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Thema: ausgedacht (fiktiv)

  1. #1
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    ausgedacht (fiktiv)

    ausgedacht
    (fiktiv)

    immer denken.
    denken denken denken.
    nie endendes denken.
    denken zurück.
    denken nach vorn.
    denken.
    schmerzhaftes denken.
    pochendes denken.
    denken.
    stetes denken denken denken.
    hier ein eindruck.
    da eine warhnehmung.
    denken.
    ein gefühl.
    eine lust.
    denken.
    denken denken denken.
    rattatatatatata.
    eine erinnerung.
    ein traum.
    eine ahnung.
    denken.
    musik.
    denken.
    ein bild.
    denken.
    worte.
    denken denken denken.
    ewigkeiten.
    nichtigkeiten.
    denken.
    menschen.
    formeln.
    daten.
    fakten.
    denken.
    zeiten denken.
    räume denken.
    denken denken denken.
    höhle.
    licht.
    himmel.
    hölle.
    denken.
    schubladendenken.
    schwanzdenken.
    normdenken.
    schuldenken.
    manndenken.
    fraudenken.
    kleinkariert.
    denken denken denken.
    gott.
    teufel.
    liebe.
    tod.
    denken.

    ein schuß gellt durch die nacht.

  2. #2
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    ein schuß gellt durch die nacht.
    zermürbende Gedanken, machtlos gegen das eigene Gehirn, kurzfristige Abhilfe durch Betäubungsmittel möglich, aber langfristig?

    Aus "Frühlingserwachen", ein Text von vor langer Zeit:

    "...denn meine Ohren sind betäubt vom zischenden Geräusch der Kugel, die mich traf."

    schönes, gesteigertes Tempo, paßt einfach...
    __________________
    Sandra

  3. #3
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    frühlingserwachen.
    sagt mir was.
    denken denken denken.
    wedekind.
    denk ich.
    ahn.
    sah ich.
    theater.
    denk ich.
    sagt was.
    gefällt mir.
    denk ich.
    denke denke denke.
    das zitat.
    und weiter....

  4. #4
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    falsch paulchen, konnte mich zwischen winterschlaf und frühlingserwachen nicht entscheiden, eigentlich waren beide wörter im titel, ist ein text von mir...
    __________________
    Sandra

  5. #5
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    shit.
    danebst.

    den text würd ich gern mal.

    aber ich schätze, mal so blindlings, wenn ich bei google frühlingserwachen eingebe... .

    sandra, ich freu mich auf den roten stern!

    evtl. februar!

    wohlan!
    .
    .
    .
    ich habs getan.
    frühlingserwachen bei google.
    nur so zum spass.
    müßiggang ist aller laster anfang.
    seis die stoßstange...

  6. #6
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    Frühlingserwachen

    Na schön, der Text ist grottenschlecht, naiv und ohne Stil, naja, ich war 15, egal...aber für euch...

    Frühlingserwachen

    Gerade trete ich mit meinem Hund aus dem Haus, da kitzelt mich die morgendliche Sonne an meiner Nasenspitze. Wir nehmen den Weg, den wir jeden Morgen gehen, entlang der mit blühenden Pflanzen übersäten Wiesen. Mit jedem Atemzug spüre ich, wie die mit neuem Leben erfüllte Luft in meine Lungen strömt und im ganzen Körper Glückshormone ausgeschüttet werden.
    Es ist ein malerischer Frühlingsmorgen, wir sehen fröhliche Gesichter von emsig arbeitenden Menschen, die den grauen Schleier vom Winter abdecken. Auf den Wiesen erblüht des Leben. Erste Bienen und Schmetterlinge drehen neugierig ihre Runden um die süßlich duftenden, in allen Farben leuchtenden Blüten.
    So laufen wir schon eine ganze Weile und auch mein kleiner Freund genießt scheinbar diesen lebendigen Morgen, doch irgendetwas scheint er zu wittern. Nervös schnuppert er herum, dreht sich und heult leise auf.
    Doch schon sp?re ich eine Druckwelle, gleichzeitig höre ich den lauten Knall und und dann dieser niederschmetternden Druck an meiner Schläfe. Nur noch langsam nehme ich wahr, was passiert. Mein Herz pocht wild, so wild, daß ich keinen Rhythmus mehr erkenne. Vor Schmerzen sinke ich zu Boden, mein Kopf prallt ungebremst auf die steinige Erde. Alles um mich herum verschwindet.
    Zuletzt höre ich meinen treuen Begleiter aufheulen, doch nur weit entfernt, denn meine Ohren sind betäubt vom zischenden Geräusch der Kugel, die mich traf.


    An diesem Text ist nichts schön, außer: "...denn meine Ohren sind betäubt vom zischenden Geräusch der Kugel, die mich traf."

    Warum? Warum wird das Ich hier erschossen? Keine Ahnung. Es geht einfach darum, daß jeder Mensch ganz plötzlich aus dem Leben gerissen werden kann, unerwartet, ohne Eigenverschulden, ob durch Mord, einen Unfall oder sonstwas. Und dann ist man traurig, vor allem, wenn man sich nicht mehr verabschieden konnte, oder wenn man dieser Person noch etwas mitteilen wollte oder wenn man sich vielleicht im Streit getrennt hat, dann bereut man das, doch man kann es nicht mehr ändern.
    deshalb soll man jeden tag leben und jeden tag seinen liebsten sagen, daß man sie eben lieb hat und niemals im streit auseinander gehen...
    usw.
    .
    .
    .

  7. #7
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    Frühlingserwachen

    Wenn man tot ist, bereut man wohl gar nichts mehr. Die Lebenden, Überlebenden sind aufgerufen, sich nicht zu streiten. Aber was wäre denn das Leben ohne Streit? Streit ist auch immer ein Zeichen von Lebendigkeit, von Wollen. Andererseits kann das Wollen selbst nicht Lebensziel sein. gelle? Oder doch? Dann aber kann nichts nie leid tun. Bestenfalls ist etwas erledigt.

  8. #8
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    kopfkino

    ich kenn einen, der nennt das autistenkino... .
    der hats aber auch nicht leicht. oder macht es sich schwer.
    wohlwahr, die betäubung schüfe (?) hier linderung.
    kurzweilig.
    der schuß eher endgültig.
    schicht im schacht.
    allegorisch betr8et.

    "bestenfalls erledigt" klingt so nach finanzbeamter: ad acta.
    stempel drauf und ab in den müllschlucker.
    reißwolf.
    aber das hieße doch kant eins über die rübe mit seinem a priori.
    IMMERHIN sind wir, was wir waren - und werden.
    mindestens.
    ganz zu schweigen davon, daß ich mal als pantoffeltierchen durchs gewässer dümpelte... .

    es ist beides:
    schatz und last.
    dies denken.
    missen will ichs nit...

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: ausgedacht (fiktiv)

    Ja, Sinn für Tempoverschleppung oder -erhöhung hatte Paulchen immer. Zerdehnte Zeit ist kein typisches Kennzeichen postmoderner Lyrik, eher die Raffung, die Einweckung des Augenblicks, um ihn irgendwann später lustvoll zu genießen, DENN "das laufradelnde Ich hat ja keine Zeit für den Augenblick", der nur als Bestandteil aneinandergereihter Momente zur Zerdehnung des Augenblicks führen soll. Als ob Glück so einweckbar wäre! Erweckung und Erwachung. Frühling, Du bist da - und bleibst es auch.

    Schöner Austausch zweier Menschen, die ich ungebrochen mag.

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