+ Antworten
Seite 8 von 13 ErsteErste ... 678910 ... LetzteLetzte
Ergebnis 176 bis 200 von 314

Thema: Ist unser Wille frei?

  1. #176
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    9.September 2000
    Beiträge
    9
    Renommee-Modifikator
    0

    ***

    freiheit ist um nichts als sich selbst kümmern zu müssen und das ist bares glück.

  2. #177
    Gast
    Laufkundschaft

    AW: Ist unser Wille frei?

    Freiheit ist, im eigenen Rhythmus zu atmen.

  3. #178
    kls
    Laufkundschaft

    Freiheit ist,

    sich selber zu sein. Vorausgesetzt, man macht sich erst noch die Mühe, herauszufinden, wer man überhaupt ist.

  4. #179
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.292
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    10

    AW: Ist unser Wille frei?

    das ist immer wieder interessant, daß atheisten, agnostiker und zyniker die freiheit des willens ablehnen. dieser ursächliche zusammenhang zwischen ablehnung der willensfriheit und gottesbegriff ist immer wieder festzustellen.

    ich erkläre mir das so, daß diese leugner ihrer eigenen vernunft schon mal gar nicht trauen, ihre entscheidungen nicht als leistung, sondern als mathematische gleichung betrachten, ihre Urteile als wesenlos ansehen müssen, als notgeborenes eben, zwang. gott ist fern - wenn es ihn überhaupt je gab. töter als tot. nur kinder und dumme menschen können ihn denken, glauben, wissen, erhoffen... also ist alles not und zwang, bestenfalls durch chemie oder mathematische operatoren zu beschreiben. das leben, die welt, selbst die vernunft und der verstand sind so.

    das ist dann die absinke ins rein stoffliche und die entäußerung des menschen von allem, was mit freiheit, mit entscheidung und mit hypothetik zu tun hat.

    meist sind es lebenserfahrungen und schlechter umgang, falsche grundsatzentscheidungen und enttäuschungen, die menschen zu vertretern der not machen. dagegen hülft kein argument, denn das bleibt theorie. und so ist die frage der willensfreiheit akademisch wohl kaum zu entscheiden, es bleibt eine glaubensfrage.

  5. #180
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    408
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Ist unser Wille frei?

    ein wille ist immer bestimmt. das ist seine bestimmung, sozusagen.

    ein freier wille ist ein unwilliger wille und als solcher taugt er nichts.

    hier wird überhaupt alles durcheinandergemixt, verwurschtet und velwechsert.

    freiheit, gott, wille, agnostiker, zyniker, zufall und determination flattern umher wie aufgescheuchte hühner.

    wie weiter oben bereits ausgeführt: ein wille ist dann frei, wenn ausreichend einsicht und zurechnungsfähigkeit gegeben sind. das ist bei einem menschen mit durchschnittlicher intelligenz, der fahrtüchtig ist (promille!) und nicht von außen eingeschüchtert und genötigt wird, stets der fall.

    mehr braucht es nicht.

    keine metaphysik, keine transzendentalen instanzen wie freiheit oder gott, keine nebulosen begriffe wie seele und geist.

    ich vertraue auf die vernunft. wenn ich auch bescheiden damit ausgestattet bin, so ist sie doch das einzige, auf das halbwegs verlass ist. was besseres hab ich nicht. ich weiss, dass meine vernunft nicht alle fragen beantworten kann, aber meine erfahrungen kann sie einigermaßen ordnen und für mein diesseitiges leben reicht sie als orientierungshilfe völlig aus. eine bessere gibt es nicht.

    witzig ist, um in der diktion wolkensteins zu bleiben, witzig ist, dass all die idealistischen freiheitskämpfer, die für gott und geist in die bresche springen, dass diese die vernunft so wenig achten und sie in ihrer argumentation laufend tottrampeln und würgen!

    dabei wäre doch - ganz im idealistischen sinne - die vernunft eine geistesgabe und nicht bloß eine frage der schnöden organisation des gehirns.

    mir genügt mein gehirn. es ist ausreichend organisiert, um mein leben recht und schlecht und einigermaßen anständig hinter mich zu bringen. danach nicht die sintflut aber auch kein weiterleben nach dem leben. hoffentlich. mir reicht mein jetziges leben. das sei genug.

    ich bin auch nicht so anmaßend und egomanisch, dass ich verlangen würde, ewig weiter zu existieren, weder als seele, noch als geist. wozu? das überlasse ich den bewohnern englischer schlösser.

    und wer unbedingt auf geist und seele als transzendentale instanzen nicht verzichten will, dem rate ich einen besuch auf einer unfallstation für schädel-hirn-traumata, einer geriatrischen klinik oder einem pflegeheim für demente und alzheimerfälle. wenn er dann noch immer von der herrschaft des geistes über die materie, von der freiheit des geistes von physischen nöten und zwängen faselt, dann ist wirklich ende der disku.

    die physikalische welt an sich ist grossartig und erstaunlich genug. da braucht es keine metaphysikalische!

  6. #181
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.292
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    10

    AW: Ist unser Wille frei?

    Dieser Ordner füllte sich über die Jahre. Wie Eulenspiegel hier anfangs nahelegt, gab es wohl schon vor 2005 einen Ordner zum Thema. Den habe ich aber noch nicht gefunden. In diesen Ordner werde ich in den kommenden Tagen die etwa 200 Beiträge einlesen, die ich bisher gefunden habe. Also nicht wundern, wenn sich das hier allmählich füllt. Dieses Thema war eines der am heftigsten diskutierten. Zahlreiche Austritte aus dem Wolkenstein-Forum waren die Folge dieser Diskussionen. Soll noch einer sagen, Geistesarbeiter hätten keine Gefühle.

    Lesegenuß ist also nur beschränkt zuhanden. Nur für Liebhaber der Invektive und des dogmatischen Blickes geeignet.

    P.S. Einlesearbeit am 9. Mai 2017, 5:51 Uhr abgeschlossen. Ordner wurde von 41 Beiträgen befreit, die eher dem chat oder der persönlichen Beleidigung dienten.

  7. #182
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.093
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Ich habe da meine eigene...einfach gestrickte Antwort...der ich mich wie folgt näherte:

    Zunächst frage ich mich für wen oder was ist "frei" der Platzhalter

    Die Antwort kann nur "Zwängen" (schließt Grenzen usw mit ein...) heissen. Die Frage lautet also:

    "Ist unser Wille frei von Zwängen?" Eindeutig "Nein"...denn hinter jedem Willen steht ein Zwang - wobei sich Zwang auch durch "Trieb" ersetzen bzw ergänzen lässt.
    Diese philosophisch anmutende Frage ist also in Wirklichkeit eine wissenschaftliche.

  8. #183
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Zitat von Eulenspiegel aus dem Eingangstext:

    "Doch was für ein anderes Verständnis von Freiheit hat der Unerschrockene vorzuschlagen? Es ist im Kern dieses: Unser Wille ist frei, wenn er sich unserem Urteil darüber fügt, was zu wollen richtig ist. Und der Wille ist unfrei, wenn Urteil und Wille auseinander fallen - das ist der Fall beim Unbeherrschten, den seine übermächtigen Wünsche überrennen und zu einer Tat treiben, die er bei klarem Verstand verurteilt; und es ist der Fall beim inneren Zwang, wo wir gegen besseres Wissen einem süchtigen Willen erliegen. Die Unfreiheit zu überwinden und zur Freiheit zurückzufinden heißt jeweils, Urteilen und Wollen wieder zur Deckung zu bringen und eine Plastizität des Willens zurückzugewinnen, die in dem Gedanken Ausdruck findet: Ich würde etwas anderes wollen und tun, wenn ich anders urteilte. Das nämlich ist die richtig verstandene Offenheit der Zukunft.
    Keine neurobiologischen Befunde können die in diesem Sinne verstandene Freiheit gefährden. Das Zusammenfallen oder Auseinanderfallen von Urteil und Wollen hat eine neuronale Grundlage. Aber dass es diese Grundlage gibt, heißt nicht, dass es den beschriebenen Unterschied zwischen Freiheit und Unfreiheit nicht gibt. Neurobiologische Entdeckungen können Willensfreiheit nicht als Illusion entlarven. Wenn sie etwas entlarven, dann nur metaphysische Missverständnisse von Freiheit. Und um sie zu entlarven, brauchen wir die Neurobiologie eigentlich gar nicht. Klares Denken genügt.
    Aus der bisherigen Geschichte ergibt sich, dass der tausendfach beschworene Konflikt zwischen Determinismus und Freiheit keiner ist. Dieser angebliche Konflikt ist nicht mehr als eine mächtige rhetorische Suggestion, die man außer Kraft setzen muss. Der Kontrast zum Determinismus ist der Indeterminismus. Und der Kontrast zu Freiheit ist nicht Determinismus, sondern Zwang. Es gibt also nicht den geringsten Grund zu erschrecken, wenn wir vor den Tomografieaufnahmen unseres Gehirns sitzen und sehen, wie festgefügte naturgesetzliche Dinge vor sich gehen, wenn wir unsere Freiheit ausüben, indem wir uns entscheiden.
    Aber zeigen die Bilder nicht, dass in Wirklichkeit gar nicht wir entscheiden, sondern das Gehirn? Das klingt, als wären wir unfreie Marionetten. Doch so kann es nicht sein. Das Gehirn nämlich kann gar nichts entscheiden, die Idee des Entscheidens hat keinen logischen Ort in der Rede übers Gehirn. Entscheidungen im eigentlichen Sinne gibt es nur, wo von Gründen und Überlegen die Rede sein kann. Es ist ein Fehler, in die Rede über das Hirn einen Begriff wie "entscheiden" aus der Sprache des Geistes einzuschmuggeln. Es ist so, als spräche man in der physikalischen Geschichte über ein Gemälde plötzlich von seinem Thema.
    Die neurobiologische Herausforderung trifft uns, weil sie die Idee der Verantwortung und den Sinn moralischer Empfindungen in Frage stellt. Hätte die Hirnforschung die Willensfreiheit widerlegt, so müssten wir umdenken: Therapie statt Schuld und Sühne, Mitleid statt Groll und Empörung. Es wäre eine Revolution in unserem Menschenbild. Ist sie nötig?"
    Einzig über die Fähigkeit zu urteilen, wäre ein anderes Urteil zu fällen, denn wir können gar nicht mehr objektiv urteilen, verstricken wir uns in die Schuld, die nach Sühne ruft.

    So würde ich anmerken: Sühne statt Schuld und Mitgefühl statt Mitleid. Die Therapie des Egos ist unmöglich, man kann sich nur gegen das Denksystem entscheiden, wir könnten die Gesamtheit aller verwertungsrelevaten Information noch aufnhemen, angemessen verwerten und sozialverträglich wieder ausgeben. Das Ego sieht die "Beurteilten" nicht als Teil einer Gesamtmenge und betrachtet selektive Informationsschnipsel, die für das Ego zum Verurteilen ausreichen. Die ganze Wahrheit kann das Ego niemals in sein Urteil einbeziehen, was mit mentaler Entropie und sozialer Desintegration einhergeht.

    Das "Urteil" über einen 10-Punkte Plan für einen Verhaltenskodex, die Haltung des Geistes verändern zu wollen, kann nicht gelingen. Ich plädiere daher doch dafür, dass ich er Entscheider darüber bin, was ich in meinem Geist als wahr ansehe und empfinde. Ich entscheide, welche Gedanken ich denke. Das wurde vergessen, sonst ist der Eingangstext durchaus üb-er-denkens-wert. Mitleid ist jedoch kein Mitgefühl und die Therapie des Terrorgeistes immer eine Frage des Egos.

    Das Ego weiß nicht, was es tut. Die Symptombreite ist vielfältig und zugleich einfältig und lebt von der Angst vor dem Tod, der Strafe und der Schuld. Die Ursache der "Denkstörung" des Egos blieb in der Wissenschaft bisher unbeachtet und damit wurde die Denkstörung zur Norm. Wir sind der Geist in einem Körper, nicht aber der Geist eines Körpers.

  9. #184
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.093
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Nenne mir ein einziges Beispiel...wo etwas nach freiem Willen geschieht? Es gibt keins! Hinter jedem Willen steht ein übergeordnetes...von Trieben und Zwängen definiertes Ziel.

    Beispiel: Unfall, Auto brennt, Menschen sind darin eingeschlossen - zehn unbeteiligte Menschen sind am Unfallsort...acht davon bleiben untätig....zwei helfen ohne Aufforderung (freiwillig) und machen sich am Fahrzeug zu schaffen. Sie schaffen es nicht alleine und fordern drei der Untätigen dazu auf ihnen zu helfen. Zwei von den dreien kommen der Aufforderung nach. Ich behaupte; keine dieser zehn Personen handelte freiwillig, sondern instinktiv. Beim Untätigen bestimmt die Angst (Zwang)...beim Helfenden das Mitgefühl, die Fürsorge, das Verantwortungsgefühl. Egal was wir tun oder lassen, es sind immer die Gefühle die uns leiten. Gäbe es einen freien Willen...wäre das die Herrschaft des Verstandes über die Natur - das wird es aber nie geben...egal wie weit sich der Mensch noch entwickelt. Wir "gewinnen" immer nur einzelne Etappen...kommen aber nie als Erster ins Ziel.

    Und was verstehst Du unter "Denksystem"...wüsste nicht was das sein könnte. Wir können strukturiert denken und systematisch vorgehen. Aber Denksystem?

  10. #185
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    1. War es nicht eine freie Entscheidung, ins Auto zu steigen?

    2. Am Ende gibt es ein Denksystem, das auf der Freudschen Abwehrhaltung aufbaut und sich der Ausgrenzung bedient und eines, in dem die Liebe zur Schöpfung Inklusion erlaubt.

    3. Selektive Inklusion ist unmöglich, und wie ambivalent sich "die Helfenden" oft zeigen, lässt eher an Rache als Kompensationsform der Erniedrigung denken. Im "inklusiven Denksystem für eine Gesamtheit (hier Menschheit auf EINEM Planeten) kann es keine Ausnahmen geben.

    Freier Wille ist es, sich dem Denksystem desjenigen anzuschließen, der Vollkommenheit mit uns teilt, so wir diese wahrzunehmen wünschen. Dann ist Hilfe nur ein Erinnern dessen, was ist. Nicht ein physisches Klammern an immer genau das, was nicht so ist, wie das Ego es wünscht.

    Es ist freier Wille, sich dem Denksystem des Egos oder dem des Autors und Urhebers des Geistes anzuschließen. Wird die Quelle des Lebens im Körper gesucht, kann dieses daraus folgende Denksystem des Egos nur Verwirrung stiften.

    Daneben das Beispiel einer Bekannten, die mit ihrem Bruder zu einem Familienbesuch mitfuhr. Sie "sah" das Bild eines Unfalls 10 Minuten vor dem Unfall. Aber sie "sagte" nichts. Unsere Intuition als inexistent anzusehen und ihr nicht zu folgen, ist das eigentliche Dilemma.

    Es gibt ein weiteres Beispiel, wo wir gemeinsam unterwegs waren, sie es uns sagte und wir kurz NACH dem Unfall dort ankamen. Nur, weil sie es damals kommunizierte, konnte der Fahrer (damals ich) insofern reagieren, als ich langsamer fuhr und wir später an diese Stelle kamen.

    Es gibt nur ein Denksystem der Liebe und ein Nicht-Denksystem, in dem wir uns der Intuition berauben.

    Daneben gibt es ein Beispiel, in dem ich einen Unfalltod fünf Jahre vorher träumte. Aber ich sagte nichts...

    Auch daher kann ich mit der linearen Zeitvorstellung nichts anfangen und damit mit eurem Denksystem...

  11. #186
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    2.January 2012
    Beiträge
    176
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Ist unser Wille frei?

    Zitat Zitat von Michael Beitrag anzeigen
    Es gibt ein weiteres Beispiel, wo wir gemeinsam unterwegs waren, sie es uns sagte und wir kurz NACH dem Unfall dort ankamen. Nur, weil sie es damals kommunizierte, konnte der Fahrer (damals ich) insofern reagieren, als ich langsamer fuhr und wir später an diese Stelle kamen.
    Ein Unfall musste geschehen und es ist dir gelungen den Unfall jemand anders zuzuschanzen? Ist das nicht egoistisch?

  12. #187
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Nein, meine Bekannte hat "einen Impuls" weitergegeben, ein Bauchgefühl.

    Doch auf seine Bauchgefühle zu vertrauen UND diese auch in der Mitwelt weiterzugeben, ist eine Frage des Vertrauens in die gerade Anwesenden.

    Ist ein "reiner Rationalist" dabei, ein Atheist, jemand, der dies "lachhaft" fände, würde der Impuls des Bauchgefühls nicht oder weniger wahrscheinlich geäußert.
    geäußert

    Wir kamen durch diese Mitteilung nur später dahin, wo kurz vor uns der Unfall schon geschehen war.

    Allein die Intention Deines Gedankenganges ist abwegig" Wie willst du jemandem ein Unfallgeschehen "zuschanzen", wie Du oben meinst?

    Mit dieser Erklärung könnten wir dann die Kant´sche Metaphysik wieder zum Studienfach erheben...

  13. #188
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
    Registriert seit
    2.January 2012
    Beiträge
    176
    Renommee-Modifikator
    8

    AW: Ist unser Wille frei?

    Zitat Zitat von Michael Beitrag anzeigen
    Wie willst du jemandem ein Unfallgeschehen "zuschanzen", wie Du oben meinst?
    Z.B. indem man langsamer fährt. Diese Schlußfolgerung ergab sich aus dem von dir Geschriebenen.

  14. #189
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.093
    Renommee-Modifikator
    7
    Zitat Michael

    1. War es nicht eine freie Entscheidung, ins Auto zu steigen?
    ----------------------------------------------------------

    Es war eine Entscheidung, aber keine freie Entscheidung. Ob ich laufe, ins Taxi steige, den Bus oder die Bahn nehme, oder gar nicht aus dem Haus gehe, das bestimmern äussere Faktoren (Geld, Zeit, Kondition...usw). Eine freie Entscheidung wäre es nur dann, wenn ich für Bus, Taxi, Bahn, Fahrrad usw jeweils den gleichen Zeit-Energie und finanziellen Aufwand hätte.

    ...und ich weiß immer noch nicht was "Denksystem" bedeutet?

    Ich bin die letzten Wochen öfter mal mit dem Rad gefahren, aber das war dermaßen lebensgefährlich....dass ich meine Wegstrecken nun doch lieber wieder zu Fuß oder mit dem Auto zurücklege. Die Auto-Fahrer sind extrem rücksichtslos und unaufmerksam...zudem sind die Radwege nur unzureichen ausgebaut...obwohl ich in einer Universitätsstadt (zwangsläufig viele Studenten als Radfahrer unterwegs) wohne. Meine Entscheidung ist also nicht frei. Auch als ich mit dem Rad fuhr war sie nicht frei, denn ich wollte damit etwas für meine Gesundheit tun.
    Andere machen es der Umwelt zuliebe...oder weil die Geld sparen möchten.

  15. #190
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Zitat Zitat von andere-dimension Beitrag anzeigen
    Zitat Michael

    ...und ich weiß immer noch nicht was "Denksystem" bedeutet?
    Einsteins Frage: Ist das Universum ein freundlicher Ort?

    Ist er das nicht, kannst du keinen ruhigen und sicheren Moment darin verbringen.

    Wobei die Aufmerksamkeit und Offenheit für die Mitwelt in manchen Mitmenschen ausbaufähig erscheint.

    Denksystem bedeutet, dass nach den Annehmen bestimmter Grundprämissen kein Zugang mehr möglich ist.

    Wie die göttliche Seele der Frau Claudia Roth gestern in "ONE" bei "Böhmermann":

    Einer trockenen Alkoholikerin wurde in der Runde einer "vorgesoffen" und sie wurde beim Einschenken des Fusels gefragt, ob der Geruch reiche, einen Rückfall auszulösen. Ein "trockener Nazi" saß ebenso "geheilt" daneben und versuchte, die Diskussion von dieser offenen Herabwürdigung der "früheren Wichsvorlage" des Böhmermanns in sachlich sinnvolle und emotional erträgliche Gefilde zu lenken. Die drei früheren Nacktbilder der späteren Alkoholikerin fand er offensichtlich für seine Entwicklung prägend und sie waren recht prägnant weiterhin präsent in seinem "Denksystem" über "Körper" und "Geist" darin...

    Dann geriet der in fünf Jahren Knast geläuterte Buchautor ins Kreuzverhör. Die Miene, die das "Denksystem" der Frau Roth bewirkte, sprach von blankem Entsetzen, mit einem solchen "geläuterten Ungeheuher" sprechen zu müssen und sie sah ihn mit offener Abscheu an, wie er seinen Weg schilderte, mit der "Sucht klarzukommen" GEGEN etwas KÄMPFEN zu müssen, was ihm als "Feindbild" erschien.

    Dann wurde in seiner Schuld herumgestochert und er erklärte, was er über Reue und Sühne erlernt hatte, die Zukunft anders zu gestalten als die Vergangenheit, die Frau Roth ja beklagte und weiter anklagte, obwohl doch eine "Verhaltensänderung" im Sinne ihres Denksystems zu verzeichnen war. Nach dem Grund seiner Resilienz gegenüber von "Rückfallgefahren" räumte er als Quelle ein, im Knast zu Christus gefunden zu haben.

    In der Runde wurde sofort "Ersatzillusion" vom zugeknallten Ko-Moderator gebrüllt und das "Denksystem" des "Geheilten" wurde angegriffen, da es nicht mit dem Denksystem der Anwesenden "kompatibel" erschien, die, wie mir schien, irgendwo zwischen Chrystal-Meth und Koks und einer ordentlichen Portion Alkohol lagen.

    Als Frau Roth dann mit einem Denksystem konfrontiert wurde, welches, wie in der Verfassung verankert, eine Verantwortung vor Gott fordert, gerieten ihr die Mundwinkel völlig außer Kontrolle und sie begann, Goot mit Erdogan, Hitler und "dem großen Diktator" zu vergleichen, schwenkte dann über die CSU zurück und zerstörte so bewusst, was dem Halt gab, der sich in ihrem Sinne verändert hat. Sie zerstört diese gewachsene Resilienz gegenüber der Stimme für Gewalt und es hat mich eigentlich nur gewundert, wie das Anti-Gewalt-Training doch wirksam bleiben konnte, gegenüber linken Faschisten, die besoffen und zugekokst einen Heidenspaß daran hatten, die Schauspielerin mit drei öffentlichen Nacktfotos, an denen sich Böhmermann in seiner Jugend ergötzte, mitsamt dem geläuterten Ex-Nazi zu erniedrigen.

    Frau Roth sah ihr FEINDBILD vor sich und reagierte damit, diesen "Projektionsflächen" ihren Halt vorsätzlich zu nehmen. Dabei wirkte sie derart hasserfüllt, dass die Quelle ihres Denksystems im Ergebnis mindestens so zerstörerisch wirkt, wie die Quelle des Hasses, die der geläuterte EX-Nazi ihr "erläutern" wollte.

    Wenn die "linken Gutmenschen" ihre "selektiven Visionen" mittels solch blanken Hasses umsetzen, sind es Linksfaschisten. Was sie jedoch innerlich zum HASSER macht, ist die Ablehnung der Möglichkeit, von "Böhmermanns-Wichsvorlage aus der Jugend" und einem geheilten HASSER etwas zu lernen. Es ist das Denksystem, durch das im offenen Ausleben von Hass, Verachtung, Erniedrigung und Schuldvorwürfen trotz Verbüßung von "Strafe", "REUE" und "UMKEHR" und der Überwindung der zerstörerischen Gedanken im Innen und Außen, eine Gefahr für die eigene selektive Wahrnehmung eines gewählten Denksystems sieht.

    Nach der Französichen Revolution wurde jedoch ein "höchstes Wesen" in der Verfassung anerkannt, was ebenso als Substantiv GOTT im Kontext mit Verantwortung in unserer Verfassung eranktert ist.

    Erste Frage eines Denksystems ist immer, ob dieses "höchste Wesen" angenommen wird oder nicht.

    Zweite Frage ist dann, ob das "Universum ein freundlicher Ort" ist und welchen Sinn und welche Sinne es besitzt.

    Dritte Frage kann dann erst die Frage nach dem freien Willen sein, der aus dem jeweilig gewählten Denksystem als Entscheidungsbaum in Zeit und Form entsteht.

    Die vierte Frage ist dann, wozu wir den Willen nutzen, der einem jeweilig gewählten Denksystem entspringt.

    Wollte damit nur sagen: Frau Roth besaß keinen freien Willen, offen zuzuhören. Ihre Urteile über die beiden Menschen, die herabgewürdigt wurden, zerstörten auch die Würde der gesamten Runde von Ego-Denksystemen in ihrer Koalition der "Unverbundenen", die ein höchstes Wesen ausschließen, welches nach der "Kuchen-Revolution" NICHT ausgeschlossen wurde. Entgegen dem Denksystem der Frau Roth spricht die Welt von zunehmender Verbundenheit durch geistige Inklusion, doch die Grünen werden zu Hasspredigern, wenn sie die Quelle der freien Willens bei den GRÜNEN anordnen und alles "andere" böse ist.

    Das Denksystem der freien Entscheidung und des freien Willens blickt nicht mit hasserfüllter Miene auf ein Außen, von dem wir "getrennt" wären.

    Das Denksystem der Frau Roth bedient sich der Projektion von Schuld auf andere, die niemals gesühnt werden kann. Sie wird die Restschuld als Grundkonzept ihres Denksystems nicht überwinden können, ohne sich einem "verbindenden Element" anzunähern, welches offene Kommunikation erlaubt und den Nutzen von friedlicher Koexistenz und aufhebender Sühne durch Vergebung zu erfassen.

    "Verbohrtheit" ist immer die Folge eines Denksystems, an dem festgehalten wird. Es ist das Denksystem, das entsteht, haben wir Urteile gefällt, die wir später aus der Vergangenheit in die Zukunft tragen, was jedoch Veränderung durch LERNEN bedeuteten würde und vom verbohrten Verstand gemieden wird.

    Das Ego verteidigt sein Denksystem bis zum Äußersten und darin unterschied sich der geheilte Ex-Nazi positiv von der verbohrten Runde:

    Er beantwortete Angriff nicht mit Angriff, da ihm sein Denksystem nicht entrissen werden kann und ein gefestigtes Denksystem nicht ins Wanken gerät, wenn es dem Irrtum begegnet. Dem Irrtum, im Ausleben von Hass zu Ergebnissen zu gelangen, die mit dem beabsichtigten Ziel übereinstimmen.

    Wie sich der durch Böhmermann in der Welt gesäte Hass auf ihn selbst auswirkt, ist an seiner schnellen "Alterung" zu erkennen, die mich wirklich überraschte. Sein Denksystem arbeitet mit Hass und erntet Hass. Wie könnte es anders sein? Es wurde schließlich im Hass geboren und daher erzeugt es Hass, indem Hass als einziges Mittel zur Bedürfniskommunikation zur Verfügung steht und daher als Quelle gewählter Verhaltensoptionen keine Liebe gesehen werden kann.

    Es gibt nur Angst oder Liebe. Das sind die Denksystem, die dem "freien Willen" als Entscheidungsmöglichkeit angeboten werden. Ein "dazwischen" beurteilen zu wollen, ist bedeutungsloses Wünschen. Es sieht graduelle Unterschiede, die zwischen Nichts und ALLEM eine Wahlmöglichkeit aufzeigen, die immer ein fauler Kompromiss bleiben muss. Ein Denksystem selektiver Liebe kann nicht wirklich liebevoll sein. Wir lieben nicht in Teilen und wir hassen nicht in Teilen. Das zu glauben, endet im Nichts und führt zu Schmerz statt zu Freude.

    Hätte sich Claudia mal gefreut, wie es ein früheres Feindbild schaffte, sich zu läutern, hätten sich die Möglichkeitsräume zur Überwindung von "Suchterkrankungen ALLER Art" mit-teilen lassen. Doch das Loslassen des Feindbildes gelang Claudia R. nicht und so entzog sie sich und uns den heilsamen Nutzen, den beide Schicksale verdeutlichen hätten können.

    Heilung von '"Nazis" wird im Geist der Grünen jedoch für unmöglich gehalten und so besitzt die "Linksfaschistin ohne Verfassungsanbindung" selbst keine Möglichkeit, ihren Linksfanatismus geheilt zu sehen.

  16. #191
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Denksysteme und Dissoziation

    Zu den "Denksystemen" bei Böhmermann habe ich grade ein passendes Zitat gefunden, das einleuchtend wirkt:

    "Es ist nicht möglich, die Nichterkennenden davon zu überzeugen, dass sie erkennen. Von ihrem Standpunkt ist es nicht wahr. Indessen ist es wahr, weil GOTT es erkennt. Das sind eindeutig zwei entgegengesetzte Standpunkte in Bezug darauf, was (oben: WER?) die Nichterkennenden sind. Für Gott ist Nichterkennen unmöglich. Deshalb ist es gar kein Standpunkt, sondern ein Glaube an etwas, das nicht existiert. Nur diesen Glauben haben die Nichterkennenden, und durch ihn irren sie sich über sich selbst. Sie haben sich selbst so definiert, wie sie nicht erschaffen wurden. Ihre Erschaffung was kein Standpunkt, sondern vielmehr eine Gewissheit. Wird Ungewissheit der Gewissheit überbracht, dann hat sie keinen überzeugenden Wirklichkeitsgehalt mehr.

    Unsere Betonung lag darauf, Unerwünschtes dem Wünschenswerten zu überbringen oder das, was du nicht willst, dem, was du willst. Du wirst einsehen, dass die Erlösung (vom gefangenen WILLEN, Anm) auf diesem Wege zu dir kommen muss, wenn du bedenkst, was Dissoziation ist. Dissoziation ist ein verzerrter Denkprozess, in dem zwei Denksysteme, die nicht zugleich bestehen können, beide aufrechterhalten werden..Bringt man sie zusammen, wird es unmöglich, sie beide zugleich zu akzeptieren. Wenn aber eines vor dem andern im Dunkeln gehalten wird, scheint die Trennung beide am Leben und gleich wirklich zu erhalten. Ihre Verbindung wird also zur Quelle der Angst, denn treffen sie aufeinander, muss einem von beiden die Akzeptanz entzogen werden. Du kannst sie nicht beide haben, denn jedes leugnet das andere. Sind sie getrennt, verliert man diese Tatsache aus den Augen, denn jedes kann an einem separaten Ort mit einem festen Glauben ausgestattet werden. Bring sie zusammen, und die Tatsache ihrer vollständigen Unvereinbarkeit wird augenblicklich offensichtlich. Eines wird vergehen, weil das andere am selben Ort gesehen wird." (1)

    Jetzt verstehe ich, warum die "Böhmermann-Runde" abging wie "Schmitz-Katze": Ihr Denksystem wurde an die Dissoziation erinnert, die ihnen an der tatsächlichen Resilienz ihrer "Opfer" deutlich wurde. Resilienz, weil:

    - der Ex-Nazi bewies, dass es möglich ist, anderen Geistes zu werden und dann sein Verhalten eigenverantwortlich zu steuern lernt
    - die Schauspielerin, der ihr ganzes Leben drei Nacktaufnahmen "hinterherliefen", auf die sie reduziert wurde, bewies, dass Schönheit in Würde jedes Lebensalter durchziehen kann und ihr Geist stärker als ihr Körper ist, selbst wenn die Mitwelt nur diesen sieht und darauf reduziert

    Die Denksysteme der "Nichterkennen-Wollenden" bemerkten damit die Dissoziation dessen, was oben als 1. Frage auftaucht, die natürlich damit die Frage nach der Quelle des "Ich-Bin" und damit die der Identität klärt:

    "Kommunikation mit Gott ist Leben. Und nichts, was ohne sie ist, ist überhaupt". (2)

    In Bezug auf freien Willen, also wirklich freie Entscheidungen und daher eine freie "Willensnutzung", könnte im Kontext der Dissoziation des Göttlichen ergänzt werden:

    "Bevor du irgendwelche Entscheidungen für dich selbst triffst, erinnere dich , dass du dich gegen deine Funktion im Himmel entschieden hast, und überlege dann sorgfältiig, ob du hier Entscheidungen treffen möchtest. Deine Funktion hier ist nur, dich dagegen zu entscheiden, dass du entscheidest, was du willst, in der Einsicht, dass du es nicht weißt." (3)

    Es ist offensichtlich, dass wir nicht wissen, was wir wollen, wenn wir nicht wissen, was unsere Quelle ist. Was wir wünschen, ist oft nicht, was wir wirklich willen, weil die Doppelanbindung von zwei sich ausschließenden Denksystemen mit ihrem Entscheidungsbaum der Grundprämissenabfolge "verdeckt" gehalten werden muss. Trifft jedoch ein Denksystem, dass der Verteidigung bedarf, auf ein Denksystem der inneren Ichstärke ohne Verteidgungsnotwendigkeit, fühlten die "Nichterkennenden", was sie sich selbst entziehen:

    "Wenn du gelernt hast, wie man mit Gott entscheidet, werden alle Entscheidungen so leicht und richtig wie das Atmen. Es bedarf keiner Mühe, und wird so sanft geleitet, als würdest du im Sommer einen ruhigen Weg entlang getragen. Nur dein eigenes Wollen scheint deine Entscheidungen so schwer zu machen. Der Heilige Geist wird nicht zögern, dir jede deiner Fragen zu dem, was du tun sollst, zu beantworten. ER weiß es. Und ER wird es dir sagen und es dann für dich tun. Du, der du müde bist, wirst sehen, dass das erholsamer als Schlaf ist." (4)

    Was ist der "freie Wille" wert, wenn er unter dem Aspekt zweier Denksysteme steht, die sich ausschließen, würden sie nebeneinander gesehen?

    Beispiele:

    Liebe oder Angst
    Freude oder Ablehnung
    Freiheit oder Schuld
    Wahrheit oder Lüge
    Euro-Bonds und der Leistungsgedanke
    Wachstum und Klima

    Angst entsteht davor, die fragmentierten Illusionen gegen die Anwesenheit von Seelenruhe "abzuschirmen". Denn, wie unter (1) gesagt:

    Als Bestandteil einer Ganzheit ist Nichterkennen unmöglich.

    Frau Roth und die Runde hatten daher eine Heidenangst: Sie fürchteten die Ganzheit, die im mit Gott gteilten Willen liegt. Wird diese Ganzheit des Lebenssystems ausgeblendet und fragmentiert, entsteht die Angst, da wir zwar Wollen, doch nicht wissen, was unser wirklicher Wille ist. Ein ungespaltener Wille ist somit nur innerhalb eines ungespaltenen Denksystems möglich. Jeder Anwesenheit von "Restschuld" spaltet den Geist, der Grund, warum Frau Roth dann ihrem Gesprächspartner die "Schuld" vorwarf, die sie Gott gerne "entgegengeschleudert" hätte.

    Ohne Vergebung, also mit Restschuld im Geist, ist unser Wille nicht frei und unsere Entscheidungen sind sich widersprechenden Zielen unterworfen. Der Geist ist nicht frei, ist er nicht frei von Schuld. Freier Wille und Schuld sind gleichfalls sich widersprechende Denksysteme. Eines befreit, das andere setzt gefangen. Ist unser Wille in "Doppelanbindungen" gefangen gesetzt, entsteht die "Mühe" beim Entscheiden von Dingen, ohne zu wissen, was eigentlich Wunschlosigkeit brächte.

    Das, was wir nicht wünschen, dem zu überbringen, was wir wünschen würden, wüssten wir schon wieder, wer wir wirklich sind. Das nicht zu erkennen, musste die göttliche Claudia in ihrer Zeitform schwere Geschütze auffahren. Es ist im Prinzip ein Festhalten am Nichterkennen-Wollen, was mir wohl so deutlich aufstieß und natürlich die Offensichtlichkeit, mit der das Ego über die Leichen seiner Verurteilten geht.

    Was hätte es auch genützt, Böhmermann auf die Fresse zu hauen, damit sich sein Geist verändert? Seinen Geist angreifen ist insofern auch sinnlos, da in dem Teil, der noch Leben und den Funken trägt, Nichterkennen unmöglich ist. Der Geistfunke ist in jedem Geist von Gott und erst unter dieser Prämisse ist unser Wille frei, zu vergeben und frei, übereinstimmend mit dem Universum zu wollen. Da wir annehmen, in einem freundlichen Universum zu leben.

    Vielleicht wollte Einstein damit auch Freud und die Angststörung des Egos aufzeigen. Einstein sagte über das ICH: "Das "ICH" ist eine optische Täuschung des Bewusstseins"

    Ja, was soll denn an einer optischen Täuschung "berichtigt", "verbessert", "entwickelt" oder "vervollkommnet" werden, damit die Illusion zur Wahrheit hinter der Täuschung führt?

    Der einzige Teil unseres Geistes der Leben und Selbstfülle besitzt, verbindet uns mit Gott. An Selbstfülle im Gegenüber erkannten die göttlichen Böhmermanns genau das, was sie in sich dissoziierten, indem sie sich dem mit Gott geteilten Willen - in Frieden und Freude zu sein - gegenüber sahen. So sahen sie im Gegenüber, was in ihnen verleugnet wurde. Doch diese Freude und Seinsfülle zu verleugnen, ist nicht ihr freier Wille, es ist der gefangene Wille...

    Freier Wille und Schuld schließen sich aus. Nur die Unschuld aller befreit und das ist, was mit Sühne gemeint ist. Denn die Aufhebung der Schuld kann nicht selektiv sein. Dann müsste es eine selektive Wahrheit geben, die einen gespaltenen Willen für möglich hält.

    Der einzig völlig geeinte Wille ist die Freiheit von Schuld. Es gibt in Frau Roth noch den Willen, sich an Gott zu erinnern. Die Vehemenz der Ablehnung einer offensichtlich wirksamen Gottverbindung brachte dies ja zum Ausdruck. Eigentlich ist dann die Abwehr als Hilferuf zu werten. Den Angriff, aus der Abwehrhaltung heraus, als Hilferuf zu betrachten, wäre der freie Wille, die zu erkennen, die sich nicht erkennen wollen. Damit erkennen wir dann auch uns selbst und erst dann kann doch von freier Willensnutzung ausgegangen werden.

    Zu erkennen, was wir haben, weil wir es sind, macht dem Mangeldenken ein Ende, in dem wir haben damit verbinden, jemandem etwas zu etnziehen, was wir nicht zu sein glauben. Wie kann der Wille dessen frei sein, der nicht erkennt, was seine Quelle ist? Wenn die Quelle freundlich, also liebevoll ist, warum sollte sie sich selbst etwas entziehen?

    Die "Nichterkennenden" definieren sich selbst in ihrem "Denksystem" zu etwas, was weniger als das ist, was sie schon sind. Sonst würden sie sich ja nicht aufregen, wenn sie Ganzheit im Außen sehen und bemerken. Ganzheit ist Gewissheit und nur aus einem Gefühl der Gewissheit heraus, können wir die nicht ambivalente Entscheidungen treffen, nichts entscheiden zu können, da wir erkennen, nichts erkannt zu haben. Der optischen Täuschung Bedeutung verleihen zu wollen, ist ein Denksystem; die Täuschung aufheben zu lassen, indem wir still sind und die Fundamente der Denksystem vom Heiligen Geist freilegen zu lassen, entfernt die Blockaden, die mir bei Frau Roth deutlich wurden und die noch bei jedem vorhanden sind.

    Freier Wille und die Dissoziation dessen, was Freiheit (von Schuld) ist, können nebeneinander nur zu Konflikt führen, wird ein Denksystem im Dunkel gehalten. Wir sind entweder alle frei oder alle gefangen. Alle Gradierungen dazwischen sind bedeutungslos. Doch von welcher "Definition" gehen wir dabei aus?




    Ein Kurs in Wundern, Greuthof Verlag 2010
    (1) Textbuch Seite 289
    (2) Textbuch Seite 281
    (3) Textbuch Seite 280
    (4)

  17. #192
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Ist unser Wille frei?

    Zunächst mal herzlichen Dank für deine ausführliche und informative Antwort! Ich weiß jetzt wenigstens was Du unter Denksysteme verstehst...auch wenn ich das anders sehe.

    Zitat Michael

    Was ist der "freie Wille" wert, wenn er unter dem Aspekt zweier Denksysteme steht, die sich ausschließen, würden sie nebeneinander gesehen?

    Beispiele:

    Liebe oder Angst
    Freude oder Ablehnung
    Freiheit oder Schuld
    Wahrheit oder Lüge
    Euro-Bonds und der Leistungsgedanke
    Wachstum und Klima
    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    Steckt hinter der Liebe....hinter der Angst ein Denksystem?...hinter Freiheit und Schuld...?...hinter Freude und Ablehnung? Da stecken Gefühle und Gedanken dahinter, ja, auch ein System...aber das ist ein System der Evolution...nicht des Menschen - weshalb ich meine, dass man das Denken (Mensch) und das System(Evolution) nicht in einem Begriff vereinen kann.

    Davon abgesehen; muss denn der freie Wille von Wert sein?...und wer bestimmt diesen Wert? Zwar gibt es verbindende...aber jede Kultur schafft auch ihre eigenen Werte.

    Ich respektiere deine Gedanken zum "Denksystem"...würde sie aber als spirituell kommunistisch bezeichnen.

  18. #193
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Es gibt nur Liebe oder Angst. Beides kann niemals zugleich an einem Ort sein.

    Es sollte die Doppelanbindungen erläutern, die mit einem jeweilig gewählten Denksystem verbunden sind.

    Die Ambivalenz, die du zwischen "Euro-Bonds und Zerbrechen der EU" siehst, entsteht später im "Entscheidungsbaum" der freien Entscheidung.

    Ist die Quelle Liebe oder Angst?

    Es gibt hier keine Entscheidung, die "richtig" sein kann, daher erzeugt jede Entscheidung darüber ANGST.

    Es erzeugt Spannungen hier oder dort. Welcher freie Wille steht Schäuble dahingehend denn "frei"?

    Teilen wir keine Wertschöpfungsmöglichkeiten mit Frankreich, wird Macron scheitern.

    Teilen wir keine Wertchöpfungsmöglichkeiten mit den anderen EU-Staaten - oder zumindest einen Euro-Länderfinanzausgleich" wird Europa ebenso scheitern.

    Da sind wir wieder beim Willen des Egos, für das Teilen mit Verlust einhergeht. Wobei Nicht-Teilen den Totalverlust der Idee bedeutet, die geteilt werden sollte.

    Ein Ego-Handel, in dem es unmgölich ist, das auch nur einer dabei gewinnt, weil wir für das Ego in seiner selektiven Wahrnehmung eintreten.

    Entweder gewinnen alle durch eine Idee, die geteilt wird; oder es verlieren alle, weil eine Idee, die nicht mehr wird, wenn sie geteilt wird, zerbricht.

    Wem nutzt es also und wozu ist es?

    Durch die Ego-Handel schnüren wir uns den freien Willen der Demokratien "ab" und das wird zur Schlinge am Halse der selbigen, die der Politik die Luft zum Atmen nimmt. Wobei richtige Entscheidungen so leicht wie das Atmen fallen könnten, würden wir mal die Totalität der verbundenen Gesamtheit sehen. Wir können nur verlieren, wenn wir weiterhin nicht bereit sind, das Schicksal der Menschen in Europa als zu uns gehrig betrachten zu lernen.

    Nur, was wir als zu uns gehörig betrachten, verachten und verächten wir nicht. Es ist verächtlich, darüber hinwegblicken zu wollen, was unser Außenhandelsüberschuss in einem Binnenmarkt mit "festen Wechselkursen" bewirkt. Das ist ein Irrtum, aber kein Grund, nicht über eine Lösung nachzudenken, die dem freien Willen Rechnung tragen würde.

    Doch da kratzen wir am Fundament des Denksystems...

  19. #194
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    1.093
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Die EU muss nicht zwangsläufig an den Eurobonds scheitern - nicht, wenn das Geberland samt seiner Bevölkerung hinter diesem Gedanken steht. Was ich aber bezweifle. Wie willst Du dem Deutschen verständlich machen, dass er 10 statt 8 Stunden arbeiten soll, damit der Grieche nur noch 4 statt 6 Stunden arbeiten muss? Das wird früher oder später für böses Blut sorgen. Zwar ist das heute schon so, dass wir für die anderen blechen...basiert aber auf Freiwilligkeit...zudem weiß der Durchschnittsbürger das nicht. Der "Normalo" befasst sich kaum mit solchen Dingen...und wenn...dann versteht er die Zusammenhänge nicht. Ich habe es schon oft geschrieben und wiederhole es immer wieder gerne: "Deutschland hat NICHT im Lotto gewonnen"...sondern sich den Reichtum hart erarbeitet". Wenn andere so denken und handeln wie wir, dann geht es ihnen auch besser - durch die Eurobonds jedoch fördere ich Faulheit. Die Südländer werden sich noch mehr verschulden...im Wissen...dass die Deutschen +Co. für ihre Schulen aufkommen werden. Verglichen mit Deutschland...war die Wahl in Frankreich eine Wahl zwischen Lindner + Petry. Macron ist ein Kind der Banken und Finanzwelt, ein Handlanger der Konzerne und Großaktionäre. Die Franzosen wissen das und haben ihn deshalb mit der Faust in der Tasche gewählt, aber nicht weil sie von ihm überzeugt sind.

    Haben Du und dein Nachbar ein gemeinsames Konto? Bürgt der eine für des anderen Schulden? Die Antwort lautet NEIN! Und warum will ich einer ganzen Nation zumuten...was ich selbst nicht bereit bin zu leisten?

    Die Politiker verkaufen uns die EU und den Euro als etwas modernes - und die jungen Leute, sagen wir mal ab Jahrgang 90, haben eine falsche Vorstellung davon was vor der EU und dem EURO war. Man konnte schon immer in jedes Land reisen, in jedem Land Europas studieren...oder auch arbeiten. Handelsabkommen gab es vorher schon. Schengen ist der einzig wahre Unterscheid zu vorher...und da reden wir von durschnittlich 18 Minuten "Kontrollzeit" im Jahr. Für diese 18 Minuten haben wir die Kontrolle abgeben, dem Verbrechen und den Sozialschmarotzern Tür und Tor geöffnet. Die EU ist alles andere als modern...sie ist widernatürlich.

  20. #195
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.292
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    10

    AW: Ist unser Wille frei?

    Das sind eher Fragen des im Kontext von irgendwas stehenden Egos, aber keine Frage der Willensfreiheit, die ihr beiden hier behandelt. Es ist eher die Frage danach, ob ich Zwang A oder Zwang B folgen möchte. Politik ist immer unfrei, daher ist sie auch abzulehnen, jedenfalls für einen freien Menschen kann es nichts Wichtigeres geben, als sich von den Affektionen des Willens zu befreien.
    Was das bedeutet?
    Es bedeutet, daß es Freiheit nur dann geben kann, wenn Affektbeherrschung vornan steht. Das ist schlechterdings eine Notwendigkeit. Sie kann nur durch einen Willensakt erfolgen, der Freiheit dann ermöglicht, Freiheit ab usibus. Neid, Ehrsucht, Eifersucht, Strebertum, Pflichtgefühl, Gier, die Sünden überhaupt sind zwar eherne Bestandteile des Menschen und darum nicht zu verwerfen - ja, richtig gelesen, sie sind NICHT zu verwerfen! -, aber wer seinen Willen frei und unbescholtenen Herzens agieren lassen möchte, der muß such von den Affektionen des Willens befreien, also auch von Gier, Haß, Ehrsucht oder falschem Pflichtgefühl, das dazu führt, sich in einen Regressus zu begeben, aus dem nur unfreie Handlungen erfolgen können. Mehr Gottvertrauen, meine Damen!

    Mein geliebter Fritz Nietzsche hätte hier wohl Gott ausgeklammert, aber in einem Punkt würde er mir sicherlich zustimmen, daß nämlich Affekte nur eines bewirken und zwar Subjektivität, also Individualismus. Und Individualismus, dieses Krankheitssymptom des Kapitalismus, kann nur wertloses Zeug erzeugen, d.i. kein Erkenntnisgewinn, sondern ein absichtsvolles Tun mit Nebensinn. Es geht aber darum, mit jemandem oder für jemanden etwas zu tun, ohne dafür eine Belohnung zu erwarten oder Anerkennung oder einen gegenströmenden Akt der Liebe.

    Das sind keine Gedankengänge des 21. Jahrhunderts.

    Ich kann in puncto Affektionen des Willens sehr weit zurückgehen, bis zu Heraklit, für den Hades und Dionysos ein und dasselbe waren, nämlich Affektionen eines selbstzerstörerischen Willens. Nein, besser, sie waren Projektionen des Menschen, der seine Gier nach Selbstzerstörung affilierte; nein, noch besser, sie waren numerologisch gesprochen ein Ausdruck der Eins, die sich nach dem Ursprungszustand der Nulligkeit zurücksehnt.
    Bei Platon gab's das dann auch, also die Affektionen des Willens. Er nannte sie Lust, Schmerz, Hoffnung, Kühnheit, Furcht, Jähzorn: gewaltige, zwingende Empfindungen, die letztlich in der alles verschlingenden Geschlechterliebe das sterbliche Geschlecht zusammenfügten. Richtig, diese Willenskundgebungen lassen etwas entstehen, ohne sie wäre das Leben öd und leer. Aber sie sind sterblich und darum nur Affektionen des sterblichen Lebens - und dies ist, nach Platon, eben nur ephemer und weniger erstrebenswert als eine Schau auf die ewigen Ideen, in denen wir ja erst wirklich leben, also frei sind. (Wobei mir hier Platon etwas uneindeutig scheint, denn wenn man auf seinem Wägelchen durchs Reich der Ideen gondelt, ist man dann nicht sehr damit beschäftigt, sein schwarz-weißes Pferdepaar zu zügeln, ist demnach im Regressus?)

    Schließlich noch Schiller, der Beste von allen, der tapfere Schiller. Der setzt dem Ganzen die Krone auf, indem er die Vernunft, dieses Prunkstück des 18. Jahrhunderts, beauftragt (sic! ein Akt des freien Willens), Affekte, die das Herz mit Freudigkeit bekennt, NICHT zu verwerfen. Das muß man sich mal vorstellen. Der zweigeteilte Mensch ist frei, weil er eben auch gegen seine Vernunft handeln kann, zumindest gibt er der Vernunft einen Auftrag aus freien Stücken. Weil er es will. Und die Vernunft kann dann gar nicht anders, ist im Regressus gefangen, kömmt also über den titanischen Aufbruch (Hölderlin) nicht hinaus, muß die Affekte als sittliche betrachten und gewähren lassen. Das ist die höchste Wirkung des Menschseins hiénieden. Der freie Wille bleibt ergo dem Menschen als Ziel aufgegeben - wie anderes auch. er ist möglich, aber nur als Virulenz Antriebsmoment für das Tun der Guten.

  21. #196
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Aber sind Affekte nicht immer auch Effekte, die eine gewählte Quelle teilen?

    Ein Affekt ist eine unangemessene Reaktion auf eine Situation, doch die Deutung und Einordnung einer Situation findet im Geiste statt.

    Aber schön, dass wir frei sein können, wenn wir uns entscheiden, gegen die unvernünftige Vernunft der reinen Rationalität einen "Lehrplan" aufzustellen, der in einem Auftrag aus freien Stücken besteht, weil dieser Auftrag ist, was er will, weil er weiß, was er ist.

    Ist der Inhalt des Willens von Ideen aus der Ewigkeit geprägt, ist der Mensch weder zweigeteilt noch selbstzerstörerisch...

    Bei Schiller sind die Affekte, an die Quelle des Herzens gebunden, die die Freude bewirken, die er damit (als Test für die Wahrheit) verknüpft. Alle selektiven Projekte bewirken keine Freude, das sie nicht im Herzen verwurzelt sind. Dann ist das gewählte Denksystem die Angst. Da, wo Angst ist, kann keine Liebe sein und damit wird Freude unmöglich.

  22. #197
    andere-dimension
    Laufkundschaft

    AW: Ist unser Wille frei?

    Was wäre denn ein Beispiel für "gegen seine Vernunft handeln"....? Wenn ich gegen die Vernunft handle...dann nicht aus freien Stücken...sondern weil ein "Gefühl" mich dazu treibt.
    Beispiel: Ich habe einen tollen Job mit gutem Einkommen, ein schönes Haus, liebenswerte Kinder, eine wunderbare Frau, treue Freunde....usw.../und doch lasse ich Knall auf Fall all das hinter mir...gehe als Viehzüchter nach Australien und lebe in einem Baumhaus. Jeder, ich eingeschlossen, wird sagen das ist unvernünftig. Es gibt also auch so etwas wie die Vernunft der Intuition. Was wir als Wille bezeichen...ist in Wirklichkeit nur das Werkzeug eines "Triebes". Und wir finden das auch so lange ok...wie die Intuition nicht mit der Moral kollidiert. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es den freien Willen nicht gibt. Zu glauben...einen freien Willen zu haben...ist der Versuch/Wunsch des Menschen sich über die Natur zu erheben.

  23. #198
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Ohne an das Herz gebunden zu sein und mit der inneren Stimme in Kontakt zu sein, wie es von Schiller mit Freude verknüpft wurde, hast du sicher recht.

    Doch dann blieben wir in der Triebsteuerung der "Vorstellung" gefangen, die dein Denksystem oben als "gewünscht" angibt.

    Natürlich ist es unmöglich, dass "we all always get, what we want", nicht nur aufgrund der physischen Unmöglichkeit desselbigen.

    "Der Auftrag" den Schiller aus freien Stücken in sich mit Freude verband, ist der Lehrplan der Ewigkeit, die sich nicht von unseren "unerfüllbaren Interessen" davon abhalten lässt, dass wir uns mit Freude gegen die "reine Rationalität" entscheiden, die der Bezugsrahmen des "unverstandenen Eigennutzes" mit kollektiver Todesfolge anbietet.

    Du kannst nicht an der freien Willen glauben, solange du keine Wahlmöglichkeit siehst. Daneben reicht die Beschreibung der Denksysteme bis zu Lektion 121. Kürzer wäre annähernd unmöglich...

    Zu Schuld und Sühne mehr im Kurs. Ohne die Anbindung an die Schuld aufzuheben, scheint die "Triebsteuerung" wirksam, unter der Prämiss

    Hier als Beispiel:

    Es wäre vernünftig und rational für Deutschland, keinen Eurobonds zuzustimmen und die Schulden einzutreiben, die andere aufgrund unseres Außenhandelsbilanzüberschusses bei uns zwangsläufig aufhäufen. Sich gegen diese Vernunft zu entscheiden, um einem "herzlichen Europa" eine Chance zu geben, in dem Freude möglich wird und bleibt.

    Um sich gegen die "Vernunft des Schuldeneintreibers" bei gleichzeitigem Bruch der EU-Regeln zu entscheiden, ist die Schuld aufzulösen, die mit den Schulden verknüpft ist. Wir verstoßen nicht nur gegen unsere eigenen Gesetze, sondern müssen eine EU-Klage befürchten, da wir die Regeln nicht einhalten wollen, die friedliche Koexistenz fordert.

    Diese Vernunft ist zwar vernünftig, doch führt zu weiterer Schuld. Daneben kann diese Form von Vernunft niemals das Ergebnis verbessern. Sich nun gegen die Vernunft zu entscheiden, unsere Schulden beizutreiben, erspart uns die Strafzahlungen, die wir an die EU zahlen müssten, falls wir unseren "Schudnern" und "Schuldigern" nicht vergeben und die Schuld vergessen, an der wir niemals unbeteilgt waren.

    Ich bleibe dabei: Freier Wille ist nur ohne Schuld möglich, da nur dann ein unverzerrter Blick auf die Grundfesten des Problems möglich ist. Etwas nicht zu verstehen und unter dieser vagen Prämisse im Bewusstsein Entscheidungen treffen zu wollen, ohne Schuld zu verursachen und Leiden zu verteilen, ist kein geeigneter Weg.

    Wir haben die WAHL, uns gegen alle Vernunft für die Unschuld und damit die Schuldlosigkeit zu entscheiden. Doch sowohl Merkel als auch Schulz würden bar jeder Vernunft weiterhin gegen innere und äußere Gesetze des Egos verstoßen, die im Denksystems des Egos immer nur für die anderen Geltung besitzen. Diese aufeinanderprallenden Verzerrungen erlauben keine Freude, in der das Herz versteht, dass wir alle schuldlos sind, und nur dem Ego-Denksystem ins Chaos gefolgt sind.

  24. #199
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    19.April 2000
    Beiträge
    95
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: Ist unser Wille frei?

    (1) Ein wenig Sprachanalyse

    Unbenannt.JPG

    Betrachten wir - zur Vorklärung und unter vorläufigem Verzicht auf philosophische, biologische,metaphysische und andere Deutungsmuster -, was für eine Bedeutung der Ausdruck „freier Wille“ in unserem Sprachgebrauch hat.

    Drei komplexe Lang-Sätze (Vordersatz kombiniert mit Hintersatz/ „Weilsatz“) dienen uns als Grundlage.
    Wir setzen voraus, dass in diesen alltagssprachlichen Sätzen gängige, alltagserprobte Konzepte und Modelle des „freien Willens“ erkennbar sind, auch wenn man im Wunderkurs , den Michael intensiv präsentiert, auf der Illusionsanfälligkeit der egogetriebenen Wahrnehmung insistiert...

    1.1 Drei Sätze


    S1: Ich habe ein X auf den Wahlzettel gemacht,
    weil ich für Le Pen stimmen wollte.

    S2: Ich habe Magenbeschwerden bekommen,
    weil ich für Macron stimmen wollte.

    S3: Die Brücke ist eingestürzt,
    weil ein Erdbeben ihre Fundamente erschütterte.


    1.2 Was bedeutet „freier Wille“?

    Alle drei Sätze enthalten eine kausale Beziehung zwischen Vorder- und Hintersatz, signalisiert durch die Konjunkton „weil“: Der Vordersachverhalt ist durch den hinteren Sachverhalt verursacht. Aber es gilt:

    Satz 3 enthält im Hintersatz eine hinreichende Bedingung, das Erdbeben ist eine zentrale Voraussetzung für den Einsturz der Brücke.

    Auch Satz 2 enthält eine (hinreichende ?) Bedingung, hier für die Magenbeschwerden. Der Satz behauptet nämlich, die somatische Beeinträchtigung sei durch eine „Aktion“ oder die Aktionsbereitschaft einer handelnden Person hervorgerufen.

    - Die Magenbeschwerden sind dem Akteur „zugestoßen“, er hat sie nicht willentlich hervorgerufen. Sie entstanden vor oder nach der Wahl.
    - Vermutlich ist dem Akteur aufgegangen, dass die anstehende oder bereits erfolgte Wahl für das Land nicht wünschenswert ist. Als Folge dieser Erkenntnis oder des Gefühls ist Übelkeit eingetreten. Die Wahl „hat ...ne, ist .... dem Akteur auf den Magen geschlagen“.

    Satz 1 dagegen ist in mehrfacher Hinsicht ein Spezialfall:

    - Der Weil-Satz enthält nicht unbedingt eine hinreichende Bedingung: Nichts zwingt „mich“ dazu, das Kreuz tatsächlich zu machen.
    - Es ist wahrscheinlich, dass der Handlung ein Bewusstwerden der Gründe für eine Wahlentscheidung vorausgeht. Es geht nicht um einen Automatismus oder einen Reflex.
    - Die Entscheidung und das tatsächliche Ingangsetzen der Handlung sind kein zwingender Prozess. Selbst wenn die Handlung einsetzt, ist nicht gesagt, dass die Handlung auch vollendet wird.
    - Satz 1 ließe sich ersetzen durch: Damit Le Pen gewählt wird, habe ich ein „X” auf den Wahlzettel gemacht. Das bedeutet: Dem Ich ist „bewusst”, dass der Wahlzettel und die Wahlentscheidung ein geeignetes Mittel für die Wiederwahl sind.
    - Finalsätze mit „damit” ersetzen bis zu einem gewissen Grad Kausalsätze mit „weil + wollen”. Sie verweisen mit „damit“ nicht nur auf eine erwünschte Folge, sondern auch auf den Einsatz eines im Kontext genannten und für die Absicht passenden Mittels.

    1.3 Fazit


    Offensichtlich hat in unserem Sprachgebrauch „freier Wille“ mit folgenden Merkmalen oder Faktoren zu tun; ein Akteur kann


    • sich überlegt Ziele setzen
    • und diese planmäßig und mit dem Einsatz gängiger Mittel handelnd verfolgen.
    • Und sich dabei auf eine Naturgabe stützen, auf ein „psychisches Antriebspotential“.
    • Die Handlung bis zu einem gewissen Grad revidieren.


    1.4 Randbedingungen, Grauzonen und der (prototypische) Normalfall .....

    Spricht man von „Willensschwäche“, so ist dieses Antriebspotential beeinträchtigt – wir befinden uns nicht im „Normalfall“. Ähnliches gilt bei Faktoren wie „zwanghafte“ oder „ von außen gesteuerte Handlung“ oder „Hypnose“.

    N.B.:
    Keine Einbuße von freiem Willen liegt vor, wenn ein Akteur sich entscheidet, aus dem siebten Stock über die Treppe das Erdgeschoss aufzusuchen.
    Dass er nicht aus dem siebten Stock springt oder dass er nicht in sanftem Gleitflug den Erdboden aufsucht, mag für manche (Andere Dimension?) eine Einschränkung der Entscheidungsmöglichkeiten und gleich - pardauz - auch ein Beleg für den Determinismus sein,
    aber das dürfte wohl nicht unserem Erfahrungskonzept entsprechen. Natürlich sind freie Entscheidungen an die jeweiligen Möglichkeiten gebunden, über die der Akteur jeweils verfügt.


    (2) Ein wenig Wissenschaftstheorie


    2.1 Naturwissenschaftliches Modell

    Die naturwissenschaftliche Herkunft des Begriffes „Determination“

    Der Begriff „Determination“ wird ursprünglich in der Physik und in der Biologie verwendet:

    In der Physik etwa beschreiben die Newtonschen Gesetze (Axiome) Regeln, nach denen sich Körper bewegen müssen:


    • Die Änderung der Bewegung einer Masse ist der Einwirkung der bewegenden Kraft proportional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher jene Kraft wirkt
    • Lex secunda: Mutationem motus proportionalem esse vi motrici impressae, et fieri secundum lineam rectam qua vis illa imprimitur.


    In der Biologie meint „Determination“ etwa die durch Chromosomen bestimmte endgültige Festlegung eines Keimbereiches.

    In diesem naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch sind physikalische „Kräfte“ oder der „genetische Code“ bestimmende Faktoren, sie sind „Determinanten“.

    2.2 Determinismus als Weltanschauung

    Von solchen Überlegungen leitet sich eine Weltanschauung ab, der „Determinismus“. Und als Konkurrent, der „Indeterminismus“.

    Der „klassische Determinismus“ behauptet zweierlei:

    a) Jedes einzelne Ereignis im Universum ist durch frühere Ereignisse und bestehende Naturgesetze eindeutig festgelegt .
    b) Ein „Geist“, der einen bestimmten Zustand des Universums sowie die geltenden Naturgesetze vollständig kennt, kann den weiteren Verlauf des Universums eindeutig vorhersagen (Laplace).

    Der „klassische Indeterminismus“ behauptet ebenfalls zweierlei:

    a) Einige einzelne Ereignisse sind nicht durch frühere Ereignisse und Naturgesetze festgelegt.
    b) Daher sind einzelne Ereignisse auch mit Hilfe vollständiger Information über frühere Ereignisse und Naturgesetze nicht vorhersagbar.

    2.3 Moderner Determinismus und das Kränkungsmuster

    Der „klassische Determinismus“ hat in neuester Zeit in den Neuro- und Kognitionswissenschaften Konjunktur. Als „moderner Determinismus“ trifft er etwa folgende Aussagen:

    a) Alle lebendigen und nichtlebendigen „Gegenstände“ bestehen aus Korpuskeln, also kleinsten, materiellen Teilen.
    b) Und mit diesen „Elementar-Teilchen“ lassen sich alle Bewusstseinvorgänge hinreichend erklären. Es ist nicht notwendig, die Existenz besonderer (geistiger) Teilchen oder überhaupt die Existenz von „Geist“ anzunehmen.
    c) Wer Bewusstseinsprozesse als „geistige Prozesse“ ansetzt, der verfällt einer Illusion. Beharrt er auf ihr, selbst wenn er Einwendungen hört, so lässt sich das auch „psychologisch" erklären. Man versucht als Nonmaterialist bewusst oder unbewusst zwei Kränkungen zu vermeiden:

    a) Man will die These nicht aufgeben, dass der Mensch in der Natur eine Sonderstellung hat. Er sei eben nicht nur korpuskulare Materie und es gebe nach dem Tod des Menschen und dem Verwesen des „materiellen Körpers“ sehr wohl einen „überlebenden“ Geist oder eine „Seele“. So weist man die erste Kränkung ab, die Kränkung der Endlichkeit menschlicher Existenz.
    b) Außerdem gilt, dass alle materiellen Prozesse Naturgesetzen unterliegen. Gesetze determinieren (bestimmen, beherrschen) Vorgänge. Der Mensch und seine Verhaltensweisen sind also determiniert, da alles aus Elementarteilchen besteht. Das ist die Kränkung der Determination, und des „unfreien Willens“. Wir Menschen weisen aus Stolz die kränkende These zurück, es gebe die „Selbstbestimmungsmöglichkeit“ „in Wirklichkeit“ nicht.


    (3) Ein wenig vorläufiger Befund


    In der Willensfreiheitsdebatte geht es um zwei Fragen:

    a) Welche Bedingungen setzen wir in der Alltagssprache an, wenn wir eine Entscheidung als „frei“ ansehen? ( sprachorientierte Frage)
    b) Sind diese Bedingungen in unserer Welt tatsächlich erfüllt? ( faktenorientierte Frage, empirisch durch Intro- und/oder Extraspektion annähernd lösbar).

    Weitgehend unumstritten ist, dass eine Entscheidung folgende Bedingungen erfüllen muss, um als frei gelten zu können (sprachorientierte Analyse):

    1. Die Person muss eine Wahl zwischen Alternativen haben; sie muss anders handeln bzw. sich anders entscheiden können, als sie es tatsächlich tut. (Die Bedingung des Anders-Handeln- oder Anders-Entscheiden-Könnens)
    2. Welche Wahl getroffen wird, muss entscheidend von der Person selbst abhängen. (Urheberschaftsbedingung)
    3. Wie die Person handelt oder entscheidet, muss ihrer Kontrolle unterliegen. Diese Kontrolle darf nicht durch Zwang minimiert oder gar ausgeschlossen sein. (Bedingung der Selbstkontrolle)

    Heftig umstritten ist aber, ob diese Bedingungen erfüllt sein können, wenn der Determinismus faktisch wahr ist, wenn es also für jedes Ereignis a eine Menge von anderen Ereignissen gibt, auf die a mit (naturgesetzlicher) Notwendigkeit folgt.

    Soweit erstmal zu (a) ....

    Libet.jpg
    Geändert von Willi Wamser (11.05.17 um 09:08 Uhr)

  25. #200
    Mitgestalter
    Registriert seit
    21.March 2014
    Beiträge
    1.817
    Renommee-Modifikator
    7

    AW: Ist unser Wille frei?

    Danke für die umfassende Erklärung. Wobei im Prinzip beim theologischen Determinismus ein "Denksystem" zu finden wäre und alle weiteren Bestimmungsversuche dann dem Ego in der linearen Zeit zugeordnet werden könnten.

    Im Denksystem des Egos wird von einer erkannten Wahrheit ausgegangen. Doch ist diese Grundbedingung wirklich erfüllt?

    In einem Denksystem, in dem der Begriff Ewigkeit mit Inhalt zu füllen gesucht wird, wäre der freie Wille so zu bestimmen:

    Wir können nur entscheiden, wann wir uns der Wahrheit hinter der Zeit öffnen, wir können in der Zeit jedoch nicht ewig entscheiden, nichts mehr lernen zu wollen, weil der klassische Determinismus davon ausgeht, schon zu wissen.

    Weiterhin wäre die Wahrnehmung in ihrer Verzerrung der wesentliche Einflussfaktor in Bezug auf die Annäherung an angemessene Entscheidungen.

    Das Ziel von "was wollen wir" kann nur in der Verortung als Geist in der Materie außerhalb der linearen Zeitmuster gesehen werden.

    Die Absicht, die Einstein (mit "freundlich / unfreundlich") hinterfragte, muss vor der Singularität bestanden haben, ebenso wie die Gesetze von Zeit und Raum zuvor determiniert worden sein müssten, um spätere Anwendung zu finden. Verbinden wir das mit Schillers Verknüpfung von Herzensfreude und Wahrheit, entsteht Freude in der Annäherung an die Wahrheit des Herzens. Und Freundlichkeit bedarf eines Freundes, in dessen Licht die Leichtigkeit zu konstanter Freude führt. Jede Selbst-Kontrolle sieht ein Selbst oder ein Ich als Bezugsrahmen an.

    Wir "sprechen" ohnehin erst, wenn das Ego Probleme konstruiert, die wir ohne es gar nicht hätten, würden wir die Dinge ohne Angst betrachten lernen. Da Angst aus der Dissoziation herrührt, bleibt die Dissoziation / Verleugnung der Quelle (der Singularität) das einzige Problem, da wir nicht erkennen, wes Geistes Kind wir sind.

    Was das eigentliche "Kränkungsmuster" des Egos abbildet: es fühlt sich getrennt von der Quelle. Daher fragt es nicht nach der Quelle, da ein Bemerken derselben alle Fragen unnötig machen würde.

    Im Übrigen gibt es auch die Ansicht, dass die neuronale Präkognition durch Quantenkkohärenzzustände in den Neurotubuli (mit bis zu 7 Sekunden zeitlicher Differenz) ermöglicht wird. Dann stünde vor der Wahrnehmung die Entscheidung für das " jeweilige Sehen" und uns fällt ins Auge, was im Sinn gehalten wurde. Es kann jedoch niemals in Auge fallen, was der Sinn schon für unmöglich hält.

    Da ich nicht nur einmal Dinge vorher träumte, konnte ich die lineare Zeit nie wirklich akzeptieren. Eine Gleichzeitigkeit aller Zeitlinien könnte die Ewigkeit als fließenden Prozess der Erinnerung an die Zeitlosigkeit der Wahrheit erscheinen lassen. Was einen im Weg zeitlich offenen, aber im Ergebnis bestimmten Möglichkeitshorizont eröffnet, der außerhalb der Zeit verankert wurde, was die "Hintergrundstrahlung" erklären könnte.

    Um auf den Kurs und dem damit verbundenen determinierten Determinismus eines Lehrplans aus der Ewigkeit zurückzukommen, den schon Schiller wahrnahm, und mit Freude (als Sogwirkung der Freiheit) verknüpfte, aus der Einleitung:

    "1. Dies ist ein ein Kurs in Wundern. Es ist ein Pflichtkurs. Nur die Zeit, in der du ihn machst, steht dir frei. Freier Wille bedeutet nicht, dass du den Lehrplan bestimmen kannst. Es bedeutet nur, dass du wählen kannst, was du zu einer gegebenen Zeit lernen willst. Der Kurs zielt nicht darauf ab, die Bedeutung der Liebe zu lehren, denn das ist jenseits dessen, was gelehrt werden kann. Er zielt vielmehr darauf ab, die Blockaden zu entfernen, die dich daran hindern, dir der Gegenwart der Liebe, die dein angestammtes Erbe ist, gewahr zu sein. Das Gegenteil von Liebe ist Angst, doch was allumfassend ist, kann kein Gegenteil haben.

    2. Dieser Kurs kann daher ganz einfach so aufgedrückt werden:

    Nichts Wirkliches kann bedroht werden.
    Nichts Unwirkliches existiert.

    Hierin liegt der Frieden Gottes." (1)

    "So beginnt "Ein Kurs in Wundern". Er trifft eine grundlegende Unterschiedung zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen, zwischen Erkenntnis und Wahrnehmung. Erkenntnis ist Wahrheit - unter einem einzigen Gesetz, dem Gesetz der Liebe oder Gottes. Die Wahrheit ist unveränderlich, ewig und unzweideutig. Sie kann unerkannt sein, aber sie kann nicht verändert werden. Sie gilt für alles, was Gott erschaffen hat, und nur das, was ER erschaffen hat, ist wirklich. Sie liegt jenseits des Lernens, weil sie jenseits von Zeit und Prozess liegt. Sie hat kein Gegenteil, keinen Anfang und kein Ende, Sie ist einfach.

    Die Welt der Wahrnehmung andererseits ist die Welt der Zeit, der Veränderung, der Anfänge und der Enden. Sie beruht auf Deutung, nicht auf Tatsachen. Sie ist die Welt der Geburt und des Todes, gegründet auf den Glauben an Mangel, Verlust und Tod. Sie wird gelernt statt gegeben, ist selektiv in ihren Wahrnehmungsschwerpunkten, instabil in ihrer Funktionsweise und falsch in ihren Deutungen.

    Aus Erkenntnis und Wahrnehmung gehen zwei unterschiedlich Denksysteme hervor, die in jeder Hinsicht gegenteilig sind. Im Bereich der Erkenntnis existieren keine Gedanken getrennt von Gott, weil GOTT und seine Schöpfung einen Willen miteinander teilen (Freundlichkeit und Freude?, Anm.). Die Welt der Wahrnehmung hingegen ist aus dem Glauben an Gegensätze und getrennte Willen, die in ständigem Konflikt miteinander sind. Was die Wahrnehmung sieht und hört, scheint wirklich zu sein, weil sie nur das ins Bewusstsein einlässt, was den Wünschen des Wahrnehmenden entspricht. Das führt zu einer Welt von Illusionen, zu einer Welt, die ständiger Abwehr bedarf, gerade weil sie nicht wirklich ist (und aus der Verleugnung der Quelle, der Dissoziation allumfassender Liebe oder dem Gesetz Gottes entspringt, Anm.." (2)

    Daneben ist die Hochzeit von Spiritualität und Wissenschaft aus einer Perspektive der Ewigkeit keineswegs einem unversöhnlichen Konflikt unterworfen. Wir beurteilen halt nur schon, was wir noch nicht erkannt haben.

    Ein Kurs in Wundern, Greuthof Verlag 2010,

    (1) Textbuch Seite 1
    (2) Vorwort XVIII
    Geändert von Michael (12.05.17 um 19:11 Uhr)

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. Unser Hölderlin!
    Von Robert im Forum Buch- und Autorenforum
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 02.07.19, 16:11
  2. Eismanns Wille - Kurzgeschichte
    Von Klammer im Forum Forum für das geschriebene Wort
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 09.02.19, 16:21
  3. Unser Traum-Ordner (2)
    Von Hannemann im Forum Leiden schafft
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 03.02.19, 17:49
  4. Unser Übermorgen
    Von mühe im Forum Lyrik
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 02.10.16, 10:06
  5. Ich bin frei
    Von alex im Forum Lyrsa
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 13.01.08, 16:10

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •