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Thema: Radbruch, Schützen, Gewissen, Scharfrichter

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Radbruch, Schützen, Gewissen, Scharfrichter

    Das Gewissen und das Feld juristischer Argumentation

    1. Zwei Zitate: Radbruchs maximaler Rechtspositivismus versus Radbruchsche Formel

    Wie lässt sich gesetztes Recht begründen? Wie kann man jemanden von der Gültigkeit gesetzten Rechtes überzeugen? Zwei Aussagen, eine sehr kurz, eine sehr lang, liefern unterschiedliche Antworten

    ¨ „Wer Recht durchzusetzen vermag, beweist damit, dass er Recht zu setzen berufen ist.“

    ¨ „Der Konflikt zwischen der Gerechtigkeit und der Rechtssicherheit dürfte dahin zu lösen sein, dass das positive, durch Satzung und Macht gesicherte Recht auch dann den Vorrang hat, wenn es inhaltlich ungerecht und unzweckmäßig ist.

    Es sei denn, dass der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht,
    dass das Gesetz als "unrichtiges Recht" der Gerechtigkeit zu weichen hat.

    "Es ist (oft; ww) unmöglich, eine schärfere (= präzise; ww) Linie zu ziehen zwischen den Fällen des gesetzlichen Unrechts und den trotz unrichtigen Inhalts dennoch geltenden Gesetzen; eine andere Grenzziehung aber kann mit aller Schärfe vorgenommen werden:

    [Aber; ww]: Wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewußt verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur "unrichtiges" Recht, vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur.

    Denn man kann Recht, auch positives Recht, gar nicht anders definieren als eine Ordnung und Satzung, die ihrem Sinne nach bestimmt ist, der Gerechtigkeit zu dienen..“ [Radbruch, SJZ 1946, S. 105 ff (107)]



    Gorgonenhaupt, Medusa

    Das letzte Zitat aus dem Jahr 1946 ist als die sogenannte "Radbruchsche Unerträglichkeits-Formel" (manchmal auch "Unverträglichkeitsformel") bekannt. Aber auch das erste Zitat stammt von Gustav Radbruch, und zwar aus der 3. Auflage seiner "Rechtsphilosophie" von 1932. Und so ist erkennbar, dass die Rechtsphilosophie keineswegs eine klare Disziplin mit klaren Normen ist.

    2. Positives Recht und überpositives Recht (Naturrecht, Gewissen, moralisches Bewusstsein)

    Die Zitate drücken zwei gegensätzliche Standpunkte aus:

    Der erste Satz formuliert latent von einem positivistischen Rechtsbegriff aus: Danach gelten Rechtsnormen unabhängig von ihrem Inhalt, wenn und weil sie von einer durchsetzungsfähigen Macht gesetzt sind. Mancher Jurist fühlt sich an eine Äußerung des wohl berühmtesten deutschsprachigen Vertreters des Rechtspositivismus erinnert. Auf die "ewige Frage, was hinter dem positiven Recht steht", meint Kelsen:

    "Wer die Antwort sucht, der findet, fürchte ich, nicht die absolute Wahrheit einer Metaphysik (oder Religion; ww) noch die absolute Geltung eines Naturrechts. Wer den Schleier hebt und sein Auge nicht schließt, dem starrt das Gorgonenhaupt der Macht entgegen."

    Recht ist in dieser Perspektive das, was eine mächtige Instanz durchzusetzen vermag. Und die erfolgte Durchsetzung macht sie bis zu einem gewissen Grad zu einer "legitimen" oder besser "legitimierenden" Instanz.

    Die Radbruchsche Formel dagegen stellt das positive Recht unter einen Geltungsvorbehalt:

    · Bei krassen Verstößen gegen die Gerechtigkeit werden Gesetze zu Nicht-Recht. Sie können keine rechtliche Geltung und keinen Rechtsgehorsam beanspruchen. Sie pervertieren zu nackter gewalttätiger Nötigung, oder, wie bereits Augustinus sagt:
    · Ein Staat mit absolut inhumanen Gesetzen unterscheidet sich nicht von einer Räuberbande und ihrem Codex.
    · Und - so können wir ergänzen - die Rechtsvorstellungen einer Räuberbande können keinen Anspruch auf Rechtsverbindlichkeit erheben.


    Die rechtliche, insbesondere die strafrechtliche Aufarbeitung der Vergangenheit eines Unrechtsregimes steht nun vor folgendem Dilemma:

    Vertreter eines strikt positivistischen Rechtsbegriffs müssen auch rechtsstaatswidrige Gesetze eines Unrechtsstaates als Recht anerkennen, sofern sie den Erzeugungsregeln der betreffenden Rechtsordnung genügen. Man kann allenfalls darüber streiten, ob und inwieweit die damaligen Rechtsnormen im Rahmen des möglichen Wortsinns "gerecht" ausgelegt wurden. Ob also die staatliche Praxis von ihrem eigenen positiven Recht abwich und somit "eigentlich" Unrecht war. Solche Überprüfungen können sehr schwierig sein.

    Demgegenüber bietet die Radbruchsche Formel gewisse Vorteile. Sie vermeidet die Schwierigkeit, über den genauen Inhalt der fremden Rechtsordnung spekulieren zu müssen und in haarspalterische Argumentationen einzutreten. Sie scheint vor allem das Rückwirkungsverbot nicht zu verletzen.

    · Denn (a) setzt sie eine weniger massive Rechtsverletzung als tolerabel an.
    · Und (b) bei massiven Rechtsverletzungen betont sie, der Inhalt des übergesetzlichen, sozusagen überzeitlichen Rechts hat bereits zur Tatzeit gegolten, nur nicht in „positivierter“ Form.
    · Die mit dem übergesetzlichen Recht krass unvereinbaren Rechtfertigungsnormen waren - so gesehen - schon zur Tatzeit nicht gültig.

    3. Wie stichhaltig ist die Schuld-Argumentation auf Basis der Radbruchschen Formel?

    Werden die Täter unter Rückgriff auf die Radbruchsche Formel wirklich "gerecht" behandelt?


    • Für sie ist das nachträgliche Kippen der zum Tatzeitpunkt verbürgten Straffreiheit wohl kaum voraussehbar gewesen. Wer hätte geglaubt, dass die DDR fällt und dann ein anderes Rechtssystem gelten würde?

    Und selbst wenn damit zu rechnen war: Im Grunde wurde in der DDR-Praxis ein Allgemeingut höher bewertet als ein individuelles Recht auf Freizügigkeit.


    • Somit konnte wohl die rigide Behandlung von Grenzüberschreitungen als "gerecht" empfunden werden.


    Außerdem gilt wohl so etwas wie die "normative Kraft des Faktischen" und die Relativität der Rechtsvorstellungen:


    • Jede Rechtspraxis - auch die der DDR - setzt mit ihrem Belobigungs- und Bestrafungssystem bestimmte Rechtsnormen als verbindlich oder erschafft sie. Für den normalen Bürger ist ihre Abweichung von Sinn und Wortlaut der Gesetze kaum erkennbar.


    o Auch sind wohl gewisse Rechtsnormen erst in der Geschichte entstanden: Es mag einmal als gerecht gegolten haben, Sklaven zu halten und ihnen bestimmte Rechte nicht zu gewähren. Dann gab es einen Zeitpunkt, von dem an dies als Verbrechen angesehen wurde.
    o Umgekehrt ist es vielleicht möglich, dass sich in einer Gesellschaft, die auf Sklaven verzichtet hat, doch wieder der Gedanke durchsetzt, es sei gerechtfertigt, Sklaven zu halten.
    Also ist nicht davon auszugehen, dass es ein überzeitliches, in Grundzügen einheitliches Recht fraglos geben könnte.

    Selbst wenn man all diese Argumente für schwach hält: Zumindest ist wohl - juristisch gesprochen - bei vielen DDR-Bürgern und den Mauerschützen ein "Verbotsirrtum" anzusetzen. Zur Erinnerung, § 17 StGB lautet:

    Fehlt dem Täter bei Begehung der Tat die Einsicht, Unrecht zu tun,
    so handelt er ohne Schuld, wenn er diesen Irrtum nicht vermeiden konnte.

    4. Der konkrete Fall: Chris Gueffroy (Spiegelartikel vom 09.09.1991)

    4.1 Anklage

    Vor der 23. Strafkammer des Landgerichts Berlin müssen sich seit dem 2. September der zur Tatzeit 24 Jahre alte Elektromontierer Andreas Kühnpast, der gleichaltrige Melker und Rinderzüchter Peter Schmett, der Fräser Mike Schmidt, zur Tatzeit ebenfalls 24, und der um ein Jahr jüngere Elektromonteur Ingo Heinrich verantworten. Sie verhinderten in der Nacht zum 6. Februar 1989 mit tödlichem Ausgang im Berliner Stadtteil Treptow zwischen Britzer Allee und Straße 16 einen der letzten Fluchtversuche.
    Dem 20jährigen Kellner Chris Gueffroy zerriß eine Kugel aus einer Kalaschnikow der Grenzsoldaten das Herz - möglicherweise als er und sein gleichaltriger Freund Christian Gaudian den Fluchtversuch bereits aufgegeben hatten, von in unmittelbarer Nähe einschlagenden Kugeln bedroht, und als sie abwartend am letzten Hindernis, einem Metallgitterzaun, verharrten.

    Gaudian wurde am Fuß verletzt und später vor Gericht gestellt. Am 20. Mai 1989, fünf Monate vor dem Fall der Mauer, unnachsichtig bis zuletzt, urteilte die Strafkammer des Stadtbezirksgerichts Berlin-Pankow: "Das Verhalten des Angeklagten ist in massiver Weise gegen die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit an der Staatsgrenze der DDR gerichtet . . ." Zum "Schutz der Interessen der Gesellschaft und zur nachhaltigen erzieherischen Einwirkung" sei eine Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts im schweren Fall angebracht.
    Den vier Angeklagten wird nun vorgeworfen, einen Menschen getötet zu haben, ohne Mörder zu sein. Sie bringen vor, so gehandelt zu haben, wie man es ihnen befahl und von ihnen erwartete. Die "Grenzverletzer" - bei mehr als einem handelte es sich nach Paragraph 213 Strafgesetzbuch der DDR um einen schweren Fall - hätten nicht auf Zurufe und Warnschüsse reagiert; die Waffe sei anzuwenden gewesen.
    Der Vorsitzende fragt: "Ist Ihnen gesagt worden, Sie sollen auf die Beine zielen?" Der Zugführer, antwortet der Angeklagte Schmett, habe empfohlen: "Da mußte halt druffhalten". Und auf den Einwand hin, daß er das nicht könne, habe ihn der beruhigt und gemeint: "Das wird dann schon geregelt werden."

    4.2 Dozieren

    Der Scharfrichter, doziert Rechtsanwalt Rolf Bossi aus München am Ende des ersten Verhandlungstages vor Millionen von Fernsehzuschauern - würde der Scharfrichter zu prüfen haben, ob das Todesurteil, das er vollstrecken soll, auch einen wirklich Schuldigen trifft, so würde ja er und nicht das Gericht letztlich über den Vollzug entscheiden. Das Bild des Scharfrichters gefällt Bossi. Er verwendet es auch im Gerichtssaal.
    Dr. Theodor Seidel, 60, Vorsitzender Richter im ersten Strafverfahren gegen vier "Mauerschützen" in Berlin, verbirgt nicht sein Entsetzen: "Wollen Sie sagen, der Soldat hat schlechthin auszuführen und nicht zu fragen? Fordern Sie einen Zustand wie vor 1945? Wollen Sie einen solchen Standpunkt dem Gericht anbieten? Nicht einmal in der DDR war bedingungsloser Gehorsam gefordert!"

    Bossis vielleicht peinlicher Vergleich mit dem Scharfrichter ist sicher nicht ganz falsch. Es trifft - allenfalls - so weit, als von den einfachen Soldaten, die an der "Staatsgrenze West" der untergegangenen DDR Dienst taten, rechterdings nicht zu verlangen war, daß sie den Schießbefehl eigenständig auf seine Vereinbarkeit mit dem Grenzgesetz der DDR hätten überprüfen müssen, bevor sie gehorchten. Und Richter aus dem Westen machen es sich oft leicht, wenn sie solche Fragen stellen: "Haben Sie denn nicht . . .?
    Hätten die Grenzsoldaten die Gesetze ihres Landes am Maßstab des Völkerrechts messen, mit den fundamentalen Grundsätzen von Recht und Menschlichkeit vergleichen und Unrecht erkennen können, wie es das Berliner Kammergericht forderte, "jedenfalls bei entsprechender Anspannung des Gewissens"? Über die Grenzen der Verbindlichkeit von Gesetzen, die nicht die unsrigen sind, läßt sich, vor allem im nachhinein, trefflich spekulieren.

    4.3 Gewissen

    Tief im Innern ihres Herzens mögen die Angeklagten manches für falsch gehalten haben, was ihnen eingetrichtert wurde. Es mag da eine Stimme des Gewissens gesagt haben, das Schießen sei eine ungerechte, eine schlimme Tat. Sie mögen widerstrebend gehorcht haben. Doch so einfach war es mit der Gehorsamsverweigerung in der ehemaligen DDR doch wohl nicht, wie es der Vorsitzende Richter darstellte. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war am 29. August 1991 der Bericht des Autors Eugen Ruge abgedruckt, der 1973 an der innerdeutschen Grenze seine Wehrpflicht ableistete. Darin heißt es: " Natürlich weiß ich es heute besser. Es wäre wohl richtig gewesen, ich hätte mich damals als Bausoldat gemeldet - das war gewissermaßen die Wehrdienstverweigerung der DDR. Man trug zwar Uniform, man baute auch an militärischen Objekten herum, aber man trug keine Waffe. Ich habe das nicht getan. Warum? Mancher wird sagen: Die Ausreden kommen mir doch bekannt vor: Die Erziehung in der Schule. Die Angst. Die "vermasselte" Zukunft." Nein, in der DDR wurde man nicht einmal gleich ins KZ geschickt, wie unter Hitler und Stalin, das ist wahr, und das soll wahr bleiben. Die "falsche" Meinung war noch nicht lebensgefährlich. Aber wer es nicht erlebt hat, der kann sich kaum vorstellen, wie es ist, wenn alle um einen herum behaupten, daß das Quadrat rund ist. Und man sieht, das Ding ist viereckig. Aber sollten sie alle unrecht haben, die Lehrer, die Direktoren, die Professoren, die Staatsmänner? Und ich habe recht? Das kann doch nicht . . . Und schließlich ging es ja nicht um Quadrate. Sei das Quadrat nun rund oder nicht rund, aber das Große und Ganze, der soziale Fortschritt, der Weltfrieden - war man etwa gegen den Weltfrieden? Um Gottes willen, scheiß auf das Quadrat."
    Außerdem gab es das gefürchtete Militärgefängnis Schwedt. Es gab einschüchternde, lähmende Gerüchte. Keiner traute dem anderen. Niemand redete offen. Es wurde gemunkelt, daß aus Schwedt noch keiner als normaler Mensch wieder herausgekommen sei. Daß dort mit den schlimmsten Mißhandlungen zu rechnen sei. Es wurde gemunkelt, was mit denen geschehe, die sich widersetzten.

    Hätte man ihnen gesagt, sie, die jungen Wehrpflichtigen, seien moderne "Scharfrichter", die für den Staat zu töten haben - sie hätten wohl verweigert. Sie hätten wahrscheinlich nie geschossen. "Ich wollte niemanden töten. Ich wollte Leben schonen", sagt ein Angeklagter. Sinnlose Befehle hätte er verweigert. Einen Kameraden zum Beispiel hätte er nicht zusammengeschlagen, selbst wenn man es ihm befohlen hätte. "Grundlos" hätte er so etwas nie getan.
    Aber die Grenze gegen Staatsfeinde zu verteidigen - dafür gab es Gründe. Es hieß, die Grenztruppen hätten ihr Land zu schützen, "wie jede Armee auf der Welt". Sie täten Dienst am "antifaschistischen Schutzwall". Sie kämpften für die neue, bessere, sozialistische Gesellschaft. Der Kapitalismus sei der Feind. Nur "Asis", Kriminelle, Verbrecher und Verräter, die gegen die Gesetze verstoßen haben, machten sich illegal davon, nicht aber "normale" Menschen.
    "Ich habe schon gewußt, daß die Grenzverletzer meist irgendwelche Konflikte hatten", sagt einer der Angeklagten, "doch ich bin von mir ausgegangen. Wegen persönlicher Konflikte kann man doch nicht solche kriminellen Sachen machen. Jeder hat doch gewußt, daß die Grenze kein Spielplatz ist."

  2. #2
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    AW: Radbruch, Schützen, Gewissen, Scharfrichter

    Keine leichten Fragen.

    Lohnt sich jedoch, darüber nachzudenken und "das Gewissen anzuspannen".

    Warum "damals" mehr auf die Befehlsempfänger als auf die Befehlenden geschaut wurde, habe ich nie wirklich verstanden.

    Vielleicht hätten die Angelegenheit damals eher vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt werden sollen.

    Doch die Rechtsordnung oberhalb nationaler Gesetzgebung kann nur als vorsätzliches Organisationsverschulden betrachtet werden.

    Niemand kann behaupten, er wisse nicht davon, dass es heute nur "umgekehrt" ist:

    "Damals" wurde erschossen, wer raus wollte.

    "Heute" wird draussen gelassen, wer leben wollte.

    Ob wir für unsere "Gesinnung" im Innen oder im Außen über Leichen gehen, ist immer davon abhängig, woran wir "glauben".

    Wollen die heutigen Politiker wirklich behaupten, sie wüssten nicht, wie viele Opfer die globale Diktatur der Medusen fordert?

    Recht und Gesetz müssen sich jedoch an den Kontext von Ursache und Wirkung orientieren und gegebenenfalls verändern.

    Da liegt der Hase im Pfeffer:

    Die Gorgonenhäupter hinter dem Staatssystem haben kein Interesse, eine "Rechtspflege" umsetzbar erscheinen zu lassen und so wird ein Organisationsverschulden wirksam, bei dem sich NICHT auf bewusste und selektive Unwissenheit herausgeredet werden kann.

    Hier war es der CSU-Zimmermann, der sich "vorübergehend für unzurechnungsfähig" erklären lassen konnte.

    Der ach so gesetzestreue Herr Helmut Kohl hat den Rechtsstaat gar komplett ausgesessen.

    Er hätte eine "Aussage" über die Herkunft der Geldkoffer kaum lange überlebt.

    Koffer oder Kugel heißt das internationale Spiel. Wie sollen da nationale Justizbehörden jemals eine Chance haben?

    Es gibt die Notwendigkeit, globale Rechtssicherheiten zu schaffen, die uns vor der Ungerechtigkeit schützen, den Planeten als Totalausfall beklagen zu müssen.

    Doch zahnlose globale Tiger haben keine Chance gegen die Gorgonenhäupter und Medusen.

    Nationale Rechtssysteme allein reichen nicht mehr aus. An den internationalen und globalen Rechtsnormen wäre zu arbeiten und zumindest ein Verursacherprinzip umzusetzen.

    Denn es ist nicht gerecht, die "Anden-Bauern" alleine für die Folgen haften zu lassen, die eine skrupellose, globale, kartellartige, kriminelle Vereinigung anrichtet.

    Daher hast du sicher recht, wenn das erreichte Maß an globaler Ungerechtigkeit dazu auffordert, alle bisherigen Verträge und Rechtsnormen als sittenwidrig anzusehen. Innerhaalb eines global sittenwidrigen Rahmens kann nationales Recht nur versagen. Das weiß jeder, der hier Verantwortung trägt.

    Doch wer will sich mit der globalen Geldmafia anlegen?

    Erst wenn "sie" so viele Schießbefehle erteilen müssten, dass ihnen die Hausangestellten und Bediensteten ausgehen, würde sich ihr Gewissen anspannen...

    Das Gewissen folgt dem Ego oder der Stimme des Gewissens. Beides zu vereinbaren, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

    Wenn die Wirkung der "Gesetzeslage" national wie international verheerende Ungerechtigkeiten in historisch gewachsenem Ausmaß abbilden, ist der Zeitkontext der jeweiligen Betrachtung ohnehin die entscheidende Richtgröße bei der "Schuldfrage".

    Ich meine: Warum wurden weder Kohl noch Honecker jemals "belangt"?

    Ach ja, wir sterben sofort, wenn wir ihnen ins Auge der Gier blicken...

    Nee, dafür sind es zu Wenige und die Anzahl der ungerecht Ausgesaugten ist viel zu groß.

    Wir sollten uns jedoch überlegen, wie globale Gerechtigkeit und nationale Rechtseigenständigkeit vereinbart werden könnten.

    Im Ergebnis ein globales Justizversagen auf allen Ebenen. Aber in der Türkei gibt es jetzt wohl auch wenig mutige Richter, Staatsanwälte, Rechtsvertreter. Oppositionelle oder. Journalisten.

    Ein globales Kartell kann nicht mit nationalen Mitteln und Gesetzen dazu gebracht werden, in den Spiegel zu schauen und damit in die eigenen Augen zu blicken...

    Ohne eine globale Interessen- und Rechtsvertretung ist keine Rechtssicherheit vor dem totalausfall des planetaren Lebenssystems zu erwarten.

    Es sei denn, wir beginnen, die Heiligkeit in jedem Menschen zu erkennen. Menschenrechte sind jedoch einer relativ wertorienterten Betrachtung gewichen.

    Die "Schiedsgerichte" gehen dahin, die Investoren vom Totalausfall des Planeten schon vorher freizusprechen und die sozialisierten Lasten nicht in einen Rückgriff auf die Verursacher münden zu lassen.

    "Hinterher" ist dieses Mal jedoch zu spät, um noch die Frage nach der "Anspannung des Gewissens" zu stellen.

    Woran sollten sich denn menschliche Gesetze orientieren?

    Ebenso wie beim Gewissen, ist es die Ausrichtung auf die Ewigkeit, die das einzig sichere Mittel anbietet, nicht Radbruch zu erleiden und zum Scharfrichter zu werden.

    Was nutzt es, wenn sich an die Gesetze gehalten wird und das Lebenssystem dennoch Schiffbruch erleiden würde?

    Ja, wer die Macht hat, uns tief in die Augen, aufs Handy und in den Rechner zu schauen, der blickt gleichfalls in einen tödlichen Abgrund, denkt er daran, was darauf folgen könnte, wird er hinter dem Opfer Staat erkannt und bekannt.

    Vor einer "französischen" Revolution gehen sie halt nicht nach Haus...

    "Sie" lernen nicht, sondern wollen einzig ihren Herrschaftanspruch über die Staatssysteme in die Zukunft fortschreiben.

    Jeder hat doch gewusst, dass das Ganze kein Spielplatz für Größenwahnsinnige ist, die sich das Recht auf Dauer kaufen können.

    Nee, mit bewusst gewählter Unwissenheit kommen sie bei ihrem eigenen Gewissen nicht mehr durch. Schon lange nicht...

    Sie hoffen, wenn sie wieder mit dem Kopf unter dem Arm in der Ewigkeit auftauchen, dass dies Vergebung erleichtern könnte. Dabei haben sie nur auf das Religionssystem gehört, dass ihre Vorfahren zur Beherrschung der Massen umgedeutet hatten...

    Globales Unrecht sucht eine Antwort...

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