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Thema: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

  1. #51
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    gib mir ein "o"!

    fehlts hier?: none too wise (wäre deine öse)

    aber to wise, wie geschrieben, ist ein verb. das gibts nun nicht, aber to make wise about, das könnte doppelt verkürzt sein: none to wise..., keiner, über den man witze macht...
    oder auch verkürzt von wise up: keiner, den man so richtig zur kenntnis nimmt, den man bemerken würde...

    lester, tragt ihr bitte das original auf?
    (dort steht sicher "too", "kicher")

    eigentlich ne kurzfassung von casablanca...

  2. #52
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    Ein neuer Text, eine neue Diskussion, neue Erkenntnisse, es lebe die Wissenschaft der schöngeistigen Künste.

    Text 8:

    C XXV

    A god came to a man
    And said to him thus:
    “I have an apple
    It is a glorious apple
    Aye, I swear by my ancestors
    Of the eternities before this eternity
    It is an apple that is from
    The inner thoughts of heaven’s greatest.
    And this I will hang here
    And then I will adjust thee here
    Thus – you may reach it
    And you must stifle your nostrils
    And control your hands
    And your eyes
    And sit for sixty years
    But, - leave be the apple.”
    The man answered in this wise:
    “Oh, must interesting God
    What folly is this?
    Behold , thou hast moulded my desires
    Even as thou has moulded the apple.
    “How, then?
    Can I conquer my life
    Which is thou?
    My desires?
    Look you, foolish god
    If I thrust behind me
    Sixty white years
    I am greater god than God
    And, then, complacent splendor,
    Thou will see that the golden angels
    That sing pink hymns
    Around thy throne-top
    Will be lower than my feet.”

    Kam ein Gott zu einem Mann
    Und sagte zu ihm folgendes:
    Ich besitze einen Apfel
    es ist ein ruhmreicher Apfel
    Jawohl, ich schwöre bei meinen Vorfahren
    der Ewigkeit bis zu diesem Tage
    Dass das ein Apfel ist, der aus
    Den tiefsten Gedanken der Höchsten im Himmel besteht.
    Und diesen werde ich hierher hängen
    Und dann werde ich dich so hinstellen
    Damit - du ihn erreichen kannst.
    Und du musst deine Atmung beruhigen
    Und deine Hände kontrollieren
    Und deine Augen
    Und 60 Jahre ausharren
    Aber, - den Apfel lasse ich zurück. -
    Der Mann antwortete auf diese Weise:
    Oh, welche trügerische Torheit ist das,
    du ... Gott.
    B]Hier könnte ich wirklich einige gute Vorschläge gebrauchen.[/B]
    Bewahre, du hast meine Leidenschaft erweckt,
    Genauso wie du den Apfel geschaffen hast.
    Was, nun?
    Kann ich mein Leben besiegen,
    dass du mir gabst?
    Du närrischer Gott, schau her,
    Wenn ich sechzig Lehrjahre
    Hinter mich bringe
    Bin ich ein größerer Gott als du
    Und, dann, selbstzufriedene Herrlichkeit,
    wirst du sehen, dass die goldenen Engel
    die um die Spitze deines Thrones herum
    fröhliche Hymnen singen
    sich unter mir befinden werden.

    Niels

  3. #53
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    hi niels,
    da kann uns auch nur lester mit dem original helfen. ich denke wie du, daß dort "too" steht. (zu C XXIV)
    heute bin ich schon zu müde für das andere

  4. #54
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    jetzt hab ich mal versucht. es ist aber ärgerlich, daß auch die anführungszeichen der direkten rede so nicht stimmen können. hier ist doch sehr entscheidend, wer etwas sagt.
    "must interesting god" - hm, habe das jetzt in dem sinne verstanden, ob sich ein gott mit solchen dummheiten wirklich aufhalten muß...
    ach niels, wir werdens schon irgendwie zusammen basteln

    einer der götter kam zu einem mann
    und sagte zu ihm:
    "hier habe ich einen apfel
    einen glorreichen apfel
    mensch, bei meinen vorfahren schwöre ich
    bei jenen aus den ewigkeiten vor dieser ewigkeit
    daß das ein apfel ist, gemacht aus den
    geheimsten gedanken der größten im himmel
    und den will ich jetzt hierher h?ngen
    und dich davor festzurren
    so - daß du ihn berühren könntest
    dann mußt du deiner nase verbieten, ihn zu riechen
    und hände und augen unter kontrolle an dich halten
    und sechzig jahre lang davor ausharren
    aber, - dann wird der apfel erlöst und frei sein."
    der mann, nicht dumm, antwortete so:
    "aha, Gott, darum also mußt du dich bekümmern,
    was für eine narretei soll das werden?
    bedenke doch, du hast meine irdischen bedürfnisse
    aus der gleichen materie gemacht wie diesen apfel."
    "ja und?
    kann ich vielleicht mein leben kontrollieren
    welches nur aus dir besteht?
    meine bedürftigkeit?"
    "sieh an, du närrischer gott,
    würde ich wirklich
    sechzig weißgewordene jahre wegwerfen und hinter mir lassen
    wäre ich ein noch größerer gott als Gott selbst
    dann aber, du selbstzufriedener und prächtiger,
    wirst du zusehen müssen,
    wie die rauschgoldengel,
    die heute noch mit rosa hymnen
    um deine höchste throneskrone jubilieren
    mir zu füßen huldigen werden."

  5. #55
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Stephen Crane: Sämtliche Gedichte

    Hi susanna,

    in meinem Wörterbuch steht 'must' auch mit folgenden Bedeutungen: 'Most, Moder, Brunst oder Wut', daher bin ich mir nicht sicher, ob Crane dass sagen wollte, was Du vorschlägst. Normalerweise müsste 'must' ein Adverb sein. Ansonsten hast Du einige gute Ideen. 'festzurren' halte ich für fragwürdig, da ich denke, dass Gott möchte, dass der Mensch von sich aus an dieser Stelle bleibt, um als Lohn den Apfel zu erhalten.

    Hier der neue Text. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man die dritte Zeile und die letzte Zeile so übersetzen kann. Den Rest finde ich gut. Bin aber natürlich auch dort für Verbesserungsvorschläge offen.

    Text 9:

    C XXVII

    If you would seek a friend among men
    Remember: they are crying their wares.
    If you would ask of heaven of men
    Remember: they are crying their wares.
    If you seek the welfare of men
    Remember: they are crying their wares.
    If you would bestow a curse upon men
    Remember: they are crying their wares.
    Crying their wares
    Crying their wares
    If you seek the attention of men
    Remember:
    Help them or hinder them as they cry their wares.

    Würdest du unter den Menschen einen Freund suchen
    Bedenke: Sie weinen ihren Habseligkeiten nach.
    Würdest du die Menschen nach Erlösung fragen
    Bedenke: Sie weinen ihren Habseligkeiten nach.
    Würdest du unter den Menschen nach Fürsorge suchen
    Bedenke: Sie weinen ihren Habseligkeiten nach.
    Würdest du einen Fluch auf die Menschen legen
    Bedenke: Sie weinen ihren Habseligkeiten nach.
    Sie weinen ihren Habseligkeiten nach
    Sie weinen ihren Habseligkeiten nach
    Wenn du Aufmerksamkeit bei den Menschen suchst
    Bedenke:
    Hilf ihnen oder hindere sie während sie ihren Habseligkeiten hinterher weinen.

  6. #56
    schreibt hier hin und wieder
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    C xxiv

    yep...so ist es richtig:


    C XXIV

    One came from the skies
    - They said ?
    And with a band he bound them
    A man and a woman.
    Now to the man
    The band was gold
    And to another, iron
    And to the woman, iron.
    But this second man,
    He took his opinion and went away
    But, by heavens,
    He was none too wise.

  7. #57
    Kurzvormabschussiger
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    C xxviii

    Text 10:

    C XXVIII

    A lad and a maid at a curve in the stream
    And a shine of soft silken waters
    Where the moon-beams fall through a hemlock?s boughs
    Oh, night dismal, night glorious.
    A lad and a maid at the rail of a bridge
    With two shadows adrift on the water
    And the wind sings low in the grass on the shore.
    Oh, night dismal, night gorious.
    A lad and a maid in a canoe,
    And a paddle making silver turmoil

    Ein Jüngling und eine Meid an einer Biegung/Krümmung im Strom
    Und ein Schimmer weichen seidigen Wassers
    Wo die Mondstrahlen durch des Schierlings Ast fallen
    Oh, schaurige Nacht, ruhmreiche Nacht.
    Ein Jüngling und eine Meid am Geländer einer Brücke
    Mit zwei Schatten auf dem Wasser treibend
    Und der Wind singt schwach im Grass am Strand.
    Oh, schaurige Nacht, ruhmreiche Nacht.
    Ein Jüngling und eine Meid in einem Kanu
    Und ein Paddel, das scheppernde Unruhe verbreitet

    Niels

  8. #58
    schreibt hier hin und wieder
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    C xxviii

    die Originalfassung von # 25 (Änderungen in bold)

    C XXV

    A god came to a man
    And said to him thus:
    "I have an apple
    It is a glorious apple
    Aye, I swear by my ancestors
    Of the eternities before this eternity
    It is an apple that is from
    The inner thoughts of heaven's greatest.

    "And this I will hang here
    And then I will adjust thee here
    Thus - you may reach it.
    And you must stifle your nostrils
    And control your hands
    And your eyes
    And sit for sixty years
    But, - leave be the apple."

    The man answered in this wise:
    "Oh, must interesting God
    What folly is this?
    Behold, thou hast moulded my desires
    Even as thou has moulded the apple.

    "How, then?
    Can I conquer my life
    Which is thou?
    My desires?
    Look you, foolish god
    If I thrust behind me
    Sixty white years
    I am a greater god than God
    And, then, complacent splendor,
    Thou wilt see that the golden angels
    That sing pink hymns
    Around thy throne-top
    Will be lower than my feet."

  9. #59
    Wolkensteiner
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    C xxvii

    C XXVII

    If you would seek a friend among men
    Remember: they are crying their wares.
    If you would ask of heaven of men
    Remember: they are crying their wares.
    If you seek the welfare of men
    Remember: they are crying their wares.
    If you would bestow a curse upon men
    Remember: they are crying their wares.
    Crying their wares
    Crying their wares
    If you seek the attention of men
    Remember:
    Help them or hinder them as they cry their wares.

    suchtest du einen freund bei den menschen
    bedenke: sie sind marktschreier
    befragtest du die menschen nach dem himmel
    bedenke: sie sind marktschreier
    willst du zum segen für die menschheit wirken
    bedenke: sie sind marktschreier
    und willst du sie zu ihrem wohle verfluchen
    bedenke: sie sind marktschreier
    merktschreier sind
    und bleiben sie
    suchst du die anerkennung der menschen
    dann vergiß eines nicht:
    sei ihnen hilfe oder hindernis in ihrem marktschreiertum

  10. #60
    Wolkensteiner
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    C xxviii

    C XXVIII

    A lad and a maid at a curve in the stream
    And a shine of soft silken waters
    Where the moon-beams fall through a hemlock?s boughs
    Oh, night dismal, night glorious.
    A lad and a maid at the rail of a bridge
    With two shadows adrift on the water
    And the wind sings low in the grass on the shore.
    Oh, night dismal, night gorious.
    A lad and a maid in a canoe,
    And a paddle making silver turmoil

    held und maid am wendepunkt im strom
    und der schimmer sanft silbriger wasser
    wo die mondstrahlen durch die b?gen des schierlings fallen
    o trostlose nacht, herrliche nacht.
    held und maid am brückengeländer
    und beider schatten in auflösung auf dem wasser
    und mit dunkler stimme singt der wind im ufergras.
    o trostlose nacht, herrliche nacht.
    held und maid im schmalen boot
    und ein paddel schlägt silbrige wirbel

  11. #61

    C xxviii

    wieso kannte ich diesen crane nie? mangel an edukation oder ist er selten übersetzt worden oder was? der ist wundervoll
    pj

    suz, wahrscheinlich schnelltippfehler deinerseits---silbern/seiden obere zeile, dann wiederholt sich das wort nicht

    macht schön weiter

  12. #62
    Wolkensteiner
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    C xxv

    danke, pjesma
    du hast recht, man könnte tatsächlich sagen, ich habe es übersehen "kicher"
    aber meinem dichterischen instinkt gefällt zum einen die doppeltheit, wie sie da das gleiche einmal so und einmal anderes darzustellen vermag... und wie sich der kreis schließt.
    und ich hänge am silbrigen, weil es so schön das nichtganzwärtrige verklanglicht in beiden situationen. das seidige ist mir hier zu trocken, mit wasser bekomme ich es nicht zusammen, es fühlt sich nicht so an, es sieht nie so aus, es raschelt und klingt nienicht wie wasser, es schmeckt stoppend und kein fließen ist, ich verstehe schlicht gar nicht, wie crane das da benutzen konnte - hier im forum würde ich es ihm ausreden wollen

    auch bei c25 verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wieso da nach "apple" und "desires?" keine abführungsstriche sind. daß der mensch von diesem untergott total abhängt, ist weniger einleuchtend, gerade aus cranes sicht der götter, als daß der untergott ganz vom menschen abhängt, der ihm mit seinem glauben allein leben schenken kann.
    ich meine, auch im originalbuch können ja druckfehlerteufelchen gewesen sein, oder?

  13. #63

    C xxv

    guck ich später genauer,bin jetzt nicht so konzentriert, bei 25 blick ich eh nicht richtig durch---zu viel "du"...wüßte selbst nicht wie es noch "näher" und "persönlicher" zu übersetzen außer mit schlichtem einfachem "du"...
    pj


    und will jetzt echt nicht mäkeln und kleinlich sein, aber es gibt fälle wenn wasser wie seide aussieht...ruhige wasser unterm mondschein, ölige stille nachtwasser...wie schwarze seide, denkst du nicht? jedenfalls würde mich ebenso nicht stören :

  14. #64
    Wolkensteiner
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    AW: Stephen Crane

    ölige wasser? igitt...

    mei, mich störts halt schon. seide gehört für mich zu einer künstlichen bühne, die anders nicht wasser darstellen kann. bei ganz glattem wasser, auch dunkelschwarzem, finde ich "spiegel" oder "dunkler spiegel" schöner und treffender. seide kann die luft sein, weil ich die auf der haut fühle, weil sie gelegentlich raschelt.

    aber meins muß ja nicht für alle gelten

  15. #65
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Stephen Crane

    an susanna:

    Ist 'Marktschreier' in 27 irgendwie abgesichert oder Deine Eigenkreation?
    Ansonsten gefällt mir die Variante sehr gut.

    Text 11:

    C XXIX

    A soldier, young in years, young in ambitions
    Alive as no grey-beard is alive
    Laid his heart and his hopes before duty
    And went staunchly into the tempest of war.
    There did the bitter red winds of battle
    Swirl ?gainst his youth, beat upon his ambitions,
    Drink his cool clear blood of manhood
    Until at coming forth time
    He was alive merely as the greybeard is alive.
    And for this ?
    The nation rendered to him a flower
    A little thing ? a flower
    Aye, but yet not so little
    For this flower grew in the nation?s heart
    A wet, soft blossom
    From tears of her who loved her son
    Even when the black battle rages
    Made his face the face of furious urchin,
    And this she cherished
    And finally laid it upon the breast of him.
    A little thing ? this flower?
    No ? it was the flower of duty
    That inhales black smoke-clouds
    And fastens its roots in bloody sod
    And yet comes forth so fair, so fragrant ?
    Its birth is sunlight in grimest, darkest place.

    Ein Soldat, jung in Jahren, jung in seinen Bestrebungen
    So lebendig wie es kein Graubart ist
    Legte sein Herz und seine Hoffnungen der Pflicht voran
    Und zog fest entschlossen in den Sturm des Krieges.
    Dort wirbelten die bitteren roten Winde des Krieges
    Gegen seine Jugend, schlugen gegen seine Bestrebungen,
    Tranken sein kaltes klares Menschenblut
    Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt
    war er kaum lebendiger als ein Graubart.
    Und aus diesem Grund -
    widmete ihm die Nation eine Blume
    eine kleine Aufmerksamkeit - eine Blume
    Jawohl, aber dennoch nicht so klein
    Weil diese Blume im Herzen der Nation wuchs
    machte eine feuchte, weiche Blüte
    aus den Tränen derjenigen, die ihren Sohn liebte
    Sogar als der schwarze Krieg tobte
    Aus seinem Ansehen das eines wütenden Bengels
    Und diese lobte sie
    Und legte es schließlich auf seine Brust
    Ein kleines Ding - diese Blume?
    Nein - es war die Blume der Pflicht
    Die schwarze Rauchwolken einatmet
    Und ihre Wurzeln im blutigem Rassen befestigt
    Und trotzdem so rein und wohl duftend daher kommt -
    Ihre Geburt ist das Sonnenlicht am dreckigsten und dunkelsten Ort.


    Niels

  16. #66
    Wolkensteiner
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    marktschreier

    c 27 marktschreier, da ist nix abgesichert, niels. reiner instinkt.

    hab mich jetzt aber noch in meinen wörterbüchern schlaugemacht: vom brunftschrei bis zum alarmschrei (beware of!) ist alles möglich. wir könnten nur noch mal in einem englischen idioms lexikon schauen - meines liegt aber in cosis unterster umzugskiste zwecks zimmerrenovierung (parkettabschleifen/lackieren/streichen).

    im leo (internetwörterbuch) ist zumindest für cry auch anbieten und wares sind halt waren. waren sind ja nix, was man für sich behält, sondern womit man handel treibt. mir schien das auch wegen der ähnlichkeit zur deutschen lexik logisch: waren schreien ist bei uns prägnant marktschreiertum.

    damit halt ichs eigentlich schon für abgesichert. vom sinn auch: egal, was du die menschen fragst, denk dran, daß sie immer gut dastehen wollen, nur sich und das ihrige sehen und dir anpreisen und verkaufen wollen. aufmerksamkeit erregst du nur, wenn du sie dabei unterstützt oder sie daran hindern willst. sonst nehmen sie dich gar nicht zur kenntnis. - klingt irgendwie einleuchtend.

  17. #67
    Kurzvormabschussiger
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    marktschreier

    Meine Übersetzung impliziert ja, dass Menschen sehr materiel eingestellt sind, was in diesem Gedicht verurteilt werden würde. Würdet du das für völlig abwegig halten?

    Text 12:

    C XXX

    A row of thick pillars
    Consciously bracing for the weight
    Of a vanished roof
    The bronze light of sunset strikes through them,
    And over a floor made for slow rites.
    There is no sound of singing
    But, aloft, a great and terrible bird
    Is watching a cur, beaten and cut,
    That crawls to the cool shadows of the pillars
    To die.

    Eine Reihe stämmiger Säulen
    stützt selbstbewusst das Gewicht
    eines verschwundenen Daches
    Das bronzene Licht des Sonnenuntergangs bricht durch sie
    Und über einen Boden, der für langsame Rituale gemacht scheint.
    Kein Singen zu vernehmen
    Aber, oben, beobachtet ein großer und schrecklicher Vogel
    Einen Köter, gebissen und gerissen,
    der in die kühlen Schatten der Säulen kriecht
    um zu sterben.


    Niels

  18. #68
    Kurzvormabschussiger
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    C xxxi

    Text 13:

    C XXXI

    Oh, a rare old wine ye brewed for me
    Flagons of despair
    A deep drink of this wine of life
    Flagons of despair.
    Dream of riot and blood and screams
    The rolling white eyes of dying men
    The terrible heedless courage of babes

    Oh, welch' seltenen Wein du für mich machtest
    Karaffen der Verzweiflung
    Ein tiefer Zug von diesem Wein des Lebens
    Karaffen der Verzweiflung
    Traum von Aufruhr und Blut und Schreien
    Die rollenden wei?en Augen von sterbenden Männern
    Die schrecklich achtlose Tapferkeit von Babys


    Niels

  19. #69
    Wolkensteiner
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    c 29 - 31

    nein, niels, das sehe ich schon genauso wie du. diese rein materielle seite der menschen wird kritisiert.
    es geht jetzt nur um die einzelne fomulierung: weinen sie ihren habseligkeiten hinterheroder rufen sie ihre waren aus- man weiß es nicht, es könnte wohl beides sein, aber so generell wie es im gedicht behauptet wird, sehe ich das nachweinen nicht. die meisten häufen doch dauernd noch an und wollen immer mehr...

    ich hab mal einen bekanntengefragt, der meinte, wir könnten in so einem fall einfach das englische, ambivalente, auch in der deutschen übersetzung stehen lassen, um da nicht zu einseitig vorzugreifen. aber ich find das auch nicht befriedigend. du?
    ich glaub, für mich bleibt das wort "ware" ausschlaggebend, da weint mannur, wenn man auf ihr sitzen bleibt, wenn man ihr nachsehen kann, dann ists ja gut, dann konnte man sie verkaufen

    hab noch mal grade unter "habseligkeiten" das englische wort gesucht, hätte ja wares sein können. ist aber belongings.

    c 29

    jung an jahren, an ehrgeiz gerade erst aufblühend
    viriler als jeder gediente graubart durch erfahrung sein konnte
    spannte der soldat herz und hoffnungen vor die vaterlandspflicht
    und zog unerschütterlich treu in den orkan des kriegs

    dort zermalmten die rotbitteren gischten der schlacht
    seine jugend, seinen ehrgeiz erodierten sie zu nichts
    sogen sein klares kühles blut aus mannsein in sich

    bis mit dem unerbittlichen fortschreiten der zeit in ihm
    weniger leben war als in der brust eines röchelnden graubarts.
    und sein lohn -
    die nation hatte für ihn eine blume
    nur eine blume? - eine blume
    ja, aber nicht nur,
    denn diese blume wurzelte tief im herz der nation
    ihre flaumweiche blüte benetzt und feucht
    von tränen dieser, die ihren sohn unendlich liebte
    sogar dann, wenn im schwarzen wüten der schlacht auch sein kindergesicht
    zum gesicht des wütenden amokkindes aus der gosse wurde
    diese blume hatte sie mit liebe großgezogen
    und zum schluß ihm wieder in seine brust gelegt.

    nur eine blume - diese blume?
    nein, viel mehr - die florifizierte vaterlandspflicht
    welche schwarze wolken aus qualm zu ihrem überleben einatmet
    und über ihre feinen haarwurzeln gierig leben aus blutigem sud trinkt
    und nur deshalb so hell aufstrahlt, mit so süßem duft diktieren kann -
    öffnet sie ihre blüte, so ist sonne in dunkelster grauenvoller angst


    c 30

    eine reihe massiver säulen
    bewußt konstruierte armspange für das gewicht
    eines unsichtbaren daches
    warmes bronzefarbenes licht des sonnenuntergangs fällt zwischen ihnen ein
    und über einen boden hin, der für langgedehnte rituale gemacht wurde
    keine gesänge füllen die luft
    doch, hoch oben, lurt ein großer, furchteinflößender vogel
    auf einen halbtoten kadaver, halb erschlagen und mit offenen wunden
    der in die kühlen schatten der säulen kriecht
    dort in den tod zu erkalten.

    c 31

    ach, alten wertvollen wein keltertest du mir
    krügeweise verzweiflung
    einen tiefen tiefen trank vom wein des lebens
    krügeweise verzweiflung
    traum von aufstand, blut und schmerzensschreien
    die kreisenden wei?en augen der sterbenden
    die trutzige kinderfressende tapferkeit

  20. #70
    Wolkensteiner
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    c 31

    niels, zu c 31 gefällt mir von dir
    "die schrecklich achtlose tapferkeit von babys"
    so gigantisch gut. sie geht viel mehr unter die haut als alles andere.

    mein problem ist, heedless of heißt achtlos gegenüber, rücksichtslos gegen.
    wie kommt man davon weg? gibts eigentlich so wörterbücher aus der zeit von crane selbst, so daß es sein könnte, daß die heutigen insofern nicht stimmen? das würde mich in dem fall richtig freuen

  21. #71
    Kurzvormabschussiger
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    C xxxii

    Ich bin nicht so richtig durchgestiegen, was die ersten Zeilen bedeuten sollen.

    Text 14:

    C XXXII

    There exists the eternal fact of conflict
    And - next - a mere sense of locality.
    Afterward we derive sustenance from the winds.
    Afterward we grip upon this sense of locality.
    Afterward, we become patriots.
    The godly vice of patriotism makes us slaves,
    And - let us surrender to this falsity
    Let us be patriots
    Then welcome us the practical men
    Thrumming on a thousand drums
    The practical men, God help us.
    They cry aloud to be led to war
    Ah -
    They have been poltroons on a thousand fields
    And the sacked sad city of New York is their record
    Furious to face the Spaniard, these people, and crawling worms before their task
    They name serfs and send charity in bulk to better men
    They play at being free, these people of New York
    Who are too well-dressed to protext against infamy

    Dort existiert die ewige Tatsache des Konflikts
    Und - als nächstes - ein reiner Sinn von Örtlichkeit.
    Danach erhalten wir Nahrung von den Winden.
    Danach greifen wir auf diesen Sinn der Örtlichkeit
    Danach, werden wir Patrioten.
    Das göttliche Laster des Patriotismus macht uns zu Sklaven,
    und - lass uns dieser Falschheit ausliefern
    Lass uns Patrioten sein
    Dann heiß uns die praktischen Männer willkommen
    klimpernd auf tausenden Trommeln
    die praktischen Männer, Gott helfe uns.
    Sie schreien laut, um in den Krieg gelassen zu werden
    Ah -
    Sie waren Feiglinge auf tausend Feldern
    Und die geplündert traurige Stadt New York ist ihr Zeugnis
    Wutentbrand, um den Spaniern entgegenzutreten, diesen Menschen/diesem Volk,
    und kriechende Würmer vor ihrer Aufgabe
    Sie geben Leibeigenen Namen und senden Nächstenliebe in großem Umfang zu besseren Menschen
    Sie spielen, während sie frei sind, diese Menschen aus New York
    Die zu gut-gekleidet sind, um gegen Ehrlosigkeit zu protestieren.


    Niels

  22. #72
    Kurzvormabschussiger
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    C xxxiii

    Dieses Gedicht war da schon wieder etwas einfacher. Ich denke, dass Crane eine bestimmte Gruppe von Händlern, denen er womöglich des öfteren zu Lebzeiten begegnet ist, kritisieren möchte. Es sind wahrscheinlich Ihre Geschäftsmachenschaften, die aus der Armut der Menschen Kapital schlägt, was ihn zu diesem Gedicht veranlasste.

    Text 15:

    C XXXIII

    On the brown trail
    We hear the grind of your carts
    To our villages,
    Laden with food
    Laden with food
    We know you are come to our help
    But -
    Why do you impres upon us
    Your foreign happiness?
    We know it not.
    (Hark!
    Carts laden with food
    Laden with food)
    We weep because we don?t understand
    But your gifts form into a yoke
    The food turns into a yoke
    (Hark!
    Carts laden with food
    Laden with food)
    It is our mission to vanish
    Grateful because of full mouths
    Destiny - Darkness
    Time understands
    And ye - ye bigoted men of a moment -
    - Wait -
    Await your turn.

    Auf dem braunen Pfad
    hören wir das Knirschen Eurer Karren
    zu unseren Dörfern
    beladen mit Nahrung
    beladen mit Nahrung
    Wir wissen, dass ihr zu unserer Hilfe gekommen seid.
    Aber -
    Warum zwingt Ihr uns Eure
    falsche Freundlichkeit auf?
    Wir wissen es nicht.
    (Horcht!
    Karren mit Nahrung beladen
    mit Nahrung beladen)
    Wir weinen, weil wir es nicht verstehen.
    Aber Eure Geschenke werden zum Witz
    Die Nahrung wird zu einem Witz
    (Horcht!
    Karren mit Nahrung beladen
    mit Nahrung beladen)
    Es ist unsere Mission, mit gefüllten Mündern
    dankbar zu verschwinden
    Schicksal - Dunkelheit
    Die Zeit versteht es
    Und Ihr - Ihr fanatischen Männer eines Moments -
    - Wartet -
    Erwartet Euren Untergang.


    Niels

  23. #73
    Wolkensteiner
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    C xxxii

    das war echt schwer:

    c 32

    als unvordenkliches faktum existiert der konflikt
    und - eng damit verbunden - die pure sinnhaftigkeit seines austragungsortes
    erst vom konflikt her konstruieren wir, aus der luft gegriffen, den sinn, der ihn nährt
    erst von daher fassen wir später den wert des umkämpften bodens
    und erst von daher werden wir zu patrioten
    die hybris des patriotismus macht uns zu sklaven
    und haben wir uns erstmal diesem falschen schein unterworfen
    haben uns zu patrioten machen lassen
    dann empfangen uns die pragmatiker mit offenen armen
    trommeln leidenschaftslos auf ihren tausend trommeln
    die pragmatiker, Gott steh uns bei.
    laut schreien sie danach, daß einer sie endlich in den krieg führen möge
    ach -
    dort waren sie auf tausenden von schlachtfeldern unehrenhaft feige hunde
    und noch heute bezeugt die verfickte frustrierte city new yorks ihre existenz
    zuerst die haßerfüllte gier dieser leute nach konfrontation mit dem hispanjo und dann sind sie winselnde würmer vor dem feind
    sie heißen menschen feudalsklaven, schicken aber unmengen von care-paketen an reiche leute
    sie spielen die große freiheit, diese leute von new york,
    die aber zu gut angezogen sind, um ernsthaft gegen menschenunwürdige zustände zu protestieren

  24. #74
    Kurzvormabschussiger
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    C xxxiv

    Auch wirklich nicht ganz einfach, zumal wohl auch einige Rechtschreibfehler enthalten waren oder sind. Ich habe mancle-marked in manacle-marked geändert. 'Cane' macht bis jetzt keinen Sinn! Und ob 'lunge' mit Ausfallschritt bzw. als eine Art Marschierschritt angesehen werden kann, sollte bestätigt werden.

    Text 16:

    C XXXIV

    All-feeling God, hear in the war-night
    The rolling voices of a nation;
    Through dusky billows of darkness
    See the flash, the under-light, of bared swords -
    - Whirling gleams like wee shells
    Deep in the streams of the universe -
    Bend and see a people, O, God,
    A people rebuked, accursed,
    By him of the many lungs
    And by him of the bruised weary war-drum
    (The chanting disintegrate and the two-faced eagle)
    Bend and mark our steps, O, God.
    Mark well, mark well, Father of the Never Ending Circles
    And if the path, the new path, lead awry
    Then in the forest of the lost standards
    Suffer us to grope and bleed apace
    For the wisdom is Thine.
    Bend and see the people, O, God,
    A people applauded, acclaimed,
    By him of the raw red shoulders
    The manacle-marked, the thin victim
    (He lies white amid the smoking cane)
    - And if the path, the new path, leads straight -
    Then - O, God - then bare the great bronze arm;
    Swing high the blaze and the chained stars
    And let them look and heed
    (The chanting disintegrate and the two-faced eagle)
    For we go, we go in a lunge of a long blue corps
    And - to Thee we commit our lifeless sons,
    The convulsed and furious dead.
    (They shall be white amid the smoking cane)
    For, the seas shall not bar us;
    The capped mountains shall not hold us back
    We shall sweep and swarm through jungle pool,
    Then let the savage one bend his high chin
    To see on his breast, the sullen glow of the death-medals
    For we know and we say our gift.
    His prize is death, deep doom.
    (He shall be white amid the smoking cane)

    All-fühlender Gott, höre in der Kriegsnacht
    Die brausenden Stimmen einer Nation;
    Durch die dämmernden Wogen der Dunkelheit
    Sieh den Blitz, das Unterlicht, von nackten Schwertern -
    - Schimmer wirbeln wie winzige Muscheln
    Tief in den Strömen des Universums -
    Beuge Dich und sieh ein Volk, Oh, Gott,
    Ein Volk getadelt und verflucht,
    Von ihm mit den vielen Lungen
    Und von ihm mit der stoßenend erschöpfenden Kriegstrommel
    (Die singende Auflösung, Zersetzung und der zwei-gesichtige Adler)
    Beuge Dich und beachte unsere Schritte, Oh, Gott.
    Beachte sie gut, beachte sie gut, Vater der niemals endenden Kreise
    Und wenn der Pfad, der neue Pfad, dann krumm
    In den Wald der verlorenen Normen führte
    Gestatte uns, geschwind zu tappen und zu bluten
    Weil Du der bist, der flüstert.
    Beuge Dich und sieh ein Volk, Oh, Gott,
    Ein Volk applaudiert und beklatscht
    Von ihm mit den rauhen roten Schultern
    Der mit Fesseln gehaltene, das dünne Opfer
    (Er macht Notlügen inmitten des rauchenden Schilfs)
    Und wenn der Pfad, der neue Pfad, geradeaus führt -
    Dann - Oh, Gott - dann entblöße den großen bronzenen Arm;
    Schwing die Flamme und die angeketteten Sterne empor
    und lass sie schauen und achtgeben
    (Die singende Aufl?sung, Zersetzung und der zwei-gesichtige Adler)
    Weil wir gehen, wir im Ausfallschritt einer langer blauer Abteilung gehen
    Und - Dir übergeben wir unsere leblosen Sühne
    Der krachende und wütende Tod.
    (Sie sollten weiß sein inmitten des rauchenden Stocks)
    Weil die See uns nicht auhalten sollte
    Wir sollten durch das Jugendbecken stürmen und schwärmen,
    Dann lass den einen Barbar sein hohes Kinn beugen,
    Um auf seiner Brust das matte Leuchten von Todesmeadaillen zu sehen.
    Weil wir unser Geschenk kennen und nennen.
    Sein Lohn ist der Tod, schweres Schicksal.
    (Er sollte inmitten des rauchen Schilfs sein)


    Niels

  25. #75
    Wolkensteiner
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    c 33

    c 32 kritisiert die kriegsmacher, die nur zum eigenen vorteil das menschliche phänomen von konflikten über den patriotismus instrumentalisieren, um krieg um teilgebiete der erdoberfläche zu führen. eigentlich feig, haben sie es sich im frühen new york bequem machen können, sitzen dort saturiert und heuchlerisch auf lauter gestohlenem eigentum. die sensationslust läßt sie die eingewanderten oder geflohenen mexikaner, hispanos, bestarren, aber gleich wandelt sich das in fremdenhass. ihre nächstenliebe geht nur bis zur grenze der eigenen clique. die echte not ist ihnen zu schmutzig.
    crane hat ja diesen roman über die mädchenprostituierte in new york geschrieben. er prangert die gesellschaftlichen zustände, die er nur zu gut kennt, an.

    jetzt kommen die richtig schweren, hm? zum glück haben wir uns und sind nicht allein

    die braune kolonne schiebt sich voran
    wir hören das quietschen eurer karrenräder
    in richtung auf unsere dörfer zu
    beladen mit nahrung
    beladen mit nahrung
    wir wissen schon, ihr kommt uns zu hilfe
    aber -
    warum zwingt ihr uns
    eure uns fremde vorstellung auf vom glück?
    wir haben die nicht.
    (horcht!
    wagenladungen an nahrung
    ganze ladungen an nahrung)
    wir lachen schon tränen über eure geschenke
    die wir nur als bauernjoch verstehen
    dies nahrung wird uns zum joch
    (horcht!
    wagenladungen an nahrung
    ganze ladungen an nahrung)
    die werden uns zum befehl, ja zu verschwinden
    dankbar auch noch, weil immerhin satt
    unser schicksal - unsichtbarkeit
    doch die zeit bringts ans licht
    und ihr - heuchlerische arschlöcher einer historischen sekunde
    wartet nur -
    wartet, bis ihr damit dran seid.

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