lese zur zeit das jungdeutsche manifest eines artur mahraun aus dem jahre 1927. krude, aber auch gut. der mann arbeitete zur nazizeit bei magdeburg als schäfer und hielt sich aus politischem raus. ein offizier mit stehvermögen. verdient meine bewunderung.
auf seite 61 ff. befaßt er sich mit der in diesem ordner oben angezeigten plutokratie und versucht eine ursprungsbestimmung.
er glaubt, es liege am parteiismus, wie er es nennt.


zwar verwechselt er ursache und wirkung, aber die beobachtung ist schon richtig, daß der parteiismus das grundübel in der demokratie ist. damit ist eben nicht das entstehen von politischen richtungen gemeint (die entstehen zwangsläufig in jedem gemeinwesen), sondern die über parteien ausgeübte drucksituation auf den staat, die dazu führt, daß die parteien den staat übernehmen und alle wichtigen positionen mit gefolgschaft (sic!) besetzen.
damit wird das prinzip eines demokratischen staates, nämlich die gewaltenteilung, verletzt, es entsteht filz, der auch nicht durch die amerikanische praxis, nämlich bei regierungswechsel alle wichtigen positionen neu zu besetzen (weil ja wieder mit gefolgschaft) getilgt wird.
es ist also ein strukturproblem der westlichen "demokratie".
die substanz des problems aber heißt plutokratismus, anders gesagt, die hingabe ans geldmachen und der glaube, daß geld die welt nicht nur regiert, sondern auch moralisch zu regieren hat.