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Thema: AfD-Ordner

  1. #126
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Aus dem Grundsatzprogramm (Programm für Deutschland) der AfD

    Teil 1


    Demokratie und Grundwerte


    1.1 Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild
    1.2 Schlanker Staat für freie Bürger
    1.3 Die Gewaltenteilung gewährleisten
    1.4 Trennung von Amt und Mandat
    1.5 Macht der Parteien beschränken
    1.5.1 Parteienfinanzierung dem Verfassungsrecht anpassen
    1.5.2 Freie Listenwahl und freies Mandat
    1.5.3 Verkleinerung des Bundestages
    1.5.4 Wider das Berufspolitikertum: Amtszeit begrenzen
    1.5.5 Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk
    1.6 Lobbyismus eindämmen
    1.6.1 Private Rentenvorsorge für Parlamentarier
    1.6.2 Einführung eines Straftatbestandes der
    Steuerverschwendung


    Europa und Euro


    2.1 Ein Europa der Vaterländer
    2.2 Kompetenzen an die Nationalstaaten zurückgeben
    2.3 Bündelung gemeinsamer europäischer Interessen
    2.4 Volksabstimmung über den EURO
    2.5 Keine deutsche Haftung für ausländische Banken


    Innere Sicherheit und Justiz


    3.1 Polizei stärken und Strafjustiz verbessern
    3.2 Weisungsfreie Staatsanwälte, unabhängige Richter
    und parteiferne Rechnungshöfe
    3.3 Angriffe auf Amtspersonen härter bestrafen
    3.4 Opferschutz statt Täterschutz
    3.5 Waffenrecht muss nicht verschärft werden
    3.6 Kein Datenschutz für Täter
    3.7 Organisierte Kriminalität nachhaltig bekämpfen
    3.8 Zivil- und Fachgerichte sind ein Standortfaktor
    3.9 Deutsche Grenzen schützen


    Außen- und Sicherheitspolitik


    4.1 Vereinte Nationen reformieren
    4.2 NATO als Verteidigungsbündnis
    4.3 OSZE und europäische Sicherheitsstruktur
    4.4 Bundeswehr stärken
    4.4.1 Keine europäische Armee
    4.4.2 Wehrpflicht wieder einsetzen
    4.5 Entwicklungshilfe


    Arbeitsmarkt und Sozialpolitik


    5.1 Arbeitsmarkt von unnötiger Bürokratie befreien
    5.2 Bundesagentur für Arbeit auflösen und kommunale
    Jobcenter aufwerten

    5.3 Mindestlohn beibehalten
    5.4 Reform der sozialen Sicherungssysteme
    5.4.1 Finanzielle Benachteiligung von Familien beseitigen
    5.4.2 “Aktivierende Grundsicherung” - Arbeit, die sich lohnt
    5.4.3 Kinder und Erziehungsleistung bei der Rente
    berücksichtigen
    5.4.4 Pflege durch Angehörige aufwerten


    Familien und Kinder


    6.1 Bekenntnis zur traditionellen Familie als Leitbild
    6.2 Mehr Kinder statt Masseneinwanderung
    6.3 Mehr Unterstützung für Familien
    6.4 Wirtschaftliche Zukunft trotz Demografiekrise
    6.5 Diskriminierung der Vollzeit-Mütter stoppen
    6.6 Alleinerziehende unterstützen. Familien stärken
    6.7 Willkommenskultur für Neu- und Ungeborene

    Kultur, Sprache und Identität

    7.1 Deutsche Kultur, Sprache und Identität erhalten
    7.2 Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus 47
    7.3 Die deutsche Sprache als Zentrum unserer Identität
    7.4 Kultur und Kunst von Einflussnahme der Parteien befreien
    7.5 Für eine zeitgemäße Medienpolitik: Rundfunkbeitrag abschaffen
    7.6 Der Islam im Spannungsverhältnis zu unserer Werteordnung
    7.6.1 Der Islam gehört nicht zu Deutschland
    7.6.2 Kritik am Islam muss erlaubt sein
    7.6.3 Auslandsfinanzierung von Moscheen beenden
    7.6.4 Keine öffentlich-rechtliche Körperschaft für
    islamische Organisationen
    7.6.5 Keine Vollverschleierung im öffentlichen Raum


    Blau= bin dafür
    Rot= bin dagegen
    Rest= ist bereits gelebte Realität, oder ich habe keine Meinung dazu, oder ich halte das für Worthülsen


    Liste ist nicht vollständig - Rest folgt später

  2. #127
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Rechtspopulismus oder Nationalkonservatismus: die AfD

    Danke. Ist ne gute Idee, sich hier mal dezidiert zu äußern. Meine +/0/- bekömmste bald.

  3. #128
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: AfD-Ordner

    Ich glaube, der Ausschluß von Sayn ist ein Fehler - im Sinne der AfD. Die Begründung steht auf schwachen Füßen. Die Frau war zudem nicht Mitglied in dem genannten Verein, sondern hat ihn nur mit einer Spende fördern wollen. 2014. In jenem Jahr ist der Verein noch ein e.V. gewesen, wurde also öffentlich gefördert. Aber das nur am Rande. Wichtiger scheint mir zu sein, was der Ausschluß - zu diesem Zeitpunkt vor den Wahlen in Sachsen und Brandenburg - eigentlich bedeutet. Im kann nur zweierlei vermuten, wer weiß schon, was tatsächlich stattfand. Entweder hat diese Entscheidung jemand gefällt, der die unentschlossenen Wähler noch von der AfD abrücken möchte - ODER aber es geschah aus Dummheit. So oder so war diese Entscheidung eines Gremiums der AfD parteischädigend, denn weder wird der Ausschluß von Sayn dazu führen, daß die AfD von den Systemparteien nunmehr höhergeachtet werden wird, noch dürfte sich damit eine klarere Linie in der Partei fahren lassen. Die Entscheidung über die Linie der Partei wird erst nach der Thüringen-Wahl getroffen werden. Siegt Höcke, was erst dann der Fall ist, wenn er MP wird, dürfte sich der Flügel durchsetzen. Andernfalls, was wahrscheinlicher ist, dürften die nationalliberalen Leute um Meuthen den Sieg davontragen.
    Abgesehen davon glaube ich, daß die Schnurzelmentalität der protestierenden Ost- und Mitteldeutschen eher trotzig reagiert und nunmehr die AfD erst recht wählt, was aber weder in Sachsen noch Brandenburg für einen Politikwechsel ausreichen dürfte, sogar bei 35% AfD wird da nichts passieren, weil die LINKEn dann sogar mit der CDU zusammengingen.

    Bald wissen wir mehr.

  4. #129
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    AW: AfD-Ordner

    Ja, war ein Fehler. Da gibt es andere, die man vom Hof jagen könnte. Wenn man bedenkt...wer sich in den Anfängen der Grünen und der Linke dort tummelte...dürfte man über Wittgenstein gar nicht erst reden. Ich halte es für wichtig, dass die AfD das Nationale weiterhin betont - fährt man die liberale Schiene...hätte man sich einst nicht von Lucke trennen müssen.

    Vor zwei Jähren hätte Wittgenstein fast aus dem Nichts die Macht ergriffen...als sie auf dem Parteitag eine Rede hielt...eine, die gar nicht eingeplant war. Sie bekam stehende Ovationen - und die Führungsriege konnte nur durch eine spontane Hinterzimmerabsprache die Machtübernahme durch Frau W. verhindern. Ich glaube das ist der eigentliche Grund...warum man sie loswerden wollte.

  5. #130
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    AW: AfD-Ordner

    Ungeachtet der guten Ergebnisse der AfD: Political Correctness scheint die meisten Wähler anzukotzen, ganz gleich welche Partei sie am Ende wählten. In diesem Punkt kamen die Analysten alle zum gleichen Ergebnis. Die AfD hat in der Sache eine noch viele höhere Zustimmung...als es die Ergebnisse ohnehin schon aussagen. Hier zahlt sich die (unrühmliche) Arbeit der Medien aus, die die AfD mit Sicherheit einige Prozentpunkte kostete.Das anschließende BlaBla der etablierten Parteien bestätigt doch nur die AfD-Wähler. Deren einziges Problem ist es sich irgendwie an der Macht halten zu wollen. Das werden jetzt Linksbündnisse geschlossen...die alles andere als die Machtverhältnisse widerspiegeln. Wenn die AfD so undemokratisch ist...wie viele das behaupten...dann müsste man sie doch nur mit in Regierungsverantwortung nehmen...um sie zu entzaubern. Aber das ist eben nicht so...sowohl in den Ländern...als auch im Bund...überzeugt die AfD durch konstruktive Mitarbeit. Viele sinnvolle Gesetze wurden mit Hilfe der AfD durchgewinkt und umgesetzt. Die Partei ist gerade mal sechs Jahre alt und tausendmal weiter als es die anderen Parteien zu diesem Zeitpunkt waren. Linke und Grüne hatten nach 10 Jahren noch Terroristen in ihren Reihen - Leute, die das bereits umsetzten...was man AfD Leuten ständig unterstellt tun zu wollen. Die CDU hatte sogar in den 80ern noch echte Nazis in ihren Reihen.

    In ihrem Duktus übezrieht die AfD manchmal...aber auch nicht die AfD...sondern eine paar Leute aus dieser Partei. Doch das sind Worte...und noch lange keine Taten. Man darf, und da haben die Bürger im Osten recht, nicht mehr sagen was man fühlt und denkt. Wer ist denn hier undemokratisch?

    Aber die dümmste Aussage der Etablierten und der Medien ist die...die den Osis das Recht abspricht die Zuwanderung zu kritisieren...weil man selbst "nur" einen Ausländeranteil von 5%...und nicht von 25% hat. Das ist in etwa das gleiche als würde ich nur dann mit dem Rauchen aufhören dürfen...wenn ich bereits Lungenkrebs habe. Gerade WEIL man sieht was im Westen los ist...will man den Anfängen wehren. Und damit liegt man vollkommen richtig. Ich kennen keinen...ich wiederhole KEINEN...der unter vier Augen die hießigen (westlichen) Verhältnisse gutheißt. Niemand würde das nochmal so machen.

    Deshalb bin ich ein Freund von der Minderheitsregierung. Beispiel Mindestrente: in einer Minderheitsregierung hätten wir die schon, denn CDU, FDP und AfD hätten geschlossen dafür gestimmt...aber auch Abgeordnete von den Grünen, der Linken und der SPD. Und es wäre transparent wer für was stimmt...und wer dagegen. Eine Minderheitsregierung braucht eine solche Mehrheit auch nur bei großen Entwürfen...PillePalle Kram kann sie auch aus der Minderheit heraus verabschieden. Eine Mindestrente ohne Bedürftigkeitsprüfung ist so ziemlich die dümmste politische Forderung, die ich in dne letzten zwanzig Jahren hörte. Mit ihren paar Prozent ist die SPD da noch gut bedient. Ihr gehört abgesprochen zurechnungsfähig zu sein. Wer der Millionärsgattin eine Mindestrente überweisen will, der gehört entmündigt und weggesperrt. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass wir Millionären Kindergeld überweisen. So doof kann niemand sein...ausser der SPD.

    Und noch etwas haben diese Wahlen gezeigt: der Hype um die Grünen ist ein von den Medien inszenierter - ich bin froh, dass die Osis da nicht so leichtgläubig und naiv wie die Wesis sind...die jeder Schlagzeile hinterher rennen.
    Geändert von anderedimension (02.09.19 um 15:03 Uhr)

  6. #131
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    AW: AfD-Ordner

    Das mit der AfD und den sog. Rechts-Populisten überhaupt ist eine verzwickete Sache. Ich habe und hatte da schon erbitterte Auseinandersetzungen mit meinem Sohn. Es ist den ÖR- und sog. seiösen Medien 'gelungen' - im Verein mit Grünen, Linken und linksliberalen Pseudokonservativen wie Merkel und Co. - alles und jeden, das/der für Kontrolle bzw. Eindämmung der Migration eintritt, mit dem Stigma des rechtsnationalen Ewiggestrigen, des Nazissympathisanten, des Rassisten zu belegen. Diese 'Leistung' unserer selbsternannten Tugendwächter des politischen Anstands ist natürlich eine kontraproduktive. Es muß erlaubt und selbstverständlich sein, dass man eben für eine Eindämmung bzw. gar ein Verbot von Immigration ist. Was ist daran unmenschlich? Wir haben in Wien bereits einen gefühlten Ausländeranteil von 50% - zumindest in den Öffis. Tatsächlich liegt er offiziell bei 40,2 % !!! Ich finde, das ist genug. Dennoch laß ich mich nicht als Nazi verunglimpfen. Und es macht mit deshalb auch nicht zum FPÖ-Wähler oder auch nur FPÖ-Versteher. Ist das so schwer auseinanderzuhalten? Für unsere Intelligenzia anscheinend schon.


    Wie ein 'Leitmedium' mit dem Thema umgeht - und beinah täglich trommelt - sei hier verlinkt:
    https://www.zeit.de/kultur/film/2019...ender-parteien

    Schlimmer kann man die Wirklichkeit nicht verdrehen, wenn man sich den Umgang der ÖR-Medien mit der AfD in den letzten Jahren anschaut. Fake news at its best.

  7. #132
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Selbst S. Wagenknecht wurde in die rechte Ecke gestellt...als sie sagte man müsse Zuwanderung regulieren und begrenzen. Das zeigt wie verblödet und oder verbohrt manche Leute sind. Hinzu kommt, dass dir von hundert Leuten auf der Straße vielleicht einer die Begriffe konservativ, national, patriotisch und rassistisch erklären und auseinanderhalten kann. Also was machen die Leute...wenn sie selbst keine Ahnung haben? Sie quatschen anderen alles nach- und wer sind diese Anderen...das sind die Journalisten...die sich zu 2/3 aus Grünen zusammensetzen. Aber, so fair sollte man sein, es gibt im Umfeld der AfD Leute...wie sie von den Medien beschrieben werden. Man sollte aber einer Partei, die erst sechs Jahre auf dem Markt ist, Zeit geben sich zu finden. Der Prozess zur Konsolidierung kann unmöglich schon abgeschlossen sein. Keine Partei hat auch nur annährend so viele Parteiausschlußverfahren laufen wie die AfD. Man kann also nicht behaupten die würden nichts unternehmen. Klar hat man zu den Wahlen im Osten nicht vorher unnötig Öl ins Feuer gegossen...wollte man die aktuelle Stimmungslage für sich ausnutzen. Aber welche andere Partei hätte das nicht getan? Man sollte sich mal daran erinnern wer sich in der Anfangszeit der Grünen dort tummelte. Grün ist ein Eliteprojekt, weshalb die sich einen Dreck für die Probleme des kleinen Mannes interessieren.

    Es gibt aber zum Glück auch anständige Journalisten, sonst würden wir zB nicht erfahren, dass es alleine in NRW und an einem einzigen Wochende 27 Polizei-Großeinsätze wegen arabischer Hochzeiten gab...wo Autobahnen blockiert werden und mit scharfer Munition geschossen wird...wo die Hochzeitsgesellschaft mit teilweise gestohlenen Fahrzeugen der Luxusklasse unterwegs ist - Menschen, die aus einem Ferrari hupen...aber bei uns Sozialleistungen kassieren. Vor zehn Jahren hätte ein einziger EInsatz wochenlang die Schlagzeilen beherrscht, während man heute versucht gleich alles unter den Teppich zu kehren.

    Ich musste meine Nichte, die mich auf der Durchreise besuchte, neulich zum Bahnhof eskortieren...so lange bis ihr Zug dann eintraf. Hätte ich sowieso getan, aber heutzutage ist das auch zwingend notwendig...da sich dort von morgens bis abends eine Herde Schwarze tummelt...um krumme Geschäfte abzuwickeln. Jeder weiß das, auch die Polizei- aber die hat, nachdem man anfangs noch sehr bemüht war, inzwischen aufgegeben. Und jeder Polizist, der mit Brennpunkten zu tun hat, wird dir unter vier Augen sagen, dass man schon lange nicht mehr Herr der Lage ist. Auch das wissen die Politiker...aber sie tun als wäre alles ok und halten die Menschen weiterhin dumm.

    Wie sagte David Precht neulich in einer Runde mit Politikern: sagen Sie, die Politiker, den Menschen endlich die Wahrheit.
    Da ging es zwar um etwas anderes, um die Digitalisierung und wie das unser Leben verändern wird (Arbeitslosigkeit >50%), aber der Grundtenor war der gleiche. Wir werden von teilweise dummen Politikern für dumm verkauft - und das funktioniert auch noch.
    Geändert von anderedimension (02.09.19 um 17:54 Uhr)

  8. #133
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    AW: AfD-Ordner

    Ich halte die AfD für keine Volkspartei. Auch sie ist ein Elitenprojekt, sie ging ja aus einer Anit-Euro-Partei des Wirtschaftsprofessors Lucke hervor. Dessen Thema Euro interessierte damals nur eine Minderheit. Lucke wurde geschasst und Petri setzte mehr auf das Migrationsthema, vorerst mit Erfolg. Als sich Petri gegen die wachsende rechte Unterwanderung wandte, wurde sie durch Meuthen, dann Gauland abgelöst. Jetzt hatten sich die 'Populisten' durchgesetzt. Die AfD ist ein inhomogener Haufen mit Alt- und Neonazis ganz rechts genauso wie Euroskeptikern oder eher liberalen Wirtschaftsleuten auf der anderen Seite. Und natürlich hat die AfD noch nicht zu allen wichtigen Themen - siehe Renten, Digitalisierung, Klimapolitik - ein erkennbares Konzept. Trotz aller Wahlerfolge ist sie keine Volkspartei, weil sie auf wichtige Fragen (noch?) keine Antworten hat. Ob sie je eine wird, wird man sehen. Ich sehe sie eher als eine Bewegung, die jederzeit auseinander und damit in die politische Bedeutungslosigkeit fallen kann. Das sieht man ja an den Beispielen Lucke und Petry, deren heutige politische Relevanz gleich Null ist.

    Die FPÖ ist dagegen, wenn schon keine Volkspartei, so doch eine fest verankerte Partei in der politischen Landschaft Österreichs. Es gibt sie seit 1949, sie dümpelte als deutsch-nationale Rechtspartei immer so zwischen 8-12 Prozent herum, bis sie Haider, der erste Rechtspopulist Europas mit politischer Bedeutung aus dem Stand auf >20% hievte. Haider war ein charismatischer Narzisst wie er im Buche steht. Dazu ein Chamäleon, das heute Nazisprüche klopfen konnte und sich morgen als Philosemit mit Kippa auf dem Kopf präsentieren konnte. Letztlich scheiterte er an seiner Egomanie. Seit Tod war auch eine 'besoffene G'schicht' um im Jargon zu bleiben. Ob er (auch) homophil war, ist mir wurscht, es spricht aber vieles dafür. Die heutige FPÖ ist ein widerlicher Haufen von korrupten Karrieristen, die auf der populistischen Antimigrationswelle reiten und ausser Narzissten und korrupten Leuten mit Selbstbereicherungsabsichten kaum politische Köpfe zu bieten hat. Ausnahme Ex-Innenminister Kickl, das eigentliche Mastermind der Partei, ein übler, tatsächlich sehr rechter Law-and-Order-Hardliner, der seine undemokratischen, totalitären Absichten trefflicht hinter populistischen Parolen verschleiern kann.

    Ich persönlich hege weder für die AfD noch für die FPÖ die geringsten Sympathien, die dümmliche Arroganz und Ignoranz der Altparteien in beiden Ländern aber macht mich wütend und pessimistisch zugleich. Wenn man - wie in D z. B. der grüne Palmer, ein recht kluger und vernünftiger Mann, so mein Eindruck - gänzlich legitime Positionen wie die Gegnerschaft zu noch mehr Migration weiter tabuisiert und ächtet, dann füttert man die populistischen Trolle. Wie das ausgeht, ist noch lange nicht entschieden.

  9. #134
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    AW: AfD-Ordner

    Die AfD ist keine Volkspartei im eigentlichen Sinne, aber auf eine gewisse Art dann doch...denn keine andere Partei erreicht ein solch breites Spektrum der Gesellschaft. Sie haben von links bis rechts aussen Wähler...von 18 bis 80 und vom Hartz4 Empfänger bis zum obersten Richter.
    Auch darf man nicht vergessen, dass sich viele gar nicht öffentlich zur AfD bekennen - und das aus nachvollziehbaren Gründen. Man kann also davon ausgehen, dass auch im Künstlermilieu AfD Sympathisanten zu finden sind.

    Für mich ist die AfD ein Regulativ - als solches hat sie für mich ihre Daseinsberechtigung. Vieles (das notwendig war) wäre ohne die AfD gar nicht in Bewegung gekommen. Die AfD muss als Gegengewicht einer linkslastigen Medien und Politiklandschaft rechtslastig agieren. Würde sie das nicht tun, wäre sie nichts anderes als eine FDP 2.0

    Viele Wähler, die heute die AfD wählen, waren der CDU vor Jahren noch lieb und recht...als sie noch die CDU wählten. Nicht das Gedankengut der Wähler hat sich im Laufe der Jahre verändert...sondern die Politik der CDU....die noch viel weiter links steht..als zB eine SPD vor dreißig Jahren. Nach heutigem Maßstab wäre die SPD bis in die 90er eine erzkonservative Partei gewesen. In den 70ern hätte eine Merkel in der SPD den linken Flügel vertreten - und zwar ganz links aussen...am Rand.

    Die Zahl der gewaltbereiten Rechtsextremen hat sich in den letzten 20 Jahren nicht verändert...liegt konstant bei 20.000/in Anbetracht der Ereignisse um 2015 kann man das als Erfolg bezeichnen. Das einzige, das sich verändert hat... ist...dass sich diese Leute nun mehr aus der Deckung trauen und offen ihren Hass zur Schau stellen. Es ist ein ERFOLG der AfD, dass sich diese Zahl nicht erhöht hat. Es ist alleine der AfD zu verdanken, dass NPD und Co. trotz der Ereignisse nicht erstarken konnten. Die AfD mit den Etablierten vergleichen zu wollen ist Quatsch, denn ließ sie sich mit diesen Parteien vergleichen...dann wäre sie überflüssig. Die schlimmsten Verbrechen gegen Migranten gab es lange vor 2015...Rostock, Hoyerswerda, Ludwigshafen usw...zu einer Zeit...in der ist die AfD noch gar nicht gab. Der aufkommende Antisemitismus hat rein gar nichts mit der AfD...sondern ausschließlich mit den vielen Muslimen zu tun...die in unser Land kamen. Bei den Vergehen Rechter handelt es sich um Beleidigungen usw...also um verbale Vergehen...während die körperlichen Gewalttaten gegen Juden zu fast 90% von Muslimen verübt werden. Zwar sind auch die verbalen Verfehlungen zu verurteilen...dennoch werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Ich kenne keine antisemitischen Äusserungen von AfD Politikern - wenn, dann vielleicht vom ein oder anderen Anhänger der AfD, aber das kann man der Partei nicht vorwerfen. Dass jemand, der gegen den Zuzug von Ausländern ist eher die AfD als die Linke wählt, das liegt in der Natur der Sache. Das sollte eine gesunde Demokratie aber aushalten können...schließlich hat sie ihre Mittel und Wege dem zu begegnen.

    Dass die Zentralräte von Juden und Muslimen wie auch beide christlichen Kirchen gegen die AfD sind...das hat monetäre Gründe, denn die AfD möchte die Positionen der Religionen insgesamt schwächen...sprich die Gelder kürzen. Das forderte die AfD schon vor 2015...und m.E. auch völlig zurecht. Hier fließen viele viele Milliarden...und es gibt sehr gute Gründe dafür...daran etwas ändern zu wollen.

    Noch etwas zur FPÖ: das Geheimnis ihres Erfolges sind die Burschenschaften...aus denen ihre Spitzenkräfte hervorgehen. In Österreich ist in dieser Beziehung der Zusammenhalt noch größer...als er es schon in Deutschland ist. Die FPÖ ist in der Elite überproportional vertreten - alle Spitzenämter des Landes sind auch mit Leuten der FPÖ besetzt. In Deutschland sind die Burschenschaften stark rückläufig...oder wurden (Regeln und Tradition) aufgeweicht - zudem werden einige vom Verfassungsschutz ins Visier genommen. Auch ein Mosaikstein, warum Deutschland so linkslastig werden konnte.
    Geändert von anderedimension (04.09.19 um 06:51 Uhr)

  10. #135
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Wird ja oft darüber geredet warum die AfD gerade im Osten so stark ist. Da wurden schon viele Gründe genannt, die ich jetzt nicht wiederholen möchte...aber einen weiteren möchte ich noch in den Ring werfen: der Sachsenkrieg und die Christianisierung der Sachsen. Auch wenn das schon sehr lange her ist, ist dieses Ereignis noch tief im kollektiven Gedächtnis verankert - prägt es bis heute die Haltung gegenüber den Kirchen und bereitet den Boden für einen kritischen Umgang mit den Religionen. Das wird kaum einer bewusst so sehen, aber im Unterbewusstsein könnte das immer noch eine Rolle spielen.

  11. #136
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: AfD-Ordner

    ad, historische Reminiszenzen solltest Du unterlassen. Der Sachsenkrieg fand in etwa auf dem Gebiet des heutigen NRW und Niedersachsens statt. Die Ostfalen haben sich unter Karl wahrscheinlich nie christianisieren lassen. Die heutigen Sachsen sind von uns, den Ostfalen, christianisiert worden und waren seinerzeit nur in sehr geringem Maße Deutsche. Erst die Besiedlung des christianisierten Gebietes durch Deutsche nach der Christianisierung um 1000 (Ottonen) machte dieses Gebiet deutsch.
    Die Renitenz richtete sich immer gegen Obrigkeit, nicht aber gegen den christlichen Glauben. Auch Luther wollte keinen neuen Glauben, sondern "nur" einen richtigen christlichen Glauben in freier Selbstbestimmung vor Gott. Die heutige AfD damit in Verbindung zu bringen, ist etwas abenteuerlich. Die AfD ist eine nationalliberale, eine bürgerliche, eigenbezügliche Bewegung, eher reaktionär als konservativ, eher populistisch als demokratisch und eher nationalistisch als konföderativ. Das hat mit dem Christentum resp. mit der Renitenz gegen Obrigkeit nur soviel zu tun wie der Mops mit den Möhren.

    Das scheint heute nicht Dein Tag zu sein, ad. Ich las eben Deine Behauptung, Gretchen sei ein Kerl und wahrscheinlich nicht existent. Ich finde das sehr lustig.

  12. #137
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Für den geschichtlichen Background habe ich ja Gott sei Dank dich- und was die angebliche Behauptung angeht; ich habs nachgelesen, es war "nur" eine Vermutung, was deine Behauptung, es wäre eine Behauptung gewesen, als Behauptung ratifiziert.
    Und: es ist an keinem Tag mein Tag.

  13. #138
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    AW: AfD-Ordner

    Der AfD-Parteitag am Wochenende hinterläßt bei mir ein zwiespältiges Gefühl: zum einen verstehe ich die klar pragmatische Hinwendung zur bürgerlichen Ordnungspartei, die mit Disziplin, klarer Positionierung und Programmatik um Wählergunst werben will; zum anderen bedaure ich den gärigen Protozustand, den eine junge Partei nun einmal in der Frühphase ihrer Entwicklung besitzen muß, will sie eine Alternative zu den bereits bestehenden politischen Angeboten abgeben. Jede Partei ist subjektiv, also strukturell Teilwahrheit des Ganzen. Der Kampf tobt anfangs um die Bestimmung dieser Teilwahrheit. Doch wer um Mehrheiten in einem großen Land wirbt, darf sich darauf nicht so lange einlassen, muß ausschließen und seine Ziele verdichten. Die AfD will keine Kleinpartei sein, sondern Volkspartei, also mehr als 25% der Stimmen auf sich vereinen. Von daher ist es notwendig, dem wie auch immer gearteten Mehrheitswillen der Bevölkerung zu entsprechen. Die Mehrheit, die (politisch) stets Unsinn will, duldet keine Minderheitsmeinungen. Die AfD mußte sich also, um der Mehrheit zu entsprechen, von Minderheiten trennen. Tatsächlich?
    Der Dialektiker in mir widerspricht. Es sind gerade die Minderheitsmeinungen, die den Diskurs in seiner Substanz prägen, sie bestimmen nämlich die Eckpunkte, die Gegenüber, aus denen sich eine Mitte erst bestimmen kann. Wirft man sie über Bord, diffamiert sie am Ende gar, wird das Ergebnis über kurz oder lang nur ein grauer Einheitsbrei sein, der nicht in der Lage ist, Gegensätze auszuhalten und sich eben schnurstracks davon trennt.
    In diesem Sinne war klar erkennbar, daß der AfD-Parteitag am letzten Wochenende ein Funktionärsparteitag war, dem es darum geht, die errungenen Posten zu behalten und durch Anbiederung an die Mächtigen allmählich zu statuieren und auszubauen. Klug war das schon. Aber zugleich, so ist zu befürchten, war es der Anfang vom Ende der Alternative. Andererseits: konservative Veränderung beginnt immer in der Konzentration auf die Funktuationspunkte der Gemeinschaft. Wenn diese bedroht ist, wie in diesen Tagen, muß man mit den Wölfen, also der dummen Mehrheit, heulen.
    Wie gesagt, ich bin da noch nicht ganz klar, ob ich die Entwicklung goutieren oder ablehnen soll.

  14. #139
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    AW: AfD-Ordner

    Ich tippe da auf Weichen gestellt Richtung Altpartei und Funktionärspartei. Wenig Alternative, viel Anbiederung. Aber solange die AfD das Migrationsthema am Köcheln hält, wird sie immer über 10% bekommen. Dass sie beim Klima einen Abwehrreflex und blinden Fleck hat, wird ihr noch leid tun. So, wie der gärige Haufen sich jetzt bewegt, geht es eher in Richtung bräsiger Haufen und wird wohl manchen AfD-Wähler weiter Richtung Obskurantismus treiben. Schade, denn die AfD hätte jetzt die Mittel und auch die Wählerzahl, wirklich an einer politischen Alternative zu arbeiten. Das wird aber wohl nix. Das System ist scheinbar immer stärker als die Alternative.

  15. #140
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Warum das für die AfD schwierig wird, das zeigt der gestrige Tagesschau-Kommentar:

    https://www.tagesschau.de/inland/afd-parteitag-243.html


    Man hat die Journalisten, zu 70% Links-Grüne, gegen sich - egal was man macht. Der Kommentator hätte ebenso gut die positiven Elemente des Parteitages herausarbeiten und sich an Fakten orientieren können - stattdessen befasste er sich lieber mit schwarzseherischen Spekulationen. Mag sein, dass er im Nachhinein Recht behält...aber mit solchen Vorverurteilungen ist er ein Handlanger der Altparteien.

    Immerhin trennt die ARD sauber zwischen Bericht und Kommentar, was bei der schreibenden Journaille nicht immer der Fall ist. Was dem Zuschauer oder dem Leser vor allem im Gedächtnis bleibt...das ist der Kommentar - und da wird m.E. oft Missbrauch betrieben.

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