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Thema: Bildung und Erziehung - der Problemordner

  1. #151
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Stimmt das so? Den Beamtenstatus abschaffen und Lehrer dem Leistungsprinzip aussetzen, dafür bin ich auch. Wird, setzen sich die EU-Befürworter durch, sowieso so kommen. Das Leistungsprinzip hat ja auch für die Lehrer Vorteile, sofern sie etwas leisten. Das geht aber nicht ohne eine intensive Kontrolle ihrer Arbeit, was ohnehin vonnöten ist. Ein Lehrer hat sich vor allem auch politisch neutral zu verhalten, was wohl aktuell meist nicht der Fall ist. Das gleiche gilt für die Religion, die ein Lehrer allenfalls von der geschichtlichen Seite her beleuchten sollte. Eigene Meinungen und Einstellungen sind hier nicht gefragt.

    Zitat Stern.de

    Deutschlands Lehrer"Mutlos, inkompetent, zu sensibel"


    Professor Udo Rauin bildet selbst Lehrer aus, sein Urteil über sie ist hart. In einer Studie hat er 1100 angehende Lehrer befragt. Sein Fazit: Viele seien für die Schule ungeeignet und könnten sich für ihren Beruf nicht begeistern
     
    https://www.stern.de/tv/deutschlands-lehrer--mutlos--inkompetent--zu-sensibel--3087228.html
     
    Zitat stern.de
     
    "Im Studium wenig engagiert - im Beruf schnell überfordert": Das ist der Titel der Studie von Udo Rauin, Pädagogik-Professor an der Universität in Frankfurt am Main. Über zwölf Jahre lang hat er 1100 Lehrer befragt. Zentrale Aussagen der Studie:
    Lehrer waren hauptsächlich keine guten Schüler und sind Menschen, die sich wenig zutrauen und nicht mutig in die Welt schauen.
    25 Prozent der Studierenden empfanden das Lehramtsstudium als Notlösung und wollten eigentlich nie Lehrer werden.
    Rund 30 Prozent der Lehramtsstudenten haben hedonistische Motive: Sie haben hauptsächlich ihre Freizeitgestaltung vor Augen, wollen ein einfaches Studium absolvieren ("Vermeidungsstudium") und wünschen einen Beruf mit möglichst wenig Arbeitszeit.
    Es finden sich einige Lehramtsstudiengänge, in denen man sich mit insgesamt 14 bis 15 Wochenstunden Arbeitszeit "durchschmuggeln" kann.
    Zwar leiden einige Lehrer am Burnout-Syndrom. Aber ein großer Teil, der über Burnout klagt, ist schlichtweg durch einen Beruf frustriert, den er nicht beherrscht: "Die, die über Burnout klagen, haben wahrscheinlich nie für ihren Beruf gebrannt."
    25 Prozent aller Lehrer sind wenig für ihren Beruf geeignet.
    Als Konsequenz fordert Bildungsforscher Rauin, die Hürden für den Berufseintritt radikal zu erhöhen. Man solle auch den Beamtenstatus komplett abschaffen, denn eine (fast) unkündbare Position locke die falschen Menschen an - nämlich sicherheitsliebende und unkreative Personen.
    Dass seine Aussagen für viel Unmut sorgen, ist klar. "Rauins Fragebogenaktion stellt nichts anderes dar als eine Sammlung subjektiver Befindlichkeiten, die keine Rückschlüsse auf empirische Verhältnisse gestattet", sagt der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg. Eines habe ihn die Erfahrung gelehrt, sagt Rauin: "Lehrer sind viel sensibler als andere Menschen, weil sie am Arbeitsplatz keiner Kritik ausgesetzt sind und sie es deshalb nicht gewohnt sind, mit Kritik umzugehen
     
    Bildung: Schlechte Lehrer, schlechtere Schüler
    Wie durch die Bildungsexpansion die Schulleistungen sanken
    https://www.zeit.de/2018/01/bildung-lehrer-qualitaet-leibnitz-institut-studie



  2. #152
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Stimme Dir weder in der Intention noch in den Folgerungen zu, mein Lieber! Der deutsche Lehrer war in der Vergangenheit der erfolgreichste Vertreter weltweit. Das lag an dreierlei:
    1. seinem Beamtenstatus, der ihm nicht nur wirtschaftliche, sondern auch Lehrfreiheit sicherte, eben unabhängig von denjenigen, die an der Regierung waren;
    2. dem dreigliedrigen Schulsystem mit klarer Selektion, zugleich aber Durchlässigkeit in alle Richtungen, die bei den Schülern nicht nur Leistungswillen, sondern auch Belohnung generierten und
    3. ... (das später, aber es müssen drei sein )

    muß itzt inne Schule, Noten ausrechnen...

  3. #153
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    zu Punkt 1., der Lehrfreiheit



    - was früher mal gut war, das muss nicht zwangsläufig auch heute noch gut sein
    - du überinterpretierst die Lehrfreiheit, denn die bezieht sich ausschließlich auf die wissenschaftliche und künstlerische Freiheit
     

    zu Punkt 2.


    - hat mit dem Thema nur am Rande zu tun
     
    Punkt 3. bist Du mir noch schuldig
     
    ...und deine Kritikfähigkeit hast du auch noch nicht unter Beweis gestellt

  4. #154
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Nein, ich überinterpretiere die Lehrfreiheit nicht. Ich habe an Schulen gearbeitet, an denen genau das immer das Problem war: Eltern, Kollegen und Behörden redeten mir in meinen Unterricht hinein. An meiner itzigen Schule gab es im ersten Jahr ebenfalls Einwände gegen Themen und Inhalte, aber die sind ausgeräumt, und ich kann frei arbeiten. Für die meisten Kollegen ist Lehrfreiheit eher unwichtig. Sie arbeiten ihre Lehrbücher und curricula ab - und gut ist. Leute meines Schlages jedoch verfolgen ein Bildungsziel, dem RRL (Rahmenrichtlinien) und Dekrete selten genügen. Glücklicherweise ist in Ostfalen die Schulbehörde bei aller Kleinlichkeit in formalen Dingen in weltanschaulichen Fragen sehr kulant, was wohl in erster Linie mit unserem Protestantismus zu tun hat - wir haben den hier schließlich erfunden und opponieren grundsätzlich gegen alles, was, dialektisch verschränkt, im Umkehrschluß eben die Behörden dazu erzieht, sich eher weniger in weltanschauliche und inhaltliche Fragen einzumischen. Und damit habe ich den dritten Punkt auch schon weitgehend umschrieben: die Verwaltung. Unsere Verwaltung ist sehr gut. Bei allem Gemecker sind die zahlreichen Bestimmungen sehr gut und hülfreich. Sie verhindern eine Verwäßrung der Qualität.

    Wir haben aber ein grundsätzliches Problem, das uns (in Deutschland) davon abhält, wieder klar die Führung in der Bildung zu bilden: wir müssen in der dritten Bildungsebene, der höheren Bildung, die Universitäten in Freiheit entlassen, ihnen eigene Rechtsbezirke zubilligen, ihnen Freiheit bei allem gewähren. Neben diesem freien Bildungssektor sollte es je Bundesland eine staatliche Universität geben. Eine. Diese eine muß den Erfordernissen des Bundeslandes genügen, also keineswegs eine staatlich normierte Universität sein. Wir sollten uns zudem von Studentenzahlen umme eine Million verabschieden. Wir brauchen das nicht. Aber das vertiefe ich jetzt nicht.

    Kritikfähigkeit liegt im Auge des Betrachters und ist zudem kontextabhängig. Ich bin in etlichen Lebensbereichen kritikfähig. Es sind die Bereiche, die mir ziemlich wurscht sind. In einigen Bereichen jedoch bin ich das in der Tat eher nicht. Das sind die Bereiche, die mir wichtig sind. Das bedeutet jedoch nicht, daß ich nicht zuhören kann. Aber WEM ich zuhöre, hängt von der Achtung ab, die ich empfinde. Es gibt nur einige Menschen, die ich so achte, daß ich ihre Kritik annehme. Allerdings kritisieren die mich eher selten, denn ich bin ja wunderbar. Fragen? Doch das hat mit dem Ordnerthema wohl kaum etwas zu tun.

  5. #155
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Armut in der Schule"Ich habe mich sogeschämt"
    Klassenfahrten,Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/armut-in-der-schule-was-habe-ich-mich-geschaemt-a-1212438.html

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen...a-1212438.html

    Welch ein Zufall – ich wollte das heute sowieso in diesem Ordner thematisieren, nun gibt es auch einen heutigen Bericht im Spiegel zu diesem Thema.

    Fragen wollte ich, und die Frage gilt immer noch, ob es auch heute noch üblich ist, dass Schüler…die Zuschüsse benötigen…vor der ganzen Klasse einen entsprechenden Antrag stellen müssen?

    Auch wenn ich persönlich nicht davon betroffen war…empfand ich es schon als Schüler in jungen Jahren eine Erniedrigung…wenn Klassenkameraden vor allen Mitschülern solche Anträge…wenn es z.B. um Zuschüsse für Ausflüge…Landschulheimaufenthalte usw ging…stellen mussten. Hatte ich schon als Kind nicht verstanden und würde ich als Erwachsener erst recht nicht verstehen…wenn es denn noch der Fall wäre.

    So oder so, der Spiegelbericht ist interessant. Es kommen sieben Betroffene zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Pädagogen sensibel damit umgehen – hoffe das zumindest.

    Wenn man solche "Geschichten" liest...weiß...dass 300.000 Krippeplätze und 3Millionen Wohnungen fehlen....500.000 Rentner unter der Armutsgrenze leben, es 1,5 Millionen Obdachlose in Deutschland gibt, Pflegenotstand herrscht, immer mehr Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen stehen, dann kann man an unserer Politik auch schon mal zweifeln - gerade weil uns die Politiker ständig etwas anderes einreden möchten. Merkel mag eine gute Außenpolitikerin sein...aber in der Innenpolitik hat sie versagt.


    Aber nicht nur Merkel und ihre Union...auch die Oppositionsparteien haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da wird zwar hin und wieder mal auf solche Missstände hingewiesen, aber in den BL...in denen sie mitregieren...da ist es auch nicht besser als in der Gesamtrepublik.Es muss eine LMP her-wie immer diese Partei letztendlich heißt und wer sie verkörpert...das Modell selbst halte ich für alternativlos.

  6. #156
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

     
    Zitat spiegel.online
    http://www.spiegel.de/karriere/beamtete-lehrer-verdienen-bis-zu-275-000-euro-mehr-als-angestellte-a-1214792.html
    Studie aus NRWBeamtete Lehrer verdienen bis zu 275.000 Euro mehr als Angestellte
    Gleiche Arbeit, ungleicher Lohn: Zwischen angestellten und beamteten Lehrern klafft eine riesige Einkommenslücke. Eine Studie beziffert nun den Unterschied - pro Monat und auf das ganze Leben gerechnet.
    Jeder fünfte Lehrer in Nordrhein-Westfalen ist kein Beamter: Auf 160.000 Staatsdiener kommen rund 40.000 Pädagogen mit Angestelltenstatus. Und diese werden beim Gehalt deutlich benachteiligt: Sie bekommen im direkten Vergleich bis zu 1000 Euro weniger pro Monat. Das zeigt eine neue Studie, die im Auftrag der Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer (Schall NRW) durchgeführt wurde
    Abhängig vom Familienstand und der Zahl der Kinder kann demnach ein Unterschied von bis zu 275.000 Euro beim Lebenseinkommen entstehen
     
    Die wichtigsten Ergebnisse der Gehaltsstudie:
     
    Bei den untersuchten Fallkonstellationen betrugen die Lebens-Einkommensunterschiede zwischen verbeamteten und nicht verbeamteten Lehrern zwischen 176.000 und 275.000 Euro. Weil bei der Berechnung davon ausgegangen wurde, dass die Entscheidung für oder gegen eine Verbeamtung erst mit 42 Jahren getroffen wird, dürfte die Differenz noch erheblich höher sein, wenn der Unterschied etwa ab dem 35. oder dem 30. Lebensjahr berechnet würde.
     
    Drastische Gehaltsunterschiede bei den Lehrern könnten zu einer Verschärfung des Fachkräftemangels führen: "Die von den Betroffenen durchgeführten Einkommensvergleiche innerhalb der betrachteten Berufsgruppen führen in letzter Konsequenz zu Unzufriedenheit mit dem Beruf, was im Verlauf zu einem Rückgang der Arbeitsanstrengung führen kann, die gerade im Bildungsbereich nicht tolerierbar wäre", schreiben die Autoren.
    Angesichts dieser Zahlen spricht Schall NRW von einer "Zweiklassengesellschaft im Lehrerzimmer". Und Schall-Vorstandsmitglied Stefan Nierfeld warnt: "Lehramtsabsolventen nehmen inzwischen lukrativere Angebote aus anderen Bundesländern oder aus der freien Wirtschaft an" - angesichts des aktuellen Lehrermangels eine dramatische Entwicklung.
     
    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------
     
    Mit "meinen" Themen eile ich scheinbar meist der Zeit voraus. Gibt noch viele weitere Aspekte, die hier gar nicht behandelt werden. Der Beamte hat nicht nur mehr Geld als der Angestellte, er hat auch viel weniger Druck - und somit auch eine viel bessere Lebensqualität. Es gibt m.E. nicht ein einziges Argument dafür...warum ein Lehrer verbeamtet werden sollte. Wenn es ein solches Argument gäbe...dürfte es gar keine Lehrer im Angestelltenverhältnis geben können. Da wir aber jede Menge angestellte Lehrer haben, die ihren Job nicht schlechter machen als ihre verbeamteten Kollegen, kann es kein Pro-Argument für die Verbeamtung geben. Das wissen auch die verbeamteten Lehrer, aber wer sägt schon am eigenen Ast?! In Deutschland liegt so vieles im Argen, da ist dies nur einen Problem von vielen. Man redet aber, will man etwas ändern, nicht von Problemen...sondern von Herausforderung. Herausforderungen wollen gemeistert werden. Und jenen Meister, den suchen wir noch. Wer immer uns künftig auch regieren mag, es mögen doch bitte Reformer mit innovativen Ideen sein.

  7. #157
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Ja, das behauptest Du schon einige Male, daß der Beamtenstatus für Lehrkräfte veraltet und ineffizient, sogar ungerecht sei.

    Ich will das ein letztes Mal thematisieren.

    In der Verfassung von 1867, der besten, die ein Land je sah, wurde dem examinierten Lehrer eine Stelle im Staatsdienst zugesichert. Seither ist der Lehrer, auch aufgrund eines hegelschen Staatsbegriffes, in dem der Lehrer eine große Bedeutung besaß, Teil des objektivierten Geistes, mithin staatstragend. Das bedeutet: Jeder Lehrer ist Teil des Zeitgeistes und verhält sich stets staatskonform, mal eher konservativ im Kaiserreich, mal eher nationalsozialistisch in der Nazizeit, mal eher staatssozialistisch in der DDR, mal eher grundgesetzpatriotisch oder linksgrün heute. Da sich die postmoderne Gesellschaft immer weiter von philosophischen Zielen verabschiedet, was auch hundert "Bildungsoffensiven" nicht ändern können, erscheint der Lehrerberuf in seinem Beamtenstatus nicht nur veraltet, sondern beinahe wie ein Anachronismus, zumal sein äußeres Erscheinungsbild eben linksgrün ist. Und wir wissen ja, wie wenig dieser Geisteszustand mit dem eines Beamten korreliert.

    Der falsche Ansatz zur Behebung des Problems, AD, läge nun nicht darin, dem Lehrer den Beamtenstatus abzuerkennen, sondern darin, den Schulen nicht nur Lehrfreiheit, sondern v.a. wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit zu geben, ihnen zugleich aber eine Grundsicherung zu geben. Auf diese Weise könnten viele Konzepte ausreifen. Dein Weg will eine Liberalisierung der Bildung. Diesen Weg halte ich für falsch. Lehrer müssen sehr gut bezahlt werden, ich schränke jedoch ein: sofern sie im dreigliedrigen Bildungssystem Gymnasiasten ausbilden oder in der Universität arbeiten, also über die Bildungsgrundsicherung hinaus wirken.
    Das aber würde bedeuten, daß man die Zahl der Gymnasiasten einschränken müßte, auf etwa 10% aller Schüler. Und das wiederum würde die Studentenzahlen reduzieren und das wiederum würde etliche Lobbyisten und Gleichstellungsbeauftragte auf den Plan rufen und der Schrei nach mehr von allem würde unermeßlich laut werden - bei heutiger Lage.
    Wenn man aber die Strukturen so beläßt, wie sie eben sind, wird sich das Niveau der Ausbildung weiter absenken und für diesen Fall würde ich Dir zustimmen wollen, daß nämlich verbeamtete Lehrer unsinnig sind.

    Aus subjetiv-idealistischer Sicht habe ich jetzt noch gar nicht argumentiert. Später.

  8. #158
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Ob der Lehrer per se Beamter sein muss, das ist eine Grundsatzfrage. Da gibt es Pro-und-Contra Argumente. Wenn man sich dann aber auf das eine oder das andere geeinigt hat, dann muss man es auch konsequent so anweden. Gerade deshalb werden deine Pro-Argumente, so richtig sie auch sein mögen, in der Praxis ad absurdum geführt...denn auf der einen Seite sagt der Staat "Lehrer sollten aus diesen und jenen Gründen Beamte sein"...während er auf der anderen Seite vielen Lehrern den Beamtenstatus verweigert. Das ist Wischi Waschi Politik - geradezu exemplarisch für die Politik der heutigen Zeit. Wobei ich das nicht auf die Politik alleine schieben möchte. Der "Druck" muss von der Gesellschaft kommen. Aber die, und da könnte ich jetzt hunderte von Beispielen nennen, ist seit 30 Jahren tot.

  9. #159
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    AW: Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    Zitat Zitat von ala Beitrag anzeigen
    anregung vielleicht an die lehrer unter uns:

    englischlehrerin meiner kinder hat unter der hp der schule ein intranet eingerichtet, samt forum, für das jedes kind passwort. dort stellt sie ihre arbeitsaufträge ein, später die lösungen; die kinder ihre referate und vokabellisten. ist eigentliche gute idee. könnte man auch für kranke schüler die hausaufgaben einstellen und die hefteinträge. kranke lehrer könnten von zu hause aus weiter arbeitsaufträge geben. ist ausbaufähig! z.b. nachhilfe für schlechte schüler, anhand deren fehler, die ja dem lehrer am besten bekannt sind, er gezielt die lücken auffüllen könnte. für die unterforderten besten schüler könnte man zusatzaufgaben zum weiterdenken.

    wäre ich lehrer, würd' ich das machen
    Genau das machen zur Zeit viele Lehrer in der BRD - ich nehme an, auch andernorts. Zwangsläufig. Die Digitalisierung des Schulbetriebs wird durch CV vorangetrieben.

    Meine Erfahrungen sind eher negativ: Für den Deutsch-, Geschichts-, Ethik- und Philosophie-Lehrer ist das anstrengender als Unterricht. Sehr viel mehr anstrengender. Jedes Kind muß hinsichtlich seiner Leistung formal, methodisch und inhaltlich eingeschätzt werden. Korrekturen sind nur über längere Zeiträume möglich. Fehler schleifen sich ein, können nicht im Unterrichtsgespräch korrigiert werden. Die Intensität der Arbeit nimmt von Tag zu Tag ab, beim Lehrer bleibt sie, weil der immer mehr korrigieren muß. Lernen ist keine digital zu organisierende Angelegenheit, sondern so was von analog. Persönliche Einflußnahme fällt beinahe völlig aus. Statt dessen mengen sich die Eltern ein, die von allem und bei allem die richtige Meinung besitzen.
    Und was die Fremdsprachen betrifft: Will der Lehrer dann jeden einzelnen mündlich befragen? Wie lange soll das dauern?
    Kurzum: Kurzzeitig zur Aufrechterhaltung eines Niveaus ist so eine Form von Fernunterricht akzeptabel, aber schon bei der Vermittlung von Neustoff funzt das nicht.

    P.S. Leider scheint zur Zeit auch mein Hoster Probleme mit der Verarbeitung von größeren Dateien zu haben. Ich kann meine vor Jahren produzierten Lehrvideos nicht anbieten. Sehr ärgerlich.

  10. #160
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Was wir jetzt in der Krise improvisieren...das ist in Südkorea schon seit zehn Jahren der Standard. Dort hat das Tablet längst die Schulbücher abgelöst...gibt es die digitale Nachhilfe...bzw können sich kranke Kinder daheim in den Unterricht einloggen. Deutschland ist in vielerlei Hinsicht ein Entwicklungsland. Was uns (noch) rettet...das ist unser Geld.

  11. #161
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Du hast das nicht richtig gelesen. Es ist kein Vorteil, wenn sich ein Kind von zu Hause in den Unterricht einloggt oder überhaupt die Digitalisierung der Schule fortgeschritten wird. Und was die Asiaten betrifft: Bislang haben sie zwar in den mathematischen Disziplinen ihre Leistungen erbracht, sind aber nicht in der Lage, zusammenhängende Texte zu verstehen, auch nach Jahren nicht. Und das, mein Lieber, liegt u.a. an dem von Dir so gepriesenen technologischen Fortschritt. Ein Mensch lernt in der Kommunikation, der Auseinandersetzung, innert eines sozialen Spannungsfeldes und im Dialog mit dem Lehrer, nicht aber von zu Hause aus am Bildschirm, überhaupt ist das Bildschirmlernen eine sehr begrenzt wirksame Angelegenheit, viel zu wenig haptisch. Es lullt ein und erweckt einen Schein von Macht. Es ist keineswegs nachhaltiges Lernen, sondern punktuelles.

  12. #162
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Nein, Du hast nicht richtig gelesen...denn

    Was wir jetzt in der Krise improvisieren...das ist in Südkorea schon seit zehn Jahren der Standard. Dort hat das Tablet längst die Schulbücher abgelöst...gibt es die digitale Nachhilfe...bzw können sich kranke Kinder daheim in den Unterricht einloggen. Deutschland ist in vielerlei Hinsicht ein Entwicklungsland. Was uns (noch) rettet...das ist unser Geld.
    Die digitalen Mittel/Medien ersetzen nicht den Schulunterricht...sie ergänzen bzw erleichtern ihn. Ein krankes Kind in Deutschland versäumt Stoff...ein in Südkorea erkranktes Kind nicht unbedingt- darum geht es. Außerdem gibt es keinen vernünftigen Grund...warum ein Kind heute noch Schulbücher schleppen muss...das ist Mittelalter.

  13. #163
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Ich habe das schon richtig gelesen. Diese Art von Beschulung bringt gar nichts. Nimm das einfach mal hin. Deutsche Kinder jedenfalls funktionieren so nicht. Und außerdem: wenn ein Kind krank ist, ist es krank. Was soll die Belastung durch Unterricht? Das Tragen von Schulbüchern ist zudem ein wichtiger Vorgang. Es vermittelt dem Kind ein Verantwortungsgefühl und ist keineswegs mittelalterlich. Man sollte allerdings Siebenjährige nicht mit zwanzig Kilogramm durch die Welt laufen lassen. Ein digitaler Datenträger kann kein Schulbuch ersetzen. Du scheinst keine Ahnung von dem zu haben, wovon Du da schreibst.

  14. #164
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Gestattet mir, dass ich auch meinen Senf beisteure. Warum ein entweder, oder?

    Es kann nur das sowohl, als auch geben. Schließlich laufen die Schüler ja heute auch nicht mehr mit Schiefertafeln herum. Ich erinnere mich an meine Oberstufenzeit Anfang der 70-er Jahre. Da kamen die ersten Taschenrechner auf. Kaufte mit einen TI-SR-50 oder sowas. Kostete damals noch umgerechnete 350,-- € !!!! Da gabs große Diskussionen, ob wir den im Unterricht verwenden dürfen!

    Es spricht gar nichts gegen Laptop und Tablet in der Schule. Aber nicht als Ersatz für Buch und Lehrer, sondern als Ergänzung. Und viele Bücher sind tatsächlich überflüssig und unnötiger Waldverbrauch, zudem meist nicht aktuell. Und, die Kids müssen lernen, mit dem Computer und dem Netz umzugehen. Also, Reclamheft UND Tablet.

  15. #165
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Notizen Junius 2020

    btw: keine Ahnung, wo das hinsoll, aber ich finde, dieses Interview mit André Stern (dem Sohn von Arno Stern) sollte jeder mal gelesen haben, sofern er sich mit Schule/Bildung beschäftigt. Beide waren u.a. Hauptakteure in der preisgekrönten Reportage "Alphabet - Angst oder Liebe" von Erwin Wagenhofer, einer Betrachtung unseres Bildungssystems.

  16. #166
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Zitat aerolith

    Ich habe das schon richtig gelesen. Diese Art von Beschulung bringt gar nichts. Nimm das einfach mal hin
    warum sollte ich das so hinnehmen?!?...ist eine Vermutung deinerseits...mehr nicht. Das südkoreanische Schulsystem ist vermutlich das erfolgreichste der Welt - also von "nichts bringen" kann keine Rede sein.

    Und außerdem: wenn ein Kind krank ist, ist es krank.
    Blödsinn...warum sollte zB ein CV-19 infiziertes Kind, das keine oder kaum Symptome zeigt...nicht von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen?
    Das gleiche gilt für viele andere Krankheiten auch.

    Das Tragen von Schulbüchern ist zudem ein wichtiger Vorgang. Es vermittelt dem Kind ein Verantwortungsgefühl und ist keineswegs mittelalterlich.
    Du trägst doch heute auch kein halbes Schwein mehr auf den Schultern...sondern holst Dir nach Bedarf
    portionsweise das Fleisch beim Händler. In kaum einem Unternehmen arbeitet man heute noch mit Katalogen und Papier. Glaubst Du auch hier, dass den Mitarbeitern kein Verantwortungsgefühl übermittelt wird?!? Das Gegenteil ist der Fall!

    Du scheinst keine Ahnung von dem zu haben, wovon Du da schreibst.
    Verfügte ich statt über Wissen nur über eine Ahnung...würde ich mich vermutlich gar nicht erst zu diesem Thema äußern.

  17. #167
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Wie viele Südkoreaner kennst Du, die in den letzten tausend Jahren irgendwas von Weltbedeutung hervorbrachten? Wie viele Erfahrungen hast Du mit ostasiatischen Schülern? Wenn Du die hast, reden wir auf Augenhöhe weiter.

  18. #168
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Was verstehst Du unter Weltbedeutung?----und von welcher Epoche redest Du?

    Ich rede vom Heute...vom Hier und Jetzt. Was letztendlich aus Bildung entsteht, das hat mit vielen unterschiedlichen Faktoren zu tun...und steht auf einem anderen Blatt. Grundsätzlich aber ist Südkorea eine aufstrebende Nation. Hyundai kennen die meisten nur als Automarke, aber zur Firma gehört zB auch die größte und modernste Werft der Welt. Und die Samsung Gruppe beschäftigt über 300.000 Menschen. Klar können die mit Deutschland nicht mithalten...weil sich 200 Jahre in 10 Jahren nicht aufholen lassen...aber auch weil die Kultur eine ganz andere ist.

    Zitat aerolith

    Wie viele Erfahrungen hast Du mit ostasiatischen Schülern? Wenn Du die hast, reden wir auf Augenhöhe weiter.
    Die Fragestellung ist schon falsch - es müsste Schulen und nicht Schüler heißen...denn wir reden vom "System". Also: wie lange hast Du an ostasiatischen Schulen unterrichtet? Die Antwort lautet vermutlich " nicht einen einzigen Tag". Das heißt...wir sind in dieser Frage auf Augenhöhe.

    Die Pisa Ergebnisse der letzten 20 Jahre lasse ich mal bewusst weg...denn die sind eine Art Totschlagargument FÜR die ostasiatischen Schulen....

    In Korea gab es schon im 4. Jahrhundert Schulen (für die Eliten))...während bei uns bis ins Mittelalter schulische Bildung ein Privileg der Geistlichen war.

    Wovon die Koreaner sicherlich auch heute noch profitieren...das ist von der Besatzungszeit durch die Japaner und später durch die Amerikaner. Da haben wir in der BRD genau das Gegenteil davon...wo in einem föderalistischen System sich jedes Bundesland in seinem eigenen Mikrokosmos bewegt. Die Corona-Krise hat die Schwächen dieses Systems klar aufgezeigt.


    Zitat handelsblatt.com

    Lehrer haben große Not mit dem digitalen Lernen

    Die meisten Lehrer haben Angst vor der Technik oder kein pädagogisches Konzept – zeigt eine Bitcom-Umfrage. Viele sind aber gewillt zu lernen.
    https://www.handelsblatt.com/politik...KfiHhQ5Xhq-ap4
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    da ist es kein Wunder, dass man sich gegen ein System... wie in Südkorea praktiziert... wehrt - weil man es sich nicht zutraut...
    Geändert von anderedimension (29.06.20 um 10:58 Uhr)

  19. #169
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Es gibt ganz einfache Parameter, die die Güte eines Schulsystems zeigen. Zum einen ist da die Leistung in bezug auf das Zurverfügungstellen von Schulabschließern für den Arbeitsmarkt, zum anderen die internationale Wettbewerbsfähigkeit und zum dritten schließlich Leistung der Eliten, die über das Nationale hinausgreift. In lediglich einem der genannten bereiche kann Ostasien mit uns mithalten, nämlich in dem Bereich, der das Zurverfügungstellen von Schulabschließern (ich sage nicht -absolventen) für den nationalen Arbeitsmarkt betrifft. Der ostasiatische Arbeitnehmer muß disziplinierter sein als der deutsche. Das hat viele Gründe, aber einen ganz gewiß nicht, nämlich einen mutmaßlich historischen. Deiner Theorie zufolge müßte dann ja Japan v iele bekannte Erfindungen gemacht haben, müßte auf vielen Gebieten führend sein oder schlichtweg etwas geleistet haben, was über die Bedeutung für Japan hinausreicht. Hat es aber nicht. Auch die japanischen Schüler werden nur für die in den japanischen Betrieben notwendige kollektive Leistungsbereitschaft erzogen und ausgebildet.
    Die PISA-Studien sind KEIN Totschlagargument für die Güte eines Bildungssystems, sondern eher sein Gegenteil. Gemessen werden die einstudierten, eingeprügelten Techniken und Fakten. Erfahrungsgemäß sind bei solcherart Tests immer Mädchen und Asiaten bevorteilt, weil die oft Dinge lernen, aber nicht verstehen, was sie da lernen.
    ...das ist meine Erfahrung mit asiatischen Schülern: Sie sind in der Lage, mathematische Probleme zu lösen, sind einfallsreich, wenn es um die Füllhöhe ihres Geldbeutels geht, aber unfähig, solche Dinge wie eine Nebensatzkonstruktion, eine antithetische Verschränkung oder einen kategorischen Imperativ zu verstehen. Das liegt an ihrer Spracherfassung. Sie sind Analytiker (wie die Engländer, deswegen lernen Chinesen auch schnell Englisch), aber keine Synthetiker. Sie können Dinge auseinandernehmen und dann wieder zusammensetzen, aber sie können oft nicht über dieses Niveau hinaus denkend-kreativ sein. Sie können imitieren, können sogar ein einmal verstandenes System repetieren, aber sie sind nicht in der Lage, einen Gedanken zu antithetisieren, nur einem Muster können sie hier folgen. Ich hoffe, ich lerne mal Ostasiaten kennen, bei denen das anders ist. Ich denke, es wird sie geben. Meine bisherigen Erfahrungen jedoch...

    Noch die zweite und dritte Güteprüfung: Gutbetuchte Chinesen schicken ihre Besten nach Deutschland, um sie dort ausbilden zu lassen. Der umgekehrte Weg wird nicht eingeschlagen. Wenn es einmal Deutsche nach China verschlägt - wie einige meiner Nichten und Neffen -, dann verlieren diese an intellektueller Spannkraft. Ein merkwürdiges Phänomen. Meine Nichte kann sehr gut Englisch, Chinesisch und Koreanisch sprechen, sagt man mir (ich kann das nicht beurteilen), hat aber Schwierigkeiten, sich präzise in Deutsch auszudrücken. Einfache Nebensatzkonstruktionen werden von ihr im Gespräch nicht erkannt. Ich bemerke es, weil ich zurückfragen und erklären muß. Deutsche Manager gehen nach China und können dort sehr erfolgreich sein. Umgekehrt ist mir kein Fall bekannt, was nichts bedeuten mag, aber es ist ein Indiz.

    Kurzum, unser von 68ern und anderen Linksgrünen weitgehend nivelliertes und zerstörtes Bildungssystem ist immer noch viel besser als das in den ostasiatischen Ländern. Wir bringen zwar seit etwa fünfzig Jahren nichts mehr zustande, aber wenn ich wetten müßte, wo demnächst wichtige Lebensfragen gelöst und fundamental neue Entdeckungen zuerst gemacht werden, dann würde ich nicht auf Ostasien setzen.

    Und wenn die Corona-Krise etwas zeigte, dann dies, daß unser föderales System ein gutes ist.

  20. #170
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Kurzum, unser von 68ern und anderen Linksgrünen weitgehend nivelliertes und zerstörtes Bildungssystem ist immer noch viel besser als das in den ostasiatischen Ländern. Wir bringen zwar seit etwa fünfzig Jahren nichts mehr zustande, aber wenn ich wetten müßte, wo demnächst wichtige Lebensfragen gelöst und fundamental neue Entdeckungen zuerst gemacht werden, dann würde ich nicht auf Ostasien setzen.
    Ich würde jedenfalls eher auf Ostasien setzen als auf Deutschland. Die "Dichter und Denker" sind am Aussterben! Der Deutsche verblödet immer mehr bzw. wird verblödet. Da steckt auch ein Stück weit Methode dahinter.

    Meine grundsätzliche Meinung zu unserem Bildungssystem kennst Du ausreichend, ich bin da auch stark durch meine Mentorin und "reiche Mutter" Vera Birkenbihl geprägt und teile auch viele Thesen von R.D. Precht, den Du ja bekennenderweise nicht sonderlich magst. Ich kenne zwar auch symphatischere Menschen, aber er ist zumindest ehrlich und ein anständiger Mensch und sorgt sich tatsächlich mehr um die Zukunft unserer Gesellschaft als um sein Ego und dafür hat er meinen Respekt.

    Fakt ist, daß unser Bildungssystem nur eine Aufgabe hat: Kinder auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und Erfüllungsgehilfen zu generieren, die Aufträge ohne zu hinterfragen wie ein Roboter ausführen.
    Ich bin - ebenso wie Vera, wie Precht oder Gerald Hüther - der Meinung, Aufgabe der Schule sollte es sein, Menschen auf das leben vorzubereiten und nicht auf den Arbeitsmarkt. Ds fehlt in der (Standard-)Schule jedoch praktisch komplett! Ich behaupte einfach mal so, daß 90% von dem, was in der Schule gelehrt wird, komplett für'n Arsch ist! Somit verschwendet das Kind in seiner wichtigsten Entwicklungsphase mind. 9 Jahre seines Lebens! In der Schule wird nichts gelehrt, sondern nur geleert (nämlich die Köpfe unserer Kinder) und mit tonnenweise nutzlosem Wissen vollgestopft, welches jeder Schüler bei Bedarf innerhalb von Sekunden im Internet recherchieren können (mit einem Handy kann heutzutage schließlich praktisch jedes Kind umgehen). Welchen Sinn macht es also, solche Fakten zu unterRICHTEN?

    Es müßten vielmehr Grundlagen erklärt und gesunder Menschenverstand trainiert werden, alles andere kann sich ein Kind bei Bedarf selber beibringen. Es wurde ja durch Bildungsforscher bereits nachgewiesen, daß 98% aller Kinder hochbegabt zur Welt kommen, mit Mitte 20 (also nach Abschluß der Uni) sind es jedoch nur noch 2%! Was ist mit den 96% während der Schulzeit passiert? Sie wurden unterrichtet oder vielmehr ge-bzw. gleichgerichtet, beschult, vom natürlichen Lernprozeß abgehalten. Denn der Mensch lernt immer und überall, von allem und jedem! Wie Andre Stern im oben schon verlinkten Beitrag sagte: man kann nicht nicht lernen!

    Der Mensch bringt genau 4 Eigenschaften mit zum Lernen, nämlich NASE:
    - Neugier
    - Abenteuerlust
    - Spieltrieb
    - Entdeckungsgeit

    Diese 4 Tugenden werden in der Schule jedoch systematisch zerstört! Du hast doch selber schon Cashflow gespielt. Ich habe bei meinem ersten mal Cahsflow-spielen in 2h mehr über Wirtschaft, Geld und Ökonomie und das Leben allgemein gelernt als in 2,5 Jahren BWL-Studium!

    Dazu kommt noch "Teamgeist" als ein wesentliches Kriterium für persönliche Entwicklung, aber das wird höchstens noch hier und da im Sportunterricht gefördert, ansonsten wird das Kind von kleinauf auf Konkurrenz getrimmt statt auf Kooperation! So bleibt es später immer schön abhängig von seinem Arbeitsplatz und ist seinem Arbeitgeber daher "treu ergeben" wie ein Sklave.

    Stell Dir doch mal vor, es kommt, was irgendwann kommen muß (weil Arbeitsplätze im klassischen Sinn immer mehr der Digitalisierung und der Automatisierung zum Opfer fallen): ein bedingungsloses Grundeinkommen/Grundversorgung (BGE/BGV)

    Wofür sollte Schule dann noch gut sein?

    Wobei ich bei meiner Kritik natürlich auch einräume, daß das Bildungssytem da nicht alleine dran schuld ist, sondern auch der "moderne Medienkonsum" und gesellschaftliche Werte da eine große Rolle spielen! Über die Presse haben wir ja schon an anderer Stelle diskutiert, die Unterhaltungsindustrie (wo produktive und soziale Menschen diskriminiert und Einzeller lanciert werden) und v.a. auch die Werbung geben dem Kind dann den Rest! Wenn es dann auch noch das Pech hat, aus einer Familie zu kommen, wo die Eltern arbeitsbedingt kaum Zeit für das Kind haben oder diesem aus eigener mangelnder Bildung/Erfahrung/Erziehung heraus nichts Brauchbares beibringen können, und in einem asozialen Umfeld aufwächst, dann ist Versagen doch im Grunde fast schon vorprogrammiert!

    Ein Kind braucht ein optimales Umfeld, um sich optimal zu entwickeln. Und das System sorgt aus niederen Beweggründen dafür, daß genau so ein Umfeld nicht entstehen kann!

    Deutschland, mir graust vor Dir, wenn unsere Generation mal ausgestorben ist und die Dummen regieren müssen, weil niemand anderes mehr da ist...

    BWG Wirbel

  21. #171
    Kurzvormabschussiger Avatar von WirbelFCM
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Grad im Netz gefunden und für relevant befunden
    Das soll nicht heißen, daß Parallelogramme unwichtig sind oder keine Daseinsberechtigung hätten, aber im Vergleich zu bspw. Steuern doch irgendwie nicht ganz so wichtig fürs Leben

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