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Thema: ein fest

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post ein fest

    ein fest

    angetrieben von den gebrüdern
    glut und gier
    lädst du dir die schönheiten
    der letzten jahre
    auf deinen teppich

    die jüngste brut schluckt kugelblitze
    von deinen augen

    die ästheten
    verlassen den saal
    bevor erbrochenes verteilt wird

    jeder trinkt
    was nicht übrig bleiben will

    am ende des abends
    liegst du neben deinem geist -
    der schlachtbank des einfachen lebens

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: ein fest

    Der Inhalt erschlägt hier die Form. Das Hintergründige fehlt. Nun ja, ein Wutgedicht, nein, vielleicht eher eine Ohnmachtskaskade.

    Für Dich ein langer Text, der hier aber doch ein paar zusätzliche und Spannungen lösende Ergänzungen vertragen könnte. So wirkt manche Figur bloß als Klischee gesetzt. Du sollst jetzt keine Geschichten erzählen, aber vielleicht durch das eine oder andere Attribut die Richtung fürs Denken anzeigen.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    Lightbulb Hinweisschildbürger

    der (lebens)inhalt erschlägt hier den geist, lieber herr knorrowitsch.

    das ist eine beobachtete richtung. von mir.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: ein fest

    ist mir zu wenig und zu viel. die erste strophe, da ist die rede von denen gebrüdern, die antreiben, gekippt werden schönheiten auf den teppich, und...
    kein und. geht nicht weiter. bleibt alles liegen auf dem teppich. und ob letzterer fliegen kann, wird auch nicht gesagt. das ist mir zu wenig. der rest ist mir zu viel. zuviel, wenngleich ich sagen muss, dass da zeilen ins schwarze treffen gleichwohl:

    die ästheten
    verlassen den saal
    bevor erbrochenes verteilt wird.

    und auch das hat jedenfalls was, das fühl ich schon, auch wenn ich die aussage noch nicht eben ganz kapier, zugegeben:

    am ende des abends
    liegst du neben deinem geist -
    der schlachtbank des einfachen lebens.

    so. hab ichs auseinandergezettelt ein bisschen, und werds nicht wieder zusammensetzen. hast du ja getan, und will doch kein rundes ganzes ergeben. also.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question AW: ein fest

    Der Inhalt erschlägt den Geist? Das begreife! Es ist doch vielmehr äußere Gewalt, die erschlägt. Aber Inhalte?

    Paula, es ist schon recht brachial, wie Du hier vorgehst. Meinetwegen. Dann ist das eben ein Aufschrei. Aber nicht unmotiviert übertreiben. Die Subjekte hier werden bloß so hingestellt, sie entwickeln hier nichts, entwickeln sich selbst nicht, müssen das auch nicht.

    ich weiß auch nicht so recht: einerseits unterstütze ich jede deiner entwicklungen, weil ich gespannt darauf bin, wohin sie dich führen, andererseits will ich oberflächliches nicht goutieren. was machen wir da jetzt?

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: ein fest

    ich will oberflächliches auch nicht goutieren. daher schrieb ich dieses textlein.
    es soll ein stumpfes geworte sein.
    in diesem fall bin ich mal ästhet und habe den saal frühzeitig verlassen.
    wenn's nit so rüberkömmt... schad.

    auf ein frohes+tiefes neues!

  7. #7
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    AW: ein fest

    habs gar gepunktet.
    stellung-name im kämmerlein,
    pourqoi?
    "schlachtbank des einfachen lebens".

    das reicht.
    find ich...

    (quasi ein schnäppchen für cineasten - "FEST" - dogma allemal. in wort und bild. danke auch.)

  8. #8
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    AW: ein fest

    oberflächlich ists ganz und gar nicht in meinen augen. was aber für einen leser nicht in die tiefe leitet ist eher, daß es mir wie ein insider vorkommt. obwohl der protest der ästheten ein kern ist, der allgemeingültigkeit hat, denke nur an münchner opernpublikum bei kurzfristig modischen inszenierungen "hihi"
    die bilder selbst funkeln herausragend , wobei "erbrochenes" schon etwas krass, so george grosz' kritik an gegenwartsgesellschaft. sehr gut.
    den individuellen vorwurfston würd ich etwas mildern, also aus der schlachtbank vielleicht eigenes gedicht ab "jeder trinkt"?
    die eigenständigkeit des "was nicht übrigbleiben will" verwirrt mich, als käme dritte person dazu, die mir aber nicht vorgestellt wurde

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: ein fest

    tief, tiefer

    stöhnte wollüstig
    der text

    gib mir tiefe
    tiefe mich

    nix da

    sprach der
    autor

    ich male
    dir
    einen
    roten klecks
    auf deine nase

    unter jeder oberfläche steckt tiefe. sonst wäre sie keine oberfläche. manche schaffen den weg aus der oberschicht nicht, bedauerlicherweise.

    hier kann ein guter bohrmeissel abhilfe schaffen! so machen wir auch unseren chef fit für den untergrund!

  10. #10
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: ein fest

    Der Eingangstext hat für mich genau die richtigen Dosen Überheblichkeit, Dada, Klischee, Gesellschaftskritik und: "Sir, geben sie Assoziationsfreiheit", "Gewährt".

    Ein echter "Paula".

  11. #11
    Mitgestalter
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    AW: ein fest

    plumps.
    vom stuhl gefallt.
    yes, dieses teil nehmen wir mit auf große fahrt!
    wer tiefer bohrt, hat mehr popen, popel mein ich -
    kann aba freier atmen -
    luft ins gehirrrn sei garantiert!

    jau, am meisten spass hab ich auch
    in der oper mit perück,
    oder im schwanensee mit rotem stern auf schwarzer mütz -
    "oh, sie sehen aus wie chä guevara",
    "nein, ich tat dies tschaikowski zulieb"... -
    "noch ein sektchen, herr oberministerialratsassistent?"
    "gerne" (die alte zupft ihm am revers)
    "übrigens, ich bin dichter."
    "aha!"

    schon wieder eine fleischwerdung für 5 euro verscheuert...
    (scheff, verzeih, näxtens lass ich dich - sagen wir für 20 % - anteilhaben...)

    schickimicki ist toll, im wahrsten sinne -
    durfte schon daran teilhaben, eiderdaus
    aber nur reingerutscht -
    in wien z.b. (herr bohrer) unter der fahne h.c. artmanns -
    was ein gesoxe!
    nix gegen ihn, sei erwähnt, ui, nie,
    das gefolge jedoch: pfui bah!
    betrank mich später mit einem fotografen.
    (photographen...)
    basisarbeit...

    dubiose feste und -
    madame, herr grosz?
    den schönsten hitler, den ich jemals sah...;-)

    welcome to underground

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: ein fest

    im vorjahr wurde in wien eine büste des immer noch beliebten revolutionärs, zuckerrohrernters und massenexekutors che guevara aufgestellt. che, der bekanntermaßen als kubas finanzminister das geld abschaffen wollte und exekutionen gerne zigarrenrauchend beiwohnte, wurde nun büstentechnisch um eine nase kürzer gemacht.

    che-donaupark-wien.jpg

    eine großangelegte suchaktion der spezialeinheit cobra konnte mit unterstützung der suchhundestaffel nunmehr ches nase in einem fliedergeb?sch in der nähe der büste sicherstellen. wie von der zuständigen magistratsabteilung des rathauses zu vernehmen war, wird ches nase wieder an den rest der büste angeschweißt. man möchte verhindern, dass es zu "denkmalschändungen durch sexuell verwirrte che-anhängerInnen kommt, die nachgerade auf nasalverkehr mit che aus sind" wie aus dem rathaus verlautet wurde. der steuerzahler wird für die nasenanschweißaktion tief in die tasche greifen müssen: EUR 10.000,-- sind kalkuliert, aber immerhin handelt es sich um ches nase, da werden klarerweise nur die besten nasenanschweißspezialisten des landes beauftragt. Österreichs nasenanschweißspezialisten genießen ja weltweit einen ausgezeichneten ruf!

    angeblich stecken neonazis hinter der "nase ab"-aktion. 2002 hatten linke aktivisten die in der aula der wiener uni befindliche siegfriedsbüste mit säure behandelt. und die mühlen der österreichischen neonazis arbeiten langsam, aber eben nasenfeindlich!

    näheres dazu hier:

    http://diepresse.com/home/panorama/w...ex.do?from=rss

  13. #13
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: ein fest

    starke bilder...gefällt mir. noch lyrischer wird der text durch das weglassen von zwei artikeln: statt "der letzten jahre" "vergangener jahre" - und das "die" vor ästheten ist überflüssig.
    ansonsten ein prima text.

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