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Thema: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    Planung: die EINZIGE vollständige Ausgabe seiner Lyrik schaffen.

    Nachwort:

    I. Crane und sein Werk
    Nach seiner Ausbildung an der Universität von Syracuse, die Crane nicht abschloß, ging er knapp neunzehnjährig 1890 nach Neu York, wo er sich als Reporter in den Slums durchschlug. In der Bowery kam er mit Arbeitslosen, Enterbten und Bettlern, mit Rauschgiftsüchtigen, Dirnen, Luden, Säufern und Spielern in Berührung. Die beruflichen Erfahrungen und seine entbehrungsreiche Existenz bildeten die Grundlage für den Roman „Maggie, a girl of the streets“ („Maggie, das Straßenkind“), den er 1893 unter dem Pseudonym Johnston Smith veröffentlichte. Zwar fand sein selbstverlegtes Büchlein die Anerkennung der Schriftsteller Hamlin Garland, der Crane mit den Schriften Mark Twains und Emily Dickinsons bekannt machte, und William Dean Howells, zu einem finanziellen Erfolg jedoch reichte diese nicht. Erst Cranes zweiter Roman „The red badge of courage“, 1895 („Das rote Siegel“, u.a. 1973 bei Reclam Leipzig), brachte ihm Anerkennung, auch einen ganzen Haufen Geld. 1896 übersiedelte Crane mit seiner Lebensgefährtin Cora nach England, wo er u.a. mit den Schriftstellern Joseph Conrad, H.G. Wells, Ford Maddox Ford, dem späteren Förderer von Ernest Hemingway, und Henry James regen Kontakt pflegte und einen aufwendigen Lebensstil pflegte, der ihn bald in den Bankrott trieb. Am 1. Jänner 1897 erlitt Crane auf dem Weg nach Kuba Schiffbruch. Er befand sich an Bord eines Schiffes namens „Commodore“ mit Munition für die kubanischen Freiheitskämpfer. Das dramatische Ereignis verarbeitete er in seiner Erzählung „The open boat“ („Im Rettungsboot“), die zusammen mit anderen Erzählungen 1898 erschien. Im Winter 1897/98 zog sich Crane in seinem ungeheizten Landhaus bei London eine Tuberkulose zu. Vielleicht hatte er sich die Ursache seines frühen Todes auch im Krieg zwischen Griechenland und der Türkei 1897 zugezogen, den er als Korrespondent mehrerer Zeitungen verfolgte. 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg jedenfalls, den Crane wiederum für mehrere Blätter verfolgte, war Crane infiziert, was er jedoch verdrängte. Erst 1900 ließ er in Deutschland (Badenweiler in Baden) seine Tuberkulose behandeln; doch nun war es zu spät. Den zweiten Blutsturz am 5.Juni 1900 überlebte er nicht. Crane hinterließ viele Schulden und zwölf Bände Literatur. (!)
    Der ausgeprägte Realismus von Cranes schonungslosen und pessimistischen Porträts wird durch reizvolle poetische Elemente und die einfühlsame Darstellung der Charaktere gemildert. Auch als Dichter suchte er neue Wege: Seine beiden Gedichtbände „The black riders and other lines“ (erschienen am 11.Mai 1895) und „War is kind and other poems“ („copyrighted“ April 1899) sind frühe Beispiele experimenteller freier Versdichtung. Einer seiner Freunde (Howell) schrieb Crane in einem Brief vom 2.10.1894 (vor der eigentlichen Publikation!) über diesen ersten Lyrik-Band: „I wish you had given them more form“. Peck, ein erster Rezensent[1], nannte Cranes Schreiben „original..., powerful..., eccentrical..., skeptical, pessimistic, often cynical.“ Meiner Meinung nach ist für Cranes Lyrik die Verlorenheit des Individuums zentral, die Liebe zur Farce werden läßt – und diese Verlorenheit schließt Mann und Frau gleichermaßen ein.
    Im Nachlaß fanden sich weitere 50 lyrische Texte, zum Teil nur einen Vers lang, dennoch verraten sie, daß Crane über einen Kernvers Texte konstruierte. Zu Cranes Werken zählen ferner der Roman „Active service“ (1899), der Kurzgeschichtenband „Whilomville stories“ (1900) und „Wounds in the rain“ (1900). Seine gesammelten Briefe wurden 1954 veröffentlicht.

    Crane war ein Trotzkopf, der den Zwiespalt zwischen verkündeter und erlebter Wirklichkeit in drastischer Antithetik wiedergab. Sein Darstellen erfolgte nicht spontan, nicht in plötzlich und unmittelbar hervorbrechender Wut über einen Mißstand, sondern war einem tiefen Unbehagen geschuldet. Dieses entsprach dem seines Zeitalters. Das Nutzdiktat und der technische Fortschritt hatten Millionen Menschen überflüssig werden lassen. Sie suchten einen Platz in der arbeitsteiligen Gesellschaft, und sie fanden ihn nicht. Sozialgesetzgebung war zumindest in Amerika ein Fremdwort, der amerikanische Traum blieb Millionen Menschen vorenthalten. Crane strich als Reporter durch die Elendsviertel der amerikanischen Großst?dte Neu York und Chikago, lebte mit Nutten, Missionaren und Tbc-Kranken, schrieb und half, war Beichtbruder und Kunde, Suppenausteiler und Jäger nach dem letzten Schuß. Sein Blick ins Bodenlose des Daseins korrelierte mit dem Anspruch der postmodernen und kapitalistischen Demokratie, das politische Menschheitsziel verwirklicht zu haben und dann dem Menschen ein Sosollen weismacht. Handlungsmuster: Letztlich erfuhr Crane hier eine der großen Lügen, die bis in unsere heutige Zeit zum Tagesgeschäft gehören: Der einzelne kann sich nur bedingungslos unter die Allmacht des Universums unterwerfen, besitzt aber EIGENtlich eine nicht nur empfundene, sondern erlebte Selbständigkeit des Denkens. Dieser individuellen Selbstwahrnehmung steht die Notwendigkeit gegenüber, seine Individualität bestmöglich auf einem entindividualisierten Arbeitsmarkt anbieten und verkaufen zu müssen, bevor dem bewußt nicht entindividualisierten Individuum der Platz an der Tür gewiesen wird. Die Heuchelei erhält so eine bedeutsame Funktion.
    Crane nun war kein Angepaßter, weder persönlich noch politisch oder religiös. Er war ein Trotzkopf, immer auf der Seite der Schwachen, immer darum bemüht, selbst die bösesten Seiten des Menschen hinsichtlich eines grundgütigen Kerns auszuwägen, immer in der Konstellation Welt-Mensch nach sich selbst und auch dem anderen suchend, weitergreifend als juvenile Rebellion gegen Vater, Staat und System. Crane war kein Frühvollendeter, auch kein Nachtschattenschwärmer, seine Sprache war drastisch und voller Kraft, sie war jung und dynamisch, aber auch in einem verlorenen Substrat beheimatet, in einem Zustand des Nochsichlösenwollens, und sie war gleichsam von Halbwissen durchwölkt. Er schrieb, um zu überleben, Verdichtung und Versachlichung sollten (vielleicht) späteren Jahren vorbehalten bleiben. Doch der Mann starb mit 28 Jahren an Schwindsucht.
    Also, Welt, Ich und DaSEIN werden unmittelbar, nicht in metaphysischer Verdichtung (wie bei Rilke, Musil, Hofmannsthal, Hauptmann, Mann, Barres...) wahrgenommen und plausibel in antithetischer Verschränkung sprachlich manifestiert, ausgeworfen. Vielleicht läßt sich sein Naturell am besten mit Realist umschreiben, allerdings nicht auf dieser platten Abbildebene. Gemeint ist hier vielmehr ein Realismus mit Signalwirkung, ein eingeschränktes Ich schreit nach dem All-Vater, sucht das Verlorene seines Ichs im Allmaleins der Welt, aber verleugnet diese Welt nicht oder restringiert sie. Crane wägt als Skeptiker das Gute und Schlechte gleichermaßen tief ab, erfahren tief, um dann DOCH einen Satz von der Wirkung eines WAR IS KIND zu verfassen. Der Krieg als Vater eines Morgigen, als tragfähigste Wertkonstante, das Prinzip der Zerstörung ist das der Selbstzerstörung, aus dem immer wieder neue Perspektiven möglich sind. Seine Skepsis richtet sich an die Verhältnisse, die ihn umgeben. The dream is over nannte Lennon das siebzig Jahre später: Amerikas Traum einer auf Gleichheit und sozialem Fortschritt basierenden moralischen Führungsrolle war mit dem immer drastischer empfundenen Zwiespalt zwischen den Siegern in ihren Palästen und den vielen Verlierern in den Slums diskreditiert. Aber Crane gab sich nicht einer depressiven oder gar selbstzerstörerischen Grundstimmung hin, wie sie vielerorts am Ende des 19. Jahrhunderts Mode war. Er bewahrt sich Humor, setzt eben das im Menschen verortbare Gute, und er ist traurig und zornig über die Nöte[2]. Humor hat diese wundervolle Wirkung, daß er gelassen macht; selten wird sich bei Menschen mit zwanghaftem Naturell Humor finden. Crane war in diesem Sinne selbstgewiß, gelassen. Auf der anderen Seite aber - und Crane war ein Mensch zutiefst antithetischer Weltwahrnehmung - war Crane Künstler. Kunst ist ein Kind des Schmerzes, schrieb er.
    Gar vorschnell könnte man hier Ironie, Distanzierung oder mangelnden Respekt konstruieren. Mitnichten. Ich glaube nicht an ironisierende Distanz bei Crane. Es muß Humor sein. Ironie benötigt einen entsprechenden Abstand, eine Unnahbarkeit, die es dem Ironisierenden leicht macht, sich spöttisch, verletzend, besserwisserisch oder gar gutmeinend zu einem Sachverhalt zu äußern. Ironie ist pubertär, so leicht zu gewinnen, so sehr zerstörend, daß darnach nur Zynismus bleibt. Ich denke, daß aus dem Tatbestand der vorhandenen Texte Angst, Versagen, Hoffnung und Wut gleichermaßen emporsteigen und unmittelbare Erlebnisse sind, die Abstand partout verringern und den Leser sattsam in die Not des Autoren hineinziehen.

    Kommen wir zur Leistungsbestimmung: Wüstenhagen, der Herausgeber einiger Gedichte Cranes, behauptet, Crane habe seine lyrischen Texte aus dem Stegreif heraus niedergeschrieben, so ähnlich wie Mozart seine Kompositionen, möchte ich ergänzen. Das ist nicht fragwürdig und soll die Leistung des Prätendenten, der hier auf den Stuhl gehievt werden muß, nicht schmälern. Manche schreiben so. Andere wuseln Tage und Woche an ihren Texten herum, heraus kommt Schlechteres. Es ist bei Crane vielmehr diese Fähigkeit der poetischen Verallgemeinerung einer individuell erfahrenen zerrißnen Wirklichkeit. Crane hat sein Wirklichkeitsgefühl auf den Punkt gebracht. Die Sprache liegt auf der Straße, der Gedanke turnt im Himmel herum. Er findet alles und kann es zu einem Ganzen machen. Und jeder Mensch ist so, manche wissen es bloß nicht, ahnen aber längst. Und weil Crane hier zusammenbinden kann, was viele nur ahnen, so trifft er seine Leser an. Die sagen sich: ‘So hätte ich das auch sagen können!’ Cranes Metaphorik springt seinen Leser an; er wird gezwungen, sich zu positionieren. Himmelhochjauchzendzutodebetrübtes DaSeinserfassen. Das mag das Lesen seiner Gedichte anstrengen, aber glücklicherweise sind sie nicht sehr lang. Sympathisch sind seine jugendlichen Ausbr?che gegen Stutzertum und Heuchelei, warm nimmt mich seine Sorge um die Menschlichkeit in einer zerbröselnden Umwelt ein, stark sind seine Worte gegen das Unmenschliche; verbissen sein zuweilen auftretender Sarkasmus.

    Genaueres zur Sprache:
    Crane hat den Hang, Einzahl zu schreiben, aber Mehrzahl zu meinen. Die Benutzung biblischer Begriffe wird an entscheidenden Stellen vermieden, ist aber immer gemeint. Der übermäßige Gebrauch der koordinierenden Konjunktion UND ist kein Anzeichen minderer Verdichtungsabsicht, sondern Ausdruck für das apodiktische Zuweisen des Gedankens auf einen Vers. Nicht umsonst nannte Crane einen Gedichtband „...AND OTHER LINES“. Ein Vers ist also vorwiegend ein in sich geschlossener Gedanke, der vom Leser als solcher wahrgenommen werden soll. So ergibt sich für den Übersetzer das Problem, die bildreiche englische Sprache Vers für Vers und nicht in einem umschließenden Sinne ins Deutsche zu übertragen. Und so ganz nebenbei stellt sich dem Übersetzer auch die Frage, ob er Cranes Fehler „verbessern“ soll.
    Kann man seinen Prosa-Texten eine stilistische Nähe zum vor allem französischen Impressionismus zuweisen (Taine), dem naturalistische Drastik beiseite gestellt wird (Zola), so sind seine lyrischen Versuche eher naturalistische Zuspitzungen mit einer beinahe expressionistischen Attitüde.
    Crane hat sprachlich nie den Bezug zur Wirklichkeit missen lassen, sein Gott ist von dieser Welt, er ist ein Produkt des Sehnens, der Hoffnung, aber eben auch der Kälte und Not. Gott ist für Crane zwar nicht im Sinne Nietzsches tot, aber er hat durch das zumindest zugelaßne Elend auf der Welt an moralischer Kompetenz eingebüßt. Gott tritt nicht als Regulativ auf, sondern wird als Pol genannt und antithetisch verklammert. Gott hat nicht die Freiheit, dieser Klammer zu entkommen, er muß hier funktionalisiert werden, ist ein Bausteinchen im Weltenallmaleins. Und so fehlen Gott Attribute. Crane gestaltet statt dessen die Menschen, die auf der anderen Seite stehen, der Seite der mutmaßlichen Verlierer des amerikanischen Traums...
    Und so können wir einen Bezug an den Anfang dieses Nachworts schaffen, gleichsam einen Bezug zu Cranes Herkommen, wenn wir uns nur seiner bekanntesten lyrischen Arbeit „War is kind“ und der hiermit einhergehenden Übertragungsproblematik widmen:
    Der Übersetzer Daniel Lester, lester99@gmx.de , meint dazu:
    „‘War is kind’: niedlich? Das wäre ‘cute’. ‘War is kind’ ist einer seiner großen Texte. Ich habe alle Adjektive durch..... Aber nichts paßt außer ‘freundlich’. Das ist ein bitteres Wort im Zusammenhang mit Krieg. Und ‘bitter’ ist sein Wort, sein Weg, das hängt an ihm. Das ißt er, das Bittere, sein Herz. ‘Freundlich’, ‘kind’, sind auch die Menschen in den Staaten, niemand ist so freundlich wie jene und besorgt ums Gemüt anderer. Auch wenn Krieg mit ihnen ist. ‘Niedlich’ ist keine ernsthafte Eigenschaft, aber ‘freundlich’, dem ‘Niedlichen’ bist du über, dem Freundlichen unterstellst du Ehrlichkeit. Und wenn sie auf linken Wegen geht, sich vormacht, sonst nichts, ins Falsche gerät oder gar daherkommt?
    ‘War is kind’. Meint Crane den Krieg? Ihn allein? Er ist unterwegs in der Wüste, er ertrinkt im Boot, er frißt sein eigenes Herz, er sieht Maggie auf den Strich gehn, er sieht Gärten bei den Sonnen, Unerreichbares vor sich, spricht mit Weisen und Mördern, und darüber die black riders, die Schwarzen Reiter, die Apokalypse. Was ist daran ‘niedlich’? Das Leben ist freundlich, oh ja, man dankt.
    Anderer Blickwinkel: Aufgewachsen ist Crane in einer Methodistenfamilie. Für uns Heutige sieht das nach Sektiererei aus, Wanderprediger. Eine amerikanische Tragödie. Nichts von dem. Sein Großvater war Geistlicher, sein Großonkel war Bischof eines Bezirks, sein Vater, Dr. Jonathan Townley Crane, war ’presiding elder’, ‘Ältester’, also Leiter des Bezirks. Ein Bezirk umfaßte i.d.R. mehr als zehn Gemeinden und der Leiter war dort Autorität. Nicht irgendwer. Nicht soviel wie ein Bischof, aber immerhin. Sie gehörten, wenn man so will, zum Methodisten-Adel. Und das waren freundliche Leute. Freundliche Leute, deren religiöser Eifer dem Kind, so wir er sich später gibt, unerträglich gewesen sein muß. Freundlichkeit zum Erbrechen. Freundlichkeit, denen er Verlogenheit ansah, den Wein konnte er riechen aus ihren Wassergläsern.
    Niedlich und gütig sind ihrem Wesen nach gut, ‘Freundlichkeit’ kann eine Kulisse sein, eine Verbrämung fürs Gegenteil. Und dann ist es bitter.“


    II. Anmerkungen zu dieser Ausgabe
    Es ist dieser Band der erste von zwein, die erstmals in deutscher Sprache sämtliche lyrische Texte Cranes versammeln werden. (Band II ist für Oktober 2004 geplant.) Die von Crane veröffentlichten lyrischen Texte erhielten im Inhaltsverzeichnis nach ihrer amerikanischen Sortierung Zuweisungen: A. (für „Black riders and other lines“) und B. (für „War is kind and other poems“). Die zu Cranes Lebzeiten unveröffentlichten Texte wurden mit U. bestimmt. Amerikanische Original-Zuweisungen stehen im Inhaltsverzeichnis (S. 156 ff.) jeweils in Klammern. Die Numerierung der publizierten Texte resultiert aus der Anordnung in der verdienstvollen Virginia Edition von 1975, die James B. Colvert besorgte.
    Cranes Lyrik ist thematisch zuzuordnen. Er schreibt über Gott, die Liebe, die Natur, sonderbare Begegnungen, den Krieg und reflektiert über sein dichterisches Selbstverständnis. Er beobachtet mit des Dichters Feingefühl atmosphärische Spannungen und Ver?nderungen seines Lebensumfeldes, d.i. vorzugsweise Amerika am Ende des 19. Jahrhunderts, die Schattenwelten des american dream. Für die deutsche Gesamtausgabe wurde deshalb – zur besseren Orientierung - eine thematische Sortierung in Abschnitte vorgenommen; sämtliche Titel erhielten neue Ordnungszahlen, eine römische für diesen Band, eine arabische für jeden einem Abschnitt zugewiesenen Text.

    Magdeburg, im März 2004

    [1] Harry Thurston Peck: Some Recent Volumes of Verses. Bookman. Volume I. May 1895. p. 254.

    [2] Der Blues speiste sich aus ganz ähnlichem Erleben: die Traurigkeit fröhlicher Menschen. Glückliche Menschen fragen selten nach dem Warum.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    ..muß ja nicht betonen, daß mir das sehr gefällt. Ich werde 3 Bände kaufen - allerdings mir nicht das Vergnügen nehmen lassen, diese in dem Buchladen meiner Wahl zu bestellen - so merkt auch der Buchhändler, daß es diese Texte gibt - vielleicht hilft es. Ich bitte um die notwendigen Infos. Ach ja, ob du wohl ein Exemplar nach Badenweiler schicken könntest?

    Mit Freude
    Lester

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen Feber 2005

    So, geschafft, 3513 Blätter eingescanned. Jetzo noch einen Findex erstellen über das Handschrifliche. Diese Mühe.

    " Das hätte ich nicht denken können - das hat man mir erzählen müssen." (Jahnn, Fluß ohne Ufer)

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question intermingled

    Alles sortiert und die entsprechenden Texte und -fragmente einzelnen Unterkapiteln zugewiesen. 228 Seiten sind es mit Nachwort geworden, ich werde noch drei Seiten zugeben, damit die Seitenzahl ungerade ist und wir etwas Reserve haben.

    Da gibt es ein Gedicht mit einem Wort

    INTERMINGLED

    Was könnte das bedeuten?

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    Question intermingled

    schätze, das bedeutet 'untergemischt / vermischt' ...


    Tigerpippi

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question intermingled

    Hast Du schon einmal in einem Schützengraben gestanden, ihn gegraben, das Wasser in den durchweichten Stiefeln gespürt, hast Du Ratten rennen sehen, denen noch das Blut aus dem Maule troff, sie mit der Schaufel erschlagen; hast Du eine Ahnung, was dieses VERMISCHEN, diese Vereinigung von Dreck, Schweiß, Tränen, Blut, Scheiße und Krankheitserregern ausmacht?

    Crane hatte diese Erfahrungen gemacht. Mehrmals. Wahrscheinlich holte er sich seine Tbc in einem solchen Misch.

    Ein Wort! Ich suche ein deutsches Wort für dieses Vermischte.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    Question intermingled

    ...meinst du diesen Text?



    Intermingled,
    There come in wild revelling strains
    Black words, stinging
    That murder flowers
    The horror of profane speculation.

  8. #8
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question intermingled

    Jetzt bin ich aber verunsichert, Leicester. Ich habe von C XXXVII bloß ein Wort - intermingled -, wie ich von C XXVII bis C XXXIX nur einzeilige Abrisse habe. Habe ich da was falsch rausgeschrieben?


    Bitte korrigier mich, wenn ich hier was falsch mache!

  9. #9
    Wolkensteiner
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    Question intermingled

    da müßte man wirklich den gesamten kontext kennen. so bleibts hermetisch.

    dazwischengestochen/ einmal drin
    rollen immer wieder fluten
    schwarzer wortnadeln so spitz heran
    daß die mordblumen/ daß mord
    den horror ungöttlicher ahnung
    voll entfalten/ voll aufblühen läßt
    ???

    da sollte man schon wissen, wovon er eigentlich spricht ...

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Question intermingled geklärt

    Es gibt keinen gesamten Kontext, deswegen sind es ja Fragmente.


    Text liegt mir jetzt vollständig vor. Da gab es wohl ein kleines Übermittlungsproblem, das nunmehr dank Leicester beseitigt wurde.
    Buch wird somit auch ca. 265 Seiten kommen, was für einen Gedichtband recht viel ist.

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    black words

    Eine (meine) Sicht wäre...

    Es geht um 'words', 'black words', die durcheinandergemischt hervorsprudeln, durch den Kopf schießen in 'wild revelling strains'. In 'revel' ist was von üppig, übermäßig enthalten (to revel: schwelgen, ausgelassen feiern), strains hat was mit Druck, Verzerrung, Anspannung zu tun,. Schwarze Wörter also, dunkle Gestalten, die stinging, stechend sind und Blumen morden. Und wie fast immer fasst Crane das Ganze im Schlußsatz zusammen:
    Profane speculation: Gottlose, gotteslästerliche Vermutungen, Einbildungen.

    Er wird an das Stakkato mancher Prediger gedacht haben, die ihre Wort rauschleudern, alles Schöne, Gute (Blumen) niedermachen, stechen und das Ende der Welt predigen. Sein "Horror" in den Kindertagen.

    Oder so.

  12. #12
    Wolkensteiner
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    black words

    C XIX


    Laut singe ich dir vom Wesen der Strafe
    Von ihrem hysterischen Anschlag auf arme Herzsaiten
    Die unter dem Blitz überheblicher Rache rasch reißen

    Dann singe ich dir von verzagten Menschenseelen
    Und den strengen strengen Göttern
    Wie sie aufeinandertreffen in der Nachzeit
    Und von der Verunsicherung der Götter dann
    Und von der Stärke der Menschen dann
    - Strenge, strenge Götter -
    - Und verzagte Menschenseelen -





    C VIII


    Meine Liebe bist du
    Sonnenuntergangsfrieden
    Wenn sich das Blau aus den Schatten schleicht
    Gräser und Blätter einschlummern
    Unter dem Wiegenlied der kleinen Bachmütter
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Ein Sturm
    Wie er so schwarz im Himmel ausbricht
    Und dann kopfüber herunterkracht,
    Und jeden Baum durchtränkt und duckt
    Und wie nach seinem letzten Grollen
    Eine Stille ist
    Nur der Klageruf einer einsamen Eule
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    So ein glitzernder Flitter
    Und in meinem Spiel mit dir
    Brach ich dich leicht
    Und aus den kleinen Bruchstücken
    Setzte ich mir die lebenslange Klage
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Erschöpftes Veilchenblau
    Erschlafft durch die Liebkosungen der Sonne
    Meiner unbekümmert
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    übriggebliebene Asche anderer Männerbegehren
    Mein Gesicht wälze ich in diesen schwarzen Staubbergen
    Und liebe sie
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Und auch der Weiße Bart
    Auf dem Gesicht des Rivalen
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Tempel
    Gebaut um einen Altar
    Der trägt mein Herz
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Und so elend bist du
    Vollgestopft mit hochheiligen Liebeslügen
    Aber ich kämpfte mich durch
    Bis dorthin, wo ich deine Lügen als wahr erkannte
    Deine Wahrheiten als Lüge
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Eine Priesterin bist du
    In deiner Hand glänzt der blutige Dolch
    Unausweichlich wird seine Spitze mich finden
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Mein rubinäugiger Totenkopf
    Und ich liebe dich
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Mein Zweifel an dir bist du
    Kommt Frieden wenn ich morde
    Werde ich zum Mörder
    Weh mir!

    Meine Liebe bist du
    Der Tod
    Ah - du bist der Tod
    Schwarz und jetzt schon so schwarz
    Aber ich liebe dich
    Ich liebe dich
    Leid, willkommen seiest du mir, Leid.



    ======

    machen wir weiter?

  13. #13
    tricktrack
    Laufkundschaft

    AW: Stephen Crane

    eingeflochten
    treiben sie wild wuchernde Stämme
    dunkle Worte, stechend
    die Blüten morden
    die Schatten billiger Berechnung

  14. #14
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane

    I4


    in assonanz zum scharlachroten krieg
    ward schwarz das land und fahl;
    die frauen weinten;
    kinder rannten orientierungslos.
    und dann kam einer, der das alles nicht verstand.
    er fragte: warum gibt es das, wie kann das sein?
    worauf millionen antworten konkurrierten,
    so kompliziert und fein und losgeschrien in aller herren zungen,
    daß immer noch kein grund dabei ist

  15. #15
    tricktrack
    Laufkundschaft

    Stephen Crane, 14

    There was crimson clash of war.
    Lands turned black and bare;
    Women wept;
    Babes ran, wondering.
    There came one who understood not these things.
    He said, "Why is this?"
    Whereupon a million strove to answer him.
    There was such intricate clamor of tongues,
    That still the reason was not.
    ---------
    Scharlachrot tobte der Krieg.
    Landschaften färbten sich schwarz, wurden kahl;
    Frauen weinten;
    Kleine Kinder rannten, verwundert.
    Einer kam, der diese Dinge nicht verstand.
    Er sagte, "Warum geschieht dies?"
    Woraufhin Millionen wetteiferten ihm zu antworten.
    Es gab solch ein verwirrendes Sprachgetöse,
    Dass er den Grund nicht verstand.

  16. #16
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Stephen Crane, 14

    gefallen mir beide nicht; man achte auf die klangfärbung crimson clash... women wept, black and bare... das muß in einer übertragung berücksichtigt werden

  17. #17
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    du hast grundsätzlich recht,wo der autor erkennbar stilmittel benutzt,sollte man sie übernehmen.
    wichtiger ist aber der ganze sound. der verlangt auch manchmal die genaue entsprechung im deutschen, die durchaus andere wörter nehmen darf als die wesensverschiedene englische sprache.

    aber ich versuchs mal:

    in scharfer assonanz zum scharlachroten krieg
    ward schwarz das land und schaurig fahl
    frauen flennten.. (weiber weinten)..

    dasproblem ist, daß crane, ohne einen bruch zu erzeugen, dieses stilmittel nicht weiter einsetzt. er liebt ja knappe pointierungen der seelensprache.

    ich muß mich wohl auch für die assonanz rechtfertigen:clash, das aufeinanderprallen setzt mindestens zwei voraus und das waren für mich die farben. weiter die frage,ob man fremdworte bei ihm verwenden darf und damit sein einfaches abstrahieren:ich denke, ja, denn das deutsche ist weitmehr als das englische zur abstraktion fähig und geeignet, zumal die assonanz schärfer klingt als jede dissonanz, und die anklagelaute aufnimmt. vom gesamtsound schiens mir richtig.

    ihr wollt auf dem grund bestehen, nicht wahr? aber ich schätze crane so ein, daß er hier mehr sagen will als nur die pointe, daß es dafür keine antwort geben kann. ich denke, er will genau alspointe dem englischen sprachspiel reason und reason diesen hammer verleihen, daß es keine vernunft im krieg gibt:

    so....that still the reason was not.

    sonst müßte das für mein gefühl none oder there was no reason..heißen.er will ja damit nicht sagen, daß man keine gründe für krieg nennen könnte, doch doch, da gibts genau eine million- aber was ihnen allen fehlt ist die vernunft.

    wir werden uns noch uneiniger bei war is kind sein

  18. #18
    Wolkensteiner
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    war is kind

    I1. krieg ist uns wohlgesonnen

    brauchst nicht zu weinen, unberührte braut, krieg ist uns wohlgesonnen
    denn auch dein liebster fuchtelte die fäuste richtung himmel
    und davon zu tode erschrocken, stob sein prächtiger hengst ohne ihn weiter
    hör auf zu weinen.
    krieg ist uns wohlgesonnen

    ...die schon heiser gedonnerten trommeln des regiments
    ...diese kampfdurstigen kleinen schlagenden herzen
    ...diese männer, nur gezüchtet zu drill und tod
    ...der unerklärte ruhm schwebt über ihnen allen
    ...groß ist der gott der schlacht, grandios wie all sein königreich-
    ...das ist das feld, wo manches tausend toter leichen liegen tut

    brauchst nicht zu weinen, säugling, denn krieg ist uns wohlgesonnen
    weil auch dein vater strauchelte, gelb angepißt im stellungskrieg
    in seiner brust aufgestachelte wut, die er hinunterwürgte und an ihr krepierte
    hör auf zu weinen.
    krieg meint es gut.

    ...und schnell bahnt sich die regimenterflagge den gebieterischen weg
    ...ganz adler mit geschwollenem kamm, blutgold und rot
    ...über den männern, die gezüchtet worden sind zu drill und tod
    ...gib ihnen zusatzpunkte für verdienste tugendhaften schlachtens
    ...und klarer orden jedem einzelnen für könnerschaft im töten
    ...ist dieses schlachtfeld, wo so manches tausend toter leichen liegen tut

    und mutter, du, dein herz hängt baumelnd wie ein demütiger knopf
    vom glanzstrahlenden leichentuch des sohnes nur an dünnem faden
    du mußt nicht weinen.
    krieg ist uns wohlgesonnen und er meint es gut.

  19. #19
    tricktrack
    Laufkundschaft

    karminrote,,,

    Karminrote Kämpfe überzogen das Land,
    Bis es schwarz und schwelend lag;
    Weiber wehklagten;
    Kinder rannten, verständnislos.
    Da kam einer, der diese Sachen nicht verstand.
    Er sagte, "Warum geschieht dies?"
    Woraufhin eine Million wetteiferte ihm zu antworten.
    Es gab solch ein wirres Getöse vieler Meinungen,
    Dass kein vernünftiger Grund zum Vorschein kam.

  20. #20
    Wolkensteiner
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    kriegsgründe

    das füllt eine poetische existenz. nur über craneformulierungen nachzudenken.

    why is this
    steht dochim parallelismus zu
    the reason was not

    und was will er eigentlich sagen,wenn man nicht glaubt, da? es nur keinen grund gibt, was führt er uns vor augen?
    den streit um die gründe des krieges.
    ists das dann nicht genau das: der streit um die gründe für krieg ist der grund des kriegs. aber warum sagt er dann nicht:

    the reason was this
    oder
    that still that was the reason

    ????

  21. #21
    tricktrack
    Laufkundschaft

    AW: Stephen Crane

    Fragte das Kind: Warum macht ihr Krieg?
    überlegte er kurz, sagte: Damit wir in Frieden leben können!

  22. #22
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane

    so langsam komme ich dahinter:

    crane ist auf der griechischen schiene: der heroe komme auf dem schild oder mit dem schild!
    eine mutter, eine verlobte, ein nachfahre muß diese begeisterung teilen. humble und weep ist da nicht gut.

    und zwischen zwei arten der kriegführung ist großer unterschied:

    homerisch: schulter an schulter die kameraden, einziger "ort" in der obscuritypassing to deeper obscurity (wiedie bundeslade) ist die standarte, tod ist der beginn des spirituellen weges und das gilt auch für den feind

    oder

    modern: maschinerie, distanzwaffen, notwendigkeit, kein spiritueller bezug

    eine merksame metapher auch im red badge of courage:

    ein toter soldat wird feierlich begraben.in diesem moment:
    "the red sun was pasted in the sky like a wafer"- wie eine hostie.
    crane war ja protestantisches eines von 14 kindern, die seele des toten beginnt da zu leben.

    muß weiter nachdenken.

  23. #23
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    "There was such intricate clamor of tongues,
    That still the reason was not."


    wäre es ein irrweg anzunehmen, daß mit such...that womöglich ein "dahingehend, daß.." gesagt sein soll?

    es herrschte ein großes sprachgetöse
    dahingehend, daß es bis heute keinen grund gibt

    daß also die frage falsch gestellt ist, daß krieg zumleben dazugehört,eine möglichkeit zur charaktervervollkommnung wie andere unbillen deslebens auch? daß grundsätzlich nichts rationales in ihm gesehen werden könne, nicht hineininterpretiert werden darf? die atmosphäre in dem film nach the red badge war genau so: der vom krieg unberührte wald, das hinnehmen der situation von freund und feind.

    aber müßte das in englisch nicht:

    there was intricate clamor of tongues
    such that still the reason was not

    andrerseits tut crane sowas, er biegt die grammatik für pointen und ambivalenzen, das ist seine stärke und tiefe.

    entschuldigt,wir haben ja immer noch die einfache fassung, aber ich kann einfach nicht glauben, daß crane das sagen wollte und dafür ein gedicht macht, er würde ja über die frage des verständnislosen nicht hinausgekommen sein. das widerspricht dem poetischen, der notwendigkeit jedes einzelnen verses

    bin ich sehr dumm?

  24. #24
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    nur neue übersetzungen, bitte. bisher übertragene texte sind es eben, übertragen. wenn diese nicht gefallen, dann bitte in konkreter textarbeit besserungsvorschläge anbringen. andernfalls wird dieser ordner uferlos und unübersichtlich.

  25. #25
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    ...wann Crane die ersten Gedichte schrieb ist nicht bekannt. 1893 erschien Maggie, im Mai 1895 erschien Black Riders, im September 95 Red Badge. Es gibt eine Geschichte, wonach Crane zwischen dem 29. März und 8. April 1893 bei William Dean Howells beim Tee Gedichte von Emily Dickinson vorgelesen bekam, die Crane zu eigenen Gedichten inspirierten...No one knows when he began writing poetry...It is traditionally supposed that the Howelss tea led crane to poetry (Katz, Complete Poems of Stephen Crane, 1972). Bekannt ist, dass ein Gedicht 'Ah, haggard..' im Dezember 1892 geschrieben wurde.


    Der Mensch wurde ja nicht sehr alt und da ist die Reihenfolge, wann er was schrieb nicht ganz so interessant. Da passierte wohl alles gleichzeitig.

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