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Thema: Mein verfemter Alltag

  1. #26
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Mein verfemter Alltag

    Liebes Bimsgestein,

    John Updike (im letzten Stern): Altern ist purer Blues. Dem möchte ich hinzufügen, niemand kann den Blues so schreiben, wie er ist. Und dass Du meine Prosaschreibsel manchmal total grässlich findest ist mir keine Apokalypse. Die Darstellung eines MIRDOCHEGAL-Typen jedoch scheint mir tatsächlich nicht annähernd humorig-aberwahr gelungen zu sein.

    Persönlich leidet der Held am Verblassen. Die gro?en Entwürfe haben sich als undurchführbar erwiesen, die Kraft und Zeit reicht nun auch nicht mehr nachzuholen, was er versäumte und sei es auch nur, endlich einmal sauberes Deutsch zu erlernen. Schließlich hatte er sich immer für unsterblich und genial gehalten. Er genügt seiner eigenen Messlatte nicht mehr. Du weißt, er sucht immer noch nach einem Plott und bis dahin schreibt er nur einzelne Absätze.

    Zur Zeit langweilt er sich kiffend. Das legt sich auch wieder.

    Aber über den Literaturkritiker wg. Leistungsvermeidung habe ich wirklich lachen müssen.

  2. #27
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Manchmal mache ich das, da antworte ich auf Fragen, die ich stellte, selbst. Da sich Karlchen hier mal wieder als Schnurzel das neinchen outet, muß ich wohl oder übel ran (Achtung: Kleinschreibung!)

    Ja, Karlchen, du bist kokett. Und ja, Karlchen, alle Schreibenden sind das. Mehr oder weniger. Und so setzen sie sich die Pappnase auf und grinsen sich eins, wenn sie dabei erwischt werden. Hat ja auch sein Gutes (Achtung: Großschreibung!).

  3. #28
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    AW: Mein verfemter Alltag

    du gleichst eben einen gedanken durch den anderen aus, ein extrem durch das andere. die quecksilbrigkeit kann durchaus eine ausgeglichene sein, sofern sie viele gegensätze in sich zu vereinen vermag und aushalten.

    das verblassen im altersblues ... jaja. wenn man alle alternativen ausblendet, gehts so

    Anstand zu sündigen finde ich direkt genial. und er ist eine sünde, denn das große humanum verlangt doch oft eine umgehung des anstands und vor allem der moral. und der große umgänger ist schon das lachen. lachen, wenns zum weinen nicht reicht. die moral kann ich aus dem auge verlieren, den anderen nicht. da mögen die moralapostel ruhig ihre steine werfen. einem alten mann mit jugend die nacht versüßen weist die ehebrecherin immer noch als menschlicher aus, als die moralsünderische rufmordkampagn. zumindest ist der blues dann farbiger

  4. #29
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Mein verfemter Alltag

    Rudi nebst Kebsweib und ich mit Herzensdame treffen uns mehr oder weniger zufällig beim Italiener und der heißt natürlich Mario.

    "Ich habe einen Job für dich."

    "Weiß nicht. Bin schwer ermattet. Erzähl trotzdem mal. Wir setzen uns zu euch, o.k? Mario, noch zwei Gläser bitte."

    "Shanghai, ca. 2.000 qm, Gasthausbrauerei, Projektleitung, also die gleiche Nummer wie in JiangYing: Rent a Know-how."

    "Weiß nicht. Ich bin sehr mit damit beschäftigt meine Faulheit zu optimieren, außerdem habe ich keine Lust mit deinem Arschlochverein zusammenzuarbeiten."

    "Ich dachte, du bist Profi."

    "Auf diese Weise kriegst du mich auch nicht an die Eier. Überdies habe ich nur das Hauptargument vorbereitet: Gar keine Lust meinen Popo von hier weg zu bewegen! Totale Bocklosigkeit. Die gemeinsame Weile mit Susanne kann mir hinterher niemand ersetzen. Und dann fehlt diese Zeit später in der Endabrechnung. Mitnehmen kann ich sie ja schlecht, wegen die Kinders. Des weiteren bin ich einer der wenigen, die nun mehr ALG erhalten, als vor der Reform. Mir geht es gut. Töchterchen hat endlich kapiert, dass Wissen und Bildung die einzigen Schätze sind, die einem niemand mehr wegnehmen kann. Ja, es geht mir gut. Ich bin glücklich und wie alle glücklichen Menschen kurz vor dem Verblöden. Jedenfalls schreibe ich nicht mehr und das ist ein wirklich bedenkliches Zeichen.

    Andererseits aber ist mir China ein Synonym für Freiheit und Abendteuer. Wirklich weit weg, wirklich anders, wirklich neu ... , ... immer noch ... Und bei Hans habe ich noch eine Woche Peking gut... An die große Mauer pinkeln ..., im Palast der Winde einen Furz lassen ..., ... Äh ..., wie viel?"

    "Erheblich mehr als beim letzten Mal. Besuch mich morgen im Büro. Ist ja unendliche 50 Meter von deinem Bett entfernt. Da kannst du dich durch die Projektmappe wühlen. Aber als Briefing: Die Bude ist Teil eines riesigen Hotelkomplexes in Pudong, direkt neben der Magnetschienenbahn, geht über 3 Etagen, der Bauherr ist eine große deutsche Brauerei, was eine risikolose Abwicklung der Finanzierung sicherstellt. Die haben sich den Laden in Jiang-Ying angesehen und wollen unbedingt dich für die Projektleitung haben. Es gibt eine deutsche Bauleitung, einen Zeitplan, vernünftige administrative Strukturen. Keine Rohbaumaßnahmen, du fängst bei UK Fußboden an. Ich habe dich als Senior verkauft, unter Vorbehalt, dass du zusagst. Du musst diesmal mit niemandem diskutieren, wenn du statt chemischen Oberflächen auf Schellack bestehst. Du kannst dich also ganz auf den Innenausbau konzentrieren, - keine Politik, aber ich möchte nicht noch einmal türkisch angehauchtes Design auf der Tür zu den Lagertanks sehen, selbst wenn Papa Chao ausgerechnet diese Tür für besonders gelungen hielt. Wir machen nämlich im DEUTSCHEN Kulissenbau und falls du wieder mal deiner Assistentin ein Superzeugnis ausstellen solltest, so lasse mir wenigstens eine Kopie zukommen. Kompetenzüberschreitung ist zwar dein Markenzeichen und in deiner Funktion unumgänglich, Budgetüberschreitung leider auch, aber sag in Zukunft wenigstens Bescheid, wenn du massive Eingriffe in der Planung vornimmst. Die Architektin hatte zwar nach der Schockverarbeitung deine Änderungen gut geheißen, aber du kannst nicht immer das Glück haben, hinterher Recht zu behalten; du legst dich einfach mit zu vielen Leuten an, wenn du deren Leistung so brutal modifiziert. Trampel der Meute nicht unnötig übers Ego, ausgerechnet du müsstest da doch über etwas mehr Fingerspitzengefühl verfügen. Ach, egal, Ende Februar werden die Verträge unterschrieben. Könntest du dich bis dahin zu einer Entscheidung durchringen? Noch Fragen?"

    "Ja, zwei. Das mit dem Senior, musste das wirklich sein? Und kannst du die Kalbsschnitzel empfehlen?"

    "Unbedingt. Das Fleisch zergeht einem tatsächlich fast auf der Zunge, so wie schon oft beschrieben, - obwohl, der zappelnde Hummer bei Papa Chao war ja NOCH zarter..."

    "Jau, es gibt noch 'ne Menge chinesischer Küche zu probieren."

  5. #30
    kls
    Laufkundschaft

    Mein verfemter Alltag VI

    Meine Frau wirft mir totales Desinteresse an Allem vor, was anderen Menschen wichtig ist. Bestimmt zu Recht. Das würde sich doch langsam der apathisch-/autistischen Katatonie nähern...

    Nur weil ich die vom Zeitgeist ungerechtfertigt in Vergessenheit getriebene Kunst der Muße beinahe perfekt beherrsche. Fällt mir natürlich sofort dieser saublöde Witz ein: A zu B "Macht Kiffen gleichgültig?" B zu A "Mir doch egal."

    Ich verteidige mich, spreche von Duldungsstarre mit Angstgrinsen doch damit mache ich es nur noch schlimmer. Das wäre dummseeliges Althippiegewäsch.

    Tiere würden auch an die 16 Stunden dösen. Und Naturmenschen sowieso! Bloß in unserer Leistungsgesellschaft sei solches eine Sünde, obwohl ich mir nicht vorstellen könne, dass irgend ein Gott mit Wohlgefallen auf mein Schaffen glotzt und mit Missmut auf mein Nichtschaffen. Außerdem hätte mein Lieblingsliebling doch auch das Resultat meines Eignungstestes gelesen. Leistungsvermeidung. Berufseignung Museumsdirektor oder Literaturkritiker...

    Leider beeindruckt meine Argumentation niemanden...

    Also grabe ich mir zwei mentale Startlöcher und gebe alles: Harte Lektionen im Zusammenhang mit gravierendem Dünkel hätten voller Demut erkennen lassen, wie wenig Wichtiges es doch gäbe, und dass man selber nicht unbedingt dazugehören würde. Da aber nirgendwo geschrieben stände, dass irgendjemand irgend etwas irgendwie wichtiger nehmen solle denn sich selber Allerhöchtdaselbst, mache man mir nun bloß nicht den Vorwurf einer gewissen, durchaus produktiv-genussvollen Introvertiertheit.

    Der wiedererstarkte Islam? Irak? Afrika? Aids? Sinn? Brot und Bier? Lieb und Treu? Tod und Teufel? Mehr Druck für alle? Ach Gottchen, mir doch egal.

    Man könne es auch Abgeklärtheit des Alters nennen. Vielleicht sogar selbstgenügsame Weisheit. Wir würden geboren, leben, sterben. Ja und? Müsse man doch kein großes Tamtam von machen. Zur Zeit existierten wir, vermutlich rein zufällig, aber garantiert sehr kurzfristig im Sein-Zwischen-Dem-Tod-Sein wo Manches schmerze, Weniges erfreulich sei und der Rest zum Lachen.

    Meine Heldensaga würde sich ja erst mal ganz gut anhören, bis man dann hinter meiner schrägen Argumentation Pandoras Büchse erkennen könne, und wehe ich mache nun einen blöden Witz, so also hub an zu sprechen die Totalholdigste. (Wir führen unsere Auseinandersetzungen nämlich auf verdammt hohem Niveau...) Was? Das Böse? Ja!! (Meine Frau kann incl. Interpunktion reden, es scheint ihr ernst zu sein, denn diesmal hat sie gleich zwei Ausrufezeichen benutzt)

    Sie turnt mir einen moralischen Fallrückzieher vor. Ich könne ruhig in geistiger Leichenstarre vermodern, solange es sich nur um mich drehen würde, aber das Geschenk des Lebens würde auch die Verpflichtung enthalten zu entscheiden, ob man zu denen oder uns gehört. Ich h?tte nicht das Recht, durch Nichtstun denen da diese Welt endgültig zu überlassen.

    Ich verweise auf Diogenes, Simplizissimus, Cyrano d' Bärgarac, Don Quijote, meine Brüder im Herzen und im Geiste, die hätten auch nicht unbedingt nur nach dem Leistungsprinzip funktioniert. Außerdem, wie der frühe Reinhard May einst sang:

    Das sei mir eine Lehre für mein Streben,
    wozu soll ich mir noch Mühe geben,
    es landet alles, scheißegal ob saublöd oder ob gescheit
    am Schuttabladeplatz der Zeit.

    Ja, aber die hätten wenigstens ihr Schicksal gelebt, ich hingegen versuche nur, einem wie auch immer geartetem Schicksal durch Verweigerung zu entkommen...

    Na, das sei es halt mein Schicksal, kein Schicksal zu haben...

    Frage: Ist Müßiggang wirklich eine Sünde?

  6. #31
    kls
    Laufkundschaft

    Mein verfemter Alltag VII (Nick Berg)

    Ich habe mir das Video von der Ermordung der italienischen Geisel Nick Berg im Irak angesehen. Er kniet gefesselt vor seinen Entführern, die ein längeres Pamphlet ablesen. Als sie damit fertig sind werfen sie ihn auf die Seite und schneiden ihm den Kopf ab. In Großaufnahme, etwas verschwommen, aber wer schon mal gesehen hat, wie einem Schaf der Kopf mit einem Messer abgetrennt wird, kann sich sicher vorstellen, wie das aussieht, wenn statt des Schafes ein Mensch geschlachtet wird.

    Ich hatte so etwas ähnliches schon einmal gesehen. Eine Hinrichtung irgendwo im Osten. Der Henker nähert sich seinem Opfer, das vor ihm gebunden im Sand liegt, kniet sich daneben, dreht den Kopf in die richtige Position und schneidet ihn ab.

    Mir ist klar, dass es weitaus schlimmere Todesarten gibt, als diese. Wenn es richtig gemacht wird, hat der Delinquent kaum Zeit Schmerz zu spüren. Er wird beim Durchtrennen der Halsschlagadern durch den Druckabfall im Hirn auf der Stelle ohnmächtig und bekommt das Abschneiden nicht mit. Der Zuschauer allerdings sieht magenumdrehende Bilder, die sich ins Hirn fräsen. Also von Standpunkt der Mörder aus ein äußerst wirksames Propagandamittel.

    Die brutale Botschaft lautet doch: Seht, wir können es und weil wir es können tun wir es auch. Und niemand kann es verhindern. Die selbe Botschaft übermittelte Löwenherz vor Akkon, als er 2.000 gefangene Ritter des Gegners auf eigens dafür errichteten Blutgerüsten in Sichtweite der belagerten Stadt hinrichten ließ.

    Diese Botschaft gilt den eigenen Leuten ebenso, wie dem Feind

    Wir tun es weil keiner etwas dagegen tun kann. Und da man eine Botschaft wiederholen und steigern muss um den Adressaten wirklich zu erreichen, erwarte ich demnächst ein Video aus dem Irak, wo man eine Folterung über mehrere Tage online ins Netz hängt. Oder eine zu Tode Vergewaltigung. Vielleicht Kinder von Mitarbeitern der Hilfsorganisationen langsam kochen? Wir sind noch lange nicht an die Grenzen des Möglichen gestoßen.

    Um euern Bemerkungen zuvor zu kommen, ja, ich wollte wissen, was solch grausame Bilder in mir hervorrufen und hinterlassen. Ja, ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, welche beim Betrachten von Tötungen die, sich zumindest bei mir einstellenden Bauchschmerzen, für anregend halten und die sich solche Bilder ständig reinziehen, weil es ihnen die Illusion gibt, etwas Aufregendes zu erleben. Menschentötung puscht den Betrachter, macht hellwach, man könnte ja selber der Nächste sein. Das ist unter evolutionären Gesichtspunkten verständlich. Und ja, ich kann mir sehr lebhaft vorstellen, dass man automatisch verroht, wenn man so etwas öfters sieht und tatsächlich erlebt, also in einer Welt lebt, die Menschent?tung nicht total tabuisiert.

    Wir zucken hier ja schon bei Bildern von Viehtransporten zusammen. Und das ist auch richtig so! Warum sollte ich mein Seelchen mit Bildern von Grausamkeiten schädigen? Mein Ziel ist ja nicht der Rückfall in die Barbarei, sondern meine Veredelung. Ich zumindest werde wohl noch einige Tage brauchen, bis mich dieser Clip nicht mehr im Traum heimsucht.

  7. #32
    rodbertus
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    Mein verfemter Alltag VII (Nick Berg)

    flüssig erzählt/berichtet. gut ist auch der wechsel der töne, mal deskriptiv, mal narrativ, mitunter sogar belehrend.

  8. #33
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    Mein verfemter Alltag VII (Nick Berg)

    das grauen ständig auszublenden und mit comedy zu überlagern geht nicht. die eigene gratwanderung, wie viel halte ich aus?, ist wichtig und ich denke, was realität ist, mu? man auch sehen. zumal aus solidarität mit denen, die sie durchleiden. man wird ihnen nicht gerecht, wenn man wegsieht. da kotzen mich eher horrorfilme an, die nur zum spaß produziert werden.

    noch viel wichtiger find ich an deinem text, daß er wach macht für das befinden von menschen, sehr vielen kindern leider, die diesen greueln in jedem krieg echt ausgesetzt werden. wie soll man das jemals heilen? kann diese kriegsschäden jemand bezahlen?

    und ebenso wichtig scheint mir der punkt, auf den du zielsicher den finger legst: wir machen es, weil wir es können. nackter und schamloser als aus utilitarismus wird das faktische erhöht, die ethiker können nur noch ein leises: weh! nachrufen. generell gesprochen. im vorliegenden einzelfall triffts hier aber denke ich nicht zu. das ethische problem hier ist doch erpressbarkeit contra staatsbürgerschutz: gibt der heimatstaat der erpressung durch die geißelnahme statt, weil er das leben seiner staatsangehörigen, jedes einzelnen, erstmal retten will oder zeigt er sich als unerpressbar, um das delikt auszudörren. seit der schleyer-entführung bin ich da am zweifeln. ich würde das einzelleben höher schützen und nicht ausgerechnet dort eine theorie austragen. italien hat, meine ich, da andere wege gefunden. aber so genau habe ich das nicht verfolgt.

  9. #34
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Mein verfemter Alltag VI

    Dieser text hätte nur dann eine Reaktion verdient, wenn Du aus dem Scharier des Selbstreferentiellen heraus eine Geschichte erzählt hättest. Hast Du bestenfalls zwischenzeilig, aber ich müßte nun schon meine ganze Konstruktionswilligkeit einbringen, um eine Geschichte nacherzählen zu können. Und vor dergleichen Kraftanstrengungen sollte ich mich hüten.


    Also, Karlchen, ich mag Deine Art des Erzählens schon, aber nur dann, wenn Du auch eine Geschichte einfädelst. Sonst ist es fürnarsch, wie's so schön heißt.

  10. #35
    kls
    Laufkundschaft

    Question AW: Mein verfemter Alltag

    Ich lache mich schlapp. Dieser Ordner ist ewig alt und morgen noch älter. Aber witzig. Deswegen schaufel ich ihn mal nach oben.


    Haben Frauen nun eine Seele? Wenn ja, wann und wohin?

  11. #36
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    AW: Mein verfemter Alltag

    natürlich haben wir eine seele, oder haben wir herz? wann? immer! wohin? an alle!

  12. #37
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Erwiesenermaßen haben Frauen keine Seele. Dies wurde schon im alten Ägypten festgestellt, als die hierfür herbei gebrachten gesegneten Kanopen in Ermangelung extrahierten Hirns wie Herzens seitens der zu mumifizierenden Frauen unbefüllt in die Grabkammern versenkt werden mussten ...

  13. #38
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    AW: Mein verfemter Alltag

    es gab eine zeit, da wurden die frauen als Naturwesen gesehen. naturwesen, nunja, waren schon irgendwie gut, aber sie sorgten auch für unruhe, wenn die gesellschaftlichen normen und werte durch ihre erotische anziehung, die verführung etc. verletzt wurden.


    dennoch, natur hat seele, oder?

  14. #39
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Was meinst Du mit "Naturwesen"?

    Ob die "Natur" eine Seele hat? Nun, ich würde "die" Natur

    a) nicht vermenschlichen, sprich personalisieren und
    b) "ihr" schon gleich gar nicht eine Seele andichten.

    Dies ist m. b. E. eine simplifizierende Kategorisierung angesichts der für den Menschen Unfassbarkeit der "Schöpfung" - oh, schon wieder eine vermenschlichende Implizierung.

  15. #40
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    AW: Mein verfemter Alltag

    ebend! DIE natur ist nicht gegenstand noch ist sie mensch, aber sie ist lebendig und deshalb hat sie auch seele, oder zumindest einzelne bestandteile haben eine. die frau als naturwesen, der natur zugerechnet, nicht der gesellschaft, wie es der mann war. "schöpfung"? nun, das ist mir zu religiös angehaucht, ich habe da eine eher biologische ansicht der welt...

  16. #41
    kls
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    AW: Mein verfemter Alltag

    ALLES IST SEELE!


    Wir sehen nur die äußeren Manifestationen. Ja, sogar Frauen sind Teil des Versuches Gottes, sich selber zu verwirklichen. Obwohl...


    Wo seid ihr bloß, wenn man euch wirklich braucht?


    Ich bin ein Junkie, ich bin ein Lügner, ein Unternehmer, Tischler, Vater, Suchender, Psychologe, Architekt, Einsamer, Schriftsteller, alt, traurig, Globetrotter, halb assoziierter Türke, Wichser, Träumer, ich bin ein Mann mit selbstgestrickter Moral, manchmal Auslandsprojektleiter oder Penner, Programmierer, Musiker, meistens fröhlich, öfters bitter...


    Und ihr Frauen gebt euch mit Substituten ab.


    Wisst Ihr was? Ihr seid einfach bescheuert. Hört Euch mal Cry of Love von Jimmy Hendriks an. (Seine Letzte)





    Bin besoffen. Sorry!

  17. #42
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Eine faszinierende Therapieform. Zwar durfte ich deren praktische Umsetzung noch nicht erfahren allerdings gereicht allein die Vorstellung, um mir ein dickes Grinsen zu entlocken. Solche Situationen sind vielen bekannt und meistens wird entweder entnervt, mitleidig, wütend, usw. reagiert, da kömmt einem die Höhle doch gleich wie eine grüne Heide im Sonnenaufgang vor...

  18. #43
    kls
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Ich kenne effektivere, lustvollere Therapieformen unter der Decke. Haben aber auch was mit Höhle zu tun...


    Mama selig hat meinen Bruder und mich bei Streit an einen Tisch gesetzt und wir mussten uns so lange böse angucken, bis wir in lauter Lachen ausbrachen. Wir haben das nie länger als 3 Minuten ausgehalten.


    Merke: Ein Mann muss wissen, wann er sich zu besaufen hat. (und wann besser nicht). Gestern war mir einfach danach, die Frauen für völlig bescheuert zu halten. Manchmal tut es nämlich gut, sich zu trauen, auch mal total unfair zu sein. Heute seid ihr wieder Bereicherung, Inspiration, Ziel und wundervoll.

    Ichbesprechung? Selbstreflexion? Eigenverortung? Allgemeines "Noch was merken", die Wahrheit versuchen beim Namen zu nennen, auch wenn sie einen persönlich nicht gerade bejubelt?


    Jede Definition wird auch durch ihr Antonym gedeutet und ist sowieso nur ein Modell. Und genau das ist es, was mich an Frauen so stört. Nie versucht ihr hinter die Leinwand zu schauen.

  19. #44
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Oder sie sehen hinter der Leinwand dasgleiche wie davor, MANN IN OPFERROLLE, DER SICH DARIN GEFÄLLT UND FÄLLT UND FÄLLT UND FÄLLT...

  20. #45
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    AW: Mein verfemter Alltag

    ist doch alles gut so. wir lesen in euch ein spannendes buch, auf welches wir nicht verzichten mögen. und manche seltenen exemplare lesen wir immer wieder von vorn bis hinten und von hinten bis vorn sind die seiten auch zerfleddert, die geschichten manchmal ausgedacht und manchmal wahr, die selbstreflexion mit verantwortung getränkt oder die selbstsicht gerade mal minimalisiert: ihr seid einfach großartig, inspirierend, mutig und idealistisch. leider ist euch keine große belastbarkeit gegeben - aber dafür habt ihr ja uns. so bleibt auch uns einer kleiner selbständiger raum, von dem aus wir euch lieben können und lieben
    jede leinwand ist für uns durchsichtig "kicher"
    dafür lieben wir euch noch mehr!

  21. #46
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Eigentlich müsste ich als ahnender Genderologe (Soziologe, der auch mal darein schnuppern durfte) angesichts dieser Blasphemie laut aufschreien - man lernt jedoch schnell, dass diese Gesellschaftsordnung viele Funktionsweisen hat, von denen Frau/Mann profitieren, eben weil sie glauben zu wissen, wie das Gegenüber zu handhaben ist, weil sich nur so die Typologien herausbilden, über die wir uns erregen aber auch lieben...

  22. #47
    kls
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Das geht ja richtig in die Tiefe hier. Übr. Ikarus: IN DIESEM ORDNER BRÜLLE NUR ICH!





    Aber noch mehr Tiefe verkrafte ich nicht. Lasset uns lieber weiterkalauern. Was ist nun mit den 130 Gramm weniger Hirn bei den Frauen? Und warum tut die Schwerkraft der Ästhetik solch Schmach an? Und warum verwechseln sie ein Bild mit einem Spiegel? ala? Letzteres müsstest Du doch beantworten können.



  23. #48
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    AW: Mein verfemter Alltag

    ich kann alles beantworten "kicherundschnobsneck"

    mit den 130 gramm sind die frauen fortlaufend bei dem mann ihrer wahl, dafür hat er diesen zuwachs von ihr.
    die schwerkraft ist ästhetische formung. sie nimmt sich den mann viel früher vor, was man an seiner nase sehen kann, die der bubennase nicht mehr gleicht. dennoch kommt die bürgerliche sehgewohnheit mit der entwicklung nicht mit. das kann nur der adel, der die schwerkraft immer schon liebte.
    frauen verwexeln alles mit allem, weil sie wissen, daß alles in allem ist. ob bild, ob sicht, ob spiegel - es bleibt doch eins
    frauen handhaben nicht, sie sind und nehmen wahr. männern steht ihr handhaben meist im weg zum sein. aber - sie können es lernen, das sein.
    Blasphemie verstehe ich hier nicht - blasfemlogie meinst du?

  24. #49
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Mein verfemter Alltag

    Mann o Meter. Da versteht man glatt warum Gott erst den Menschen und dann die Frau schuf - er wollte nicht alles ohne Makel belassen. Weibliche Intuition meinst du wohl, die angebliche Fähigkeit Dinge mit einer hohen Wahrscheinlichkeit genau richtig zu verstehen, erahnen. Während man erst einmal den Taschenrechner zückt, hier eine Transzendente errechnet, per multipler Regression und mit dem richtigen Prädiktor... Nö, ich bin dagegen, dass Frauen Gefühlswesen sein sollen, hingegen Männer was auch immer, da finde ich ja die Astrologie noch plausibler (und die ist geschlechtsungebunden).

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