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Thema: sterngucker

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    sterngucker

    drüben
    auf dem dach
    sitzt noch immer
    der engel
    mit schiefem lächeln
    ohne zu wissen
    dass er flügel hat
    zählt sterne
    die keine namen
    haben

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    hibbelig

    hibbelig

    Wenn ich die Verben so durchzähle, komme ich nicht umhin festzustellen, daß da ein Sitzendes maßlos überfordert scheint und schließlich gar nichts mitteilt. Weniger ist manchmal mehr.

  3. #3
    W. Nebel
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    Rechenmaschine

    Man zähle nicht nur die Verben, oh nein, man zähle auch genüßlich die Buchstaben und stelle fest: dies feiste Wesen benutzte gar Worte.

    Wenn ostdeutsche Wachsoldatenmentalität sich der Literatur bemächtigt, dann, ja dann, kommen wohl solche Beurteilungen dabei heraus.

    Weniger ist manchmal mehr, wie richtig, wie maßlos richtig...

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: sterngucker

    Wachsoldatenmentalität? Damit gebührt Dir der Preis für das Unwort der Woche.



    1. Ich bin kein Ostdeutscher, sondern Mitteldeutscher, bestenfalls Ostfale.
    2. Worte bestehen nicht nur aus Buchstaben.
    3. Texte bestehen nicht nur aus aneinandergereihten Worten.
    4. Gedichte bestehen vor allem aus dichtem Wortwerk, sind quasi überstrukturiert.


    Wenn jetzt Pillemauß in zehn Zeilen (Verse möchte ich Einwortzeilen wirklich nicht nennen) vier Verben benutzt, davon zwei Hülfsverben, dann darf der Leser doch fragen, was denn nun eigentlich getan wird! Denke ich. Ich werde hin- und hergerissen, muß sitzen und zählen und haben und sein, habe eine Konjunktion auszuhalten und wissen muß ich. Dann gibt es eine Diagonale, DRÜBEN, die aber nicht wieder zurückfindet. Das nenne ich UNVERDICHTET. Wie anders dagegen wäre es, wenn sich zwischen dem Betrachteten und dem Betrachtenden eine Verbindung ergäbe. Zeig sie mir, Neblichter! Das würde ich dann immerhin ein Gedichtle nennen. So aber. Nichts mit Verdichtung.

  5. #5
    W. Nebel
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    "Verdichtung"

    Genauer lesen...ich sprach von "ostdeutscher Wachsoldatenmentalität"..., ich sprach nicht von der Herkunft eines Menschen, einzig von der Herkunft seiner Geistesbefindlichkeit!


    "VERDICHTUNG?=Gedichte:Gedrängerangsal so manchen Seelchens= sich zu entladen-Peng, schon ist es auf das Papier gerotzt: keiner wollte es lesen, jeder liest es, schweigt-bedauerlich "habs nett verstande" -was solls!
    Dichtkunst-jetzt kommt wieder die Mär vom Verdichten, vom Einengen!
    Pah! Auseinander soll es treiben-alle Räume öffnen, wir wollen/sollen uns darin verlieren.
    Keine Markierung!
    Krank müssen sie uns machen,uns treiben, antreiben. Aber Enge?"

    Aus "Rotwang muß sterben" von X.Y. Sunsgury

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: sterngucker

    welchen makel haben leute des ostens.
    was hebt mittlere hervor.
    was zeichnet falen so aus.
    wachsoldatenmentaliltät.
    hmmm.... schmeckt auf der zunge...
    ausgezeichnet. recht passend.
    zu manchem bestimmten.
    wer ist pillemauß.
    und was. und wo.
    in deinem bett?
    wo beginnt dein horizont.
    dein westen, dein osten.
    dein süden.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: sterngucker

    Makel hat der, der nach Makel fragt. Abgesehen davon gibt es keinen OSTDEUTSCHEN WACHSOLDATENMENTALIKER oder so. Was soll das sein? Gibt es auch eine westdeutsche Wachsoldatenmentalität oder eine nordwestpolnische oder eine nordsüdenglische?
    Ich muß zweihundert Kilometer nach Osten und fünfhundert Kilometer nach Süden fahren, wenn ich zu einem bayrischen und somit "west"deutschen Bekannten fahren möchte. Ist es nicht langsam mal an der Zeit, diese aus Zeiten des Kalten Krieges stammenden politischen Begriffe wegzulassen oder dann einzusetzen, wenn sie einem bestimmbaren Zweck dienen sollen? Oder gibt es den Typus des ostdeutschen Wachsoldatenmentalikers? Dann habe ich etwas verpaßt, denn mir ist er entgangen. Wachsoldatenmentalität gibt es, aber ich habe da zwischen der russischen, deutschen, englischen oder dänischen kaum Unterschiede feststellen können. Andere kenne ich nicht. Mentalitätsunterschiede jedenfalls waren es nicht, überall das gleiche sture Glotzen, was mich daran denken ließ, daß alle Vorteile der Welt darin liegen, einmal im Leben etwas beschützen zu müssen, dem der Verlust der eigenen Individualität bestenfalls Akzidenz ist.
    Nicht daß wir uns hier mißverstehen, ich empfinde Wachen als nichts schlechtes, im Gegenteil, in Maßen erlebt, sind sie ausnehmend wichtig für die Charakterbildung, denn sie oktroyieren das Ego und lassen die eigene Wichtigkeit verblassen, was der egomanischen Jugend von heute gut zupaß käme. Aber ich bin nun keine hundert, daß ich so reden dürfte.

    Alles klar?

  8. #8
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    AW: sterngucker

    lies doch mal das Manifest, Tigerlilie dort findest du alles wirklich wesentliche zu den himmelsrichtungen.
    zum westen im osten empfiehlt sich nachdrücklichst, weil mit großem lesegenuß: "ostwind" von christina müller.

    gesinnungsterror ist doof, aber so manch degoutante provokation (ostdeutsche wachsoldatenmentalität) zerstört sich selbst als eben solche, sobald sie ausgesprochen.

    was mir am gedicht sehr gut gefällt, ist der engel, der nichts von seinen flügeln wei?. ein tragischer und schöner gedanke

  9. #9
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    AW: sterngucker

    ich bin bekennender wiener schlafsoldat, mentalitätstechnisch gesehen, und habe natürlich für autistische, geflügelte engeln, ein anderes sensorium als die hier versammelten östlichen und westliche militärtröten!

    natürlich geht es um verdichtung. es geht aber auch um entdichtung. powidel.

    dies ist natürlich hier wieder mal niemanden bewußt. schade!

    schnobs

  10. #10
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    AW: sterngucker

    Ach Tigerlilie, nicht jede sentimentale Träumerei ist ein Gedicht... und doch ist es schade, wenn diese (wenn auch nicht überirdisch spektakulären) Verslein einfach so übergangen werden - so furchtbar, wie der Aerolith meint, sind die nicht.


    PS: Auch wenn ich ihn ungern so öffentlich in Schutz nehme "ostdeutsche wachsoldatenmentalität" ist eine dieser durch nichts zu entschuldigenden Schüsse aus dem Hinterhalt (wir wissen ja, wie DER ostdeutsche Grenzer war - diese Brudermörder!). Abscheu. Musste gesagt werden.

  11. #11
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    AW: sterngucker

    ich danke euch für euer flügelschlagen.
    binden möchte ich mich weder mani noch pedo.
    und geschichten zu ost und west.

    pssst.

    klopfendes herz.
    ein chinesischer drache.
    türkischer honig.

    ich empfehle mich
    sehr
    Tigerlilie

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: sterngucker

    Einer der wenigen Ost-West-Ordner des Forums mit nur angerissenen Gesprächseröffnungen und zahlreichen losen Enden. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob es nicht doch klüger war, den Gedankenaustausch vor der Zeit des Streitens zu beenden. Am Ende bricht sich ein Redebedürfnis doch Bahn. Hier jedenfalls nicht.

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