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Thema: Bildung und Erziehung - der Problemordner

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Ja, es gibt etliche Möglichkeiten, sich mit Geschichte schulisch auseinanderzusetzen. Eine Methode hat mein einstiger Weggefährte Tino Strempel in Rostock kultiviert und darüber 2015 einen Bundespreis gewonnen. Geschichte als Projektunterricht. Hat seine Vor- und Nachteile. Der Vorteil liegt sicherlich in einer höheren Empathie für das olle Zeug, als das viele Schüler nun mal Geschichte a priori wahrnehmen. Der Nachteil seiner Methode dürfte darin liegen, daß Geschichte so zu einem Event verkommen kann, zu einer auf Ergebnisse und Erlebnisse zugespitzten Sparte, die nur selektiv wahrgenommen wird und bei der das Ergebnis meist schon vorab feststeht. Ich glaube nicht, daß mein (einstiger) Freund und seine Lerngruppe von Gauck eingeladen worden wären, wenn sie beispielsweise die Staatsanwaltschaft von 1800 verteidigt hätten. Sie mußten die Kindsmörderin als Opfer einer Herrscherjustiz darstellen und die Not der Frau zentral setzen.
    tino_gauck_2011.jpg
    Trotzdem, die auf dieser Seite angezeigten methodischen Auffassungen zur Herangehensweise an den Geschichtsunterricht gefallen mir. Ein Auszug, weil man ja nie weiß, ob die Seite ewig im Netz bleibt:

    erstellt von Werkstattschule Rostock:

    „Ich bin glücklich mit dem Thema“, so Lisa. „Auch wenn es erst einmal so schrecklich klingt, worüber wir forschten: Kindesaussetzung mit tödlichen Folgen. Wenn man sich erst einmal länger mit einem (historischen) Phänomen auseinandersetzt, erkennt man auch seine Tiefe.“ Lisa, Luise und Valerie (alle 9/10) beschäftigten sich mit dem Schicksal der Elisabeth Dorothea Pollatz, die als Hausmädchen 1808 ihr heimlich geborenes Kind aussetzte und sich – im Laufe des gerichtlichen Verfahrens – selbst das Leben nahm. Die dicke Gerichtsakte in altdeutscher Handschrift las ihnen der Universitätsprofessor Ernst Münch vor. Beate Behrens betreute die Arbeit und motivierte unsere drei Mitschülerinnen, den Stoff auch künstlerisch zu verarbeiten. Daraus entstand – neben der fachwissenschaftlichen Darstellung – eine Buchcollage aus Wort, Scherenschnitt und Fotografie. „Der Scherenschnitt war damals modern und inspirierte uns“, so Luise. „Außerdem spielten wir mit der indirekten Rede, wie wir sie in der Gerichtsakte immer wieder lasen. Wir schrieben Akteninhalte in die direkte Rede und Ich-Form um, damit Elisabeth Pollatz endlich einen eigenen Ausdruck findet.“, ergänzt Valerie. Tatsächlich konnten die jungen Frauen im „Fall der Elisabeth Dorothea Pollatz“ so einiges erhellen. Die Landesjury prämierte diese Arbeit als „Landessiegerbeitrag M-V“.
    Ebenso erfolgreich waren Linn und Lara (beide seinerzeit 10. Klasse), die sich mit einem besonderen Außenseiterthema beschäftigten, nämlich dem Leben von Homosexuellen im Norden der DDR. Sie führten Zeitzeugeninterviews und wälzten über 100-seitige STASI-Akten. Anstrengender als die Recherche war das Verarbeiten: Nicht jeder Außenseiter in der DDR war „nur“ Opfer der Gesellschaft; einige arrangierten sich mit der Staatsmacht. Die beiden haben das in einem Radiofeature verarbeitet und außerdem ihr Forschungstagebuch für den Wettbewerb eingereicht. Auch dieser Beitrag war der Jury nicht weniger als einen Landessieg wert. Herzlichen Glückwunsch!
    Zwei Förderpreise gingen ebenfalls an die Werkstattschule. Maik und Till waren – zusammen mit ihrem Betreuer Tino Strempel – durch die Bundsrepublik gereist, um eine Zeitzeugin zu interviewen: eine ehemalige Punkerin aus Rostock, die heute in Koblenz lebt. Das war eine spannende Reise, denn die Zeitzeugin erwies sich als sehr gastfreundlich und redselig, andererseits aber hatte sie krasse Ansichten und forderte alle Geduld und Zurückhaltung … Zur Forschungsgruppe zählt auch Friederike, die es sich auch zur Aufgabe gemacht hatte, die Geschichte der Zeitzeugin filmisch zu verarbeiten.
    Ich bin nach wie vor ein Vertreter idealistischer Pädagogik und halte sie für ein ästhetisches Prinzip, durch das junge Menschen gebildet werden können, mithin schwingt auch Erziehung, die aber nachgeordnet ist. Schon gar nicht glaube ich, daß Schule dazu dienen soll, funktionable Kader zu schmieden, die eben nur eines leisten müssen: funktionieren.

  2. #27
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Die gefährlichsten Schulwege der Welt

    https://www.fernsehserien.de/die-gef...lwege-der-welt

    Bilder sagen mehr als tausend Worte - und so wünsche ich mir, dass diese herausragende Doku-Reihe in allen unseren Schulen Einzug hält. Sie macht das Bildungsprivileg emotional spürbar - könnte wohl bei vielen den Schalter umlegen.

  3. #28
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Und die Nation, die global am erbittertsten um ihre nationalen Privilegien gekämpft hat und unterschwellig noch der Sklaverei nachtrauert, hat sich so viele Feinde geschaffen, dass amerikanische Eltern ihre Kinder grundsätzlich mit dem Auto in die Schule fahren. Der amerikanische Schulweg muss daher am gefährlichsten sein.

    Kinder werden reihenweise aus Sicherheitsgründen per App überwacht und der moderne amerikanische Kindergarten bietet den Elern das Privileg, jederzeit im Internet "nach ihren Schützlingen" schauen zu können. Erziehung durch Überwachung gelingt jedoch auch beim Rest der Gesellschaft ganz gut.

    Das soll wohl bei vielen den Schalter umlegen, sich freiwillig "anzupassen" und damit auch die Kinder in der "rechten Gesinnung" zu prägen.

    Wer investiert denn noch in Bildung? Unsere globalen Monopolisten, wie Google, Apple und andere marktbeherrschende Unternehmen. Der Staat hat damit den "Bildungsauftrag" in die Hände privater Investoren gelegt, was, wie am Beispiel der Entwicklung an amerikanischen Kindergärten, die Erziehung durch permanente Überwachung zur Folge hat.

    Woran es hapert, wäre ein globaler "Lehrplan" in einem fließenden Entwicklungsprozess. Was das gesamte System von Lernen, Bildung und Menschwerdung angeht, könnten wir tatsächlich von einer künstlichen Intelligenz lernen, wie wir unseren Geist strukturieren. Das könnte den Schalter umlegen.

    In der Dokumentation "Homo 'Robo" vertrat ein "Wissenschaftler" die Ansicht, da wir uns ohnehin absehbar bis zum Ende dieses Jahrhunderts selbst "erledigen", sei die Symbiose mit künstlicher Intelligenz quasi die einzig verbleibende Option, uns vor den Folgen unserer bisherigen Lernverweigerung zu schützen...

    Doch ein kleines Helferlein, uns die Macht über den eigenen Geist zurückzuerstatten, könnte eine Alternative zur Facebook-Gedankensteuerung sein. Aber die Hasskontrolle des privatisierten Gedankenministeriums hat 500 neue Arbeitsplätze in der "Hassgedankenliquidation" geschaffen...

    Es ist durchaus möglich, Zielzustände zu spiegeln und damit das Lernen zu revolutionieren:

    So wurden die spezifischen Alpha- und Thetawellenmuster im Gehirn eines hochkonzentrierten Bogenschützen "ausgelesen" und durch Neurofeedbacktraining lernten die Probanden, in diesen "Zielbewusstseinszustand" zu gelangen. Durch die Spiegelung des Zielzustandes erzielten sie signifikant bessere Leistungen als die Kontrollgruppe. Die Spiegelneuronen spielen beim "Kopieren erfolgreicher Lösungen" ohnehin eine wesentliche Rolle, wobei der Fokus vieler eltern auf ein Handy, das wichtiger als Menschen zu sein scheint, für viele Kleinkinder ein durchaus enttäuschendes Prägemuster darstellt und die "Prioritäten" aufzeigt, die hier herrschen und damit zu kopieren sind.

    Ein kleines Helferlein, das unsere Gedanken sieht und kennt, könnte uns helfen, eine objektivierbarere Geisteshaltung zu finden und unsere Gedankenwelt neu zu organisieren. Sozusagen eine selbstlernende Erziehungsintelligenz statt panischer und paralysierter Eltern, die selbst rat- und rastlos durch eine chaotische Welt ohne Sinn und Bedeutung wandern...

    Ich denke, alle Erziehungsgewalt geht schon heute vom privatisierten Gedankenministerium aus. Bleibt die Frage, wann wir zur Volkszählung müssen und unser "Implantat" bekommen...

    "Lesch´s Kosmos" begann mit der Frage eines Kindes an seine Mutter, die es grad ins Bett brachte: "Sag mal Mutti, warum habt ihr mich eigentlich nicht verbessert"?

    Die Zukunft wird Möglichkeiten aufweisen, die einen technischen Evolutionsdruck zur Folge haben, die obige Frage einmal nicht unwahrscheinlich machen könnte. Dumm ist halt, dass sich Technik schneller entwickelt, als die Folgen abzuschätzen sind.

    Wie es früher ein Privileg war, Zugang zu Bildungssystemen zu erhalten, wäre es heute ein Leichtes, die Bildungsgesellschaft (OHNE SKLAVEN) umzusetzen, von der die Antike träumte und die nur durch die Sklaverei und Ausbeutung anderer Völker kurzfristig möglich gemacht wurde. Womit sich der Kreis zur Angst der Amis schließt, die Angst der Sklavenhalter vor dem Willen der Sklaven....

  4. #29
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Nicht nur die Amis fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule - wir Deutsche sind da auch nicht viel besser. Ein US Bundesstaat, wars Georgia?!?, hat aktuell mal wieder die Evolutionstheorie aus den Schulbüchern verbannt. Mit Darwins-Wissenschaft stehen die Amis, vor allem die Hinterwäldler der Südstaaten, seit eh und je auf Kriegsfuss. Ich schreibe bewusst nicht Darwinismus...denn dieser Begriff gehört verboten...suggeriert es handle sich um eine Glaubensfrage...als stünde er mit Gott im Ring. Auch die Italiener hatten einst die Evolutionstheorie aus den Schulbüchern verbannt. Zurück zum Auto: Kann die Eltern zwar verstehen, aber ihre übertriebene Fürsorge schadet den Kindern...denn die sollten schon früh lernen sich im Straßenverkehr zu bewegen...zudem entspricht es ihrem natürlichen Bewegungsdrang zu laufen oder zu radeln - von den unnötigen Staus zur Rush Hour ganz zu schweigen...

    Ich bin nicht wirklich up to date...was unsere Schulen betrifft...aber das was ich in RLP an Aktivitäten und Programmen mitbekomme...das klingt ganz gut. Und was die heutigen jungen Lehrerinnen und Lehrer betrifft...solche hätte ich früher auch gerne gehabt.

  5. #30
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Schon im Jahr 2024 wird in jedem größeren Unternehmen ein Roboter mit im Vorstand sitzen - und so wird die Digitalisierung auch die Schulen nicht ausklammern, das Bildungssystem revolutionieren. Die Lehrer der Zukunft kommen aus dem Silicon Valley. Technisch ist das jetzt schon alles machbar, es braucht aber noch den Wandel in den Köpfen der Menschen. In fünf Wochen haben wir eine Bundestagswahl, doch ich sehe weit und breit keine Partei...die für die Herausforderungen der Zukunft steht. Bei allem Respekt vor Merkel + Co., aber das sind Auslaufmodelle. Sie reden wohl alle von der Digitalisierung...lassen aber nicht erkennen was das für uns heißt.
    Zwar bastelt man auch jetzt schon an deutschen Schulen Roboter zusammen....doch glaube ich nicht, dass Robotics die Domäne der Deutschen sein wird. Nach jetzigem Stand kommen Software und Logistik aus den USA...während die Hardware in Asien gefertigt wird.
    Gegen Amazon und Google scheint kein Kraut gewachsen - schon jetzt werden 70% des weltweiten Versandhandels über Amazon abgewickelt...während die Autos und 3D Drucker der Zukunft von Google auf den Markt gebracht werden. Umso wichtiger wird es an unseren Schulen sein Kreativität zu erkennen und zu fördern. Vermutlich wird man dazu, so sehr ich das bedaure, noch früher und intensiver "sieben" müssen als bisher. Zu glauben man könne alle Schüler mit auf den Weg nehmen ist eine Illusion. Vermutlich werden in Zukunft Menschen von Robotern aussortiert - heute ist es noch umgekehrt. Der Mensch wird mit der Maschine verschmelzen. Für viele eine Horrorvorstellung...für andere ein große Chance für die Menschheit. So oder so, der Prozess ist nicht zu stoppen.

    Der momentane Körperkult ist vielleicht eine Art letztes Aufbäumen....bevor wir dann endgültig unsere Körper verlassen. Dies wird notwendig sein....will der Mensch noch länger als nur ein paar hundert Jahre überleben. Im Grunde ist unser Körper ohnehin nur ein Wekzeug - was spricht also dagegen dieses veraltete Werkzeug gegen ein modernes zu ersetzen?! Hier sehe ich eine Chance für das deutsche Ingenieurwesen, den deutschen Erfindergeist. Hard-und Software kommen von woanders her...aber beides innovativ zu verbinden...das könnte unsere Aufgabe sein. Ist doch eine Schande, dass wir (unsere Wirtschaft) immer noch von den Innovationen der Nazis leben...ohne die wir z.B. nicht Weltmarktführer bei den Automobilen wären. Die hatten nicht nur Autobauer gegründet (VW)...sondern sie auch (Auto - Union +Co.) zu Höchstleistungen getrieben. Selbst unsere Führungsrolle im Maschinenbau haben wir dem zweiten Weltkrieg zu "verdanken". Damit kann man sich doch nicht zufrieden geben? Unser Wohlstand ist kein Selbstläufer...keine Sebstverständlichkeit - in ein paar Jahrzehnten könnte das ganz anders aussehen...wenn man jetzt die Weichen nicht richtig stellt. Was kann man aus der Vergangenheit lernen? Vermutlich, dass es ohne Peitsche nicht geht. Die Asiaten haben kein besseres Bildungssystem als wir...aber viel mehr Druck. Wer dort nicht Gas gibt...der schaut später in die Röhre - unsere Sozialsystem, so schön es für manche auch sein mag, ist da Kontraproduktiv. Die Nazis führten übrigens auch, als weltweit erste, den bezahlten Urlaub ein. Kann doch nicht sein, dass wir uns heute dafür noch rühmen müssen...statt eigene...neue Wege zu gehen. Wir glauben unsere Bildungssystem ist ok...weil wir die letzten fünfzig Jahre damit erfolgreich waren. Das ist aber ein Trugschluss...denn unser Erfolg beruht auf Ideen aus dem vorigen Jahrhundert...bzw auf Pionierleistungen der Nazis. Vielleicht sollte man sich das mal ins Bewusstsein rufen.

    Das wichtigste jedoch, in Bezug auf das Bildungssystem, scheint mir aber zu sein, dass man unnützes Wissen "abschneidet"...um Kapazitäten zu schaffen.
    Kein Kind sollte heute noch lernen müssen welcher Pilz essbar und welcher giftig ist. Erstens kommt ohnehin kein Kind mehr auf die Idee in den Wald zu gehen...und zweitens...selbst wenn...hat es eine App...die den Pilz analysiert. Und es ist auch vollkommen Wurst wie die Ägypter ihre Barken bauten...wers wissen will...der googelt danach. Da sind die Pädagogen dazu aufgerufen über ihre Schatten zu springen. Es strandet heute auch niemand mehr auf einer einsamen Insel...wo er dann wissen muss wie man den Norden bestimmt und wie man verschmutztes Wasser trinkbar macht. wir glauben alles Wissen...das wir haben...auch vermitteln zu müssen - das ist ein Fehler im System. Deshalb ist es wichtig, dass der Roboter mittelfristig den klassichen Lehrer ablöst. Nur so kann ein staatstragendes und an den Herausforderungen orientiertes Bildungssystem gewährleistet und umgesetzt werden.

  6. #31
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Zitat Zitat von andere-dimension Beitrag anzeigen
    Schon im Jahr 2024 wird in jedem größeren Unternehmen ein Roboter mit im Vorstand sitzen - und so wird die Digitalisierung auch die Schulen nicht ausklammern, das Bildungssystem revolutionieren...
    Nach jetzigem Stand kommen Software und Logistik aus den USA...während die Hardware in Asien gefertigt wird....
    Gegen Amazon und Google scheint kein Kraut gewachsen - schon jetzt werden 70% des weltweiten Versandhandels über Amazon abgewickelt...während die Autos und 3D Drucker der Zukunft von Google auf den Markt gebracht werden. Umso wichtiger wird es an unseren Schulen sein Kreativität zu erkennen und zu fördern. Vermutlich wird man dazu, so sehr ich das bedaure, noch früher und intensiver "sieben" müssen als bisher. Zu glauben man könne alle Schüler mit auf den Weg nehmen ist eine Illusion. Vermutlich werden in Zukunft Menschen von Robotern aussortiert - heute ist es noch umgekehrt. Der Mensch wird mit der Maschine verschmelzen. Für viele eine Horrorvorstellung...für andere ein große Chance für die Menschheit. So oder so, der Prozess ist nicht zu stoppen.
    Ist es wirklich eine große Chance für die Menschheit, nahezu ALLE globalen WERTSCHÖPFUNGSPROZESSE an das Silicon Valley auszulagern?

    Dann steuern wir auf eine Zielzustand zu, in dem 500 Millionen Menschen die Arbeit erledigen könnten und der ganze Rest lebt im Nichts von den Brotkrümeln, die vom Tisch fallen.

    Was ich mit der "Verbesserung" meinte, war die Gen-Schere CRISP-R-CAS, mit der es möglich wird, Designerkinder "herzustellen". Wenn diejenigen, die keine Eltern haben, die ihnen schon im Labor die "gekauften Eigenschaften" in die Wiege legen, die "gefordert" sind, keine Chancen mehr besitzen, wird die Evolution durch den Willen des Mainstream-Zeitgeistes ersetzt.

    Wie wir jedoch vom Neandertaler wissen, wurde der Homo Sapiens (außerhalb von Afrika) diese Genetik nicht mehr los. Es sind immer noch bis zu 1.5 % Neandertaler-Genetik in uns wirksam.

    Sollte "hier" einmal "nur" für wenige Tage der Strom ausfallen, wären deine Kinder übrigens froh, in der Schule etwas über essbare Pilze gelernt zu haben.

    Die Abhängigkeiten, die wir durch eine global arbeitsteilige Gesellschaft aufgebaut haben, erfordern bedingungslose Kooperation, was sich mit den "Gesetzen des Egos" nicht vereinbaren lässt. Das Ego glaubt, es habe einen Vorteil von der Entwicklung, wenn es zu den 500 Millionen von 7,5 Milliarden gehört. Was jedoch bedingt, dass von 15 Menschen global nur ein einziger zu den Gewinnern gehören wird.

    Die Form der Schuldknechtschaft, die VW bis 1983 auf ihren brasiliianischen "Farmen" pflegte, fällt ihnen nun ebenso auf die Füße. Dass es noch in den Siebzigern bei VW üblich war, "vom Fließband in die Folterkammer" zu gelangen, ist ebenso ein Indiz für das, was uns bei einer globalen Diktatur von drei marktbeherrschenden Unternehmen erwarten wird.

    Heute brauchen sie keine Helfershelfer der Folterknechte mehr, was nicht "gewünscht" ist, wird per CRISP-R-CAS entfernt. So können sich die Kartellgewinner ihre künftigen Maschinenmenschen selbst herstellen. Damit werden jedoch alle Träume von Freiheit und Menschenwürde begraben und Freiheit ist für Kinder nur das, was ihnen von Konzernen erlaubt wird, die die Scheindemokratien beherrschen.

    Damit die Politik nichts mit dieser Opferung der Kinder für die Interessen weniger Kartellteilnehmer zu tun hat, verleugnen sie die Wirkungen, die es hat, wenn die gesamte globale Wertschöpfung in immer weniger Hände fließt. Daher nehmen Apple, Google, Amazon, Microsoft, UBER, RBNB und die verbleibenden Teilnehmer der Globalkartells auch die Bildung unter ihre Fittiche und die Politik tut so, als wüsste sie nicht, was gerade geschieht.

    Die Kinder einem Selbstzweck zu opfern, einer offensichtlichen Milchmädchenrechnung, die niemals aufgehen kann, ist Wahnsinn und spiegelt die Gesetze des Chaos wieder, auf die ich in diesem Zusammenhang im Kurs eingehen werde.

  7. #32
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    Die Pilze sind nur ein Beispiel, aber das weißt Du. Versuche es mal so zu sehen:

    Als im 4. Jahrtausend vor Christus der Sohn eines Pharaonen unterrichtet wurde, sagen wir mal von den Priestern, war das zu vermittelnde...geschichtliche Wissen sehr begrenzt. Es gab noch kein Papyrus und das verhande Wissen resultierte aus mündlichen Überlieferungen. Wir leben nun in einer Zeit...wo wir über "gespeichertes" Wissen von tausenden von Jahren verfügen. Wir müssen also theoretisch von Jahr zu Jahr immer mehr lernen...weshalb wir meiner Meinung nach gezwungen sind Prioritäten zu setzen. Wissen, das zu jeder Zeit, an jedem Ort...und für jeden Einzelnen abrufbar ist...das muss nicht mehr in unser Hirn eingepflanzt werden. Es kann sozusagen ausgelagert werden. Der Universalgelehrte hat ausgedient. Es reicht, auch bei Stromausfall, wenn einer weiß welche Pilze genießbar sind - und ich weiß wie ich diese Person erreiche. Mit der Tachenlampe würdest du ohnehin kaum einen Pilz finden. Heute sagen wir A+B (A: es gibt giftige und genießbare Pilze. B. die giftigen sind Fliegenpilz und....die eßbaren Pfifferlinge und...) Wenn ich mit B. erst mal anfange...muss ich die Information auch vervollständigen - das Kind bekommt also hundert Einzelinformationen. In Zukunft reicht es nur A. zu sagen...verbunden mit dem Hinweis wo bei Bedarf detaillierte Informationen zu bekommen sind. Im Prinzip ist das ja auch so...denn schon dein Ur Ur Urgroßvater lernte nicht mehr wie man ein Mammut erlegt - das hat sich mehr oder weniger so ergeben.
    Daaf dürfen wir heute aber nicht mehr bauen...dass sich solche Dinge von alleine ergeben.

    Du sprichst von 500 Millionen...die in Zukunft die Arbeit alleine erledigen werden. Das ist nicht nur ein Szenario...das wird defintiv so kommen. Die entscheidende Frage wird sein...ob wir es schaffen allen anderen dennoch ein Gefühl von Würde zu geben. Das wiederum heißt, dass wir etwas über oder neben die Arbeit stellen müssen, das dazu geeignet ist sich darüber zu definieren.

    Selbst der Lottomillionär wird irgend etwas arbeiten...weil ihn...danach gefragt...die Aussage "ich habe keine Arbeit" in die Position bringt sich rechtfertigen zu müssen. Der Mensch definiert sich.. stand heute...fast ausschließlich über seine Arbeit. Mittel-bis langfristig muss also Arbeit durch "Aufgabe" ersetzt werden. Nicht "was arbeitest Du"...sondern "was ist deine Aufgabe" muss die Frage der Zukunft lauten. Da könnte eine Antwort z.B. sein: Ich bereite meiner todkranken Mutter ein paar schöne..l.etzte Tage.
    e

    Wir beide...und andere auch..verlinken hier Berichte, Videos, Zitate, Statistiken usw...

    Wir machen das aus dreierlei Gründen:

    Um unsere Aussage...unser vermeintliches Wissen
    -für jedermann überprüfbar zu machen (Dokumentation)
    -zu ergänzen (Vervollständigung)
    -zu untermauern (Beweis)

    Was wir ohnehin im Alltag praktizieren...lässt sich auch auf das Bildungssystem, in Hinsicht der Vervollständigung, übertragen.
    Wird ja auch von vielen Pädagogen schon so oder ähnlich praktiziert - jedoch nur als Zusatz-Option...und nicht als Ersatz für analoges Wissen. Funktioniert aber nur dort wo Wissen nicht zwingend aufeinander aufbaut...wo also auch Inselwissen gefragt ist. Mathematik wird man weiterhin so praktizieren müssen wie bisher. Ein Link zur Integralrehnung wird mir nichts bringen...wenn ich die Gundrechenarten nicht beherrsche. Ich kann aber....ohne mich bei den Säugetieren auszukennen...die Reptilien erforschen.

    Das funktioniert jedoch nur dann...wenn ich auch "nur" das A-Wissen abfrage, bzw. benote. Der Schüler muss also nur noch wissen, dass es genießbare und ungenießbare...bzw giftige Pilze gibt...und die Quelle nennen können...wo er alle weiteren Informationen bekommt. Das reicht. Die freigewordenen Kapazitäten könnte man dann dazu nutzen um Spezial-Wissen dort auszubilden...wo es aktuell auch gefragt und nur analog auch zu erlangen ist...z.B. wenn es um das Gewissen, Ethik und Moral, Ökologie, soziale Verantwortung geht - wo Wissen nicht nur eine rationale Angelegenheit ist...sondern vor allem eine emotionale Erfahrung sein kann.

    Im Grunde ist der Schüler ein wehrpflichtiger Soldat im Dienste des Staates, denn Bildung auf Basis eines Privilegs dürfte eigentlich nicht benotet werden. Das Bildungsystem...so wie wir es heute kennen...ist Teil eines Rüstungsprogrammes. So wird es ja auch von allen Parteien propagiert...die da sagen: Wir müssen mehr in Bildung investieren um nicht den Anschluss zu verlieren. Es geht also um den Wettbewerb mit anderen Staaten. Während die "Schulpflicht" in ihrer eigentlichen Bedeutung nur garantieren will, dass jeder...egal wie Dritte dazu stehen...Bildung erfährt. Die Schulpflicht beschützt dich dich sozusagen vor deinen Eltern...die...wenn sie denn Bauern sind...dich vielleicht lieber auf dem Feld als in der Schule sehen würden. Ich sollte also erst dann benotet werden können, wenn ich in den Wettbewerb trete...mich dazu bekenne. Ma lernt fürs Leben"---so heißt es - aber das stimmt so nicht mehr. Man "rüstet" sich fürs Leben - für eine Welt, in der man ohne Rüstung nicht mehr als Kanonenfutter ist.

  8. #33
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    In Leipzig gibt es ein Schulmuseum. Hier lassen sich viele Ideen finden, die auch heute, vielleicht gerade heute Anwendung im Schulalltag finden könnten. Wird zu prüfen sein.

  9. #34
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Der Gehirnforscher Gerald Hüther sieht eine andere Art von Schule. Er stellt dabei das ganze Weltbild seit Aristoteles in Frage:

    https://www.youtube.com/watch?v=5JrLUEekyM0

    "Kommunale Intelligenz" könnte kommunal intelligentes Lernen ermöglichen. Aufschlussreich sind seine Gedanken zum Kohärenzbestreben hinsichtlich unseres evolutionären Problemlösungsapparates Gehirn und der bisherigen "Problemlösungsansätze".

    Die drei Gründe für das Lernen und Wissen-Wollen, die anderedimension oben angeführt hat, würde ich gern erweitern:

    "Um unsere Aussage...unser vermeintliches Wissen
    -für jedermann überprüfbar zu machen (Dokumentation)
    -zu ergänzen (Vervollständigung)
    -zu untermauern (Beweis)"

    -über die bisherigen Grenzen hinaus auszubauen (Verbreiterung des Wissenhorizontes)
    -auf eine erweiterte Basis zu stellen, indem eine neue Betrachtungsebene erschlossen wird (Paradigmenwechsel)
    -um bisheriges Wissen unter neu gewonnenen Erkenntnissen oder nach einem Grundparadigmenwechsel neu zu überbedenken

    Die Stelle mit Aristoteles zeigte mir, dass auch Gehirnforscher beständig erweiterte Ideen über die Ausbreitung kohärenzbildender Ideen entwickeln...

    Und weit entfernt von einem "Rüstungsprogramm", wie anderedimension oben, sieht er Schule wohl auch nicht. Doch könnte es wirklich sein, dass wir uns seit Aristoteles geirrt haben?

  10. #35
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Rüstung mag martialisch klingen, ist aber der passende Begriff. Die Rüstung schützt dich vor den Hieben des Feindes.

    Als Darwin auf seine Forschungsreisen ging...wollte er nur seinen Wissensdurst stillen...hatte keinerlei böse Absichten. Sein geschaffenes Wissen weckte aber bei anderen Begehrlichkeiten...weil die auf einmal Dinge besitzen wollten...die sie bis dahin gar nicht kannten. Aus der Begehrlichkeit wird Gier, die wiederum führt zum Wettbewerb und schlußendlich zur Ausbeutung. Wenn wir über Wissen verfügen, spüren wir den inneren Drang und den äusseren Zwang aus diesem Wissen etwas zu machen - daraus Kapital zu schlagen. Nicht umsonst sind geistig behinderte Menschen oft sehr glückliche Menschen - sie sehen die Dinge wie sie sind...und nicht wie sie sein könnten.

    Wenn du Medizin studierst...dann als Straßenbahnfahrer arbeitest...wird man dir das offen oder insgeheim immer vorwerfen. Dein Wert wird daran gemessen ...was du aus deinem Wissen (wir sagen auch oft Möglichkeiten) machst. Wenn nun das Straßenbahnfahren deine Leidenschaft ist...wäre es besser gewesen du hättest dir niemals so viel Wissen angeeignet. Den Unwissenden wird man feiern...wenn er bis zum Strapenbahnfahrer schafft.
    Ich will damit sagen, dass man in Zukunft vielleicht von dem Anspruch...alle sollten möglichst alles wissen...weg muss. Vielleicht benötigen wir so etwas wie eine "Leidenschaftsforschung" - möglichst früh erkennen und fördern...wofür das Individuum wirklich geschaffen ist.

  11. #36
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Was mit Eifer sucht, was Leiden schafft, ist uns wohl nur zu gut bekannt. Was Mitleid verhindert, ist Mitgefühl. Weil du den Punkt ansprichst, die Forschung, wie Leiden durch Mitgefühl überwunden werden könnte, wurde schon gleistet und ist hier zusammengefasst als Umsonst-Download zu finden:http://www.compassion-training.org/d...0%&height=100%

    Sie haben damit begonnen, Lehrer darin zu schulen, weil sie gehofft hatten, sie würden ihr Wissen an ihre Schüler weitergeben. Als Ergänzung zur gestrigen Traumgeschehensgestaltung nach Gerald Hüther.

    Ein Weiser wurde einmal gefragt, was er vor der Offenbarung seiner offenkundigen Weisheit den ganzen Tag getan habe. "Ich habe meine Felder bestellt, Holz und Wasser in meine Hütte getragen, Feuer gemacht, Essen mit Freude gekocht und mit Freunden mit Freude gegessen".

    "Und was hast Du gemacht, nachdem du die Weisheit gefunden hattest?"

    "Ich habe meine Felder bestellt, Holz und Wasser in meine Hütte getragen, Feuer gemacht, Essen mit Freude gekocht und mit Freunden mit Freude gegessen".

    Richard Feynman, ein "gelernter" Physiker spielte die Bongos in einem Nachtclub und konnte sich dort Inspiration "abholen". Besser, er konnte die rechte Gehirnhälfte in einen intuitiven Denkprozess einbinden. Von Einstein wird gesagt, er hätte zwei Jahre gebraucht, das, was ihm "einfiel", auch aufs Papier zu bringen.

    Einstein soll auch gesagt haben, es sei leicht das Universum zu verstehen. Es sei halt nur schwierig, es zu erklären. Es sind andere "Kernkompetenzen", die zu vermitteln wären, die wirkliches begeistertes Lernen ermöglichen könnten. Die Verbindung von "kommunaler Intelligenz" mit der allumfassenden Intelligenz, die Einstein oder andere anscheinend gefunden haben, könnte durch Mitgefühlstraining leichter gelingen. Doch da gebe ich Dir und Geralt Hüther eindeutig Recht: Die Absicht der Schule ist es, zu unbarmherzigen Einzelkämpfern zu erziehen, die im Wettbewerb die unstillbare Gier nach "Mehr" entwickeln. Doch der Wettbewerb ist streng an das Urteil gebunden, dem Strassenbahnfahrer eine Unterbelichtung anzudichten. Handwerkliche Fähigkeiten bilden sich in den Rindenfeldern des Gehirns in der Form des Humunkulus ab und niemals unterschätze Mensch daher die Intelligenz eines handwerklich geschickten Menschen. Nur, weil jemand "nur" Handwerker ist, oder möglicherweise als "einfacher" Bongospieler zu beobachten gewesen sein könnte, wie bei Feynman, muss jemand nicht gleichzeitig nicht an das allumfassende Intelligenzfeld angekoppelt sein.

    Meine Erfahrung mit Menschen, die von anderen für blöde, naiv, behindert oder gestört einsortiert und bewertet wurden, ist die, dass sich oftmals mehr dahinter verbarg, als die anderen gesehen haben. Gerade diese Außenseiter sind oft besonders smart, trauen sich aber nicht, dieses auch zu zeigen. Nicht, weil sie Angst haben, zu unterliegen. Weil sie Angst davor haben, immer zu siegen und damit in anderen Neid (auf diese oder jene "Fähigkeit") auszulösen. Glücklicher ist hingegen, wer auf den Vergleich als Grundlage einer Urteilsbildung verzichtet und einfach das (finale) Selbst auf dem (temporären) Weg zu sich selbst sieht. Am Ende der Zeit zählt nur das und jeder (in der Zeit wahrgenommene) Unterschied ist ohne jede wirkliche und und daher weiterhin wirksame Bedeutung. Ist die Ursache im Jetzt berichtigt, kann auch die Wirkung (der Zeit) nur noch eine Zeit bestehen.

    Selektiv gewählte Unwissenheit kann daher nur ein temporäres Phänomen der Abwehr der Wahrheit sein. Mitgefühl bedeutet, die vorhandene Fülle zu sehen, statt auf dem Mangel im Gegenüber zu bestehen. Jeder besitzt die Möglichkeit zur Anbindung an eine allumfassende Intelligenz, sonst wäre niemandem irgendwann irgendetwas Neues eingefallen. Die, die manchmal nichts mehr sagen, hätten mehr zu sagen, als die, die ständig etwas sagen, ohne wirklich etwas auszusagen. Bildung bleibt bisher eine Heranführung an Abhängigkeitssysteme ohne die Freiheit, die Kreativität und Spontaneität mit dem CHI-Faktor verbindet, den Gerald Hüther mit Begeisterung umschreibt. Was Schule erschwert, ist die Bewertung von Schülern, die noch alles werden könnten, was ihnen nicht als unmöglich für sie verkauft wurde. Wenn es unmöglich ist, ohne Teilhabe am Konsum zu sein, wird uns ein Abhängigkeitskonstrukt übergestülpt, was Grundlage allen Mangeldenkens abbildet.

    Wir tun dann Dinge, um etwas zu bekommen und begeben uns in die eudämonische Abhängigkeitsfalle der Abwehr alles anderen, was "sonst" möglich wäre. Doch nur dem jeweiligen Urteil noch nicht in den Sinn kam. Daher unser ständiges Abbiegen bei der ersten akzeptabel erschienenden "Lösung" eines Problems und des Wiederkehrens derselben in zumeist nur leicht veränderter Form. Dass unsere Welt vollgepackt mir letztlich gescheiterten Teillösungsansätzen ist, wird besonders im Bildungs- und Gesundheitssystem deutlich. Immer sehen wir Dinge, die zuvor eine Vorstellung in einem Geist abbildeten. Alle Dinge, die wir sehen, spiegeln im Grunde die Ideen wieder, die darüber übereinstimmend geteilt werden.

    Stimmen zwei Wahrnehmungen überein, könnte von einer Realität gesprochen werden, die jedoch nicht immer die Wirklichkeit sein und vor allem, bleiben muss. Stimmt die Wahrnehmung von Schulsystem und Elternschaft darin überein, gewisse "Notwendigkeiten" aufgrund einer noch ungeschehenen Zukunft zum angstvollen Grundparadigma zu erheben, bewirkt dieses Mangeldenken auf keinen Fall wirkliche Begeisterung. Die Angst, wie als Antriebsmittel benutzt wird, lähmt die freie Entfaltung der Fähigkeiten, die "sonst" zur Entfaltung kommen könnten; nur, weil dem Kind ein Name gegeben musste, bevor es selbst wusste, was es wirklich ist.

    Jedes Selbst es selbst sein lassen, könnte Raum für die Entfaltung bisher ungesehener Talente und Fähigkeiten schaffen. Jedes nicht konstruktive, herabsetzende und mitgefühllose Urteil schränkt das mögliche "Sonst-Selbst" unzulässig ein. Das könnte als ein Rüstungsprogramm gegen das Selbst empfunden werden, wollte ich durch ein Urteil meine Befindlichkeit negativ beeinflussen wollen. Da am Ende einfach allen einfach alles wieder eingefallen sein wird, gibt es keinen Grund, an der Intelligenz von irgendwem zu zweifeln. Einen Mensch ich einmal kennengelernt, von dem ich später glaubte, er hätte die Naivität geradezu mit hochntelligenter Bauernschläue vorgeschoben, um zu sehen, wie die Menschen "damit" umgehen würden, wenn er wirklich "so" wäre. Seitdem erspare ich mir das Urteil über Menschen, von denen nur angenommen wird, sie wären in irgendeiner Form "mangelbehaftet". Gelernt habe ich zumindest, dass er zu sehen bekam, was er zu sehen wünschte. Ob jeweils wünschenswert ist, was zu sehen gewünscht wird, ist dabei die entscheidende Frage. Doch diese Übereinkunft über gewisse "Notwendigkeiten" muss bestanden haben, sonst würden wir im Bildungsbereich nicht sehen, was wir jetzt wieder einmal nicht sehen wollen. Welchen grundlegenden "Emotionalvertrag" schließen denn Eltern und Schule hinsichtlich ihrer Kinder übereinstimmend? Ist es nicht ein Vertragswerk mit der Angst als Triebfeder allen Handelns aus Abwehrmechanismen heraus?

    Wir meinten es gut, doch die Begeisterung blieb auf der Strecke und die Angst lähmt fast jede freie Kreativität. Warum es so ermüdend für unseren Körper ist, ständig anscheinend unlösbare Probleme zu wälzen, führt Gerald Hüther anschaulich aus. Statt im Ruhezustand 20 % der Körperenergie zu verbrauchen, nimmt das problembeladene Gehirn gerne auch mal 50 % der körperlichen Gesamtenergie. Der emotionale und der mentale Energiekörper als Informationsstruktur befinden sich ebenfalls unter Höchstlast und versuchen, die energetische Situation zu kompensieren. Was der Dünger für unser Gehirn ist, wird als erfolgreich angewandte Problembewältigungsstrategie angesehen, die erlernt und kopiert wird. Es kann aber auch der Dünger fürs Gehirn sein, der gebildet wird, wenn einer an sich inexistenten Ursache die Wirkmöglichkeit in Zeit, Raum und Unbewusstem entzogen wird.

    Die Eltern haben heute schon Angst um die künftigen Arbeitsplätze der Kinder und die Lehrer sehen die Gefahren ebenso. Das "Wissen", ob wir es bis dahin nicht sogar geschafft haben werden, eine andere Form von arbeitsteiligem System zu entwickeln, dass den Weg von der Idee in die Wirklichkeit auf eine erweiterte Art umsetzt, ist jedoch eine Übertragung der bisherigen Vergangenheit auf die dann nur noch möglich erscheinende Zukunft. Vielleicht wird sich jedoch herausstellen, dass die Gründe, aus denen wir unseren Kindern die gnadenlose Unbarmherzigkeit anerziehen, die Gründe sind, die in uns vorhanden, diese Angst bewirkt haben. Dann würden wir eventuell bemerken, bei den Eltern mit Mitgefühlstraining für sich selbst und gegenüber ihren Kindern beginnen zu müssen. Das Training der gnadenlosen Konkurrenz hingegen ist ein Emotionalvertrag, der in uns wirksam ist und die Kinder mit unseren Ängsten belastet. Mit Ängsten, die die Kinder nicht hätten, würden wir sie nicht damit "antreiben" wollen und damit einem kontraproduktiven Druck auszusetzen. Doch ob die Angst in uns das bewirkt, was für die Kinder bezweckt wird, sollte hinterfragt werden dürfen. Nur durch Freude wird wirklich gelernt. Die Freude, etwas gelernt zu haben, fehlt im kollektiven Spannungsbogen als gelebte Erfahrung nicht einmal wirklich: Wir haben es zumindest einmal gelernt, auf FCKW zu verzichten und unseren Worten auch Taten folgen zu lassen.

    Mit der Casino- und Kleptokratie-Mentalität wurde auch ein Anreiz gesetzt, entsprechende Bildungsergebnisse an Schulen und Universitäten zu erzielen. Kinder, die Mitgefühl entwickeln würden, wären ja quasi "lebensunfähig", doch genau dieses Mitgefühl könnte es sein, dass unsere Lebensfähigkeit bewahrt. Das das Mitgefühl älter als diese Zeit sei, habe ich hoffentlich schon häufiger erwähnt.

  12. #37
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    557 Seiten zum Thema "Mitgefühl", sieh an.

    Zitat Michael

    Sie haben damit begonnen, Lehrer darin zu schulen, weil sie gehofft hatten, sie würden ihr Wissen an ihre Schüler weitergeben
    Klingt als wäre es gescheitert??!

    Mitgefühl lässt sich m.E. nicht mit klassischen Methoden schulen, zudem müssen Aufwand und Ertrag in einem angemessenen Verhältnis stehen. Mitgefühl ist ein Teilaspekt der Empathie, die wiederum gehört zur Überschrift Ethik und Moral. Ich denke man muss aufpassen, dass man nicht alles den Lehrern aufbürdet...aber generell finde ich es natürlich gut...dass es solche Angebote gibt.

  13. #38
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Was als gescheitert zu bewerten wäre, wird erst nach der Zeit des Lernens ersichtlich. Ist wohl eher eine Prozessentwicklung, die angestoßen werden wollte. Alternativ hatten sie wohl auch an Polizisten gedacht...

    Ja, finde ich auch gut, dass es Menschen gibt, die ihr Wissen als Shareware ansehen und bereitwillig mit allen teilen...

    Auch die Meditationen sind nicht wirklich undurchdacht, hab mir aber noch nicht alles andere angesehen.

    Daneben könnte es auch als Aufruf zum Mitgefühl für die Bürden der Lehrer gesehen werden. Weder die Lehrer, noch die Eltern und leider daher auch die Kinder sind nicht frei davon, die Last einer bisherigen Vergangenheit mit sich herumzutragen. Ethik und Moral unter den Prämissen der bisherigen Emotionalverträge zu betrachten, bindet uns an eine Vergangenheit, die dann auch die Zukunft berührt.

    Wie bei Ärzten ist es auch bei Lehrern so, dass sich der beste Lehrer überflüssig macht. Wenn von einem Arzt gesagt wird, er sollte den Patienten so lange von seiner Krankheit ablenken, bis die Natur den Patienten geheilt hat; könnte von Lehrern gesagt werden, sie hätten die Schüler so lange von der Unwissenheit abzulenken, bis die Erkenntnis den leeren Raum mit Weisheit gefüllt hat.

    Ob der Ansatz des Mitgefühls scheitern könnte? Ja, wenn absolute Gerechtigkeit ohne Vergebung gefordert wird. Es wird sogar davon gesprochen, dass dem einmal so gewesen ist und daher das Mitgefühl die Absicht hegen könnte, dass sich liebende Gerechtigkeit ausdehnt. Absolute Gerechtigkeit ließ keinen Raum für Mitgefühl. Bei absoluter Gerechtigkeit wäre niemand unschuldig. Würde liebende Gerechtigkeit das Ziel sein, könnten alle unschuldig bleiben. Nee, niemand ist schuldig, wenn das Mitgefühl die Gerechtigkeit mitregiert. Aber alle sind schuldig, wenn wir absolute Gerechtigkeit fordern. Vergebung ist daher gelebtes Mitgefühl für das Mitgefühl und daher ein Stück weit Empathie mit dem Leben im Gegenüber.

    Wir sollten uns unsere bisherige Blödheit langsam mal vergeben und die Erkenntnis gewinnen, noch eine ganze Menge lernen zu können, so dies von uns gewünscht wäre. Der Glaube, schon gewusst zu haben, wie zu Lehren und zu Lernen wäre, war jedenfalls ein Irrtum

  14. #39
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    AW: Bedingungsloses Grundeinkommen?

    Kampfzone Klassenzimmer....so der Titel der gestrigen Maischberger-Sendung


    Lehrer, Schüler, Eltern, Psychologen, Soziologen...alle kamen sie zu Wort. Fast schon beängstigend...wie sie doch all das bestätigten...das viele Menschen...u.a. auch ich...schon seit Jahren anmahnen.

    2/3 der Studierenden sind zum Studium berechtigt, jedoch nicht befähigt. Diese Größe hört man immer wieder - auch gestern.

    Immerhin scheint man inzwischen verstanden zu haben, dass die Ursachen dafür in der Gesellschaft zu suchen sind. Diese Erkenntnis ist nicht unwichtig, denn zu lange wurde alles der Politik in die Schuhe geschoben. Politiker sind im klassischen und eigentlichen Sinne Befehlsempfänger. Wenn sie von der Gesellschaft keine klaren Aufträge bekommen, dann läuft eben vieles in die falsche Richtung.

    Für den Unternehmer ist der Auszubildende inzwischen zu einer Wundertüte geworden. Die Kinder und Jugendlichen sind aber Opfer, keinenfalls Täter. Opfer eines Systems, das Noten zum alleinigen Indikator für Leistungsfähigkeit machte. Ich behaupte, dass nahezu jeder Mensch zu besonderen Leistungen fähig ist...wenn man ihn richtig steuert und "einsetzt". Wer sich gut aufgehoben fühlt, der wird sich auch gerne einbringen. Man darf die Politik allerdings auch nicht von jeder Schuld freisprechen - auch sie hat ihren Teil dazu beigetragen, dass in Sachen Bildung einiges in falschen Bahnen läuft.

    Zitat anderedimension

    Auch aktuell beklagt die Industrie, dass ...geht es um die absolute Spitze...man im eigenen Land nicht fündig wird - und das obwohl wir so viele Studenten haben wie noch nie. In Sachen Bildung setzen wir auf Masse...weniger auf Klasse. Wir züchten uns Arbeitslose.
    Heute sagen wir unseren eigenen Kindern doch folgendes: "Wenn du nicht lernst und weiterhin den ganzen Tag am der Playstation verbringst, dann endest du entweder bei der Müllabfuhr, oder du wischst den ganzen Tag anderen, alten Leuten den Arsch ab".
    Wir sollten uns alle an die eigene Nase fassen...weniger auf die Politik zeigen. Es gibt so viele "ehrbare" Berufe (in Zukunft "Aufgaben"), die aber als solche nicht (mehr) in unserem Bewusstsein sind. Das (wieder) zu vermitteln ist eine Aufgabe für uns alle. Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Was sind unsere Werte? Simple Fragen, die wir uns so aber gar nicht mehr stellen.

    Aktuell steht Olaf Scholz im Mittelpunkt, denn der hat ein paar Milliarden zu verteilen. Jeder hebt den Finger und meldet seine Ansprüche an.
    In Deutschland...und nicht nur bei uns...geht es eben immer nur ums Geld. Und so wollen wir auch alle Probleme mit Geld lösen. Weshalb ich bewusst naiv frage: Warum gibt es zu Beginn einer Legislaturperiode keinen Verteilungskampf von/um Werte/n?

  15. #40
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Stimmt das so? Den Beamtenstatus abschaffen und Lehrer dem Leistungsprinzip aussetzen, dafür bin ich auch. Wird, setzen sich die EU-Befürworter durch, sowieso so kommen. Das Leistungsprinzip hat ja auch für die Lehrer Vorteile, sofern sie etwas leisten. Das geht aber nicht ohne eine intensive Kontrolle ihrer Arbeit, was ohnehin vonnöten ist. Ein Lehrer hat sich vor allem auch politisch neutral zu verhalten, was wohl aktuell meist nicht der Fall ist. Das gleiche gilt für die Religion, die ein Lehrer allenfalls von der geschichtlichen Seite her beleuchten sollte. Eigene Meinungen und Einstellungen sind hier nicht gefragt.

    Zitat Stern.de

    Deutschlands Lehrer"Mutlos, inkompetent, zu sensibel"


    Professor Udo Rauin bildet selbst Lehrer aus, sein Urteil über sie ist hart. In einer Studie hat er 1100 angehende Lehrer befragt. Sein Fazit: Viele seien für die Schule ungeeignet und könnten sich für ihren Beruf nicht begeistern
     
    https://www.stern.de/tv/deutschlands-lehrer--mutlos--inkompetent--zu-sensibel--3087228.html
     
    Zitat stern.de
     
    "Im Studium wenig engagiert - im Beruf schnell überfordert": Das ist der Titel der Studie von Udo Rauin, Pädagogik-Professor an der Universität in Frankfurt am Main. Über zwölf Jahre lang hat er 1100 Lehrer befragt. Zentrale Aussagen der Studie:
    Lehrer waren hauptsächlich keine guten Schüler und sind Menschen, die sich wenig zutrauen und nicht mutig in die Welt schauen.
    25 Prozent der Studierenden empfanden das Lehramtsstudium als Notlösung und wollten eigentlich nie Lehrer werden.
    Rund 30 Prozent der Lehramtsstudenten haben hedonistische Motive: Sie haben hauptsächlich ihre Freizeitgestaltung vor Augen, wollen ein einfaches Studium absolvieren ("Vermeidungsstudium") und wünschen einen Beruf mit möglichst wenig Arbeitszeit.
    Es finden sich einige Lehramtsstudiengänge, in denen man sich mit insgesamt 14 bis 15 Wochenstunden Arbeitszeit "durchschmuggeln" kann.
    Zwar leiden einige Lehrer am Burnout-Syndrom. Aber ein großer Teil, der über Burnout klagt, ist schlichtweg durch einen Beruf frustriert, den er nicht beherrscht: "Die, die über Burnout klagen, haben wahrscheinlich nie für ihren Beruf gebrannt."
    25 Prozent aller Lehrer sind wenig für ihren Beruf geeignet.
    Als Konsequenz fordert Bildungsforscher Rauin, die Hürden für den Berufseintritt radikal zu erhöhen. Man solle auch den Beamtenstatus komplett abschaffen, denn eine (fast) unkündbare Position locke die falschen Menschen an - nämlich sicherheitsliebende und unkreative Personen.
    Dass seine Aussagen für viel Unmut sorgen, ist klar. "Rauins Fragebogenaktion stellt nichts anderes dar als eine Sammlung subjektiver Befindlichkeiten, die keine Rückschlüsse auf empirische Verhältnisse gestattet", sagt der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg. Eines habe ihn die Erfahrung gelehrt, sagt Rauin: "Lehrer sind viel sensibler als andere Menschen, weil sie am Arbeitsplatz keiner Kritik ausgesetzt sind und sie es deshalb nicht gewohnt sind, mit Kritik umzugehen
     
    Bildung: Schlechte Lehrer, schlechtere Schüler
    Wie durch die Bildungsexpansion die Schulleistungen sanken
    https://www.zeit.de/2018/01/bildung-lehrer-qualitaet-leibnitz-institut-studie



  16. #41
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Stimme Dir weder in der Intention noch in den Folgerungen zu, mein Lieber! Der deutsche Lehrer war in der Vergangenheit der erfolgreichste Vertreter weltweit. Das lag an dreierlei:
    1. seinem Beamtenstatus, der ihm nicht nur wirtschaftliche, sondern auch Lehrfreiheit sicherte, eben unabhängig von denjenigen, die an der Regierung waren;
    2. dem dreigliedrigen Schulsystem mit klarer Selektion, zugleich aber Durchlässigkeit in alle Richtungen, die bei den Schülern nicht nur Leistungswillen, sondern auch Belohnung generierten und
    3. ... (das später, aber es müssen drei sein )

    muß itzt inne Schule, Noten ausrechnen...

  17. #42
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    zu Punkt 1., der Lehrfreiheit



    - was früher mal gut war, das muss nicht zwangsläufig auch heute noch gut sein
    - du überinterpretierst die Lehrfreiheit, denn die bezieht sich ausschließlich auf die wissenschaftliche und künstlerische Freiheit
     

    zu Punkt 2.


    - hat mit dem Thema nur am Rande zu tun
     
    Punkt 3. bist Du mir noch schuldig
     
    ...und deine Kritikfähigkeit hast du auch noch nicht unter Beweis gestellt

  18. #43
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Nein, ich überinterpretiere die Lehrfreiheit nicht. Ich habe an Schulen gearbeitet, an denen genau das immer das Problem war: Eltern, Kollegen und Behörden redeten mir in meinen Unterricht hinein. An meiner itzigen Schule gab es im ersten Jahr ebenfalls Einwände gegen Themen und Inhalte, aber die sind ausgeräumt, und ich kann frei arbeiten. Für die meisten Kollegen ist Lehrfreiheit eher unwichtig. Sie arbeiten ihre Lehrbücher und curricula ab - und gut ist. Leute meines Schlages jedoch verfolgen ein Bildungsziel, dem RRL (Rahmenrichtlinien) und Dekrete selten genügen. Glücklicherweise ist in Ostfalen die Schulbehörde bei aller Kleinlichkeit in formalen Dingen in weltanschaulichen Fragen sehr kulant, was wohl in erster Linie mit unserem Protestantismus zu tun hat - wir haben den hier schließlich erfunden und opponieren grundsätzlich gegen alles, was, dialektisch verschränkt, im Umkehrschluß eben die Behörden dazu erzieht, sich eher weniger in weltanschauliche und inhaltliche Fragen einzumischen. Und damit habe ich den dritten Punkt auch schon weitgehend umschrieben: die Verwaltung. Unsere Verwaltung ist sehr gut. Bei allem Gemecker sind die zahlreichen Bestimmungen sehr gut und hülfreich. Sie verhindern eine Verwäßrung der Qualität.

    Wir haben aber ein grundsätzliches Problem, das uns (in Deutschland) davon abhält, wieder klar die Führung in der Bildung zu bilden: wir müssen in der dritten Bildungsebene, der höheren Bildung, die Universitäten in Freiheit entlassen, ihnen eigene Rechtsbezirke zubilligen, ihnen Freiheit bei allem gewähren. Neben diesem freien Bildungssektor sollte es je Bundesland eine staatliche Universität geben. Eine. Diese eine muß den Erfordernissen des Bundeslandes genügen, also keineswegs eine staatlich normierte Universität sein. Wir sollten uns zudem von Studentenzahlen umme eine Million verabschieden. Wir brauchen das nicht. Aber das vertiefe ich jetzt nicht.

    Kritikfähigkeit liegt im Auge des Betrachters und ist zudem kontextabhängig. Ich bin in etlichen Lebensbereichen kritikfähig. Es sind die Bereiche, die mir ziemlich wurscht sind. In einigen Bereichen jedoch bin ich das in der Tat eher nicht. Das sind die Bereiche, die mir wichtig sind. Das bedeutet jedoch nicht, daß ich nicht zuhören kann. Aber WEM ich zuhöre, hängt von der Achtung ab, die ich empfinde. Es gibt nur einige Menschen, die ich so achte, daß ich ihre Kritik annehme. Allerdings kritisieren die mich eher selten, denn ich bin ja wunderbar. Fragen? Doch das hat mit dem Ordnerthema wohl kaum etwas zu tun.

  19. #44
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Gehört dies hierher...bzw was denkst Du versteckt sich dahinter?
     
    zitat Focus.de
     
    37 Studenten der Stuttgarter Universität Hohenheim haben mitten in einer Prüfung den Saal verlassen - und danach alle ein Attest desselben Arztes vorgelegt - beinahe gleichlautend. Nun geht die Uni dagegen vor.
     
    https://www.focus.de/familie/studium/universitaet-hohenheim-37-studenten-brechen-pruefung-ab-und-legen-wortgleiches-attest-vor_id_9112092.html

  20. #45
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Armut in der Schule"Ich habe mich sogeschämt"
    Klassenfahrten,Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/armut-in-der-schule-was-habe-ich-mich-geschaemt-a-1212438.html

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen...a-1212438.html

    Welch ein Zufall – ich wollte das heute sowieso in diesem Ordner thematisieren, nun gibt es auch einen heutigen Bericht im Spiegel zu diesem Thema.

    Fragen wollte ich, und die Frage gilt immer noch, ob es auch heute noch üblich ist, dass Schüler…die Zuschüsse benötigen…vor der ganzen Klasse einen entsprechenden Antrag stellen müssen?

    Auch wenn ich persönlich nicht davon betroffen war…empfand ich es schon als Schüler in jungen Jahren eine Erniedrigung…wenn Klassenkameraden vor allen Mitschülern solche Anträge…wenn es z.B. um Zuschüsse für Ausflüge…Landschulheimaufenthalte usw ging…stellen mussten. Hatte ich schon als Kind nicht verstanden und würde ich als Erwachsener erst recht nicht verstehen…wenn es denn noch der Fall wäre.

    So oder so, der Spiegelbericht ist interessant. Es kommen sieben Betroffene zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Pädagogen sensibel damit umgehen – hoffe das zumindest.

  21. #46
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Wenn man solche "Geschichten" liest...weiß...dass 300.000 Krippeplätze und 3Millionen Wohnungen fehlen....500.000 Rentner unter der Armutsgrenze leben, es 1,5 Millionen Obdachlose in Deutschland gibt, Pflegenotstand herrscht, immer mehr Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen stehen, dann kann man an unserer Politik auch schon mal zweifeln - gerade weil uns die Politiker ständig etwas anderes einreden möchten. Merkel mag eine gute Außenpolitikerin sein...aber in der Innenpolitik hat sie versagt.


    Aber nicht nur Merkel und ihre Union...auch die Oppositionsparteien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da wird zwar hin und wieder mal auf solche Missstände hingewiesen, aber in den BL...in denen sie mitregieren...da ist es auch nicht besser als in der Gesamtrepublik.Es muss eine LMP her-wie immer diese Partei letztendlich heißt und wer sie verkörpert...das Modell selbst halte ich für alternativlos.
    Geändert von anderedimension (19.06.18 um 17:27 Uhr)

  22. #47
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

     
    Zitat spiegel.online
    http://www.spiegel.de/karriere/beamtete-lehrer-verdienen-bis-zu-275-000-euro-mehr-als-angestellte-a-1214792.html
    Studie aus NRWBeamtete Lehrer verdienen bis zu 275.000 Euro mehr als Angestellte
    Gleiche Arbeit, ungleicher Lohn: Zwischen angestellten und beamteten Lehrern klafft eine riesige Einkommenslücke. Eine Studie beziffert nun den Unterschied - pro Monat und auf das ganze Leben gerechnet.
    Jeder fünfte Lehrer in Nordrhein-Westfalen ist kein Beamter: Auf 160.000 Staatsdiener kommen rund 40.000 Pädagogen mit Angestelltenstatus. Und diese werden beim Gehalt deutlich benachteiligt: Sie bekommen im direkten Vergleich bis zu 1000 Euro weniger pro Monat. Das zeigt eine neue Studie, die im Auftrag der Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer (Schall NRW) durchgeführt wurde
    Abhängig vom Familienstand und der Zahl der Kinder kann demnach ein Unterschied von bis zu 275.000 Euro beim Lebenseinkommen entstehen
     
    Die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie:
     
    Bei den untersuchten Fallkonstellationen betrugen die Lebens-Einkommensunterschiede zwischen verbeamteten und nicht verbeamteten Lehrern zwischen 176.000 und 275.000 Euro. Weil bei der Berechnung davon ausgegangen wurde, dass die Entscheidung für oder gegen eine Verbeamtung erst mit 42 Jahren getroffen wird, dürfte die Differenz noch erheblich höher sein, wenn der Unterschied etwa ab dem 35. oder dem 30. Lebensjahr berechnet würde.
     
    Drastische Gehaltsunterschiede bei den Lehrern könnten zu einer Verschärfung des Fachkräftemangels führen: "Die von den Betroffenen durchgeführten Einkommensvergleiche innerhalb der betrachteten Berufsgruppen führen in letzter Konsequenz zu Unzufriedenheit mit dem Beruf, was im Verlauf zu einem Rückgang der Arbeitsanstrengung führen kann, die gerade im Bildungsbereich nicht tolerierbar wäre", schreiben die Autoren.
    Angesichts dieser Zahlen spricht Schall NRW von einer "Zweiklassengesellschaft im Lehrerzimmer". Und Schall-Vorstandsmitglied Stefan Nierfeld warnt: "Lehramtsabsolventen nehmen inzwischen lukrativere Angebote aus anderen Bundesländern oder aus der freien Wirtschaft an" - angesichts des aktuellen Lehrermangels eine dramatische Entwicklung.
     
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------
     
    Mit "meinen" Themen eile ich scheinbar meist der Zeit voraus. Gibt noch viele weitere Aspekte, die hier gar nicht behandelt werden. Der Beamte hat nicht nur mehr Geld als der Angestellte, er hat auch viel weniger Druck - und somit auch eine viel bessere Lebensqualität. Es gibt m.E. nicht ein einziges Argument dafür...warum ein Lehrer verbeamtet werden sollte. Wenn es ein solches Argument gäbe...dürfte es gar keine Lehrer im Angestelltenverhältnis geben können. Da wir aber jede Menge angestellte Lehrer haben, die ihren Job nicht schlechter machen als ihre verbeamteten Kollegen, kann es kein Pro-Argument für die Verbeamtung geben. Das wissen auch die verbeamteten Lehrer, aber wer sägt schon am eigenen Ast?! In Deutschland liegt so vieles im Argen, da ist dies nur einen Problem von vielen. Man redet aber, will man etwas ändern, nicht von Problemen...sondern von Herausforderung. Herausforderungen wollen gemeistert werden. Und jenen Meister, den suchen wir noch. Wer immer uns künftig auch regieren mag, es mögen doch bitte Reformer mit innovativen Ideen sein.

  23. #48
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Ja, das behauptest Du schon einige Male, daß der Beamtenstatus für Lehrkräfte veraltet und ineffizient, sogar ungerecht sei.

    Ich will das ein letztes Mal thematisieren.

    In der Verfassung von 1867, der besten, die ein Land je sah, wurde dem examinierten Lehrer eine Stelle im Staatsdienst zugesichert. Seither ist der Lehrer, auch aufgrund eines hegelschen Staatsbegriffes, in dem der Lehrer eine große Bedeutung besaß, Teil des objektivierten Geistes, mithin staatstragend. Das bedeutet: Jeder Lehrer ist Teil des Zeitgeistes und verhält sich stets staatskonform, mal eher konservativ im Kaiserreich, mal eher nationalsozialistisch in der Nazizeit, mal eher staatssozialistisch in der DDR, mal eher grundgesetzpatriotisch oder linksgrün heute. Da sich die postmoderne Gesellschaft immer weiter von philosophischen Zielen verabschiedet, was auch hundert "Bildungsoffensiven" nicht ändern können, erscheint der Lehrerberuf in seinem Beamtenstatus nicht nur veraltet, sondern beinahe wie ein Anachronismus, zumal sein äußeres Erscheinungsbild eben linksgrün ist. Und wir wissen ja, wie wenig dieser Geisteszustand mit dem eines Beamten korreliert.

    Der falsche Ansatz zur Behebung des Problems, AD, läge nun nicht darin, dem Lehrer den Beamtenstatus abzuerkennen, sondern darin, den Schulen nicht nur Lehrfreiheit, sondern v.a. wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit zu geben, ihnen zugleich aber eine Grundsicherung zu geben. Auf diese Weise könnten viele Konzepte ausreifen. Dein Weg will eine Liberalisierung der Bildung. Diesen Weg halte ich für falsch. Lehrer müssen sehr gut bezahlt werden, ich schränke jedoch ein: sofern sie im dreigliedrigen Bildungssystem Gymnasiasten ausbilden oder in der Universität arbeiten, also über die Bildungsgrundsicherung hinaus wirken.
    Das aber würde bedeuten, daß man die Zahl der Gymnasiasten einschränken müßte, auf etwa 10% aller Schüler. Und das wiederum würde die Studentenzahlen reduzieren und das wiederum würde etliche Lobbyisten und Gleichstellungsbeauftragte auf den Plan rufen und der Schrei nach mehr von allem würde unermeßlich laut werden - bei heutiger Lage.
    Wenn man aber die Strukturen so beläßt, wie sie eben sind, wird sich das Niveau der Ausbildung weiter absenken und für diesen Fall würde ich Dir zustimmen wollen, daß nämlich verbeamtete Lehrer unsinnig sind.

    Aus subjetiv-idealistischer Sicht habe ich jetzt noch gar nicht argumentiert. Später.

  24. #49
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Ob der Lehrer per se Beamter sein muss, das ist eine Grundsatzfrage. Da gibt es Pro-und-Contra Argumente. Wenn man sich dann aber auf das eine oder das andere geeinigt hat, dann muss man es auch konsequent so anweden. Gerade deshalb werden deine Pro-Argumente, so richtig sie auch sein mögen, in der Praxis ad absurdum geführt...denn auf der einen Seite sagt der Staat "Lehrer sollten aus diesen und jenen Gründen Beamte sein"...während er auf der anderen Seite vielen Lehrern den Beamtenstatus verweigert. Das ist Wischi Waschi Politik - geradezu exemplarisch für die Politik der heutigen Zeit. Wobei ich das nicht auf die Politik alleine schieben möchte. Der "Druck" muss von der Gesellschaft kommen. Aber die, und da könnte ich jetzt hunderte von Beispielen nennen, ist seit 30 Jahren tot.

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