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Thema: Das seltsame Wesen der Lyrik

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Das seltsame Wesen der Lyrik

    Schlimm an der Lyrik ist, daß sie sich fast ausschließlich auf den psychologischen Grund des Dichters gründet. Neues ist von ihm nicht zu erwarten - was den Dichter prägte - bleibt erhalten. Ganz wie in der biographischen Psychologie bleibt eine gewisse Zahl von Jahren und ein Abschwung, eine Modifikante.
    Das Reifen, der Stil, das sind Selbstfindungen, Präzisierungen. Keine Erkenntnisse.
    Der Lyriker ist wohl am wenigsten dazu in der Lage, seinem Publikum zum Aufschwung zu verhelfen - die Wirkung eines Lyrikers beruht allein auf der Fähigkeit, in seinem Publikum den frühen Menschen anzusprechen - ihm wohl zu tun oder ihn zu verletzen.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    Die Oase des Dichtens

    ..seit es diesen Ordner gibt, versuche ich zu verstehen, was der 'psychologische Grund' des Dichters ist. Gibt es ihn auch jenseits? Nun sollte man erst wissen, was ein Dichter ist, erst dann ist über diesseits und jenseits zu reden.. Erstaunlich, wie wenig man wissen kann. Es muß aussreichen, sich von Wort zu Wort zu bewegen (ein Wort z.B. wie 'fiel': sieht es nicht aus wie eine Bogenlampe über einer Straße gegen?ber einer Häuserzeile?), wer kann noch die Stränge dazwischen alle ahnen? Manchmal allerdings geschieht Wunderbares: es fügt sich. Von selbst. Wenn man von dem 'psychologischen Grund' spricht, ahnt man das Pathologische, den 'fremden' Grund, die Oase. Aber sicher bin ich nicht.

  3. #3
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    was bedeutet für euch lyrik?

    es hat ja jeder autor seine auffassung und gerecht wird man ihm eigentlich nur, wenn man diese kennt. dann erst betritt man seinen raum, dann erst kommt man ihm näher. trägt man nur die eigene auffassung an texte heran, bleibt man bei sich, nimmt - wie so oft - das gleiche zu sich, wiederholt sich in sich.

    dennoch denke ich, ist auch diese auffassung von lyrik bereits eine gespaltene:

    welche gedichte lese ich gern,
    welche schreibe ich gern.
    welche schriebe ich gern?
    welche läse ich gern?
    was erwarte ich eigentlich von lyrik?

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    gute frage, suz.

    früher waren mir gedichte lieb und wertvoll, die über eine gewisse metrische grundausstattung verfügten.

    das ist mir nicht mehr so wichtig. mir verursacht es nur bauchweh, wenn metrisches können vorgekaukelt wird, das nicht da ist. so etwas findet man auf jeder besseren firmenfeier, bedauerlicherweise.

    ein lyrischer text unter beachtung metrischer regeln ist jedenfalls kunsthandwerk, kann aber auch kunst sein. die metrik ist jedenfalls korsett, das den inhalt beengen kann. aber ein hübscher textkörper in einem hübschen alexandrinischem korsett ist durchaus knorke.

    mir sind bei einem lyrischen text die bilder wichtig. die bilder müssen hängen bleiben, aufgehängt an einer feinen sprachmelodie.

    im ersten moment lese ich den text nicht, sondern ich schaue in an wie ein bild, ein foto.

    texte auf denen ein ein herz, ein tod, ein sehnen, ein schmerz, eine liebe, eine vergänglichkeit auf den ersten blick sichtbar wird, interessieren mich nüsse bzw. haben es bei mir sehr schwer.

    ebenso wenig interessiert mich wuchtige planetenlyrik, texte, die alles auf einmal sagen wollen, texte, bei denen die bedeutungsschwangere absicht aus allen fugen tropft.

    ich mag texte, die einfach und schlicht daherkommen und zumindest einen überraschungs- oder kippeffekt haben.

    ich mag texte, die von menschen und ihrem irren erzählen, vom absurden der normalität. die normalität des absurden kann manchmal penetrant sein, denn irgendwann ist jede party vorüber.

    acht, zehn zeilen. hübsch ist es, wenn der text -auch - als verarschung seiner selbst gelesen werden kann. texte können nämlich durchaus bedeutung haben, ohne dass sie bedeutungsschwanger daherkommen müssen.

    zwiebel, vodka, fische in einem nuttenaquarium und einem text sind absolut ok. zuviele fremdwörter sollte man allerdings meiden. aber nuttenaquarium ist ok.

    in wien ist übrigens derzeit endzeitlicht. tolles orange! und die katzen schlafen. auch toll! endlich keine zungenküsse von fiona! ich sollte ihr das einmal sagen.

    ich schweife ab.

    die AIDA-formel aus dem marketing lässt sich für mich auch gut und! zwanglos bei der frage gebrauchen, was gute lyrik ist. die formel lautet:

    A - attention - Aufmerksamkeit erregen
    I - interest - Interesse wecken
    D - desire - Wünsche erzeugen
    A - action - Kauf auslösen

    ad A1: wenn in einem gedicht, eine klappe im hinterkopf, raben im unverfälschtem landemanöver vorkommen, ist meine aufmerksamkeit geweckt. ich steige in den text hinein.

    ist wie mit einer rothaarigen.

    ad I: der text klimpert zurück! wir interagieren, möglicherweise schon im puls einer gewollten gier.

    ad D: der text und ich bestellen uns zwei manhattan. der text kreuzt seine beine übereinander und schenkt mir einen tiefen blick. jetzt will ich den text vögeln! oder zumindest näher kennenlernen!

    ad A2: "du, wir gehen jetzt, ja?" höre ich mich sagen. was ist mit mir, was mit uns, mir und dem text geschehen?



    so oder so ähnlich zumindest, sind meine gedanken zur guten lyrik!

    schnobs in the opera

  5. #5
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    es ist jedenfalls kein geschwätz, das gedicht, sondern - ohne ein wort zuviel, ohne eines zu wenig - ist es immer ein konzentrat. doch wovon? von schweigen, muss ich fast sagen: einem schweigen, eingefangen und ausgehalten in - paradoxerweise - sprache. lieber würd ich ja statt "schweigen" etwas anderes sagen, aber dann bleibt bloss das wort "leben", denn so wie eine rose ist eine rose ist keine hose, so ist leben... leben.

    anders gesagt: das gedicht ist ein wegweiser, der im wind sich dreht. und richtung schweigen zeigt, meinetwegen richtung "wahrheit", nennen wirs beim namen: leben. und manchmal sagt es etwas, das gedicht, was es nicht wissen, nur ahnen kann. es sagt zum beispiel: das was dort glänzt, im unsagbaren, sei... fisch.

  6. #6
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    für mich ist schönheit das einzige kriterium, ein mensch, der schönheit schaffen kann, ein künstler.

    nun ist das ein huriges wort, zu abgenutzt, zu sehr mißbraucht, falsch verstanden als -ismus (ästhetiz-) oder als l'art pour l'art (worin nur kunst, nicht aber schönheit vorkommt).

    schönheit hat aber immanente muster: balance, harmonie, innere verstrebungen und notwendigerweise einen contra-punkt häßlichkeit.
    dies als struktur hinter den wörtern, die an den verstrebungen aufgehängt sind wie fischlein an einem mobile.

    das schöne daran sind aber nicht unbedingt die fischlein, also die wörter, also der inhalt, nein: das schöne sind die schwingungen, die ungleichgewichtig aufgehängt, dennoch sich die balance halten. das erste wort hat direkt etwas mit dem letzten zu tun. entsprechungen, wiederholungen, laute, die miteinander kommunizieren. keine abfolge eines nacheinander, wobei die ersten worte am ende wieder vergessen sind, sondern ein stetes einander zu und aufeinander bezogen sein. diese gleichzeitigkeit, die ich für einen der lyrik eigenen und nur ihr eigenen raum halte, die aber alle zeiten in sich birgt. die zeit wird dort dicht, nicht der inhalt. der inhalt scheint mir eher "auf den punkt" gebracht werden zu müssen, also nicht ver-dichtet, sondern treffend und nicht daneben oder verrätselt oder sonst außenherumgeredet.

    lyrik ist für mich ein schöner stoff, eine textur, ein gewebe mit kleinem roten punkt, dem kleinen fehler. dieser kann ein kippmoment sein, eine ironische brechung, ein augenzwinkern, ein lächeln oder gar göttliches gelächter.
    eine kleine dissonanz, die wirklich aus dem leben kommt.

    auch der reim ist nur ein durchschwingen des ganzen mobile von einem atem. er kann aber ohne weiteres ersetzt sein durch ein anderes harmoniema?: die metrik, ja, den tanzschritt mit synkopen, die langsamkeit, die unruhe.
    schönheit athmet. sie braucht den offenen raum, der sich hinter den wörtern auftut. je schlichter das wort, desto größer der raum. abgenutzte und klischeewörter haben diesen raum auch, fänden sich sonst nicht im menschenherz. die kunst mit ihnen ist die aufhängung: das mobile.

    schönheit leuchtet. mattierungen, matte stellen, dürfen nur kurzer contrast sein. dazwischen schimmernde übergangsstufen. was in der schönheit leuchten kann ist nur die seele, das leben selbst. tua res agitur! sagt dieses leuchten dem leser. schönheit ist ein geschenk. an alle. sie schließt nicht aus. sie biedert sich aber auch nicht an. baut keine manipulierenden brücken ein wie der kitsch. sie ist.

    schönheit regt an. sie ist nicht glatte oberfläche, schon gar nicht statisch. sie kreuzt tatsächlich die beine übereinander. sie weckt auch das schweigen.
    sie kann ein gefühl wecken, den körper, das denken. im besten falle alles gleichzeitig. alles in allem. damit ist sie aber weit mehr als nur gefühl. der schönheitssinn ist auch ohne gefühl denkbar und erfahrbar. das mobile schwingen zu sehen, die daran aufgehängten fischlein in ihrem leisen zwiegesang zu hören, das kann auch gefühlsfreie zone sein, gefühlsbefreiende, all-mächtige.

    schönheit hat keine zeitdimension außer der gleichzeitigkeit. sie ist damit zeitlos. die kürze oder länge eines gedichts ist nicht ausschlaggebend, solange man: mehr!mehr! rufen möchte als leser. die frühen ersten epen entbehren der schönheit nicht. die duineser elegien auch nicht. nur ist heute der lange athem etwas kurzathmig geworden. die gleichzeitigkeit reduziert auf den augenblick, die ausbalancierung eines größeren mobiles zu anstrengend oder scheitert am auffinden eines konzepts, das länger tragen würde. nicht zuletzt der gedanke der verdichtung hat dazu beigetragen. ist ja auch richtig, nichtssagendes zu streichen, wörter, die mit den anderen wörtern im gedicht keine correspondances haben. das heißt aber nicht, daß es nicht wörter zu suchen gäbe, die sie noch haben. hat das mobile aber nur zwei oder drei verstrebungen, so ist natürlich kein platz mehr.

    schönheit allein! darauf werde ich für mich nie verzichten. ist schlecht angesehen heute, aber für mich gibts keinen einzigen anderen grund, zu lesen oder schreiben zu versuchen. keinen.
    das ist aber mein persönliches gefängnis. deshalb interessiert mich ja so, was lyrik für euch bedeutet. vielleicht ist ja auch nur die gewichtung des modernen verlagert worden: viel häßliches, um einen kleinen contrapunkt schönheit noch abzugewinnen, abzutrotzen dem leben. ich weiß es nicht. ich modere vor mich hin in tradition. deshalb frage ich. es ist eine ehrliche frage.
    dazu gehört für mich auch, meinen ausgangspunkt darzulegen aus fairness.

  7. #7
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    lyrik!

    ich weiß:
    ich werde nicht alles sagen.
    nie und niemandem.
    (der geheime schatz)

    wenn, so stehts in meiner lyrik geschrieben.
    alles!!!
    wer sie nicht lesen kann, so werd ich mich mühen.
    erläutern.
    aber eigentlich ist lyrik klar wie hechtsuppe.

    ok.
    subjektiv.

    (gähn)

    suz, du erwähntest bereits die duineser elegien.
    (ausgerechnet).
    dazu schweig ich mal.
    ich hab dazu nix zu sagen.

    so.
    ich muß mich sammeln.
    konzentrieren.
    muß kumuluswolke werden, um zu träufeln...

    da hab ich was zu knacken mit dir, ma chere -
    ist doch ver-dichtung!
    find ich.
    suchte ich?

    prall!

    geballt!

    beinahe - das wort mißfällt mir - extrem!

    bleiben wir gediegen und reden von schönheit!
    (dafür liebe ich dich.)

    ich könnt itzt plädoyieren:
    ha, ich war der erste, der kundete:
    die schönheit gehört den menschen nur so in die fresse gepfeffert!

    gibz belege und zeitzeugen aus alter zeit,
    aber völlig wurrrrscht!

    IMMERHIN:
    ich freu mich wie ein schneekönig!
    was immer das sein mag.

    bleibt mir ein gestauchtes:
    schwester!

    oder eben: moin moin!

    ja, da sind wir uns sehrlichst einig,
    ob das nu nahe an der blauen blume,
    was die lyrik anbetrifft -
    who the fuck knows.


    teil 1.


    zwotens.
    inneres nach außen kehren.
    und vice versa.
    spieglein, spieglein.
    zum behufe behilflich:
    sinne und wagemut.

    tritt in arsch und trittens:
    sinn und zweck der sache:
    lyrik ist eine ART der außerräumlich, außerzeitlich, multikulturellen und universellen weise und wiese des dialogs.
    das thema: schönheit!

    sagen wir plump:
    ein trunk (eine ART elexier) für ALLE!
    eine kneipe, in der sich der herr ichbinbesser mit der frau ichbinluder über ein und dasselbe thema.
    schönheit.
    aus dem innern die.


    kann sich keiner verstellen.
    masken ab.
    lyrik ist pur!


    was ich les?

    is doch wurrrscht.

    sach ich dir am telefon...

    aber bei den duinesern stülp ich die samthandschuhe über.
    wenn ich hätt...

  8. #8
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    Lyrik?

    Lesen: Zeitverschwendung.
    Schreiben: Knochenarbeit, Frondienst - aber für wen.

    Wieviel Sinnvolles hätte man in all den Stunden machen können, in denen man sich mit Lyrik beschäftigt hat. Es ist unglaublich, wie man seine Zeit zubringt wie ein Geschwätz. Von wegen: ein Gedicht, das kann auch eine Atemwende sein. Mag sein, es gibt ein Dutzend Texte in der Welt, bei denen man beim Lesen stutzt, aber bis man diese wenigen Texte unter all dem Müll gefunden hat: für so ein wenig Stutzen, ein Wiedererkennen von dem, was man eh schon weiß: das ist die Zeit nicht wert, sie aufzustöbern.

  9. #9
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    wo möglich.
    womöglich ist das kein spass.
    kann man nix.
    kann man nix machen.
    außer sich hingeben.
    ist wie ein nasser lappen -
    du wirst ausgewrungen!

    kein wunder, wenns plätschert... -
    zuzweilen tröpfelts nur.
    wenn überhaupt.
    aber chance gibz keine nit.

    los.
    und ich spreche nit von bürde.
    als wäre der dichter atlas.
    gott bewahre.
    los.
    einfach nur los.
    wehe dem, der da an niete dächte.
    los-lassen...

    siebtens.

    lyrik ist wie sex.
    ein geheimnis wie ein schatz am meeresgrund.

    unten und tief.

    man darf an höhe denken.

    weil fliegen und fall sich hier mischen.

    mischn impossibl....

    lyrik ist der augenblick,
    der unerkannt nicht existiert,
    weil er,
    kaum er geboren,
    stirbt.

    gefasst werden willer nit.
    wird ers,
    ui.

    lyrik schlummert in jeder seel.

    ist sprache für alle.
    von allen.
    die wenige sprechen.
    schon immer.
    immer.

    schlicht wie ein kiesel.

    rar wie ein reh.

    ohn unterlass.

    nie religiös.

    nur weil die religionen leiden okkupierten...
    pah!

    lyrik ist jesus?

    hm.

    n?.

    heimlicher.

    kies harken ist schön.

    warum?

    weil das wort "harken" schön ist.

    lyrik also eine verliebtheit.

    nicht in sich.

    eher: an und pfirsich!

    schalten sie wieder ein, wenn sie paul sagen hören:
    fischfischfisch.

    schätze, das wird achtens werden.

    muß aba nit...

    noch fragen?

    gerne.

    aba jammern sie nicht, wenn blutflecken im weißen laken.

    gar schuppen.

    neuntens:
    (außer acht)

    lyrik hat einen quell.

    klar.

    mag hunger, durst oder sehnsucht sein.

    hier dürfen durchaus psychologen gefragt werden.

    hihi, viel spass noch... .

    sagen wir mal,
    um den psychologen was zu DENKEN zu geben,
    nach über.

    ?bermut.

    nein, nicht über-mensch.
    gott spielt eine andere geige.


    über - schönheit...


    über allen sinnen schwebt -
    ein schwan!
    pantherschwanfischzwiebel.

    auch kakerlake.
    blut auf weißem (kaker-)laken.

    noch was?

    ach ja.

    zen!

    zentens:

    hab ich vergessen...

    achtundvierzig:

    lyrik ist frei.

    frei wie ein vogel, sagt man.
    aber wehe dem, der dabei gleich an adler dächte.
    mag auch ne taube sein.
    raben haben eine sonderrolle.
    notfalls tuns a-meisen.
    gerne auch b.

    707:

    wahn sei impliziert.
    hier der schlüssel zum wagemut.
    also alles ein kreis.
    nehmen wir,
    angenommen es wäre karne-val,
    eine luftschlange:
    ein kreis, in den wir reinpusten.
    schon haben wir den salat.
    oder eben eine spirale.
    dns.
    wer lesen kann, der lass es.
    wer nicht, der übe.

    achttausendneunundvierzig:

    plasteraben krähen nit.
    ergo:
    phantasie!
    lasset all die schäflein in phantasias schloß einkehren.
    gibt lecker essen.

    hier folgt, ob der erschöpfung, eine längere pause.

    achttausendfuffzich:

    MUMPITZ!

    eine trillion

    da wir das thema psychologie bereits unter neun abarbeiteten,
    können wir hier leider nicht meer von ventil sprechen.
    so sagen wir einfach, wie es ist:
    ein engel umarmt den blauen mond!

    zu guter letzt:

    liebe.

    ultima-tiefe univer-seele liebe!

    noch was?

    n?.


    auto-r.
    komisches wort.
    vehikel... .
    ich geh zu fuß!


    kriechekrabbel,
    winde mich.
    fürchtenix wie
    obelix...


    ach, wenn die himmel nit wären...


    was wäre über-haupt (caput)?
    was währt?
    achja, die himmel!
    ergo: lyrik sind himmel!
    hamwas doch.
    dacht schon, es sei sonstwas...


    schwanger einhergehen

    lustwandeln

    ein bild gefällig?
    gerne.
    der dichter ist auch für sie dada!
    augen zu und:
    ein blutender schwan, der durch die weite steppe sibiriens hechelt -
    es ist winter!

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    gedichte, trotzdem.

    die geschichte erzählt sich
    von selbst
    ohne mein zutun,
    auch ohne mich;
    ich verschwinde schon
    in einem satz
    gerade hier
    & jetzt
    ists kalt draussen
    & drinnen
    lässt mich alle sch?nheit
    kalt
    & müde bin ich
    der wahrheiten, der
    immerewiggleichen:
    sie gehören auf den grabstein,
    den unverrückbaren,
    den es vor langer zeit noch
    auf zum gipfel gab
    zu rollen.
    jetzt ruht hier in frieden
    sisyphos.
    was sage ich?
    wie kann ich
    ohne diesen stein
    ein haus bauen?
    woraus denn?
    ich atme
    ein & aus & ein-
    mal noch & noch einmal
    ohne stimme
    & ohne echo
    sagen wie es ist
    den schritt ins bodenlose
    zu tun, trotzdem.
    & trotzdem nicht fallen.

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    Beim Schreiben von Lyrik geht es mir meistens so:

    Es ist ein riesengroßes Bild im Kopf mit allen möglichen unwichtigen Einzelheiten. Ich male das, was mir wichtig erscheint. Dann ist das Bild aber immer noch viel zu groß. Ich nehme die Schere und schneide alles ab, was man sich schöner in Gedanken malen kann. Am Schluss lese ich's und frage mich, ob man nun überhaupt noch was erkennt. Und was der Leser hineinmalt. Ich stelle es also zu den Wolkensteinern ins Forum (und, zugegeben, auch in andere) und lasse mich überraschen. Die können mir dann alles erzählen, und ich glaub's.

    --> grad fällt mir ein, dass das nur bei deutscher Lyrik so ist. Bei englischen Gedichten schneide ich nicht so viel ab. Vielleicht sollte ich nicht so viel abschneiden...

    Beim Lesen von Lyrik bin ich die typische Hausfrauenleserin, obwohl ich gar keine Hausfrau bin. Mir gefällt das Gedicht, von dem ich mich verstanden fühle.

    Lene

  12. #12
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    AW: was bedeutet für euch lyrik?

    möchte nicht unterbrechen, muß! nur sagen, daß ich so gerne gerade unter euch bin. es geht mir einfach das herz auf bei jedem einzelnen von euch. ist großartig, was ihr alle! schreibt und "mirfehltdaswortdafür" für die nächsten jahre. danke. und bitte: weiter. beine übereinander schlagen. schweigen. dennoch. trotzdem, Jones. malen und schneiden, Lenchen. wahn. schwanger und so unendlich viel meer, Paul. verschwende auch du Lester: uns beschenkst du, vergiß nicht.

  13. #13
    Tochter aus gutem Hause
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    killerworte

    wörter, die ich in gedichten nicht lesen möchte - und selbst hinfort vermeiden werde:

    geist
    gedanke
    schwer
    blau
    seele
    freiheit
    tod
    unsterblich
    liebe
    schmerz
    ehre
    wille
    hoffnung
    usw.


    dann wörter des kalibers:

    gesellschaftsvertrag
    nationalhymne
    arztgeheimnis
    wählerstromanalyse
    ...

    aber das ist eh klar;

    schliesslich, nicht zu reden von:

    überdies
    nichts desto trotz
    ausserdem
    mitnichten
    usw., usw.



    hingegen hätt ich gern mal ein schlüssiges gedicht über

    den unglücksraben
    die wäschespinne
    den teufelskreis
    das gnadenbrot


    gruss

    eule.

  14. #14
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    killerworte

    da können wir uns die hand geben, Eule

    nur deine wunschwörter - da würde mir nie ein gedicht dazu einfallen - weißt schon, hoffnungsloser optimist. die würden bei mir vermutlich mutieren zu jack in the box, nornen, mutnarrentum und relaunch.
    gnadenbrot - nee, da geh ich lieber zu den grauen pantern, wenns soweit ist, oder werde sone portugieserhutträgerin, die schwarz vorm haus mit den andern schwarzen in der sonne sitzt.
    wäschespinne - ahhh! nix wie weg. die wäsche leg ich auf den kachelofen oder häng sie über die tür. da ist sie gleich trocken und glatt.
    unglücksrabe ist in sich selffulfilling programmierung. da programmier ich lieber um.
    teufelskreis reizt eh nur meinen ausbruchsgedanken, wär mir davon aber noch der entzündlichste startschuß für kreativität.

  15. #15
    Kurzvormabschussiger
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    Exclamation Lyrik als seltsames Wesen

    Die Sonne war noch warm, doch erleuchtete sie kaum mehr die Erde; wie eine Fackel vor gigantischen Gewölben diese nur mehr mit einem schwachen Schimmer beleuchtet, so warf auch die Sonne, irdische Fackel aus ihrem Feuerkörper einen letzten und schwachen Schein, der aber gerade noch die grünen Blätter der Bäume, die kleinen verwelkenden Blumen und die gigantischen Eichen erkennen ließ. Der Wind frischte auf, das heißt, eine leichte Brise bewegte die Blätter der Bäume, die raschelten wie die silbernen Wasser des Baches, der zu meinen Füßen floß. Die Farnkräuter krümmten ihre grüne Stirn im Wind. Ich duselte ein, nachdem ich dem Bachwasser reichlich zugesprochen hatte.

    Rimbaud mit 10 Jahren. Da kriegst die Krise.

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    Exclamation Lyrik als seltsames Wesen

    die lyrik ist ein seltsames wesen. in dem augenblick wo ich dies hier schreibe, bin ich schon ein klugscheisser oder ich rede wahr. es gibt nur diese beiden möglichkeiten. ein gedicht hat auch immer zwei seiten: wie es tatsächlich dort steht und wie es wirkt. dieser gedanke ist gar nicht mal zu unterschätzen, es gilt ihn zu bedenken. durch sie kann die nacht blauer erscheinen. man kann in ihr zergehen, in sie eintauchen. sie kann ein lebendiges wesen sein. sie kann lieben, lügen, leiden und lachen. sie macht einen betroffen, sie regt zum nachdenken an. sie öffnet sich, sie verschließt sich. sie unterwirft sich trends und diversesten aspekten in der literaturgeschichte. sie gaukelt vor oder sie spricht wahr. manchmal ist sie blass wie ein morphiumgesicht und manchmal rosig, gesund wie ein kleines mädchen wenn es ein rad schlägt. sie ist rot, schwarz, grün, gelb, weiß und blau. sie zieht an und stößt ab. sie ist seele, herzklopfen. sie ist manchmal der erste gedanke am morgen und der letzte am abend. lyrik ist borniert, eitel und fett. lyrik ist zart, rein und weise. lyrik ist blume, grabstein und sonne, mond & sterne. sie ist nichts und alles. ein lyriker ist nichts und alles. er schreibt entweder sein alles oder nichts. eigentlich kann man sie gar nicht kritisieren und eigentlich sollte man es. sie ist warm, sie ist kalt. man versteht sie, man versteht sie nicht. ist es tag oder nacht?

    das wort ist die denke im kettenhemd. die zeit, dies getüm, poltert von unten an unser rot. ich weiß doch: nur eine sonne braucht die blume, nur die guten schmiede kommen in den himmel. so bringe ihm pferd und er bringt dir eisen. so gebe erde, dunkel und feucht. sei ehrlich, sei mutig, sei w a h r h a f t i g.

  17. #17
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    Schön gesagt, nihel (Richard).


    till möchte einen text über den unglücksraben, ich einen über die rabenmutter. und heute krächzte eine elster im schnee. das war kein übles bild. ich frug mich, wem sie wohl etwas gestohlen hatte.

    ste, den rimbaud-text kann ich nur partiell mögen. da schwappt doch vieles durcheinander. wer weiß schon, mit wem der knabe den nachmittag verbrachte und jetzt nachäfft. das aber könnte und kann mitunter schon der anfang von etwas sein.

    für mich ist lyrik eher ausdruck von traurigkeit. die lustigen gedichte langweilen mich endlos. andererseits aber kann ich ernste witze nun gar nicht leiden, doch sollten die nicht versuchen, lyrische formen anzunehmen.
    meine lieblingsgattung allerdings ist das drama. da lebe ich richtig auf, ein dramatisches gedicht wie der "wallenstein" beispielsweise läßt mich die größe des menschen in allem tun und lassen erahnen, und ich kann gar nicht verstehen, daß schiller da überhaupt überlegte, dat ding in prosa zu schreiben.

  18. #18
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    zwote annäherung

    jau, äußerst schön, nihel (Richard) - wobei mich dein nam immer an nihil erinnert, aber das nur nebenbeiobst.
    ein wort fehlt noch, wenn ich mich besinn, neben lust und last: die leidenschaft!
    sucht und besessen mögen andere wege einschlagen, aber leidenschaft, womöglich in kombination mit unstillbarer sehnsucht -

    eine kleine vision, eine kleine utopie seien hübsches rankwerk, wilder wein... -
    leidenschaft aber wie brot, wasser, erde, zwiebel -
    fisch, wenn man will... -
    urtum.
    sprachtum.
    quell!

    sie fühlen sich zur falschen zeit am falschen ort?
    oh, mir deucht sie sind lyriker.
    und doch:
    am zahn der zeit.
    sagen wir ein mit ein wenig abstand betrachtetender.
    entrückt... .
    und doch mitten in der pfütze watend.
    gar noch wild darin hüpfend,
    weil das plitschplatsch klingt so schön... -
    kind?
    auch!
    (ob8 sei hier mit dem wort naiv geboten...).

    gestern sagte ich zu einem freunde,
    die kunst ist ein schwert.
    zweischneidig so oder so.
    dada sind wir uns wohl einig.
    man kann damit fuchteln,
    kämpfen oder
    harakiri.
    (IMMERHIN, es schimmert schön im mondenschein...)

    hier verfall ich erst einmal wieder ins grübeln...

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    mein schwerer wintermantel möge auch dich wärmen!

    mfg, nihel (Richard)

  20. #20
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    ja da sitz auch ich warm und an euch geschmiegt.

    mir ist lyrik ein kleinod, eine preziose, eine vignette, ein edelstein der sich aus fremdem in meine herzschatztruhe bohrt und dort tief fällt. von der schönheit eines verses kann ich zwei wochen leben. er trägt. die nähe von schönheit und traurigkeit verbindet sich über die tränen. da kann ein lustiges nicht mit. nicht so leicht. doch im realen leid sinds auch nicht die kindertotenlieder, die man hören kann. da ists vielleicht mozart und auch diese gedichte gibt es. die schweres vergessen machen. diesen dienst an den menschen. dieser nichtgedanke geschenkt für eine kurze weile.

    die inhalte sind vielleicht austauschbar - ganz sicher sind sie das, denn in verschiedenen phasen empfinde ich verschiedenes als schön.
    dauerhafte schönheit sehe ich aber in der kunst, darunter verstehe ich das nichtmehrsichtbare handwerk. das dem ganzen dienende aller noch so winzigen details. in sich zu stimmen. das läßt sich nicht für jedes gedicht gleich lauten. das muß dem eigenen eben dieses gedichts folgen.

    sehe ich ein neues gedicht, so vergesse ich alle bisherigen. ich schaue nur dieses. ob es sich selbst erfüllt oder nicht. ob es substanz hat, oder nicht. es gibt viele "als-ob" gedichte. die sehen so aus wie gedichte, haben auch schöne wörter, sind vielleicht in einer anerkannten form - und dennoch steht nichts darin. luft. oder vakuum. da dient jedes element nur sich. nicht den anderen. dadurch ist es "als-ob".
    und es gibt gedichte, die bedienen meine sinne, weil sie brückenwärter einbauen. wenn ich aber die absicht merke, bin ich verstimmt und heiße dieses gemachte kitsch. es reitet auf meinen sinnennerven herum. es geht ihm aber nur um den effekt im affekt.
    und dann kommt eins und es funkelt ganz absichtslos und ich sehe ihm beim funkeln zu und vergesse alles andere. die kann man überhaupt nicht erklären, denen kommt man auch nie mit handwerklichen erklärungen bei. ob es sich aber um ein solches handelt, erkennt man nur, sobald man sich mit allem handwerk die zähne daran ausgebissen hat. mit diesem besonderen pokern alle, die ihre gedichte nicht erklärt sehen wollen. aber es ist gerade umgekehrt: erst die hilflosen erklärungssuchen zeigen diese besondere resistenz. erst in der feuerprobe der erfolglosen interpretation beweist sich diese besondere qualität.

  21. #21
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    sehe ich ein neues gedicht, so vergesse ich alle bisherigen.
    ja, so ließe sich ein gutes, wahres gedicht vielleicht beschreiben:
    als das gedicht, welches ganz für sich allein stehen kann, ohne beine, ohne boden, und welches seinen leser alle anderen gedichte, alle außer diesem einen, vergessen lässt - als wären all die anderen enthalten in diesem.

  22. #22
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    ich als nichtlyriker habe lyrik eigentlich erst durch dieses forum kennen und lieben gelernt.
    selbst schreibe ich keine und bin eigentlich auch nicht sehr empfänglich und ich weiß auch warum. all eure beschreibungen bringen mich zu einer erkenntnis, die ich aber schon lange von mir selbst habe.
    ich bin ein sehr rationaler mensch, andererseits auch wieder sehr emotional. mir fehlt jedoch die fähigkeit, gefühle mit wenig worten in eine form zu bringen. jedesmal, wenn ich es versucht habe, sagte ich mir: "das ist doch total schnulzig" oder "sowas kann man doch nicht schreiben", obwohl es dinge waren, die aus meinem tiefsten inneren kamen. ich lasse solche offenen gefühlsausdrücke aber nicht zu, ich habe für mich entschieden, meine gefühle zu steuern und nach außen meinen verstand darüber zu stellen. das mag für einige jetzt kalt oder auch cool klingen, mag sein. aber so ist es. mir persönlich bedeutet lyrik also eigentlich nichts. und dennoch werde ich hier oft überrascht, verfange ich mich in ein gedicht, versuche, hinter die bilder zu schauen, bekomme eine gänsehaut oder einfach ein merkwürdiges gefühl von weite, ungreifbarkeit und dann wieder nähe. versteht das einer?

    nun ja, ich mag unsere dichter hier, ich bewundere die art, wie sie das leben in diesen kleinen bildern zum ausdruck bringen, wie sie den leser damit berühren oder in verwunderung bringen können. ja.

  23. #23
    Tochter aus gutem Hause
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    Smile AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    das hast du schön gesagt, Jones.
    und die durch dich aufgerissene parralele zum einzig geliebten menschen bringt mich weiter zu der aussage, daß es eine form von liebe sein muß, die ein gedicht in einem weckt: man verliebt sich darein, liest es, legt es weg, liest es. verwächst mit ihm. hier ist auch der sitz der leidenschaft. es erkaltet nicht, auch in der wiederholung nicht.

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Smile AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    Für Paul ist Lyrik Leidenschaft. Ich sage darauf: Leiden schafft. Gutes und Schlechtes. Aber ohne Leidenschaft wäre das Leben doch langweilig. Ohne Langeweile dagegen kann auch keine Höhe erklommen sein. Ruhephasen gibt es in jedem Gedicht, bei jeder Leidenschaft. Lyrik verdichtet beides gleichermaßen, denke ich, damit sie erfahrbar wird.

  25. #25
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    AW: Das seltsame Wesen der Lyrik

    Aus einem mir nicht näher bekannten grund mußte ich in den letzten tagen darüber nachdenken, was lyrik vermag. aber halt, das ist ja nicht die fragestellung. was sie bedeutet, soll beantwortet sein.


    ich glaube, sie bedeutet vor allem denjenigen, der sie schreibt, sie zeigt auf ihn und sagt der welt: da ist einer, der will die welt verbessern. ein poetisches gefühl ist noch immer daran geknüpft, an diesen idealismus, die wlet ein bißchen besser zu machen - und sei es nur, indem man sich selbst besser, will heißen seinen gefühlen und gedanken gemäß ordnet.

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