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Thema: dahinter

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post dahinter

    hinter dem neonschnitt
    glaube ich an
    holz und
    erde

    und an die lieder der meere

    davor
    ein berg

    behütet vom flirren
    einer angenommenen angst

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dahinter

    das tät ich nach "berg" aufhören lassen, Paula

    die angenommene ist mir zu unklar, aber ohne daß ich ein wesentliches kippmoment darin sehen könnte:
    ist die angst übernommen von einem anderen oder ist sie nur eine vorgestellte, hypothetisch also. irgendwie macht der unterschied aber nichts aus, deshalb tragen für mich die letzten zwei zeilen nicht. oder zumindest "gletscher" statt "flirrenden", aber nur wenns bleiben müssen

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: dahinter

    nein, ala, dann würde die angenommene angst, die konstituierend für diesen text ist, fallen müssen. die angenommene angst ist thema. aber das ICH zerstört hier zu viel. beängstigender wäre dieser text ohne ICH.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dahinter

    könnten wir hier bitte ein wenig weiterdiskutieren?

    ich recherchiere grad zum 10.tor, dem sieg über furcht, zum einen.
    zum anderen weiß ich wenig über furcht.
    dieser text ist für mich sehr hilfreich, wenn ich wüßte, ob er eben eine angst thematisiert, die man von einem anderen annimmt und ihm damit abnimmt, oder ob es eine angst ist, die dadurch entsteht, daß man von etwas ausgeht, etwas annimmt, das gar nicht existiert.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    Exclamation annehmen

    beides, suz.
    eine angst, die man entgegen nimmt - ein "angstangebot" quasi (welches man eben nicht annehmen müsste)

    und eine vorstellung von angst, die aber eigentlich das gleiche ist, wie ersteres, bzw.ähnlich, da man ja auch dieser nicht unbedingt folgen muss.

    .


    wie stellst du dir denn den text ohne ich vor, aero?

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    Question AW: dahinter

    dann kann ich mir das so übertragen, daß
    das ich von sich weiß und an sich glaubt,

    dort aber nicht hinkann,
    weil ein berg davorsteht,

    welcher eigentlich kein hindernis ist,
    sondern selbst viel schutz braucht

    durch eine angst, die niemand haben muß
    die aber ein fremder oder das ich schürten

    und nun flirrt sie dort und beschützt den berg
    damit das ich nicht zu sich muß

    auf dem hindernisfrei begehbar
    kürzesten weg...


    ist das so richtig?

    dann wird das ich durch den berg geschützt, weil die angst um ihn und vor ihm die leichter nehmbare ist, als die angst, die das ich vor sich selbst hat?

    aber es glaubt doch an holz und erde, die sind doch beide gut, wovor fürchtet es sich da?

    ich verstehs noch immer nicht. ich kenne schon angst, die um der kinder willen, wie jede mutter, wenn ihnen konkrete gefahr droht. da hat mich das schicksal in der hand. aber vor mir selbst, vor holz und erde, selbst vor der sterblichen erde und dem verbrennenden holz - wie kann ich mich da fürchten?

    obwohl, der letzte schritt wäre dann, daß das ich nicht an sich glaubt, nicht glaubt, daß da holz und erde sind...

    paula, bitte entschuldige, wenn dir das zu viel ausformulieren ist, du mußt ja auch nicht weiter daruf eingehen, aber ich möchts für mich fasslich machen. sag mir, wenn du magst bitte, wo ich in gedanken falsch abgebogen bin :confused:

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: dahinter

    Leider entspann sich seinerzeit keine fruchtbare Diskussion, die dieser Text verdient.

    Susannas (ala) Einwand, den Text hinter "berg" aufhören zu lassen, teile ich nicht. Gerade das Angstmoment spielt doch die entscheidende Rolle, wirkt quasi durch dieses angenommene Wechselspiel aus Holz udn Erde, zwei durchaus substantiellen Basen des Daseins - Weltangst. Ist es nicht das Annehmen von Angst, das uns in sicheren Momenten nur kurzzeitig zu fehlen scheint, aber immer obwaltet? Wenn Angst nicht als Sicheres angenommen werden könnte, würden wir die zerdehnten Augenblicke des "berges" nicht empfinden. Flirrt Angst? Vielleicht. Wahrscheinlicher dagegen drängt sie - aus dem Tiefsten. Das Flirren ist dagegen eher jedweder Furcht eigentümlich, zerhackt, aber flirrend.

  8. #8
    andere-dimension
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    AW: dahinter

    in der mitte liegt die wahrheit. die letzten zeilen beibehalten...aber...

    ...und das hängt jetzt von der intention des autors ab:

    ist es die vermutete, die evtl. unbegründete angst...dann würde ich "angenommene" durch "gefühlte" ersetzen...denn gefühlt ist immer, ob berechtigt oder unberechtigt, auch wahrhaftig.
    ist mit "angenommene" gemeint, dass das ly-i die angst für sich annimmt...sich ihr stellt...dann würde ich "angenommene" durch "gelebte" ersetzen. beide möglichkeiten machen "einer" überflüssig.



    behütet vom flirren
    einer angenommenen angst

    behütet vom flirren
    gefühlter angst

    behütet vom flirren
    gelebter angst



    "und an die lieder der meere"

    und ist hier ebenfalls überflüssig

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: dahinter

    Fand dann doch noch ein paar Reaktionen, die 2008 denen von 2005 folgten. Schön. Das kennzeichnet Literatur, daß sie Fragen aufwirft, die überzeitlich sind resp. nicht zu einer Zeit vollumfänglich, wie dies unser Kanzer sagen würde, geklärt werden können.

    Nun hat sich auch AD2 gemeldet. Paula wird das eher nicht tun, befürchte ich. Jedenfalls nicht in Bälde.

    Gegen AD2s Einwand, daß Gefühle immer wahrhaftig seien, möchte ich entgegnen, daß Angst sehr wohl konstruiert sein kann und die mit ihre verbundenen Gefühle das dann auch ursächlich sind. Ich bin mir sogar ziemlich sicher: Gefühle entspringen zum Gutteil gesellschaftlichen Konventionen, sind Gemache. Das Fühlen von etwas ist keineswegs den Charakter des Menschen Erreichendes. Sie bleiben zu oft an der Oberfläche, beliebig abrufbar oder erzeugbar durch äußere Ereignisse. Funktioniert nicht so die Unterhaltungsindustrie?

    Das ICH also erreichen Gefühle selten, schon gar nicht in diesen Zeiten postmoderner Gefühlsduselei.

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: dahinter

    Das ist doch gerade das Schöne an der "angenommenen" Angst, dass sie, wie Paula sagte, beides sein kann. Und eben nicht wahrhaftig. Oder nach ADs Ansicht schon wahrhaftig, da gefühlt, aber nicht nach Lenes Ansicht, da nicht "unmittelbar".

  11. #11
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: dahinter

    Mit "wahrhaftig" meine ich, dass es für den Fühlenden selbst keinen Unterschied macht...woraus sich diese Angst rekrutiert. Ab dem Moment...wo ich das Gefühlte hinterfrage...ist das Gefühl schon wieder ein anderes. Man kann die Angst durch jedes andere Gefühl ersetzen. Wenn ich liebe, dann kann diese Liebe ja auch (von der Gegenseite) konstruiert sein, dennoch liebe ich.

  12. #12
    Kurzvormabschussiger
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    AW: dahinter

    Das freut mich, dass du "ich" schreibst. Ich fühle höchstwahrscheinlich anders als du. Ein "angenommenes" (in beiden Sinnen) Gefühl erlebe ich nicht als unmittelbar zu mir gehörig. Es kommt nicht aus meinem innersten Kern. Klar geht das auch mit der Liebe. Und woher das Gefühl kommt, macht einen Riesenunterschied für mich als Fühlende.

  13. #13
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: dahinter

    Glaubst Du denn immer zu wissen, zB wenn Du liebst, woher dieses Gefühl kommt?

  14. #14
    Kurzvormabschussiger
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    AW: dahinter

    irgendwie... hab ich glaub ich schon immer zumindest einen Verdacht

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