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Thema: Alter Freund am Telefon

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Alter Freund am Telefon

    Alter Freund am Telefon

    Deine Stimme
    scheint durch deinen Türspalt.

    Deine Worte
    reichen mir die Hand.

    Dein Schweigen knarrt
    wie der Boden in dem kleinen Zimmer.

    Dein Lachen riecht nach dir.
    Alter Freund am Telefon

    Deine Stimme
    scheint durch deinen Türspalt.

    Deine Worte
    reichen mir die Hand.

    Dein Schweigen
    knarrt
    wie der Boden in dem kleinen Zimmer.

    Dein Lachen riecht nach dir.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    joggende pendeluhr

    hübsch, fräulein lene.

    nur.
    die zweite strophe.

    "deine worte
    reichen mir die hand"

    die ist zu brav. und süßlich. die könnte mehr pep vertragen.

    vorschlag:

    "und aus der pendeluhr,
    wo worte ticken,
    streckt sich eine hand heraus.

    deine."

    schnobs on the water

    eine frage noch: wo hat dein freund seinen türspalt genau?*neugierig*

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    Geh weg vom Schlüsselloch!

    sieh an sieh an ein lob vom schnob

    Das mit den worten hab ich mir auch schon überlegt, ist aber schwierig, weil ich ja irgendwie ins Zimmer kommen will... und "ziehen mich hinein" gefällt mir nicht, auch nicht schieben oder sowas. "Deine Worte nehmen meine Hände" ist auch nicht viel besser, oder? "Deine Worte strecken sich mir entgegen/nach mir aus/zu mir aus/zu mir"? Aber die sollen mich doch anfassen, aber NUR anfassen, nicht mehr... "Deine Worte greifen nach meiner Hand." Ja, vielleicht das. Immer noch zu süß?

    Ich hab auch versucht eine Uhr oder irgendwas anderes Zeitliches einzubauen... scheint aber nicht zu funktionieren. werde weiter nachdenken.

    Ach ja: jedenfalls nicht in Wien!

    Lene in the sky.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    Nö, gefällt mir nicht! außerdem wollte ich "fassen meine Hände" schreiben, nicht "nehmen", ist aber auch nicht so toll. Vielleicht doch ausstrecken. Oder hineinziehen. Lechzen. Packen. Sich verzehren. Tatschen und grabschen. So ein Mist.

    Ich sollte euch nicht mit dem Mist belästigen. bfn

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    also, fräulein else in the sky ich seh das ganz entspannt so: sein türspalt sagt man wirklich in nur ganz besonderen fällen "gehe aus meinem türspalt." also ich neme meinen türspalt immer mit, auch auf reisen, man kann sich ja heutzutage nie sicher sein, was für ein schabernack seinem türspalt einfällt, wenn man ihn alleine zuhause lässt!

    also irgendwie scheint mir in der strophe "stimmenscheinen" zuviel dein zu sein! deinestimme scheint durch deinen türspalt.

    ich würde überhaupt nicht ins zimmer gehen/mich ziehen lassen. was hältst du davon:

    "deine stimme scheint
    durch den türspalt.

    geblendet
    klappe ich die ohren zu.

    was aber tun,
    deine stimme
    quillt unter der
    geschlossenen tür hervor.

    zurückstopfen.
    dichtversuche.

    später sprichst du
    mit gespaltener tür.

    mir reicht es.
    ich öffne sie.

    ewig aber
    ticken die worte
    in der pendeluhr."

    vielleicht geht es ja so. das süßliche ist durch die ahnung einer entfremdung elegant abgefedert und die pendeluhr nunmehr auch im text verortet!

    schnobs the pobs

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    Ach Schnobs. Mach dir doch deinen eigenen Ordner für die Pendeluhr. Ich mag es einfach süßlich zur Zeit. Nächste Woche machen wir's dann verfremdet, okay? Und ich lege Wert darauf, dass das DEIN Türspalt ist und nicht meiner oder sonst einer. Neige jetzt stark zur folgenden stinkeinfachen Version:

    Alter Freund am Telefon

    Deine Stimme
    scheint durch deinen Türspalt.

    Deine Worte
    fassen meine H?nde.

    Dein Schweigen
    knarrt
    wie der Boden in dem kleinen Zimmer.

    Dein Lachen riecht nach dir.


    Frage mich nur, ob da am Schluss nicht noch etwas fehlt. Zum Beispiel ein "Und ich..." Oder würde das grad alles kaputtmachen?

    Lene

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    Zum Beispiel:

    Und ich
    steige in die Pendeluhr
    (huch - da ist schon einer drin!
    -koa Angst, Kloane, I bins bloß, der Schnobs und sei Laauch)
    gerade als die Kreideworte des bösen
    WOLFES
    an die Türe klopfen.

    Lene on the beach

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Alter Freund am Telephon

    Sehnsucht ist ein blaues Band. Das lyrische ich hat Sehnsucht in diesem Text. Es weiß nicht, wohin es gehört, aber es hat ein Gefühl. Dieses wird geweckt durch die Stimme, nicht Worte, nicht die Sprache, sondern durch eine Stimme. Die Stimme ihres Herrn. Aber das Ich will nicht, traut sich nicht, bleibt versteckt oder hermetisiert in einer Wortwelt. Das Gefühl ist hier, vielleicht, nur vorgeschoben, durch einen Türspalt zu erahnen.


    Ist mir ein Text, der auf halbem Wege stehenbleibt.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    Frage, Luftstein:

    Bleibt nicht die Realität auch manchmal auf halbem Wege stecken? Traut sich das Ich in Wirklichkeit immer, oder hermetisiert es sich nicht auch oft genug in einer Wortwelt? Wenn ich genau diese "Wahrheit" (tschuldigung) ausdrücken will, warum sollte dann das Gedicht nicht auf halbem Wege stehen bleiben? Ist eine echte Frage, ich hoffe also auf eine echte Antwort.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Alter Freund am Telefon

    selten so einen blödsinn ?ber die realität gelesen, chef. das wesen der realität soll nach dir ein noch-nicht sein. aha. wo machst du das fest? am noch-nicht und nirgendwo, vermute ich.

    das wesen der relität ist ein ist-ist.

    alles klar?

    schnobs

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Alter Freund am Telefon

    Zitat von Aerolith
    Ernsthaft?



    1. Nein. Das Wesen der Realität ist, daß sie ein Nochnicht ist. Ihr Kern ist das Werden im Gewordensein. Als Dichter hast Du die Aufgabe, diesen Augenblick möglichst genau zu markieren, Deinem Leser zu markieren. Er denkt sich seine Momente schon dazu.
    2. Das lyrische Ich darf keine Scheu haben. Sonst sollte es gleich zu Hause bleiben.
    3. Wenn Du diese Wahrheit beschreiben wolltest, dann ist Dir das mißlungen.
    Ich glaube, Scheffe will die Realität unter dem Gesichtspunkt von Potentialität und Aktualität betrachten, richtig?

    Aber:
    Wenn man sich schon der "Realität" mit Begriffen der Potentialität und Aktualität annähern will, muss man nicht konsequenterweise sagen, dass sie ein Transzendentalium ist, das der Unterscheidung von Potentialität (Nochnicht) und Aktualität (Werden im Gewordensein) voraus (oder über ihr) liegt ?

    M.E. ist es unsinnig, Realität mit dem einen oder dem anderen gleichzusetzen, oder das eine als Kern des anderen zu betrachten.

    Soll es also deiner Meinung nach des Dichters Aufgabe sein, den "Augenblick" (eher das 'dazwischen-sein'?) zwischen verwirklichtem Möglichen und möglicherweise wirklich Werdendes zu markieren?

    Die Kant-Vorlesungen waren zwar immer vormittags, dennoch glaube ich vernommen zu haben, dass besagter Immanuel die Realität als Verstandeskategorie aufgefasst hat, und psychologisch-poetisch angereichert sehe ich Lene's "auf-halbem-Wege-stecken-bleiben-der-Realität" durchaus als etwas Sinnvolles, dem man nicht einfach ein "Nein" hinwirft.

    Nicht bös sein, Aerolith, ich würde es nie wagen, deine Kompetenz in Frage zu stellen, stoße mich aber heftig am dogmatischen "Ich habe gesprochen!"-Charakter mancher Aussagen.

    all the best,

    R.
    __________________
    Es führt zu wesentlichen Entdeckungen, wenn man den Künstler einmal als Betrüger fasst. (Nietzsche)

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Alter Freund am Telephon

    Ein Ist-Ist, Schnoberle? Das Ist ist mir zu schnell vorbei. Was ist schon ein Ist, verglichen mit dem War oder Wird? Nein, Realität ist im Grunde nichts anderes als der Brückenschlag zwischen War und Wird, also eine Momentaufnahme, unbedeutend, wirklich unbedeutend im Vergleich dazu. Ich kann auch die Menschen so gar nicht loben wollen, die alles auf das Ist setzen, auch die nicht, die alles auf das Wird setzen, auch die nicht, die nur im War sind. Alles zusammen, so wird's komplett. Aufs Komplette aber richte ich alle meine Schritte, die vergangenen wie die künftigen. Im Augenblick sitze ich gerade, da ist's nichts mit Schritten. Was also ist das Wesen meines Sitzens und augenblicklichen a oder u oder g oder e oder n-Eintippens? Daß es ein unwesentlicher Augenblick ist, dessen Wesen darin liegt, nur in einem Kontext aus War und Wird Wert zu haben.

    Mein liebes Schnoberle, werte meine Worte nicht vorschnell als Unsinn. So etwas kommt schnell als Bumerang zurück.

    Lehnchen, das gefiel mir, was du da schriebst. Darauf lasse ich mich gerne ein. Nur den Aspekt des Lernens setz mal außen vor. Wir lernen hier alle, also müssen wir das nicht immer wieder prüfen oder nennen. Wenn keiner, also auch ich nicht, mehr lernt, mache ich den Laden zu. Versprochen.
    Mir fiel bei Deinem Text nur auf, daß Du inkonsequent bliebst. Das muß keine Wertminderung Deines Textes abgeben. Es ist hier nur mein Empfinden wiedergegeben. Andere sehen das anders.
    Dichtung ist für mich in der Tat eine Augenblicksbeschreibung, doch hinter dieser Markierung des Augenblicks west etwas ganz anderes, die Hoffnung, die Erwartung, die Enttäuschung, das Nichts... Dichtung ist immer auch eine Begrenzung dieses Hintergrunds. Bei Dir habe ich hier bloß eine Ahnung, daß Du diesen Hintergrund mitdenkst. Aber mach nur, ist schon okay.

  13. #13
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    AW: Alter Freund am Telefon

    realität!

    hm! ein wort im streit um dessen bedeutung sich schon viele gegenseitig die schädel eingeschlagen, die reputation madig gemacht, den verstand abgesprochen, die augen ausgestochen und die haare ausgerupft haben.

    was issn eigentlich nicht realität? ist mein traum und mein spiegelbild nicht auch realität? was ist daran irreal? gibt es überhaupt nicht-reales? eine hypothese, ist die nicht genau so realität wie ein stein auf die zehe? nur weil letzterer zu einem blauen nagel führt, der noch sechs wochen schmerzt, die hypothese jedoch höchstens zu ein bissl kopfschmerz oder dem hämischen grinsen eines klugscheissers, der es ja besser weiss?

    liebe leute, fasst mir die realität nicht zu eng. es ist nichts da, ausser realität! ob gewisse aussagen zutreffen oder nicht, wahr sind oder nicht, das ist was andres. real ist beides, der irrtum wie die wahrheit, die lüge wie das geständnis.

    reale grüsse in irreale welten

    eule.

  14. #14
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Alter Freund am Telefon

    so, also noch mal langsam zum mitschreiben.

    der chef sagt, das wesen der realität ist, dass sie ein nochnicht ist. das ist und bleibt ein holla.

    das wesen der realität ist, dass sie ein seiendes ist.

    natürlich sind träume, spiegelbilder, hypothesen auch realität. das hat auch niemand bestritten, darum geht es überhaupt nicht. auch wenn eine hypothese die realität nicht realitätsgetreu erklärt oder beschreibt, ist sie natürlich realität. sie beschreibt eben die realität nur falsch, genauso wie der chef das wesen der realität falsch beschreibt.

    es geht auch nicht um das zeitliche, auch nicht um das komplette oder unkomplette. wohin man blickt, lauter themenverfehlungen.

    es geht einzig um das wesen der realität.

    und beim begrifflichen habe ich es gerne, wenn das bezeichntete sich nicht vom bezeichnenden entfernt.

    die sprache dient der verständigung, daher halte ich null von unnötigen begriffsdehnungen und -vergewaltigungen.

    sagen kann man viel. ich kann auch sagen, dass der begriff grammelknödel zukünftig auch topfenknödeln bezeichnet und somit der grammelknödel ein topfenknödel ist. wem hilft das?

    ich kann auch sagen, dass das wesen des weihnachtmannes darin besteht, dass er einen buschigen schwanz und lange ohren hat und im frühling durch die gegend hoppelt und ostereier verteilt.

    Anhang 263

    wesensimmanent ist dem weihnachtsmann, dass er einen buschigen schwanz und lange ohren trägt. h?ufig wird er im frühling beobachtet, dass er duch die gegend hoppelt und ostereier verteilt.

  15. #15
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    AW: Alter Freund am Telefon

    lieber schnobs,

    allzu einfach ist auch daneben oder wie verfehle ich die realität;

    ich bin ja bei dir, dass man begriffe nicht verwischen soll - gewaltsam; obwohl, kein begriff lässt sich genau fassen, an den rändern sind se alle löchrig, wässrig, faserig, verschwommen, diffus, was du willst;

    und mit der realität ist es halt auch net ganz so einfach; was ist realität? ist sie objektiv? was ist objektiv? ist subjektive wahrnehmung auch real? wenn nein, was reden wir dann weiter, können wir doch nur subjektiv wahr nehmen; ist deine realität also gleich meine realität? bezweifle ich mal; es gibt also so viele realitäten wie es menschlein gibt;

    jetzt kommst mir sicha mit: aber mein thermometer ist objektiv und misst die reale temperatur!

    darauf könnten wir uns ja noch einigen; aber können wir uns auch darauf einigen, dass demzufolge real nur ist, was messbar, wägbar ist? also die physik. und da nur oberhalb des quantenbereichs; denn dort unten gehts erst irreal zu; da weiss man ja gar net, was man misst; ob man vielleicht nur misst, was man misst, weil man misst?? so ein mist!!!

    servus nach wien,

    eule.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Alter Freund am Telefon

    Liebes Schnoberle! Ich kenne Deine Auffassung. Ich habe sie selbst jahrelang vertreten. Und ich möchte nicht behaupten wollen, daß ich sie in einigen Jahren nicht wieder vertrete. Schließlich sind wir nur ein Wandelbares, gelle? Zur Zeit allerdings vertrete ich die nämliche Auffassung und lese Texte mit dieser Brille.

    Als schlagenden Beweis für meine gegenwärtige Theorie - na na na! - möchte ich anführen, daß heute morgen gestern gewesen sein wird. Hochgerechnet auf einen kleineren Lebensausschnitt ist gerade gleich eben gewesen. Das Gerade ist also ein Nochnicht im Vergleich zum Gleich.
    Aber ich sehe schon, Du wirst mir nicht zustimmen. Vielleicht morgen dann, wenn Du Heutiger kein Gestriger mehr sein willst.

    Guten Abend!

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Alter Freund am Telefon

    Ui, schaut schaut, was so ein Lehnchen doch für Steinchen lostreten kann, und nicht nur luftige... Mehr später, meine lieben Philosophieschüler.

    Und Lithos: würde ich dir nich zutrauen, dass auch du noch lernst, könnte ich es mir nicht abringen, von dir zu lernen, geschweige denn dir zu danken.

    L

    P.S.: Mehr später... (vielleicht)
    P.P.S.: Hab's jetzt nochmal genauer gelesen: Ach ich soll GAR NICHT übers Lernen reden?? Willst mir jetzt auch das noch verbieten??? Ich rede gerne übers Lernen, und du musst auch mal ein Kompliment einstecken LERNEN!

  18. #18
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    AW: Alter Freund am Telefon

    mir ists müßig über realität zu debattieren.
    sist wie mit der religion -
    jedem die seine.
    als gäbe es DIE realität.
    die welt als wille und vorstellung... .
    du sagst grün - ich sage rot, was dann?
    ich glaube schon an eine relative realität, aber sie spielt sich außerhalb unser ab.

    scheff sagt da was hübsches vom augenblick, das gefällt mir.
    die tiefe des augenblicks.
    die mitternacht, der mittag... .

    tick tack tick tack

    grüße aus absurdistan

  19. #19
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    von solipsisten möchte ich mir kein auto bauen lassen!

    lieber chef, liebe eule!

    jede subjektive wahrnehmung (besser: wirklichkeitsschöpfung) ist auch realität.

    der punkt ist für mich der: wollen wir es bei der realität als subjektive wahrnehmung belassen oder wollen wir uns nicht doch bemühen, die realität zu objektivieren, sie zu "vermessen", weil das, was uns umgibt, dann verständlicher wird?

    in den mittleren dimension, in denen wir nun mal leben - wir leben nicht next door to the quarks, wir leben auch nicht im universum, sondern in wiener neustadt, hamburg, magdeburg, wien und anderwo und haben den bäcker und das puff eben ums eck. mittlere dimensionen eben. oder gibt es jemanden von euch jemanden, der sich jeden tag die teilchen- oder wellenfrage stellt? ok, dort im mikrokosmos mag es nur realitäten geben, die vom beobachter abhängig sind.

    im mesokosmos, in dem wir nun mal leben, gibt es nun mal das puff und den bäcker ums eck, unabhängig davon ob wir sind oder nicht.

    farben sind ein ganz schlechtes beispiel fär "nicht objektivierbare" realität. jede farbe hat ihre position im farbenspektrum über ihre wellenlänge. blau hat eine kurze, rot ein lange. unabhängig vom beobachter. wie dann farben bezeichnet werden, ist powidel, wenn es eine übereinkunft gibt.

    und übereinkunften gibt es immer, weil menschen sozialwesen sind. so halten auch daltonisten bei rot vor der ampel, obwohl sie grün sehen.

    die sprache dient unter anderem dazu, die realität zu beschreiben. wir tauschen uns über die realität aus. wenn wir uns über die realität austauschen, sollte die sprache nicht missbraucht werden. missbrauchte sprache ist schlechtes werkzeug. dient nicht dem fortschritt - natürlich soll und muss es fortschritt geben - vor allem, um ihn, den fortschritt selbst abzufedern! - sondern ist bloß sand im getriebe.

    diese redlichkeit im umgang mit der sprache, ein sprachverantwortungsbewußtsein, das vermisse ich manchmal bei dir, chef. da geht es nicht um "auffassungsunterschiede".

    ich leugne doch nicht, dass dem heute ein gestern voran ging und von einem morgen gefolgt werden wird! darum geht es schlichtweg nicht.

    es geht nur um die aussage - und ab nun bin ich müde, es zu wiederholen - dass das wesen der realität ein noch-nicht sei.

    wenn du damit sagen wolltest, dass jedem seienden ein nichtseiendes vorausgegangen ist. ok, da können wir uns finden. hast du aber nicht gesagt.

    ok, du willst die falsifikation deiner aussage anhand eines beispiels? hier ist es:

    für mich ist das wolkenstein-forum real. ich bin gern da. manchmal gerner, dann wieder weniger gern.

    nach deiner ansicht wäre es nur dann real, wenn es ein noch-nicht wäre. da es aber schon da ist und somit ein nicht noch-nicht, wäre es, das wolkenstein-forum nach deiner ansicht nicht real.

    das ist natürlich holla. aber was soll's. die realität ist, dass in zwei tagen das christkind kommt.

    schnobs behind the lobs

  20. #20
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    AW: Alter Freund am Telephon

    hihi, wusste ja, dass die realität in wirklichkeit eine höchst zweifelhafte angelegenheit;

    aber gehen wir mal in den mesokosmos, das ist immerhin unsere gewöhnliche umgebung; da schmerzen stiche, hiebe, schnitte, da frieren bäche, da backen bäcker brote, da machen poeten gedichte und schneiden frisöre haare; und so fort; wer wollte dagegen was sagen?

    aber bei der dichtung - und darum gings ja am anfang - wenn ich nicht irre, da kann man net so einfach sagen, wir sind im mesokosmos; würde man das beinhart verlangen, wären wir im klassenlosen naturalismus realsozialistischer prägung oder so; und sei ehrlich schnobs: obwohl wiener und gelernter österreicher, also mit masochismus und todessehnsucht auf du und du, das kannst selbst du nicht von der poesie verlangen, das wäre zu hart;

    also, die dichtung darf sich sehr wohl der mikro und makro und intro und extro, der para und meta, der hüpo und hüper und sonstiger praktiken bedienen; sie darf alles, nur net langweilig sein,

    gruss eule

    mikromakroautosensorminimaxitaxipoet

  21. #21
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Alter Freund am Telefon

    ruhig blut, die männer!

    es sind verschiedene perspektiven auf die gleiche sache und gerade die wolkensteiner zeichnet diese beweglichkeit doch aus!

    der mensch als solcher übersch?tzt sich immer. es ist ein umihn, welches real existiert, sich nicht sehr von ihm beeinflussen läßt. das war langelange vor ihm da und wird langelange nach ihm sein. das ist das, was wir bei der geburt vorfinden als gegeben, wenn auch im werden und geworden sein und welches wir ebenso lassen, wenn wir gehen. mit dem wir zurecht kommen müssen, kämpfen, oft siegen und oft verlieren. für die ahnen ist es ein vorbei, für die enkel und nachfahren ein nochnicht.

    inmitten steht der mensch, der lebt. er kann, so las ich, genau drei sekunden gegenwart wahrnehmen. hätte er kein gedächtnis, lebte er immer nur diese momente aneinandergereiht, ohne erinnerung, ohne erfahrung, ohne zukunftsprojektionen. er wüßte nicht einmal, daß er auf einem weg ist, um zu Lenes gedicht zurückzukommen. und ja: am halben weg, denn er muß ihn nicht ganz tun, um ihn und zukunft kommen ihm auf halbem weg entgegen.

    aus seinem gedächtnis heraus weiß der mensch aber, daß es ein vorihm und ein nachihm geben wird. er weiß, daß er auf einem weg ist. jeder schritt ist ihm ein schritt ins nochnicht. mir erscheint das völlig klar. deshalb ist der moment bei weitem eben nicht alles, sondern ein vorwärts- oder rückschritt, ein wechsel- oder wiegeschritt. selbst im sitzen ist der mensch nach drei sekunden ein anderer als noch grad eben. das ist zunächst verunsichernd, aber eigentlich ein ungeheurer reichtum.

    und so hat jeder mensch nur seine eigene realität, auch wenn er eigenen und fremden zeugnissen traut, daß umihn völlig unabhängig vonihm real existiert. und das ist dennoch kein solipsismus. dieser wäre ja statisch. im gegenteil: der mensch der gleichzeitigkeit ist natürlich nach allen seiten offen und kommuniziert mit der realität. das macht ihm ja das leben so liebenswert, daß er es als ständiges nochnicht begreifen kann:

    es ist mißgl?cktes immer zu heilen, es kann gelungenes immer zernichten, aber beides kann wiederkehren. ist wohl eine griechische vorstellung, denn sich der reinen willkür der götter ausgesetzt zu sehen ist nicht viel anderes als ein nochnicht
    sprache ist hier nicht mißbraucht, sondern aus verschiedenen perspektiven angemessen gebraucht.

    danke EULE!!!!
    endlich!

    dichtung darf alles, nur nicht langweilig sein! YEP!

  22. #22
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Alter Freund am Telefon

    liebe eule,

    es ging auch nicht um die realität in der kunst, sondern um die realität als solche, und da bin ich eine spur strenger, nicht aus selbstsucht, sondern aus überzeugung. natürlich darf die kunst hopsen. slalom um neologismusstangen fahren. doch darum geht es eben nicht. kunst und wissenschaft und auch die philosophie mögen aus den selben quellen speisen und dennoch sind sie verschieden. und dieses forum hat sich nie als reines kunstforum deklariert, im gegenteil.

    liebe suz,

    ich als mensch überschätze mich nicht. ich bin sohn eines geologen und gewohnt, in geologischen zeiträumen zu denken. meine zukunft sehe ich als erdöl, durch den motor und auspuff gejagt. also eher als fossilen brennstoff, denn als was auch immer. und das schöne daran: es macht mir nix!

    schnobs under the tops

  23. #23
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    AW: Alter Freund am Telefon

    lieber Schnobs,

    ich meinte doch nicht, daß du überheblich seist. ich meinte, daß der mensch aus seinem subjektiven wahrnehmungsgefängnis mit begrenzten erkenntnismöglichkeiten fast schon gezwungen ist, sich für den nabel der welt zu halten. jeder. daß da aber eine gewaltige natur, mikro-meso-makromäßig existiert, als realität existiert, massen an anderen menschen, massen an tieren, die ihn gar nicht zur kenntnis nehmen. wie wenigen menschen war es denn in dieser ganzen langen geschichte der menschheit vergönnt oder last, überhaupt ihren namen hinterlassen zu haben im allgemeinen bewußtsein. so gesehen ist die realität in deinem sinn durchaus eine objektive. übrigens habe ich jetzt zum ersten mal deine erdöl-metapher verstanden und ja: wenn nicht erde, so werde ich ganz gern erdöl aus meinen gebeinen am liebsten dann aber die vormischung: bernstein, der auch vom meer geformt wird. ich läge halt lieber am hals einer schönen, als durch den auspuff eines autos gejagt zu werden.
    nehmen wir dazu die stete nochnicht-realität der subjektiven wahrnehmung, so hat Lenchen die richtige aussage getroffen und selbst mit dem türspalt weitergeführt: eine realität außerhalb des subjekts bleibt immer auf halbem weg vor der tür stecken. ist darauf angewiesen, ob sich das subjekt seinerseits ihr öffnet oder nicht, ob es sie überhaupt erkennt, sich öffnen will und dies auch kann oder nicht. dies aber ist eine resonanzfrage des vorgefundenen auf das sich anfindende. das zeigt sehr gut die pluridimensionalität aller realität: die objektive und die verschiedenen subjektiven. deren interaktion gestaltet dann wieder objektiv, so daß eben auch im objektiven ein ständiges nochnicht ist.
    kurz gesagt, es wurlt und blubbert "kicher" und warst nicht du es, der den blasen und schäumen zugetan? trotz wiener becken? deswegen?

    küss dir herzlich die hand

    dein anatol, der hofft, daß die illuminaten nur grad auf ihrer geheimen weihnachtsfeier sind, aber in ein paar tagen wieder ihre manifeste realität kipferln

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Alter Freund am Telefon

    Schnoberle, Du bist hier eben nicht streng, schon gar nicht strenger als ich, sondern sehr viel gleichgültiger. Wenn Du dem Augenblick eine solche Macht gibst, daß er eben real sei, in seinem Wesen real sei, dann wischst Du mirnichts dirnichts alles vorige und nächstige mit einem Egalitätspinselwisch weg.

    Ich dagegen behaupte, daß das Wesen, also die substantielle Urgründung des Augenblicks, sein Nochnicht ist - ohne Bindestrich geschrieben. Der Augenblick, die erfahrene Jetztzeit, kann nur sein, weil sie ein Zuvor und ein Danach besitzt. Und in diesem Nochnicht liegt wesenhaft verborgen, was sich dann entwickeln will, wobei es meist anders kömmt, weil es doch noch andere Nochnicht in diesem Augenblick gab, unerkannte, die ihrerseits einen Plan hatten oder zu einem Plan werden könnten...

    Ich möchte sogar soweit gehen und der Vergangenheit das absolut Reale absprechen. Selbst die Vergangenheit modeln wir noch nicht - hier auseinander! - gewordenene Gegenwärtigen je nach Tageslaune, willst Du es strenger beschrieben haben, nach dem evolutionären Stand unserer Ontogenese. So BEWERTEN wir heute Vergangenes anders als noch vor zehn Jahren, werden in zehn Jahren Vergangenes wieder anders bewerten und glauben, daß das, was wir dann als REALITÄT des VERGANGENEN beschreiben - wie auch immer - der Weisheit letzter Schluß und unbedingt wahr genannt werden müsse. Selbst sogenannte objektive Wahrheiten verschwinden dann im Sog des Nochnicht, das zudem immer auch ein Andersnicht sein könnte, weil wir ja Willensfreiheit besitzen.

    Aber das mit der Evolution ist ja so eine Sache. Bleiben wir lieber noch ein wenig bei dem Sinnzusammenhang zwischen dem Nochnicht, dem Ichts und dem Nichts.

  25. #25
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Alter Freund am Telephon

    wenn das Ichts, eine grandiose und noch längst nicht ausgeleuchtete idee, mit einbezogen wird: dann müßt doch auch ein NochIcht dem NochNicht an die seite gestellt, oder denk ich da zu logisch?
    das nochIcht müßte dies stets wandelbar bewertete der vergangenheit sein, von dem du grade sprachst

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