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Thema: Worin zeigt sich Liebe?

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    die Günderrode wußte, was Liebe ist, wie folgender durch Antithesen konstruierter Text belegt:

    O reiche Armut! Gebend, seliges Empfangen!
    In Zagheit Mut! In Freiheit doch gefangen.
    In Stummheit Sprache
    Schüchtern bei Tage,
    Siegend mit zaghaftem Bangen.

    Lebendiger Tod, in Einen sel'ges Leben,
    Schwelgend in Not, im Widerstand ergeben,
    Genießend schmachten,
    Nie satt betrachten,
    Leben im Traum und doppelt Leben.

  2. #27
    Mathieu Vilar
    Status: ungeklärt

    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Khalil Gibran sprach mir mit diesen Zeilen aus dem Herzen:

    Von der Liebe


    Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil.

    Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin,
    Auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann.

    Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie,
    auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettertn kann
    wie der Nordwind den Garten verwüstetet.

    Denn so, wie die Liebe dich krönt, kreuzigt sie dich.
    So wie sie dich wachsen lässt, beschneidet sie dich.
    So wie sie emporsteigt zu deinen Höhen
    und die zartesten Zweige liebkost, die in der Sonne zittern,
    steigt sie hinab zu deinen Wurzeln
    und erschüttert sie in Ihrer Erdgebundenheit.

    Wie Korngarben sammelt sie dich um sich.
    Sie drischt dich, um dich nackt zu machen.
    Sie siebt dich, um dich von deiner Spreu zu befreien.
    Sie mahlt dich, bis du weiß bist.
    Sie knetet dich, bis du geschmeidig bist;
    Und dann weiht sie dich ihrem heiligem Feuer,
    damit du heiliges Brot wirst für Gottes heiliges Mahl.

    All dies wird die Liebe mit dir machen,
    damit du die Geheimnisse deines Herzens kennenlernst
    und in diesem Wissen ein Teil vom Herzen des Lebens wirst.

    Aber wenn du in deiner Angst nur die Ruhe und die Lust der Liebe suchst,
    dann ist es besser für dich, deine Nacktheit zu bedecken
    und vom Dreschboden der Liebe zu gehen.
    In die Welt ohne Jahreszeiten,
    wo du lachen wirst, aber nicht dein ganzes Lachen,
    und weinen, aber nicht all deine Tränen.

    Liebe gibt nichts als sich selbst und nimmt nichts als von sich selbst.

    Liebe besitzt nicht, noch läßt sie sich besitzen;

    Denn die Liebe genügt der Liebe.

    Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken,
    denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.

    Liebe hat keinen anderen Wunsch, als sich zu erfüllen.

  3. #28
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Solange man dafür noch Worte findet, handelt es sich gewiss nicht um die Liebe

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Widerspruch gegenüber den beiden letzten Eintragsintentionen.

    Khali beschreibt die Wirkungen der Liebe, das, was sie tut oder bewirkt. Aber die Ordnerfrage lautet: Worin zeigt sie sich? Das zielt auf Wirkungen, sicherlich, aber zielt doch noch weiter.

    AD2s Standpunkt kenne ich. Ja, da ist was dran. Aber ist es nicht so, daß wir immer wieder versuchen, Unfaßbares und Unbegreifliches in Worte zu fassen, einfach nur deshalb, um dem Herr zu werden? Also kann es sich durchaus um Liebe handeln, wenn wir davon sprechen. Wittgenstein irrte sich; es gibt etliches, worüber sich sprechen läßt, ohne daß wir auch nur einen Jota in dem stehen, was es für andere bedeutet.


    Von den hier fixierten Antworten kann ich am meisten mit Paulchens Antwort anfangen. Die (unablässige) Sehnsucht scheint mir das sicherste Indiz zu sein. Sie setzt sich wie eine Klammer ums Herz und bewirkt ewige Trauer, es fehlt etwas. Das Herz krampft sich, will ohne den anderen nicht weiterschlagen, aber es muß, denn es sehnt sich ja. Das Ich löst sich in der Liebe nicht in einem Wir auf, Lenchen, sondern es tritt ein zweites Ich dazu. Das Wir ist keine Entselbstung, sondern eine Vervielfachung dessen, was wir vordem als Ich wahrzunehmen genötigt waren. Ich halte es mit Platon.Wir suchen zeit Lebens das andere Ich, das uns erst vervollkommnet. Aber wir lösen unser Ich nicht auf, wenn wir eine Ahnung haben, daß das Du da das andere Ich sein könnte.

  5. #30
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Sie zeigt sich jedenfalls nicht in den Endlosschleifen mnemotischer Tagesrestverarbeitung. Das sind feedbacks, die sich eigene Wege suchten und im Hirn umherschwirren: austauschbar, redundant und bösartig, weil Tageswerk sabotierend in ihrer ätzenden Wirkung.

  6. #31
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Die Liebe, als Chemikalie der Natur, können wir "erklären", "einordnen", "begreifen"....denn wir erkennen einen Sinn (Fortpflanzung usw) dahinter. Probleme bekommen wir dann...wenn diese Liebe scheinbar keinen Sinn macht - wenn die Mutter ihren Sohn auch noch dann liebt, wenn dieser bereits 50 Jahre alt und auf die Liebe der Mutter nicht mehr angewiesen ist- wenn sich im Altersheim ein Pärchen um die 80 findet, wenn sich das Opfer in den Täter verliebt...oder Eva Braun in Adolf Hitler usw. Die Liebe ist so irrational...dass wir daran scheitern müssen...wollten wir sie erklären....

    Die Frage lautet jedoch: "Worin zeigt sich Liebe"

    nirgendwo...denn es ist doch gerade ihre Unsichtbarkeit...die sie so besonders macht

  7. #32
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Liebe ist einer der Begriffe, die inflationär gebraucht werden. So wie einige andere aus der gleichen Liga: Gleichheit, Freiheit, Demokratie, neuerdings auch Rassismus, Populismus, Diskriminierung ....

    Jeder versteht was anderes darunter. Konsens besteht am ehesten darin, was nicht Liebe sei. Sind es Gene, Geruch, Aussehen oder andere Merkmale, die uns zu manchen hinziehen, vor anderen Abstand nehmen lassen? Jedenfalls sind es zuerst Äußerlichkeiten, die unsere Aufmerksamkeit erregen.

    Liebe wurde früher und vor allem beim einfachen Volk viel pragmatischer gesehen. Da war der Versorgungsgedanke im Vordergrund, ebenso wie der der Reproduktion. Was wir heute Liebe nennen - wir christlich, europäisch sozialisierten Zeitgenossen - ist ein vorwiegend romantisch geprägter. Meiner Großmutter wäre der Gedanke, ihr Partner müsste perfekt sein, ein idealtypischer Supermann, passend wie der Schlüssel ins Schloß, völlig fremd gewesen.

    Auch wird gern die Caritas mit Liebe verwechselt. Wir nächstenliebenden Christen hauen da alles wild in einen Topf: Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Opferbereitschaft usw. wird alles gern unter Liebe subsumiert.

    Liebe ist, ..... jedenfalls ein fast leerer Begriff geworden.

  8. #33
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Es ist vor allem der Geruch, der uns anzieht - das ist bereits wissenschaftlich gesichertes Wissen. Wissenschaftler müssen meist schmunzeln...wenn sie solche Diskussionen verfolgen. Sie wissen, dass es einfachste Instinke sind, die all das beeinflussen...was wir den ganzen Tag so tun. Es sind ja nur wir Menschen selbst, die wir uns für komplexe Wesen halten. Nüchtern betrachtet sind wir auch nur Tiefseeschwämme. Wagner hören ist in den Augen der Natur pure Verschwendung. In der Zeit würden wir besser Röcken und Tieren nachjagen.

  9. #34
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Die Liebe, als Chemikalie der Natur, können wir "erklären", "einordnen", "begreifen"....
    Liebe als "Chemikalie der Natur" ist nur ein Gefühl. Gefühle beruhen auf Hormonen (Serotonin, Adrenalin, Dopamin...), die unser Körper "auf Befehl" unseres Gehirns im Körper freisetzt. Diese Hormone führen zu Reaktionen im Körper, die wir wiederum als "Gefühle" wahrnehmen. Gefühle beruhen also auf unseren Gedanken.

    Liebe als ideelle Theorie ist dagegen kein Gefühl, sondern ein Geisteszustand. Meine Mentorin sagte mir einmal "Liebe ist kein Gefühl, liebe ist eine Entscheidung. Nämlich die Entscheidung, das Wohl eines anderen Menschen über das Eigene zu stellen. Und diese Entscheidung beruht auf der höchsten Form von Respekt, Vertrauen und Dankbarkeit". Ich empfand das seinerzeit als "Quatsch", heute weiß ich jedoch, daß sie Recht hatte :-)

    In der Bibel (Johannes 4-16) steht geschrieben:

    Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
    Und weiter in Johannes 4-18:

    Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.
    Da schau an: treffender kann man es nicht formulieren! Liebe ist also das Gegenteil von Furcht.

    Liebe zeigt sich in einem Zustand absoluter Selbstlosigkeit und fühlt sich an, als ob eine höhere Intelligenz oder Macht (Gott?) Besitz von Deinem Bewußtsein ergreifen möchte. Der Mensch selber entscheidet nur noch, ob er das zuläßt, ob es ihm das wert ist oder nicht. Liebe ist die Erkenntnis, daß alles, was man bisher im Leben für wichtig gehalten hat, völlig obsolet ist. Liebe ist nicht das Wichtigste im Leben, es ist das einzig Wichtige im Leben, Liebe IST Leben!

    Denn wenn gilt (jetzt wird es wissenschaftlich):

    Gott = Liebe und Gott = Leben dann muß auch gelten Liebe = Leben

    Eigentlich ganz einfach... :-)

    BWG Wirbel

  10. #35
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Zitat WirbelFCM

    Meine Mentorin sagte mir einmal "Liebe ist kein Gefühl, liebe ist eine Entscheidung. Nämlich die Entscheidung, das Wohl eines anderen Menschen über das Eigene zu stellen. Und diese Entscheidung beruht auf der höchsten Form von Respekt, Vertrauen und Dankbarkeit". Ich empfand das seinerzeit als "Quatsch", heute weiß ich jedoch, daß sie Recht hatte :-)
    respektiere, aber teile ich nicht

    Meine Mentorin heißt "Intuition", die Intelligenz der Seele

    die obige ist eine romantische Vorstellung...der man sich gerne anschließt. Liebe kann vieles sein...aber auf keinen Fall auch eine Entscheidung.
    Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Abwägung. Die Liebe kennt keine Waagschale.

    Stelle Dir mal folgendes vor:

    - Du musst dich entscheiden...einer soll sterben...Du oder dein Kind.
    - Du musst dich entscheiden...einer soll sterben...Du oder dein Vater.
    - Du musst dich entscheiden...einer soll sterben...Du oder dein Freund.
    - Du musst dich entscheiden...einer soll sterben...Du oder deine Schwester.
    - Du musst dich entscheiden...einer soll sterben...Du oder dein Neffe.

    usw

    Entscheidest Du dich jedes Mal gleich - und wenn nein, hast Du die Person...die du sterben lässt...nicht geliebt?, weniger geliebt....?

    Die Liebe ist bedingungslos - sie stellt keine Bedingungen...und lässt sich auch keine Bedingungen stellen.

  11. #36
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    respektiere, aber teile ich nicht
    So ist das auch in Ordnung :-)

    Meine Mentorin heißt "Intuition", die Intelligenz der Seele
    Gut! :-) Auch eine nette Definition: "Intuition ist die Fähigkeit, Anomalien zu erkennen"


    die obige ist eine romantische Vorstellung...der man sich gerne anschließt. Liebe kann vieles sein...aber auf keinen Fall auch eine Entscheidung.
    Die Entscheidung ist das Ergebnis einer Abwägung. Die Liebe kennt keine Waagschale.


    Die Liebe ist bedingungslos - sie stellt keine Bedingungen...und lässt sich auch keine Bedingungen stellen.

    Die Liebe an sich nicht, da hast Du Recht. Aber jeder Mensch hat die freie Entscheidung, ob er der Liebe folgt oder der Angst. Das IST eine Entscheidung, die jeder Mensch mehr oder weniger bewußt trifft. Hast Du Dich einmal für die Liebe entschieden, dann ist Liebe bedingungslos und völlig unindividuell, das ist richtig!

    Die von Dir gestellten Fragen verwende ich in abgewandelter Form auch gerne :-)

    Aber hier müßte die Frage mMn eher lauten:
    Du siehst ein Kind im See, das zu ertrinken droht. Was tust Du?

    a) reinspringen und das Kind retten (und das eigene Leben gefährden) oder
    b) einfach weitergehen und darauf vertrauen, daß es schon gut gehen wird oder ein anderer hilft.

    Option A ist die Liebe, Option B die Angst.

    Liebe ist also sehr wohl eine Entscheidung :-) Es ist aber NICHT die Entscheidung, wen ich liebe oder wen ich mehr liebe oder weniger, sondern ob ich überhaupt liebe oder nicht. Wenn man liebt, dann liebt man jeden und jederzeit und ohne Bedingungen, wenn man sich gegen die Liebe entscheidet, dann liebt man niemanden und nichts. Man könnte im Grunde auch sagen, daß Liebe eine Lebenseinstellung ist. Liebe ist das Einfachste und Logischste der Welt.

    Die Grundvoraussetzung für wahre Liebe ist übrigens die Selbstliebe. Wer sich selbst nicht lieben kann, kann auch niemand anderen lieben, weil er ja davon ausgehen muß, daß die Liebe nicht erwidert wird. Denn wie sollte mich jemand anders leiben, wenn nicht mal ich selber mich lieben kann? :-)

  12. #37
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    PS: ganz konkret ist Liebe im Grunde die Entscheidung, daß eigene ICH zugunsten des WIR zu opfern :-)

  13. #38
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    "Intuition ist die Fähigkeit, Anomalien zu erkennen"
    Kann auch die "Fähigkeit" sein...Anomalien zuzulassen

    Die Intuition selbst ist keine Fähigkeit - jeder hat sie. Man kann aber die Fähigkeit entwickeln ihr erst Gehör und dann Vertrauen zu schenken


    Aber jeder Mensch hat die freie Entscheidung, ob er der Liebe folgt oder der Angst.
    Man kann der Liebe weder folgen...noch ihr davonrennen. Da bin ich bei Erich Fried: "Liebe ist."

    Was Du meinst...das ist die Frage...ob ich auch dazu bereit bin eine Liebe mit Leben zu füllen.

    Man hat nicht die Wahl sein Kind...seinen Partner zu lieben...oder es/ihn nicht zu lieben.


    Aber hier müßte die Frage mMn eher lauten:
    Du siehst ein Kind im See, das zu ertrinken droht. Was tust Du?

    a) reinspringen und das Kind retten (und das eigene Leben gefährden) oder
    b) einfach weitergehen und darauf vertrauen, daß es schon gut gehen wird oder ein anderer hilft.

    Option A ist die Liebe, Option B die Angst.
    Ich sprach vom eigenen Kind...Du von einem...das ist ein Unterschied. Handelt es sich um ein Kind und nicht um mein Kind...dann gibt es Optionen...unabhängig davon ob und wie ich diese realisiere. Hier trifft aber nicht die Liebe die Wahl...sondern der Verstand, der Reflex, die Erfahrung,usw....

    Ein Feuerwehrmann rettet ja auch Kinder...die er vorher gar nicht kannte. Da kann man gerne von Menschenliebe reden...aber mit der Liebe als solche hat das weniger zu tun.

    Die Grundvoraussetzung für wahre Liebe ist übrigens die Selbstliebe
    Das sagt man so...das stimmt auch...aber damit ist etwas anderes gemeint. Wenn Du dich selbst nicht liebst...wirst Du das auch ausstrahlen-und es a. anderen schwer machen dich lieben zu können...und b. ...es dir selbst schwer machen die Liebe...die eine andere Person für dich empfindet...zuzulassen. Hier geht es also um die gegen-und wechselseitige Liebe.

    Und es hat noch eine Bedeutung: wer sich selbst nicht lieben kann...der wird im Anderen das suchen...das er bei sich selbst vermisst. Kann der Andere deine Erwartungen (die er Andere weder kennt...und für die er nicht verantwortlich ist) nicht erfüllen, wirst Du ihm das zum Vorwurf machen. Auf der einen Seite reden wir also von der Liebe selbst...auf der anderen davon diese Liebe leben zu können.

  14. #39
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    öhem, da regt sich bei mir widerspruch, meine herren... antwort kömmt

  15. #40
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Kann auch die "Fähigkeit" sein...Anomalien zuzulassen
    Etwas zuzulassen (oder nicht) ist keine Fähigkeit, sondern eine Entscheidung. Von daher bin ich da anderer Meinung :-)


    Die Intuition selbst ist keine Fähigkeit - jeder hat sie.
    Neugeborene haben sie bspw. (noch) nicht. Unterscheiden wir doch einfach mal zwischen Potential und Talent. Das Potential dazu hat jeder Mensch, das Talent dafür muß aber erst entwickelt (=das potential entwickelt/ausgeschöpft) werden. So wie jede Fähigkeit. Wenn ich genau darüber nachdenke halte ich Intuition doch schon für eine Fähigkeit.


    Man kann der Liebe weder folgen...noch ihr davonrennen. Da bin ich bei Erich Fried: "Liebe ist."

    Was Du meinst...das ist die Frage...ob ich auch dazu bereit bin eine Liebe mit Leben zu füllen.

    Man hat nicht die Wahl sein Kind...seinen Partner zu lieben...oder es/ihn nicht zu lieben.
    Doch, ich kenne Leute, die das können! (idR alle mit Titten)


    Ich sprach vom eigenen Kind...Du von einem...das ist ein Unterschied. Handelt es sich um ein Kind und nicht um mein Kind...dann gibt es Optionen...unabhängig davon ob und wie ich diese realisiere. Hier trifft aber nicht die Liebe die Wahl...sondern der Verstand, der Reflex, die Erfahrung,usw....

    Ein Feuerwehrmann rettet ja auch Kinder...die er vorher gar nicht kannte. Da kann man gerne von Menschenliebe reden...aber mit der Liebe als solche hat das weniger zu tun.
    Wie jetzt: Du kennst mehrere "Lieben"? Ich kenne nur die Eine...


    Das sagt man so...das stimmt auch...aber damit ist etwas anderes gemeint. Wenn Du dich selbst nicht liebst...wirst Du das auch ausstrahlen-und es a. anderen schwer machen dich lieben zu können...und b. ...es dir selbst schwer machen die Liebe...die eine andere Person für dich empfindet...zuzulassen.
    Da bin ich ganz bei Dir :-)

  16. #41
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Etwas zuzulassen (oder nicht) ist keine Fähigkeit, sondern eine Entscheidung. Von daher bin ich da anderer Meinung :-)
    sowohl als auch...und auch irgendwo dazwischen

    denn ganz so einfach...wie Du dir das vorstellst...ist es leider nicht:

    Kontext= Intuition/zulassen/Anomalie


    Die Intuition nimmt dir die Entscheidung nicht ab, sie führt dich lediglich hin...zu einer "Entscheidung". Sie ist also Teil des Prozesses...

    Beispiel: wir reden von der Anomalie...also irgendwo irgendwie fern der Norm.

    Stelle Dir vor ein Ehepaar bekommt die Diagnose: "ihr Kind wird wird zu 100% mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommen- Sie haben 4 Wochen Zeit...zu überlegen...ob Sie das Kind bekommen...oder ob Sie die Schwangerschaft abbrechen möchten"

    Ein paar Tage nach dem ersten Schock beginnen Für und Wider miteinander zu ringen - "haben wir die Kraft?", "die Mittel?"....also rationale Überlegungen...auf dem Wege zu einer Entscheidung. Und obwohl die werdende Mutter nach außen solche Überlegungen anstellt...sagt ihre innere Stimme "du willst das Kind!". Dem Verstand folgend kommt sie vielleicht zu dem Ergebnis, dass weder Kraft noch Mittel für das Kind sprechen. Sie hört aber auf ihre innere Stimme und bricht die Schwangerschaft nicht ab. Das war keine Entscheidung...denn sie hatte in Wirklichkeit gar keine Wahl...sondern einfach nur ihrem Gefühl "vertraut". Und "Vertrauen" ist hier der entscheidende Begriff...denn "zulassen" heißt nicht Verantwortung übernehmen...sondern vor allem "Vertrauen schenken"


    Zu unserem Sprachgebrauch gehören Aussagen wie:

    - ich habe mich intuitiv richtig entschieden
    - ich habe mich instinktiv richtig entschieden

    in beiden Fällen handelt sich aber nicht um bewusste Entscheidungen

    intuitiv= ich musste das so machen, und es hattte sich im Nachhinein als richtig herausgestellt
    instinktiv= ich hatte gar keine Zeit zu überlegen, und das war gut so

    intuitiv= innere Stimme/Dialog
    instinktiv= genetisch verankertes...oder aus der Erfahrung schöpfendes Gedächtnis - die Entscheidung wurde bereits in der Vergangenheit (nicht unbedingt in meiner persönlichen) getroffen und im Hier und Jetzt nur abgerufen...ohne...dass ich mir dessen bewusst bin.

    Neugeborene haben sie bspw. (noch) nicht. Unterscheiden wir doch einfach mal zwischen Potential und Talent. Das Potential dazu hat jeder Mensch, das Talent dafür muß aber erst entwickelt (=das potential entwickelt/ausgeschöpft) werden. So wie jede Fähigkeit. Wenn ich genau darüber nachdenke halte ich Intuition doch schon für eine Fähigkeit.
    Talent und Potential sind in diesem Zusammenhang wohl die falschen Begriffe...denn das würde bedeuten, dass mich meine Intuition stets zum für mich besten Ergebnis führt. Das ist leider nicht so. Die Intuition ist die Intelligenz der Seele...aber ich muss ihr erstens auch Gehör schenken...und zweitens lernen ihr vertrauen zu können - und das lerne ich nur...wenn ich es "zulasse"...es zulasse, dass meine innere Stimme dem Kopf einen Teil seiner Verantwortung abnimmt. Männer sind Meister darin der inneren Stimme, sofern diese sich bemerkbar macht, die Verantwortung zu entziehen...weil sie ergebnisorientiert denken...und ihnen das Gefühl...eine rationale Entscheidungen getroffen zu haben...wichtig ist. Frauen hingegen können nicht nur...sondern wollen auch auf ihre innere Stimme hören - diese zumindest in den Prozess mit einbinden.


    Doch, ich kenne Leute, die das können! (idR alle mit Titten)
    Du kennst Leute, die glauben dies zu können...doch die Wahrheit ist: diese Leute verwechseln können mit kennen---weil sie sich selbst nicht kennen

    Wie jetzt: Du kennst mehrere "Lieben"? Ich kenne nur die Eine...
    Eben, ich kenne auch nur eine-und kann gerade deshalb nicht behaupten ich würde alle Menschen in gleichem Maße lieben.


    Zitat WirbelFCM

    PS: ganz konkret ist Liebe im Grunde die Entscheidung, daß eigene ICH zugunsten des WIR zu opfern :-)
    Habe ich soeben erst entdeckt - und muss Dir da unbedingt widersprechen!

    Gerade das ist Liebe NICHT

    Wenn Du das Gefühl hast ein Opfer bringen zu müsse...bzw ein Opfer gebracht zu haben...dann handelt es sich dabei ganz gewiss nicht um Liebe.

    opfern=handeln/Tauschgeschäft

    Liebe ist alles andere als das.
    Geändert von anderedimension (20.11.19 um 21:55 Uhr)

  17. #42
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    sowohl als auch...und auch irgendwo dazwischen

    denn ganz so einfach...wie Du dir das vorstellst...ist es leider nicht:

    Kontext= Intuition/zulassen/Anomalie


    Die Intuition nimmt dir die Entscheidung nicht ab, sie führt dich lediglich hin...zu einer "Entscheidung". Sie ist also Teil des Prozesses...

    Nicht mal das, Intuition ist nur eine Art "Anschupser" unseres Unterbewußtseins, das hier etwas "nicht normal" ist und erhöhter Aufmerksamkeit bedarf. Die überwältigende Mehrzahl unserer täglichen Gedanken und Tätigkeiten sind ja Routineaufgaben, die wir quasi wie auf "Autopilot" erledigen, also "Prorgamme", die von unserem Unterbewußtsein erledigt werden, damit sich unser Bewußtsein um andere Dinge kümmern kann. Wenn unser Unterbewußtsein bei eben so einer Routineaufgabe eine "Anomalie" entdeckt, dann schickt es ein Warnsignal an unser Bewußtsein, daß die bevorstehende Aufgabe NICHT mittels einer unterbewußten Routine erledigt werden kann, sondern bewußte Aufmerksamkeit erfordert. Alle Gedanken und Aktionen, die danach kommen, hat dann mit der Intuition selber nichts mehr zu tun.

    Intuition kommt also aus dem UB und beruht - wie Du schon festgestellt hast - auf (eigenen) Erfahrungen. Instinkte dagegen gehen noch eine Etage höher, finden also noch oberhalb unseres Unterbewußtseins statt. Unser "Gefahrenmelder" bspw., das "Reptiliengehirn", das jede Information, die wir über unsere Sinne wahrnehmen, zu allererst analysiert und entscheidet, ob es sich um eine Gefahrensituation handelt oder nicht und falls ja, entscheidet, ob Flucht oder Angriff die bessere Strategie ist. Führt beides nicht zum Überleben, tritt völlige Lähmung auf (tot stellen und hoffen, daß man übersehen wird). Das geschieht aber alles noch bevor die Information an das UB weitergeleitet wird :-)


    Talent und Potential sind in diesem Zusammenhang wohl die falschen Begriffe...denn das würde bedeuten, dass mich meine Intuition stets zum für mich besten Ergebnis führt. Das ist leider nicht so.
    Talent bzw. Potential sind in Verbindung mit "Intuition" vll. auch unpassende Begriffe und sollten vll. eher für Klavierspielen, Malen oder Basketball spielen verwendet werden. Aber das ist hier auch eher sekundär.
    Intuition führt aber (fast) nie zum besten Ergebnis, sondern höchstens zu dem "in meinen Augen besten Ergebnis"

    Intuition ist nur sowas wie ein Querschnitt aus (gleichen) Erfahrungen aus unserer Vergangenheit und/oder aus Glaubenssätzen, die wir während unseres Lebens "aufgesogen" haben. Und Glaubenssätze können richtig sein - dann funktioniert Intuition so, wie sie sollte - aber auch falsch, dann führt Intuition immer wieder zu falschen Entscheidungen. Je nachdem, ob ich aus meinen Fehlern lerne oder immer anderen die Schuld für mein Versagen gebe. Das sieht man bei Frauen bspw. sehr oft, die immer wieder auf den selben Männertyp reinfallen, weil sie unfähig zur Selbstreflexion sind.


    Du kennst Leute, die glauben dies zu können...doch die Wahrheit ist: diese Leute verwechseln können mit kennen---weil sie sich selbst nicht kennen
    Mein Fehler. Danke für die Korrektur. Ist schon interessant, wie ein einzelnes Wort die Bedeutung einer Aussage völlig umkehren kann, ne? :)


    PS: ganz konkret ist Liebe im Grunde die Entscheidung, daß eigene ICH zugunsten des WIR zu opfern :-)

    Habe ich soeben erst entdeckt - und muss Dir da unbedingt widersprechen!


    Gerade das ist Liebe NICHT

    Wenn Du das Gefühl hast ein Opfer bringen zu müsse...bzw ein Opfer gebracht zu haben...dann handelt es sich dabei ganz gewiss nicht um Liebe.

    opfern=handeln/Tauschgeschäft

    Liebe ist alles andere als das.

    Nöö, da bin ich anderer Ansicht :-) Liebe ist die Bereitschaft, Opfer zu bringen für ein höheres Ziel! Du wirst in JEDER Beziehung früher oder später dazu gezwungen zu sein, Kompromisse zu schließen (es sei denn, Du heiratest einen Klon von Dir selber ), weil SIE lieber die Liebesschnulze im TV sehen möchte, Du aber lieber "Äkschn" mit Arnie Und wir beide wissen, wie die Geschichte ausgeht: Du schaust mit ihr Pretty Woman und Arnie muß mit sich selber spielen Zugegeben, für DIESES konkrete Beispiel gibt es technische Lösungen wie zweiter TV oder Aufzeichnung eines Filmes und späteres anschauen, aber ich denke, Du verstehst, worauf ich hinaus will?

    Ein Kompromiss ist immer eine Notlösung, bei der jeder etwas gewinnt, aber auch etwas verliert.

    Jede Interaktion mit anderen Menschen erfordert irgendwann Opfer von Dir. Bist Du nicht bereit, Opfer zu bringen, dann ist es auch keine Liebe, sondern bspw. Begierde. Hast Du schon mal bei Omma Torte gegessen? Wer nimmt sich immer das letzte, kleinste (und oft "verunglückte") Stück Torte? Genau, die Omma! Weil sie sich ob ihrer "familiären Liebe" immer für die Kinder und Enkel opfert. Und glaub mir, Omma ist glücklich damit, weil sie ihre Familie wirklich liebt :)

    Ein "Handel" im von Dir genannten Sinne ist das bekannte Spiel "Ich geb Dir Liebe, wenn Du mir Liebe gibst, ansonsten schläfst Du heute auf der Couch". Wobei das nicht mal ein Handel ist, sondern Erpressung, aber Frauen sind auch ein schlechtes Beispiel, um Liebe zu erklären.

    Liebe ist aber nicht nur die Bereitschaft, Opfer zu bringen (und trotzdem glücklich damit zu sein!), sondern Liebe ist auch Demut und Unterwerfung! Aber nicht - und da kommen wir auf den springenden Punkt - Demut gegenüber einem Menschen resp. dem Partner, sondern die Demut gegenüber Gott und die Unterwerfung vor der Liebe an sich. Eben die Unterordnung des Egos gegenüber Gott/Liebe. :-)

    So, ich habe fertich für heute :-)

  18. #43
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    AW: Worin zeigt sich Liebe?

    Nicht mal das, Intuition ist nur eine Art "Anschupser" unseres Unterbewußtseins, das hier etwas "nicht normal" ist und erhöhter Aufmerksamkeit bedarf.
    Die Intuition selbst hat zunächst mal nichts mit irgend einer Norm zu tun. Man kann auch innerhalb der Norm seiner Intuition folgen...oder sie ignorieren. "Wie bist du denn darauf gekommen?"..."keine Ahnung, war rein intuitiv...!". Wir überhöhen die Intuition...als ein Art Synonym für das Übernatürliche. Dabei ist die Intuition nichts anderes als das...was die Seele anhand von Algorithmen als Ergebnis auswirft - nur eben nicht auf organischer Basis...wie beim Instinkt der Fall.

    Die überwältigende Mehrzahl unserer täglichen Gedanken und Tätigkeiten sind ja Routineaufgaben, die wir quasi wie auf "Autopilot" erledigen, also "Prorgamme", die von unserem Unterbewußtsein erledigt werden, damit sich unser Bewußtsein um andere Dinge kümmern kann. Wenn unser Unterbewußtsein bei eben so einer Routineaufgabe eine "Anomalie" entdeckt, dann schickt es ein Warnsignal an unser Bewußtsein, daß die bevorstehende Aufgabe NICHT mittels einer unterbewußten Routine erledigt werden kann, sondern bewußte Aufmerksamkeit erfordert. Alle Gedanken und Aktionen, die danach kommen, hat dann mit der Intuition selber nichts mehr zu tun.
    unterschreibe ich, bis auf den letzten Halbsatz. Die Intuition ist mE nicht nur eine Melde...sondern auch eine Kontrolleinrichtung - und in irgend einer Form immer mit im Spiel.

    Wir alle kennen den Satz: "hätte ich nur auf mein Gefühl gehört/meiner Intuition vertraut". Heißt, dass ich im Nachhinein eine falsche Entscheidung getroffen habe - und das wiederum heißt, dass es mindestens zwei Möglichkeiten...sich zu entscheiden...gab. Heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Intuition anhand von subjektiven Kriterien eine andere Option bevorzugte. Ich habe halt einfach nur nicht das wahrgenommen, was meine Intuition sichtbar vor Augen hatte. Also kein siebter Sinn...sondern einfach nur ein besserer Rundumblick.

    Intuition kommt also aus dem UB und beruht - wie Du schon festgestellt hast - auf (eigenen) Erfahrungen.
    Erfahrungen (organisch) gehören zum Instinkt. Du siehst einen knallroten Frosch und hältst lieber Abstand...statt ihm über den Rücken zu lecken.
    Das sind genetisch verankerte Warnsignale - du schöpfst aus dem eigene und/ oder kollektiven Gedächtnis. Die Intuition kann auch aus ganz neue Daten...ohne jede Vorgeschichte...zu einem Bild zusammensetzen - und das unmittelbar...in Millisekunden.

    Intuition führt aber (fast) nie zum besten Ergebnis, sondern höchstens zu dem "in meinen Augen besten Ergebnis"
    schließt nicht aus, dass es auch das für alle beste Ergebnis sein kann. Nicht den roten Knopf zu drücken ist nicht nur für Trump...sondern für uns alle die beste Wahl. Erwähne ich...weil es in der Vergangenheit solche Situationen vereits gab...wo uns die Intuition eines Einzelnen vor dem Tod aller bewahrte. Man kann nicht intuitiv den roten Knopf drücken...man kann es nur intuitiv unterlassen ihn zu drücken.


    -----------------------------------------------
    Teil 2

    Ich will mal das mit dem roten Knopf erläutern:

    Wenn ein Gefühl dem Trump sagt, dass der Chinese auf den roten Knopf drückte....dann gibt es zwei Möglichkeiten

    1. es stimmt

    - dann ist Trump tot (egal ob er selbst auch drückt, oder es unterlässt)

    2. es stimmt nicht

    - dann ist Trump auch tot, weil er den roten Knopf drückt - und danach der Chinese

    die Intuition ist eine ergebnisorientierte Instanz. Handelt es sich um eine Einbahnstraße...meldet sie sich nicht zu Wort.

    Beim o.g. Beispiel kann die Intuition nur "drück nicht" sagen...denn nur dann besteht eine 50:50 Chance zu überleben.

    Die Intuition führt dich zu einer Entscheidung...nimmt sie dir aber nicht ab.


    Nöö, da bin ich anderer Ansicht :-) Liebe ist die Bereitschaft, Opfer zu bringen für ein höheres Ziel!
    Die Liebe selbst hat kein Ziel...denn vor jedem Ziel steht auch das Kalkül. Was Du meinst..ist...dass aus der Liebe heraus Ziele wachsen. Bis dahin ist man aber bereits ein Stück des Weges gegangen. Am Anfang des Weges gibt es noch keine Kreuzung.

    Ein Kompromiss ist immer eine Notlösung, bei der jeder etwas gewinnt, aber auch etwas verliert.
    Falsch. Der Kompromiss wird oft negativ besetzt, ist aber meist mehr Königsweg als Notlösung. In der Sache gibt es beim Kompromiss nur Gewinner, sofern man sein Ego nicht über die Sache stellt. Die Notlösung hat mit dem Kompromiss so gut wie neichts...wenn...dann nur am Rande zu tun. In Notlösung stecken die Begriffe "Not" und Lösung" - also in der Not eine Lösung finden. Damit ist nicht die Not zur Entscheidungsfindung gemeint...sondern die Not der Mittel. Sozusagen aus der Not heraus geboren. Aber eben dennoch eine Lösung. Oder anders ausgedrückt: Die Not steht vor der Lösung...und nicht nach der Lösung herrscht über den Mangel der Mittel hinaus eine weitere Not. Die Not vor der Lösung bleibt bestehen, aber die Gefahr einer drohenden Not wurde gebannt.

    Also der von beiden Seiten freiwillig geschlossene Kompromiss in einer Liebesbeziehung ist immer als Erfolg zu werten. Zum Misserfolg wird nicht der Kompromiss selbst...sondern das...was man evtl. daraus macht. Es ist relativ leicht einen Kompromiss zu schließen...und ungleich schwrerer ihn auszuformulieren und vertragstreu zu leben. Die Hauptaufgabe eines jeden Politikers ist es Kompromisse zu schließen - und dennoch machen wir es den Politikern zum Vorwurf...wenn ihnen das gelingt.
    Geändert von anderedimension (04.12.19 um 22:59 Uhr)

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