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Thema: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

  1. #26
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    Privatangelegenheit Religionskriege?

    Zitat Zitat von kls
    Zitat:

    Und ich sage es laut: Diese Welt wäre bestimmt ein besserer Ort, wenn es keine Gläubigen gäbe.
    Wie kann eine Angelegenheit privat sein, die nun rund die Hälfte der Menschheit in innere Konflikte beim Wahrnehmen der Folgen verwickelt? Recht mit einer Überzeugung haben zu wollen, ist Anzeichen einer Organisationsform von Religion. Glauben bedeutet, etwas nicht zu wissen. Wissen bedeutet, nicht auf Glauben setzen zu müssen. Wissen benötigt die Erfahrung persönlicher Offenbarungen des Geistes, also überdenkenswürdige, persönliche bis kollektive Erlebnisse. Wissen kann den Irrtum in aller Seelenruhe beleuchten. Glauben muss verteidigt werden. Intoleranz ist, was Leiden schafft. Leiden wahrzunehmen, aber ausblenden zu wollen, benötigt dann die privaten Mauern angepasster Gedankensysteme als Grenze um das Herz. Besonderheit soll fortan fehlende Verbundenheit ersetzen. Erst Besonderheit ermöglicht den berechtigten Angriff, auf natürlich nicht ganz so besondere Religionen, Organisationen, Kulturen oder Menschen.

    Es ist das Urteil über Gut und Böse, die selektive Wahrheit des scheinbar privaten Egos, das glaubt, Grenzlinien aufbauen zu können. Grenzlinien zwischen der Welt und dem Ich. Um zu einem objektiven Urteil zu gelangen, müssten wir die Situation in einen historischen Entwicklungskontext setzen, der alle Einflüsse und Motive zu einem Gesamtbild zusammenführt.

    Wer hätte also die historische Macht, das durchgehende Interesse, die entsprechenden Metaregeln und die notwendigen Kontrollmöglichkeiten, die in der Folge dazu führen, dass heute ein rational denkender Geist oben angeführtes Zitat für angemessen hält? Zumindest, folgt dieser einer reinen Ratinalität? Ein Interesse derjenigen vielleicht, die aus unserer Nicht-Verbindung zum Geist ihre historische Organisationsform und Daseinsberechtigung ableiten? Glaube bedeutet, innerhalb von Ego-Organisationen, die dem monetären Selbsterhalt ihre eigentliche Seele opfern, bewusst gewählte Unwissenheit zu fördern. Unwissenheit ist Abhängigkeit. Nichtwissen ist Machtlosigkeit.

    Aber kennen wir die menschliche Kulturgeschichte wirklich in allen Facetten? Keine Religion könnte nicht im Wesenskern mit allen anderen verwoben werden. Es wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt, die zu verschiedenen Zeiten und Kulturen ihre jeweilige Berechtigung hatten. Wenn Staaten heute jedoch in historisch gewachsene, religiöse Konflikte verwickelt werden, kann nicht wirklich von Privatangelegenheit Religionsüberzeugung gesprochen werden. Unverwobenheit von Kirche und Staat ist eine Illusion, ein Wunschbild. Wer hat die Macht über den Schuldturm? Ohne den Staat als Steuereintreiber hätte die Kirche nicht die Macht besessen, ihre Forderungen historisch durchzusetzen.

    Die Motive der heutigen Unverbundenheit mit der Natur, der Schönheit, der Liebe und dem Leben liegen darin begründet, dass wir sonst keinen Krieg für den Götzen Mammon gegen die Erde und die sterbenden Menschen führen könnten. Erst wenn die Trennung vom natürlichen Erleben intakter Natur den Menschen von sich selbst entfernt, kann er sich nicht mehr vorstellen, wie diese Komplexität, nunmehr vom Tode bedrohter Schönheit, miteinander verwoben sein soll. Ohne Angst vor dem Tod funktioniert kein Schuld- und Strafsystem.

    Wir reagieren auf das, was wir wahrnehmen und sind dabei von fünf subjektiven Datenleitungen abhängig. Wie wir wahrnehmen, werden wir Situationen einordnen und uns verhalten. Wissen bedeutet, dass wir uns nicht angemessen verhalten können, wenn wir Situationen nicht objektiv wahrnehmen. Aus dem Mitgefühl, das als Wesensgehalt jeder Religionsvorstellung innewohnt, wäre angemessenes Verhalten abzuleiten. Voraussetzt, dass alle Beteiligten akkurat und ohne Verzerrungen wahrnehmen. Blicken wir im Kreislauf von Schuld, Hass, Rache und Vergeltung auf das verzweifelt kämpfende Ego, können wir nur mit berechtigter Sorge zum Gegenangriff übergehen. Zum Gegenangriff auf die Bedrohung der eigenen Besonderheit. Zur Verteidigung der bisherigen Investition in dieses System der Dinge gehen wir über Leichen, in allen Bereichen der Welt und ihren Wertesystemen.

    W?rden wir unabhängig von persönlichen Religionsvorstellungen erkennen, zusammen als Familie Menschheit durch Zeit und Raum zu wandern, könnte globale Solidarität au?erhalb des Recht-Haben-Wollens in der Verteilung von Schuld entstehen. Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem Andern zu. Und was du willst, dass man dir tu, das teile freudig mit der Welt. Sprechen wir die Mitwelt schuldig, sprechen wir uns selbst schuldig.

    Es ist die Frage, ob wir dem Ego in eine getrennte Welt des Chaos bedingungsloser Konkurrenz folgen, oder, ob wir erkennen, dass alle Konflikte, in allen Strukturen gesellschaftlicher Existenz, darauf beruhen, persönliche Grenzen um etwas ziehen zu wollen, dass auf Gedeih oder Verderb verbunden ist. Die Hölle gewählt zu haben, bedeutet jedoch nicht, dass die private Barberei des unverstandenen Eigennutzes dauerhaften Bestand haben wird. Starre Systeme schießen oft in ihrer organisatorischen Eigendynamik oft ?ber das eigentliche Ziel hinaus, weil sie zum Selbsterhalt tendieren. Sie verkaufen Glauben, kein Wissen. Wenn Gefühle ein Barometer für die Qualtät des kognitiven Lebensfilms sind, sehen wir das unharmonische Spiegelbild unseres Mangeldenkens als Ursache aller Konflikte. Begrenzungen werden diesen inneren Mangel nicht auffüllen können, dessen Existenz dogmatisch abzuwehren versucht wird. Wer könnte vor sich selbst dauerhaft und erfolgreich flüchten?

    Zu wissen, dass der Erkenntnisgegenstand jeder spirituellen Vorstellung keiner Verteidigung bedarf, sondern des eigenen Erkennens, lässt Raum für Toleranz gegenüber unseren Mitschülern entstehen. Mitschülern auf dem Weg vom Glauben zum Wissen. Uns als Werdende aufzufassen, öffnet das Verständnis für unsere lehrreichen Umwege auf diesem Pfad. Sitzenbleiben zu wollen, ist unsere kollektive Entscheidung. Ballast abzuwerfen und die Investitionen in das Ego-System der äußeren Besonderheitswahrung aufzugeben, bedeutet, Freiheit von inneren Konflikten zu gewinnen.

    Ich unterstreiche dein Eingangszitat mit einer kleinen Änderung: Die Welt wäre bestimmt ein besserer Ort, gäbe es keine Menschen, die glauben, etwas zu wissen. Bewusst gewählte Unwissenheit ist es, die innere Ambivalenz organisierter Religionssysteme nicht zu bemerken. Es wird von Liebe, Mitgefühl, Achtung, Toleranz und Vergebung gesprochen und der Mensch wird gleichzeitig durch Schuld, Strafe und ewigem Fegefeuer zum sündigen Bittsteller, der nur mit Hilfe des Ablasshandels mit einem karmischen blauen Auge davonkommt.

    Aber denke einmal logisch, lieber KLS: Wenn die eigentliche Aufgabe jeder Form von Religion darin besteht, die Seele mit dem Geist (der Natur, der Liebe, des Mitgefühls, der Herzensgüte u.s.w.) zu verbinden, wäre sie selbst arbeitslos, würde sie ihrer Aufgabe tatsächlich gerecht. Erst, wenn Sünde, Schuld, Hölle und Fegefeuer den notwendigen Sozialisationsdruck erzeugen, kann der Bestand organisierter Religion gesichert werden. Welche Marktmacht aus dem organisierten Christentum entstand, belegt Folgendes: Ein Siebtel aller Kunstschätze gehören dem Vatikan. Würden sie noch ihr Gold, den Immobilienbesitz und das historische Vermögen der Vatikanbank drauflegen, könnten wir sofort das wesentliche Leid der Menschheit beseitigen. Das wäre wirkliches Mitgefühl. Aber Religion wurde durch ein goldenes Kalb ersetzt, dass verkauft, was jedem Menschen schon innewohnt.

    Es ist wohl die älteste und erfolgreichste Werbeagentur für kollektive Unzufriedenheit in der Menschheitsgeschichte. Die organisierte kollektive Unzufriedenheit ist Motor des Wachstums. Dafür braucht es Gläubige, die ewig suchen, was ihr inneres Erbe ist. Jeder Weg offenbart sich jedoch individuell, daher kann es kaum eine universelle Lehre geben, die für jeden, alle möglichen Inhalte des Ego-Dramas umfasst. Eine gemeinsame Form für alle individuellen Inhalte ist die Erfahrung der wachsenden Seele.

    Werfen wir jedoch Gläubigen die historischen Wirkungen der organisierten Religionssysteme vor, verwechseln wir die Ebenen von Ursache und Wirkung. Das Motiv konkurrenzbasierter, also zwangsweise rechthaberischer Religionen, ist die Selbstbehauptung von Organisationsstrukturen. Ein Ego-Prinzip soll somit für gelebten Altruismus stehen? Die kognitive Dissonanz unerfreulicher Bewusstseinsfilme entsteht aus der Ambivalenz wechselnder Bewertungen früherer Fehlwahrnehmungen. Wahrheit wird später zu dem, was gerade nutzt. Wobei die jeweiligen Ebenen der Betrachtung von relativer Besonderheit ziemlich subjektiv gewählt werden. So wechseln Gut und Böse, mal rüsten wir mit Waffen aus, mal müssen wir selbige wieder entwaffnen.

    Wirtschaftssysteme und Zivilisationen gründen auf Schuld und Schulden. Wer treibt die Kirchensteuern ein? Wer ist ein Arbeitgeber mit Sonderrechten? Damit alles so bleibt, wie es ist, müssen natürlich andere Möglichkeiten zur Aufnahme der Geist- Seelenverbindung unrichtig, gefährlich und bedrohlich sein. Religion sollte eine unbeeinflusste Privatsache sein. Doch wenn uns das Weltgeschehen die Notwendigkeit zur Auflösung von historischen Fehlwahrnehmungen täglich drastischer vor Augen führt, könnte das fehlerhafte Paradigma des künstlichen Mangelssystems dahinter erkennbar werden: Bedingungslose kriegerische Konkurrenz innerhalb eines Gesamtsystems funktioniert nur, wenn wir die Verbundenheit zum Leben aufgeben. Daher sagt Religion: Suche, aber finde nicht. Religion wurde zum Ego-Instrument eines Patriarchats, das seine Dominanz zu verteidigen sucht. Religiöser Fanatismus entsteht, wenn männliche Dominanzbestrebungen auf eine spirituelle Ebene übertragen werden. Später heißt es wieder, Gott ist tot. Vorher gab es Unterstützung von der Kanzel.

    Daraus jedoch abzuleiten, es wäre nicht möglich, diese Geistverbindung wahrzunehmen und auszubauen, ist genau das, lieber KLS, was damit beabsichtigt war. Was hier nicht ist, ist nirgendwo. Was hier ist, ist überall. Hinter dem System des Mangels steht ein Schrei nach Liebe. Liebe nicht im Herzen zu tragen, lässt uns die Quelle im Außen suchen. Alle Egos suchen Liebe, die Ambivalenz entsteht, weil die künstliche Form des Egos sich auflösen würde, würden wir uns dem Tanz der Liebe tatsächlich bedingungslos ergeben. Ein Wir könnte entstehen, das durch Bedingungen in eine konditionierte Beziehung zu verpacken gesucht wird. So schafft es das Ego zumeist, die Liebe zum Nicht-Bleiben zu bewegen.

    Offenheit bedarf zun?chst der Selbstliebe. Die Fähigkeit, Liebe aus ihrer Quelle heraus zu schöpfen, wächst in dem Maß, wie wir zu vergeben lernen. Erst der Frieden gegenüber unseren eigenen Irrtümern, als nützlicher und lehrreicher Umweg, schafft Raum für Toleranz gegenüber den Umwegen im Außen. Ohne bewertendes Urteil über Dinge, die wir zumeist nicht objektiv zu beurteilen fähig sind. Über Dinge, die sich im Fluss der Zeit selbstentfaltend entwickeln. Jedoch nicht immer so, wie es das Ego wünscht.

    Eine weitere Ambivalenz in Bezug auf Religion blieb bisher unbeleuchtet: Wir verteilen wechselseitig Schuld, um eine Verschleierungsstrategie aufrecht zu erhalten. Weil wir bisher selten die Auferstehung sehen, sondern allein die kognitive Dissonanz dessen, was geschah. Was wäre, wenn kein subjektives Urteil unsererseits, die Kreuzigung ausgelöst hätte? Eine Erbsünde wurde daraus formuliert, die Schuld auf ewig festzuschreiben. Betrachten wir die Auferstehung als die Überwindung des Todes, sehen wir ein leuchtendes Beispiel. Ohne die Angst vor dem Tod wirkt kein Angstsystem wirklich.

    Wenn also stimmt, was uns als Christen gesagt wird, haben wir und / oder "Sie" irgendwie Mitschuld daran, dass wir den Sohn Gottes getötet haben. Wie könnten wir dann diese Geistverbindung wirklich suchen wollen? Noch dazu im Gegenüber erkennen wollen? Was mit akkurater Wahrnehmung gemeint ist, ist dieser Blick auf das Licht der sich erkennenden Seele göttlichen Ursprungs.

    Wir sehnen uns diese Einheit in Körpern zurück, welche jedoch dauerhaft nur in verbundenen Geistern ohne trennende Gedanken zu finden ist. Liegt hier die Wuzel der scheinbaren Ambivalenz von Liebe? Zu suchen und doch die Quelle fürchten müssen zu meinen, erzeugt das wahnsinnige Ego in seiner Illusion von Schuld. Die selektive Zuteilungsmöglichkeit von Ego-Liebe nach relativen Besonderheitsaspekten, wird daher ambivalent mit Schmerz und Angst vor Verlust verbunden. Was Liebe scheinbar gefährlich macht, verlieren wir Menschen nicht diese künstlich konditionierten Verlustängste. Verlustängste, die aufgrund der Fehlanbindung der Quelle erst entstehen. Die Ambivalenz von uns Menschen in Bezug auf Liebe betrifft damit in meinen Augen sehr wohl auch den privaten Bereich. Einer scheinbaren Abgrenzung, die einen allseits akzeptierten, gesellschaftlichen Emotionalvertrages notwendig macht, das Elend auszublenden, was uns der globale Egoismus an menschlichen Kollateralschäden tagtäglich einbringt.

    Welche Religion sollte Gott mehr lieben? Welchen Blinden für den Irrweg bestrafen? Zu verstehen, dass Liebe total sein muss, soll sie wirklich sein, bedingt den Sturz des Egos vom Thron des Selbst. Es gibt kein Gut, es gibt kein Böse. Es gibt einzig Fehlwahrnehmungen, die berichtigt werden können. Selektive Zuteilung von Liebe, Mitgefühl und Herzensgüte führen zu besonderen Beziehungen in denen Bedingungen formuliert werden. Bedingungen sind kognitive Grenzzäune des Egos.

    Im ganzen Nahen Osten geht es im Grunde um abrahamitische Familienprobleme. Um Ursachen, die weiterhin wirksam sind, solange die Lehr von der Geschicht, ist verstanden nicht. Erbitterte Grabenkämpfe, um eine mögliche goldene Stadt im Frieden nach dem Krieg für das Gute, entstehen aus organisierten Religionssystemen. Systemen, die zudem eine ideologische Hintergrundstruktur benötigen, die Steuern für den Krieg der Kulturen auch den Ärmsten abknöpfen zu können. Dass man dabei den Schleier der Barmherzigkeit über die Teilnahme am großen Moonopoly der kollektiven Unzufriedenheit wirft, bedarf der bewusst gewählten, privaten Sphäre völliger Unverbundenheit mit einer Umwelt. Eine Mitwelt umfasst schon als Begriff, alles, was ist. Wer würde jedoch die Irrtümer anderer nicht vergeben können, erkennen wir erst den historisch gewachsenen, soziokulturellen Balken im eigenen Auge. Erkennen wir einen Irrtum als Irrtum, können wir uns erinnern, was wir vergessen wollten: Von einem getrennten Selbst zu sprechen, ist unmöglich.

    Die Seele im Gegenüber wahrnehmen zu wollen, die sich nur nach Liebe sehnt und doch dem Ego in den Irrtum der Abhängigkeit von Objekten im Au?en folgt, kann eine akkurate wechselseitige Wahrnehmung erzeugen, aus der Harmonie resultiert. Definieren wir Religion hinsichtlich eines Zielzustandes, finden wir Gemeinsamkeiten hinter den Schleiern unserer bewusst gewählten Umwege. Auf die Entwicklung blickend, erkennen wir einen sich kontinuierlich entfaltenden Menschengeist. Einen Menschengeist, der am Ego erkennt, was nicht die Seele ist. Die Intention, intuitiv das Selbst im jeweiligen Gegen?ber zu erkennen, schafft den Raum für friedliche Koexistenz ohne Konzepte relativer Besonderheit. Ohne Konzepte relativer Besonderheit durch abgestufte Lebensrechte könnte religiöse Überzeugung eine Privatsache sein. Wenn abgestufte Lebensrechte jedoch die summarische Folge dieser privaten Überzeugung sind, könnten wir die Inhumanität des Grundparadigmas vom unverstandenen Eigennutz erkennen. Es nutzt doch Allem, wäre ein erweitertes Grundparadigma. Aber was nutzt uns allen? Glücklich sein oder recht haben?

  2. #27
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Respekt für diesen Kommentar - und das meine ich ohne jede Ironie.
    Zeigt mir mal wieder wie klein doch meine Welt ist....und wie groß sie sein könnte...

    Aber was nutzt uns allen? Glücklich sein oder recht haben?
    Glücklich sein!...aber wer wird es richten, wenn wir auf unser Recht verzichten?

  3. #28
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    Vertrauen, Vergebung, Freiheit

    Liebe anderedimension,

    danke für Dein Feedback. Könnte die Frage nicht lauten: Welche Verhaltensoption wird es dahingehend richten, dass ein spürbarer Qualitätszuwachs des emotionalen, mentalen und seelischen Empfindens, einen erweiterten Raum zur freien Entfaltung findet?

    Vertrauensvoll in das Licht der Seele des Gegenübers zu blicken, ist eine Übung, die jeder im Alltag einmal ausprobieren könnte. Vor einer Begegnung stellst du dir vor, auf das Licht in der Seele dieses Menschen zu blicken. Sich dann vorzustellen, wie das Herz des Gegenübers von Liebe und Vertrauen, von Vergebung und Frieden, von Freiheit und Offenheit erfüllt ist, führte in meinen Spiegelungsversuchen zu einer harmonischen Grundatmosphäre. Nicht auf das Ego zu schauen, löst keine Abwehrhaltung und Gegenreaktion aus. Als Ego sind wir alle nicht wirklich schön. Es, ohne zu bewerten, anzunehmen und nicht anzugreifen wäre eine erweiterte Verhaltensoption.

    Es geht möglicherweise um die Spiegelung von Eigenschaften in das individuelle und kollektive Bewusstsein. So tut es mir leid, dass vorheriger Beitrag Dir das Gefühl brachte, Dich bisher selbst eingegrenzt zu haben. Andererseits freut mich Deine Hoffnung auf eine erweiterte Dimension.

    Aus der Resonanzfrequenz gewählter Gedanken in einem Bewusstsein entstehen Gefühle. Doch ich bin ebensowenig die Gefühle, ich fühle sie ja und kann sie beim Kommen und Gehen beobachten. Ich bin erst, wenn ich nicht der Verstand bin. Frei ist das Bewusstsein ohne den ständigen Gedankenfluss. Was soll es also richten? Die Stille des Himmels, die das Herz sanft umfängt.

    Ein Zitat aus dem Tao -te -King von R.L. Wing auf Seite 27 könnte Deine Frage vielleicht anschaulicher beantworten:

    Wenn wir das taoistische Modell eines kooperativen Welt-Bewusstseins in universale Dimensionen erweitern, dann hat das Universum nur einen einzigen Endzweck, und die Evolution bewegt sich nur in eine Richtung: auf die Entfaltung des unermesslichen Netzwerks eines Nervensystems zu, das ein denkendes Bewusstsein für das ganze Universum ins Leben ruft. Wir, als einzelne, ja selbst als globale Gesellschaft, sind nur Neuronen eines Universalgehirns, das sich gegenwärtig noch in einem sehr primitiven Wachstumsstadium befindet. (Vgl. Millenium Run, Max-Planck-Inst.)

    Tatsache ist, daß jeder von uns weit mehr über die vergangene, gegenwärtige und künftige Realität weiß, als er rational zu begreifen und auszudrücken fähig ist. Und ob wir nun an unserer inneren Entwicklung arbeiten oder nicht, wir alle erfahren mit Hilfe unseres intuitiven Bewusstseins die tiefsten Wahrheiten über unsere Welt und unsere Bestimmung.
    Darauf zu vertrauen, dass sich dieses Bewusstsein selbstentfaltend im Herzen unseres Gegenüber erkennt, bedeutet echte Anteilnahme. Wird diese Offenheit bemerkt, entsteht Empathie. Mittlerweile teilt die Wissenschaft in weibliche Empathiegehirne und männliche Systemgehirne. Das E- und das S-Gehirn zu verbinden, könnte der Weltseele helfen, sich zu erkennen. Nichthandeln und auf das Universum zu vertrauen, löst eine positive Sogwirkung aus. Aus dem Sein zum Tun, nicht vom Tun zum Sein. Die Intention zur Kooperation zählt, die Verbindung wächst, ohne etwas Tun zu müssen.

    Wehrlosigkeit und St?rke sind keine wirklichen Widersprüche. Als Symbol dafür dient das Lamm, dass sich vertrauensvoll neben den Löwen legt. Auch wenn sich jeder Betrachter über das ungewöhnliche Verhalten des Löwen wundert, ausprobieren, wie weit die Freundschaft wirklich reicht, werden es doch eher Wenige. Unsere Stärke ist es, sich auf ein kooperatives Universum zu verlassen. Wenn also das E-Gehirn und das S-Gehirn des Universums zu einer kohärenten Zusammenarbeit aufgefordert werden, wer könnte es hindern? Erst der Zweifel ist es, der aus Wissen wieder Glauben macht. Wenn also zwei kosmische Gehirnhälften Frieden schließen in einem Haus, dann sagen sie zum Berg vorhandener Probleme, hebt euch hinweg. Und der Problemberg schmilzt weg. Könnte mit kosmischer Neuroplastizität beschreiben werden, was mir persönlich Anlass für Vertrauen gibt.

    Ohne Vertrauen werden wir weiter vom jeweiligen Gegenüber nur das Schlechteste erwarten. Mit Vertrauen aktivieren wir die natürlichen Entfaltungskräfte, das weibliche Tao fließt in männliches Systemdenken ein. Das Universum erinnert sich an das All. Nutzen ohne Handeln in die Welt fließen zu lassen, geschieht mühelos. Alles ist immer Jetzt.

  4. #29
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Der Glaube ist eine Privatangelegenheit, die Religion hingegen ein öffentliches Ärgernis.

  5. #30
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Ich bin begeistert! Luxembourg schafft den Religionsunterricht und kürzt der Kirche finanzielle Zuwendungen. Man geht dafür sogar an die Verfassung heran. Endlich mal Leute mit Verstand und Weitsicht - das lässt hoffen.
    Andere werden folgen.

    http://www.wort.lu/de/politik/am-die...88b46a8ce51cf6

  6. #31
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Bei der Einstellung dieses Ordners stellte ich dreierlei fest:


    1. Manche der hier geäußerten Überzeugungen wirken heute alt;
    2. AD2 und Michael sind hier schon länger dabei, nicht erst seit 2015 und
    3. Glauben steht nicht im Widerspruch zum Wissen und mancher Glauben hat eine längere Zerfallszeit als so eisern behauptete wissenschaftliche Erkenntnisse.

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Religion sollte Privatangelegenheit sein.
    Die Allgemeinheit sollte nicht verpflichtet sein, religiösen Gemeinschaften finanziell unter die Arme zu greifen. Noch immer ist es so, dass beispielsweise Bischofsgehälter vom Steuerzahler (u.a. Atheisten und Agnostiker) finanziert werden.
    Eine Säkularisierung hat nicht stattgefunden, was man am immer noch existierenden konfessionellen Religionsunterricht an den Schulen sehen kann. Und daran, dass der Bundestag das Beschneidungsgesetz beschlossen hat.

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Richtig, Streusalz. Der RDHS regelte das für das Reich (und seine Rechtsnachfolger). Allerdings war die Regelung in zweierlei Hinsicht unvollkommen. Zum einen verpflichtete sich der Staat, fortan die kirchlichen Würdenträger zu bezahlen, machte sie zu Beamten. Damit war der laizistische Gedanke, den Napoleon mit dem RDHS durchsetzen wollte, ad absurdum geführt. Zum anderen blieb es nicht aus, daß in etlichen Testamenten Grundbesitz an die Kirche zurückfloß - manch einer wollte sich wohl so seinen Platz im Himmelreich sichern. Die Kirche ist heute wieder der größte Grundbesitzer im Rechtsnachfolger des Reiches, fühlt sich aber nicht verpflichtet, ihre Würdenträger selber zu bezahlen. Also ohne staatliche Zuschüsse. Sie jammert herum, wie arm sie sei. Und wenn man sieht, wie wenig mancher Kirchenangestellter erhält, dann ist das der dritte Beschiß.

    Frage mich bloß, warum sich in diesem Bereich nichts ändert. Fehlt es an Initiativlingen?

  9. #34
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Es liegt auf der Hand. Jeder weiß, dass das nicht richtig ist...aber wer (Politik) sich mit der Kirche anlegt...der ist auf lange Sicht erledigt. Selbst die AfD hatte auf ihrem Parteitag beschlossen, dass man dieses Thema zunächst hinten anstellt. Meuthen (gläubiger Christ) ließ aber keine Zweifel daran, dass man sich die Kirche zu einem späteren Zeitpunkt (wohl nach der Bundestagswahl) vörknöpfen wird. Die Kirche weiß wie "gefährlich" ihr die AfD werden könnte, nicht umsonst ist sie es...neben den Leitmedien...die am leidenschaftlichsten "Politik" gegen die AfD macht. Aber auch die EU (als künftiger Bundesstaat) wird der Kirche auf den Pelz rücken. Eine Unterstützung in der jetzigen Form wird es dann nicht mehr geben.

  10. #35
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Es liegt auf der Hand. Jeder weiß, dass das nicht richtig ist...aber wer (Politik) sich mit der Kirche anlegt...der ist auf lange Sicht erledigt. Selbst die AfD hatte auf ihrem Parteitag beschlossen, dass man dieses Thema zunächst hinten anstellt. Meuthen (gläubiger Christ) ließ aber keine Zweifel daran, dass man sich die Kirche zu einem späteren Zeitpunkt (wohl nach der Bundestagswahl) vörknöpfen wird. Die Kirche weiß wie "gefährlich" ihr die AfD werden könnte, nicht umsonst ist sie es...neben den Leitmedien...die am leidenschaftlichsten "Politik" gegen die AfD macht. Aber auch die EU (als künftiger Bundesstaat) wird der Kirche auf den Pelz rücken. Eine Unterstützung in der jetzigen Form wird es dann nicht mehr geben.
    Ich habe die Diskussion dazu kürzlich bei Phoenix live verfolgt. Sie war wohltuend basisdemokratisch und fand ohne Beteiligung von Vorständen statt. Die Abstimmung darüber, ob man das Thema überhaupt auf die Tagesordnung setzen wolle, schmetterte dieses Ansinnen mit etwa 50 zu 30 ab, 20% verhielten sich neutral.
    Der gefährliche Punkt einer diesbezüglich möglichen Diskussion für die AfD liegt wohl darin, daß sie für den Fall, daß sie die christlichen Konfessionen auf den Prüfstand stellen, also das Verhältnis der christlichen Kirche zum christlichen Staat untersuchen würden, sie nicht umhinkämen, die christlichen Kirchen zu Vereinen zu machen, was sie dann zu ähnlichen Organisationen wie den Islam oder das Judentum in der BRD machen würden. Das aber ist nicht grundgesetzkompatibel und paßt derzeit auch nicht ins Selbstverständnis der AfD, die sich als christlich-grundiert versteht.

    Ich bin Alt-Lutheraner und bezeichne mich auch als national-konservativ, aber in puncto Kirche und Staat vertrete ich einen laizistischen Standpunkt, trete also dafür ein, daß die Kirche sich vollends aus allen staatlichen Verbindungen löst und sich als Staat im Staate organisiert, sofern man eine solche Organisationsform fürs künftige progressive Christentum überhaupt ins Auge fassen sollte. Ich bin nämlich auch noch Anarchist und mißtraue jeder staatlichen und auf Gewalt aufbauenden Gesellschaftsformation. Die Menschheit wird sich nicht über den Staat weiterentwickeln, sondern nur über die individuelle Beßrung. Diese kann aber nicht der Staat herbeiführen, es aber durch Förderung des Einzelnen bestärken. Der Glaube in Hinsicht auf eine vorgegebene paradigmatische Basis, also die Vorgabe, was staatskonform sein soll, darf in keiner Weise dazugehören. Deshalb bleibt er für mich persönlichster Natur. Hier ist mal ein Superlativ statthaft.

  11. #36
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Religion ist Privatangelegenheit

    eben - und deshalb hat die religion an einer schule nichts verloren. dort geht es darum wissen zu vermitteln/transportieren...das die wissenschaft schaffte. nur weil vor 2000 jahren irgendwer zu oft am weihrauch lutschte...verplempern unsere kinder heute zeit...die sie an anderer stelle gut gebrauchen könnten. ich bin kein freund von brüssel, aber da setze ich voll auf die eu...die hoffentlich bald schon den religionsunterricht verbietet. weiß nicht...ob da diesbezüglich schon mal wer eine klage einreichte - sie müsste eine gute aussicht auf erfolg haben.

    religionsunterricht ist eine der schlimmsten formen von diskriminierung, denn wenn ich an den heiligen blauen schlumpf glaube, den es mit der gleichen wahrscheinlichkeit gibt oder nicht gibt wie alle anderen götter oder propheten, dann bekomme ich dafür keinen unterricht. ich habe nur die wahl zwischen jesus und mohammed - oder eben gar nicht am unterricht teilzunehmen. das ist ein verstoß gegen gleich mehrere rechte. für alle anderen lehrfächer gibt es eine fundierte wissenschaftliche basis, die auf einem breiten gesellschaftlichen konsens fußt. auf die religion trifft beides nicht zu. im gegenteil...99% wurde schon längst wissenschaftlich widerlegt...ad absudrum geführt. religion, meinetwegen...aber als privatsache...und schon gar nicht an staatlichen schulen.

  12. #37
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Oh, allerdings gerade eben deshalb, AD2, ist die Beteiligung am Religionsunterricht unabdingbar für einen sich gebildet nennen wollenden Menschen, ganz egal, wo auf der Welt. Guter Religionsunterricht basiert nicht auf der Einweisung (und sukzessiv zensurentechnischen Glaubensprüfung) in den Glauben, sondern in der Unterrichtung vom Wege eines sich entwickelnden Gottes. Vorausgesetzt, man geht nicht von einem alttestamentarischen Gott aus, der unveränderbar ist, außerhalb der Zeit steht und zudem auch noch Schöpfer der Welt sein soll. Aber da haben wir auch schon einen Streitpunkt: es müßte quasi zwei Religionsunterrichtsangebote in jeder Schule geben, einmal die Einweisung in den "historischen" Weg Gottes, dessen Ontogenese, und einmal in den fixatorischen Gottesbegriff, wobei Gott hier ein nunc stans abgäbe. Und dann braucht man natürlich noch Philosophie-, Ethik- und Sozialkundeunterricht, der von religiösen Fragestellungen befreit werden müßte - doch wie soll das funktionieren, da doch jede soziale Frage auch eine religiöse ist, v.a. bei den Staat und Religion vereinigenden Religionen.

    Kurzum: wir müssen hier eine eierlegende Wollmilchsau konstruieren.

  13. #38
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    ich will nicht gott von der schule verbannen...sondern nur den religionsunterricht. gott gehört für mich zum fach "geschichte" - so wäre er ein verbindendes....und kein trennendes element. die aufgabe der schule ist es fundiertes wissen zu vermitteln...und nicht sich an spekulationen zu beteiligen. es kann doch nicht sein, dass an einer schule unterrichtet wird gott hätte in einer woche die welt,menschen und tiere erschaffen...während mir eine stunde später in bio und erdkunde etwas ganz anderes erzählt wird. das ist staatlich subventionierte Volksverdummung. Da ist Frankreich mit seinem Laizismus uns schon über 100 Jahre voraus. So wird das auch bei uns kommen, da bin ich mir zu 100% sicher...auch wenn ich das persönlich wohl nicht mehr erlebe.

  14. #39
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Es ist für einen Geschichtslehrer sehr schwierig, Gott historisch zu fixieren. Historische Annäherungen an Jesus gibt es seit Renan, also mit einer rein auf die historische Persönlichkeit fixierten Darstellung. Macht man das, verklärt man das Christentum und verstellt den Weg zu Gott mit Empirie und Anthropomorphismus, tut also das, wovon sich das Christentum gerade wohltuend von allen anderen Wegen zu Gott abhebt. Anders gesagt: man erklärt etwas im Gewande, das diesem Gewande nicht paßt, noch verständlicher, man zwängt einen Kinderluftballon über ein Saurierei. Historische Fixationen passen zum Buddhismus und Mohammedanismus, aber auch nicht zum Judentum. Ist also sehr schwierig, Unterrichtung allein darauf zu beschränken.
    Ethikunterricht, Sozialkunde und Philosophie müßten beispringen, um hier eine humanistische Ausbildung zu sichern. Und jeder müßte in seinem Bereich bleiben, was ich angesichts fehlender Lehrerpersönlichkeiten für unmöglich halte, jedenfalls für nicht flächendeckend durchführbar auf nur niedrigem Niveau.

    Das französische Schulsystem ist keineswegs besser als das unsrige. Andernfalls würde deren geistige Entwicklung nicht seit etlichen Jahrzehnten stehen. Frankreich ist eben wegen seiner (inneren) geistigen Entwicklung ein sterbender Staat geworden, was gerade auch die Wahl des letzten Präsidenten belegt, einer Heuschrecke! Das muß man sich mal vorstellen: Da feiern die Linken den Wahlsieg einer Heuschrecke als einen Sieg der Demokratie! Wie krank muß eine solche Gesellschaft sein! (Ganz abgesehen davon, daß die Franzosen sich selber nur die Wahl zwischen Skylla und Charybdis gaben.)

  15. #40
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Es reicht doch wenn der Geschichtslehrer einfach nur das lehrt...was historisch auch gesichert ist - darüber hinaus kann er darauf hinweisen, dass die gesicherten Erkenntnisse unterschiedlich interpretiert wurden und werden. So kann dann jeder selbst entscheiden...ob er sich rein an die Fakten hält...oder ob er irgend welchen Interpretationen folgt.
    Der Geschichtslehrer hätten z.B. die Pflicht zu lehren, dass die Evangelisten bei den Alten Ägyptern abgeschrieben haben und ihre Schrifte keine Zeitdokumente...sondern Raubkopien sind.
    Wenn ein Schüler der Meinung ist da bliebe dennoch genug Raum um an einen Gott...wie ihn die Bibel schildert...zu glauben...dann darf er das gerne tun...aber bitte zu Hause. Ein guter Lehrer hat sich an Fakten zu halten - er wird nicht als Märchenonkel bezahlt.

  16. #41
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    "Die eierlegende Wollmilchsau" ist der "Ego-Gott" der relativen Besonderheit. Fakt ist, dass wir "die Gesetze des Chaos" nicht analysiert haben, die uns in die heutige Situation geführt haben.

    Wie kann erkannt werden, ob wir auf dem Weg in die selbstgemachte Hölle sind oder auf dem Weg zu einer Überzeugung, die sich "gut anfühlt"?

    Wie fühlt sich die Welt, in der wir uns fühlen? Wie fühlt sich unsere (private und gesamte) Welt denn an?

    Alle suchen einen "Triumph" in ihrer religiösen Überzeugung und machen damit die Gesetze des Chaos zur wirkenden Wirklichkeit.

    Warum immer das Ego den "Kampf für die relative Wahrheit fordert, erklärt sich nach dem Verstehen der "Gesetze des Chaos":

    https://www.youtube.com/watch?v=l6iAFgOtUH8

    "Diese Ersatzwirklichkeiten" des Egos können nicht bedeutungsvoll "gelehrt" werden, denn sie können nicht verstanden werden.

    Wer den Mut besitzt, sich das Hörbuch wirklich offen anzuhören, könnte zur Überzeugung gelangen, eine auf dem Kopf stehende Welt zu betrachten, Was die "große Umkehrung" bewirkt hat, wird bei 15:15 angesprochen.

    "Die Angst wird auf den Thron der Liebe gehoben".

    Wir betonen die Form unserer Glaubenssysteme, doch wir bedenken nicht den Inhalt.

    Ein guter Lehrer müsste die ganze Wahrheit kennen, wovon wir uns alle im Moment durch die Anwendung der Gesetze des Chaos noch abhalten lassen.

    Solange das Ziel von religiösen Überzeugungen die Form relativer Besonderheit annimmt, sind es Ego-Illusionen.

    Bei 21:18 wird die Geburt der Angst beschrieben. "Wo das Denken anfängt, da muss es enden..."

    Religiöse Überzeugungen zum Zwecke der Ego-Überhöhung können das Ziel nicht erreichen.

    Warum wir Angst vor dem Leben mit Gott aufgebaut haben und daher "so ungeschickt" handeln, lässt sich hier nachvollziehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=GWdWSW9_KTo

    Wie wir "die Schlachtfelder verlassen" könnten, so wir uns gegen "die Gesetze des Chaos" entscheiden, wird darin deutlicher.

    Noch verwechseln wir Ursachen und Wirkungen. "Die Form der Raubkopien" macht für den Inhalt der Teekanne und der Teetassen keinen Unterschied.

    Nur ein im Geist geeinter Zweck kann verbinden und den Kampf als Gesetz des Chaos um die Form entlarven.

    Die Besonderheit der relativen Religionssysteme ist immer ein Ersatz für die Liebe, die im Ego-Denkmodus fehlt.

    Was spirituelle "Überzeugungen" bewirken sollten, wird im gefühlten Ergebnis weitestgehend "verfehlt". Doch bisher nicht verstanden zu haben, verdeutlicht, dieses Unverständnis nicht "lehren" zu können, wollen wir die bisherigen Irrtümer nicht fortschrieben. Über "Überzeugungen" gibt dieses Hörbuch Auskunft:

    https://www.youtube.com/watch?v=T0FUrYIQAMU

    "Unerkannte Überzeugungen" können nicht betrachtet werden. Wir wollen triumphieren, indem wir einen "besseren Gott" fordern. "Kann Liebe dort Bedeutung haben, wo Tr(i)ump(h) das Ziel ist?" Das (vorläufige und veränderliche) Urteil und seine Folge der Besonderheit wird nicht als Angriff erkannt.

    "Besonderheit ist der große Diktator, der falsche Entscheidungen diktiert."

  17. #42
    andere-diimension
    Status: ungeklärt

    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Zitat Michael

    Ein guter Lehrer müsste die ganze Wahrheit kennen, wovon wir uns alle im Moment durch die Anwendung der Gesetze des Chaos noch abhalten lassen.
    -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Es gibt keine halbe...und somit auch keine ganze Wahrheit. Es gibt die Wahrheit, den Irrtum und die Lüge. Vor tausend Jahren lehrte der Lehrer, dass die Erde eine Scheibe sei. Das war ein Irrtum. Noch vor 70 Jahren lehrte die Kirche...Darwins Evolutionstheorie sei eine Hypothese. Das war eine Lüge. Ohne die Kirchen wäre die Wissenschaft schon deutlich weiter - die Kirchen sorgten dafür, dass die Menschen möglichst dumm gehalten werden. Nur mit den Dummen lässt sich ordentlich Geld verdienen. Auch für den Lehrer gilt: Nach bestem Wissen und Gewissen. Der Religionslehrer handelt nicht nach bestem Wissen und Gewissen - ganz im Gegenteil. Der Religionslehrer ist entweder a. ein notorischer Lügner, oder b. saudumm. So oder so; an einer staatlichen Schule hat er nichts verloren.

    Zitat Michael

    Warum wir Angst vor dem Leben mit Gott aufgebaut haben und daher "so ungeschickt" handeln, lässt sich hier nachvollziehen:
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Die Antwort steckt bereits in der Frage: Gott wurde eigens dafür erfunden um den Menschen Angst zu machen - und das mit großem Erfolg. Gott ist das erfolgreichste Fake aller Zeiten. Die Erfolgsstory einer Lüge.

    Zitat Michael

    Noch verwechseln wir Ursachen und Wirkungen. "Die Form der Raubkopien" macht für den Inhalt der Teekanne und der Teetassen keinen Unterschied.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    In der konsequenten Fortführung einer Lüge siehst Du einen Weg...hin zur Wahrheit?!?

    Die biblische Geschichte kommt aus einer Zeit...als der Mensch gerade lernte unfallfrei aufrecht zu gehen. Sie ist es nicht wert sich auch nur gedanklich damit zu befassen. Höhlenmalerei - nett anzusehen...mehr aber auch nicht...

  18. #43
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Widerspruch.

    Entwicklung des Geistes gibt es überall, nicht nur in den Wissenschaften. Auch Atheisten verfolgen mitunter beharrlich ihre Irrtümer, man denke nur an die Medizin oder Geologie oder die Politik. Behandlungsmethoden ändern sich, man denke nur an die Behandlung des Krebs. Da wurde erst geschnitten, später nahm man Chlor zum ausbrennen, dann schnitt man wieder, dann verfeinerte man die Chlorbehandlung und verlegte sie nach innen (Chemo), jetzt schneidet man, behandelt aber parallel Symptome mit allerlei. Parallel dazu die Homoiopathie, die mal Konjunktur hat, mal als Teufelswerk gilt, als Ausbund des Unwissens.
    Und das jedes Mal mit der Inbrunst vertreten, indem der Gegner als Fortschrittsleugner, religiöser Spintisierer oder Querkopf bezeichnet wird.
    Oder man denke an das Mittelalter und die Frühe Neuzeit, als man versuchte, Gold aus minderen Stoffen zu modeln. Wer's nicht glauben wollte, wurde als religiöser Eiferer oder Rückschrittler etc. bezeichnet. In der Aufklärung gab es starke Strömungen, die den Glauben vollends auslöschen und statt dessen die reine Vernunft zur Herrscherin der Welt erheben wollten. Man denke auch an die Französische Revolition, die allen christlichen Glanz, jeden Glauben, aus der Öffentlichkeit verbannen wollte und jeden unter die Guillotine legte, der sich von dem christlichen Gott nicht lossagen wollte. (Mehr als die Hälfte aller französischen Gottesdiener landeten bis 1794 unter dem Fallbeil.) Atheismus ist beileibe keine Gewähr für eine humanere Welt, ich möchte sogar behaupten, daß die größten Schlächter der Weltgeschichte allesamt Atheisten waren. Ihre strikte Leugnung eines übersinnlichen Wesens bekam dem übersinnlich begabten Wesen "Mensch" gar nicht.

    Der Mensch ist ein Wesen, das sich in seinen Irrtümern suhlt. Bacon.

    Wurzeln der Irrtümer



    - ein bewegsamer Geist nutzt die Mißverständnisse zum eigenen Vorteil, das Ergebnis ist Verwirrung


    • die empirische Wurzel

    - es ist zuwenig Erfahrung vorhanden; das Wahre wird nicht erkannt, aber voreilig festgelegt


    • die abergläubische Wurzel

    - der Gotteseifer zerstört viel
    → die Philosophie muß diese Trugbilder überstehen, durchlaufen und besiegen.

    Es will mir nicht recht einleuchten, warum ich den einen Quell des Irrtums, eine abergläubische Aufnahme der Welt, gegen eine andere Quelle des Irrtums, meinen schwachen Verstand, der aber glaubt, er könne unter Ausschluß Gottes Zusammenhänge der Welt allein über diesen Verstand begreifen, tauschen sollte.

    Die Wahrheit liegt wohl in einer Verbindung des Vielen bei klarer Distinktion zur wachsenden Ahnung.

  19. #44
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Man denke auch an die Französische Revolition, die allen christlichen Glanz, jeden Glauben, aus der Öffentlichkeit verbannen wollte und jeden unter die Guillotine legte, der sich von dem christlichen Gott nicht lossagen wollte. (Mehr als die Hälfte aller französischen Gottesdiener landeten bis 1794 unter dem Fallbeil.) Atheismus ist beileibe keine Gewähr für eine humanere Welt, ich möchte sogar behaupten, daß die größten Schlächter der Weltgeschichte allesamt Atheisten waren. Ihre strikte Leugnung eines übersinnlichen Wesens bekam dem übersinnlich begabten Wesen "Mensch" gar nicht.
    Die französischen Revolutionäre kämpften mehrheitlich nicht für den Atheismus, sondern für eine andere Religion.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kult_d...6chsten_Wesens
    Auf Robespierres Betreiben wurde am 7. Mai 1794 per Dekret der Kult des Höchsten Wesens eingesetzt und als Feier in die Reihe der nationalen Feste aufgenommen. Der Eingangsartikel des Dekrets verdeutlichte den deistischen Ansatz des Kults und die Nähe zur traditionellen Frömmigkeit: «Le peuple français reconnaît l’existence de l’Être suprême, et l’immortalité de l’âme.» („Das französische Volk anerkennt die Existenz des höchsten Wesens und die Unsterblichkeit der Seele.“)
    Hitler war kein Atheist.

  20. #45
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Im Internet kursierte vor einiger Zeit ein Meme: Religion kann man mit dem Penis vergleichen. Es sei in Ordnung einen zu haben, es sei auch in Ordnung stolz darauf zu sein. Man sollte ihn jedoch nicht in der Öffentlichkeit anderen Leuten ins Gesicht klatschen, irgendjemanden unter die Nase reiben, ihn mit anderen vergleichen, ihn vor allem von Kindern fernhalten. Es ist eben etwas sehr privates.

  21. #46
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Es gibt eine Partei, die sich für eine Säkularisierung einsetzt.
    http://www.deutschlandfunk.de/partei...icle_id=380293
    Aber wenn sie überhaupt genug Unterschriften bekommt um an der Wahl teilnehmen zu können, wird sie bei ungefähr 0,0% liegen.
    Es sei denn es gibt eine Überraschung. Für atheistische Protestwähler, die die anderen Parteien für unwählbar halten, wäre diese Partei das Richtige.
    Von anderen Parteien ist in Sachen Säkularisierung wenig zu erwarten, weil die "Gottesfraktion" in ihnen stark ist.
    https://hpd.de/artikel/gottesfraktio...erpartei-12764

  22. #47
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Interessanter Link, Streusalz. Ich meine die HPD-Seite. Allerdings habe ich da schon ein paar Bauchschmerzen, wenn ich den Text lese. Zum einen stoße ich mich immer an Humanisten, die sich dem Sprachdiktat der Neuen Orthographie beugen. Humanistische Bildung verbietet deren Benutzung geradezu. Lies Ickler und seine herrlich parodierenden Bücher zum Thema, dann verstehst Du, was ich meine. (Ich stelle gern auf Wunsch eine Rezension ins Forum, wenn Du das nicht machen möchtest.) Zum anderen bin ich ja nun selber Christ und auch Kirchensteuerzahler (was ich auch weiter bleiben werde), bin aber auch ein Kritiker itziger Kirchenpolitik und als Historiker so ganz und gar nicht mit der Verschmelzung von Kirche und Staat hierzulande einverstanden. Ja, da hat der Autor (Lehnert) ganz recht. Es gibt sie, die Verfilzung von Staat und Kirche. Doch die Kirchenverfilzung ist nur eine tertiäre Erscheinung. Es gibt zwei Verfilzungen in dieser "bunten" Republik, die ich für sehr viel substantieller halte, die auch sehr viel gefährlicher sind für den Bestand einer auch nur denkbaren Demokratie - und beide Verfilzungen sind atheistischer Natur. Sic! Richtig gelesen, beide Verfilzungen basieren auf Gott leugnendem Grund, besitzen also ein atheistisches Naturell. Und dann gibt es noch eine vierte Verfilzung, die rein technischer Natur ist, aber kaum weniger die BRD definiert, mehr noch aber die BRÖ, wo man das geflügelte Wort des "Proporzes" öfter hört als hierzulande.

    Die von mir avisierten Verfilzungen sind zum einen die, die auf Interessen einer imperialistischen Industrie basieren, die sich gern als liberal, weltoffen und pragmatisch darstellt, im Grunde jedoch Einzelinteressen dient. Ihr Paradigma lautet getreu dem von Smith: Wenn jedem einzelnen geholfen ist, ist es auch der Gesamtheit. Anders gesagt, diese Lobbyisten bilden die Substanz der BRD. Sie generieren Abgeordnete, Minister, Ministerialbeamte und andere und setzen ihre Interessen über die Bezahlung derselben durch. Wie anders ist es zu erklären, daß beispielsweise Gabriel zugleich als Lobbyist für die Rüstungsindustrie unterwegs ist? Die Basis ist Atheismus. Ihr Glaube setzt sich aus Vernunft, Gewinndenken und Wachstum zusammen: Vulgär-Materialismus. Die zweite Säule bildet das Paradigma von der Gutmenschenrepublik, das Modell Deutschland, wie es schon vor Jahrzehnten beschrieben worden ist. Auch dieses Paradigma ist atheistisch, basiert auf der Vorstellung der Gleichheit aller Menschen, was am Ende nur denen nützt, die stärker als andere sind und die, das ist das Perplexe, dann in einer Art Helfersyndrom und Wiedergutmachungsrhetorik für vergangene Grausamkeiten, die immer wieder beschworen werden, einzelne Brosamen von den verdienten Milliarden unters arme Welt-Volk streuen, im übrigen aber Jahr für Jahr Hunderte Milliarden in die eigenen Taschen wirtschaften. Allein der Außenhandelsgewinn eines Jahres dieser BRD würde nicht nur den weltweiten Hunger beenden können, sondern auch viele viele andere Wohltaten bedeuten können (Bildungsmisere, Strukturschwächen, Infrastrukturprobleme...). Nein, diese Atheisten rechnen anders, sie sind auf die Statuierung ihrer Macht fixiert, also Brosamen, das schafft Arbeit für Jahrzehnte, während die Geschäfte weiterlaufen.
    Das daneben statuierte technische Mittel ist der Proporz, also die Verbandelung der Parteien mit dem Staat. Inzwischen sind auch die LINKEN aufgenommen worden - und fühlen sich in diesem Metier (natürlich!) sauwohl. Auch die AfD wird nach Ablegung ihrer Kinderkrankheiten in diesem System implementiert werden, da sie, wie ich bereits nachwies, sehr starke neoliberalistische Züge aufweist.

    Kurzum, Streusalz, die Gottesaffinität der Parteien ist nur EIN Bestandteil des Systems BRD - und beileibe nicht der wichtigste. Daß der Artikelschreiber das nicht durchschaut oder nicht durchschauen will, macht den Artikel zu einem BLÖD-gerechten, einem Kratzen an der Oberfläche, wobei diese Oberfläche in marktschreierischer Weise als reine Wahrheit verkauft wird. Nicht eben humanistisch.

  23. #48
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ist die religiöse Überzeugung eine Privatangelegenheit?

    Ja, eine Privatangelegenheit.


    https://www.srf.ch/sendungen/sternst...rofessor-moore
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Das war auch für mich persönlich eine Sternstunde...da hier die nüchterne Wissenschaft, in Person von Professor Moore, auf die religiöse Sehnsucht, verkörpert durch Moderatorin Bleich, traf. Wobei ich nicht weiß ob Bleich selbst religiös ist...aber mit ihren Fragen war sie zumindest eine gute Stellvertreterin der religiösen Bevölkerung. Man konnte förmlich spüren...wie sie sich andere Antworrten erhoffte...als jene...die der Professor ihr gab. Er ging sehr einfühlsam mit der Moderatorin und ihren Fragen um...vertrat charmant seine Wissenschaft...ohne den
    Gläubigen vor den Kopf zu stoßen. Zwar ging es eingangs bei dieser Sternstunde gar nicht um den Glauben...aber es musste fast zwangsläufig dort enden. Ärgerlich war nur die Akustik der Simultanübersetzung. Der Übersetzer sprach in einer Lautstärke und Geschwindigkeit...dass man weder ihn noch Prof. Moore richtig verstand. Das nächste Mal bitte ohne Übersetzung...falls doch...dann bitte richtig.

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