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Thema: Bildung und Erziehung - der Problemordner

  1. #51
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Erziehungsordner

    Bildungslücken bei Kindern als Vorwurf? Na aber! Eichst Du etwa Wissen?


    Es gibt diesen berühmten Text aus Babylon, ca. 4000 Jahre alt, einer der ersten uns bekannten Menschheitstexte. Darin wird der Verfall der Jugend beklagt, daß sie sich nur Spielen, Suff und Pouri-pouri widme. Ja ja, daran hat sich wohl nichts geändert und wird sich wohl auch nichts ändern. Warum auch? Was treibt den Menschen an? Ich kann an Gifts scheinlinkem Geschwafel überhaupt nichts Menschheitsförderndes erkennen, eher das Gegenteil: Uniformierung des Denkens, Abfragementalität, Kanonisierung und Konsolidierung von Prozessen, Selektion auch, ja, Willieh. Allerdings ist unser Bildungssystem so übel nicht, wenn es Leute wie mich nicht nur aushält, sondern sie sogar in führenden Positionen arbeiten läßt, und das erfolgreich.

    Ich glaube, pädagogische Tätigkeit muß nur auf die Willensbildung zielen. WISSENSLÜCKEN gibt es immer. Und selbst der dümmste Fachidiot wird in seinem Fach nicht alles wissen. Was soll das überhaupt für ein Ziel sein? (Damit verkenne ich nicht die Notwendigkeit der Erlernung von Grundwahrheiten wie der, daß die Erde eine Scheibe ist - und innen hohl.)

    Ich lese gerade Schillers Briefe. Wollen wir uns über seine Orthographie unterhalten - Und sage jetzt keiner, es gäbe 1790 keinen Duden, es gab einen Adelung, an den sich Goethe und Schiller gleichermaßen halten wollten, deshalb aber trotzdem in einem Brief Hoffnung mal so, mal so schrieben, Hofnung. Wie wär's mit einem Ausflug in den Satzbau? Oder hat der Mann gar eine Dativschwäche, die aber gegen Kleists Dativitis gar harmlos ausfällt? Oder Goethe oder Nietzsche oder Rembrandt... Die haben alle Bildungslücken in den Gebieten, in denen sie uns Heutigen als Klassiker, Meister, Genies... gelten.
    Das Schulmeisterlein Wutz dagegen beherrscht vielleicht den Einsatz des Dativs. Nun, muß ich noch mehr sagen?

  2. #52
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Das ist ja das Problem, dass die Demenz gewollt ist.


    Die einen holen einen Elektriker, um eine Glühlampe zu wechseln - eine schwäbische Trulla, die sich entsetzt zeigte, als ich meinen Fön aufschrauben wollte (in der Regel haben sich nur ein paar Haare im Lüfter festgesetzt, wenn er streikt) konnte ich nur beruhigen, indem ich sagte, ich hätte eine Ausbildung dafür.


    Die Orientierungslosigkeit ist gewollt, mit der offiziellen Begründung "wenn alle auf den Zehenspitzen stehen, sieht auch keiner was" - womit gemeint ist, dass man Bildung verhindern muss, weil sonst die Drängelei um die guten Jobs zu groß wird.


    Und vor allem die Ost-Kinder muss man kleinhalten - der Osten hat trotz schlechterer Einkommenslage der Eltern bei PISA besser abgeschnitten - dahinter vermutet man "andere Traditionen der Lehrer", den Stoff zu vermitteln..


    Als ich in einem Pädagogik-Seminar bezüglich Lernstrategien sagte, es gibt doch diese Reime wie "mit, nach, aus, von, zu, seit, bei schreibe stets Fall Nummer drei" - schaute ich in offene Münder angehender Deutschlehrerinnen, die mich fragten, bei wem ich Deutsch-Didaktik belegt hätte. Ähmm - das war meine Deutschlehrerin in der Unterstufe (heute Grundschule)..


    Und das Problem bei der Kindererziehung ist, dass man als Erwachsener fast jeden Müll auswendig lernen und wieder vergessen kann, die Kinder aber müssen sich erst in der Welt orientieren - und so isses dann..


    w.

  3. #53
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    ich kann das nur bestätigen. die demenz gibt es und sie ist gewollt. den kindern ists recht, aber sie kommen sich auch langsam dumm vor.


    nach meiner erfahrung liegt es schon an den lehrern. soweit ich das bis jetzt erkennen konnte v e r m i t t e l n sie wissen nicht mehr, sondern stellen kurz den stoff vor, befehlen die vermittlung als hausaufgabe ins selbststudium und fragen am nächsten tag ab. die übrige stunde wird das wissen, das zu hause selbst ermittelt werden sollte, angewendet. sie sprechen schnell und leise, haben ziemlich unleserliche handschriften und tafelanschriebe, beantworten aus mi?trauen den "störenden" kindern gegenüber keine fragen mehr, tun also dienst nach vorschrift und überlassen die erarbeitung des wissens den kindern selbst. wer darin scheitert ist halt nicht geeignet.
    daran finde ich am dümmsten, daß den lehrern nicht selbstreflexiv klar wird, was jedem der kinder klar ist, daß die lehrer überflüssig sind. sie bringen nichts mehr bei. kindgerecht erklärt wird dann zu hause, was töchterchen zu der frage veranlaßte, warum die lehrer denn nie den einen verständlichen satz sagten, sondern dreißig sätze darum herum. in abstrakter erwachsenen-sprache.
    "ihr müßt euch das so vorstellen, als ..." und dann eine kindergartenmäßige erklärung - das käme wenigstens an. auch wenn im brain nur sehr begrenzter raum für schule frei ist, weil man die pubertät irgendwie überleben muß. die weltlage. intrigante freundinnen.


    ich bin unlängst auf einem elternabend sehr angegriffen worden, weil ich zu sagen wagte, das verbot von klassenfahrten -weil sonst angeblich zu viele stunden der mitfahrenden lehrer ausfielen- sei nur vorgeschoben, denn tatsächlich fielen die meisten stunden wegen laufender lehrerfortbildungsseminare aus. "Ja, wenn wir die nicht machen würden, dann hätten wir ja lehrmethoden aus der steinzeit und die können Sie doch nicht wollen!"
    "doch - genau die will ich, da haben die kinder wenigstens noch etwas gelernt und nicht pseudoalibi-pädagogik wie skill und stuhlkreisbefragungen, wie sie sich zu hause am besten alles selbst beibringen"
    "na - mein kind ist an so einer steinzeitschule (humanistisches gymmie), da kann ich Ihnen was erzählen..."
    "ja, vermutlich haben Sie es deswegen dorthin gegeben.." irgendetwas nachlautes folgte


    es ist nicht aufgabe der eltern, als nachhilfslehrer zu fungieren.


    es ist aber - und das ist der zweite grund für die demenz - auch nicht aufgabe der lehrer, die kinder nachzuerziehen, also ihnen beizubringen, daß sie während des unterrichts nicht aufstehen und herumgehen, sachen werfen. dauerwitze hineinrufen, sich im schrank verstecken oder einfach das klassenzimmer verlassen. eine gewisse häusliche höflichkeit sollte schon mitgebracht werden. wird sie aber hier nicht, so daß die kinder dem seitens der lehrer erfolgenden restunterricht auch nicht wirklich folgen können, weil es zu laut ist und zu viele störungen.


    das erlebnisfeld schule, dem in vielen pädagogischen seminaren nachgegangen wird, die dienstleister-mentalität eines managements kann nicht den pädagogischen eros ersetzen, der im miteinander erarbeiten und pauken, im unbegrenzt fragen dürfen und im spielerischen kräftemessen entsteht. ein ort, an dem das lernen im mittelpunkt stehen sollte, denn viele soziale probleme ergeben sich nicht, wenn die kinder die erfahrung machen können, daß sie gut sind, daß sie etwas können. sie können sichs aber nicht selbst zu hause beibringen. das scheinen die lehrer hier vergessen zu haben.


    die noten sind zufallsprodukte. hat sich das kind vorbereitet, sind sie gut. wenn nicht, dann nicht. bei uns hat die arbeit der eltern darauf keinen einfluß.
    der fünfer in religion kommt von zweimal unvorbereitet ausgefragt werden. der zweier in mathe vom stundenlangen üben zu hause.


    deutsch ist sowieso ein sonderfall. da stimme ich willy ausdrücklich zu.
    mir hätte übrigens: "Anfangs war er betrunken von hoffnung und furcht gleichermaßen.." ausdrücklich gut gefallen. aber mit deutschlehrern muß man eben leben.


    auf selbstdenken kann das schulsystem keine rücksicht nehmen. darauf ist es nicht ausgerichtet. dies muß sache der häuslichen erziehung bleiben.

  4. #54
    Tochter aus gutem Hause
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    Lightbulb Der Lehrer- und Schulordner - Ideen, Probleme, Systemfragen

    anregung vielleicht an die lehrer unter uns:

    englischlehrerin meiner kinder hat unter der hp der schule ein intranet eingerichtet, samt forum, für das jedes kind passwort. dort stellt sie ihre arbeitsaufträge ein, später die lösungen; die kinder ihre referate und vokabellisten. ist eigentliche gute idee. könnte man auch für kranke schüler die hausaufgaben einstellen und die hefteinträge. kranke lehrer könnten von zu hause aus weiter arbeitsaufträge geben. ist ausbaufähig! z.b. nachhilfe für schlechte schüler, anhand deren fehler, die ja dem lehrer am besten bekannt sind, er gezielt die lücken auffüllen könnte. für die unterforderten besten schüler könnte man zusatzaufgaben zum weiterdenken.

    wäre ich lehrer, würd' ich das machen

  5. #55
    rodbertus
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Meine Tochter Charlotte beschwerte sich eben, daß in meinem Forum Worte wie Itzenplitz und Hotzenplotz nicht den ihnen entsprechenden Raum fänden. Auch käme Ballett nur einmal vor.

    Sie hat recht. Wir kramen viel zu oft im entlegensten Winkel nach Unbrauchbarem. Dabei ist so eine Ballettschuhspitze am Fuße eines rumpligen Räubers doch sehr viel poetischer als die wichtigste historische Wahrheit.

  6. #56
    rodbertus
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    die bedeutung des kindelchens liegt wohl vor allem darin, daß es erfreut, es erzieht das elternteil gleich mit. frohheit des herzens.

    sagt töchterchen doch eben, daß es sich um mich sorgen mache. frage ich, warum. sagt es, ich laufe in den letzten tagen so traurig umher. darauf ich: es ist ja auch nicht so einfach, zwei gute freunde zu verlieren, mit denen man zwanzig jahre verbrachte. fragt sie, zwei? sage ich, der eine hat mich um viel geld betrogen, der andere mich beschimpft. und dann sagte ich, nach einigem nachdenken, daß alles seine zeit habe. und wie ich das sagte, obwohl ich es schon seit ein paar tagen denke, wurde mir wohler ums herz. töchterchen spürte das und wurde dann auch froher, beruhigter.

    gut.

  7. #57
    rodbertus
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Eine wichtige Frage für Halbwüchsige ist die, ob es einen Gott gibt, wobei hier die eigentliche zeremonielle Ausrichtung recht nebensächlich bleibt, aber die Frage, ob es einen Gott gibt, ist fundamental für die Lebenssicherheit. Es spielt dabei nicht eigentlich die wichtige Rolle, ob diese Frage bejaht oder verneint wird. Nun ja. Vielleicht doch. Es kann hier vieles falsch gemacht werden, denke ich. Ein auf sein Kind einprügelnder Theist ist mir da aber noch allemal lieber als ein gleichgültiger Atheist, der es seinem Kind freistellt, hier im Stile Rousseaus eine eigene Meinung zu artikulieren. Ich halte das für eine Pflichtverletzung. Glücklicherweise sterben die meisten der Einprügler oft vor ihrer Zeit, während die Kinder meist etwas werden; die indifferenten Eltern haben in späteren Zeiten sehr oft diesbezügliche Vorwürfe ihrer Adlaten zu hören. Ich weiß da aber nicht, was besser ist.
    Das ist meine Erfahrung.

    Ich zähle mich allerdings nicht selbst zu den Prüglern, eher zu den Naseweisen. Heutiges Gespräch zwischen meiner Tochter und mir:

    Kind: Papa, was ist, wenn es keinen Gott gibt?
    Papa: (nach einigem Nachdenken) Ich hatte einen Religionslehrer, der antwortete auf meine naseweise Frage, was Gott vor der Erschaffung der Welt getan habe, was aufs gleiche zielt wie deine Frage: "Er saß in einem Birkenwald und schnitt Ruten für Leute, die solche Fragen stellen." Das ist eigentlich von Luther, wie er mir danach versicherte, aber wohl eine ziemlich gute Antwort.
    Kind: Luther ist cool.

  8. #58
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    in der tat kann man hier vieles falsch machen und das scheint mir hier die indoktrination. ich habe immer vom standpunkt aus erzogen, daß das erzogene in der pubertät abgestoßen werden muß. wenn man also will, daß etwas danach bleibt, darf man es nicht vorher zwingen wollen, sollte aber die guten samen legen und selbst zeichen setzen. wenn man hier den archaischen zugang zu gott in einer vorbewußten bilderzeit nicht legt, hat mans verpasst.
    wirklich traurig ist, wenn man den ganzen kulturellen raum nicht vermittelt, den kirche für europa öffnete, gleich schlimm, den raum nicht vermittelt, den sie verschloß. wenn jemand nicht weiß, wer christus ist, fehlt ihm nicht nur etwas wertvolles (was mich eigentlich nicht berühren muß), sondern auch ein großteil geschichtlicher bildung und narration.

  9. #59
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Erwachsene brauchen auch manchmal einen Bruch.
    Vor allem, wenn sie sich unbotmäßig in das Leben ihrer
    Kinder und Enkel einmischen.


    Never sagt DIE nochmal was über die Lebenspläne ihrer Enkel,
    nicht in diesem dummfrechen Stil.


    Oder trägt die Namen Volljähriger ungefragt in Listen ein..


    Gibts doch gar nicht!

  10. #60
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Problemfall:



    Großes Kind muß (häusliche Pflicht) die Wäsche der Familie waschen.
    Kleines Kind vergißt Stick (so ein kleiner MP3-Player) in seiner Hosentasche.
    Großes Kind wäscht Stick mit. Stick kaputt.

    Großes Theater. Wer ist schuld?

    Mama aus dem fernen Potsdam antwortet: Hallo Ihr..

    Also.

    Ich habe mir folgendes überlegt:
    1. Conrad braucht den Stick für seine Musik und andere sinnvolle Beschäftigungen. Also bin ich dafür, dass er einen neuen bekommt.
    Mit der Garantie wird es eh nix - die Sticks werden eingeschickt, und die suchen dann nach Programmierfehlern etc., weil die Technik noch neu ist. Also würden sie es eh mitbekommen.

    2. Wir sind alle schuld:

    - Ich bin schuld, weil ich euch Kinder zu sehr verwöhnt habe.
    - Papa ist schuld, weil er euch den sorgsamen Umgang mit Technik nicht beigebracht hat.
    - Lotti ist schuld, weil sie nicht in der Hose nachgeschaut hat.
    - Conrad ist schuld, weil er nicht auf seine Sachen aufgepasst hat.

    Also gibt jeder 20 Euro, sind zusammen 80 Euro, und die Sache ist erledigt,
    es wird ein neuer Stick gekauft.

    Okay??

    Mama.


    Wir haben verstanden. Und ich habe begriffen, daß ich immer, egal wann und wo, daß ich also immer schuldig bin. Und zahlen muß. Erinnert das irgendwen an die weltpolitische Situation? Mich schon.

  11. #61
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    da hast du nix begriffen. keiner ist schuld, du schon gar nicht. im gegenteil: alle haben gewonnen


    alle zusammen lernten, daß man von zeit zu zeit loslassen muß, was am wichtigsten scheint. zum einen, weil es nicht das wichtigste ist (die familie ist gesund und lebt), zum anderen, um lassen zu lernen. läßt man nicht freiwillig, zwirbeln die nornen die fäden und verdrehen alles so, daß etwas verloren geht. platz für neues ist. zum beispiel für diesen klugen brief der mama und die intensive diskussion. bereits die ist unbezahlbar! es gibt nicht mehr viele eltern, die mit ihren kindern statt ärger neue spiele machen.


    also: styx (vergessen) und einen neuen stick an jedem tag. will man einen verlust tatsächlich vermeiden (nicht anzuraten), so werfe man jeden tag ein wichtiges von sich, um dem schicksal zu zeigen, daß man mit ihm einverstanden ist


    sind so bayerische weisheiten am land.

  12. #62
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    ja, so betrachtet hat xenophilia recht, meine meinung:


    conrad hat schuld (zu 80%) und Lotti auch (zu 20%). Warum?


    Weil männer, deren wäsche von frauen gewaschen wird, nie vorher ihre taschen leeren, bevor sie die kleidungsstücke zur wäsche freigeben. ich kenne das und dann vergißt man, ach nein, frau, in der eile auch mal ihre eigenen taschen, vorzugsweise gefüllt mit zellstofftaschentüchern.


    Lotti weiß nun, daß sie immer, ohne ausnahme, vorher alle taschen kontrollieren sollte, um derartiges zu vermeiden.


    da fällt mir auf: robert hat doch auch schuld, du warst deinem sohn bestimmt ein beispiel, also vorbild, beim umgang mit schmutzwäsche. schmunzel.


    was solls, ist nur technik und geld, ändern kann man es eh nicht mehr, hauptsache alle leben noch und die idee von mama find ich sehr kollektiv, irgendwie. (ach ja, hat so was salomonisches, es wird geteilt, worum sich "gestritten" wird, und der der die schuldfrage stellte muß nun auch ran. hihi

  13. #63
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    so gesehen, legt Sandra den finger an die richtige stelle:


    der ganze verlust ist überhaupt nur deswegen eingetreten, weil die arbeit ungerecht verteilt war.
    bei uns am land wäscht jeder seine eigene wäsche.
    früher ist die lange liegen geblieben, dann gabs eine party im waschsalon, mit essengehen derweil im nebenliegenden wienerwald, ein wenig shopping und langen unterhaltungen am trockner. dann wünschten sich die kinder doch eine waschmaschine. den wunsch erfüllte ich ihnen gern und seither waschen sie mit begeisterung. sohn wünschte sich aus unerfindlichen gründen noch ein bügelbrett und ich fürchte, er spart noch auf ein kleines zum hemdsärmelbügeln. ich kümmere mich um schmutzige wäsche nicht und um die saubere auch nicht. da entwickelten sie eigene rationalisierungs- fließbänder bis in die schrankfertigkeit. ja, sohn zeigte mir einmal voller begeisterung den zwei griffe trick, ein hemd zusammenzulegen. das ist sehr kompliziert anzuschaun, funktioniert aber blitzschnell und sah er im internet. ich finde schmutzige wäsche zu persönlich und intim. meine eigene wasche ich natürlich auch selbst, aber ich schmutze kaum.


    das ganze dient also dazu, die waschverhältnisse neu zu regeln. ich sags ja: jeder verlust ist ein segen!
    lotti: on strike!

  14. #64
    rodbertus
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Ostfalen hat nach den letzten pisa-bewertungen den größten entwicklungssprung gemacht und sich in bundesdeutschland vom zwölften auf den siebenten platz gehievt. da wir früher aufstehen als die anderen, wird es nicht beim siebenten platz bleiben.



    wir arbeiten daran. ich auch. (mußte mich erst kürzlich gegen bildungsfeindliche eltern und lehrer durchsetzen, als es kein einsehen gab, in den ferien, Wilhelm Meister, Geisterseher und Rilke zu lesen.)

  15. #65
    kls
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Interessant, was dieser Ordner so hergibt. Da ich Anfangs einige Beiträge beigesteuert hatte, möchte ich Euch einen kleinen Zwischenbericht geben. Zur Erinnerung: Meine Tochter kam mit 15 aus Korsika, von Mama zu Papa. Viel-viel Probleme, aber ALLE gelöst. Sie kifft dosiert, hat einen netten Freund, hat sich innerhalb eines Jahres von Notendurchschnitt 5 auf 2 hochgearbeitet, hat die Solostimme beim Beatlesprojekt der Schule gehalten (Toll, über 60 Musiker auf der Bühne und sie singt die Lieder, welche meinerzeit noch von meinem Musiklehrer als Schund abgetan wurde...)


    Morgen fliegt sie für 3 Wochen zu ihrer Mutter nach Korsika, ich weiß gar nicht, womit ich so eine tolle Tochter verdient habe. Vielleicht, weil ich ohne Konzept gewuselt habe, sie aber deutlich mitbekam, wie ich (aus Liebe) für ihre Interessen kämpfe.


    Wehe, sie entwickelt sich noch zum Streber

  16. #66
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    ich werde immer mal wieder auf dieses thema gestoßen, es gibt sie, diese immer währende befasse, zumeist im stillen, manchmal aber, angestoßen von einem klugen gedanken, kommen die kleinen grauen zellen auf touren und suchen sich ein ventil, bei mir, zumal gerade ferien sind, in form dieser zeilen.

    fahrner - ich lese gerade seine geistreiche abhandlung über die begegnungen hölderlins mit schiller und jöthe - schrieb um 1925, daß die wissenschaft aus nährerinnen der bildung zu feindinnen wurden. "Sie unterhöhlen von Jahr zu Jahr entsetzlicher die Grundlage jeder menschlich-geistigen Wachstums, indem sie eine einheitliche Erfassung der Welt, eine einheitliche Anschauung des Lebens unmöglich machen."

    der mann hat zweifellos recht, aber was nützt es? was bedeutet es für den pädagogen? die selbstaufgabe. der pädagoge wird zum vermittler von teilwahrheiten und überläßt es dem schüler, sich selbst die versatzstücke zusammenzusetzen, die - will man fahrner glauben - eben doch kein ganzes mehr ergeben können bzw. niemals zu einem ganzen zusammengesetzt werden können.
    ich glaube aber auch, daß es aufgabe des menschen ist, eben nur den wunsch nach zusammenhängendem denken zu entwickeln und stets zu streben, nicht immer, aber eben in maßen. das streben richtet sich nicht auf erkenntnis, wer das so begreift, verlernt das leben, es richtet sich auf ganzheitsschau, zu der erkenntnis gehört, aber eben nicht nur. und begreife sich jeder doch als teil des ganzen, finde seinen platz darin, seinem inneren ordnungsgefühl entsprechend. das muß doch pädagogik leisten. wenn sie dagegen mit dem anspruch auftritt, die welt zu erklären, wie sie sich im kleinsten zusammensetzt, dann wird sie scheitern müssen.

  17. #67
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    was mich daran stört, ist der pädagoge als beurteilender platzanweiser. da lasse ich mir lieber von ihm die welt erklären, das hielte ich dann doch für seinen richtigen platz im ganzen mir gegenüber. sehen lernen, das genügte. den platz im ganzen erobert man sich selbst mit trial and error, letztlich dort, wo einen die anderen gebrauchen können, um nicht im ego abgekapselt und nicht in der beliebigkeit aufgesogen zu sein. anpacken und zuarbeiten, wo es das ganze fördern kann. für das für.

  18. #68
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    Was für Töne. Tst, tst, tst...


    Hier bin ich als Experte für Verweigerung jeglicher Fremdstrukturierung gefragt. Denn den Fehler Trial & Error habe ich seinerzeit voller Enthusiasmus begangen. Die Erwachsenen mit all ihren guten Absichten wollten mir ja in erster Linie kein Wissen vermitteln, sondern aus mir Einen von ihnen machen. Bockmist und Verweigerung waren meine stets hochgezogenen Zugbrücken.


    Doch das menschliche Wissen ist nicht mehr, auch als Genie, autodidaktisch erfassbar, ja, noch nicht einmal erahnbar. Auch das Überleben in einer Hochtechnologiegesellschaft erlernt man besser strukturell denn intuitiv. Es ist definitiv zu komplex. Wer keinen Input der zivilisierten Art zulässt verbaut sich seine Changen und bekommt auch keinen zivilisierten Output hin. DAS sage ICH - das größte Neinchen der Welt. Vernünftiges Programmieren erlernt man auch nicht indem man die Handbücher wegschmeißt.


    Wenn ich mehr Input zugelassen hätte, müsste ich mich nicht auf die Rolle des Verfemten beschränken.

  19. #69
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    man kann wohl nur begeisterung wecken und viel anbieten. selber machen lassen. fremdstrukturierung weckt nicht den kern des einzelnen kindes, der dann in die zugbrücken und die rebellion des ewigen nein gezwungen wird, oft mit physischen auswirkungen.
    versuch und irrtum sind ja kein bewußt begangener fehler, sondern ergeben sich beim Leben automatisch. man bewegt sich und schon gibts reaktionen. an denen hangelt man sich durch. aus diesem grund ist tadel sinnloser als lob, welches die steine der unsicherheit aus dem weg rollt. tadel türmen gebirge, markieren aber den "irrtum".
    wissen als bildungsgut ist sinnlos. nur mit begeisterung verinnerlichtes wird ja überhaupt behalten. wie man und wo man wissen findet ist aber schon wichtig. die eigentliche arbeit ist die wertung von wissen, also die fähigkeit, eine eigenen meinung zu dem gefundenen haben, manipulationen zu durchschauen, freien willen zu bilden.
    ich denke das humanum ist wichtig: aufeinander eingehen, sich ernst nehmen, wissen lassen, zusammen sichten, freilassen und gegebenenfalls stützen, wo der andere eine schwäche hat und das will. nichts anderes verfestigen die regeln der zivilisation.
    nur aus dem sichten kann begeisterung erwachen. die treibt das kleine wesen dann schon von selbst weiter wohin es will, wohin es muß. weil es ihm gemäß ist von innen heraus.
    die einzig wirklich aufgabe eines pädagogen ist nur, den kern nicht kaputtzumachen. jede fremdstrukturierung ist aber genau diese gefahr.

  20. #70
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    fremdstrukturierung ist notwendig und sinnvoll. sie liegt in der verantwortung von eltern und erziehern gleichermaßen. wenn sie ausbleibt und das kind quasi sich selbst überlassen wird, wird die gesellschaft die strukturierung übernehmen - was sie ja sowieso schon zu einem gutteil übernimmt -, dann werden die falschen und schnellen lebenshülfen aus funk und fernsehen angenommen, die den lieben kleinen eine scheinwelt vorgaukeln und sie für diese gefügig machen wollen.
    fremdstrukturierung ist dann schlecht und schädlich, wenn sie ohne liebe und sympathetie erfolgt, wenn also überanstrengte eltern oder unterbezahlte pädagogen nur ihren job erledigen und sich nicht um das bibbernde einzelweschen bekümmern.
    tadel und lob bilden eine einheit. nur loben ist so gefährlich wie nur tadeln. zu streng erziehen... das maß ist entscheidend, prinzipiell aber ist die klare strukturierung NOTWENDIG - nichts anderes.
    der irrtum gehört zum leben.
    wissen ist nicht sinnlos. wissen und bildung gehören zusammen, aber nurwissen, faktizität, schafft dilettanten oder fachidioten. beides ist unschön, aber lauf des alltäglichen und für eine funktionierende wirtschaft von größter wichtigkeit. wenn pro jahrgang eine handvoll gebildeter menschen die schule oder das elternhaus verläßt, ist viel gewonnen. begeisterung für die fronarbeit des ansicharbeitens wecken, dazu bedarf es eben der strukturierung, in die hinein das wissen faellt und sich verankern läßt.
    der pädagoge hat eben mehr als die aufgabe des nichtzerstörens. ich bin kein rousseau-jünger, glaube nicht daran, daß man nur lassen muß, die natur lassen muß, d.i. nichts anderes als ein raubtierkonzept, vulgärmaterialismus. das ist mir zu willfährig und - ja - verantwortungslos. aber ich glaube auch nicht an die unbedingte wahrheit eines pädagogischen konzepts; es ist eine sache der liebe. nichts anderes. wer und was aber liebt, das fordert auch und will bilden.

  21. #71
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    das sind kluge klarstellungen.
    die gefahr der gesellschaftlichen strukturierung ins vakuum besteht zweifellos. ich setze hier nur den akzent und vielleicht die wörter anders: wissen lassen beinhaltet offenlegung meiner inneren strukturen für das kind. halt nur ohne zwang, diese übernehmen zu müssen. ferner das durchschauen von gesellschaftlichen manipulationen. damit ist ein kind ganz gut gerüstet.
    es muß aber durchaus auch mit der gesellschaft umgehen lernen. es von allem fernzuhalten, was in den eigenen augen falsche struktur ist, bewirkt eine obsession sobald das kind außer haus ist.


    aber recht hast du, natürlich alles eine frage des maßes. der liebe ja - aber wer zusieht wie viel zwanghaftes eltern aus liebe für ihre kinder tun ohne auf das kind selbst einzugehen, ist da sehr vorsichtig, im namen der liebe alles freizustellen. da ist schon auch vieles kaputtgegangen.


    ein kind auf dauer sich selbst überlassen ist etwas anderes als ein kind sich selbst sein lassen. das erste meinte ich nicht. das wäre in der tat unverantwortliche gleichgültigkeit. ständige rufbereitschaft und einsatzwille meinte ich, der sich gleichzeitig gebremst geben muß und allzeit bereit.


    kurzum ist mir ein ungebildetes kind lieber als ein kaputtgemachtes. bildung kann man jederzeit nachholen. heilung ist schwerer.


    die diskussion mit dir verläuft hier ein wenig ungerecht dir gegenüber und schief, weil du unter anderen verhältnissen lehrer sein kannst als die lehrer an städtischen schulen hier, die ich vor augen habe, wenn ich pädagoge höre. ich halte dich da für einen ausnahmefall.
    auch ein schlagwort wie liebe meint bei dir sicher anderes und richtigeres als es im normalen gebrauch ist. ich habe aber väter und mütter gesehen, die sicher ihre kinder auf ihre art lieben, das will ich ihnen nicht absprechen, die aber dennoch nur im befehlston mit ihren kindern reden oder sie beständig heruntermachen und klein halten, um unangefochten in der eigenen autorität zu stehen.
    in dieses feld meine ich auch, was ich zu lob und tadel sagte. schwimmen die kinder in einem becken aus achtung und liebe, so können sie auch unbeschönigt kritik ertragen. sind sie völlig verunsichert durch ständiges tadeln, geht jede kritik bei einem ohr hinein und beim anderen raus. sie machen eben zu. wichtig ist halt die eigene meinung ehrlich zu sagen. das vertrauen in ehrliche resonanz ersetzt dann das punkten, wieviel lob oder kritik und ob sich das jetzt auch die waage hält.

  22. #72
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    ich sehe mich ja nun eher noch in der reihe der "kinder" oder "lieben kleinen". außer meiner sicht sind sowohl wissen als auch der umgang damit (meinung, freiheit, selbständiges denken) wichtig und sollte von pädagogen gelehrt werden.
    ich kann von glück sagen, daß meine eltern mich haben machen lassen. Man stelle sich vor, daß kind kommt mit einer fixen idee nach hause, erzählt diese den eltern, bekommt dann deren meinung und klugen rat (aus ihrer erfahrung heraus), vielleicht auch eine art verbot, aber sie sagen, mach mal, wirst schon sehen. und das kind macht und macht damit seine erfahrung, wenns ein fehler war, hat es gelernt und auch gemerkt, daß die eltern nicht unrecht hatten. so war es oft bei mir und ich bin ganz froh darüber, daß ich machen konnte und mir meine eltern relativ viel freiheit gelassen haben.
    für mich ist es heute noch unheimlich wichtig, mir von einer person mit mehr lebenserfahrung einen rat zu holen. eine richtung und auch alternativen vorgegeben zu bekommen ist meiner meinung nach für einen jungen menschen in keiner weise schädlich, sofern dies nicht diktatorisch erfolgt. platzanweisen, inkl. alternativen, vielleicht mit einem hinweis zu vor- und nachteilen geben. den rest kann sich das "kind" selbst denken und dann machen.

  23. #73
    rodbertus
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    das meinte ich eigentlich nicht, dieses ratgeben betrifft etwas ganz anderes. ich sprach von strukturen, grobstrukturen, nicht von alltagsbewältigung oder grundsatzentscheidungen über das weitere leben.
    ich glaube nicht daran, daß man jemandem einen rat geben kann. aber manchmal hilft es schon, nur mit einem menschen seines vertrauens zu sprechen. sicherlich.
    in diesem ordner ist von pädagogischen problemen die rede, also von fragen der kindererziehung. daß wir alle kinder geblieben sind, will ich hoffen, doch bleiben wir hier bitte bei der problematik von erziehung von kindern im engeren sinne.

  24. #74
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    hm, dachte schon, daß mich meine eltern in eine gewisse struktur einwiesen, zumal die pädagogische seite der schule in der ddr, für mich quasi starke eingrenzung bzw. richtungsweisung bedeutete. die teilweise strengen lehrer waren sicher unangenhem für uns schüler, haben aber im nachhinein nicht geschadet. es ging nun mal sehr um disziplin, lob und tadel waren immer öffentlich, dabei wurde uns immer eine gewisse kreativität gewährt und diese zur not auch gefordert. mitgefühl, das miteinander, rücksichtnahme sind dinge, die ein zweitklässler heute wohl kaum noch lernt!


    aber aero, du hast recht. ich weiß nicht so recht, worauf du hinaus willst. wollte ja auch nur mal meine sichten erwähnen.

  25. #75
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Bildung und Erziehung - der Problemordner

    was machen menschen, wenn sie glücklich sind? richtig, sie singen. ich durfte heute dem schauspiel gemeinsamen gesangs beiwohnen. ca. zwanzig fünftkläßler sangen auf dem pausenhof: "schneeflöckchen, weißröckchen, wann kommst du geschneit..." und weil das dann zu langweilig wurde, dichteten sie mir nichts, dir nichts flugs eine strophe hinzu: "schneeflöckchen weißröckchen, die schule ist aus, wir waren so fleißig, nun gehn mer zu haus..."

    meine ermahnenden worte, hier doch NACH statt ZU zu gebrauchen, fielen auf taube ohren. statt dessen flogen plötzlich weiße bälle den zwölfkläßlern um die ohren. die dürfen sich da nicht wehren, also begann eine hatz. schneeballwerfen ist verboten, wie nicht nur die münchner wissen! ich ließ es dennoch zu und hatte meinen spaß, wie die großen von den kleinen gejagt wurden.

    aber, ist das pädagogisch? ich hätte doch als pausenaufsicht einschreiten müssen. ich schritt nicht und war damit beschäftigt, meine schuhe just in die stapfen hineinzubewegen, die ich ein paar minuten zuvor durch den schnee immer an der wand lang gezogen hatte. ja ja, der winter macht uns alle zu narren.

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