reich glaubte, daß es Frankreich und Rußland besiegen könne und habe deswegen den österreichisch-serbischen Krieg gewollt (!), um darüber den Krieg gegen Ost udn West entfesseln zu können.

    Genau das ist die große Lüge, die bis heute dazu herhalten muß, deutsche Schuldreparationen zu begründen.

    Teil-Lügen sind folgende:

    1. Es gab eine deutsche Aufrüstung, die das deutsche Heer gegenüber dem französisch-russischen überlegen machte;
    2. Es gab einen Plan, Frankreich und Rußland in einen Krieg zu ziehen und
    3. Das Reich benutzte den österreich-serbischen Konflikt, um den Krieg anzuzetteln.

  8. #33
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    These C: Die Deutschen übernahmen die Überfallthese deutscher Politiker.

    These C: Die deutschen Politiker pflegten nach dem Krieg eine Überfallthese, die von der Öffentlichkeit und den Zeitgenossen übernommen worden ist.

    Völliger Bockmist.
    Zuerst einmal haben die Kommunisten der Weimarer Republik keineswegs diese Überfallthese übernommen, sondern immer von einem Krieg imperialistischer Mächte gesprochen und auch dem deutschen Imperialismus die Rolle des Angreifers zugewiesen. Dann war es nicht die Überfallthese, die allen anderen voranstand, sondern die berechtigte Einkreisungsthese. Schließlich unterstellt Fischer hier den Deutschen der Nachkriegszeit Dummheit, als ob keiner klar denken könnte und dumm genug sei, sich nicht mit den Fakten auseinandersetzen zu können - parteiübergreifend.
    Vielmehr sollte Fischer darüber nachdenken, warum einhellig von links bis rechts Sturm gegen den § 231 gelaufen worden ist und auch etliche Ausländer dieser am Ende nur noch von Frankreich vertretenen These zustimmten. Alles Idioten?

    Erst mit dem Aufkommen der Nazikeule und den damit verbundenen Grundschuldzuweisungen erfolgte hier ein Paradigmenwechsel in der historischen Bewertung. Am Ende wußten die am besten Bescheid, die keine Augenzeugen oder Zeitzeugen mehr waren, sondern ihr "Wissen" aus den tendenziösen Argumentationen der linksliberalen Deutschhasser bezogen.

  9. #34
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    These CI: Belege für deutschen Kriegswillen belegen Schuld am Weltkrieg

    Fischer listet etliche Belege für seine Hauptthese, die alle eins belegen, nämlich die Bereitschaft maßgeblicher Kreise im Reich, einen Krieg gegen Serbien zuzulassen, sogar zu fordern.

    Das ist richtig. Viele waren der Auffassung, daß den renitenten Serben die Grenzen aufgezeigt werden müßten. Daraus aber eine Bereitschaft für den Weltkrieg zu konstruieren, ist maßlos und falsch.

  10. #35
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    Post These CIII: Bethmann Hollweg faßte die Annexion Belgiens und Polens ins Auge

    These CIII: "Meine Andeutungen schlossen die Einbeziehung Belgiens und Polens in den Machtbereich Mitteleuropas ein, fürwahr kein kleines Ziel..." (Bethmann Hollweg) - Bethmann Hollweg verfolgte annexionistische Absichten.

    Falsch. Bethmann Hollweg wollte keine staatliche Auflösung Beölgiens und keine Annexion Russisch-Polens, sondern neutralisierte Friedenszonen, die dem mitteleuropäischen Zollunion assoziiert werden würden.- Das ist etwas völlig anderes als das, was ihm von Fischer untergeschoben wird, nämlich die Auflösung nationalstaatlicher Gebilde (Belgien war ein Kunstprodukt, das Britannien 1830 gegen Frankreich durchsetzte). Im Falle Polens gab es Überlegungen, einen polnischen Staat als Pufferstaat gegenüber Rußland zu konstituieren, allerdings nicht auf Kosten preußischer Gebiete, in denen mehrheitlich Polen wohnten. Zu dieser Einsicht, daß man hier den Polen entgegenkommen müsse, kam man erst 1917/18.
    Eines allerdings ist durchaus richtig: Der Status Belgiens war für das Reich unannehmbar geworden. Es gab vor 1914 KEINE belgische Neutralität, wie dies immer wieder behauptet wird. Belgien mußte als Bedrohung des Reiches militärisch ausgeschaltet werden und zugleich brauchte das Reich Zugang zu Finanzmärkten, was über das reiche Belgien durchaus erfolgen konnte. Also wirtschaftliche Assoziation (Zollunion) und Entmilitarisierung.

  11. #36
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    Post These CIV: Das Septemberprogramm Bethmann Hollwegs...

    These CIV: Fischer behauptet, Bethmann Hollwegs Septemberprogramm sei ein alldeutsches Eroberungsprogramm gewesen, maßgeblich als Kriegszielprogramm.

    Eine halbe Wahrheit.
    Richtig ist, daß es starke Bestrebungen im Reich gab, eine mitteleuropäische Zollunion (Kernstück des Septemberprogramms) zu bewirken. Richtig ist, daß angesichts der wirtschaftlichen Stärke des Reiches dem Reich die größten Vorteile bei einer Zollunion zufallen müßten. Richtig ist, daß es starke imperialistische Kräfte im Reich gab, denen die Politik nicht schnell genug ihre Wünsche erfüllen half und denen der Krieg gerade recht kam, ein Katalysator ihrer wirtschaftlichen Ziele.
    Falsch ist, daß es den Krieg gab, weil diese Kreise jedes Mittel anzuwenden bereit waren, ihre Ziele zu erreichen, denn diese Kreise besaßen zwar Wünsche - wie alle anderen imperialistischen kreise rings um das Reich auch -, aber ihre politische Kraft war nicht groß genug, nicht einmal im Wirtschaftsmilieu selbst. Der Alldeutsche Verein zählte zu seinen ebsten Zeiten 40000 Mitglieder und hatte in der deutschen Politik relativ wenig zu sagen. Es gab unterschiedliche Vorstellungen auch in diesem Verein selber; er sprach keineswegs mit einer Zunge.
    Das Septemberprogramm wurde maßgeblich von Rathenau entwickelt und gab eine Stoßrichtung der deutschen Politik vor, die einerseits auf Stärkung der Kriegswirtschaft (das Reich war 1914 keineswegs kriegsbereit) und andererseits Überlegungen darüber anstellte, wie die Nachkriegsordnung aussehen müßte, damit es fürderhin keine weiteren Kriege in Europa geben könne.

    Fischer konstruiert hier eine Kriegsschuld des Reiches, die schlichtweg nicht verfangen kann. Ich möchte gegenteilig behaupten, daß das Septemberprogramm ein Entwurf zur Friedenssicherung gewesen war, das bei dessen Umsetzunmg Vorteile nicht nur für das Reich, sondern auch für dessen Umwohner beinhaltet hätte. Leider wurde es nach dem Krieg nicht umgesetzt, sondern erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg, dann nur in dessen Intentionen, nicht aber in den Formen. Oder war die Westeuropäische Union nach dem Zweiten Weltkrieg etwas so Schreckliches, Herr Fischer?

  12. #37
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    These CV: Das Reich führte Krieg, um seinen Kolonialbesitz erheblich zu vergrößern.

    Falsch an dieser These ist, daß das Reich um Kolonien keinen Krieg führte. Kolonialbesitz war kein Kriegsgrund.
    Richtig an dieser These ist, daß bereits im September 1914 der Zugewinn von Kolonialbesitz apostrophiert worden ist.

    Anmerkung: Bereits vor dem Krieg war zwischen Britannien und dem Reich vereinbart worden, daß im Austausch zu Deutsch-Ostafrika (Tangajika) das Reich ein zusammenhängendes Gebiet aus belgischem und portugiesischem Besitz erhalten sollte. Verhandelt wurde auch ein Zugang zum Indischen Ozean, der allerdings von deutscher Seite nicht zwingend gefordert worden war. Portugals Besitz (Angola) sollte mit Südwest verbunden werden, zudem sollte Belgien aufgrund seiner Verfehlungen im Kongo seinen Kolonialbesitz verlieren. Frankreich besaß Interessen an der Ausweitung seiner Besitzungen in Zentralafrika, das Reich würde von Kamerun bis Südwest Kolonialbesitz vorweisen können und damit saturiert sein.

    Das waren in etwa der Verhandlungsstand vor dem Krieg. Es ist kein Kriegsgrund erkennbar, auch keine NEUE Forderung durch das Septemberprogramm von 1914, wie Fischer das zu erkennen glaubt.

  13. #38
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    These CVI: Mittelafrika sollte eine ähnliche Bedeutung wie Mitteleuropa besitzen

    Eine Expertise des Staatssekretärs im Kolonialamt Solf soll als Kriegsziel eine Erweiterung des deutschen Kolonialbesitzes in Afrika formuliert haben. Dabei soll v.a. auf Kosten Frankreichs, Portugals und Belgiens deren Kolonialbesitz in deutschen überführt werden und so ein durchgängiges Reich von Südwest bis Nigeria entstehen, das eine ähnliche Bedeutung für die deutsche Wirtschaft haben sollte wie Mitteleuropa.

    Abgesehen davon, daß es Aufgabe eines Sekretärs für Kolonialwirtschaft ist, seinen Aufgabenbereich möglichst bedeutungsvoll zu inszenieren, ist das im ersten Abschnitt Wiedergegebene Fischers Interpretation und kein Tatbestand. Daß Abrundungen der deutschen Besitztümer in Afrika ein Thema für die deutsche Außenpolitik waren, steht außer Frage. Es gab diesbezüglich vor dem Krieg auch Annäherungen zwischen London und Bärlin, v.a. in puncto portugiesischem und belgischem Kolonialbesitz. Belgien hatte sich durch seine brutale Ausbeutungspolitik desavouiert. Portugal konnte wirtschaftlich keinen Nutzen aus seinen Besitzungen schlagen. Die Briten interessierten sich für Mozambik, die Deutschen wollten Angola. Das sah nach einer Verständigung aus.
    Ganz normale Vorgänge, die auf friedlichem Wege hätten geklärt werden können, aber weder die Potenz noch die Tatsächlichkeit für ein zu formulierendes Kriegsziel VOR dem Krieg abgeben konnten. Daß dann während des Krieges solche Ziele wenigstens als Denkoptionen durchgespielt und dank preußischer Gründlichkeit auch exemplarisch projektiert wurden, ist kein Beleg dafür, daß diese Möglichkeiten auch Präliminarien für den Krieg abgeben konnten.

  14. #39
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    Post Bethmann Hollwegs Septemberprogramm: Behandlung Frankreichs

    Das Septemberprogramm Bethmann Hollwegs besitzt Richtliniencharakter. Es stellt anheim und besitzt keine dekretische Kraft. Zwei Gründe sprechen dagegen:


    1. Die darin formulierten möglichen Kriegsziele sollten immer im Kontext militärischer, politischer und wirtschaftlicher Fragestellungen von den jeweiligen Instanzen geprüft werden.
    2. Die Struktur der deutschen Reichsleitung beließ dem Kanzler keine Richtlinienkompetenz wie zu heutigen Zeiten, sondern sah in der Exekutive eine Art obere Verwaltungsbehörde des Reiches, die in ihrer Wirksamkeit vom Kaiser und Reichsrat bestimmt wurde, nicht aber in der Person des Reichskanzlers jemanden vorsah, der die grundlegenden Entscheidungen für das Reich zu fällen hatte.


    In Punkt 1 werden die von Bethmann Hollweg ins Auge gefaßten Pläne mit Frankreich formuliert. Es sind deren vier:


    1. Festungsschleifungen an Frankreichs Ostgrenze und Abtretung des elsässischen Belfort, das nach dem Krieg 1870/71 irrtümlicherweise in französischem Besitz geblieben war. Wichtig: das Militär sollte letztlich hierüber entscheiden, was es wolle.
    2. Zahlung einer Kriegsentschädigung durch Frankreich in einer Höhe, das dieses daran hindern solle, nach dem Krieg auf Revanche zu sinnen.
    3. Veränderung der Handelsbeziehungen zwischen Frankreich und dem Reich. Frankreich muß sich der deutschen Industrie öffnen, zugleich seinen Haupthandelspartner England gegen das Reich austauschen. -> diesen Punkt halte ich für problematisch: Wollte Bethmann Hollweg hier staatsdirigistische Maßnahmen durchführen? Sollte Frankreich zu Handelsverträgen gezwungen werden? Wenn ja, welchen (langfristigen) Vorteil sollte sich das Reich davon versprechen können?
    4. Abrundung deutscher Gebiete in Lothringen (etw 200 km² um das Eisenerzgebiet Briey mit einigen tausend Einwohnern).


    Vergleicht man diese "Forderungen" mit denen, die Frankreich nach dem Krieg gegenüber dem Reich erhob, so erscheinen sie linde. Schließlich hatte Frankreich den Krieg gewollt und mußte bestraft werden.

  15. #40
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    Die Behandlung Belgiens nach Bethmann Hollweg 1914

    Der Durchmarsch des deutschen Heeres durch Belgien war nach internationalem Recht gestattet. Allerdings betrachteten die Belgier das deutsche Heer nicht als neutrale Macht, die aufgrund eines militärischen Notstands gezwungen war, ihr Staatsgebiet zu durchqueren, sondern als feindliche Macht, obgleich Belgien formell nicht an die Entente gebunden war, faktisch aber seit 1907 schon. Dieses falsche Spiel, das angeblich den Anlaß für das britische Eingreifen auf französischer Seite abgab, führte dazu, daß v.a. belgische Heckenschützen (Franctireure) das deutsche Heer beschäftigten, da die Belgier sich keiner offenen Feldschlacht aussetzten. Das wiederum führte zu Erbitterung, denn nichts haßt der Soldat mehr als Heimtücke.

    Aufgrund dieser Erfahrungen gab es Überlegungen, Belgien als Pufferstaat aufzulösen. Bethmann Hollweg widersprach diesen Überlegungen und fixierte in seinem Programm, daß Belgien als Staat bestehen bleiben müsse. Gleichwohl wollte er Belgien bestrafen, also Gebiete abtrennen und die wirtschaftliche und politische Selbständigkeit Belgiens éinschränken resp. aufheben. Jedenfalls für kurze Zeit. Eine Bestrafung für den Rechtsbruch, den Belgien am Reich begangen hatte, als es trotz apostrophierter Neutralität die deutschen Truppen hinterrücks angegriffen hatte. Lüttich sollte Preußen angegliedert, imgleichen Luxemburg vergrößert werden. Belgische Kanalhäfen sollten besetzt werden.

  16. #41
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    AW: Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht

    Ergänzung: Max Weber: Politische Schriften.

    Ausführungen über den Durchmarsch durch Belgien, seine juristische und staatspolitische Berechtigung, die belgische Scheinneutralität und die Heuchlei der Entente.

  17. #42
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    Post These CVII: Die deutsche Industrie begriff Britannien als den Hauptgegner des Krieges

    These CVII: Sowohl Erzberger in seinem Memo vom September 1914 als auch der stellvertretend für die deutsche Industrie stehende Thyssen in seinem Forderungskatalog an die deutsche Politik begriffen Britannien als Hauptgegner des Reiches.

    Richtig.
    Erzbeger formulierte als eines der wichtigsten Ziele des Krieges die Freiheit der deutschen Politik von der britischen Bevormundung. Thyssen ging in seiner konkreter gefaßten Verlautbarung vomSeptember 1914, die dann die deutsche Wirtschaftsverbände 1915 aufgriffen, territorial nioch weiter und verlangte als strategisches Ziel eine Landbrücke über Südrußland bis nach Persien, um die britische Vorherrschaft zu zerschlagen. Einig war man sich darin, daß Rußland von seinen nichtrussischen Bestandteilen befreit werden müsse, daß Polen als Königreich gebildet und vorerst unter deutschem Schutz stehen solle, daß Österreich sich bis in die Ukraine ausdehnen solle. Damit sollte der Frieden in Europa bis auf weiteres sichergestellt sein. Kolonialerwerbungen in Zentral- und Westafrika sollten die Rohstofffragen lösen und zudem Siedlungsgebiete für die deutsche Kolonisation abgeben. Umstritten blieb der Umgang mit den Pufferstaaten Belgien und dem Norden Frankreichs. Einige wollten die französischen Festungen in deutschen Besitz bringen, andere die Sprachgrenzen respektieren, dritte sogar Holland dem Reich einverleiben.
    Die deutsche Regierung nahm diese Denkschriften und Vorschläge an, konnte sich aber zu einer offiziellen Verlautbarung nicht durchringen.

  18. #43
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    Substanzthese: Das Reich plante den Weltkrieg von langer Hand

    Die von Fischer nicht ausgesprochene, aber mittenmang involvierend substantielle Hauptthese lautet: Das Reich habe durch die Auslösung des Krieges den Griff nach der Weltmacht gewagt.

    Dieser Hauptthese ist zu widersprechen. Die deutsche Rüstung, die sich auf einem Bruchteil der Entente-Mächte vor dem Krieg bewegte, war nicht auf Angriff ausgerichtet, sondern auf einen Verteidigungskrieg. Auch kurz nach dem Kriegsbeginn fehlte es bei offiziösen Verlautbarungen an programmatischen Parolen mit irgendwelchen Kriegszielen. Es fehlte eine innere Einheitsidee, unter der sich die Mittelmächte hätten versammeln können. Warum hatten sie die nicht? Weil sie keinen Plan besaßen, der zu erobernde Ziele fixierte.
    Sicherlich wußte man im Reich, daß es eine Auseinandersetzung mit Frankreich geben würde - früher oder später -, daß Britannien der wachsenden deutschen Seemacht wohl kaum würde ewig zusehen wollen und daß Rußland nach dem Baltikum und dem Balkan strebte, also auch da früher oder später ein Krieg würde Klarheit bringen müssen. Aber dann alle auf einmal? Damit hatte keiner gerechnet! Aus dato im Kontext augenblicklicher Überlegungen und heutigem Schuldkult einhergehende Kollationen sind nicht nur wissenschaftlich unredlich, sondern auch historisch unerweisbar. Aber sie sind konstruierbar. Da dies geschehen kann und das politische Establishment dieser Tage diese Infamerie fördert, bleibt die generierte deutsche Schuld Schuldkultung und ich sehe es als meine Aufgabe an, dies u.a. durch eine Analyse dieses Buches nachzuweisen.

  19. #44
    Resurrector Avatar von aerolith
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    These CVIII: Bethmann-Holweg verfolgte das Ziel, Belgien zu annektieren

    Es ist eine Frage der politischen Strategie. Belgien war 1830 gebildet worden, um für Britannien einen Puffer zwischen sich und Frankreich zu bilden, zugleich Holland zu schwächen und einem möglichen politischen Zusammenschluß der deutschen Stämme ebenfalls geopolitisch zu begegnen. Die beiden letzten Punkte könnten angesichts der dato herrschenden politischen Verhältnisse ins Reich der Fabel verwiesen werden, allerdings aber hatte sich mit dem Zollverein bereits kurz nach dem Wiener Kongreß ein möglicher Konkurrent auf dem Festland gebildet, der irgendwann gegenüber der britischen Industrie in ein Konkurrenzverhältnis würde treten können. Also mußte man aus britischer Sicht vorbeugen udn bekam mit der Revolution von 1830 auch einen Anlaß geschenkt. Ein aus deutschem Hause stammender König gab den passenden Kompromiß ab, also witterten die Deustchen keine Gefahr und verstanden die Konstituierung Belgiens sogar als Sicherung gegenüber dem französischen Imperialismus. Ein Irrtum.

    Hundert Jahre später besaß Belgien eine ähnliche Funktion, nunmehr von der ersten Aufgabe entkleidet. Belgien war 1914 keine neutrale Mittelmacht, als die sie die Entente darstellte, sondern bereits seit 1904 im Angriffskonzept derselben verortet. Der deutsche Vorstoß über Belgien war die einzige Chance des Reiches, einem Vorstoß aus Belgien ins Ruhrgebiet zuvorzukommen.

    Es wäre von der politischen Elite des Reiches grob fahrlässig gewesen, wenn sie sich über die Ausschaltung Belgiens als wirtschaftlichem und militärischem Gefahrenherd für das Reich keine Gedanken gemacht hätte. Die Pläne einer wirtschaftlichen Einbindung Belgiens ins Reich bedeuten nicht, wie Fischer das assoziiert, eine koloniale Anbindung. Annexion bedeutet nicht zwangsläufig die Auflösung Belgiens als Staat. Sofern es zur Annexion gekommen wäre, so hätte diese die Brechung der französischen Vorherrschaft über Belgien bedeutet. Sie hätte eine Öffnung des belgischen Marktes für das Reich bedeutet und sie hätte angesichts einer (künftigen) deutschen Hegemonie einen Austausch französisch-belgischer zugunsten deutsch-belgischer Hauptbegünstigung bedeutet. Das hätte die "Annexion" durch das Reich für Belgien bedeutet.
    All das ist durchaus legitim und weder moralisch noch wirtschaftlich zum Schaden Belgiens und es ist das Recht eines Siegers, neue Richtlinien der Politik festzulegen.

    Was die praktische Umsetzung von Gedankenspielen allerdings betrifft, so ist das noch eine ganz andere Angelegenheit.

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