(07.11.04)

zunächst bin ich sprachlos. es ist, als ob alle wörter leer seien, der sprachsinn nicht mehr vorhanden. zugunsten des inneren auges. bilder nackter körper, haut, ineinander verschlungen, alle kopulationen, derer ich je ansichtig wurde.
und der tastsinn, als griffe ein arm, als streichelte eine hand, als stellten sich die härchen von haut und gegenhaut in unmittelbarer und wirklicher nähe eines atems. und die worte sind nur von dir und nur für mich - eine illusion, der ich ausgeliefert, so doch alle antworten finde, in mir widerhall und eigentum und so ganz du und wahr. und wie fandest du mich so in allen facetten, das mir so eigene, die zäsuren und räusche, die verknappungen und wiederholungen, das ineinanderfallen und wie sich dann am ausgestreckten arm betrachten läßt im besten sichtabstand, um umso wilder einander zu verfallen. dort ist ganz wir und ich bin nicht mehr. aber landschaft ist noch. weite. rahmenlose weite. und da rasen die pferde der verschiedenen empfindungen, haß und abwehr und wissen. scheue, achtung, achtnehmen und vorsicht, hoffen und lassen, verzweifeltes gleichgültigtun und das vabanquespiel des nicht mehr zögernden hazardeurs, der sich ins waffengeklirr stürzt zu allem opfer bereit. und das stärkste von allen am stillsten. es steht unbeirrt zwischen den rasenden und schaut mich an. da weine ich. haltlos. denn ich höre allein.