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Thema: Heimat, was ist das?

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Heimat, was ist das?

    Aus dieser Stadt werde ich manchmal nicht schlau:

    Teil I: Heute morgen, kurz nach sechs an der Einfahrt zum Bahnhof schnauzt mich ein bestenfalls Halbgebildeter an, ich sei nicht schnell genug vom Fahrrad gestiegen. Ich sagte ihm, er solle sich tiefer in der Nase bohren, vielleicht fände er dort Hirn und ging meiner Wege. (Kurze Erklärung: Ich fahre mit dem Rad immer bis unmittelbar hinter die automatische Eingangspforte des Bahnhofs. Morgens um sechs ist so gut wie keiner in diesem Bereich. Nur Ede Unku west dort und schnauzt wahrscheinlich bis zum Frühstück fünfzig weitere Radler voll. Der Blödmann.)

    Teil II: Im Zug sitzt mir ein Halbstarker mit hundertundzwei Tätowierungen gegenüber. Er nuschelt irgend etwas zu seiner Freundin, daß er rauchen wolle, springt auf, holt sein Buschmesser aus der Tasche und friemelt am Fenster. "So, jetzt zieht der Rauch ab. Und wenn sich einer beschwert, stört mich doch nicht." Sage ich ihm, daß er jetzt nicht zu rauchen habe. Blitzt mich der Knilch mit bitterbösen Augen an und bellt so: "Was haste? Stört dich wohl? Mir egal." Sage ich ihm, daß das bereits das Ende der Durchsage war. Er habe hier nicht zu rauchen. Ende. Ich war selbst gespannt, wie er reagiert und überlegte mir, was ich dann tun würde. Erstaunlicherweise war dann Funkstille. Er rauchte nicht. (Ich muß hier erklären, daß ich Raucher, also keiner jener fundamentalistischen Ex-Raucher bin, die gleich mit Strafantrag drohen, wenn man in ihrer Gegenwart raucht. Es ging mir ums Prinzip.)

    Teil III: Als ich aussteige und mein Fahrrad die Treppe vom Bahnsteig runterschleppe, steht unten eine Negerin mit Kinderwagen. Ein Mann, ca. 60, fragt, ob er helfen dürfe, faßt an und trägt den Kinderwagen die Treppen hoch. Braver Kerl! Aber: Schnappt der Kerl mir doch meine gute Tat des Tages vor der Nase weg! Und das war jetzt das dritte Mal hintereinander, daß das passiert. Wohlgemerkt, es ist jeweils ein anderer, aber immer der gleiche Typus. Können diese Hilfs-Groupies nicht warten, bis ich mit meinem Drahtesel unten bin? Nein, die müssen sich vordrängeln und einen auf Gutmensch machen. Aber vorne am Eingang, da meckern sie dann wieder, wenn ich nur einen Meter zu weit fahre.

    Es ist eine komische Stadt, in der ich lebe.

  2. #2
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    AW: Heimat, was ist das?

    Zur Tiefschürfe gehört es auch, nach den ureigentlichen Absichten des Siedelns zu fragen. Wann wird einer zum Siedler? Was treibt ihn an? Worin hat er einen Hoffnungshorizont? Welche Bedeutung hat hier der Computer? Ein Computer siedelt doch nicht. Ist der Computer vielleicht der Hammer unserer Vorfahren?


    Das sind so ein paar Gedanken.

  3. #3
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    AW: Heimat, was ist das?

    heimat. siedler bauen heimat für sich oder ihre nachkommen. wollen an diesem ort bleiben. hatten offenbar keine heimat mehr.

    der computer holt geologische gutachten ein. verschickt auch welche. damit jedem siedler sein land wird, sozusagen. so kann man sich ja schon für den mond oder einen stern eintragen lassen übers internet.
    wir haben glaubich ein kleines grundstück mit regenwald am amazonas. waren meine kinder nicht abzuhalten davon. ob sie es jemals besiedeln?

  4. #4
    andere-dimension
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    Heimat, was ist das?

    Heimat, ein in letzter Zeit inflationär vorkommender Begriff. Obwohl gefühlt viele das gleiche darunter "verstehen", scheint es keine einheitliche Definition zu geben. Anthropologen, Philosophen, Soziologen...jeder hat seine eigene Definition.

    http://www.uni-ulm.de/LiLL/gemeinsam...initionen.html

    Im angehängten Beispiel fallen Begriffe wie: Sicherheit, Ort, Dinge, Vertrauen, Zuhause, Dialekt, Kleidung, Gesang, Geborgenheit...aber die Sprache als solche erwähnt niemand. Bin ich in den Bergen Afghanistans, treffe nach Wochen das erste Mal auf jemanden...der meine Sprache spricht, dann ist das doch auch ein Stückchen Heimat. Ebenso, wenn ich in der USA auf eine Bäckerei stosse...die Schwarzbrot anbietet. Heimat ist also auch so etwas wie ein Sammelsurium von Fixpunkten...die wiederum bedeuten Orientierung für mich.

    Ein deutscher Auswanderer wird selbst nach vielen Jahren sagen: Deutschland ist und bleibt meine Heimat, aber hier ist mein Zuhause. Auch nach zwanzig Jahren in Spanien wird i.d.R. sein Herz für die deutsche Fußballnationalmannschaft schlagen. Die Heimat und das Zuhause sind also nicht das selbe, werden aber oft als gleich empfunden.

    Auch als Südwestdeutscher habe ich in Rostock nicht das Gefühl meine Heimat verlassen zu haben - warum ist das so? Die Sprache ist die gleiche, die Ordnung auch, ich kann die Verkehrsschilder lesen, die Strafen sind die gleichen, ...also auch die Rechtssicherheit ist eine Stückchen Heimat. All das gibt mir Orientierung und ist in der Ferne zunächst mal eine Hürde...die es zu überwinden gilt. Aber selbst wenn ich diese Hürden überwinde heißt das noch lange nicht, dass ich sie auch akzeptiere. Heimat bedeutet also auch eine gewisse Verbindlichkeit und Akzeptanz. Und Heimat heißt vor allem auch Prägung. Zieht der Magdeburger im Alter von 8 Jahren nach Kaiserslautern, wird er ein Fan des 1 FCK. kommt er im Alter von 40 nach Kaiserslautern, bleibt er Anhänger des FC Magdeburg.

    Warum haben also viele Deutsche, und nicht nur die Deutschen, das Gefühl ihre Heimat zu verlieren? Da gibt es sicher viele Ursachen...da spielt es auch zunächst mal überhaupt keine Rolle ob sich diese vermeintlichen Ursachen auch rational begründen lassen. Gefühle lassen sich nicht einfach wegdiskutieren...sie sind oft fern jeder Rationalität einfach da. Noch ein weiterer entscheidender Begriff wurde von den Experten vergessen: Das Ritual.

    Als Kind wurde mir beigebracht die Leute auf der Strasse zu güssen. Ob einem nun der Entgegenkommende vertraut oder eher fremd war...man grüsste ihn und wurde zurückgegrüsst. Wenn ich nun 30 Jahre später immer noch in der gleichen Strasse wohne, aber niemand mehr zurückgrüsst...dann ist auch das gefühlt ein Verlust von Heimat. Rituale sind also ein ganz wesentlicher Bestandteil des Heimatgefühls.
    Ich lebe schon immer in Regionen...wo sich auch relativ gesehen viele Ausländer ansiedeln. Anfangs eher in ländlichen Gemeinschaften...später in städtischen. Auf dem Land ist die Integration einfacher, denn dort ist der Türke gezwungen in der ansässigen Bäckerei, Metzgerei, Drogerie einzukaufen. ..sich der örtlichen Fußballmannschaft anzuschließen.Die Begegnung ist eine Zwangsläufigkeit. Mir ist nicht bewusst, jemals in einer städtischen Metzgerei einem Türken begegnet zu sein. Dort, wo sie die Möglichkeit haben, bleiben sie unter sich und machen ihr eigenes Ding. Der Deutsche ist für sie da, mehr aber auch nicht. Wenn, dann kauft der Deutsche beim Türken sein Obst, aber niemals umgekehrt. Wo einst Boutiquen vertreten waren, sind heute nur noch Wettbüros, Spielhallen und Schundläden zu finden. Auch das ist gefühlt ein Verlust von Heimat.

    Das gewohnte Bild weicht einem fremden...in diesem Fall nicht nur fremd...sondern auch befremdlich. Der Türke macht keine Rheinschifffahrt, er geht nicht Wandern, interessiert sich nicht für das Heidelberger Schloss, besucht kein Weinfest und engagiert sich nicht für soziale Projekte vor Ort. Das ist keine Wertung, sondern zunächst mal nur eine Feststellung. Will man es bewerten, dann muss man sich erst mal die Frage stellen warum das überhaupt so ist - und das sollte man unbedingt auch tun, denn Untersuchungen zeigen, dass die 3. Generation der Türken sich weniger integriert als die erste und zweite. Eine unschöne Entwicklung, der man unbedingt entgegenwirken sollte. Der deutsche Staat unterstützt eine solche Entwicklung. Nur um mal ein Beispiel zu nennen: Wer in Deutschland seinen Führerschein macht um am hiesigen Verkehr teilnehmen zu können, der kann diesen Führerschein in fast jeder beliebigen Sprache machen. Das ist, ausser in Deutschland, nirgendwo in der Welt so. Damit verhindere ich Integration und die Motivation unsere Sprache zu lernen, die die Grundvoraussetzung für alles andere sein sollte.

    Der gefühlte Verlust von Heimat ist also nicht in erster Linie die Schuld des Ausländers, sondern unsere eigene...weil wir die Weichen falsch stellen....es dem Ausländer zu einfach machen. Auch wir würden in Frankreich den Führerschein auf deutsch machen, wenn man uns ließe. Egal welche Behörde du in Frankreich aufsuchst, neimand wird dort deutsch mit dir reden. Entweder du sprichst französisch...oder du bringst einen Dolmetscher mit. Und so ist das fast in jedem Land dieser Welt...nur eben in Deutschland nicht.

  5. #5
    lauscher
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    heimad

    "heimat ist in dir innen - sonst nirgends" hesse

    "meine heimat ist die ferne" saul

    die wahrnehmung der heimat ist eine art ahnung - lauscher

  6. #6
    andere-dimension
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    AW: Heimat, was ist das?

    alles richtig, wenn auch auf den ersten blick unkonkret. sich sehe da keinen widerspruch. ob innen, in der ferne, oder geahnt...das heimatsgefühl ist mit schemenhaften oder klaren bildern verbunden. auch der, der in der ferne seine heimat sieht oder fühlt...verbindet damit irgend etwas. auch das irgendetwas hat irgendwo seine wurzeln.

  7. #7
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    AW: Heimat, was ist das?

    Alle wollen nach Hause telefonieren...

    Ob sie glauben, dazu ein Apple I-Phone zu benütigen?

    Tote Vögel kommen vorbei und sterben, wir warten, bis die Zeit vergeht...

    Wir wollten nie zurück...

    Jetzt treiben wir rum, auf dem toten Schiff und warten, bis die Erinnerung an die Heim@tat vergeht...

    Jede Ahnung lebt von einer fernen Erinnerung...

    https://www.youtube.com/watch?v=vEMTR-NsfkE

    Spliff-Tag...

    Home ist hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=rrCP...M10iNdr-jCZRyR

  8. #8
    Unregistriert
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    AW: Heimat, was ist das?

    Ohne nachzulesen ein Antwort: Grosse Teile der Ossiland ( in angedachten DDR Grenzen), schon mal nicht.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Heimat, was ist das?

    warum sich ausgerechnet jemand mit sprachinsuffizienz zum heimatbegriff äußern muß, liegt wohl in der natur der sache: man redet doch oft am meisten von den dingen, von denen man am wenigsten versteht.

  10. #10
    andere-dimension
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    AW: Heimat, was ist das?

    das lässt sich, im gegensatz zum inhalt, vielleicht noch als flüchtigkeitsfehler entschuldigen. inhaltlich ist das quark...denn so etwas wie eine anti-heimat gibt es nicht...kann es auch nicht geben, denn jeder fleck dieser erde ist für irgendjemand heimat. wenn ich mich in buxtehude nicht heimisch fühle, dann spricht das nicht gegen buxtehude. man würde nicht fertig werden...wollte man alle orte aufzählen...die einem nicht das gefühl von heimat geben. explizit ostdeutschland zu erwähnen ist also absoluter schwachsinn - und erst recht...wenn man nicht die eier hat namentlich zu seiner aussage zu stehen.

  11. #11
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    AW: Heimat, was ist das?

    Es ist ja nicht die Definition einer Anti-Heimat, es ist erstmal der Ausdruck, dass sich jemand dort nicht zuhause fühlt.

    Wobei aus dem "ohne nachzulesen" ein wenig von dem gefestigten und erlernten Meinungsbild hervorgeht. Es wird als "durchweg konsistent" empfunden, seine Offenheit zu verleugnen, um nicht von neuen Eindrücken zu einer Prozessentwicklung zu gelangen.

    Warum jemand Musik ablehnt und nicht "nachliest", trotzdem jedoch schon "weiß" worauf "es" hinausläuft, ist eine persönliche Entscheidung.

    Jeder Mensch sollte seine eigenen Entscheidungen treffen dürfen. Was wir nicht sehen wollen, werden wir eben nicht sehen.

    Daran scheinen wir alle von Zeit zu Zeit zu "leiden": Etwas zu bewerten, von dem wir eine erlernte Bedeutung übernommen haben, ohne noch offen für neue Eindrücke zu sein. Damit wird jedoch die Vergangenheit festgeschrieben.

    Was an dieser Heimatkritik zu kritisieren wäre, ist daneben der Umstand, dass die, die damit als "unbelehrbare Ossis dargestellt werden, sich diesem Urteil einfach beugen könnten und es weiterhin annehmen - einfach, weil sich die Wahrnehmung "darüber" sich diesbezüglich eh nicht zu verändern scheint...

    Die Kritik an der Kritik kritisiert insofern die "bewusst gewählte Unwissenheit", ein Wesenszug des Egos und letztlich in jedem Menschen vorhanden.

    Ich sehe mein Ego mitttlerweile als einen "verrückten Verwandten": Zuweilen geht es mit mir durch, doch da ich es nicht bekämpfen kann, weil es in mir ist, bleibt mir nur, es von der Stimme für das Selbst zu unterscheiden und nicht für voll zu nehmen.

    Wer diesen verrückten Verwandten schon gänzlich los wurde, sollte sein "Geheimnis" preisgeben...

    Lene Lovich meinte ja nur, dass "Home is, where the heart is... Home is ... I forgot..."

  12. #12
    andere-dimension
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    AW: Heimat, was ist das?

    Von den jüngeren bis jungen Leuten redet schon lange keiner mehr von Ossi und Wessi.

    Zitat WSIB

    Es ist ja nicht die Definition einer Anti-Heimat,
    -----------------------------------------------
    Doch...ist es, denn die Antwort bezieht sich auf die Überschrift - der Verfasser sagt: Der Osten kommt für mich als Heimat grundsätzlich nicht in Frage. Was nur dann ok ist, wenn man selbst schon in allen Teilen des Ostens gelebt hat. Hätte er/sie gesagt "Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir der Osten jemals Heimat werden könnte"...dann wäre das etwas anderes. Aber dann dürfte man auf die Argumente gespannt sein.....

  13. #13
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    AW: Heimat, was ist das?

    Nee, bist du Kurde oder Türke kommst du auf keinen Fall auf die Idee, dich freiwillig nach Ostdeeutschland zu begeben. Ist eine No-Go-Area für Andersdenkende schon seit der Fußball WM.

    Es gibt viele Mitbürger, die aufgrund ihrer Herkunft niemals freiwillig nach OZ-Deutschland fahren würden.

    Denn das ist die Heimat von einigen Menschen, die Argumenten in ihrem Menschenhass nicht mehr zugänglich sind.

    Es heißt nicht, dass alle im ehemaligen OZten so sind, doch um einen Heimaturlaub dort zu verbrigen, braucht es schon Vertrauen in den Gewaltverzicht und die Einhaltung der Verfassung.

    Da sich das "Heimatschutzministerium" Verfassungsgericht weigerte, das NPD-Verbot durchzusetzen, werden die Rechten Brandstifter im Auftrag des staatsfeindlichen Monetariats ihre "Atempause" beenden und wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen.

    Nicht, dass die Menschen im Westen weniger Nazi wären, als im Osten. Doch sie haben insgesamt die Stasi-Mentalität nicht derart angenommen, wie die Rechten im Westen. Daher werden wir im Westen mit der Blockwart-Mentalität "vertraut" gemacht, um uns den Zuständen leichter anpassen zu können, die unser "Heimatsinn" fordert.


    Klar ist Deutschland in der langen dunklen Nacht der Seele eine Anti-Heimat für den Geist in der Seele der Dichter und Denker.

    Die Dichter und Denker haben wir durch heimatverbundene Dicke und Dumme ersetzt. Dies ist jedoch ein eindeutig bundesweiter Trend der Anpassung an den herrschenden Schwachsinn des in der LÜGE verbundenen Egos... Einzig ein umgekehrtes Spiegelbild...

  14. #14
    andere-dimension
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    Zitat Michael

    Nee, bist du Kurde oder Türke kommst du auf keinen Fall auf die Idee, dich freiwillig nach Ostdeeutschland zu begeben. Ist eine No-Go-Area für Andersdenkende schon seit der Fußball WM.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Ja, aber ich würde mich aktuell auch nicht nach Aleppo begeben. Das hat mit heimatlichen Gefühlen zunächst mal nichts zu tun.

    Denn das ist die Heimat von einigen Menschen, die Argumenten in ihrem Menschenhass nicht mehr zugänglich sind.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Das hat mit der Nachkriegserziehung zu tun; im Westen wurde den Bürgern über Jahrzehnte Schuld eingeimpft/ im Osten sah man sich in dieser Hinsicht weniger in der Verantwortung, da Hitler das Produkt einer antikommunistischen Bewegung war. Als Kommunist ist man da sozusagen aus dem Schneider. Aus diesem Schuldgefühl heraus steht beim Wessi die Hilfe vor der Ablehnung. Dem Wessi wurde gesagt, dass der Säbelzahntiger grundsätzlich erst mal als Freund zu betrachten ist...solange er dich nicht auffrisst. Für den Ossi war der Säbelzahntiger schon immer ein Raubtier - ihm wurde auch nie etwas anderes erzählt. Die Polizisten in Köln hatten die Nafris als Säbelzahntiger identifiziert und eingesperrt...bevor sie von ihnen aufgefressen werden. Das war das Ergebnis eines Lernprozesse. Im Osten will man solche Erfahrungen gar nicht erst machen. Wer von beiden da naiv ist...das wird sich zeigen...

    Da sich das "Heimatschutzministerium" Verfassungsgericht weigerte, das NPD-Verbot durchzusetzen, werden die Rechten Brandstifter im Auftrag des staatsfeindlichen Monetariats ihre "Atempause" beenden und wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Unabhängig davon ...ob nach unserer Verfassung richtig oder falsch...ist es aus taktischen Gründen klüger die NPD nicht zu verbieten...denn so kann man diese Leute viel besser im Auge behalten. Man kennt die Zellen, die Köpfe, die Vorgehensweise. Nach einem Verbot müsste man wieder bei Null anfangen...denn diese Leute verschwinden ja nicht vom Erdboden...nur weil man ihr Haus zerstört. Ob und wie eine Straftat geahndet wird...das hat nichts mit der Parteizugehörigkeit des Täteres zu tun. Volksverhetzung wird nach wie vor bestraft - also lass sie ruhig aus ihren Löchern kommen...ändern wird sich nichts.
    Einen gewissen Prozentsatz Rechtsradikale wirst du immer haben. In allen unseren Nachbarländern gibt es deutlich mehr Rechtsradikale als in Deutschland.

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Thumbs up AW: Heimat, was ist das?

    undifferenzierte, tendenziöse und klischeebeladene äußerungen. das könnt ihr besser, mädelz!

  16. #16
    drehdichum
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    heimad

    "heimat ist in dir innen - sonst nirgends" hesse

    "meine heimat ist die ferne" saul

    die wahrnehmung der heimat ist eine art ahnung - lauscher


    "heimat ist in dir innen" - diese phrase bedarf vieler deutungen. denn mit dem personalpronomen sind zunächst einmal alle individuen gemeint, und mit dem innen vermutlich ein begriff der alle menschen bewegt, die seele.
    "meine heimat ist die ferne" - ist scheinbar conträr zu dem erstgenannten ausdruck, weil "innen" als ort und stelle im gegensatz zur "ferne", also dem äußeren steht. wenn nun aber das "innen" die seele ist und das außen ebenso die seele poetisch umschreibt, komme ich zu einem alten rückschluß, dem -innen wie außen- und -oben wie unten-.

    euer drehdichum

  17. #17
    Renè Sortito
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    AW: Heimat, was ist das?

    Zitat Zitat von saulchen Beitrag anzeigen
    wer sich mit der zunge den po leckt, muß auch die maden schlucken. selbst gesten werden nicht vererbt,
    Gut, aber mit der Zunge schnalzen und die Maden erst gar nicht aufnehmen,geht auch. Verhalten wird nicht vererbt, trügt vielleicht so.

  18. #18
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    AW: Heimat, was ist das?

    Wirklich bedenkenswerte Frage: Wenn Verhalten nicht vererbt würde, woher kommte es dann?

    Es wird jedoch beweisbar vererbt und wurde unbewusst schon genannt:

    Die Versuche fanden an "Rattenpopulationen" statt.

    Die "Leckrattenpopulation" kompensierte soziale Strssoren durch diese soziale Interaktion besser.

    Der "Nicht-Leckrattenstamm" vererbten die gleiche "Mangelsituation" nachweisbar häufiger.

    Und: Verhalten ist immer eine Frage der Geisteshaltung als einem Grundmotiv.

    Einer alles Verhallten durchdringende Grundschwingung.

    Dann ist die Frage, woher die Angst vor Maden kommt.

    Ohne zersetzende Kräfte im Herbst gäbe es keinen Raum für eine Zeit nach dem Winter...

    Etwas Negentropie wäre angesagt.

    Frauen, Familien und Kinder auf dem Weg ins Stadion zu erschlagen, ist keine Lösung bei inneren Wertekonflikten.

    Wenn will denn das Ego nicht mehr erschlagen?

    Und wen soll der Staat nicht als durchgeknallten Gefährder einordnen müssen?

    Ob die künstliche Inteligenz, die unser Raster bildet, und uns in Kategorien auszusieben gezwungen zu sein scheint, nicht mit uns wächst?

    Und ob nicht schon irgendwo geschrieben steht?

    Der Weg, sich den Maden anzubieten, ist die Angst des Egos vor dem Tod.

    Gibt aber keinen Tod für den Geist.

    Es haben sich die Menschen an eine Erwartung gewöhnt,

    die scheinbar von Bestätigungen in der Welt um uns herum bestätigt werden.

    Doch wie gesagt, die Geistesgifte verursachen das allzu frühe Ablegen der Körperhüllen.

    Es gibt keinen Tod, außer, wir erwarten ihn. Was soll denn am Geist sterben?

    Viele sind im wahrsten Wortsinn TOD-krank.

    Die Hooligans konfrontieren andere mit IHRER inneren Angst vor dem drohenden Tod.

    Die Dichotomie der ungeheilten Kirchen:

    Womit sollen sie drohen, wenn nicht mit Hölle und Fegefeuer, Sünde und ewigem Madenfrass?

    Wer könnte einem Geist drohen? Und womit?

    Und warum Angst vor Maden?

    Alles hat seinen Nutzen im Gesamtgefüge.

    Nichts ist nicht ohne einen Sinn.

  19. #19
    Hamed
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    AW: Heimat, was ist das?

    Zitat Zitat von andere-dimension Beitrag anzeigen
    Mir ist nicht bewusst, jemals in einer städtischen Metzgerei einem Türken begegnet zu sein. Dort, wo sie die Möglichkeit haben, bleiben sie unter sich und machen ihr eigenes Ding. Der Deutsche ist für sie da, mehr aber auch nicht. Wenn, dann kauft der Deutsche beim Türken sein Obst, aber niemals umgekehrt. Wo einst Boutiquen vertreten waren, sind heute nur noch Wettbüros, Spielhallen und Schundläden zu finden. Auch das ist gefühlt ein Verlust von Heimat.

    Der Türke macht keine Rheinschifffahrt, er geht nicht Wandern, interessiert sich nicht für das Heidelberger Schloss, besucht kein Weinfest und engagiert sich nicht für soziale Projekte vor Ort. Das ist keine Wertung, sondern zunächst mal nur eine Feststellung.
    Weil euer Fleisch, Schwein, zu schlecht gewürzt ist. Weil euer Obst zu schlecht und zu teuer ist. Was können wir dafür, dass ihr pleite geht? Am Rhein war ich mal .. Wasser..
    Integration. Ja, Sie machen hier immer nur "Feststellungen"..

  20. #20
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Heimat, was ist das?

    Beim Metzger bekommst Du ungewürztes Fleisch...aber wie willst Du das auch wissen...wenn du keinen aufsuchst - gewürztes, abgepacktes Fleisch...das gibt es bei Aldi+Co.
    Deutsches Obst ist deshalb teurer...weil der deutsche Händler sich i.d.R. an die gesetzlichen Hygienevorschriften hält. Das heißt nicht zwangsläufig, dass der türkische Händler die Hygiene vernachlässigt...aber unsere Vorschriften interessieren ihn nicht. Und am Rhein ist es auch nicht viel anders als am Bosporos.

  21. #21
    Hamed
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    AW: Heimat, was ist das?

    Zitat Zitat von andere-dimension Beitrag anzeigen
    .aber unsere Vorschriften interessieren ihn nicht.
    Sie könnten auch schreiben: Kauft nicht beim Juden. Unser Obst ist sauberer, denn wir waschen uns öfter die Hände als Deutsche!
    Was haben Sie eigentlich für Probleme mit den Türken?

  22. #22
    andere-dimension
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    AW: Heimat, was ist das?

    Ich habe überhaupt nichts gegen "die" Türken. Meine langjährige und beste Freundin ist Türkin...alleine schon durch den Umgang mit ihr...halte ich mit einigen Türken Kontakt. Wäre das nicht so, würde ich mir überhaupt kein "Urteil" erlauben. Als mein Vater sein Schloss baute, hatt er über Jahre einen türkischen Helfer...der tagtäglich bei uns ein und aus ging und fast schon zur Familie gehörte. Für meinen Vater war er ein Freund...für uns Kinder eine Art Onkel. Sein Name war Ismail Meral, er war verheiratet, hatte eine Tochter - kam aus der Nähe von Trabzon und war begeisteter Anhänger des gleichnamigen Fussballclubs. Seine Familie blieb in der Türkei. Als er Deutschland, und somit auch uns, für immer in Richtung Heimat verließ...flossen auf beiden Seiten Tränen. Mein Vater schenkte Ismail zum Abschied einen VW Trabant. Sie hielten über viele Jahre über Briefe und Telefonate Kontakt. Mein Vater war ein Abenteurer, bereiste die ganze Welt...lebte viele Wochen unter den Massai und im Amazonas - Urwald unter den letzten Menschenfressern. Aus dieser Zeit habe ich noch einen Schrumpfkopf in meinem Besitz. Meine Vater füllte mit seinen Filmvorträgen Hallen im ganzen Land. Er war darüber hinaus ein ausgezeichneter Maler, Dichter und Reden-Schreiber. Durch ihn lernte ich Staatschefs, Großunternehmer, Schauspieler und andere Künstler kennen. Warum ich das schreibe? Ganz einfach; es liegt auf der Hand, dass man von einem solchen Menschen zur Weltoffenheit...zur Toleranz erzogen wird. Alles gut und schön...doch wenn diese Offenheit nicht auch von beiden Seiten gelebt wird, ist sie nur wenig wert. Und die Türken in Deutschland, ich bleibe dabei, isolieren sich mehrheitlich-und das ganz bewusst. Dazu gibt es mehrere Studien...die das auch belegen - die kannst Du dir ergoogeln.

    Der Sport, der ja eigentlich verbinden soll....machte mir das schon sehr früh bewusst. Ich spielte Tennis, Handball und Fussball - Tennis und Handball auf sehr hohem Niveau...Fußball eher zum ausgleichenden Spaß. Türken findest Du "nur" beim Fußball. beim Tennis ist mir nie einer begegnet...beim Handball gehörten sie zu den Exoten. Jeder Dorfverein hatte zur damaligen Zeit ein oder zwei Türken in seiner Fußballmannschaft. Sie sind stets gute Techniker, Dribbler...wendig und schnell...aber auch immer unbeherrscht, undiszipliniert, schnell beleidigt, trainingsfaul, unzuverlässig. Niemand, der jemals mit Türken gespielt hat, wird etwas anderes sagen. Es gibt also so etwas wie typisch deutsch, typisch türkisch, typisch griechisch, typisch italienisch...usw. Etwas anderes zu behaupten wäre Bachblütengeschwätz. Ich bin für Klartext. Klartext wird aber heute als politisch unkorrekt abgelehnt. Wir sind unterschiedlich, das ist eine Tatsache. Das kann also nicht die Frage sein...sondern einzig und alleine: Wie gehen wir damit um?

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Arrow AW: Heimat, was ist das?

    Bleiben wir beim Ordnerthema: der Heimatbegriff. Derselbe hat mit vergleichender Anthropologie eher wenig zu tun. Völkerpsychologie führt allerdings dazu zu fragen, warum es das Wort "Heimat" in keiner aushämischen Entsprechung gibt - wenigstens ist mir nichts dergleichen bekannt. (Falls dem doch so sein sollte, bitte ich um Aufklärung.) Haben wir Deutschen hier ein Alleinstellungsmerkmal?

  24. #24
    andere-dimension
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    AW: Heimat, was ist das?

    Wird Deutsche unterscheiden zwischen Heimat und Zuhause...während andere Völker nur das Zuhause kennen. Auch der "Heimatfilm" ist typisch deutsch. Man muss aber kein Bayer sein um einen Heimatfilm...der in Bayern spielt...als solchen anzunehmen. Heimat ist also kein geographischer Begriff...er verkörpert mehr die innere...die heile Welt. Da es diese Welt aber so gar nicht gibt...muss Heimat etwas mit der Sehnsucht zu tun haben...sie ist eine Art Ideal. Den Begriff "Heimat" würde wohl jeder...müsste man ihn einer Dekade zuordenen...irgendwo zwischen den 30er und 50er Jahren verorten. Die Nazis instrumentalisierten den Begriff Heimat...aber er blieb dennoch bis zum heutigen Tage unbefleckt...ist immer noch salonfähig. Heimat ist wohl deshalb typisch deutsch...weil auch der Spießer typisch deutsch ist. Heimat hat auch etwas mit Spießertum zu tun...mit einer erz konservativen Haltung. Vielleicht hat es ja mit unserer Geschichte zu tun - das Zuhause des Germanen war der Wald, die Abgeschiedenheit...ein Leben in Deckung. Ein Heimatfilm ohne Wald wäre kein Heimatfilm. Für kein anderes Volk hat der Wald eine so große Bedeutung. Wir besuchen ihn nicht nur gerne...wir hegen und pflegen ihn...haben dafür eigens den Förster erfunden. Andere Völker gingen und gehen viel verantwortungsloser mit ihren Wäldern um - und wenn nicht....dann haben Deutsche ihre Finger im Spiel. Heimat=Wald. So einfach ist das manchmal.

  25. #25
    xaul
    Laufkundschaft

    heimad

    @ ad: du hast einen seltsamen begriff von wald. die deutschen wälder jedenfalls sind heutzutage nichts weiter als ein produkt der industrie. die aufgabe des försters besteht nicht im naturschutz, sondern vielmehr in einem theater desselben, das die industrie großzügiger weise sponsort. andernorts muß man für schauspiel zahlen, zum beispiel in form von gez, oder im lichtspielhaus, aber auch im herkömmlichen theater. in den ach so deutschen wäldern bekommstes gratis, kostet nur den verstand. junge junge junge...

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