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Thema: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    AD2, der Duden wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts zum Regelwerk der deutschen Sprache. Bis dahin gab es KEIN Hochdeutsch. Am nahesten kam einem Regelwerk noch der Adelung

    Schiller hatte keinen (kein Buch von Adelung) und bat Goethe vor Publikation seiner Werke immer um "den Adelung". Schiller (Schwabe) sprach und schrieb ein fürchterliches Deutsch. Goethe (sächsisch sprechender Hesse) nicht weniger degoutant. Er reimte unter anderem neige und weiche. Und nun der Schwabe Hölderlin erst! Man vergesse nicht, daß das hannoversche Deutsch erst mit Duden quasi zum Regeldeutsch wurde und den Deutschen eine Hochsprache gab, die Regelwerk besaß. Bis dahin gab es nur Dialekte.

    Deutschkurse für unsere Klassiker? Ja, seid's denn irre, Genossen?

  2. #27
    andere-dimension
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    S.K., Du darfst nicht alles so "wörtlich" nehmen

    Zitat Marcel Reich-Ranicki

    Alle Dichter schreiben schlechte Gedichte. Die guten Poeten unterscheiden sich von den schlechten nur dadurch, dass sie bisweilen auch gute Gedichte verfassen.
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Zitat Marcel Reich-Ranicki....zu Goethe....

    wenn es um die Poesie geht, kann ihm keiner das Wasser reichen. Aber natürlich hat auch er, der unverbesserliche Vielschreiber, zahlreiche mäßige oder schwache Gedichte produziert, gelegentlich sogar törichte. Doch das dümmste, das seiner Feder entstammt, ist wohl das Gedicht „Rezensent“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...-12751793.html
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------



    Und was für Goethe gilt, das gilt für Hölderlin erst recht

    Ich weiß, klingt respektlos...ist aber so nicht gemeint. Die o.g. Herren haben ebenso an ihren geistigen Vätern herumgenörgelt. Ohne das Sterben keinen Wandel.

    "öfters" macht mit und ohne Duden keinen Sinn. Ist heute Quark und war damals schon Quark.

    Sie antiquarische Sprache ist kein Freibrief für den Dilettanten.

    auch darf man nicht vergessen: Zu jener Zeit konnten, trotz "Aufklärung", nur die wenigsten Menschen lesen...und wenn...dann lasen sie die Bibel...das wars. Die Lesenden waren auch gleichzeitig die Schreibenden...dieser kleine und elitäre Kreis beweihräucherte sich gegenseitig. Die Böcke waren allesamt auch Gärtner. Das gemeine Volk, der Pöbel, konnte nicht lesen...und wer es konnte...der hätte sich sogar für ein Forderungsschreiben des Finanzamtes begeistern können.

  3. #28
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Das ist falsch, AD2. In Preußen gab es die Schulpflicht seit Friedrich dem Großen. Jeder Bauernlümmel nördlich des Mains konnte und sollte lesen lernen. Auch in Schwaben gab es eine daran orientierte Bildungspolitik. In Bayern und Österreich allerdings gab es so etwas nicht. Deshalb lieferten diese katholischen Landesteile auch keinen Beitrag zur deutschen Literatur in jenen Tagen.

  4. #29
    andere-dimension
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    das lesen...aus spaß an der freude...begann eigentlich erst mit werther...vielleicht goethes größter verdienst um die deutsche sprache. vor goethe gab es nur das bildungs-lesen...ich nenne es jetzt mal so...mir fällt der fachbegriff nicht ein (didaktisches...exemplarisches lesen?) die uterschicht hatte gar nicht die muße um lesen...konnte sie nicht haben - wer 16 bis 20 stunden am tag arbeitet...für den ist das lesen purer luxus. werther war der erste deutsche kassenschlager...der ein breites publikum fand....und das in allen schichten. wie auch immer...die leute konnten nicht vergleichen. muss man sich in etwa so vorstellen wie wen heute jemand das erste mal in seinem leben fernsehe schaut...so einer wird auch das dschungelcamp gut finden---umso ernster das leben...desto kostbarer das triviale...

  5. #30
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Öfters wurde des Öfteren dafür verwendet,

    eine umgangssprachliche Steigerungsform von oft, öfter und öfters, im Sinne von: "Wer kann am Öftesten" irgendetwas.

    Öfters habe ich durchaus öfters gebraucht, um quantitativ zum Ausdruck zu bringen, dass etwas mehr als oft, aber noch nicht am Öftesten geschah.

    Öfters wird auch gesagt, nach dem Werther hätten die Menschen so viel öfter das Diesseits aus kognitiver Dissonanz vorzeitig verlassen,

    dass mir echt schon öfters der Gedanke in den Sinn kam, ob nicht jedes Lesen etwas bildet und goethe diesen Text nicht später gern ungeschrieben gemacht hätte. Soll er ja auch nicht veröffentlicht haben. Hätte er vielleicht "sonst auch nie". Was die Tränendrüsen dabei so anschwellen ließ, dass die Menschen im eigenen Wasser baden gingen, wäre mir vorher ebenso wenig in den Sinn gekommen. So ist immer die Frage, ob wir unseren Willen anderen Menschen "überstülpen" sollten, auch wenn es "gut" gemeint war, ist "hinterher" oft ein schlechtes Gewissen spürbar.

    Was jedoch aus unserem sprachlichen Gewissen wirklich entfernt werden könnte, wäre die Vorstellung, die Menschen "damals" hätten keine Zeit und Muße besessen, sich Geschichten zu erzählen oder Gedanken zu machen. Im Winter gab es durchaus Zeiträume, in denen sich ein Innenleben entfalten konnte.

    Die Frage, die sich unser "Zeitgeistgewissen" einmal stellen sollte, wäre, zu wissen, warum es "damals" einige Menschen gab, die "unheimlich" viel wussten; für eine Zeit, als Information oft weder verlässlich, öfters kaum verfügbar, und am Öftesten einer "Eingebung" entsprang, kamen einige dieser Geistesgiganten zu erstaunlich fundierten Betrachtungen über die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten.

    Der, oft und öfters, formlos geformte Rahmen eines Zeitgeistphänomens der quälerischen Egospiele hat das Bildungsgeschehen letztlich zu einem völligen Stillstand gebracht. Niemand aus einer früheren Zeit hätte diese "Tributspiele" nicht voll steinzeitlich gefunden.

    Gestern von erstmals von den "Lostrommeln" gehört, mit denen die "Tribute" für den amerikanischen Bürgerkrieg "zusammengewürfelt" wurden.

    Es geht bei diesen Ego-Macht-Spielen immer darum, die Menschen zum Richter und Henker in einer Person zu "verbilden", denn Lesen ist heute kaum noch gefragt, obwohl die Zeit durchaus vorhanden, Bücher billig und verfügbar sind und jeder viel mehr Wissen aufnehmen könnte, als es damals überhaupt gab...

    Doch das Wenige, das damals zur Verfügung stand, konnte noch "vereinheitlicht" und unfragmentiert betrachtet werden und brachte Verständnis mit sich.

    Das Gewissen der Medienlandschaft ist völlig verlorengegangen, es ist im Prinzip die Erziehung zu Tieren, die bewusst gefördert wird.

    Beklagenswerte Zustände für die Kommunikationsindustrie, dass nur 23 Millionen Smartphones in einem Jahr verkauft werden konnten, mit denen sich die Masse identifiziert. Es ist nicht trivial, Menschen "vorzuführen", vorsätzlich zu quälen und vom Zuschauer "voten" zu lassen.

    Es ist der Versuch, Schwachsinn zu erzeugen und das entbehrt jedweder möglichen Form von kulturellem Gewissen. Die geknechtete Masse darf sich daran aufgeilen, dass die Tribute zur Strecke gebracht werden. Und "Kassenschlager" sind Fetzen von "Messages", die schon nach Stunden wieder sind verschwunden.

    Snap-Chat liegt im Trend der Seifenblasenindustrie und wir opfern Jahrhunderte von Kulturentwicklung für den Traum, ein Ding zu benötigen, sich im Geist mit mit Menschen zu verbinden. "Damals" hätte niemand einen Vorteil in dieser Kulturentwicklung erkennen können, nee, die drehen sich reihenweise im Grabe um.

    Dann wäre die eigentliche Frage, wie wir das schon zerstörte Gewissen wiedererlangen...

    Was macht den heutigen Zeitgeist so stumpf und gewissenlos? Kann es tatsächlich das "schlechte Gewissen" sein, das wir gar nicht haben bräuchten, würden wir uns als Geist in der Seele eines Körpers sehen und dem "Dschungelcamp" entheben und die globale "Trump-Rally" beenden?

    Schließlich kann Mama Merkel nicht in jedes Land die Tantiemen hinbringen, die dort die Korrupution anfüttern, die Hungernden dort durchzufüttern, die das Opfer all der Trampeltier-Dschungelcamp-Schweinehundrennen sind...

    Und daneben wollte ich nur sagen, dass ich nie verstanden habe, warum die Menschen immer so komisch auf Worte reagieren, die es angebich gar nicht gibt. Wenn es öfters, öfter geben würde, wäre es gar nicht so selten. Warum das Gewissen so selten wurde und warum es systematisch und bewusst zerstört wird, kann ich mir nicht wirklich zusammenreimen. Es macht keinen Sinn, alles, wofür Menschen lange brauchten, es zu werden, in der "Tiershow-Mensch" zu verhöhnen.

    Gewissen wäre dann die Frage, ob sich Gott derart verspotten lässt. Wir sind eine Spottkultur, die vom kollektiven Schadenszauber lebt, aus dem wir "Energie" durch Herabsetzung, Strafe, Hohn, Spott und Qual ziehen. Es geht uns jedoch niemals wirklich besser, nur, weil es anderen NOCH schlechter geht.

    In den Dschungelcamps der Kulturwelt wird energetischer Vampirismus für Anfänger gelehrt. Es ist die Kompensation der fehlenden Quellanbindung an den "Großen Geist", wie ihn die Indianer treffend nannten. Der "Große Geist" als innerer Lehrer wurde durch ein "Ding" abgelöst, dass wir ehrfuchtsvoll anbeten wie ein goldenes Kalb.

    Eine Konsumkultur, die zur Gefahr für den Bestand der Schöpfung wurde, erfordert das geistige Niveau von Eintagsfliegen mit einem globalen "Eintagesgedächtnis". Kultur wird heute von Konzernen gemacht. Wir machen uns da nicht nur symbolisch zum Affen, der sich hinter die Fichte führen lässt.

    Wir sind keine geistlosen, austauschbaren Körperhüllen, sondern freie Seelen. Gewissenlose Sklaverei des Egos und ein Grund mehr, seine "Gesetze des Chaos" nicht zur Grundlage meines Denksystems zu machen und ihm damit wieder auf den Leim zu gehen.

    Eigentlich versucht das Ego in seiner Gewissenlosigkeit nämlich, so viele "Lasten" anzuhäufen, dass eine Befreiung aus der Fixierung auf die "Schuld" (an der inneren Energielosigkeit) immer unmöglicher zu werden scheint. Doch hier kommt Goethe und die Kraft, die stets das Böse will, und doch das Gute schafft, wieder ins Spiel:

    Dem Ego geht die Kraft schon so weit aus, dass es die "Batterien" auflädt, indem es andere endlich auch einmal quälen darf. Je mehr Lasten es anhäuft, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir mitsamt unserem Ballast das Ego aus dem Rennen werfen werden. Wir ringen irgendwie mit einem globalen Schweinehund, der aus vielen kleinen Entscheidungen gegen die Menschlichkeit und Humanität entstand.

    Zeit, nach der Katze, auch den dicken schwarzen Hund in die Waschmaschine zu stopfen.

    Aber wo liegt der Hund begraben?

  6. #31
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Zitat WSIB

    dass mir echt schon öfters der Gedanke in den Sinn kam, ob nicht jedes Lesen etwas bildet und goethe diesen Text nicht später gern ungeschrieben gemacht hätte. Soll er ja auch nicht veröffentlicht haben. Hätte er vielleicht "sonst auch nie"
    ---------------------------------------------------------------------------
    Wie meinst Du das...nicht veröffentlicht haben? Werther war der erste Bestseller der deutschen Literaturgeschichte und machte Goethe überhaupt erst bekannt. Bis dahin kannte den niemand. Werther traf den Zeitgeist...schrieb in die Herzen und aus den Seelen vieler Menschen - Es ist zumindest fraglich...ob Goethe ohne seinen Werther jemals so berühmt geworden wäre. Ein guter Schreiber zu sein reicht nicht aus - damals wie heute. Werther ist nicht nur eine trgaische Liebesgeschichte...sondern auch Gesellschaftskritik. Und das bräuchten wir auch heute, einen Werther...eine "verbindende" Geschichte ... über alle Konventionen hinweg. Ähnlich wie damals...bleben auch heute wieder die Eliten unter sich...und alle anderen schauen in die Röhre. Ähnlich wie damals...wird auch heute wieder nur noch "standesgemäße" Beziehungen geknüpft. Auf dem gleichen Klavier spielt auch Camerons Titanic.

    Zitat WSIB
    Die Frage, die sich unser "Zeitgeistgewissen" einmal stellen sollte, wäre, zu wissen, warum es "damals" einige Menschen gab, die "unheimlich" viel wussten; für eine Zeit, als Information oft weder verlässlich, öfters kaum verfügbar, und am Öftesten einer "Eingebung" entsprang, kamen einige dieser Geistesgiganten zu erstaunlich fundierten Betrachtungen über die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Wir hatten das schon mal in einem anderen Faden diskutiert. Fast alle wissenschaftliche und geistige "Größen"...die uns so bekannt sind...kommen aus elitären Kreisen. Und auch hier schließt sich der Kreis zum Heute. Nun sind wir wieder an einem Punkt...an dem die Hälfte der Gesellschaft abgehängt scheint.

    Zitat WSIB
    Das Gewissen der Medienlandschaft ist völlig verlorengegangen, es ist im Prinzip die Erziehung zu Tieren, die bewusst gefördert wird.
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Auch wenn ich Erdogan und viele seiner Mitsreiter als Katastrophe empfinde, so liegt er aber richtig mit seinem Urteil...dass die deutschen Medien den Gegnern der AKP eine Bühne bieten...der AKP aber nicht - das ist höchst undemokratisch. Ich würde weder den einen noch den anderen eine Bühne zur Verfügung stellen...aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Die sollen ihren Streit in der Türkei austragen....aber nicht auf deutschem Boden. Will sagen: Ein weiterer Beweis dafür, dass unsere Medien unfair und undemokratisch sind. Lügenpresse ist nur ein anderer Begriff dafür.

    Zitat WSIB

    Dann wäre die eigentliche Frage, wie wir das schon zerstörte Gewissen wiedererlangen...
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Eine...nicht ganz faire...Suggestivfrage.

    Zitat WSIB
    Schließlich kann Mama Merkel nicht in jedes Land die Tantiemen hinbringen, die dort die Korrupution anfüttern, die Hungernden dort durchzufüttern, die das Opfer all der Trampeltier-Dschungelcamp-Schweinehundrennen sind...
    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Man soll die Leute ihrem Schicksal überlassen und die Natur das regeln lassen. Wir machen nichts anderes als dieser ins Handwerk zu pfuschen. Wir müssen sie nicht abtreiben...aber auch nicht in einen Brutkasten legen. Einfach das Elend nicht mehr zeigen, dann existiert es auch nicht mehr.

    Zitat WSIB
    Und daneben wollte ich nur sagen, dass ich nie verstanden habe, warum die Menschen immer so komisch auf Worte reagieren, die es angebich gar nicht gibt. Wenn es öfters, öfter geben würde, wäre es gar nicht so selten.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Würde ich so nicht sagen. Die Leute mögen Wortschöpfungen...und niemand wird sich im persönlichen Umgang an "öfters" stören...aber nur dort gehört es auch hin.

    Zitat WSIB
    Aber wo liegt der Hund begraben?
    -------------------------------------------------------------------------------------------------
    Wir benötigen kein anderes...kein neues Gewissen...wir müssen nur lernen mit dem jetzigen ehrlicher umzugehen. Die Doppelmoral ist die Schwester des schlechten Gewissens.

  7. #32
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Warum es doch sein könnte, dass wir das "neurotische Gewissen", zerstören müssen. Aktuell in der Angefressenheit der Deutschen in Bezug auf eine unleugbare Vergangenheit zu betrachten.

    Es fehlt das von Aerolith einmal zur Sühne gehörende und damit geforderte "Nicht-als-Restschuld-im Geist-behalten", die heilende Komponente, die auch in Reue liegt, nicht in Buße:

    https://www.youtube.com/watch?v=F78R...tCzPxZ&index=7

    Wären alle von der Last der kognitiven Dissonanz der nicht berichtigten Haltung befreit, würde es doch allen nutzen.

    Dazu ist jedoch die Geisteshaltung zu verändern, sonst ist Vergebung zwar schon hilfreich, doch nicht heilsam.

  8. #33
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    WirSindIchBin - Susanna?? Leider hab ich nicht alle deine Beiträge zu diesem Thema gelesen, da ich wieder mal eilig auf der Durchreise bin, also verzeih mir, wenn du dazu schon was gesagt hast und ich es evtl. wiederhole. Gewissen hängt mit Mitgefühl zusammen - zumindest in der Psychologie. Diejenigen Menschen, die in Persönlichkeitstests wenig Gewissen vermuten lassen, liegen gewöhnlich auch unterdurchschnittlich niedrig auf der Empathieskala. Meistens werden sie dann als "Narzissten" bzw. etwas weiter auf dem Kontinuum in Richtung "Psychopathen / antisoziale Persönlichkeiten" eingeordnet. Sich eines vorhandenen Gewissens zu "entledigen" - ob das überhaupt funktioniert, ist fraglich, denn die meisten "gewissenlosen" Menschen waren schon immer bzw. sehr früh so. Teilweise haben sie sogar andere Gehirnstrukturen, die z.B. im Kernspin zu sehen sind. (Einfach mal googlen unter "Psychopathen"!). Wollen wir uns auch des Mitgefühls entledigen? Und wie funktioniert Letzteres ohne das erstere?

  9. #34
    Sabine Rehkopf
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Zitat Zitat von Lenchen Beitrag anzeigen
    Gewissen hängt mit Mitgefühl zusammen
    Bei mir schon.
    Jemand möchte Geld,
    als Spende.

    Ich habe wenig,
    gebe nichts,
    sage, gebe schon genug,
    Gewissen meldet sich,
    vergißt.

  10. #35
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Nein, WSIB ist NICHT Susanna.

    Guter Einwand von der physiologischen Seite. Daß zwischen Empathie und Gewissen ein Zusammenhang besteht, scheint demnach evident zu sein. Für diese rein körperlich-pathologische Seite. Für die philosophische Seite, um die es hier geht, spielt das nur eine untergeordnete Rolle. Der Philosoph geht nicht von einem pathologischen Befund aus, also nicht davon, daß jemand NICHT in der Lage ist, ein Gewissen zu entwickeln. Er geht von ebenjener Möglichkeit der empathischen Weltwahrnehmung aus. Philosophen sind auch eher marginal daran interessiert, Symptome zu lindern. Ausnahme: Nietzsche. Sie wollen in die Tiefen, aber nicht die Tiefen einer physisch motivierten Krankheit, sondern einer Krankheit, die aus Wertsetzungen entsteht.

    Das Gewissen ist so ein Begriff, dessen Entstehung sicherlich auch pathologische Züge trägt, das aber im Kontext des Menschseins doch weitgehend positiv besetzt ist. Aber muß es das sein? Hemmt dieser Sperriegel nicht unser freies Tun und nötigt ihm etwas Verheucheltes auf?

    P.S. Mitteilung für Lene: Falls Du Interesse hast, als Mitglied mitzuarbeiten, schicke mir bitte eine gültige email-Adresse, dann schicke ich Dir ein veränderbares Paßwort für Deinen immer noch aktiven account.

  11. #36
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Hm. Dann müssten wir auch Konzepte wie "sich entschuldigen" bzw. "um Verzeihung bitten" abschaffen, oder? Weil wir uns jetzt und immerdar frei für etwas entscheiden werden, was wir auch später noch nach sorgfältigem Abwägen für das Beste für uns und alle anderen halten. Oder wir sagen: Tja, verstehe schon, dass du unter meiner Entscheidung leidest / gelitten hast, aber so habe ich mich nun mal entschieden und dazu stehe ich. Was aber, wenn wir im Nachhinein NICHT mehr dazu stehen können? Weil wir als Menschen Fehler machen? Willst du den Fehler dann rein kognitiv, emotionslos (an-)erkennen, oder ist so ein Gewissen nicht auch etwas Warmes, Beziehungsstiftendes, positiv Motivierendes?

  12. #37
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Mitgefühl, da ist was dran.

    Mal angenommen: Jemand...der gerade in großer Geldnot ist...findet eine mit 1000 Euro gefüllte Geldbörse auf der Straße - was könnte in diesem Moment in ihm vorgehen?

    a. er denkt: Wer mit so viel Geld im Sack herumläuft, der ist auf die 1000 Euro nicht angewiesen.Er behält das Geld und hat kaum ein schlechtes Gewissen dabei.

    b. er denkt: Womöglich ist das die gesamte Monatsrente einer armen alten Frau, die davon ihre ohnehin überhöhte Miete bezahlen muss - oder das mühsam ersparte Geld einer Familie, die damit das erste Mal überhaupt mit ihren Kindern in Urlaub fahren wollte. Er gibt das Geld ab. Oder er behält das Geld und hat dabei ein furchtbar schlechtes Gewissen.

    Und jetzt stelle man sich vor die gleiche Person findet 2 jahre später wiederum eine mit 1000 Euro gefüllte Geldbörse...nur mit dem Unterschied...dass es ihr nach einem Lottogewinn finanziell sehr gut geht.

    Diese Person wird das Geld auf jeden Fall und mit einem sehr guten Gewissen abgeben.

    Das Gewissen ist also schon eine Frage des Mitgefühls und der Empathie...aber auch eine Frage der persönlichen Situation, des Egos und der Prioritäten...die ich setze.
    Ich glaube, dass jeder Mensch ein "natürlich geschultes" Gewissen besitzt...dieses Gewissen aber von anderen Gefühlen, wie zB von der Gier, überlagert werden kann.
    Eine permanente Überlagerung führt dann letztendlich dazu...dass dieses Gewissen irreparabel verkümmert.

  13. #38
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Zur Frage, ob wir das Gewissen zerstören müssen, fällt mir an Ostern der "Schuld- und Gewissenskonflikt" ein, der seit fast 2000 auf den Menschen lastet, die sich von der "ungeheilten Kirche" einen Schuldkomplex einreden lassen. War Karfreitag mal in der Kirche hier unten und die Gesichter der Menschen dort sprachen eindeutig davon, dass das Gewissen sich um das Wissen um die Wahrheit rankt. Da wir die Wahrheit nicht wissen und verstehen, ist diese Art des "schlechten Gewissens" eher ein Anlass zur Anbetung des Todes und nicht der Auferstehung, also der Überwindung des Glaubens an eine einzige kümmerliche körperliche Existenz, über die ein rachsüchtiger Gott zu wachen scheint, der jeden Lebensfaden bar jeden Mitgefühls abschneidet.

    Daneben spricht der unglaubhafte "Glaube" der Schuldbeladenen damit von einem machtlosen und behinderten Gott, der für unsere "Vergehen" einen Unschuldigen "opfert" und damit gleichzeitig die "Schuld" auf alle Ewigkeit über uns ausgießt. Das mit der "verbürgten Unschuld" bezog sich auf den Begriff von "liebender Gerechtigkeit", die alle als unschuldig sieht, da wir alle dem Ego zum Opfer gefallen sind. Unser göttliches Selbst ist weiterhin unschuldig. Wobei das Ego natürlich wahnsinnig ist, jedoch in jedem Menschen gesehen werden kann. Es geht nicht darum, über Leichen zu gehen und sich dafür nicht zu entschuldigen. Es geht darum, aus dem Ego-Denkmodus herauszukommen, in dem ein selektives Gewissen zur Manipulation genutzt wird.

    Auf die bisher verwendete Art wälzt die Kirche ihre eigenen Erklärungsdefizite auf diejenigen ab, die sich hoffnungsvoll um Befreiung aus dem Glauben an die Schuld an sie wenden und als ewige Sünder "abgekanzelt" werden. So sehe ich das Gewissen weiterhin als Fixierung der Seele auf Gott an, was das psychologische Erklärungskonzept geflissentlich übersieht.

    Das Verhalten ist insofern "nachrangig" und von der Geisteshaltung abhängig. Das "Gewissen", dem ein Trump folgt, ist das "Ego-Unwissen"; das Gewissen, das auf Gott fixiert ist, bedingt jedoch eine Geisteshaltung. Die Psychologie will gewissenhaft Verhalten konditionieren, das nicht aus einer inneren Geisteshaltung stammt, sondern von äußeren Faktoren abhängig ist. Wir sollten bemerken, dass dieses Konzept nicht funktioniert.

    Das wankelmütige Gewissen ist eine verkümmerte Geisteshaltung, die durch den Umstand bedingt ist, dass Schuld, Strafe und Sünde auszuweichen gesucht wird. Ich nenne es die Freud'sche Denkstörung, welche eine Ablehnung der Wahrheit ist, dass unser Selbst in Ewigkeit unverändert bleibt. Ungeachtet dessen, was das Ego tut.

    Mitgefühl beginnt damit, dass wir Gott als mitfühlend betrachten, insofern Gott VERGEBEN kann und daher eine innere Transparenz akzeptieren, die es unnötig macht, sich NACH einem Fehlverhalten für die Geisteshaltung entschuldigen zu müssen, die das ursächliche Verhalten auslöste. Das Gewissen, wie es Lene oben beschreibt, ist der Versuch, das Symptom "Verhalten" zu beschreiben, ohne die Ego-Denkstörung noch zu erkennen.

    Eine globale Gesellschaft von Neurotikern ist die Folge der bisherigen Auffassung über das Ego-Gewissen, das sich aus Angst vor "Strafe, Zurckweisung und Sanktionen" so verhält, wie es sich sonst nicht verhalten würde. Die Freud'sche Angstpsychologie untersucht die Denkstörung, die auftritt, nachdem wir die Fixierung der Seele auf die Ewigkeit verleugnen und "in die Zeit gefallen" sind.

    Die Absicht, niemandem Schaden zufügen zu wollen, ist eine innere Haltung, die nicht durch äußere Verbote und Gebote erreicht wird, sondern durch die Liebe zur Göttlichkeit in jedem Gegenüber. Wie andere-dimesnion richtig feststellt, ist es verkümmert, weil es im Ego-Denkmodus dazu führt, auf physischer Ebene der ewige Verlierer zu sein. Doch genau das wollte die Kreuzigung und die Auferstehung aufzeigen: So, wie die Welt es noch heute sieht, wurde der Sohn eines machtlosen Gottes vom Ego gekreuzigt. Die Überwindung des Todes als geistiges Wesen wird vom Ego nicht gesehen.

    Das "schlechte Gewissen" aufgrund eines nicht verstandenen Lehrbeispiels ist die Ursache der Schuldprojektionen, die heute noch wirksam sind. Ohne die Auferstehung zu begreifen, ist dem globalen schlechten Gewissen nicht zu entkommen, dass, wie das Trump'sche Symbolego beweist, die "Schuld" an eigenen Defiziten in anderen sieht und daher dissoziiert.

    Das gesamte Ego ist eine Abspaltung von "Schuld". Es ist die Projektion der scheinbaren Trennung von Gottes Geist, für die "Schuld" im Außen gesucht wird. Was auch der Irrtum der ungeheilten Psychologie ist, die eher Egologie genannt werden sollte. Es geht nicht darum, gewissenlos handeln zu dürfen und eine schlechte Ausrede dafür zu erfinden. Es geht darum, eine Geisteshaltung zu erreichen, in der dem Schaden-Wollen kein Nutzen mehr beigemessen wird.

    Das Ego glaubt halt, es ginge dem Amerikaner "besser", wenn es die Mutter aller Bomben auf alles abwirft, was nicht so ist, wie sich das Ego dies wünscht.

    Gewissenlos zu handeln bedeutet daher in meinen Augen, sich der Gesamtheit nicht mehr bewusst zu sein und ein selektives Gewissen zum allgemeinen Standard für erheben. Die Dissoziation der Freud'schen Abwendungsstrategien führt dazu, dem Gewissen folgen zu können und doch völlig gewissenlos zu handeln.

    Um nämlich eine einzige "richtige Entscheidung" treffen zu können, sind alle Faktoren miteinzubeziehen. Da wir dies zweifelsfrei nicht leisten können, ist die Fixierung der Seele auf die Ewigkeit das einzige und verbriefte Mittel, nicht in die freudlose Freud'sche Denkstörung zu verfallen, die sich in der macht- und wirkungslosen Egologie in ihrer Zeitgebundenheit global ausdrückt.

    Wie schwach und unsinnig die Konzepte der modernen Egologie sind, zeigt sich doch darin, wie wenig den Spielern von Borussia Dortmund "geholfen" werden kann. Wenn die "Zeitpsychologie" keine Antwort auf die Konfrontation mit dem Tode geben kann, zeigt sich der Wahnsinn der "Angststörung", die Tod genannt wird und doch nur den Körper betrifft. Dass es keinen Tod gibt, kann die IG-Farben-Industriepsychologie halt nicht anerkennen und so behandeln sie die Symptome, ohne die Ursache zu erreichen.

    Es sind genau die fünfzig Tage von Ostern bis Pfingsten, in denen sich der auferstandene Geist als Heiliger Geist bmerkbar macht.

    Ungeheilte Pfarrer, Psychologen, Ärzte, Politiker und Gesellschaftssysteme arbeiten mit der Schuld, die aus einem "schlechten Gewissen" abgeleitet wird und doch nur die Verhaltensebene als Symptom erreicht. Nicht die Ursachen im eigenen Geist anzusehen, ist das globale Problem.

    So sind nämlich alle "schuldig" und das ist völlig dämlich. Denn es gibt dem Ego in der Zeit die scheinbare und unmögliche Macht, die Ewigkeit verändert haben zu wollen. Dass Jesus Christus jedoch als ein ewiger Freund mit uns geht, blendet die Freud'sche Denkstörung des Abwehrverhaltens leider aus.

    Verbrieft vor Gott ist jedoch unser aller Unschuld. Dem Tod, dem Bösen und der Schuld anheimzufallen, ist schon die Ego-Denkstörung, die sich als im Körper eingesperrte und machtlose Seele betrachtet. Die Trump'sche Denkstörung ist halt, die Schuld überall im All zu suchen, nur nicht in der eigenen Geisteshaltung...

    Zu glauben, den Geist der Terroristen verändern zu wollen, indem der Körper der Andersdenkenden getötet wird, ist Folge dieser Denkstörung. Nee, wir müssten den Geist der Menschen von seiner Totalität überzeugen, nicht davon, das eigene Befinden dadurch verbessern zu wollen, indem anderen ein körperlicher Schaden zugefügt wird.

    Die Mutter aller Bomben ist die Denkstörung des Egos. Trumps Denkstörung wurde doch von allen westlichen Politikern schon übernommen, indem sie den Mord als Mittel benutzen, den Geist zu verändern. Wobei das Töten eines Körpers die Gedanken nicht aus der Welt schafft, die zum Terror führten.

    So lässt sich das "Gewissen" ebenso dazu nutezen, völlig gewissenlos zu handeln. Hinterher kommt dann wieder ein "Philosoph", der behauptet, Gott müsse tot sein, da er Trump. Le Pen und die "Leistungsschau der Waffenindustrie" nicht verhindert hat. Würde es verhindert werden, würden wir jedoch von göttlicher Diktatur sprechen. So sind wir als vollkommene Seelen ind der an sich unmöglichen Lage, sich erneut vervollkommenen zu müssen, indem wir die Ego-Denkstörung "verlernen".

    Das Chaos in der Welt ist eindeutig die Folge dieser Denkstörung. Es ist der Glaube an den Tod, der uns gewissenlos handeln lässt. Der Glaube an das Leben überwindet die Angst vor dem Tod, der nur ein Ablegen der Körperhölle darstellt. Das Leben als vom Tode besiegt zu "verkünden", ist die Denkstörung der ungeheilten und unglaubhaften römischen Staatskirche, die der Mafia die Füße wäscht und gleichzeitig den inhumansten globalen Investor darstellt und den Götzen Mammon anbetet.

    Doch ohne den Glauben an die Schuld, den Tod und ewiges Fegefeuer hätten wir uns nicht zu wllenlosen Mitläufern im Kriegsspiel eines verrückten Egos machen lassen. Jetzt laufen sie einem verrückten Kriegstreiber hinterher, der für die Christen und Juden den Glaubenskrieg gegen die Moslems führt.

    Nachdem das Ego der Trump'schen Denkstörung sich alle "Schuldigen" zum Feind gemacht hat, wird sogar die vormals obsolete Nato wieder wichtig. Klar, dem Ego rutscht das Herz in die Hose, wo es auf Höhe der Brieftasche mit dem Schwanz wedelt...

  14. #39
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Das Ego, Freud etc. gehören zum psychoanalytischen Ansatz der Psychologie. Davon spreche ich gar nicht. Trump hat m.E. gar kein funktionierendes Gewissen, zumindest lässt er keins erkennen. Das ist ja das größte Anzeichen seiner Gestörtheit. Was du von Gott und Jesus schreibst, finde ich schön.

  15. #40
    andere-dimension
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Wir wissen was Trump macht...wir wissen aber nicht was er alles unterlässt - und in Gewissen steckt wissen. Durchaus möglich, dass...ginge es nach Trumps Kriegsministern...alles noch viel schlimmer wäre. Obama wurde vorgeworfen...dass er nichts unternahm. Nun werfen wir Trump vor, dass er etwas unternimmt. Gewissen ist also auch eine Frage der Perspektive - aber ebenso eine Frage des Kulturkreises und den damit verbundenen Wertesystemen/Vorstellungen. Der Eskimo wird beim Walfang kein schlechtes Gewissen haben, so wie ich kein schlechtes Gewissen habe wenn ich in den Schnee pinkle.

  16. #41
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Danke. Zum Trump´schen Symbolego ohne mitfühlendes Gewissen sei angemerkt: Er hat den Fokus des Gewissens vom Selbst zum Ego verschoben. Dem Ego dient er sehr gewissenhaft.

    Deine Verknüpfung von Gewissen und Mitgefühl ist ein anderer Fokus, der auf Empathie beruht, die das Ego dissoziiert. Doch genau diese "Verknüpfung über Spiegelneuronen wird erlernt, vom Ego auszublenden. Dann geschehen Dinge, für die wir uns "hinterher" ent-schuldigen wollen / müssten / sollten.

    Der Hinweis auf die freie Entscheidung wichtig: Nur das Ego zwingt anderen "richtige" Entscheidungen auf. Das Selbst sieht sich selbst in der Freiheit des Gegenübers. Dann gibt es an sich keine Fehler mehr sondern im Prinzip "gewählte Erfahrungen", was jedoch totale Eigenverantwortung bedeuten würde und die Schuldprojektionen, die das Verhalten unseres Symbolegos ausmacht, wären dann unnötig.

    Der Kontext zu Freud und Le Bon liegt darin: Sie haben beide etwas als "Ausströmungen der Seele" erkannt, was in der Massenpsycholgie wirksam wird. Die natürliche Anbindung dieser "Ausströmungen" der Seele, das "Aufgehen in einem Geist" verbindet empathisch über die Spiegelneuronen und Spindelzellen. Dieses Gefühl ist es, was auf Gott und Jesus ausgerichtet, von der Seele in der "Anbindung" (auch an Schwachsinn) gesucht wird. Was jedoch als Folge der FREIEN WAHL als Resonanzfolge in die Seele einströmt, ist, was unbedacht blieb.

    Daher versuche ich, über die "Anbindung" der Seele nachzudenken, weil das im Grunde die einzig freie Wahl und den Grundstein allen Denkens bildet. Ab dort könnte sogar Descarte gefolgt werden, denn das gewählte Denksystem ist das Fundament für das, was ich als Gewissen jeweils empfinde. Wir sind nicht, weil wir denken. Doch was wir denken, bildet sich auf der Grundlage der Entscheidung für Gott, also die Totalität; oder für das Ego, also die fragmentierte Selektivität des Horizontes von Mitgefühl.

    "Um total zu verstehen, müssen wir zuerst die Totalität verstehen". (Kurs in Wundern)

    Wenn ich diesen Satz verstehe, kann ich nicht mehr sagen, dass Trump nicht Teil meines Geistes ist, ohne eine Dissoziation damit zu verbinden:

    Er ist ja global in jedem Geist, denn dies ist der Ort, an dem ihm eine Wirkung "zugemessen" wird. Etwas, das der gute Mann durchaus als "EINSTRÖMUNG" in seiner Seele bemerkt und wonach er süchtig ist. Er sieht die Quelle dessen in der Macht, doch die tatsächliche Quelle seines "Hochgefühls" und unserer "Niedergeschlagenheit" ist UNSERE Seelenenergie, die von uns zu ihm "strömt".

    Insgesamt hätte diese Situation das Potenzial, uns das energetisch verbundene Kollektivbewusstsein selbstentfaltend zu erklären, wären wir nicht schon so verängstigt, das ein klarer Blick auf die Ursachen nicht mehr möglich scheint. Wir können nicht hinsehen, ohne emotionale Energie zu investieren und das ist der "Schadenergiestoffwechsel" der Welt.

    Gott und Christus machen zusammen mit dem Heiligen Geist ebenso "süchtig", nämlich süchtig danach, diese "Einströmung" zu teilen, nachdem die Quelle im Innen erkannt wurde. Das ist, woran die Psychologie in meinen Augen achtlos vorbeigeht und doch im Ernstfall (Syrien und Traumakinder, BVB und die "Brot und Spiele Fifa" keine brauchbaren Antworten besitzt. Denn diese Frage wurde dem Papst von Descarte "abgekauft"...

    Was der Grund ist, warum ich von einer "ungeheilten Psycholgie" spreche. Sie haben keine Antwort auf die Konfrontation des Körpers mit dem Tod, weil sie das Leben im Körper ansiedeln und als endlich betrachten. Den Tod zu dissoziieren ist keine Lösung; ihn geistig zu überwinden, ist im Erkennen der fixierten Anbindung in der Ewigkeit enthalten. Die "ungeheilte Grundangst " liegt in der Ego-Körper-Verwechslung, weshalb auch hier keine fragmentierte Lösung in Frage kommen kann.

    "Geben und Empfangen", sind - wie im "Schadenergiekreislauf" erkennbar wäre - ebenso verbunden wie Lichtfülle und Freude im Anschluss an den Kreislauf von Mitgefühl als einziger echten freien Entscheidung, das zu bekommen, was wir wirklich wünschen. Die dazu notwendige Offenheit ist jedoch im Ego-Angst-Schadenergie-Modus seltenst ungeteilt und daher ungeheilt. Wir sind, was wir geben, denn das ist, was wir (zum Ausströmen nach dem Einströmen) haben.

    Mitgefühl ist wohl wirklich der Schlüssel zum Gewissen. Und es ist ein Konzept der Ganzheit, denn selektives Mitgefühl wäre ohne jede Bedeutung.

  17. #42
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Denn diese Frage wurde dem Papst von Descarte "abgekauft"...

    Muss natürtlich heißen:

    Diese Frage wurde Descarte und der Wissenschaft vom Papst abgekauft.

    Diese Schlüssel wurden "gewinnbringend" an die Kirche verkauft und sind es noch.

  18. #43
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Zitat Michael


    Mitgefühl ist wohl wirklich der Schlüssel zum Gewissen. Und es ist ein Konzept der Ganzheit, denn selektives Mitgefühl wäre ohne jede Bedeutung.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Bleiben wir mal beim Beispiel mit dem Eskimo. Mit wem oder was sollte der Eskimo fühlen?....und was würde sich ändern...wenn sich sein Gewissen verändert?
    Obwohl ich, im Gegensatz zum Eskimo, keinen Wal fange, hat der Eskimo vermutlich mehr Mitgefühl (für den Wal) als ich. Nicht die Empathiefähigkeit beeinflusst das Gewissen, das Gewissen beeinflusst die Empathiefähigkeit...so wird ein Schuh daraus...denn; das Gewissen hat etwas mit dem Respekt zu tun...und der ist uns nur in Ansätzen in die Wiege gelegt...im Wesentlichen aber das Ergebnis frühkindlicher Erziehung. Das Mitgefühl kann also unmöglich der Schlüssel zum Gewissen sein.

  19. #44
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    AD, kennst du den Unterschied zwischen kalter und warmer Empathie? Wenn ja, von welcher sprichst du?

  20. #45
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    @Lene

    ich weiß nicht ob das wirklich einen so großen Unterschied macht...wenn es dann letztendlich um die Schlussfolgerungen geht...die ich aus diesem "Gefühl" ziehe.

    Beispiel: Ein Paar schaut gemeinsam einen dramatischen, hochemotionalen Film...wo einer der Protagonisten nach langem Leid stirbt und der andere um ihn trauert. Der kalt-empathische Betrachter (sagen wir mal der männliche Teil des Paares) kann sich in die Szene gut hineinversetzen, weshalb ihm aber nicht gleich Tränen kommen...er sich gar das nächste Bier öffnet und parallel im Internet nach den aktuellen Fußballergebnissen schaut, während sich der weibliche Part heulend in die Couch vergräbt und selbst Stunden nach dem Film kaum ansprechbar ist. SIE würden wir als warm-empathisch einstufen...aber ist das gerecht? Ich behaupte "nein". Der größte Unterschied ist wohl der...dass sich der Mann (automatisch) denkt "ist ja nur ein Film"...während die Frau voll im Film drin ist und alles drum herum vergisst. Bei ihr ist der Verstand aus...bei ihm eingeschaltet. Hat wohl mit den Ur-Instinkten zu tun. Er kann es sich nicht "leisten" sich im Gefühl zu verlieren.

    Ich hatte mal mit einer Partnerin einen solchen Film geschaut und direkt nach dem Film einen Freund angerufen und während des Telefonates gelacht (worüber auch immer)...weshalb meine partnerin stinksauer wurde...da sie nicht verstehen konnte wie man nach einem solchen Film lachen kann - genau so warf sie mir das auch vor. Es blieb nicht nur bei diesem Vorwurf...sie redete einen halben Tag nicht mehr mit mir.

    Die Frage ist doch eigentlich die: Was ist zuerst da...das Gewissen oder die Empathie? Ich behaupte, dass jeder Mensch von Geburt an empathische Fähigkeiten hat, diese durch Konditionierung entweder verkümmern oder sich ausprägen. Auch der eiskalte Massenmörder war irgend wann mal ein empathischer Mensch...bis er so sehr abstumpfte....dass er noch nicht mal mehr ein kalt-empathischer Mensch sein konnte. Der Eskimo fühlt mit dem Wal...weil er die Natur respektiert - und das wiederum wurde ihm beigebracht.

  21. #46
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    1. Warum nimmst du denn als Beispiel einen Film? Der Unterschied zwischen kalter und warmer Empathie wird dann wichtig, wenn es NICHT um einen Film geht.

    2. Ich würde vermuten, dass dein Verhalten nach dem Film nur der unmittelbare Anlass für die Reaktion deiner Partnerin war, aber nicht der eigentliche Grund.

    3. Für manche eiskalten Massenmörder wird das zutreffen, aber die Spannbreite in der Empathiefähigkeit ist tatsächlich schon bei ganz kleinen Kindern sehr weit und diejenigen mit wenig Empathie als Kind begehen später mit größerer Wahrscheinlichkeit und Ausprägung "gewissenlose" Taten.

  22. #47
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Ob Film oder wahres Leben, ich denke das macht keinen großen Unterschied - die Übergänge sind fließend. Es geht darum sich in eine Situation...in andere Menschen hineinversetzen zu können..es überhaupt zu wollen. Meine These: Jeder Mensch ist von Geburt an dazu fähig und anfangs auch willens - ob diese Fähigkeit beibehalten, entwickelt oder abgebaut wird...das hängt von äußeren Einflüssen ab. Menschen mit dem Down Syndrom sind besonders empathische Menschen...das scheint meine These zu stützen...denn die Menschen machen sich von äußeren Einflüssen nicht abhängig - Sie sind gegen Boshaftigkeiten immun. Im Bettler auf der Strasse werden sie immer den bedürftigen Menschen sehen...während wir automatisch überlegen...ob es sich um ein Schicksal oder eine Selbsverschuldung handelt...oder ob dieser Mensch gar Teil einer Bettlerbande ist. Diese Überlegungen stellen wir nur deshalb an...weil wir bereits entsprechende Erfahrungen machten...bzw uns die Erfahrungen anderer berichtet wurden. Wir wägen ab. Wenn ein IS-Kämpfer...der zuvor 100 unschuldige Menschen in die Luft sprengte (wovon Du weißt) hingerichtet wird...dann wirst Du für ihn kein Mitgefühl entwickeln können. Beobachtest Du die jedoch gleiche Szene ohne die Vorgeschichte zu kennen...wirst Du womöglich ein Mitgefühl entwickeln. Wir haben nur dann Mitgefühl...wenn wir glauben...dass der derjenige...mit dem wir unser Gefühl teilen...unser Gefühl auch verdient hat. Unser Mitgefühl ist also an Bedingungen gebunden...und somit das Resultat von Erfahrung und Konditionierung.

  23. #48
    Resurrector Avatar von aerolith
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    gewissensbang

    Das Wort begegnete mir heute: gewissensbang. Die Nutzanwendung hieß Luther, dessen Antrieb eine Gewissensbangigkeit gewesen sein soll, ein Befehl, sich gegen die dato obwaltende Kirchenpolitik zu stellen und die davon betroffenen Gläubigen wieder dem zuzuführen, was Glauben dem Kern nach sein soll: Lebensgewißheit, aus der Taten folgern, die Seelenheil bewirken.

  24. #49
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Das Gewissen - warum wir es zerstören müssen

    Also erstmal gibt es nur 2 Motivationen, aus denen der Mensch heraus handelt: die Angst, Schmerz zu erleiden, und die Lust, Freude zu empfinden. Wobei die Angst vor Schmerz i.d.R. die stärkere Motivation ist (mutmaßlich auf Grund unserer Programmierung) als die Lust.

    Jetzt zum Gewissen: Gewissen ist wichtig! Menschen ohne Gewissen nennt man Psychopathen und wer will schon so einer sein? Unser Gewissen sagt uns, was richtig und was falsch ist, unser Gewissen ist ein wichtiger Faktor unseres Denkprozesses und ein Indikator bei der Bewertung von Informationen und ein Grundstein bei der Entscheidungfindung und v.a. ist sie die Grundvoraussetzung für soziale Interaktivität. "Freiheit" in dem Sinne gibt es heute de facto nicht mehr (wenn es sie je gab). Denn jede Freiheit kennt Grenzen, i.d.R. nämlich die unserer Mitmenschen. Ich habe bspw. nicht die unbedingte Freiheit, die ganze Nacht Musik auf maximaler Lautstärke zu hören (obwohl ich da oft echt Bock drauf hätte :D ), weil ich dadurch die Freiheit meiner Mitmenschen, die bspw. nachts schlafen wollen, einschränke.

    Mein Gewissen sagt mir das übrigens schon, bevor ich den Lautstärkregler auf Anschlag drehe und nicht erst, wenn der Nachbar mit dem Baseballschläger meine Tür zertrümmert
    Mutmaßlich entstand das Gewissen schon im Urzeiten bei den ersten religiösen Entwicklungen oder zumindest der ersten Entwicklung eines Glaubens an höhere Mächte, eine höhere (außerirdische?) Intelligenz, den Schöpfer, Schicksal, Karma, das Universum oder was auch immer - nennen wir es der Einfachheit halber einmal G.O.T.T. Der Glaube, sich nach seinem Tode vor seinem Schöpfer rechtfertigen zu müssen, hielt viele Menschen davon ab, "schlimme Dinge" zu tun und das ist, wie ich finde, eine ausgesprochen gute Entwicklung gewesen. In der DDR hatten das die meisten Normalbürger noch, heuer kaum noch. Die Unterschiede sind sicher für jedermann erkennbar.

    Greetz Andreas

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