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Thema: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    lava vendelt und schubt sich durch nächtliche läden. der mond schaut dabei zu.

    wir lavendelten
    uns aus

    wir lavendelten
    uns ein

    bis unsere schatten
    sich berührten

    zu dieser zeit
    nahmen wir uns
    in lavendelhaft


    schlussvariante:

    unsere nasen

    aber

    nahmen uns
    in lavendelhaft

    dort sitzen
    wir noch
    immer

    im gestern


    was meint ihr? welche variante soll dem lavendel nachgepfeffert werden? die zweite hat mehr fleisch, ist aber möglicherweise zu geschwätzig!

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    ich kann hier nix mehr ändern. hier die polierte fassung.

    lava vendelt und schubt sich durch die nächtliche läden der provence. der mond schaut dabei zu.

    wir lavendelten
    uns aus
    .
    wir lavendelten
    uns ein
    ...
    bis unsere schatten
    sich berührten
    .
    dann
    nahmen wir uns
    .
    in
    .
    lavendelhaft

  3. #3
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    finde die bilder dieses textchens sehr schön, die etwas abstrakte sprache zeigt mir ein totales losgelassensein... bin zwar absoluter laie und kann nur nach innerem gefühl was sagen, find es aber schön...

    lou

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    --------------------------------------------------------------------------------

    lyrik funktioniert so, dass für vorgänge andere vokabeln als die üblichen gefunden werden. es geht hier in diesem text unter anderem um die identitätsstiftende kraft von gerüchen in begegnungen (um das hässliche wort beziehung - klingt nach schweiss, arbeit und wolgaschleppern - zu vermeiden)

    ok, zuerst schnuppert man, man lotet, man pendelt das DU aus.

    wird irgendetwas brauchbares gefunden, pendelt man sich ein. solange bis man das dunkle im anderen spürt.

    dann wird gevögelt. und wenn der geruch passt, ein zweitesmal. und wenn der geruch die seele einseift, dann kann es obsession werden. dann ist man in ein dauervögeln hineingeglitten und in lavendelhaft genommen. das scheint mir durchaus stimmig und aus dem leben gegriffen.

    so seh ich das zumindest. ist jemand anderer meinung?

    schnobs

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    Ja. Ich bin anderer Meinung. Definitiv. Lyrik, jedenfalls seit Baudelaire, hat mit vögeln nichts mehr am Hut. Oder?

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    lieber lester, ich möchte nicht missverstanden werden: ständig herumzunickeln halte ich auch für öd, der grenzwertnutzen sinkt einfach.

    mir ging es um die frage: warum werden gedichte geschrieben?


    1. balz
    2. bekümmerung, wenn balz fehlgeschlagen ist
    3. beschreibung der balz



    jede lyrik lässt sich zwanglos in eine der drei kategorien einordnen. sag ich mal.

    schnobs

  7. #7
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.



    1. balz
    2. bekümmerung, wenn balz fehlgeschlagen ist
    3. beschreibung der balz


    jede lyrik lässt sich zwanglos in eine der drei kategorien einordnen.
    >>>schnobsi. danke. hast mich ein weiteres mal zum schmunzeln gebracht. und darum ganz ernsthaft jetzt:
    du lässt da viel raum unter punkt 1); diesen zu füllen seh ich zwei möglichkeiten, oder mit anderen worten: so oder so scheint mir ein punkt vergessen worden zu sein von dir in deiner liste:

    entweder du meinst unter 1) lyrik als ersatzhandlung, also lyrik statt der balz bzw. lyrik sozusagen als balz?

    oder du meinst unter 1) lyrik als des dichters mittel zur verführung und damit den dichter als verführer.

    was meinst?

    Mr. Jones

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    lieber mr.jones,

    bei punkt 1) hatte ich deinen punkt2) im auge. an punkt 1) habe ich bei punkt 1) gar nicht gedacht!

    als ersatzhandlung empfehle ich das onanieren, um einmal die ent auf die schlacke zu bringen!

    die onanie ist leistungskräftiger als die lyrik.

    ist aber nur meine persönliche ansicht!

    schnobs

  9. #9
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    "als ersatzhandlung empfehle ich das onanieren, um einmal die ent auf die schlacke zu bringen!

    die onanie ist leistungskräftiger als die lyrik."

    na ja, bei mir sieht das so aus: wenn ich schreib, hab ich eine hand frei noch, und die brauch ich auch: für die zigarette. während unterm schreibtisch, ohne hände, die putzfrau die wahre leistung vollbringt. hehe.

    Mr. Jones

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    Wegen solcher Ordner hat das Forum einen P 18 - Vermerk. Siehste!

    Zum Text: Wie so oft bei Schnoberles Texten kömmt er auch hier nicht zu Potte. Das liegt wohl auch nicht in seiner Absicht. Er möchte zum Zug resp. zur Nase kömme. Das Literarische ist, wie auch hier prononciert, ambivoque, ein Behelfsmittel, also nicht Zweck oder Ziel, sondern Methode, eine zur Verfügung stehende Möglichkeit zur Befriedigung körperlicher Lüste. Meinethalben. Aber dann gehen Geist und Körper eine Verbindung ein, die das Körperliche prästabiliert, nicht aber dem Geist überhaupt die Möglichkeit schafft, sich zu entfalten. Auch der Geist dient dann nur dem Körper. Und das ist einem Idealisten wie meinereiner eine ungeheuerliche Vorstellung/Annahme.

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Richard
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    AW: lavendelhaft. ein pendelndes olifakt.

    Zitat Zitat von Schnob van Quittenlauch Beitrag anzeigen
    wir lavendelten
    uns aus

    wir lavendelten
    uns ein

    bis unsere schatten
    sich berührten

    zu dieser zeit
    nahmen wir uns
    in lavendelhaft



    Der gute Schnob.

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