Wenn es die Erbsünde je gegeben hat, dann ist die Bejahrtheit in Fragen des Gewissens unstellbar. Bejahrtheit drückt ein Verhältnis zur Entwicklung seiner moralischen Kompetenz aus. Moralische Kompetenz wächst mit der Erfahrung von Zeitlichkeit. DAS Gewissen muß also ein stehendes Wissen, eine Bewußtheit mithin von etwas sein, ein MITWISSEN (conscientia). Mitwissen des Schlechten im Grundanfang des Menschseins. Die Reflexion darauf bewirkt die Not moralischen Handelns. Das Gewissen muß also immer ein schlechtes sein, es gibt kein gutes Gewissen. Als gut wird bezeichnet, wenn die Handlung selbst im Kontext des uranfänglich Schlechten (Erbsünde) diese zu tilgen/gutzumachen sucht(e). Dann sagt man GUTES GEWISSEN haben, weil man um die Schlechtigkeit seiner Selbst weiß und sich durchs GUTE Handeln davon zu befreien suchte.


Keine Frage: Kant war da skeptisch, vielleicht deshalb die Strenge seines Imperativs?