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Thema: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Die Streit- resp. Informationsschrift des Wolkensteiners Eris Ado (im Forum als Streusalzwiese unterwegs) wird von einem leicht spöttischen Grundton getragen, der dem Thema angemessen scheint. Denn wer will ehrlichen Herzens behaupten, er sei von den Toten auferstanden? Am Ende sind hellichte Tunnelerlebnisse nur dem Nachglühen unserer Nervenbahnen geschuldet, künden also keineswegs vom Jenseits.

    Setzt man diese eher wenig reputative Diktion als angenehm, liest sich das Werkchen (zirka 80 Seiten mit Anmerkungen) mirnichts dirnichts weg. Der Leser spürt den (medizinisch begründbaren) Ärger, der den medizinisch geschulten Autoren gegen die Scharlatane bewegt, antreibt. Aber schon auf den ersten Seiten wird ein großes Manko deutlich: Verzettelung. Das zweite grundsätzliche Manko des Buches: Voreingenommenheit, zu der sich Interpolation gesellt. Das zeigt sich bei der Fixierung der Argumentationsprämissen. Ado spricht von "die Medien", die "bevorzugt Menschen zu Wort kommen" gelassen haben sollen, die in Moodys Schema paßten. Belege für diese Behauptung? Fehlanzeige. Das Nichtbelegen von artikulierten Behauptungen wird allerdings nicht konsequent durchgehalten, was die Lektüre schon zuweilen ärgerlich macht.

    Als welche Textsorte soll der Text verstanden und dementsprechend gelesen werden: als Essay?
    Dann sollte Ado auf Belege gänzlich verzichten und den Plauderton kultivieren.
    Als wissenschaftliche Streitschrift?
    Dann sollte jede Behauptung, sei sie im Sinne des Besprochenen oder wider ihn, mit entsprechenden Belegen bestätigt oder konterkariert werden.
    Oder als eigene Thesenschrift?
    Dann sollte Ado seine empirisch-fixierbaren Belege anführen.

    Die Beifügung Informationen läßt hier zu viel offen. Ein Leser hat das Recht darauf, die intentionale Absteckung der Befasse vorab zu erfahren.
    Doch Ado verzichtet auf jede der genannten Möglichkeiten und belegt das eine, ein anderes, nicht weniger wichtiges, dagegen nicht. Da er zudem nicht bei einer These bleibt, entsteht der Eindruck des Sichverzettelns, was bei einem Essay nicht qualitätsmindernd wirkt, wohl aber bei einer Streitschrift, die den Anspruch zu besitzen scheint, ab und an Belege zu liefern, um so glaubwürdiger zu erscheinen.
    Glücklicherweise setzt sich in der Streitschrift immer wieder der spöttische Ton durch, der über die genannten Unzulänglichkeiten hinweghilft. Beispiel gefällig? "Diese Debatte wirft [entweder] kein gutes Licht auf das Jenseits und dessen Betreiber." (S. 16.)
    Nach einer episodischen Auseinandersetzung mit einem Fragekatalog Greysons formuliert Ado auf Seite 24 als punctum saliens: "Die Diskussion darüber, wann der Tod einsetzt [zuvor hatte Ado behauptet, daß Herz-Lungen-Maschinen es nötig gemacht hätten, andere Todesdefinitionen zu entwickeln], ist bedeutungslos für die Frage, ob Nahtoderlebnisse Hinweise auf ein nachtodliches Geschick des Menschen sind."
    Die erscheint mir in der Tat als die entscheidende Fragestellung für dieses Buch.
    Als Atheist und Naturalist ist man geneigt, die Uneindeutigkeit der empirischen Ergebnisse als ein Nichts zu interpretieren, also als einen Nichtzustand des Menschen nach dem physischen Tod. Allerdings jedoch sind der Rätsel viele. Man denke nur an das 21-Gramm-Problem, das bis heute nicht gelöst werden konnte. Ados Erklärung, daß der Mensch "zu sehr an sich" (S. 28) hänge, um den Tod als etwas Endgültiges hinzunehmen, reicht nicht aus, um die NTE (Nahtoderlebnis) als bloße Postzipate zu klassifizieren.

    "Das Paradies ist nicht realitätstauglich." (S. 33.) - Wir nähern uns dem Höhepunkt der Auseinandersetzung, auf dem die Frage beantwortet werden soll, ob NTE überhaupt aussagekräftig sind, eine Grundfrage der Menschheit zu beantworten: Gibt es ein Leben nach dem Tod?
    Ado hätte ein spannendes Buch schreiben können, wenn er eine andere Intention verfolgt hätte als die, die von zahlreichen Scharlatanen vorgebrachten empischen "Beweise" zu zerpflücken. Spannender und sicherlich auch lesenswerter wäre doch eine Fragestellung gewesen, die darauf abgezielt hätte, den EMPIRISCH versuchten Beweis für NTE überhaupt als Gotteslästerung in Frage zu stellen. Mir als Christ ist es völlig schnuppe, ja sogar widerlich, wenn ich "Berichte" aus dem Jenseits lese, Berichte vom Zwischenreich, in dem der interregi recti seine Schäfchen hütet, bis Jesus uns (Schäfchen) erlöst. Ist das Christentum? Für mich nicht. Das sind doch nur Interpolationen ungläubiger Hysteriker, die sich mit der Begrenztheit ihres irdischen Körpers nicht anfreunden können und ihre Unzulänglichkeiten in einem Später transzendieren, also nunmehr schmerz-, körper- und charakterlos, möchte ich ergänzen, das Schlaraffenland mutmaßen. Soll das religiös sein? Für mich ist es das nicht.
    Man stelle sich vor, es wäre erwiesen, daß es ein Leben nach dem Tod gibt... Ado nennt unser Dasein dann sinnlos. Beinahe nicht zuunrecht. Selbstredend wäre unser Leben auch dann sinnvoll, eben unter anderen Bedingungen. Aber wir würden eine wichtige Funktion unseres Menschseins verlieren, nämlich die Faustik. Statt dessen gäbe es ein Gutteil Hedonismus mehr. Noch ein grund, warum man den leuten, die partout das NTE beweisen wollen, als Christ und Mensch entgegentreten muß. Besoffene Kühe, fettgefreßne Babys, gleichgültige Schlaffiehs... Ich will das nicht. Da ziehe ich doch die neurotische Dünnheit einer enthaltsam lebenden Wißbegier vor! (Achtung: Zweideutigkeit!)
    Aber zurück zum Buch: Ado stellt auf den ff. Seiten die These auf, daß sich jemand, der fernwahrnehmen könnte - es geht im Kontext der Trennung von Körper und Seele um Teleportation, Gedankenlesen und dergleichen -, doch sicherlich schon längst der Öffentlichkeit gezeigt hätte. Sicher? Ich würde mich der Öffentlichkeit jedenfalls nicht zu erkennen geben, wenn ich fernwahrnehmen könnte.
    Damit sind wir beim philsophischen Fragepunkt der chose: Gibt es einen Dualismus oder sind Körper und Seele monistisch miteinander verbunden? Die Vertreter der dualistischen NTE vertreten die Auffassung, es gäbe eine "Informationsübertragung ohne [vorigen] Energieübertrag". Ado stellt die zur Lösung des Problems richtige Frage: "Wieso bindet sich das Bewusstsein/Geist/Seele an eine durch Evolution entstandene Lebensform und warum passen sie zueinander?" (S. 39.)
    Allerdings versteigt sich Ado, den Dualismus falsifizieren zu wollen. Weil es dies und jenes noch nicht gab, soll er falsch sein. Tatsächlich? Läßt sich so argumentieren, weil es bislang nur wünschenswerte Intentionalität gab (Willensfreiheit, Dualismus, NTE), aber keine empirischen Beweise belegbar sind, kann es das alles nicht geben? Und es ist eben DOCH so, daß das, was wir wünschen, oft eintritt oder zu existieren beginnt, eben, weil wir es uns wünschen. Und ich rede hier nicht von sich selbst bewahrheitenden Prophezeiungen resp. Prognosen. Man muß es als Mann des Geistes zulassen, daß es mehr zwischen Himmel und Hölle gibt, als es die Schulweisheit zuläßt.
    Abgesehen davon WÄRE, gesetzt den Fall, es gäbe keinen Dualismus von Körper und Seele, damit noch längst nicht erwiesen, daß NTE letztlich nur Körpernachklänge o.ä. seien, also nichts mit einer nachtodlichen Seelentätigkeit zu tun hätten. Es wäre immerhin noch möglich, daß sich der tote Körper in verschiedene Substanzen auflöst, wie er es sowieso macht. Warum sollte da nicht auch etwas (unstoffliches) Seelchen dabeisein, sagen wir 21 Gramm? Geht nicht? Weil Seele dann stofflich sein müßte! Geht doch, weil manchmal etwas in etwas schlummert, was in etwas nicht fixiert werden konnte. (Ein Regressus, den ich jetzt nicht verfolgen werde.)
    Die ff. Seiten befassen sich mit der irrigen Auffassung, daß der empirisch erbrachte Beweis resp. das Ausbleiben eines solchen, die These von realit faßbaren NTE aushebeln würde. Es ist aber nicht so, denn eines ist klar: Wenn auch nur einmal eine Lösung der Seele vom Körper belegt worden wäre, wäre das der Tod des Materialismus. Umgekehrt bedeutet es keineswegs den Tod des Idealismus, daß bislang kein Beleg erbracht worden ist.
    Aber neben dieser grundsätzlichen Fehlannahme (Reifikation), die, selbst für den Fall einer vollständig anmutenden Beweisaufnahme, kein unanfechtbares Ergebnis zeitigte, formuliert Ado auch interessante Folgerungen, beispielsweise auf Seite 59: "Wenn dies zuträfe [ein Nullinien-EEG], dann wäre es erstaunlich, dass nicht alle Menschen eine NTE erleben, wenn ihr Gehirn abschaltet. Mann könnte den Schluss ziehen, dass nicht alle Menschen eine Seele haben."
    Natürlich kann Ado dieser Problematik nicht nachgehen, ohne sich in anthropologisch-psychologische Irrgärten begeben zu müssen. Auch das hätte die "Informationsschrift" ungleich interessanter werden lassen.
    Diese Gärten betritt Ado nicht, wohl aber findet er seinen trockenen Humor vom Anfang des Buches wieder: "Vor allem Dimethyltryptamin (DMT) ist in jüngerer Zeit als möglicher NTE-Auslöser zu Prominenz gelangt. Es findet sich im menschlichen Körper und zeitigt in höheren Dosen NTE-Effekte. Leute, denen in Versuchen DMT verabreicht wurde, hatten dieselben Erlebnisse wie Nahtoderfahrene." (S. 73.)
    Sag ich doch: In uns ist alles.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Danke für die Rezension. Als Autor ist man interessiert, was die Leser so denken.

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    Ado hätte ein spannendes Buch schreiben können, wenn er eine andere Intention verfolgt hätte als die, die von zahlreichen Scharlatanen vorgebrachten empischen "Beweise" zu zerpflücken. Spannender und sicherlich auch elsenswerter wäre doch eine Fragestellung gewesen, die darauf abgezielt hätte, den EMPIRISCH versuchten Beweis für NTE überhaupt als Gotteslästerung in Frage zu stellen.
    So ein Buch können Christen schreiben. Allerdings dürfte sich der Verkaufserfolg in Grenzen halten.

    (Noch kleine Korrekturen bezüglich der Zitate. Im Buch steht auf S.73 "Prominenz" und auf S.59 "Man")

  3. #3
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Ui je, das ist ein schnalzender Fehlschluss - mit krummer Wahrscheinlichkeitsargumentation:

    Die ff. Seiten befassen sich mit der irrigen Auffassung,
    daß der empirisch erbrachte Beweis resp. das Ausbleiben eines solchen,
    die These von realit faßbaren NTE aushebeln würde.

    Es ist aber nicht so, denn eines ist klar:
    Wenn auch nur einmal eine Lösung der Seele vom Körper belegt worden wäre,
    wäre das der Tod des Materialismus.
    Umgekehrt bedeutet es keineswegs den Tod des
    Idealismus, daß bislang kein Beleg erbracht worden ist.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Erkläre Er sich!

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Ok, etwas verkürzt, aber am Intelligent Design-Problem lässt sich recht gut das Falsifikationskriterium
    und seine Überzeugungskraft skizzieren. Zu den NTEs hat Eris Ado sehr genau die jeweiligen Argumentationen
    durchleuchtet:

    (1.) Occam´s Razor

    Es gibt in der modernen Wissenschaft eine grundlegende Spielregel:

    „Lasst uns sehen, wie weit wir das Verhalten des physikalischen und materiellen Universums anhand rein physikalischer und materieller Ursachen erklären können, ohne uns auf das Übernatürliche berufen zu müssen.“
    Occam und Einstein mögen hier als Vertreter auftreten:

    Occams razor.JPG

    „Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem“; “Pluralitas non est ponenda sine necessitate”:


    o Man sollte die Menge der für existent gehaltenen „Dinge“ nicht vermehren — außer man ist dazu logisch gezwungen.

    o Man sollte ein Mehr an „Dingen“ nicht akzeptieren, wenn die empirisch erfassbaren Dinge für eine Erklärung von Naturvorgängen ausreichen.

    o Erst wenn diese nicht ausreichen, darf man von zusätzlichen „Dingen“ wie „Gott“ oder „Geist“ ausgehen.


    (2) Das „eliminative Messer“ der Naturalisten (Materialisten) und die Strategie des Dualisten Behe


    Manchmal wird „Occam´s Razor“ sehr aggressiv eingesetzt, man spricht dann von „eliminativem Occam-Messer“ . Hier erst einmal ein Verfahren der milden Art. Die Fragezeichen zeigen es:

    Occam mildet.JPG


    Was ist ein „Naturalist“?

    Dualisten glauben, dass es neben der Materie auch „Geist“ gebe. Dieser sei bei der Erklärung der materiellen Welt bei komplexeren Strukturen ein notwendiges Deutungsmuster.

    Materialisten (Naturalisten) sind Monisten. (Es gibt auch Monisten, die glauben, dass alles „Geist“ ist, aber diese Auffassung findet sich sehr selten, so dass man sie vernachlässigen kann.) – Materialisten glauben, man könne mit „materiell“ abgesicherten Beobachtungen, also mit Sätzen, die empirisch verifiziert (material wahr) werden können, alles erklären. Man brauche dazu nicht solche Phänomene wie „Geist“ oder „Gott“ oder ähnliches.

    Zumindest seien naturalistische Erklärungen weit weniger problematisch als Erklärungen von Dualisten. Und damit wahr oder zumindest wahrscheinlicher.

    Wie argumentieren moderne Dualisten?
    Behes Mausefalle und Intelligent Design

    Darwin schrieb: „Wenn bewiesen werden könnte, dass irgendein komplexes Organ existiert, das unmöglich durch viele aufeinanderfolgende kleine Veränderungen entstanden sein kann, würde meine Theorie vollkommen zusammenbrechen“ (1859).

    In diesem Zusammenhang definiert Biochemiker Michael Behe (1997) ein System als irreduzibel komplex, wenn es aus mehreren, in Wechselbeziehung zueinander stehenden Teilen besteht, wobei die Entfernung auch nur eines Teiles die Funktion des ganzen Systems zerstört – wie bei einer Mausefalle.

    Flagellum.JPG

    Solche Systeme können sich kaum durch den Darwinschen Prozess entwickeln, weil nur das ganze System funktionsfähig ist und alle Vorstufen durch Selektion als funktionsunfähig eliminiert wurden. Mit anderen Worten, irreduzible Komplexität steht im Gegensatz zu kumulativer Komplexität.

    Behe demonstriert, dass es in der Natur viele molekulare Maschinen gibt, die solche irreduzible Komplexität besitzen. Ein Beispiel dafür ist der unglaublich kleine elektrische Motor, durch den Bakterien schwimmen können (35000 solcher Motoren wären gerade mal einen Millimeter lang). Dieser Motor braucht ungefähr 50 Proteine, und wenn auch nur eines fehlt, verliert man die Motorfunktion vollkommen.

    Folglich ist eine „geistgesteuerte Evolution“ durchaus plausibel, der eliminative Materialisus/Naturalismus muss sich dem Argument der hochkomplexen Phänomene stellen.


    (3) Das „Bestätigungsproblem“ und das Problem der „fehlenden Falsifizierbarkeit“

    Nun ist Behes Argument starken Angriffen ausgesetzt, es gibt sehr wohl weniger komplexe, als Vorstufen geeignete Formate.

    Allerdings muss man sich wohl als Vertreter des ID doch einer „schweren Nuss“ - einer viel schweren - stellen. Es geht um das Problem der Falsifizierbarkeit :
    An naturwissenschaftliche Theorien wird üblicherweise der Anspruch gestellt, dass sie zumindest prinzipiell an der Erfahrung scheitern können (Falsifizierbarkeit). Vertreter des ID (z. B. Dembski 2001) formulieren explizit als Falsifikationskriterium, dass sie ID aufgeben würden, falls die Entstehung irreduzibel komplexer Systeme naturalistisch, rein evolutiv erklärt werden könne.
    Das wäre aber gar keine Falsifikation, weil ID selbst auf diese Weise gar nicht getestet würde: Es würde nur dem Ockham’schen Rasiermesser oder Sparsamkeitsprinzip zum Opfer fallen, weil es als Erklärung nicht mehr benötigt wird und daher unwahrscheinlicher ist.
    Zudem kann ID prinzipiell so auch gar nicht widerlegt werden: Selbst wenn man die Entstehung aller irreduzibel komplexen Systeme naturalistisch erklärte, bedeutet das noch lange nicht, dass nicht irgendein Planer bzw. Schöpfer ab und an die Finger im Spiel gehabt haben könnte.

    Anders dagegen die Evolutionstheorie:

    Es liesse sich leicht eine Welt vorstellen, in der eine Evolutionsauffassung gar nicht erst aufkommen würde:

    Fossile Evidedenz.JPG

    o Fände man in Gesteinen unterschiedlichen Alters jeweils die Fossilien in regelloser Abfolge.

    o Oder: Hätte jede Organismengruppe einen eigenen genetischen Code oder einzigartige Enzymausstattungen, käme niemand auf die Idee, es könne so etwas wie eine gemeinsame Abstammung geben.

    So gesehen ist die Evolutionsvorstellung prinzipiell falsifizierbar. Mit einer Schöpfungsvorstellung hingegen lässt sich jede beliebige Welt in Einklang bringen: Der Schöpfer hat sie halt so erschaffen.

    ID ist daher nicht einmal prinzipiell falsifizierbar. Und jedes andere Erklärungsmuster, das evolutionäre Prozesse als supragesteuert steht, ist dann auch zulässig: Das Nudelmonster, Nornenspindeln, Magdeburger Urkraftzentren, Elena Petrowna Blavatskys "Oberseele" in Knorrscher Ausformung (Knorr hat das Zitat mit "Prominenz" offensichtlich korrigiert, aber das von Eris Ado beiläufig monierte "Mann" ließ der Knorrmann stehen.…. Ein Beleg für selbstreferentiellen Habitus sui generis? Ein Kennzeichen auch seiner Argumentationsweise jenseits konventioneller steiniger Wege im irdischen Jammertal?)

    Magdeburger Urkraftzentren.JPG

    Analog:

    Wie kann man NT-Erfahrungen und die Existenz einer Seele widerlegen oder unwahrscheinlich machen?
    Es könnte ja prinzipiell irgendwann einmal möglich sein, den Austritt der Seele zu dokumentieren. (a)
    Ein Toter könnte sich aus dem Jenseits melden und Dinge melden, die nur er wissen kann, die sich nun aber nachprüfen lassen.
    Ein Gehirntoter könnte nach einer geraumen Zeit wieder aufwachen und ....
    außerkörperliche Erfahrungen (der Turnschuh-Case) bei Kimberly Clark, Eris Ado hat dazu geschrieben, siehe S. 47
    .....
    Dann wäre eine nichtnaturalistische Erklärung belegt. Und naturalistische Erklärungen widerlegt.

    Umgekehrt: Naturalistische Erklärungen der NT-Erfahrung sind dann widerlegt, wenn Fall a
    eintritt. Wenn sich Gehirnströme nach dem Tod feststellen lassen. Wenn man Gehirntote reanimieren kann
    und sie über den Sterbensort Dinge erzählen, die nur von einer Außenperspektive aus erlebt werden können.

    All das ist bisher nicht gelungen. Natürlich ist das nicht auszuschließen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.
    Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit einer Nichtweiterexistenz nach dem Tode sehr viel wahrscheinlicher
    als die Weiterexistenz.
    Erstmal nicht mehr und nicht weniger....
    Geändert von Willi Wamser (17.05.17 um 12:23 Uhr)

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von Willi Wamser Beitrag anzeigen
    Remmidemmi [..]
    Das Nudelmonster, Nornenspindeln, Magdeburger Urkraftzentren, Elena Petrowna Blavatskys "Oberseele" in Knorrscher Ausformung …

    Magdeburger Urkraftzentren.JPG


    Äh, Mann, geht das gegen mich?

    Antwort kömmt!

  7. #7
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Interessanter Exkurs....

    Eine Weiterexistenz wäre dann das gleiche wie eine Nichtexistenz...nur halt mit Wahrnehmung. Da ich jedoch für die Wahrnehmung (so wie wir sie kennen) all meine Sinne benötige...über die ich im Falle eine Weiterexistenz (die ich als Weiterexistenz dann auch wahrnehme) dann ja auch verfügen könnte---wäre die Weiterexistenz in Wirklichkeit nur eine Existenz.

    Oder anders ausgedrückt: Eine Weiterexistenz ohne Wahrnehmung wäre das gleiche wie eine Nichtexistenz. Bliebe uns die Wahrnehmung erhalten (was man defintiv ausschließen kann)...würden wir die Weiterexistenz als solche gar nicht erkennen. Es ist also völlig Wurst was nach dem Tode (so wie wir ihn "kennen") ist...wir können es nicht selbst erfahren.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von Willi Wamser Beitrag anzeigen

    (1.) Occam´s Razor

    Es gibt in der modernen Wissenschaft eine grundlegende Spielregel:

    „Lasst uns sehen, wie weit wir das Verhalten des physikalischen und materiellen Universums anhand rein physikalischer und materieller Ursachen erklären können, ohne uns auf das Übernatürliche berufen zu müssen.“
    Occam und Einstein mögen hier als Vertreter auftreten:


    „Entia non sunt multiplicanda praeter necessitatem“; “Pluralitas non est ponenda sine necessitate”:


    o Man sollte die Menge der für existent gehaltenen „Dinge“ nicht vermehren — außer man ist dazu logisch gezwungen.

    o Man sollte ein Mehr an „Dingen“ nicht akzeptieren, wenn die empirisch erfassbaren Dinge für eine Erklärung von Naturvorgängen ausreichen.

    o Erst wenn diese nicht ausreichen, darf man von zusätzlichen „Dingen“ wie „Gott“ oder „Geist“ ausgehen.
    Einstein und Occam in einem Athemzug! Öha! Bei Ocham oder Ockham oder Occam - wer kann das eigentlich mal endgültig klären - denke ich an meinen Lieblingsschauspieler Duchovny, der Ockham immer dann anführte, wenn seine Partnerin, die wissenschaftsgläubige Scully, empirische Belege für Mulders wahnwitzige Thesen einforderte. Der Mann sagte dann nur eines: Wenn das System der Wissenschaft keine Ergebnisse erzeugt, halten wir uns doch an die einfachste Erklärung: "Es waren Aliens!"
    Ockham kann also nicht angeführt werden, wenn es um empirische Wissenschaften geht.

    Und Einstein? Hammer-Argument, meine Damen. Einstein galt nie als Vertreter der empirischen Forschung. Stammt von ihm nicht der Spruch Der würfelt nicht. DER? Gott war gemeint. Anders gesagt, in allem, was lebt, existiert ein höherer Sinn, der sich mit dem (scheinbaren) physischen Ende wohl nicht ausgesonnen haben dürfte. Anordnung, Systematik, Paradoxa gehören zu dem Gesamtbild, das wir Menschen zu entschlüsseln haben, aber nicht, um Gott näherzukommen, sondern hinter den Bauplan zu kommen, der da nicht heißen wird: Zeugung - Geburt - Tod. Das wäre nämlich ohne Erklärung für die Null von Anfang und Ende, somit hinreichend sinnbefreit.

    Fortsetzung folgt...

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Und Einstein? Hammer-Argument, meine Damen. Einstein galt nie als Vertreter der empirischen Forschung. Stammt von ihm nicht der Spruch Der würfelt nicht. DER? Gott war gemeint. Anders gesagt, in allem, was lebt, existiert ein höherer Sinn, der sich mit dem (scheinbaren) physischen Ende wohl nicht ausgesonnen haben dürfte. Anordnung, Systematik, Paradoxa gehören zu dem Gesamtbild, das wir Menschen zu entschlüsseln haben, aber nicht, um Gott näherzukommen, sondern hinter den Bauplan zu kommen, der da nicht heißen wird: Zeugung - Geburt - Tod. Das wäre nämlich ohne Erklärung für die Null von Anfang und Ende, somit hinreichend sinnbefreit.
    Einstein und die Religion: Eine Geschichte voller Mißverständnisse. Einstein hat zwar öfters von Gott gesprochen, aber für ihn war Gott eher eine Metapher. Wenn Einstein gläubig war, dann war er ein Pantheist.

    https://gedankenfrei.files.wordpress...t-einstein.pdf
    Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken; mögen schwache Seelen aus Angst oder lächerlichem Egoismus solche Gedanken nähren.
    S.420

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Nein, kein Pantheist. Pantheismus ist Atheismus, denn er bedeutet nichts anderes, als daß Gott in allem (Pan) ist, quasi in jedem Stein, jedem Athemzug, jedem Gedanken. Ein solcher Gottesbegriff hebelt den freien Willen aus und macht Gott überflüssig. Einstein war demnach kein Pantheist, aber an einen persönlichen Gott glaubte er wohl auch nicht. Da stimme ich zu. Belohnungen und Bestrafungen sind keine Kategorie für Gott. Das ist eine primitive Vorstellung. Tu dies, dann gibt es ein Zuckerli - tu jenes, dann schmorst du in der Hölle. Nö, so läuft das nicht. Ist auch zu primitiv.

    Also stelle ich anheim, daß Einstein einen Gottesbegriff besaß, der sich eher im Ästhetischen bewegte. Letztlich aber ist es wurscht, welchen er besaß, wichtig ist nur zu klären, OB er einen besaß. Und dem scheint hier ja jeder zuzustimmen.

    Kommen wir also zum nächsten Aspekt der Williehschen Redundanzäquilibristik!

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Nein, kein Pantheist. Pantheismus ist Atheismus, denn er bedeutet nichts anderes, als daß Gott in allem (Pan) ist, quasi in jedem Stein, jedem Athemzug, jedem Gedanken. Ein solcher Gottesbegriff hebelt den freien Willen aus und macht Gott überflüssig.
    Einstein glaubte nicht an den freien Willen.

    In Sachen Gott berief Einstein sich auf Spinoza. Und Spinoza war Pantheist.
    http://www.tagesspiegel.de/politik/g...g/1233610.html
    Auf die Frage eines New Yorker Rabbiners, ob er an Gott glaube, antwortete Einstein: „Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.“ Und in einem Brief schrieb er: „Was ich in der Natur erblicke, ist eine großartige Struktur, die wir nur bruchstückhaft verstehen können. Diese Struktur muss jedem denkenden Menschen ein Gefühl von Bescheidenheit vermitteln – ein authentisches religiöses Gefühl, das mit Mystizismus nichts zu tun hat.“

  12. #12
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Wenn Du, aero, nur ein bisschen weniger schludrig recherchieren würdest und weniger essayistisch agiertest, dann hättest Du den physikalischen Kontext vom Würfelzitat eruiert (siehe Streusalzwiese), im Sinn von "Der Zufall ist nicht der Kern aller Dinge."
    Und Einstein hat - wo er zur religion begfragt wurde, weder theistisch, kaum deistisch, sondern eher pantheistisch gedacht:
    Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott,
    der sich mit den Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt."

    Nebenbei: Der Hauptpunkt scheint mir in der Analogie-Passage zu liegen.

    Warum zum Teufel kann man ernsthaft so argumentieren? Ich parodiere hier aeroliths Argujetationsmodus,
    aber die Parodie ist doch erkennbar, sehr erkennbar, sein argumentativer Ductus, oh weihhh.

    Dass Feen unter meinem Garten in Magdeburg hausen, kann man nicht widerlegen.
    Dass sie nicht dort hausen, auch nicht.
    Also liegt eine "Pari-Situation" vor. Beides sind Theorien, also sind sie gleichwertig.
    Genauso gleichwertig sind die Evolutionstheorie und die Theorie der Atlantiker.
    Naja und klar: Was sich nicht falsifizieren lässt, kann ich munter behaupten.
    Es ist ja auf jeden Fall plausibel, weil es nicht sich als falsch erweisen kann.


    salute
    Geändert von Willi Wamser (19.05.17 um 21:25 Uhr)

  13. #13
    andere-dimension
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    bei allem respekt, aber das ist mitnichten ein parisituation, denn anonsten müsste es sich im umkehrschluss ebenso um eine parisituation handeln.

    beispiel: vor uns beiden steht ein auto, das wir als solches auch wahrnehmen. wir können es sehen, anfassen und fühlen. ein dritter kommt hinzu und behauptet da stünde kein auto.
    personen und dinge sind beliebig austauschbar. wenn wir dein o.g. beispiel als parisituation akzeptieren...lässt sich alles infrage stellen...das vorhandensein der erde, deine eigene existenz...einfach alles. es ist...was ist. ob es einen gott gibt...diese frage stellt sich erst gar nicht. warum sollte sie sich auch stellen? unter deinem garten gibt es keine feen. nicht 50:50, sondern 100:00. zudem ist das eine suggestivfrage...ob es in deinem garten feen gibt. sie setzt voraus...dass es feen gibt - "wo"...das ist die eigentliche frage.

  14. #14
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Ja klar, AD, genau diese reductio ad absurdum versuche ich ja bei dem aero anzubringen.
    Seine Argumentation

    Die ff. Seiten befassen sich mit der irrigen Auffassung,
    daß der empirisch erbrachte Beweis resp. das Ausbleiben eines solchen,
    die These von realit faßbaren NTE aushebeln würde.

    Es ist aber nicht so, denn eines ist klar:
    Wenn auch nur einmal eine Lösung der Seele vom Körper belegt worden wäre,
    wäre das der Tod des Materialismus.
    Umgekehrt bedeutet es keineswegs den Tod des
    Idealismus, daß bislang kein Beleg erbracht worden ist.

    ist ja gerade hierin bescheuert.

    Und was ähnliches probiert er in seinem "Schulbuch", wo es um Evolution, missing link, die Atlantikeryetis und russische gelehrte geht...

    Da wurde er schon mal remmidemmimäßig angemacht:

    Bei allen salvatorischen Klauseln ("könnte", "wenige Belege", "versuche Muldaschews Argumente zu widerlegen"): In Roberts Schulbuchformulierungen gehört seine Sympathie recht deutlich den atlantischen Göttermenschen und ihrer Evolutionsferne.
    Schließlich sei die Evolution nur eine Theorie und damit höchstens gleichwertig mit gegenläufigen Theorien. ......
    Eine analoge Argumentation? Bitte: Dass die Pest von Bakterien ausgelöst wird, ist eine Theorie. Dass sie von Hexen ausgelöst wird, ist eine Theorie. Dass Hexen Bakterien einsetzen, um Pest auszulösen, ist eine Theorie.
    Also ist Theorie 3 und Theorie 2 ebenso gültig wie Theorie 1.
    Möge ein Kranker nie an einen Arzt geraten, der solche Vorstellungen hat und in seinem Vorzimmer Bücher von Julius Evola auslegt.


    Aber naja..

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Russells Tekanne kann auch nicht widerlegt werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Russells_Teekanne
    Aber niemand wird ernsthaft glauben, dass es diese Teekanne gibt.
    Die Beweispflicht liegt bei dem, der behauptet, dass es Einhörner, Feen, Geister, ... gibt.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Die Teekanne ist eine Parodie, also ein gedankliches Konstrukt. Die Existenz oder Nichtexistenz derselben ist unbedeutend für die Beantwortung der Frage, ob es Bedeutung hat, ob sie existiert oder nicht.

    Die Beantwortung der Frage nach dem freien Willen oder der Mutmaßung, daß Gott nicht würfele, besitzt dagegen weitgehende praktische Folgen. Genau wie die Beantwortung der Frage, ob es ein Leben der Seele nach dem physischen Tod ihres Wirtskörpers gäbe oder ob die Seele mitsamt dem toten Körper stirbt.

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Nochmal zu dem Pantheisten Einstein und seinem Spinoza-Touch, mit Lesehilfe akustischer Art:



    Princeton, 3.1. 54
    Lieber Herr Gutkind!
    Angefeuert durch wiederholte Anregung Brouwers habe ich in den letzten Tagen viel gelesen in Ihrem Buche, für dessen Sendung ich Ihnen sehr danke. Was mir dabei besonders auffiel war dies. Wir sind einander inbezug auf die faktische Einstellung zum Leben und zur menschlichen Gemeinschaft weitgehend ähnlich: über-persönliches Ideal mit dem Streben nach Befreiung von ich-zentrierten Wünschen, Streben nach Verschönerung und Veredelung des Daseins mit Betonung des rein Menschlichen, wobei das leblose Ding nur als Mittel anzusehen ist, dem keine beherrschende Funktion eingeräumt werden darf. (Diese Einstellung ist es besonders, die uns als ein echt "unamerican attitude" verbindet.)
    Trotzdem hätte ich mich ohne Brouwers Ermunterung nie dazu gebracht, mich irgendwie eingehend mit Ihrem Buche zu befassen, weil es in einer für mich unzugänglichen Sprache geschrieben ist. Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber doch reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann (für mich) etwas daran ändern. Diese verfeinerten Auslegungen sind naturgemäss höchst mannigfaltig und haben so gut wie nichts mit dem Urtext zu schaffen. Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Incarnation des primitiven Aberglaubens. Und das jüdische Volk, zu dem ich gerne gehöre und mit dessen Mentalität ich tief verwachsen bin, hat für mich doch keine andersartige Dignität als alle anderen Völker. Soweit meine Erfahrung reicht ist es auch um nichts besser als andere menschliche Gruppen wenn es auch durch Mangel an Macht gegen die schlimmsten Auswüchse gesichert ist. Sonst kann ich nichts „Auserwähltes“ an ihm wahrnehmen.
    Überhaupt empfinde ich es schmerzlich, dass Sie eine privilegierte Stellung beanspruchen und sie durch zwei Mauern des Stolzes zu verteidigen suchen, eine äussere als Mensch und eine innere als Jude. Als Mensch beanspruchen Sie gewissermassen einen Dispens von der sonst acceptierten Kausalität, als Jude ein Privileg für Monotheismus. Aber eine begrenzte Kausalität ist überhaupt keine Kausalität mehr, wie wohl zuerst unser wunderbarer Spinoza mit aller Schärfe erkannt hat. Und die animistische Auffassung der Naturreligionen wird im Prinzip durch Monopolisierung nicht aufgehoben. Durch solche Mauern können wir nur zu einer gewissen Selbsttäuschung gelangen; aber unsere moralischen Bemühungen werden durch sie nicht gefördert. Eher das Gegenteil.
    Nachdem ich Ihnen nun ganz offen unsere Differenzen in den intellektuellen Überzeugungen ausgesprochen habe, ist es mir doch klar, dass wir uns im Wesentlichen ganz nahe stehen, nämlich in den Bewertungen menschlichen Verhaltens. Das Trennende ist nur intellektuelles Beiwerk oder die "Rationalisierung" in Freud'scher Sprache. Deshalb denke ich, dass wir uns recht wohl verstehen würden, wenn wir uns über konkrete Dinge unterhielten.
    Mit freundlichem Dank und besten Wünschen,
    Ihr A. Einstein

  18. #18
    Rainer Zimmermann
    Laufkundschaft

    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Ist es möglich, daß es nur eine Seele gibt? Dann könnte ich mit diesem Begriff etwas anfangen. Die Seele verstehen, glauben oder vermuten eine Menge Leute verschieden. Gut, alle Leute.

  19. #19
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Was würdest Du denn "anfangen" wollen, Du, der Du nicht willst, was Du kannst?

  20. #20

    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Sein, was die Seele ist, wenn sie sich nicht durch künstliche Mauern von Denksystemen eingrenzen lässt?

    Gott hat es nicht nötig, sich zu beweisen. Und: War die Frage, mit der wir Wissenschaft auf den Weg schickten, nicht die nach der Verbindung zwischen Geist und Materie?

    Die "Teekanne" könnte auch als "Seelengefäß" betrachtet werden. Füllen wir das kalte Ego-Denksystem ohne innere Wärme hinein, ist jede individuelle Tasse, die wir damit füllen, "(k-)alter Kaffee". Es nutzt wenig, den "kalten Inhalt" in der Kanne zu belassen und heißes Wasser nachzugießen. Die Folge wäre ein lauwarmer Inhalt, niemals jedoch das gewünschte Ergebnis. Um heißen Tee zu erhalten, müssen wir die Tassen ausleeren und die Teekanne mit kochendem Wasser neu auffüllen.

    Neuen Wein sollte man nicht in alte Schläuche füllen. Den Begriff Gott mit dem zu vergleichen, was irgendwann "gesagt", "geschrieben" oder behauptet wurde, ist eine solcher Balken im eigenen Auge, der die "intellektuelle Trennung" von dem, was die Seele ist, verwässert.

    Der Gedanke, es gäbe einzig eine Seele, findet meine Zustimmung und wird sich letztlich irgendwann wisssenschaftlich beweisen lassen. Diese eine Seele wäre dann "die Teekanne" unserer Analogie; wir als individuelle Gefäße für den identischen "INHALT" müssten einfach alle "begrenzten Kausalitäten" (den kalten Kaffee) weggießen und die leere Teetasse mit neuem Inhalt füllen.

    Wer jedoch keine Teekanne "annimmt", wird die Tasse nicht leeren wollen. Wir haben "Ego-Denksystem" drin und Heisenberg nicht verstanden:

    "Die ersten Schlucke vom Trunk der Wissenschaft machen atheistisch, doch auf dem Grund des Bechers (Gefäßes,Anm.) wartet GOTT." (sinngemäß aus der Erinnerung, könnte ich aber suchen).

    Wenn die Tasse nicht annimmt, ein Gefäß für den Inhalt zu sein, wie könnte sie sich nicht ihrer Form zuwenden? Ohne eine Teekanne anzunehmen, deren Inhalt GETEILT wird, ist eine "Rationalisierung der Mangelsituation" relativ unumgänglich. Sich dann vom "(k-)alten Kaffee" zu trennen, erscheint dann als unsinniges "Opfer" des Wenigen, das uns "im Verstande" blieb.

    @aerolith: Wo finde ich den Eingangstext eigentlich? Hätte ich ja dann mal lesen können, bevor ich mich hier äußere... Daher: Sorry, war die obige These der EINEN SEELE, die ich aufgreifen wollte.

    Denn: Wo sollen sie denn "herkommen", wenn "die Singularität" der "Teekanne" aufgehört hätte, "einzuschenken", was immer der identische Inhalt ist?

    Daher stimme ich Einstein zu, der die "Besonderheitsdefinitionen" von Teetassen gleichen Inhaltes (in jedweder FORM) als Illusion erkannte.

    Wie schön die Tassen auch anzusehen sein mögen, im Moment gehen sie von der "begrenzten Kausalität" aus, die Form, nicht der inhalt wäre entscheidend.

    Ein "Tropfen GOTT" ist unter allen Fragmentierungen des Ganzen, der "kalte Kaffee", wir müssten uns über "Besonderheiten" definieren, die jedoch den Trinkgenuss nicht verbessern. Gießen wir mal aus, was wir bisher zu wissen meinten, dann könnten offene Fragen gestellt werden.

    Der "Zeuge" Einsteins, als ihm die Inspiration zu seiner Theorie "kam", sprach davon, Einstein hätte sich bei Gott bedankt. Bevor etwas neu "gedacht" werden kann, müssen ALLE begrenzten Kausalitäten aufgegeben werden. Sonst kann es nur "kalter bis lauwarmer Kaffee" bleiben.

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von Willi Wamser Beitrag anzeigen
    Ja klar, AD, genau diese reductio ad absurdum versuche ich ja bei dem aero anzubringen.
    Seine Argumentation

    Die ff. Seiten befassen sich mit der irrigen Auffassung,
    daß der empirisch erbrachte Beweis resp. das Ausbleiben eines solchen,
    die These von realit faßbaren NTE aushebeln würde.

    Es ist aber nicht so, denn eines ist klar:
    Wenn auch nur einmal eine Lösung der Seele vom Körper belegt worden wäre,
    wäre das der Tod des Materialismus.
    Umgekehrt bedeutet es keineswegs den Tod des
    Idealismus, daß bislang kein Beleg erbracht worden ist.

    ist ja gerade hierin bescheuert.

    Und was ähnliches probiert er in seinem "Schulbuch", wo es um Evolution, missing link, die Atlantikeryetis und russische gelehrte geht...

    Da wurde er schon mal remmidemmimäßig angemacht:

    Bei allen salvatorischen Klauseln ("könnte", "wenige Belege", "versuche Muldaschews Argumente zu widerlegen"): In Roberts Schulbuchformulierungen gehört seine Sympathie recht deutlich den atlantischen Göttermenschen und ihrer Evolutionsferne.
    Schließlich sei die Evolution nur eine Theorie und damit höchstens gleichwertig mit gegenläufigen Theorien. ......
    Eine analoge Argumentation? Bitte: Dass die Pest von Bakterien ausgelöst wird, ist eine Theorie. Dass sie von Hexen ausgelöst wird, ist eine Theorie. Dass Hexen Bakterien einsetzen, um Pest auszulösen, ist eine Theorie.
    Also ist Theorie 3 und Theorie 2 ebenso gültig wie Theorie 1.
    Möge ein Kranker nie an einen Arzt geraten, der solche Vorstellungen hat und in seinem Vorzimmer Bücher von Julius Evola auslegt.


    Aber naja..
    Ne, ne, mein Lieber, da gibt es wohl Unterschiede. Die Evolution hat sich in vielen Fällen als richtig erwiesen, kann aber auch etlichermaßen keine Antwort geben, eben beispielsweise die Kette vom Affen zum Menschen nicht vollends gliedern. Deshalb ist sie ja auch nur eine Theorie. Im Unterschied dazu gibt es Tatbestände, die den Zustand der Theorie verlassen haben, weil sie unstrittig sind. Zudem wollen wir hier doch nicht die Kategorien verwirbeln. Bakterien und Hexen. Ha ha. Hexen lösen doch keine Pest aus, sie können sie besten- resp. schlimmstenfalls herbeiführen, indem sie Bazillen einsetzen oder einsetzen lassen (durch Wirte). Das sind verschiedene Dinge, verschiedene Kategorien und verschiedene Blickwinkel.

    In einem Schulbuch, zumal in einem historischen, darf man nicht so tun, als ob man (als Autor) über die Geschichte Bescheid wüßte. Nichts ist so veränderlich wie die scheinbare Faktizität der Geschichte. Geschichte ist nämlich nichts anderes als Interpretation. Sie benötigt Fakten, um seriös zu wirken, bleibt aber im Grunde nur eine Wertung durch Nachgeborene, die ihre Wertvorstellungen und Meinungen einer Zeit überstülpen, die sie nicht selber erlebt haben - und wenn sie sie erlebt haben, dann färben sie sich die Erlebnisse meist rosarot.

    P.S. Ich sammle schon seit Jahren etliche eher unbekannte und verkannte Wahrheiten der Weltgeschichte. Beteilige Dich und schreibe mir Deine dazu!

  22. #22
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Was sich recht gut beweisen und belegen lässt:
    Aero im Knurrknorr-Modus schriebt dies und jenes.
    Und je nach Phase weiß er oder weiß er nicht, was
    er da so schriebte, schreibt oder geschrieben hat(te).

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    Thesen sind das, was sie eben sind, unbewiesene Behauptungen. Ich mache da keinen Unterschied, sofern sie beide nicht widerlegt sind.

    Ob nun Muldaschew oder die dato obwaltende Urmensch-Theorie eines aus den Quastenflossern (oder so ähnlich) entstandenen Menschenaffenmenschen in den Diskurs geführt werden...
    Beide Thesen sind unbewiesen und ob die eine oder andere itzo eine größere Wahrscheinlichkeit besitzt, das ist absurd, was ihre Tatsächlichkeit betrifft.
    Muldaschew ist nicht widerlegt worden, die Entstehung des Menschen aus dem Affen auch nicht, wohl aber weiß man inzwischen,
    daß der homo sapiens, als er in Europa eintraf, sich mit dem homo neanderthalensis zu verbinden wußte,
    wir Europäer also eine Verbindung aus beiden intelligenten Lebensformen sind,
    während der negride Afrikaner ein 100%iger homo sapiens ist.
    Und das, meine Damen, belegt doch hinlänglich, daß es auf der Erde durchaus mehrere intelligente Lebensformen geben kann,
    Darwins These von der unausgegorenen Menschheit, die keiner klaren Zielstellung folgt, also zu folgen ist.
    Doch geht Muldaschew ja noch weiter zurück, letztlich also gar nicht auf Darwin ein.
    120 Millionen Jahre werden da genannt.

    Wie will man da wirklich widersprechen können? Worum geht es?

    Um nichts anderes als die Quelle unseres Menschseins.
    Solche Quell-Sätze sind die Quell-Matrix
    aller Hammer-Knorr-Knurr-Thor-Spring-Sprung-Rhetorik.

    Ikonisch-Komisch.

    https://metrouk2.files.wordpress.com...0&h=258&crop=1

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    ironisch-epistemologisch...

    Wer würde schon einem Forscher widersprechen wollen, der das Alter der Menschheit auf wenigstens 120 Millionen Jahre fixiert? Ich jedenfalls bin nicht so vermessen.

  24. #24
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen

    Ob nun Muldaschew oder die dato obwaltende Urmensch-Theorie eines aus den Quastenflossern (oder so ähnlich) entstandenen Menschenaffenmenschen in den Diskurs geführt werden...
    Beide Thesen sind unbewiesen und ob die eine oder andere itzo eine größere Wahrscheinlichkeit besitzt, das ist absurd, was ihre Tatsächlichkeit betrifft.
    Muldaschew ist nicht widerlegt worden, die Entstehung des Menschen aus dem Affen auch nicht, wohl aber weiß man inzwischen,
    daß der homo sapiens, als er in Europa eintraf, sich mit dem homo neanderthalensis zu verbinden wußte,
    wir Europäer also eine Verbindung aus beiden intelligenten Lebensformen sind,
    während der negride Afrikaner ein 100%iger homo sapiens ist.
    Und das, meine Damen, belegt doch hinlänglich, daß es auf der Erde durchaus mehrere intelligente Lebensformen geben kann,
    Darwins These von der unausgegorenen Menschheit, die keiner klaren Zielstellung folgt, also zu folgen ist.
    Doch geht Muldaschew ja noch weiter zurück, letztlich also gar nicht auf Darwin ein.
    120 Millionen Jahre werden da genannt.

    Wie will man da wirklich widersprechen können? Worum geht es?

    Um nichts anderes als die Quelle unseres Menschseins.

    .......

    Wer würde schon einem Forscher widersprechen wollen, der das Alter der Menschheit auf wenigstens 120 Millionen Jahre fixiert? Ich jedenfalls bin nicht so vermessen.
    Ach, armer Willi, ruhig atmen.
    Pubertät wächst sich aus.
    Das Anti-EOS-Getöse hat sicher einmal seinen Dienst getan und bestimmt nicht
    mehr Denken und Ausdrucksmittel.

    Aber das gilt wohl nicht für Meister Aero,
    den mind-blowing-epistemic-sentences-creator.

    Er begibt sich voller Vergnügen in die Fiktion von Moulders
    unkonventionellen Erklärungsmodellen samt dem Anderen der "Aliens".
    Aero propagiert munter den.willing suspension/dispense of disbelief.
    Er stützt sich so direkt oder indirekt auf
    Samuel Taylor Coleridge.
    Gemäß diesem Kulturphilosophen ist der Rezipient eines fiktionalen
    Der Leser oder Zuschauer von Hobbithandlungen, Märchenhandlunge, SF-Handlungen
    willigt ein, sich auf eine Illusion einzulassen, um dafür gut unterhalten zu werden.

    In dieser Welt eines archaischen kollektiven Unterbewusstseins, bei den Jungschen Archetypen
    mag sich eine psychologisch wahre Welt erschließen.
    Doch macht man sie zum Referenzpunkt von Schulbüchern oder
    wechselt man windschlüpfrig vom rationalen Diskurs in den Diskurs der Wunder,
    dann wird mancher Aeroleser ratlos, amüsiert, indigniert
    das Unerquickliche im Schein einer besseren Aero-Welt
    nur schwer verputzen können.

    Vermutlich sieht Aero von Wolkenstein in solchen Reaktionen
    die immer wiederkehrende Bestätigung seines Adelsbriefes.
    Die Katze hier mag ihm wohl als sein geschmeidig spielendes Totemtier erscheinen,
    sofern er kein Hundeliebhaber ist.


    fortemtepraebe.jpg
    Geändert von Willi Wamser (21.05.17 um 08:47 Uhr)

  25. #25
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Eris Ado (Streusalzwiese): Nahtod, Nachtod, Naturalismus (2016)

    Zitat Zitat von Rainer Zimmermann Beitrag anzeigen
    Ist es möglich, daß es nur eine Seele gibt?
    Ein Seele, die sich Kim Jong-un, Vladimir Putin, Donald Trump, Rainer Zimmermann und ein paar Milliarden anderer Leute teilen? Das müsste eine ziemlich seltsame Seele sein.

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