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Thema: Wolkensteins Wortarchiv

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post kakodämon

    kakos - schlecht
    dämon - Geist

    veraltet für Plebs, Pack, Volk, crowd, Masse...

    Wieland in Nutzanwendung auf die französische Nationalversammlung und die sie beherrschenden Bürgerlichen (der dritte Stand), die über ihre Mehrheit alles niederstimmten, was ihnen nicht paßte - Schlechter Geist, aber auch als Wortspiel zu Demos.

  2. #52
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    Rodomontade

    Rodomontade meint das Übersteigern fixierbarer Sachverhalte, das Übertreiben, meist zu politischen Zwecken, im Sinne von "Wir schaffen das!"

    Moeller von den Bruck nannte das Politisieren der Optimisten um 1914 so, die von schnellen Siegen sprachen und dem Volk die erwartbare Schwere der Aufgabe und v.a. die erwartbaren Folgen der wahrscheinlichen Niederlage verhehlten.

  3. #53
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    Red face Gniffelkopf

    Karlchen brachte zwei ostwestfälische Altbegriffe auf:

    Gniffelkopf resp. Gniffelkopp
    Miesepröppel -> hierfür steht die Worterklärung noch aus

  4. #54

    AW: Veraltete Wörter (II)

    Erstversuch für Miesepröppel:

    1. Miesepröppel = Illusion des Antichristen

    Miesepröppel = Der gemeine M. ist ein Mensch, der versucht, ein Gegenteil von Liebe als wahr anzusehen und es damit als Illusion für sich annimmt, in einer kritikbedürftigen, lieblosen und gefährlichen Mitwelt erst dann ohne Ärger, Wut und kognitive Dissonanz leben zu können, wenn alle genau so denken würden, wie der Miesepröppel. Miesepröppel schneiden sich durch ihr miesepröppeliges Herumbohren in den Wunden der Mitwelt von der Lebensfreude ab, die im Erleben von Schönheit gefunden wird.

    Für den Miesepröppel könnte keine Welt geschaffen werden, die er nicht schon in Zweifel zieht und als fehlerhaft bewertet, bevor er sie tatsächlich offen ansieht.

    Der religiös fanatische Miesepröppel wird zum scheinbaren Gegenteil von Gott, da er meint, Gott sei so behindert, dass IHM von uns geholfen werden müsste. Wenn jetzt drei Weltreligionen - den jeweils anderen - den schwarzen Schuldmiesepröppelpeter zuschieben, sind sie die Erstdefinition.

    Die Erstdefinition seines Urteils über den Himmel, wie es vor der Zeit des Miesepröppeltums geschah, hätte den Himmel unmöglich gemacht. Es ist kein Zweifel im Himmel möglich, daher wurde die Zeit geschaffen, um dem scheinbaren Gegenteil den Raum zu geben, sich als bedeutungslos zu erkennen.

    Der Miesepröppel in seiner Eigenschaft als Antichrist versucht zu beweisen, dass ein Gegenteil eines freundlichen Universums möglich sei. Im Grunde könnte auch gesagt werden: Der Versuch, durch den Zweiten Weltkrieg zu beweisen, Gott müsse inexistent sein, entspricht der Logik des Miesepröppels:

    Erst die Welt in Schutt und Asche legen, um dann den Gott zu beklagen, der unsere Irrtümer zulässt. Hätte Gott eingefriffen, wären Symptome, nicht Ursachen gelindert worden. Der Miesepröppel verschleiert die Symptome seiner eigenen Geistesstörung, dem Mangel an Zugehörigkeit wird mit miesepröppeligem Verhalten begegnet.

    So erwartet der Miesepröppel auch noch, der Hilferuf nach liebevollem Verhalten seiner Mitwelt würde verstanden, wenn sich der Miesepröppel spiegelbildlich verhält. Als der Miesepröppel die Dualität im Denken wahrnahm, entstand die Welt, die wir nun als fix betrachten. Doch es war unsere Entscheidung. Daher wurde die Zeit des Traums vom Gegenteil erzeugt und (vom Miesepröppel) fehlgeschöpft. Jetzt tut er alles ERdenkliche, diese Eigenverantwortung im Außen abzuladen. Er konstruiert einen möglichen Zweifel nach dem anderen und glaubt, dabei finde er Sicherheit...

    Doch das Ego produziert nur weitere Illusionen. Wir machen über unsere Miesepröppeligkeit die Hölle und wollen nun wieder einmal die Geister nicht gerufen haben, die wir nun sehen...

  5. #55
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    AW: Veraltete Wörter (II)

    Danke. Dagegen sind Schnurzel und Nantes ja Mutters Lieblinge. Ich hab ein Bild vor Augen und kenne, glaube ich, sogar Zeitgenossen, auf die das zutrifft.

  6. #56
    Kalu
    Laufkundschaft

    Der Miesepröppel

    Der Miesepröppel wäre das Superlativ von Gniffelkopf, resp. Gniffelkopp, wenn es sich bei diesen Worten um Adjektive handeln würde.

    Die Wortherkunft ist jüdisch-pfälzisch-westfälisch:

    Mies = Schlecht, gemein aus jidd. mis, miuss schlecht, unangenehm, widrig, hässlich; aus hebr. mi'ūs Abscheu, Widerwillen

    Pröpel = Nörgler, Mensch, der an allem etwas auszusetzen hat, aus pfälz. Pröpeler, vgl. pröpeln, Preb(e)le, brēb(ə)lə; gipps auch für Frauen: Prebleʳn, Preblersche

    Pröppel = Badewannen- oder Waschbeckenstopfen, meistens schwarz und aus Gummi, aus westfäl. Stöpsel; vergl. Pfropfen

    Ein Mieser Pröppel ist somit jemand, der nicht ganz dicht ist, dessen mentales Badewasser ständig versickert und der deswegen dauernd an den Hähnen dreht. Jemand der nach dem Nachdenken Schmutzränder hinterlässt. Also ein ganz übler Zeitgenosse. Einer, der im Gegensatz zu mir, lauter Vorurteile hegt und pflegt, wie andere ihre Zimmerpflanzen.

    Er begnügt sich nicht, wie der Gniffelkopp, mit unergiebigem Gniffeln von der Fensterbank oder dem Rechner aus. Er schreitet energisch zur Tat. Er gibt einmal pro Tag eine Liste aller Falschparker bei der Polizei ab. Anschließend schreibt er einen Leserbrief an die Zeitung, in dem er die mangelnde Bereitschaft der Behörden rügt für Ordnung zu sorgen. Er zeigt seinen Nachbarn wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses an. Er bittet den Beamten doch auf den Schrank dort zu klettern und sich weit vor zu beugen und an der Gardinenstange festzuhalten, dann könne er ins Badezimmer ohne Vorhänge gucken und sehen wie schamlos der Typ exhibitionistisch nackt unter der Dusche steht.

    Man könnte auch von einer Art innerem Tourette symptom schreiben: 'Dieser Mistkerl, der da einer alten Frau über die Straße hilft, was bildet der sich denn ein? Ob dieses Arschloch sich nun besser fühlt?' oder: 'Dieser Saukerl sieht doch, dass die Frau auf die andere Straßenseite will. Warum hilft dieses asoziale Schwein ihr denn nicht?'

    Falls gerade kein Mistkerl in der Nähe ist, denkt der Miesepröppel ersatzhalber: 'Diese Gruftitante sollte nicht den Verkehr behindern.'

    Der Miesepröppel steckt seine ganze Energie in das gelbe Gefühl. Miesepröpeligkeit ist affektiver Neid auf alle Nichtmiesepröppel.
    Geändert von Kalu (11.01.16 um 14:32 Uhr)

  7. #57
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    Post Regie

    Das heute oftmals bei deutschen Film- und Fernsehproduktionen benutzte Wort "Regie" für Spielleitung stammt aus den Zeiten Friedrichs des Großen. Der gute König hatte nach dem Siebenjährigen Krieg ein Finanzproblem. Zwar war er nicht, wie seine Gegner, verschuldet, aber die Steuereinnahmen flossen spärlich in den ausgebluteten Land. Also holte er sich französische Steuereintreiber, die die Akzise mit ihren Methoden einzogen. Friedrich setzte eine General-Administration ein. Die nannte er REGIE. Königserfüller oder so, könnte man das übersetzen.
    Diese Franzosen war im Land nicht sehr beliebt. Logisch.

    Man darf hier aber zweierlei nicht verwechseln: Friedrich behielt das preußische System der Steuererhebung bei; er nutzte nur die Erfahrungen französischer Bluthunde, um es salopp zu sagen. In Frankreich war das Steuersystem ein anderes als im Reich: In Frankreich verpfändete der König gegen einen Pauschalbetrag Provinzen an Privatpersonen, die dann das dem König vorgestreckte Geld eintrieben. So sammelten diese Leute Erfahrungen, die der preußische Beamte nicht hatte.

    Während meines Studiums entblödete sich ein Seminarleiter nicht, uns Studierenden beim Anschauen eines alten deutschen Films die Jobbeschreibung "Spielleitung" als L.T.I. zu bezeichnen. Wenn ich mir die ursprüngliche Bedeutung der "Regie" vor Augen führe, muß ich den Begriff der Spielleitung doch vorziehen.

  8. #58
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    Post Tagelied

    Tagelied...
    merkwürdige Bedeutungsveränderung: Einst war es das traurige Palaver verliebter Nachtschwärmer am frühen Morgen, zu Ostzeiten nannte man so das Abschneiden eines Zentimeters am Maßband während der Armeezeit. Heute dagegen wird das eher pragmatisch betrachtet, so ganz im Sinne eines carpe-diem-Gesangs.

  9. #59
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    AW: Veraltete Wörter (II)

    Putke oder Puttke ist ein altes Wort für niedere Bedienstete an Bord: Koch, Schiffsjunge. Es muß aus dem niederdeutschen Wort PUTTKEN stammen, also diejenigen, die nicht offenen Herzens daherlaufen, sondern schlurfend ihre Bahnen ziehen.

    Freytag benutzte es zur Kennzeichnung derjenigen Schiffskinder, die am Ende der Nahrungskette stehen.

  10. #60
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    Post Pleite und Blide

    Das gibt sogar Sinn: die Pleite/Blide war eine Belagerungsmaschine im Mittelalter, Wurfgeschosse wurde mit ihr gegen Wälle, Mauern oder darüber hinaus geschossen.

  11. #61
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    terra transoderana

    Bezeichnung für die Neumark, das Gebiet östlich der Oder um 1320, zur Zeit polnisch verwaltet.

  12. #62
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    Question Parteiutilitas

    Ein Wort aus den 1960ern. Eigentlich Utilitasliteratur, meist aber im Kontext der SED, also Parteiutilitasliteratur. Sozialistischer Realismus, der von sich behauptete, sämtliche Talente des werktätigen Volkes, letztlich also aller, denn Arbeit war im Sozialismus Pflicht, zu fördern. Doch wehe, wenn einer dann mal nicht den Lobgesang auf das Erreichte anstimmte. Freie Entfaltung? Kaum.

    Doch wie nun läßt sich ein Adjektiv aus Utilitas erstellen? parteiutilitasierte Literatur?

  13. #63
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    Gehirntier

    Als Gehirntier bezeichnete Edgar Jung diejenigen Akademiker, die von der Religion entwurzelt Geist zu schaffen versuchten und dabei nur ein Unlebiges hervorbrachten.

  14. #64
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    Talking bramarbasieren

    Obwohl es doch heutzutage gang und gäbe ist, wird dieses schon klanglich auf seine Bedeutung hinweisende Wort heute kaum benutzt. Schade eigentlich. Mir bramarbasierenden Schöngeist käme das zupaß. Oder vielleicht doch nicht? Ist erheiternder, wenn einen der, der beschimpft wird, nicht versteht.

  15. #65

    AW: Veraltete Wörter (II)

    Was wäre mit "brahmabasierend"?

    Darin steckt ein inhärenter Sinn.

    "Dramabasierend" ist wohl jede heutige Darstellungsform.

    All-ER-Dings immer brahmabasierend. "Bramar" müsste dann doch einen Wortstamm haben, der dem Drama ähnelt...

    Was ein einziges H doch ausmachen kann...

  16. #66
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    Talking Pennalismus

    bramarbasieren kömmt von einer dramatischen Kunstfigur und hat mit dem indischen brahma nichts zu tun, eher mit einer Verballhornung von Drama.

    (veraltetes) Wort des Tages: Pennalismus

    Zu meiner Schulzeit hießen wir Besucher einer EOS (etwa 10% der Schülerschaft) schlichtweg Penner, und das Gymnasium (EOS) war die Penne. Heute legt beinahe die Hälfte der Schüler das Abitur ab, was ein unwürdiger Anteil ist, aber nun gut... Jedenfalls hat das Wort "Penner" heute den eindeutigen Bezugsrahmen zum asozialen Straßenschläfer. Der Pennalismus war eine Organisationsform im Humanismus, die das Zusammenleben jüngerer und älterer Schüler regelte. Ein wenig mehr Pennalismus täte dem kapitalistischen Schulsystem sicherlich gut.

  17. #67
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    Post Fuggerei

    Es waren nicht nur die Juden, die in der Frühneuzeit wegen ihrer Zinspolitik im Fokus der öffentlichen Kritik standen. Ein Begriff kam um 1450 auf: Fuggerei. Gemeint ist die Zinspolitik der Fugger aus Augsburg, die zwar borgten, was schon mal unchristlich ist, dann aber auch Wucherzinsen nahmen. Zudem organisierten sie den finanziellen Prozeß um die Ablaßbriefe.

    Gelddrucken in der Frühneuzeit hat einen Namen: Fugger.

  18. #68
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    Post Kalmaus

    auch Kalmäuser

    Griffiges Wort für einen körperlich eher unterentwickelten Stubenhocker, meist auch mit kahlem Haupt, ein gelehrter Stubenhocker, zuweilen auch Lehrer.

    Wort kam um 1600 auf und hielt sich bis um 1850.

  19. #69
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    Cool Frechstirnigkeit

    Frechstirnigkeit benutzte Stefan Zweig in Nutzanwendung auf die politische Praxis des unrühmlichen Fouche.

  20. #70
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    Post meritorische Unterhaltung

    Die Wendung "meritorische Unterhaltung" stammt aus der Diplomatensprache. Meriten sind eigentlich Verdienste, meritorisch müßte demnach "verdienstvoll" oder ähnlich übertragen werden. Gemeint ist, Diplomaten sind da eigen, nicht der Verdienst, an einer Unterhaltung teilgenommen zu haben, sondern der avisierte Sachbezug, die Konkretation einer Sache, die bei Diplomaten nicht sonderlich ausgepräght sein dürfte. Anders gesagt: Statt viel um den heißen Brei herumzureden oder Anbahnungen zu avisieren, ist mit dem meritorischen Gespräch vielmehr eine Art von Gespräch gemeint, das keine Verhandlung, sondern einer Klarstellung der jeweiligen Ziele dient, aber zugleich statt propagandistisch sachbezogen bleibt.

    Heute wird da oft das Adjektiv "zielführendes" benutzt, ein zielführendes Gespräch: ist aber weniger schön, denn Ziel verträgt eine Partizipiendis nicht, andernfalls wäre es kein Ziel, sondern nur ein Zwischenschritt.

  21. #71
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    Lightbulb Chamade

    Das Wort wird heute nicht mehr benutzt. Ich stolperte in einem Botschafterbericht von 1937 darüber. Roosevelt hielt in Chikago eine Rede, die sich gegen die Feinde der Demokratie und des Weltfriedens richtete. (Witzig! Sind doch die USA seit 200 Jahren der größte Unruhestifter in der Welt.) Die Rede wurde in Britannien kühl, im Reich kritisch aufgenommen. Sie hatte sich gegen Japan und dessen Aggressionen gegen China gerichtet und wurde weltweit als Chamade verstanden, als eine Absichtserklärung der USA, sich gegebenenfalls einzumischen. Ein Weckruf.

  22. #72
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    Unhappy Bierleger

    Auf der Hochzeitsurkunde meiner Großeltern ist auch der Beruf meines Urgroßvaters vermerkt. Bierleger.

    Meiner Kenntnis nach ist das eine heute veraltete Bezeichnung für Großkaufmann. Ich kenne noch das Wort "Bierlage", das in DDR-Zeiten benutzt wurde, wenn jemand eine Saalrunde inner Kneipe schmiß. Das ist heute nicht mehr üblich. Ich habe das mal vor zwei Jahren in meiner Stammkneipe gemacht. Aber da ich inzwischen eher selten kneipen bin, hat sich diese Tradition wohl auch erledigt. Traurig eigentlich.

  23. #73
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    Lightbulb annoch

    Muß wohl eines der Lieblingswörter Adelbert von Chamissos gewesen sein. Er benutzte ANNOCH gelegentlich anstatt auch. Ein Zweisilber statt eines Einsilbers. Sinnvoll. Auch klammert schließlich.

  24. #74
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    Lightbulb introduzieren und Vices

    zwei veraltete Begriffe aus der Diplomatensprache

    introduzieren: wenn ein neuer Gesandter am Hofe eingeführt werden mußte, so wurde er im Begleitschreiben seines Fürsten mit eben jenem Verb als zu Introduzierender bezeichnet
    Vices: heute bedeutet das Wort mehr Mits, Kram, Scheiß... im Sinne von Miami Vice, seinerzeit bedeutete es das Übernehmen der Pflichten eines Gesandten/Bevollmächtigten: diplomatischen Alltag gestalten

  25. #75
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    Inopportunität

    Daß etwas opportun sein soll, wird gelegentlich noch behauptet, das Wort also benutzt. Aber Inopportunität für Unangebrachtheit scheint veraltet zu sein. Vielleicht gewinnt das Wörtchen ja im Kontext sich ändernder Zeiten bald wieder an Nutzern? Es mag sich spreizen, liegt schwer im Munde, aber dieses -tät ist doch wie ein Täterätäh!

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