<!--[if !mso]> <style> v\:* {behavior:url(#default#VML);} o\:* {behavior:url(#default#VML);} w\:* {behavior:url(#default#VML);} .shape {behavior:url(#default#VML);} </style> <![endif]--> Die Einsetzung der Bischöfe, die Investitur, war unter den Ottonen eine Sache des Kaisers, keine der Kirche. Der römische König wählte treu Ergebene, die so ein Auskommen fanden und ihre gesellschaftliche Position durch Eheschließungen mit sächsischen Adligen festigten.

Heinrich IV. scheint lange vernachlässigte Rechte wieder in Geltung bringen zu wollen: für den Chronisten Lamperd von Hersfeld ist manch vom König Verlangtes ungerechtfertigter Frondienst und Raub. Heinrich stützt seine Macht vorwiegend NICHT auf die Fürsten, sondern auf ihm persönlich ergebene Leute niederer Herkunft, die in seinem Dienst Aufstiegschancen haben. Er muß deshalb mit dem heftigen Widerstand der Fürsten rechnen, die sich um ihren gewohnten Einfluß auf die königliche Politik gebracht sehen. Das schürt die Krise des PersonenverbandsstaateS. (Helmuth G. Walther: Herrschaft und Staat im Mittelalter. Stuttgart 1972. S. 18.)
1056 starben Kaiser und Papst. Die in Rom versammelten Kirchenoberen bestimmten in Ermangelung eines Kaisers (Heinrichs III. Sohn Heinrich war sechs und somit unmündig) einen der Ihren zum Papst. Die Kaiserin-Mutter, Agnes von Poitou, bestätigte diesen Wahlakt und beging damit einen politischen Fehler, denn damit gab sie das Investiturrecht des Königs aus der Hand.

Die Diskussion verstärkte sich, weil zu allem Unglück für die Kaisergetreuen 1058 der gerade gewählte Papst starb. Heinrich war acht und somit immer noch unmündig. Die Kurie trat in Rom zusammen und bemächtigte sich der Zustimmung der meisten Römer, die glaubten, Volk und Adel Roms besäßen ein Wahlrecht des Papstes. Sie bestimmten Benedikt X. zum Papst. Dieser Benedikt X. war kein Reformpapst und polemisierte darum gegen die Cluniazenser. Die Gegner dieses Papstes schickten an die Kaiserin-Mutter, Agnes, eine Botschaft, einen eigenen Papst zu designieren, einen Cluniazenser. Agnes' Kampfeswille erwachte. Das führte zum Bürgerkrieg in Rom. Die Kaiserin-Mutter-Seite gewann, aber damit war der Konflikt nicht entschieden, denn diejenigen, die ans Seelenheil glauben, lassen sich durch den Sieg der weltlichen Macht nicht besiegen. So errang die Kaiserseite zwar einen Sieg, stand aber mit blutigen Händen da, in ihrer Heiligkeit verletzt, was wieder einmal belegt, daß offenbare Sieger nicht unmittelbar auch Gewinner werden.
Die Cluniazenser wollten mehr Zucht in den Klöstern, mehr Ordnung, mehr Orientierung auf das Wort Christi. Die im burgundischen Kloster Cluny formulierten Regeln breiteten sich aus. Die Reformer wollten Selbstverwaltung für die Klöster, wie es das kanonische Recht vorsah, u.a. auch die Wahl des Abtes durch die Mönche des Klosters. Heinrich III. hatte diese Bewegung unterstützt. Aber der Konflikt ging tiefer. Es stand nicht nur der Kaiser gegen einzelne in der Kirche, sondern die Kirche selbst hatte sich in Hinsicht auf die Investitur, also das Recht, Funktionsträger der Kirche besetzen zu dürfen, uneindeutig geäußert. Zwei Rechtsauffassungen stritten um die Vorherrschaft:


  • einerseits das königliche Ernennungsrecht, wie es Kirchenvater Augustin im Angesicht der christlichen Gesinnung des Königtums bestimmt hatte;
  • andererseits das kanonische Recht, das im Königtum v.a. die befleckte weltliche Macht sah und sich davon abheben wollte, indem es seine Führung aus dem reinen Geist der Weltabgeschiedenheit zu bestimmen wünschte.


Der neue Papst, Nikolaus II., erließ eine Wahlordnung, die den Heiligen Geist beschwor. Damit hätten die Römer erfüllt sein sollen, was aber, wie Nikolaus II. betonte, in der Vergangenheit wiederholt nicht der Fall gewesen seI. Nikolaus II. schlußfolgerte daraus, daß fortan nicht das römische Volk den neuen Papst bestimmen dürfe, denn falls sie das dürften, müßten sie zuvor ihre Reinheit nachgewiesen sei, was unmöglich sei; ergo: Die vornehmsten Geistlichen mit dem höchsten Grad an Reinheit besäßen allein das Recht zur Bestimmung des obersten Christenführers, des heiligen Vaters, des Papstes. Mit dieser Argumentation, die sich vorerst durchsetzte, war der Ring der Selbsterzeugung resp. Selbstergänzung geschlossen. [1]
Konnte das den Beifall des Kaisers finden? Wohl kaum. Aber der war zu dieser Zeit, 1059, erst neun. Seine Mutter, Agnes, indessen widersprach diesem Beschluß der Synode, an der kein Bischof aus Deutschland teilgenommen hatte und erkannte in ihm die Provokation der Kaisermacht. Allerdings besaß sie 1059 weder Mittel noch Ansehen, um nach Rom marschieren zu lassen.

Die Papstseite erhielt Zulauf von normannischen Rittern, die seit dem 8./9. Jahrhundert eine interessante Entwicklung durchgemacht hatten: Ursprünglich aus dem Norden Europas kommend und stets auf Beute an den europäischen Küsten grassierend, blieben sie als Herrscherschicht für ein, zwei Generationen in der bald nach ihnen benannten Normandie seßhaft und nahmen dort die Sprache und den Glauben der christlichen Bevölkerung an, setzten dann in Scharen nach Britannien über und eroberten es (Wilhelm der Eroberer, 1066 Hastings in Südengland). Ein Teil von ihnen blieb in Britannien als Oberschicht, ein anderer zog weiter ins Morgenland und fand dort Gefallen an der Eroberung Jerusalems, ein dritter Teil ließ sich in Süditalien nieder, bekämpfte dort Griechen und Nordafrikaner, siegte zumeist und leistete 1059 dem Papst den Lehnseid. Berühmte Normannen wurden die Guiscards, vor allem Robert von Guiscard, dem Kleist ein verlorengegangenes Drama widmete. Mit diesen überaus kampftüchtigen normannischen Rittern besaß das Papsttum eine starke militärische Kraft, gegen die der junge Heinrich IV. sich erst einmal würde behaupten müssen. Die Normannen hatten nicht nur einem Papst den Treueid geschworen, sondern dem Papsttum. Das wurde deutlich, als Nikolaus II. 1061 starb und die Kardinäle nach der neuen Ordnung einen der ihren zum neuen Papst bestimmten, was sie ohne Zustimmung des inzwischen elfjährigen, aber immer noch unmündigen Kaisersohnes Heinrich oder seine Kaiserin-Mutter Agnes taten. Damit war der Konflikt da. Die Parteienlage war diffus: Was 1059 noch auf Seiten der Kaiserin gestanden hatte, war jetzt, da selbst an der Macht, gegen sie eingenommen – und umgekehrt. Agnes war an zweierlei interessiert:


  • die Reform der Kirche im Geiste Clunys durchführen;
  • ihren Sohn Heinrich als Kaiser Heinrich IV. statuieren.


Diejenigen, die so wie sie dachten und auch diejenigen, die bei der Ämterverteilung 1059 zu kurzgekommen waren, trafen sich in Basel und wählten dort einen Gegenpapst, Honorius II., den die Kaiserin akzeptierte, weil er ihr Reformen im Geiste Clunys zugesagt hatte. Dennoch war damit keine Entscheidung gefallen. Viele in der Kirche fühlten sich bevormundet und erkannten das Recht der Kaiserin nicht an, den Papst einzusetzen. Die eifrigen Anhänger der Cluniazenser fanden deftige Worte gegen den Anspruch des Kaisertums, die Dinge auf der Welt regeln zu wollen.

Schließlich gab es noch eine dritte Partei, die sich hier einmischte, die deutschen Fürsten. 1062 entführten sie während einer Rheinfahrt den jungen Heinrich und bestimmten den Herzog von Bayern zum Vormund, in der Hierarchie folgten Otto von Nordheim, Ebert von Braunschweig und der Erzbischof Anno von Köln. Die Politik dieser Fürsten war nicht auf eine Stärkung der deutschen Zentralmacht ausgerichtet, aber auch nicht auf die Stärkung des Papstes. In Rom griffen sie als eine Art von Schiedsrichter ein, nachdem die streitenden Parteien dort gegenseitig den Griff nach der Macht versucht hatten. Sie luden den von der Kaiserin abgesetzten Alexander nach Mantua ein, wo der sich demütig gab und einen Reinigungseid ablegte, was die unter der Schirmherrschaft des Vormunds stehende Versammlung von Bischöfen dazu veranlaßte, Alexander als Papst anzuerkennen. 1064. Damit war das Schisma da. Oder? Nein. Heinrich war inzwischen aufgetreten. An der Spitze eines Heeres hatte er 1063 als Dreizehnjähriger die in Ungarn wieder überhand nehmende heidnische Restauration beseitigt. Gestärkt von dort zurück empfing er als Fünfzehnjähriger die Schwertleite. Damit war er mündig. Zugleich und wohl auf den schlechten Rat seines Oberschmeichlers Adalbert von Bremen erkannte Heinrich gegen die Wünsche seiner Mutter Alexander als Papst an und entmündigte das Kaisertum, denn in Rom nahm man diese Entscheidung als Zustimmung dazu, daß fortan nach den Regeln der Kanonik und nicht nach denen des Kaisertums der Papst würde gewählt werden.
1073 starb Alexander. Heinrich, inzwischen 23jährig, kämpfte im Reich um seine Stellung. In Rom wählten die Kardinäle nach kanonischem Recht einen Mönch namens Hildebrand zum Papst. Hildebrand nannte sich Gregor und war der siebente Gregor mit der Tiara. Er darf als Vertreter der Reformpartei angesehen werden, war also Cluniazenser. Gregor hatte auf seinem langen Weg an die Spitze der Kirchennomenklatur erkannt, wo Verbesserungen nottaten. Er sorgte dafür, daß Geld in die Kassen des Vatikans kam, indem er eine Reform der Verpachtung des Grundbesitzes durchsetzte. Er sorgte für seinen militärischen Schutz, indem er den Normannen den Lehnseid abnahm. Jetzt war es sein Ziel, die Investitur des Papstes dauerhaft an die Kardinalsversammlung zu übertragen und sich von der Huld des Kaisers zu befreien.

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Der junge Heinrich indessen tat das, was alle frisch zur Herrschaft Gekommenen im Reich zu tun pflegten: Er stritt mit seinen mächtigen Vasallen, den Reichsfürsten, die entweder selbst Kaiser werden oder sich zumindest selbständig machen wollten. Das geschah überall auf der Welt und war in Deutschland nichts besonderes. Aber im Gegensatz zum Papsttum dieser Zeit war es Heinrich nicht beschieden, auch nur an eine Festigung der Machtposition des Kaisertums zu denken. Er ging weder nach Rom, um sich dort zum Kaiser krönen zu lassen, noch unterband er die Wahl Hildebrands zum Papst. Als er von den Kardinälen gefragt wurde, ob er etwas dagegen habe, sagte er nein und bestätigte somit die Wahl und im Grunde auch den Wahlakt, also die Investitur. War der Kampf entschieden?

In der Geschichte ist der Kampf selten entschieden; er wird nur verschoben. Neue Mächte entstehen, alte vergehen und erstehen wieder neu. Im Reich entstand in jener Zeit eine neue Macht, uneinheitlich, aber klar in der Ausrichtung, nämlich der, selbständig sein zu wollen. Selbständigkeit aber bedarf in Zeiten des Feudalismus starker Partner, am besten eigneten sich diejenigen, die weit genug weg waren, um die eigenen Kreise nicht zu stören und doch nah genug, um schnell eingreifen zu können. Es sind die Städte im Reich gemeint, die in jener Zeit nicht nur entstanden, sondern vor allem wuchsen. Sie standen jeweils unter der Fuchtel des Bischofs, um dessen Dom herum die Städte sicher waren und wenn die geistliche Bannmeile nicht ausreichte, baute man einen Ring, einen Burgwall oder dergleichen mehr. Bischöfe hatten im Mittelalter die Angewohnheit, weltliche und geistliche Macht miteinander verbinden zu wollen. Es leuchtet ein, wie sehr das ein rein auf Geschäft orientiertes Stadtbürgertum in seiner Entwicklung zwar anfangs entstehen ließ, dann aber hemmen mußte, da bei jedem Geschäft die Kirche zwischengeschaltet werden wollte. Die Städte drängte es deshalb an die Seite des generösen Königs, der diesen gern den Schutz gab und sie das Ihrige tun ließ.
Heinrich konnte die verfeindeten deutschen Fürsten gegeneinander ausspielen und selbst Zünglein an der Waage sein, brachte die Städte gegen die Bischöfe auf seine Seite und schließlich in einer konzertanten Aktion schlug er die aufständischen Sachsen 1075 bei Langensalza entscheidend. Heinrich war jetzt Herr über Deutschland. Nun konnte er die Investitursache angehen, bei der er noch 1073 so klein beigeben mußte.
Gregor VII. schritt währenddessen mit der Reform der Kirche fort. Auf der Fastensynode 1075 verbot er die Laien-Investitur und erklärte die von beweibten Priestern erteilten Sakramente für ungültig. Gregor VII. meinte es ernst und machte sich nicht nur beim Kaiser verhaßt, sondern auch in der Kirche viele Feinde. Er sprach den Bann über fünf Bischöfe aus, die sich ihre Ämter gekauft hatten, die dato übliche Simonie. Die gebannten Bischöfe waren Gefolgsleute des Königs, in das Machtvakuum konnte nun jedermann stoßen, vornehmlich aber diejenigen, die es mit Gregor VII. hielten. Heinrich konnte sich das nicht gefallen lassen, denn letztlich zielte diese Politik des Papstes darauf, ihm auch die weltliche Herrschaft über das Reich zu entreißen. Der Papst diktierte es allen Gläubigen: quod illi liceat imperatores deponere (Nur der Papst darf den Kaiser absetzen.) und schließlich ist der Papst derjenige, der die Untertanen von pflichtvergessenen Herren befreien dürfe: quod a fidelitate iniquorum subiectos potest absolvere.
Das war die offene Kriegserklärung an Heinrich, der diese Papstbriefe (Bullen) jedoch ignorierte und weiterhin Anweisungen an seine Bischöfe gab.
Gregor reagierte mit mahnenden Worten in einem Weihnachtsbrief an Heinrich und wies ihn auf das Schicksal König Sauls hin, der seinerzeit vom Oberpriester der Juden abgesetzt worden war. Das war deutlich. Heinrich schickte Boten ins Land und rief die Bischöfe des Reiches zu einer Synode nach Worms, die dort am 24. Januar 1076 stattfand. Für Mittelalterverhältnisse war das blitzschnell organisiert. Der Leidensdruck war enorm. Exkommunikation resp. die meist unmittelbar zuvor ausgesprochene Bannung waren gefährliche Strafen im Mittelalter, das nicht aufs Diesseits, sondern aufs Jenseits ausgerichtet war. Heinrich konnte die Versammlung zu einer Botschaft an den Papst bewegen: „Heinrich, nicht durch Anmaßung, sondern durch Gottes heilige Einsetzung König, an Hildebrand, nicht den Papst, sondern den falschen Mönch – ich, Heinrich, König von Gottes Gnaden, rufe Dir mit allen meinen Bischöfen zu: steige herab, steige herab!“
Heinrichs treuer Freund, Gottfried von Lothringen, wurde mit einem Heer ausgestattet und nach Rom geschickt, dort einen Papst einzusetzen, den er mit den Römern gemeinsam aussuchen sollte.
Gregor indes arbeitete unverdrossen an der Erneuerung der Kirche, gegen jeden Widerstand, der ihm nicht nur von Königsseite entgegen blies, sondern auch von Priestern, die in Familie lebten. Zwar hatte es immer schon Bestrebungen gegeben, ein in der Bibel nicht verifizierbares Zölibat bei der Priesterschaft durchzusetzen, aber daß jetzt auch die von den Priestern erteilten Sakramente ungültig werden sollten, was bedeutete, daß keine von ihnen geschlossene Ehe, keine Taufe, keinen Totenölung und dergleichen mehr den Schutz für die Gläubigen bewirkte, war neu und in seiner Strenge exemplarisch.
Gottfried erfüllte seinen Auftrag und marschierte bis nach Rom. In Rom mußte Gregor sich die Botschaft des Königs in einer öffentlichen Synode anhören und antwortete mit einem Gebet: „Heiliger Petrus, du bist mein Zeuge und mit dir meine Herrin, die Mutter Gottes und der heilige Paulus, dein Bruder unter den heiligen, daß deine heilige römische Kirche mich wider meinen Willen zu ihrer Leitung berief, so daß ich es nicht für Raub ansah, deinen Stuhl zu besteigen, sondern lieber auf der Pilgerschaft mein Leben beschließen, als deinen Sitz um irdischen Ruhms willen durch weltliche Künste gewinnen wollte. Und deshalb, nach deiner Gnade, nicht nach meinem Verdienst, war es, wie ich glaube, dein Wille und ist es, daß die Christenheit, wie sie dir besonders befohlen ist, so mir als deinem Stellvertreter besonders gehorchen soll und um deinetwillen ist mir von Gott die Macht verliehen zu binden und zu lösen im Himmel und auf Erden. In diesem Vertrauen untersage ich nun zur Ehre und zum Schutze deiner Kirche dem König Heinrich, Kaiser Heinrichs (III.) Sohn, der sich mit unerhörtem Hochmut gegen deine Kirche erhoben hat, die Regierung des ganzen deutschen Reichs und Italiens, löse alle Christen von der Verpflichtung des Eides, den sie ihm geleistet haben oder noch leisten werden und untersage hiermit jedermann, ihm als einem König zu dienen.“
Das ist der Bann, der Heinrich allerdings noch nicht aus der Kirche ausschließt, sondern nur in seiner Funktion als König entmachten will. Die Wirkung allerdings war immens. Die meisten Christen erkannten Gregor VII. als ihren Papst an, darum tat der Bann seine Wirkung. Heinrich war gefordert. Viele Fürsten des Reiches sahen die Stunde für gekommen, sich vom Königtum zu lösen und eigene Herrschaftsträume zu verwirklichen, zumal Gregor auf die Waffengewalt der Fürsten gerne zurückgriff, sofern sie ihn als ihren unumschränkten Herrn anerkannten.
Es ist an dieser Verbindung zu erkennen, daß es um die politische Macht ging, es zwischen dem von Gregor apostrophierten (in aller Schärfe etwas formulieren), aber de facto nicht exemplifizierten (etwas mit einem praktischen Beispiel versehen) reinen geistigen Macht des Stuhles Petri und dem Gottesgnadentum des deutschen Königtums, das noch aus der Blutidee der Merowinger herstammt, einen grundlegenden Unterschied gibt: Heinrich gab gar nicht erst eine Reinheit an, sondern wähnte sich im Segen, der von Höherem als dem Papststuhl ausging; Gregor dagegen nutzte in heuchlerischer Art die blutbefleckten Waffen der Königsfeinde, gab aber eigene Reinheit und Heil an, um sich so gegen das Königtum profilieren zu können.
Im Investiturstreit des 11. Jahrhunderts wird ein norddeutsch-italienischer Streit vorweggenommen, der vierhundertfünfzig Jahre zur Bildung einer eigenen norddeutsch geprägten protestantischen Kirche führte, die bewußt auf die Mittlerrolle des Priestertums verzichtete und Gottesgnade in das Tun des einzelnen verbrachte.
Gottfried von Lothringen, der treu zu Heinrich stand, wurde ermordet. Damit waren die Parteien formiert: Die deutschen Fürsten sammelten sich um Gregor, Heinrich stand mit einigen Grafen und seinen deutschen Bischöfen gegen eine Übermacht.
Im Oktober 1076 trafen sich bei Oppenheim die Reichsfürsten, um einen neuen König zu wählen. Heinrich stand mit seinen letzten Getreuen auf der anderen Rheinseite und wartete auf eine Nachricht. Da Gregor auch den französischen König und Robert Guiscard exkommuniziert hatte, war ihm nicht daran gelegen, daß mit der Wahl eines zweiten deutschen Königs möglicherweise eine neue Macht entstand, vielmehr hoffte er, daß sich Heinrich demütigen und fortan ein willfähriges Instrument in seinen Händen abgeben würde. Doch die Fürsten machten ihre eigene Politik und ordneten sich nicht den Wünschen des Papstes unter. Sie formulierten einen Entschluß, daß sich Heinrich nämlich gemäß altdeutschen Brauchs nach Jahr und Tag vom Bann lösen müßte; mithin wurde der 22. Februar 1077 als letztmöglicher Tag benannt, danach wolle man einen neuen König wählen.
Nach längerer Besinnung in seiner Heimatstadt Speyer machte sich Heinrich auf den Weg nach Italien. Den Papst zog es währenddessen nach Norden, um dem für Februar 1077 in Augsburg geplanten Reichstag als Schiedsrichter beizuwohnen. Doch der Papst wurde aufgehalten, weil seine vielen Gegner ihm den Übergang nach Norden versperrten. Er zog sich im hohen Winter auf eine Burg seiner Freundin Mathilde von Toskana zurück, nach Canossa. Heinrich dagegen fand in Italien viele Freunde, die sich gegen den großen Unruhestifter Gregor formiert hatten und ihren König Heinrich sozusagen auf Händen trugen.
Heinrich begriff die Chance, die sich ihm hier bot: Er zog sich ein Büßergewand an und begab sich zu der Burg, in der derjenige saß, der die Absolution für begangene Sünden geben darf wie kein anderer, der Papst. Der Büßer Heinrich kam in den Morgenstunden des 25. Januar 1077 und begehrte Einlaß. Man wies ihn ab. Heinrich kam am 26. Januar und begehrte Einlaß. Man wies ihn ab. Und der König stand in seinem weißen Büßergewand barfuß im Schnee und harrte der Dinge. Er kam morgens und ging abends. Endlich, am 27. Januar öffnete sich das Burgtor und der Papst erschien, in der Hand eine Hostie. Er konnte nicht nicht reagieren. Zu viele Zeugen. Er mußte erscheinen, andernfalls hätte er vor den Augen der beobachtenden Christenheit unchristlich gehandelt und damit seinen sowieso schon vielen Gegnern ein Totschlagargument geliefert. Nun, da er gezwungenermaßen das Tor öffnen ließ, hatte er zwei Möglichkeiten: entweder er lehnte Heinrichs Buße als unzureichend ab oder er löste den Bann. Beides würde ihn politisch entmachten. Das nennt man ein Dilemma.
Gregor sann auf eine List: Er erklärte dem König, daß er verleumdet worden sei und er sich der Anschuldigungen mittels Gottesurteil zu entledigen gedenke. Er nahm Brot und brach es entzwei. Der Tod solle ihn auf der Stelle holen, wenn er schuldig sei. Die andere Hälfte reichte er Heinrich. Heinrich sei von seinen Fürsten ebenfalls beschuldigt worden. Er solle, wenn er sich unschuldig fühle, diese Hälfte nehmen und sein Schicksal erfüllen. Das war eine Probe. Es ging um Leben und Tod. Hätte Heinrich das Brot genommen, hätte der Papst verloren. Bei einer Zögerung oder einer Abwehr, hätte der König verloren.
Wollen wir das wirklich glauben, daß es sich so abspielte? Ist nicht vielmehr anzunehmen, daß Heinrich kurz ans Tor klopfte und sich dann wieder ins warme Zelt zurückzog? Ist nicht anzunehmen, daß die einzelnen Unterhändler ihre Arbeit machten und alles im zähen Ringen ausgehandelt wurde? Das wäre sehr modern gedacht. Wahrscheinlich ist das für 1077 nicht. Es darf nicht vergessen werden, daß das Mittelalter ein Zeitalter [2] war, in dem die symbolische Geste eine sehr viel größere Rolle spielte als heute.

Die Stadt löste den alten Staat auf. Hier wuchs ein gänzlich neues Prinzip der politischen Führung heran. Mehr als einmal hat die Geschichte des alten Reichs das Bündnis zwischen kaiserlicher Gewalt und Städten als Ausweg aus drückenden Nöten nahegelegt; zu gelegentlicher Benutzung der Städte im diplomatischen und kriegerischen Hin und Her ist es gekommen, zu einem großen Bündnis aber nicht. Es ist, als hätten die alten Kaiser das feindliche [bürgerliche] Prinzip in den Städten erkannt oder zumindest gefühlt. (August Wunnig: Das Reich als Republik. Stuttgart 1920. S. 18.)
Ein Zögern kann immer in eine Handlung hineininterpretiert werden. Fakt ist, daß Heinrich Buße tat, ob auch innerlich, sei dahingestellt. Fakt ist, daß Gregor Heinrich vom Bann lösen und damit die Heiligkeit des Königtums anerkennen mußte. Fakt ist, daß Heinrich nach Canossa wieder König war und somit die politische Macht besaß. Wozu sollte er verhandeln, wenn der Papst doch gezwungen war, ihn zu absolvieren? Der Gang nach Canossa führte für Heinrich dazu, daß er für sich wieder das Recht der Investitur in Anspruch nehmen konnte, er mußte nur rechtzeitig vor Ort sein, nachdem Gregor gestorben war, um einen ihm genehmen Nachfolger zu bestimmen. Aber Heinrich war politisch nicht klug genug, diesen Aspekt endgültig zu klären; er nahm die Absolution und danach sein politisches Wirken wieder auf, das nicht auf Staatsbildung, sondern Machterhaltung gerichtet war. Es ist das Zeitalter der Ritter, nicht der Denker.

Rein historisch argumentiert ist der Gang nach Canossa eine Folge der Durchdringung von Kirche und Staat. Heinrich versuchte durch eine christlicher Symbolik geschuldete Demutshaltung die Kirche ins zweite Glied zu stellen, wo sie nach Meinung des Kaisers hingehörte. Gregor dagegen subordinierte die weltliche Macht der kirchlichen. Ironischerweise mußte er wegen Heinrichs Demutsakt die Kirche ins zweite Glied stellen lassen. Ob Heinrich das dachte und bewußt vollzog, kann nur spekuliert werden. Er war kein großer Geist, besaß aber wohl politischen Instinkt. Das mag hier als Erklärungsmuster ausreichen.
Nach Canossa sahen sich die deutschen Fürsten zu handeln gezwungen. Sie wählten einen der ihren zum Gegenkönig und bekriegten Heinrich. Gregor lavierte anfangs zwischen den Parteien, dann beging er den entscheidenden politischen Fehler, als er Heinrich ein zweites Mal exkommunizierte, denn nunmehr wurde er nicht mehr ernst genommen. Heinrich berief 1080 eine Synode nach Brixen, an der deutsche und italienische Bischöfe teilnahmen. Gregor wurde abgesetzt und der Erzbischof von Ravenna zu seinem Nachfolger bestimmt. Der Markgraf von Meißen und der Herzog von Böhmen kämpften auf Heinrichs Seite und wollten zusammen die aufständischen deutschen Fürsten in einem Entscheidungskampf besiegen. Dazu marschierten sie nach Sachsen, dem Zentrum des Widerstands. Sachsen im Mittelalter umfaßte nicht das Gebiet des heutigen Freistaats Sachsen, sondern Gebiete nördlicher und westlicher davon: die heutigen Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in etwa. Heinrich kam aus Westen, seine Verbündeten aus dem Südosten. Sie drangen zur Saale resp. an der Elbe vor und besetzten strategische Punkte. Ein größeres Scharmützel bei Zeitz im Sumpfland an der Elster ging für Heinrich zwar verloren, doch der Gegenkönig Rudolf verlor nicht nur seine Schwurhand, was im Mittelalter ein böses Omen war, sondern erlag bald seinen Verletzungen und wurde in Merseburg beigesetzt. Heinrich machte jetzt Nägel mit Köpfen, ließ die Angelegenheiten in Deutschland ruhen und zog nach Italien, den von ihm eingesetzten Wibert als Papst Clemens III. durchzusetzen und sich von ihm zum Kaiser krönen zu lassen. 1084 war das erreicht.
Kaum war das erreicht, bedrohte ein von Gregor gerufenes Normannen-Heer die Herrschaft Heinrichs IV. in Rom. Der Kaiser wich vor dieser Übermacht, aber die Normannen konnten der Versuchung nicht widerstehen und plünderten Rom, was die Römer sehr gegen Gregor VII. aufbrachte, so daß er sich in Rom nicht mehr blicken lassen konnte. Gregor zog mit den Normannen ab und starb im Jahr darauf in Salerno. Das Konzept der Allmacht des Stuhles Petri über die weltlichen Angelegenheiten und die damit verbundene Einmischung in alle Belange des mittelalterlichen Lebens war auch in der Kirche auf starken Widerstand gestoßen, weil viele Bischöfe und Äbte ihre Freiheiten bedroht sahen. Gregors Tod erledigte diesen Plan fürs erste, war aber nicht vergessen, denn es gab nicht wenige, die in der Totalisierung des Lebens ihre Chance sahen, zu Ruhm, Reichtum und Ansehen zu kommen.
Der Investiturstreit endete erst fünfzig Jahre später in der Regierungszeit Heinrichs V.. Heinrich V. setzte im Wormser Konkordat von 1122 fest, daß die Bischöfe in Gegenwart des Königs oder seines Stellvertreters durch Stiftsklerus, eine deutsche Variante des römischen Kardinalskollegiums, wie es Gregor VII. durchgesetzt hatte, gewählt werden sollten. Kann sich diese Versammlung nicht entscheiden, was bei EINER Gegenstimme der Fall war, entscheidet die Stimme des Königs. Der König darf dem Bischof nicht mehr Hirtenstab (der Hirte führt die Herde der Gläubigen) und Ring (die Verbundenheit mit Gott im Kreislauf des Lebens) übergeben, sondern übergibt ein Zepter, was weltliche Gewalt bedeutet. Die Bischofsweihe darf von nun an in Deutschland erst dann vollzogen werden, nachdem der König dem gewählten Bischof das Zepter übergeben hatte. In anderen christlichen Ländern bestimmte von jeher allein der Papst über die Investitur der Bischöfe.
Was bedeutet das? Der Papst setzte sich formal durch, in der Praxis jedoch blieb die Macht beim König. Da jede der beiden Parteien den Sieg für sich zu beanspruchen glaubte, gab es auch keinen Streit mehr danach. Das ist ein Kompromiß, wenn beide danach glauben, Sieger zu sein. Neben den beiden Streitparteien gab es dritte und vierte Sieger: die deutschen Fürsten und die deutschen Städte. Die politische Entwicklung deutete im Reich auf Machtteilung, Partikularismus, Gewaltenteilung, balance of power; absolutistische Tendenzen, wie sie sich in anderen europäischen Gegenden durchsetzten, gab es zwar im Reich auch hin und wieder, aber kein nachfolgender Herrscher konnte von sich behaupten, Herr in Deutschland zu sein. Das bot den Deutschen, so sie davon Gebrauch hätten machen wollen, ein höheres Maß an Freiheit und Kultur. Doch dazu später.


Aufgaben:


1. Welche zwei Möglichkeiten der Papstwahl gab es um 1050? (I)
2. Welche Ziele verfolgten die Cluniazenser? (I)
3. Gib Informationen über die Normannen aus dem Textabschnitt wieder! (I)
4. Argumentiere aus der Sicht des Kaisertums/Papsttums die Investitur! Positioniere dich! (III)
5. Erkläre Zusammenhänge innerdeutscher Partikularität und weise ihnen einen Platz im zeitgeschichtlichen Kontext zu! (II)
6. Welche Probleme ergeben sich bei der Durchdringung von Kirche und Staat? (II)


[1] Die moderne Soziologie beschreibt die hier beschriebenen Machtstrukturen mit dem ehernen Gesetz der Oligarchie.

[2] „Ein Zeitalter ist Einheit durch den geistig-seelischen Lebensgrund, aus dem es lebt, und was die Zeitalter unterscheidet und trennt, ist der innere Lebensgrund, den sie durch ihre führende Schichtung empfangen.“ (August Winnig: Das Reich als Republik. Stuttgart 1920. S. 22.) Das Mittelalter läßt sich auch als Zeitalter des Symbolischen verstehen. Alles kann von der Vernunft (die keinen Gegensatz zum Glauben bildet!) dekonstruiert werden: Vernunft ordnet den Welt- und Geschichtsstoff, den biblischen und profanen, zu einem Universum, das als Ganzes und in allen seinen Teilen einen transzendenten Sinn, einen Ursprung in Gott und einen Bezug auf das Heil hat. Jede Geste wird in diesem Bezugsrahmen deutbar und besitzt eine Funktion und ist sehr viel mehr als heutige Gesten und symbolische Akte wie das Handreichen oder der Begrüßungskuß.

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