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Thema: AfD-Ordner

  1. #26
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    Zitat Spiegel.Online

    Bei Großer Koalition AfD beansprucht Vorsitz im Haushaltsausschuss

    Sollte es erneut zu einer Großen Koalition kommen, hätte die AfD nach bisherigen Gepflogenheiten Anspruch auf den Vorsitz im Haushaltsausschuss. Diesen hat Co-Fraktionschefin Weidel schon jetzt angemeldet.
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...ents-box-pager

    Ein bewundernswert kluger Schachzug...gerade jetzt mit dieser Forderung an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Damit macht man der SPD...bzw deren Mitglieder...die Entscheidung für eine GroKo noch schwerer. Das wird die GroKo nicht verhindern, aber für ein noch schlechteres Abstimmungsergebnis sorgen als es die SPD sowieso schon befürchtet.

    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    1. Man verwehrt der AfD...ähnlich wie beim Alterspräsidenten...diesen Posten...bricht also mit der Tradition und zeigt sich abermals undemokratisch...dann wird das die AfD über die Opferrolle noch weiter stärken.

    2. Man getattet ihr diesen Posten - dann hat die AfD eine weitere Option um staatsmännisch aufzutreten. Sie wird ihren Wählern sagen: Seht her, wir setzen uns durch...so wie wir es angekündigt haben.

    Sie kann also nur gewinnen. Will man die AfD erfolgreich "bekämpfen"...dann muss man sie langsam ernst nehmen...und nicht immer so tun als agierten dort sowieso nur Vollidioten.

    Zitat Spiegel.Online

    AfD nominiert Ex-Staatsanwalt für Geheimdienst-Gremium


    Als Oberstaatsanwalt in Berlin forderte er härtere Strafen für kriminelle Jugendliche aus Einwandererfamilien. Nun soll Roman Reusch für die AfD in das Bundestagsgremium, das die Geheimdienste kontrolliert.
    http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1188146.html

    So langsam kommt Schwung in die Sache. Die AfD wird sich in allen wichtigen Gremien festsetzen und diese maßgeblich beeinflussen - teilweise unterwandern oder auch aushöhlen. So manch "Älteren" wird das an alte Zeiten erinnern.

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: AfD, go fuck yourself!

    Der Umgang der Parlamentarier mit von ihnen vermuteten staatsfeindlichen Opponenten zeigt in Demokratien die Sattelfestigkeit derselben. Nur unsichere oder a priori paranoide Systeme erheben Generalverdacht gegenüber all denen, die entweder zu sehr wie sie selber ticken oder deren Ambitionen sie entweder nicht verstehen, nicht goutieren oder aber als wesensfremd wahrnehmen.

    Das Totschlagargument der Kartellparteien lautet in etwa, man müsse Position beziehen, Zivilcourage zeigen und das Böse im Keim ersticken, durch Aufnahme in den Diskurs nicht erst aufbauen und stärken...

    Nun ja.

    Ich denke, daß jeder im Reichstag vertretene Abgeordnete ein Recht auf Respekt besitzt, schließlich steht er für einen Teil des Volkswillens. Ausgrenzung ist immer ein Zeichen verdrängter Komplexe und schlägt früher oder später auf den Ausgrenzenden zurück. Ein demokratisches Grundverständnis bezeigt Ausgrenzung nie. Aber was sage ich, das ist schlichtweg schlechte Kinderstube.

  3. #28
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: AfD, go fuck yourself!

    Eine Möglichkeit...solchen Entwicklungen gelassener zu begegnen... wäre vielleicht die...dass man die Menschen nicht immer gleich nach links oder rechts sortiert...sondern akzeptiert...dass es unterschiedliche Realitäten gibt. Es bringt wenig zu versuchen die Menschen zu ändern...das wird in den wenigsten Fällen gelingen - ich kann aber an deren Realität etwas ändern. Das gelingt nur dann...wenn ich mich auch damit auseinandersetze. Im konkreten Fall heißt das; sich der AfD stellen...ihre Fragen beantworten...ihre Antworten hinterfragen. Habe ich die besseren Argumente...dann werden das die 10 Millionen Menschen schon zur Kenntnis nehmen. Habe ich diese Argumente nicht, dann waren die Sorgen dieser Menschen nicht unberechtigt...dann kann ich sie erst recht nicht verurteilen. Dann muss ich diese Argumente eben erarbeiten. Und so sollte Politik doch auch funktionieren?!? Die Stigmatisierung bewirkt genau das Gegenteil. Das ist...als wenn jemand dein Kind angreift - du wirst es reflexartig und bedingungslos verteidigen...und die Schuldfrage...wenn überhaupt...erst hinterher stellen.

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: AfD, go fuck yourself!

    Habe mir die heutigen Bundestagsdiskussionen angeschaut. War eher wenig unterhaltsam und von wenig Biß gekennzeichnet. Die Stimmen vieler Abgeordneten zitterten, v.a. die der Grüninnen und Sozinnen. Souverän traten die Abgeordneten der FDP auf, waren aber eher auf Vermittlung orientiert, hatten also keine klaren Standpunkte. Bei der AfD tat sich ein Grundfehler auf: sie greifen zu wenig in ihren Beiträgen auf das zu, was man propädeutend nennt. Die Taktik der Systemparteien ihnen gegenüber ist doch klar: Glimpfe. Dabei geht es den Gegner um Zuweisung politischer und verfassungsfeindlicher Positionen, die sie selbstredend nicht mittenmang der Gesetzentwürfe und Anträge finden werden, also fehlt es an Faktizität. Klarerweise,. Die AfD versäumt es aber, im vorhinein diese anzunehmende Argumentationstechnik anzuzeigen, also vorab auf mögliche Anfeindungen zu reagieren. Sie hat als kleinere Partei im Reichstag auch nicht die Möglichkeit, während einer Debatte zu reagieren, da etliche Abgeordnete der Systemparteien keine Zwischenanfragen der AfD zulassen, sich also dem Diskurs meist mit dem Argument verweigern, daß sie der AfD keine Möglichkeit zu ihrer Propagandatätigkeit geben wollen. Finde ich übel. Also kann die Taktik nur so lauten, daß vorab die zu erwartenden Entgegnungen als solche benannt werden. Da die Gegner keine Textstellen aus dem AfD-Gewort vorweisen können, die eigene böse Anfeindungen belegen könnten, verfallen sie auf Vermutungen, was "zwischen den Zeilen" gemeint sein könnte (Weinberg) und setzen diese Vermutungen als Tatbestände. Es hülft auch wenig, wenn darüber bei der AfD gelacht wird. Die Oppositionsarbeit ist nicht mit einem Lachen zu führen, sondern mit harten Angriffen. Es geht um Deutschland.
    Sollte sich das nicht baldigst ändern, nehme ich Abstand von einer Hoffnung, daß sich hier etwas tut und der gesellschaftliche Diskurs neu belebt wird.

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: AfD, go fuck yourself!

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Es geht um Deutschland.
    Hui, das wäre doch ein geeigneter Werbeslogan für dieses Forum, hm? Schreibt doch mal die Identitären an, vielleicht haben die Lust hier zu schreiben?

    Alles Gute

  6. #31
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Gründung der WerteUnion mit AfD-Programmatik

    Angesichts der Bildung einer WerteUnion wird man in der AfD in den nächsten Tagen sicherlich behaupten, dies sei ein Ergebnis der AfD-Politik. Sicherlich. Aber die AfD sollte nicht vergessen, daß die in dem Grundsatzpapier dieser WerteUnion formulierten politischen Forderungen alter CDU-Politik entsprechen, sozusagen ihren "Markenkern" ausmachten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Konservativen in der Union organisieren würden, um diese Forderungen lauter, organisierter und öffentlich auszusprechen. Ich kann sie samt und sonders unterschreiben, mit einer Ausnahme allerdings: Meinem Dafürhalten nach sollte es niemandem verboten sein, sich in deutschen Landen auch für eine Ideologie auszusprechen, die grundgesetzuntauglich ist - wie den Islam beispielsweise. Man kann Anhänger einer solchen Ideologie sein und sich dennoch an die Gesetze halten. Insofern würde ich nicht behaupten wollen, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Ich würde die Forderungen noch um einen wichtigen Punkt erweitern wollen, nämlich um die Forderung, die Asylgesetzgebung abzuschaffen. Zugleich müßte damit einhergehen, daß nur der Sozialleistungen beziehen kann, der vorher in die Sozialsysteme einzahlte. Auch würde ich Ausländer generell davon ausnehmen.

    Hier einige Forderungen der WerteUnion:

    Der Islam gehört nicht zu Deutschland
    [..]Hagel unterstützt die im Manifest der WerteUnion geforderte Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft. „Der Doppelpaß ist ein Integrationshindernis. Er ist wie Petersilie auf dem Schnitzel. Beides ist überflüssig.“

    Ausdrücklich unterstützt er die Aussage Horst Seehofers, daß der Islam nicht zu Deutschland gehöre. „In Deutschland und Berlin macht nicht der Prophet sondern das Parlament die Gesetze.“ Und: „Wer nicht nach unserer Lebensart und unserem Recht leben kann oder will, der muß unser Land eben wieder verlassen“, stellte Hagel unter dem starken Beifall der 100 aus ganz Deutschland angereisten Vertretern der WerteUnion klar. Zudem könne und dürfe die Türkei nicht Mitglied der EU werden. Konservative in der CDU müßten dagegen mehr über die Zukunft statt über Vergangenes diskutieren, forderte er. Dabei müsse „der Dienst für Deutschland“ wieder „Markenkern“ der CDU werden.
    Die doppelte Staatsbürgerschaft soll abgeschafft werden
    In ihrem unter dem Motto „Zukunft gestalten – Werte erhalten“ stehenden Manifest fordert die WerteUnion eine inhaltliche und personelle Erneuerung der Union. Man bekenne sich zu Deutschland, fordere einen „gesunden, weltoffenen Patriotismus“ und bekenne sich zu Heimat und Traditionen. „Wir stehen ein für Freiheit, Sicherheit, Demokratie, Marktwirtschaft, Menschenrechte sowie das christliche Menschenbild, bekennen uns zu unserer westlichen Wertegemeinschaft und treten Aggressoren und totalitären Ideologien entschieden entgegen“, heißt es in dem Papier.
    Politischer Extremismus von rechts und links sowie religiös motivierter Extremismus müßten kompromißlos bekämpft werden, Scharia und Islamismus seien mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und gehörten nicht zu Deutschland. Der Polizei müsse ein härteres Vorgehen gegen Intensivstraftäter ermöglicht werden, Opferschutz stehe klar vor Täterschutz. Eine ungesteuerte Zuwanderung nach Deutschland und ins deutsche Sozialsystem lehnt die WerteUnion ebenso ab wie die doppelte Staatsbürgerschaft, die Möglichkeiten einer Wiedereinführung der Wehrpflicht sollen geprüft werden.
    Föderaler Staatenbund statt EU-Zentralstaat
    Darüber hinaus wollen die Unionskonservativen das „Abwälzen aktueller Probleme auf zukünftige Generationen durch immer neue staatliche Ausgabenprogramme im Sozialbereich stoppen“ und sprechen sich für „Schuldenabbau, Entlastung der arbeitenden Bevölkerung von steuerlichen und sozialen Abgaben“ sowie „eine spürbare finanzielle Entlastung von Familien mit Kindern“ aus. Zudem fordert die WerteUnion eine „grundlegende Reform unserer sozialen Sicherungssysteme.“ Leitbild bleibe dabei die soziale Marktwirtschaft „im Sinne Ludwig Erhards.“
    Die Maastrichter Stabilitätskriterien sollen eingehalten werden, eine Vergemeinschaftung der Staats- und Bankenschulden lehne man ebenso ab wie einen EU-Zentralstaat, an dessen Stelle die Konservativen lieber einen föderal strukturierten europäischen Staatenbund sehen möchten.
    Die Energiewende gehört beendet
    Die sogenannte Energiewende solle beendet, stattdessen eine „sichere, international wettbewerbsfähige Energieversorgung auf marktwirtschaftlicher und unideologischer Basis“angestrebt werden. Ehe und Familie seien für die WerteUnion „wichtigste Grundlagen unserer Gesellschaft“, das Leitbild Vater, Mutter, Kinder „elementarer Grundpfeiler.“ Eine staatliche Förderung der „ideologisch motivierten Genderforschung“ müsse eingestellt werden.
    Zukünftig müsse die CDU wieder Persönlichkeiten in ihrer Partei aufbauen, die ihre drei Flügel glaubhaft vertreten könnten. Dabei sei besonders der zuletzt stark vernachlässigte konservative Flügel wieder zu stärken.

  7. #32
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Die Schwetzinger Gruppe der CDU ist wohl vergleichbar mit dem Seeheimer Kreis der SPD. Was die SG da formulierte, das gehört ohnehin zum Markenkern der CDU...wäre aber ohne AfD wohl unausgesprochen geblieben. Erst durch die AfD wagten einige CDUler den überfälligen Aufstand gegen Frau Merkels Politik. Durch unbedachte und vorschnelle Äusserungen...wie die Äußerung von Frau Storch zum Attentat in Münster...bringt sich die AfD um die Ernte ihrer ansonsten guten Politik. Inhaltlich wäre der AfD ansonsten schwer beizukommen, würde sie auf die Rattenfänger Parolen verzichten. Die AfD hat einen großen Trumpf in der der Hand - und das ist die gelebte Wirklichkeit. Was die Glaubwürdigkeit von Parteien betrifft...sollte die AfD eigentlich die höchste Punktzahl einfahren...stünde man sich nicht immer wieder selbst im Wege. Es ist halt ein Unterschied ob ich mich als außerparlamentarische Organisation zu Wort melde...oder als Teil des Parlaments.

  8. #33
    Lara Rubin
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    AW: AfD-Ordner

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Was die Glaubwürdigkeit von Parteien betrifft...sollte die AfD eigentlich die höchste Punktzahl einfahren...

    Sie sind Humorist.

  9. #34
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Den Humor möchte ich mir auch unbedingt bewahren.

    Aber ersetzen Sie doch mal Glaubwürdigkeit durch Authentizität...und denken dann eine Sekunde länger über meine Aussage nach. "Glaubwürdigkeit" ist positiv besetzt...Authentizität hingegen von neutraler Bedeutung. Glaubwürdigkeit bedeutet auch: "Wissen..woran man ist". Fällt Ihnen...in diesem Kontext betrachtet...eine glaubwürdigere Partei ein? Wenn ja, lassen Sie mich unbedingt wissen an wen Sie dabei denken.

  10. #35
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Tagesgespräch

    Zu Gaulands Vogelschiß-Äußerung habe ich eine geteilte Meinung.

    Der Begriff ist unangemessen, aber mit einem angemessenen Begriff wäre die Aussage untergegangen. Irgendwie nervt es schon, dass man als Deutscher immer wieder auf diese Zeit reduziert wird. Deutschland hat eine lange und ruhmreiche Geschichte, aber eben auch diesen sehr dunklen Fleck auf der Weste. Das Zeitfenster von 12 Jahren halte ich für zu kurz. Man kann diese Schattenjahre nicht alleine an der Regierungszeit Hitlers festmachen. Die Suche nach "Schuldigen" begann schon viel früher - und nicht nur Hitler fand sie in den Juden. Hitler hätte nie eine solche Tötungsmaschinerie in Gang bringen können...hätte es dafür nicht schon eine breite Basis an "Zustimmung" gegeben - wobei ich das Wegsehen schon als stille Zustimmung werte. Ich mache die Jahre von 1918 bis 1950 als Zeitfenster aus.

    Gauland ist ein Intellektueller - als ein solcher unter den heutigen Politikern eher eine Ausnahme. Er wusste also ganz genau was er da sagte.
    Es macht keinen Sinn Jahre gegeneinander aufzurechnen. Was die Deutschen von 1918 bis 1932 "erlebten"...das kann man von der Intensität her kaum mit Jahren davor oder danach vergleichen. Denken wir an die 20er Jahre, dann haben wir die Bilder von Bubiköpfen und einem pulsierenden Berlin vor Augen, aber das war eben wirklich nur in Berlin so - der Rest Deutschlands kämpfte täglich ums pure Überleben. Wir wurden von den Siegermächten dermaßen ausgebeutet und erniedrigt...wie kaum eine Nation davor. Von uns hat doch keiner auch nur die geringste Vorstellung davon was Hunger bedeutet. Das alles kann man nicht einfach so ausblenden...wenn man von der Nazizeit spricht. Weder Hitler noch die Nazis sind einfach so vom Himmel gefallen. Das entschuldigt zwar rein gar nichts, gehört aber zur Aufklärung mit dazu...will man für die Zukunft daraus lernen.

    Und weil wir daraus lernen sollten, dürfen wir heute nicht jeden Fremdenhasser oder Islamophoben als Nazi bezeichnen. Fremdenhass und Rassismus gab es schon immer...und wird es auch immer geben. Mit den Nazis hat das rein gar nichts zu tun. Wir Nachkriegsdeutschen stehen wenigstens zu unserer Geschichte, was man von vielen anderen Nationen nicht gerade behaupten kann - denkt man z.B, nur mal an China und Mao. Ein Mao hat zwischen 20 und 35 Millionen Menschen auf dem Gewissen, aber dort fand nie eine Aufklärung statt...im Gegenteil...sie feiern ihn heute noch. Und unsere 68er feierten ihn auch - ein Beweis dafür, dass Linksfaschismus auch nicht besser ist. Auch hier macht es keinen Sinn gegeneinander aufzurechnen, doch sollte die Welt anerkennen...dass die Deutschen aus ihren Fehlern lernten und eine Aufarbeitung leisteten...wie noch keine Nation zuvor.

  11. #36
    Klaus Norbert.
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    AW: Tagesgespräch

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Irgendwie nervt es schon, dass man als Deutscher immer wieder auf diese Zeit reduziert wird ...


    Wer macht denn so etwas? Ich nehme diese Menschen nicht wahr.

    In Zukunft wird "man" Gauland mit Vogelschiß assozieren.

  12. #37
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AfD und die nationalliberale Tradition

    Im Kontext der parteinahen Stiftungen beschloß die AfD auf ihrem jüngsten Parteitag die Etablierung einer Stresemann-Stiftung und betonte dabei dessen mutmaßlichen Nationalliberalismus, kurzum, die AfD reklamierte den Nationalliberalismus für ihre politischen Intentionen.

    Dazu drei kurze Anmerkungen:
    1. Stresemann war sicherlich auch (kurzzeitig) nationalliberal gesonnen, kann aber als deutschvölkischer Politiker gelten- Um zu wissen, welche politischen Ziele er verfolgte, lese man seine Gambrinus-Rede, die er 1926 in Genf vor der deutschen Kolonie hielt. Hier sagt er, was er tatsächlich will. Das ist NICHT nationalliberal, sondern völkisch.
    2. Der Nationalliberalismus ist die Pest. Die Nationalliberalen verstanden schon zur Kaiserzeit mehrheitlich nichts von Deutschland, nichts von seinem Wesen, dem Föderalismus, der Reichsidee. Sie waren preußisch affizierte Großkopferte, die sich mit dem preußisch-deutschen Militärstaat zu verbinden suchten und darüber Nationales ebenso wie Liberales zugunsten einer bloßen Erwerbs- und Machtethik aufgaben. Sie waren "seichte Schwätzer und falsche Propheten, in Schafskleidern einherschreitend, innerlich aber reißende Wölfe" (Frantz).
    3. Nationalliberalismus ist engstirniges und pragmatisches Politisieren, undeutsch und westlich. Wenn sich die AfD dieses Schild umhängen will, wird sie keine Volkspartei werden können, sondern Klientelpartei bleiben.

  13. #38
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: AfD-Ordner

    Es wird immer wieder vergessen, dass die AfD eine noch sehr junge Partei ist - in einem Findungsprozess gibt es zwangsläufig ganz unterschiedliche Meinungen...wohin man eigentlich will. Wenn Stresemann völkisch dachte...na dann passt er doch erst recht zur AfD. Man muss sich nur die Vita jedes einzelnen Führungsmitgliedes betrachten...dann erkennt man auch die vielen unterschiedlichen Strömungen...die in diese Partei hineinwirken.

    Im letzten Presseclub kam man der Wahrheit sehr nahe. Man hat erkannt...dass es ausser der AfD kein weiteres konservatives Angebot gibt - und das seit Jahren...schon lange vor September 2015. Man war sich einig, dass es neben der AfD eine Alternative für Deutschland braucht. Die Abschlussfrage des Moderators lautetet: "Tragen auch die Medien an dieser Entwicklung eine Schuld?". Alle nickten zustimmend - der Journalist des Ciceros brachte es dann auch verbal auf den Punkt. Er sagte, dass mindestens 60% der Journalisten die Grünen wählen (manche Studien sagen sogar 70%), während diese Partei aber nur von 12% der Bevölkerung gewählt wird. Alleine daran lässt sich eine Schieflage in der Berichterstattung ablesen. Der Begriff "Lügenpresse" mag provokant und überzogen sein...aber er kommt der Wahrheit sehr nahe.

    Mal angenommen Anfang 2016 hätte die NPD eine Zustimmung von 60% der Medienvertreter gehabt...wie hätten da die Talkshows ausgesehen? Man hätte nicht eine perfekt deutsch sprechenden Arzt aus Syrien präsentiert...sondern einen mehrfach vorbestraften Afghanen - diesen als typischen Vertreter der Flüchtlinge verkauft. So wie das eine falsch war...wäre das andere falsch gewesen. Die Wirklichkeit holt die Menschen ein. Und wenn die Leute merken...dass sie verarscht wurden...dann drehen sie sich nicht selten um 180 Grad. Und genau das ist passiert. Die Medien haben eine erhebliche Schuld an der heutigen Entwicklung - nicht nur ander Entwicklung in Deutschland...sondern an der Entwicklung der ganzen Welt. Die deutschen Medien haben den Brexit, die Regierungen in Polen , Ungarn, Tschechien, Italien zu verantworten. Die deutschen Medien haben Europa gespaltet. Und ohne die Entwicklung in Europa würde es vermutlich auch keinen Trump geben.

    Ja, man kann auf die AfD schimpfen...Anlass dafür wird sie immer wieder liefern...aber die Fehler wurden ganz woanders gemacht. Die AfD ist nicht Ursache eine Problems...sondern nur eine von vielen Auswirkungen....

    Für die Etablierten ist die AfD auch eine Art Glücksfall...denn was würden diese 16% der Bürger wohl wählen...gäbe es keine AfD?!? In Österreich lachen sie über die AfD...für Ösis ist die AfD mehr Bachblütenteetrinker-Partei als Hardliner. Wir sollten froh sein, dass wir die AfD haben...denn lieber 16% bei der AFD...als 10% bei NPD oder bei der Dritte Weg...denn das sind wirklich rechtsradikale Parteien. Wer die AfD mit diesen Parteien gleichsetzt...der hat nun wirklich keine Ahnung...outet sich als unreflektierter Nachplapperer.

    Das soll aber auch dir, aerolith, einen Denkanstoß liefern...wie leichtfertig mit dem Begriff "staatstragend" umgegangen wird - denn stelle dir mal vor Du wärst Lehrer unter einem Nazi-Regime---was wäre denn da für dich eine staatstragende Haltung?!?...staatstragend kann also nur heißen: "im Sinne unserer Verfassung", aber nicht: "im Sinne der Herrschenden oder der vorherrschenden Meinung".

    Viele Leute fragen sich warum gerade im Osten die AfD so stark ist. In S.A. stärker als die CDU.

    Die Antwort ist sehr einfach: Im Osten gibt es keine verpflichtende Tradition. Dort herrscht die Stunde Null. Ich habe viele Leute aus der Mitte der Gesellschaft gefragt warum sie CDU/SPD wählen. Die meisten konnten keine vernünftige Antwort liefern. 90% kennen noch nicht mal ansatzweise das Programm ihrer Wahl. Im Osten haben eben nicht Urgroßvater, Großvater, Vater die SPD gewählt. Dieser Faktor wird oft unterschätzt.

    ***Nachtrag

    Ob sich die AfD etablieren kann...das wird von zwei Faktoren abhängen:

    1. Wer wird nach Merkel die CDU führen?

    - entscheidet man sich für eine Frau voll das Leiden...wird die AfD zulegen.

    2. Werden wir die gleichen Probleme bekommen wie sie Frankreich heute schon hat?

    - hier liegt wohl die größere "Gefahr", denn das wird kaum zu vermeiden sein.

    Die CDU muss weit...aber vor allem schnell nach rechts rücken. Ob ihr das gelingt...ob sie das überhaupt will? Wir werden sehen...
    Geändert von anderedimension (09.07.18 um 22:16 Uhr)

  14. #39
    Klaus Norbert.
    Laufkundschaft

    AW: AfD-Ordner

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Wer wird nach Merkel die CDU führen?

    - entscheidet man sich für eine Frau voll das Leiden...


    Sie könnten Ihre Gynophobie überwinden.

  15. #40
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: AfD-Ordner

    Die Verweigerung der Kartellparteien, die zweite Kandidatin der AfD zur Besetzung im Bundestagspräsidium, mehrheitlich zu wählen, ist zwar kein Skandal, aber schon dünkelig-perfide zu nennen. Wenn die größte Oppositionspartei keinen Sitz im Präsidium bekommt, dann muß man am demokratischen Grundverständnis derjenigen, die das verhindern, schon zweifeln. Nun mag man einwenden, daß es eben das Recht eines jeden Abgeordneten ist, seine Stimme nur dem zu geben, dem er sie geben möchte. Sic! Korrekt und richtig. Eben so wichtig sollte es aber sein, daß man eine ausgewogene Besetzung des Präsidiums konzediert, auch wenn oder eben weil ein politischer Gegner des einzelnen Abgeordneten diesen Platz beansprucht.
    Mich deucht, die Regelung, daß die Abgeordneten ihr Präsidium selber wählen, sollte zugunsten eines Besetzungsrechtes jeder Fraktion getilgt werden.

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